„Ein beklagenswerter Bischof“ — Priesterweihe mit synkretistischen Elementen

Bischof Fonlupt mit dem "Dritten Auge" auf der Stirn: Priesterweihe vom 25. Juni in der Kathedrale von Rodez.
Bischof Fonlupt mit dem "Dritten Auge" auf der Stirn: Priesterweihe vom 25. Juni in der Kathedrale von Rodez.

(Paris) Bischof Fran­çois Fon­lupt ist seit 2011 Diö­ze­san­bi­schof der fran­zö­si­schen Diö­ze­se Rodez. Der katho­li­sche Kolum­nist Fran­cis­co Fer­nan­dez de la Cigo­ña nennt ihn den „der­zeit viel­leicht schlech­te­sten Bischof Frank­reichs“. Anlaß für die Empö­rung ist eine Prie­ster­wei­he, die Bischof Fon­lupt am ver­gan­ge­nen 25. Juni in der Kathe­dra­le von Rodez spen­de­te.

Msgr. Fon­lupt, 62 Jah­re alt, wur­de von Papst Bene­dikt XVI. zum Diö­ze­san­bi­schof ernannt. „Schon sei­ne Ernen­nung schien mir ein Unglück. Das hat sich bestä­tigt“, so Fer­nan­dez de la Cigo­ña. Schwer­wie­gend sei, daß „die Päp­ste dies nicht vor­her prü­fen“. Zumin­dest was Frank­reich anbe­langt, „schei­nen mir die Ernen­nun­gen von Papst Fran­zis­kus nicht schlim­mer als jene sei­nes Vor­gän­gers.“

„Warum prüfen die Päpste nicht vorher?“

Zur päpst­li­chen Ernen­nungs­po­li­tik für Frank­reich meint Fer­nan­dez de la Cigo­ña: „Eini­ge sagen, daß Bene­dikt, was die schlech­ten Ernen­nun­gen betrifft, sich nicht infor­mier­te, wen er da ernann­te, Fran­zis­kus aber schon. Ich kann nicht sagen, ob letz­te­res stimmt, bin aber über­zeugt davon, daß Bene­dikt sich nicht infor­mier­te.“

Msgr. François Fonlupt
Msgr. Fran­çois Fon­lupt

Fer­nan­dez de la Cigo­ña schreibt zudem gewohnt deut­lich: „Fon­lupt war schlecht vor sei­ner Ernen­nung, war schlecht zum Zeit­punkt sei­ner Ernen­nung und ist schlecht seit sei­ner Ernen­nung. Wahr­schein­lich ist er der­zeit der schlech­te­ste Bischof Frank­reichs.“

Grund für die Empö­rung des Kolum­ni­sten, des­sen Groß­va­ter, weil Katho­lik, von Anhän­gern der Volks­front (Kom­mu­ni­sten, Sozia­li­sten, Anar­chi­sten, Radi­kal­li­be­ra­le) ermor­det wur­de, ist ein Video von einer Prie­ster­wei­he, die Bischof Fon­lupt vor weni­gen Tagen spen­de­te. Was am 25. Juni in der Kathe­dra­le von Radez geschah, sei „abso­lut schmerz­lich.“ Bischof Fon­lupt weih­te einen tami­li­schen Dia­kon zum Prie­ster.

Bischof spende Priesterweihe mit dem „Dritten Auge“

Rituelle Tänzerinnen im Altarraum
Ritu­el­le Tän­ze­rin­nen im Altar­raum

Die „Inkul­tu­ra­ti­on“ wer­de in der Wei­he auf den Gip­fel getrie­ben. An christ­li­chen Sym­bo­len sei nur die Mitra des Bischofs zu sehen. Für den Rest sei unklar, ob es sich um indi­sche Folk­lo­re oder For­men von Syn­kre­tis­mus han­delt. „Ich weiß nicht, woher die­se ritu­el­len For­men stam­men, ob sie der Brah­ma­nen­ka­ste ange­hö­ren, was für Tami­len kaum denk­bar ist, ob sie zur Ver­eh­rung von Vish­nu oder Kali gebraucht wer­den. Mir scheint, aber daß sie bei der Spen­dung des Wei­he­sa­kra­ments in einer fran­zö­si­schen Kir­che nichts zu suchen haben“. Das gel­te vor allem für das „Drit­te Auge“, das „Bin­di“, ein reli­giö­ses Mal des tan­tri­schen Hin­du­is­mus, das der Bischof wäh­rend der Lit­ur­gie auf der Stirn trug. Der Hin­du­is­mus behaup­tet die Stel­le als Cha­kra, als „Ener­gie­zen­trum“ und Sitz eines „gehei­men Wis­sens“. Im Westen ist das „Drit­te Auge“ vor allem in der Eso­te­rik anzu­tref­fen. Das Chri­sten­tum ist aber kei­ne Geheim­leh­re.

