Kardinal Gerhard Müller von Papst Franziskus entlassen

Kardinal Gerhard Müller wurde von Papst Franziskus als Glaubenspräfekt entlassen
Kardinal Gerhard Müller wurde von Papst Franziskus als Glaubenspräfekt entlassen

(Rom) Kar­di­nal Ger­hard Mül­ler wur­de von Papst Fran­zis­kus als Prä­fekt der römi­schen Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on ent­las­sen.

Mül­ler, zuvor Bischof von Regens­burg, war im Juni 2012 von Papst Bene­dikt XVI. an die Römi­sche Kurie beru­fen wor­den, um die zen­tra­le Auf­ga­be eines Wäch­ters der Ortho­do­xie zu über­neh­men. Am 2. Juli 2012 trat er sein Amt an. Zwi­schen Papst Fran­zis­kus und dem deut­schen Kuri­en­kar­di­nal war das Ver­hält­nis immer deut­lich unter­kühlt. Im Kon­flikt um die Bischofs­syn­ode über die Fami­lie und das nach­syn­oda­le Schrei­ben Amo­ris lae­ti­tia sank es auf den Null­punkt. Der Kar­di­nal wider­setz­te sich mit Vehe­menz einer Ände­rung der katho­li­schen Ehe- und Moral­leh­re, ohne den Papst direkt zu kri­ti­sie­ren. Zuletzt war immer inten­si­ver über eine bevor­ste­hen­de Ent­las­sung spe­ku­liert wor­den.

Heu­te wur­de der Kar­di­nal vom Papst in Audi­enz emp­fan­gen. Dabei soll Fran­zis­kus dem Glau­bens­prä­fek­ten sei­ne Ent­las­sung mit­ge­teilt haben. Dem­nach dürf­te die Audi­enz die letz­te des Kar­di­nals als Prä­fekt der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on gewe­sen sein.

Wegen Verteidigung der überlieferten Lehre als „Papstgegner“ kritisiert

Je deut­li­cher Papst Fran­zis­kus und des­sen direk­tes Umfeld, zu dem Kar­di­nal Mül­ler nie gehör­te, bei der Zulas­sung wie­der­ver­hei­ra­te­ter Geschie­de­ner zur Kom­mu­ni­on voll­ende­te Tat­sa­chen schaff­ten, desto vehe­men­ter bekräf­tig­te der deut­sche Kar­di­nal, daß nie­mand die über­lie­fer­te Leh­re Jesu ändern kön­ne, auch der Papst nicht. Die Tat­sa­che, daß er Amo­ris lae­ti­tia im Licht der über­lie­fer­ten Leh­re las, genüg­te, ihn unter die „Papst­geg­ner“ ein­zu­rei­hen.

Zum Beginn der zwei­ten Bischofs­syn­ode über die Fami­lie gehör­te Kar­di­nal Mül­ler zu den 13 Kar­di­nä­len, die mit einem spek­ta­ku­lä­ren Pro­test­brief an Papst Fran­zis­kus für Auf­se­hen sorg­ten. Sie pro­te­stier­ten gegen die Syn­oden­re­gie, die ihnen die Rol­le blo­ßer Sta­ti­sten zuwei­sen woll­te, wäh­rend die Ergeb­nis­se schon im vor­aus fest­zu­ste­hen schie­nen.

Seit­her war die Tür von Fran­zis­kus für den Glau­bens­prä­fek­ten zu. Nicht weil der Kar­di­nal im Unrecht gewe­sen wäre, son­dern weil durch den Brief die Stra­te­gie der päpst­li­chen Entou­ra­ge durch­kreuzt wor­den war.

