Papst Franziskus: Kardinal Pell nicht mehr Mitglied des C9-Kardinalsrats

Umbesetzungen stehen bevor

Kardinal Pell mit Papst Franziskus
Kardinal Pell mit Papst Franziskus

(Rom) Soeben ist die 27. drei­tä­gi­ge Sit­zungs­ses­si­on des C9-Kar­di­nals­ra­tes zu Ende gegan­gen. Papst Fran­zis­kus teil­te Kar­di­nal Geor­ge Pell mit, daß sei­ne Mit­glied­schaft in die­sem Gre­mi­um been­det ist.

Der neun­köp­fi­ge Kar­di­nals­rat soll Papst Fran­zis­kus bei der Kuri­en­re­form und der Lei­tung der Welt­kir­che bera­ten. Fran­zis­kus hat­te ihn im April 2013 gegrün­det. Sie­ben Kar­di­nä­le ver­tre­ten dar­in die Kon­ti­nen­te. Dazu kom­men zwei Ver­tre­ter der Römi­schen Kurie. Nach­dem im Novem­ber bestä­tigt wur­de, daß Papst Fran­zis­kus den Ver­tre­ter Süd­ame­ri­kas, Kar­di­nal Fran­cis­co Javier Erra­zu­riz, aus dem Gre­mi­um ent­fern­te, folg­te nun die Ent­las­sung von Kar­di­nal Pell, dem Ver­tre­ter Ozea­ni­ens. Der Prä­fekt des vati­ka­ni­schen Wirt­schafts­se­kre­ta­ri­ats nahm bereits seit Juni 2017 nicht mehr an den Sit­zun­gen teil, weil er sich in sei­ner Hei­mat wegen Anschul­di­gun­gen im Zusam­men­hang mit dem sexu­el­len Miß­brauchs­skan­dal vor einem Gericht ver­ant­wor­ten muß.

Von Fran­zis­kus wur­de zusam­men mit Kar­di­nal Pell auch Kar­di­nal Mon­seng­wo Pasinya, der Ver­tre­ter Afri­kas, ent­bun­den. Der 79 Jah­re alte Pur­pur­trä­ger wur­de am 1. Novem­ber von Fran­zis­kus als Erz­bi­schof von Kin­sha­sa eme­ri­tiert. Damit sind drei Posi­tio­nen im C9-Kar­di­nals­rat neu zu beset­zen.

Die Ent­las­sun­gen kün­di­gen Umbe­set­zun­gen an, über die bereits im Som­mer und Früh­herbst spe­ku­liert wur­de. Vor­erst ist offen, ob wei­te­re Mit­glie­der des Kar­di­nals­ra­tes ersetzt wer­den. Vor eini­ger Zeit war die Rede von Kar­di­nal Oswald Gra­ci­as, den Ver­tre­ter Asi­ens, aus Alters­grün­den.

Kar­di­nal O’Malley, der in der Gunst des Pap­stes in die­sem Jahr deut­lich gesun­ken ist, weil er sich mehr­fach in der Miß­brauchs­fra­ge gegen die päpst­li­che Stra­te­gie zu Wort mel­de­te, wird mit Sicher­heit nicht vor dem Miß­brauchs­gip­fel im Febru­ar 2019 abbe­ru­fen.

Mit beson­de­rer Span­nung wird beob­ach­tet, ob Kar­di­nal Mara­dia­ga als Ver­tre­ter Mit­tel­ame­ri­kas im Kar­di­nals­rat blei­ben kann. Der Kar­di­nal aus Hon­du­ras steht seit Jah­res­be­ginn hart in der Kri­tik. Mara­dia­ga gehört zum eng­sten Ver­trau­ten­kreis des Pap­stes. Papst Fran­zis­kus läßt Ver­trau­te nicht so ein­fach fal­len.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Info­Va­ti­ca­na




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3 Kommentare

  1. Wie­der ein­mal sehen wir, wie tref­fend der Titel des Buches „Der Dik­ta­tor­papst“ doch gewählt ist. Eine Schan­de, in wel­cher Wei­se die besten und gläu­big­sten Katho­li­ken ins Abseits gestellt wer­den.

  2. Es waren schon eini­ge „Merk­wür­dig­kei­ten“ in die­sem Rat. Ich fin­de, alle Räte in der katho­li­schen Kir­che gehö­ren abge­schafft, statt­des­sen brau­chen wir drin­gend Kar­di­nä­le, Bischö­fe, Prie­ster nach dem Vor­bild des Hei­li­gen Pfar­rers von Ars.

  3. Und wie­der wur­de ein unlieb­sa­mer Kri­ti­ker von Papst Fran­zis­kus ent­fernt. Man kann getrost die Hand ins Feu­er legen, dass die Vor­wür­fe gegen ihn halt­los sind. Ich für mei­nen Teil kann dies jeden­falls sagen. Es war gewiss kein Zufall, dass mit Kar­di­nal Meis­ner und Caf­farra gleich zwei Zwei­fel­he­ger gegen die Recht­mä­ßig­keit des päpst­li­chen Schrei­bens Amo­ris Lae­ti­tia bin­nen rela­tiv kur­zer Zeit gestor­ben sind.
    Die katho­li­sche Kir­che kann bin­nen 2000 Jah­ren unmög­lich geirrt haben, eher tut sie es heu­te, auf­grund der von Gott gewoll­ten Tren­nung von Spreu und Wei­zen. Wem ist die Welt wich­ti­ger und wem Gott und sei­ne Gebo­te? So hart wie die­se Fra­ge ist, wird sich die Tren­nung voll­zie­hen zwi­schen den aus Glau­ben Gerech­ten und den Frev­lern, die sich vom wah­ren Glau­ben abge­kehrt und sich für das Böse und den Irr­tum ent­schie­den haben.

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