Glei­ches gilt für die Durch­füh­rung des Offer­to­ri­ums und ritu­el­ler hin­du­isti­scher Tän­ze, die im Altar­raum aus­ge­führt wur­den. „In der Hei­li­gen Lit­ur­gie der Kir­che hat der Hin­du­is­mus nichts ver­lo­ren.“

Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene

Bischof Fon­lupt prak­ti­zie­re bereits die „neue Pra­xis“, auch wie­der­ver­hei­ra­te­ten Geschie­de­nen die hei­li­ge Kom­mu­ni­on zu spen­den. Als er noch in Cler­mont-Fer­rand in der Pfarr­seel­sor­ge tätig war, habe er die Real­prä­senz Jesu Chri­sti in der hei­li­gen Eucha­ri­stie geleug­net. Das alles ver­hin­der­te nicht, daß der Apo­sto­li­sche Nun­ti­us für Frank­reich, Erz­bi­schof Lui­gi Ven­tu­ra, Fon­lupt dem Vati­kan als geeig­ne­ten Kan­di­da­ten für den Bischofs­sitz von Rodez vor­schlug. Eine sol­che Emp­feh­lung sei ohne ent­spre­chen­den Hin­weis eines fran­zö­si­schen Erz­bi­schofs im Kar­di­nal­s­rang kaum vor­stell­bar. Papst Bene­dikt XVI. habe man die Ernen­nungs­ur­kun­de nur mehr zur Unter­schrift vor­ge­legt.

Fran­çois Fon­lupt, Jahr­gang 1954, wur­de 1979 für das Bis­tum Cler­mont zum Prie­ster geweiht. Das Bis­tum Rodez, dem er seit 2011 vor­steht, geht bereits auf das 5. Jahr­hun­dert zurück. Mit 280.000 Ein­woh­nern weist es einen Katho­li­ken­an­teil von 97 Pro­zent auf. Die Zahl der prak­ti­zie­ren­den Katho­li­ken ist jedoch sehr gering. Hat­te das Bis­tum 1980 noch 638 Pfar­rei­en, sind es heu­te nur mehr 36. Die Zahl der Prie­ster schrumpf­te im sel­ben Zeit­raum von 615 auf 160. Ten­denz: schnell fal­lend. Kamen 1950 auf jeden Prie­ster 300 Katho­li­ken, sind es heu­te 1.700. Die Zah­len dür­fen aber nicht dar­über hin­weg­täu­schen, daß die Prie­ster­be­ru­fun­gen nicht von der Zahl der Katho­li­ken auf dem Papier abhän­gen, son­dern davon, ob es prak­ti­zie­ren­de Katho­li­ken gibt, die ihren Glau­ben ernst­neh­men und von Gott Prie­ster­be­ru­fun­gen erbit­ten.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Ripo­ste catholique/Youtube (Screen­shots)

10 Kommentare

  1. Eine Zere­mo­nie ganz im Geist von Assi­si! Ber­go­glio wird sei­ne Freu­de dar­an fin­den. Wie sag­te einst Eb. Lefèbvre bei der Begrün­dung der Bischofs­wei­he 1988: „Von wem sol­len denn die­se Semi­na­ri­sten geweiht wer­den, wenn ich nicht mehr lebe? Etwa von kon­zi­lia­ren Bischö­fen, deren Sakra­men­te alle zwei­fel­haft sind?“ Ein wahr­haft pro­phe­ti­sches Wort! Die Petrus­brü­der müß­ten es wohl schlucken, wenn man ihnen die­sen Her­ren zu „Wei­hen“ schicken wür­de, die m. E. auch dann ungül­tig wären, wenn sie im alten Ritus erfol­gen wür­den, weil man von solch kon­zi­lia­ren Bischö­fen kaum erwar­ten könn­te, daß sie das tun, was die Kir­che seit 2000 Jah­ren getan hat. Die neo­pa­ga­ni­sche neue Welt­ein­heits­re­li­gi­on sub­si­stiert in der kon­zi­lia­ren Kir­che, das wird immer offen­sicht­li­cher!