Immer härter werdender Konflikt

Mit der Ent­las­sung war­te­te Fran­zis­kus genau den Ablauf der auf fünf Jah­re befri­ste­ten Amts­pe­ri­oden ab. Die Ent­las­sung hät­te bereits im März 2013 erfol­gen kön­nen, weil mit der Wahl eines neu­en Pap­stes alle Kurien­äm­ter ver­fal­len. Fran­zis­kus scheu­te jedoch zunächst zu radi­ka­le Ein­grif­fe und bestä­tig­te den Groß­teil der Mit­ar­bei­ter, wie es vati­ka­ni­sche Gepflo­gen­heit ist. Schritt­wei­se tausch­te er dann füh­ren­de Kuri­en­ver­tre­ter aus. Die ersten Köp­fe die roll­ten, waren expo­nier­te „Ratz­in­ge­ria­ner“ wie Kar­di­nal Pia­cen­za, der Prä­fekt der Kle­rus­kon­gre­ga­ti­on, Kar­di­nals­staats­se­kre­tär Ber­to­ne, Kar­di­nal Cani­za­res, der Prä­fekt der Got­tes­dienst­kon­gre­ga­ti­on und Kar­di­nal Bur­ke, der Prä­fekt des Ober­sten Gerichts­ho­fes der Apo­sto­li­schen Signa­tur.

Der klei­ne For­ma­lis­mus, Kar­di­nal Mül­ler für eine voll­stän­di­ge Amts­zeit im Amt belas­sen zu haben und nun sozu­sa­gen die legi­ti­me Mög­lich­keit einer Neu­be­set­zung zu nüt­zen, kann nicht über die Radi­ka­li­tät des Ein­grif­fes hin­weg­täu­schen, in einem immer här­ter geführ­ten Rin­gen um die Aus­rich­tung der Kir­che.

Mit der Ent­las­sung des Glau­bens­prä­fek­ten kom­men die Gleich­ge­wich­te im Vati­kan, in die von Papst Fran­zis­kus mehr­fach ein­ge­grif­fen wur­de, mas­siv ins Rut­schen. Mit vor­erst nicht abseh­ba­ren Fol­gen.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Vatican.va

47 Kommentare

  1. Und alle die­se Feig­heit und die­ses Hin und Her hat ihm nichts gebracht. Hät­te er am Anfang Krach geschla­gen und den Papst spä­te­stens nach Amo­ris Lae­ti­tia der Häre­sie ange­klagt, so wäre auch raus­ge­wor­fen wor­den, aber wenig­stens wie ein Mann und die Katho­li­ken hät­ten gewußt, dass es „noch Glau­ben im Isra­el gibt“. Und so: ver­weich­licht, fei­ge, etc. und doch nichts dadurch gewon­nen.

    • Lei­der sehe ich das ähn­lich wie Sie. In ent­schei­den­den Momen­ten hat Kar­di­nal Mül­ler aus falsch ver­stan­de­ner Loya­li­tät Ber­go­glio gestützt. Dank war von einem sol­chen Auto­kra­ten jedoch nicht zu erwar­ten. Aus der Sicht Ber­go­gli­os war Mül­ler mit sei­ner Prin­zi­pi­en­treue ein­fach viel zu unbe­re­chen­bar, daher unbe­quem und lästig. Wohin wird man ihn nun ent­sor­gen? Ich fürch­te, bald wer­den die Ver­lie­se der Engels­burg wie­der reak­ti­viert.

    • Viel­leicht erkennt Kar­di­nal Mül­ler jetzt auch, wo er hät­te anders und kla­rer han­deln müs­sen.
      Doch ist es häu­fig nicht so, dass wir erst im Nach­hin­ein wis­sen, wie wir in einer ver­gan­ge­nen, lei­der sich nicht mehr in die Gegen­wart zurück­ho­len­de Situa­ti­on hät­ten reagie­ren sol­len?

