Argentiniens Parlament stimmt für die Abtreibung

Die argentinische Abgeordnetenkammer beschloß mit vier Stimmen Mehrheit die Legalisierung der Abtreibung.
Die argentinische Abgeordnetenkammer beschloß mit vier Stimmen Mehrheit die Legalisierung der Abtreibung.

(Rom) Während Papst Franziskus lieber über die Fußballweltmeisterschaft sprach, wurde von der Abgeordnetenkammer in seiner Heimat Argentinien die Legalisierung der Abtreibung beschlossen. Den entscheidenden Ausschlag gaben vier Stimmen.

Mit 129 gegen 125 Stimmen und einer Enthaltung votierte das Unterhaus des Argentinischen Nationalkongresses dafür, in dem südamerikanischen Land die Tötung ungeborener Kinder zu erlauben.

Abtreibungsbefürworter in Aktion
Abtreibungsbefürworter in Aktion

Die Abstimmung erfolgte nach einer Marathonsitzung und zahlreichen, teils hochemotionalen und hitzigen Wortmeldungen in der Camara de Diputados de la Nacion Argentina. Die Parlamentsdebatte hatte bereits Anfang April begonnen.

Die Zuschauertribünen im Sitzungssaal der Abgeordnetenkammer waren überfüllt. Tausende von Menschen verfolgten die Debatte auf dem Platz vor dem Parlamentsgebäude, wo trotz der herrschenden Kälte Lebensschützer für ein Recht zu leben und Abtreibungsbefürworter für ein Recht zu töten demonstrierten.

Der Gesetzentwurf geht nun zur Behandlung an die zweite Kammer des Parlaments, den argentinischen Senat. Sollte der Entwurf am Ende des Gesetzgebungsverfahrens in Kraft treten, wird die Tötung unschuldiger, ungeborener Kinder bis zur 14. Schwangerschaftswoche in Argentinien uneingeschränkt möglich sein. Der Entwurf sieht eine strikte Fristenregelung ohne Indikationen vor. Eine Frau, die ihr ungeborenes Kind innerhalb der genannten Frist töten lassen will, kann dies ohne Angabe eines Grundes tun. Eine Zustimmung des Kindesvaters ist nicht notwendig.

Lebensschützer: Ob illegal oder legal, Abtreibung tötet immer
Lebensschützer: Ob illegal oder legal, Abtreibung tötet immer

Die Diskussion ist eine Grundsatzdebatte über den Schutz des ungeborenen Kindes. In zweiter Linie geht auch ein Recht der Ärzte und des übrigen medizinisches Personals aus Gewissensgründen eine Mitwirkung an der Tötung eines ungeborenen Kindes zu verweigern. Radikale Abtreibungsbefürworter lehnen eine solche Klausel ab und wollen eine Beteiligung an Abtreibungen erzwingen.

Mit welche massiven Mitteln die Abtreibungslobby mobilisierte zeigt bereits eine einfache Google-Abfrage mit den Sichwörtern aborto Argentina Congreso.  Es werden an oberster Stelle ausschließlich Bilder von Kundgebungen der Abtreibungsbefürworter gezeigt. Dabei demonstrierten im vergangenen März zwei Millionen Argentinier für den Schutz des Lebens ab der Zeugung. Eine solche Massenmobilisierung ist der Abtreibungslobby nicht einmal annähernd gelungen.

Obwohl Argentinien seine Heimat ist, und Franziskus sich über die dortige Entwicklung genau informieren läßt, nahm er bisher mit keinem Wort zur Abtreibungsdiskussion im Parlament Stellung.

Bei der Abstimmung waren die Stimmen von nur vier Abgeordneten entscheidend. Argentinische Lebensschützer sind überzeugt, daß ein klares und rechtzeitiges Wort des Papstes noch ausreichend Angeordnete überzeugt hätte. Doch Franziskus schwieg und redete lieber über Fußball.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Wikicommons/Marcha por la vida/Perfil (Screenshots)

1 Kommentar

  1. Dies müsste aber jetzt den wirklich aller letzten Zweifler aufrütteln, um zu erkennen, wesen Geistes Kind dieser Bergoglio, der Bischof von Rom, wirklich, ist.

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