Die Jugendsynode und ihr Schatten

Jugendsynode: Die von Papst Franziskus persönliche ernannten Synodalen bestätigen Bedenken.
Jugendsynode: Die von Papst Franziskus persönliche ernannten Synodalen bestätigen Bedenken.

(Rom) Nur zwei Wochen vor Syn­oden­be­ginn gab das vati­ka­ni­sche Pres­se­amt am Sams­tag die Namen aller Syn­oda­len für die Jugend­syn­ode bekannt. Dar­un­ter fin­den sich end­lich auch jene Syn­oda­len, die von Papst die von Papst Fran­zis­kus per­sön­lich ernannt wur­den. An ihnen läßt sich die Rich­tung able­sen, in der Fran­zis­kus die Syn­ode unter­wegs sehen will.

Die von Fran­zis­kus ein­be­ru­fe­ne Jugend­syn­ode fin­det vom 2.–28. Okto­ber statt und sorg­te bereits im Vor­feld für Pole­mi­ken. Umstrit­ten ist vor allem das Vor­be­rei­tungs­do­ku­ment, in dem erst­mals in einem offi­zi­el­len kirch­li­chen Doku­ment der Begriff des Homo-Milieus „LGBT“ ver­wen­det wird. Bei einer Vor­syn­ode mit 300 Jugend­li­chen, deren Nomi­nie­rung wenig trans­pa­rent war, konn­te der Ver­tre­ter einer fran­zö­si­schen Jugend­or­ga­ni­sa­ti­on, an deren Katho­li­zi­tät schon lan­ge ern­ste Zwei­fel bestehen, unwi­der­spro­chen für eine „posi­ti­ve Homo­se­xua­li­tät“ wer­ben.

Kri­ti­ker hegen auf­grund die­ser und wei­te­rer Signa­le ern­ste Beden­ken. Das gilt beson­ders nach dem Welt­fa­mi­li­en­tref­fen in Dub­lin Ende August, bei dem erst­mals – auf römi­sche Anwei­sung hin – eine offi­zi­el­le „Öff­nung“ zur Homo­se­xua­li­tät zele­briert wur­de. Erz­bi­schof Cha­put von Phil­adel­phia, einer der pro­fi­lier­te­sten Bischö­fe der USA, rief Papst Fran­zis­kus wegen der ern­sten Beden­ken auf, die Jugend­syn­ode abzu­sa­gen und auf einen spä­te­ren Zeit­punkt zu ver­schie­ben.

Eine Ant­wort aus Rom erhielt er nicht.

Fran­zis­kus ver­wei­ger­te ihm, trotz der Bedeu­tung sei­nes Bischofs­sit­zes, bis­her die Kar­di­nal­s­wür­de, die er hin­ge­gen drei Kir­chen­män­nern aus dem Kreis von Ex-Kar­di­nal Theo­do­re McCarrick ver­lieh, der im Zen­trum eines homo­se­xu­el­len Miß­brauchs­skan­dals steht. An die­ser Per­so­nal­po­li­tik des amtie­ren­den Kir­chen­ober­haup­tes wer­den Rich­tungs­ent­schei­dun­gen am deut­lich­sten sicht­bar.

Alle drei von ihm in den USA ernann­ten Kar­di­nä­le (Cup­ich in Chi­ca­go, Tobin in Newark und Far­rell an der Römi­schen Kurie) gaben in der Ver­gan­gen­heit zu erken­nen, für eine Ände­rung der kirch­li­chen Leh­re und Pra­xis zur Homo­se­xua­li­tät zu sein. Alle drei wer­den an der Jugend­syn­ode teil­neh­men: Far­rell  als römi­scher Dikaste­ri­en­lei­ter von Amts wegen, Cup­ich und Tobin durch päpst­li­che Ernen­nung.