  2. Schreck­lich. Die Leh­re der Evan­ge­li­en und der Kir­che kann somit x‑beliebig von einem „Ober­haupt“ für obso­let erklärt wer­den. Man hält es nicht für mög­lich, was in der heu­ti­gen Zeit alles ange­ord­net und befoh­len wer­den kann. Das Papst­tum der Römisch Katho­li­schen Kir­che des­avu­iert sich soeben für alle Zukunft. Ich fra­ge mich, ob es nach Fran­zis­kus über­haupt noch Bestand haben kann…

    • Stimmt. Mir erscheint die alte Pro­phe­zei­hung, wonach das Papstum mit dem letz­ten Por­trait in der Rei­he der Papst­por­tait-Medail­lons inner­halb der Late­ran­ba­si­li­ka endet, immer wahr­schein­li­cher. Das Por­trait-Mosa­ik Ratz­in­gers war bekannt­lich das letz­te, das in die­ser Rei­he Platz fand. Für Ber­go­glio muss­te extra eine neue Rei­he begon­nen wer­den. Wenn Ratz­in­ger stirbt, endet höchst­wahr­schein­lich die Fol­ge der wah­ren Päp­ste und das Papstum, so wie es von Petrus her über­lie­fert ist.

      • Die Rei­he der Papst-Medail­lons befin­det sich in Sankt Paul vor den Mau­ern, und Bene­dikt war nicht der letz­te in der Rei­he!

  3. Kar­di­nal Mül­ler hat der FSSPX nur Ärger berei­tet, statt sie als Ver­bün­de­ten ins Boot zu holen.

    • Auf der ande­ren Sei­te ist damit nun klar, dass Ber­go­glio, so trau­rig es ist, das sagen zu müs­sen, nach kirch­li­chem Ver­ständ­nis offen häre­tisch ist.

  4. Kar­di­nal Mül­ler tat, was er konn­te. Unter den gege­be­nen Vor­aus­set­zun­gen — die­se ein­mal azep­tiert -, war nicht mehr drin. Er hat den guten Kampf gekämpft. Kein Grund, ihm zu grol­len. Er geht guten Gewis­sens und kann erleich­tert auf­at­men. Es ist ihm zu wün­schen, dass er ein sinn­vol­les Tätig­keits­feld fin­det.

  5. Ja, wie­der ein Schock. Noch ein wür­di­ger Hir­te weni­ger an der Spit­ze der katho­li­schen Kir­che, wel­cher der gläu­bi­gen Her­de vor­an­ging, und nicht vor „den Wöl­fen“ zurück­scheu­te, um den von Gott vor­ge­ge­be­nen Weg auf­zu­zei­gen.

  6. Die Ent­las­sung Mül­lers war schon lan­ge erwar­tet wor­den. Es kommt nicht über­ra­schend. Die Ultra­pro­gres­si­sten mit Fran­zis­kus an der Spit­ze wäh­nen sich auf der Ziel­ge­ra­den. Doch sie machen Ihre Rech­nung ohne unse­ren Hei­land Jesus Chri­stus, an den sie offen­sicht­lich nicht mehr, oder nur noch im gerin­gen Maße glau­ben.

    Es muß anschei­nend zum tota­len Zusam­men­bruch der Kir­che kom­men, damit auf deren Trüm­mern eine neue Eccle­sia Tri­um­phans ent­ste­hen kann. Alles geschieht durch Got­tes Rat­schluß, auch die­ser Nie­der­gang. Ver­trau­en wir auf Gott in sei­ner All­macht.

  7. Ich sehe es als qua­si als Erhe­bung in den geist­li­chen Adels­stand an, von die­sem Papst gefeu­ert zu wer­den. Kar­di­nal Mül­ler kann erho­be­nen Haup­tes neue Auf­ga­ben über­neh­men. (Neben­bei ist sei­ne Ent­las­sung auch eine schal­len­de Ohr­fei­ge gegen Papst Bene­dikt XVI, sozu­sa­gen zwei Flie­gen mit einer Klat­sche)