    • Wenn das stimmt, was Sie sagen, dann erklä­ren Sie ein­mal, wie man Mit­glied einer „neo­pa­ga­nen“ Kir­che blei­ben kann, deren Sakra­men­te „nicht sicher“ sind. Denn nicht­si­che­re Sakra­men­te darf der Katho­lik nicht emp­fan­gen, und wozu ist die Kir­che über­haupt da, wenn nicht vor allem dafür, sicher gül­ti­ge Sakra­men­te zu spen­den? Ich erwar­te gern Ihre Ant­wort.

      • Dann gehen Sie bit­te dort­hin, wo Sie mit Sicher­heit gül­ti­ge Sakra­men­te emp­fan­gen: Etwa zur Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X.! Für den Katho­li­ken wird die Neu­kir­che immer offen­sicht­li­cher zur pro­phe­zei­ten Hure Baby­lon, die sich mit allen Irr­tü­mern ver­brü­dert und die letz­ten Katho­li­ken ver­folgt! Sei­en Sie mutig und zie­hen Sie die Kon­se­quen­zen!

  2. Das ist natu­er­lich nicht roemisch-Katho­lisch, aber, ich habe Indi­sche Wur­zel und fin­de es schoen. Die­se Musik erfreut mich. Der christ­li­che Glau­ben ist inter­na­tio­nal und inter­kul­tu­rell. Aber ich ver­ste­he dass man­che das hier zu fremd fin­den.

    • Indi­sche Tän­ze sind schön, aber häss­lich ist die Ver­mi­schung von Din­gen, die nicht zusam­men­ge­hö­ren.

    • Gegen die Musik und die Tän­ze wäre nichts ein­zu­wen­den, wenn sie in einem Zir­kus oder in einem Hin­du­tem­pel statt­fin­den wür­den. — Aber die Auf­füh­rung eines der­ar­ti­gen Zin­no­bers vor dem Altar in einer kath. Kir­che ist ein abso­lu­tes no go, weil ein sol­ches Brim­bo­ri­um an hei­li­ger Stät­te nicht nur fri­vol-heid­nisch, son­dern abso­lut blas­phe­misch ist!

      • Ich fin­de die­se Musik schoen. In mei­ner Nie­der­la­en­di­scher Kir­che Macht man auch Musik, die ist Nie­der­la­en­disch aber ein­fach oft kuenst­le­risch sehr unschoen.Und so laut das ich Geho­er­scha­den davon bekom­me.

    • Dies hat nun wirk­lich nichts mehr mit römisch Katho­lisch zu tun und ist eine Schan­de. Unter ande­rem auch wenn einem Gesang und Tanz aus dem Hei­mat­land gefällt ist das was hier zu sehen ist, nicht mehr was es sein soll und gilt nicht zur Ehre dem christ­li­chen und Drei­fal­ti­gen Gott son­dern dem indi­schen Kult und somit dem Hin­du­is­mus. Die­se Wei­he ist ungül­tig! Es wür­de mich nicht über­ra­schen wenn dem soge­nann­ten neu Geweih­ten ein Fluch des indi­schen Baals auf­er­legt wur­de.

  3. Nach aller Wahr­schein­lich­keit ist die­se Prie­ster­wei­he kano­no­nisch ungül­tig.

  4. Die Hin­dus in Indi­en sind dar­über aues­serst ver­är­gert, dass die Katho­li­ken ihre Riten und Sym­bo­le adap­tie­ren. Sie sind auch schon gericht­lich dage­gen vor­ge­gan­gen. — Was die hier bespro­che­ne „Prie­ster­wei­he“ betrifft, sind erheb­li­che Zwei­fel an der Gül­tig­keit ange­bracht.- Über die leicht­sin­ni­ge Art Bene­dikt XVI., rei­hen­wei­se unge­eig­ne­te Kan­di­da­ten zum Bischofs­amt zu beför­dern, will ich hier nicht wei­ter ein­ge­hen.

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