Die Namen

Die Namen der vom Papst per­sön­lich ernann­ten Syn­oda­len bestär­ken die Beden­ken der Kri­ti­ker noch mehr. Zahl­rei­che sind so unbe­kannt, daß in Rom nie­mand irgend­ei­ne brauch­ba­re Aus­kunft zu deren Ernen­nun­gen geben scheint zu kön­nen. Daher eine klei­ne Auf­stel­lung zu den bekann­te­ren:

  • P. Anto­nio Spa­daro SJ, einer der eng­sten Papst-Ver­trau­ten, Schrift­lei­ter der römi­schen Jesui­ten­zeit­schrift La Civil­tà Cat­to­li­ca, bekannt für sei­ne gro­ße Wert­schät­zung für den Schrift­stel­ler und Homo-Akti­vi­sten Vit­to­rio Ton­del­li, und eben­so für sei­ne Ableh­nung der Opti­on Bene­dikt; per­sön­lich von Papst Fran­zis­kus als Syn­oda­le für die Jugend­syn­ode ernannt.
  • Kar­di­nal Bla­se Cup­ich, Erz­bi­schof von Chi­ca­go, einst pro­gres­si­ver Außen­sei­ter, heu­te durch die Ernen­nung zum Metro­po­li­ten und Kar­di­nal durch Fran­zis­kus, ein Anfüh­rer der pro­gres­si­ven Rich­tung in den USA; gehört zum Freun­des­kreis von Ex-Kar­di­nal McCarrick, dem er erst vor einem Jahr eine Preis ver­lieh und als „Vor­bild“ bezeich­ne­te; per­sön­lich von Papst Fran­zis­kus als Syn­oda­le für die Jugend­syn­ode ernannt.
  • Kar­di­nal Joseph Tobin, Erz­bi­schof von Newark, von Fran­zis­kus zum Erz­bi­schof und Kar­di­nal erho­ben, zusam­men mit Cup­ich Anfüh­rer der pro­gres­si­ven Rich­tung in den USA, läßt in sei­ner Kathe­dra­le Got­tes­dien­ste für Grup­pen der Homo-Lob­by fei­ern; per­sön­lich von Papst Fran­zis­kus als Syn­oda­le für die Jugend­syn­ode ernannt.
  • Kuri­en­erz­bi­schof Vin­cen­zo Paglia, Gemein­schaft von Sant’Egidio, ehe­ma­li­ger „Fami­li­en­mi­ni­ster“ des Vati­kans, der im Vor­feld der Dop­pel­syn­ode über die Fami­lie (2014/2015) durch homo­phi­le Signa­le auf­fiel, den Abtrei­bungs- und Homo-Lob­by­isten Mar­co Pan­nella in höch­sten Töne rühm­te, in sei­ner ein­sti­gen Bischofs­kir­che in Ter­ni ein homo­ero­ti­sches Jüng­sten Gericht malen ließ; per­sön­lich von Papst Fran­zis­kus als Syn­oda­le für die Jugend­syn­ode ernannt.
  • Msgr. Matteo Zup­pi, Gemein­schaft von Sant’Egidio, von Papst Fran­zis­kus zum Erz­bi­schof von Bolo­gna ernannt, schrieb das Vor­wort zum Buch (ita­lie­ni­sche Aus­ga­be) des homo­phi­len US-Jesui­ten P. James Mar­tin, gegen den – soweit bekannt – bei der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on ein Ver­fah­ren anhän­gig ist. Zup­pi wur­de von der US-Jesui­ten­zeit­schrift Ame­ri­ca, deren stän­di­ger Mit­ar­bei­ter James Mar­tin ist, als eine Art Vor­bild für Bischö­fe prä­sen­tiert, wegen sei­ner For­de­rung, daß die Kir­che gegen­über „LGBT-Catho­lics“ eine „neue pasto­ra­le Ein­stel­lung“ ein­neh­men soll­te (gemeint ist in pro­gres­si­ven Krei­sen mit die­ser For­mu­lie­rung, daß die Kir­che die Leh­re ändern und die Homo­se­xua­li­tät als „posi­tiv“ aner­ken­nen soll); per­sön­lich von Papst Fran­zis­kus als Syn­oda­le für die Jugend­syn­ode ernannt.
  • Msgr. Mario Del­pi­ni, von Papst Fran­zis­kus zum Erz­bi­schof von Mai­land ernannt; seit dem Früh­jahr in den Schlag­zei­len wegen angeb­li­cher Ver­tu­schung von (homo)sexuellem Miß­brauch durch Kle­ri­ker; per­sön­lich von Papst Fran­zis­kus als Syn­oda­le für die Jugend­syn­ode ernannt.
  • Msgr. Clau­dio Cipol­la, von Papst Fran­zis­kus zum Bischof von Padua ernannt; schon zuvor für sei­ne ultra­pro­gres­si­ven Posi­tio­nen bekannt; per­sön­lich von Papst Fran­zis­kus als Syn­oda­le für die Jugend­syn­ode ernannt.
  • Kar­di­nal Rein­hard Marx, Erz­bi­schof von Mün­chen-Frei­sing, Vor­sit­zen­der der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz, Ver­tre­ter Euro­pas im C9-Kar­di­nal­s­rat, gab – euphe­mi­stisch aus­ge­drückt – nicht nur in einem Inter­view des Baye­ri­schen Rund­funks zu ver­ste­hen, kei­nen Wider­stand gegen eine „Neu­ori­en­tie­rung“ der Kir­che in Sachen Homo­se­xua­li­tät lei­sten zu wer­den; per­sön­lich von Papst Fran­zis­kus als Syn­oda­le für die Jugend­syn­ode ernannt.