    • Bay­ern­mi­chel, wenn Kar­di­nal Mül­ler samt den ande­ren kon­ser­va­ti­ven Bischö­fe in der Syn­ode auf­ge­stan­den wäre, um die Leh­re zu schüt­zen, dann wäre er wie ein Atha­na­si­us in den geist­li­chen Adel­stand erho­ben wor­den. Die kon­ser­va­ti­ven Bischö­fe müs­sen end­lich kapie­ren, dass bei Fran­zis­kus die Feig­heit, blin­de Papst­hö­rig­keit, Kada­ver­ge­hor­sam der Kon­ser­va­ti­ven Katho­li­ken bei ihm nur mehr Tota­li­ta­ris­mus, Über­mut, Ver­ach­tung, Unbarm­her­zig­keit, Rück­sicht­lo­sig­keit und Arro­ganz, pro­vo­ziert. Fran­zis­kus fühlt sich vom fal­schen Gehor­sam der Kon­ser­va­ti­ven beflü­gelt noch här­ter die Abriss­bir­ne gegen der katho­li­sche Kir­che zu schwin­gen um end­gül­tig das Ant­litz der katho­li­schen Kir­che zu ver­stüm­meln. Es wird Zeit für Mut und Rück­grat, denn es steht alles auf dem Spiel.

      • Ver­zei­hen Sie die Fra­gen: Wel­cher Kir­che gehö­ren Sie an und was haben Sie bis­her getan, um dar­zu­le­gen, ob und wenn ja in wel­chen Punk­ten Ihrer Mei­nung nach das der­zei­ti­ge Ober­haupt der Katho­li­schen Kir­che, des­sen Funk­ti­on im Übri­gen eben­so wie jenes von Emi­nenz Mül­ler, wenn­gleich aus bio­lo­gi­scher und nicht kir­chen­recht­li­cher Sicht befri­stet ist, mit sei­nen Äuße­run­gen, Hand­lun­gen, sei­nem Schwei­gen und sei­nen Unter­las­sun­gen das Evan­ge­li­um und die Leh­re der Katho­li­schen Kir­che, wie sie z.B. (noch) im KKK dar­stellt ist, miss­ach­tet?

  8. Allen, die jetzt jubeln, sei ins Stamm­buch geschrie­ben: Auch die Papst­funk­ti­on ist befri­stet; also abwar­ten, beten und der Leh­re Chri­sti, der Tra­di­ti­on und dem Evan­ge­li­um treu blei­ben. Wer­den dar­un­ter auch der der­zei­ti­ge Bischof von Rom und sei­ne Ver­eh­rer und (womög­lich tak­ti­schen) För­de­rer dar­un­ter sein? Um Gebe­te für die­se zu wer­ben, soll­te ein der Leh­re Chri­sti und der Tra­di­ti­on der Katho­li­schen Kir­che ver­bun­de­ner katho­li­scher Christ nicht müde wer­den; also lie­be Brü­der und Schwe­stern in Chri­sto; avan­ti, die Zeit drängt!

  9. Zum Wei­nen! Das ist das Mar­ty­ri­um der wah­ren Kir­che Jesu Chri­sti. Das Frei­mau­rer — Kol­le­gi­um hat den Vati­kan immer mehr in Griff. Der ver­stor­be­ne Exor­zist des Vati­kan Gabri­el­le Amor­th hat ja erzählt, dass durch die Frei­mau­re­rei Prie­ster in gro­ssem Sti­le in den Kle­rus ein­ge­schleust wur­den. Bit­ten wir den Hei­li­gen Geist, dass er ein inof­fi­zi­el­les Kri­sen — Kol­le­gi­um der ent­las­se­nen Kar­di­nä­le bil­det zur Wah­rung des wah­ren Glau­bens. Der Tri­umph der Geg­ner der Kir­che Jesu Chri­sti soll von kur­zer Dau­er sein! Begin­nen wir einen Kreuz­zug des Gebe­tes, der Pro­zes­sio­nen zur Treue zu Jesus Chri­stus und sei­ner Kir­che. Freu­en wir uns, denn das Reich Got­tes ist nahe.

  10. Sag­te die Mut­ter­got­tes nicht in La Salet­te: „Rom wird den Glau­ben ver­lie­ren und Sitz des Anti­chri­sten wer­den“? Soll­te es wirk­lich zu die­ser Situa­ti­on kom­men oder gar schon gekom­men sein? Manch­mal hat man unter die­sem Pon­ti­fi­kat schon den Ein­druck, dass man die tra­di­tio­nel­le Leh­re ver­wäs­sern und dem Zeit­geist anpas­sen will.

    • Es scheint so zu sein, wie es die Got­tes­mut­ter in La Salet­te und in Fati­ma etc. ange­kün­digt hat. Nur: ‚Papa Ber­go­lio‘ kann nicht der Anti­christ sein, da sei­ne Zeit als Bischof von Rom schon über drei­ein­halb Jah­re währt. Er könn­te also der Vor­läu­fer oder der sein, der dem Anti­chri­sten auf dem Papst­thron den Weg berei­tet (?).

      Wir soll­ten bei sol­chen Über­le­gun­gen aber nicht ver­ges­sen, dass alles schon — wenn auch sehr geheim­nis­voll — in der Bibel (z.B. Apo­ka­lyp­se 13. Kapi­tel; sh. der 13. in Fati­ma als Hin­weis­zei­chen) pro­phe­zeit ist; und eben durch die Got­tes­mut­ter selbst sind in jün­ge­rer Zeit an ver­schie­de­nen Orten ver­schie­de­ne geheim­nis­vol­le Hin­wei­se auf die Erfül­lung des Lei­dens Jesu in sei­nem mysti­schen Lei­be, der hl. Kir­che, gege­ben wor­den.

      Beim betrach­ten­den Beten des schmerz­haf­ten Rosen­kran­zes und des Barm­her­zig­keits­ro­sen­kran­zes und bei der gleich­zei­ti­gen Betrach­tung der jün­ge­ren Kir­chen­ge­schich­te kann man die Ana­lo­gien zu Jesu Lei­den und Ster­ben nach und nach recht gut erken­nen, wenn Gott es will. Auch bei der Betrach­tung der Welt-Situa­ti­on beim Rosen­kranz­ge­bet kann uns Erkennt­nis — bei den erfor­der­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für die Hl.-Geist-Gaben — geschenkt wer­den, wenn Gott es will und wir als Beter und Büßer sei­ne Werk­zeu­ge sein wol­len.

      Im Evan­ge­li­um sagt uns der Herr zu sei­nem Lei­den, aber auch an ande­rer Stel­le, zur Pro­phe­tie der End­zeit: „all das muss gesche­hen.“ Wir begeg­nen hier einem gro­ßen Geheim­nis, war­um all das gesche­hen muss. Wir kön­nen die­ses Geheim­nis nicht aus eige­nem Den­ken ent­schlüs­seln. Das müs­sen wir Gott über­las­sen; zu Sei­ner Zeit, wie er es will bzw. uns zuge­dacht hat.

      Blei­ben wir der Fati­ma-Bot­schaft und den Ret­tungs­mit­teln der Got­tes­mut­ter bzw. des Him­mels treu: Beten wir täg­lich wei­ter den Rosen­kranz, opfern wir unse­re diver­sen Schmer­zen tap­fer für die Ret­tung der See­len auf, wie es die Fati­ma-Kin­der getan haben. Und leben wir tap­fer unser Chri­sten­le­ben (u. a. Hl. Mes­sen inner­lich mit­fei­ern; die Lie­be zu Gott und zum Näch­sten etc.). Viel mehr kön­nen wir jetzt wohl nicht tun.

      Got­tes und Mari­en Segen, Ihnen und allen … C. E.

  11. Mit der Ent­las­sung von Kar­di­nal Mül­ler als Prä­fek­ten der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on, äußert sich Ber­go­lio auch dahin­ge­hend, wie er Amo­ris Lae­ti­tia ver­stan­den haben will. Näm­lich nicht so wie Mül­ler son­dern wie die argen­ti­ni­schen Bischö­fe und ande­re.

  12. Das ist doch nur eines der vie­len Able­knkungs­ma­nö­vern. Jetzt redet man mehr über Mül­ler als über den Skan­dal sei­ner Lieb­lings­kar­di­nä­le.. oder war das alles nur ein Schach­zug? Wenn ich wie­der­kom­me, wer­de ich noch Glau­ben fin­den? Das ist zual­lerst Petrus gefragt!