Als Audi­tor (Udi­to­re) wird der „Mön­che“ und „Pri­or“ Enzo Bian­chi auch bei die­ser Syn­ode nicht feh­len, der für sei­ne hete­ro­do­xen Ansich­ten satt­sam bekannt ist. Sei­ner Mei­nung nach soll­te die Kir­che zur Homo­se­xua­li­tät über­haupt schwei­gen.

„Wie in der DDR vor dem Mauerfall“

Die päpst­li­chen Ernen­nun­gen für die Jugend­syn­ode kom­men­tier­te Mes­sa in Lati­no mit den Wor­ten:

„Man fühlt sich wie in Mos­kau 1990 oder in der DDR 1989 kurz vor dem Mau­er­fall, als Hon­ecker die ‚Seg­nun­gen‘ des Kom­mu­nis­mus fei­er­te: Das Gebäu­de stürzt ein, doch anstatt wirk­li­che Gestal­ten der Jugend­seel­sor­ge zu ernen­nen, wer­den Büro­kra­ten mit lee­ren Prie­ster­se­mi­na­ren nomi­niert. Die Crew ist fast kom­plett. Es feh­len nur noch Msgr. Ric­ca, Msgr. Dario Edo­ar­do Viganò, der ehe­ma­li­ge Prä­fekt des Kom­mu­ni­ka­ti­ons­se­kre­ta­ri­ats; Stich­wort: mani­pu­lier­ter Bene­dikt-Brief; nicht zu ver­wech­seln mit dem ehe­ma­li­gen Apo­sto­li­schen Nun­ti­us in den USA, Titu­lar­erz­bi­schof Car­lo Maria Viganò), und P. James Mar­tin SJ per­sön­lich, dann hät­ten wir’s“.

Erz­bi­schof Cha­put von Phil­adel­phia for­der­te, die Jugend­syn­ode abzu­sa­gen. Nach dem Penn­syl­va­nia-Bericht, dem Viganò-Dos­sier und dem Miß­brauchs­be­richt der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz wäre es viel­leicht bes­ser, wenn die näch­ste Bischofs­syn­ode dem Pro­blem der kle­ri­ka­len Miß­brauch­stä­ter und der Erneue­rung durch Rei­ni­gung der Kir­che von der Homo-Lob­by gewid­met wäre.

Man­che spre­chen von einem gro­ßen homo­phi­len Manö­ver, das in der Kir­che im Gan­ge ist.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Erz­bis­tum Köln, 2017 (Screen­shot)

 

1 Kommentar

  1. Dann weiß man im Vor­feld in wel­cher Rich­tung das gehen soll. Genau­so wie bei Wie­der­ver­hei­ra­te­ten und Pro­te­stan­ten. In Kür­ze wer­den die Homo­ehen in der Kir­che gesegnet.So weit sind wir.

Kommentare sind deaktiviert.