  13. Fran­zis­kus sieht die törich­te und blin­de Loya­li­tät der glau­bens­treu­en Bischö­fe nur als Schwä­che und Dumm­heit, also total wert­los. Der Papst fühlt sich durch die­se blin­de Loya­li­tät in sei­nem fal­schen Gefühl der Über­le­gen­heit, bestä­tigt. Daher haut er noch här­ter auf die kon­ser­va­ti­ven Bischö­fe drauf, ver­folgt sie, feu­ert sie und stellt sie regel­mä­ßig gehäs­sig am Pran­ger. Die Loya­li­tät der Kon­ser­va­ti­ven ihm gegen­über quit­tiert er ohne­hin nur mit Ver­ach­tung.

    Feig­heit zahlt sich nicht aus und nein Kar­di­nal Mül­ler ist kein Glau­bens­held.

  14. Ein kläg­li­ches Ende für Kard. Ger­hard Mül­ler.

    Als Theo­lo­ge mit ver­schro­be­ner Spra­che und wir­ren Gedan­ken, mario­lo­gisch eine Kata­stro­phe, als Bischof von Regens­burg wild her­um­pol­ternd auf die Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X und sehr gehäs­sig zu ihrem Prie­ster­se­mi­nar in Zait­ko­fen, als Chef der Glau­ben­kon­gre­ga­ti­on eher still und zurück­hal­tend und in schwie­rig­sten Zei­ten die Häre­si­en von Fran­zis­kus ver­schwei­gend und sei­ne eige­ne Mit­ar­bei­ter nicht mann­haft ver­tei­di­gend wenn die­se ihre Pflicht tun und pädo­phi­le Prie­ster ver­fol­gen.
    Erin­nert stark an eine zwei­te Aus­ga­be von „des Teu­fels Gene­ral“ oder an das Pak­tie­ren und Lavie­ren der Gra­fen Egmont und Hoor­ne mit Phil­ipp II.
    Aggres­siv nach unten und duckend nach oben.
    Mut und Tap­fer­keit sehen anders aus; und das Kar­di­nal­s­rot, Sym­bol für das Blut das die­se Trä­ger bei der Ver­tei­di­gung des Glau­bens ver­gie­ssen soll­ten, ist hier trau­rig genug rei­ne Folk­lo­re.
    Sine ira et stu­dio: es ist eine Schan­de, mehr noch: Selbst­ver­nich­tung, wenn fun­da­men­tal anti­christ­li­cher Unsinn hin­ge­nom­men wird und wis­sent­lich ver­schwie­gen wird.

    • Kläg­lich! Im Zustand um Mit­ter­nacht soll­te man auch in Bel­gi­en kei­ne Kom­men­ta­re mehr schrei­ben!

      • @Sophus,
        Ihre Kri­tik trifft nicht zu:
        Kard. G. Mül­ler weiß bes­ser als wir allen hier was sich im Vati­kan abspielt.
        Wenn Pre­dig­ten und krum­men Aus­sa­gen aus dem domus st. Mar­ta kom­men, weiß er, weil direkt an der Quel­le, alles sofort.
        Es ist äusserst naiv und ver­drän­gend, zu mei­nen, daß die Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on und ihr Chef nicht mit­be­kom­men, was dort alles gesagt wird, schnell publi­ziert wird in allen mög­li­chen Gazet­ten und Inter­net­fo­ren, und nicht sel­ten inner­halb von ein paar Stun­den sang- und klang­los wie­der ver­schwin­det.
        Dann rede ich nicht ein­mal von „Evan­ge­lii gau­di­um“ und „Amo­ris lae­ti­tia“.
        Unser Herr Jesus Chri­stus hat uns den Auf­trag gege­ben, Sein Evan­ge­li­um zu ver­kün­di­gen; d.h. es nich tot­zu­schwei­gen und auch nicht durch etwas ganz ande­res zu erset­zen.
        Tibi Chri­ste Sple­ndor Patris

        • Kar­di­nal Mül­ler hat sowohl in Regens­burg als auch in Rom Jesu Leh­re ver­tei­digt. Das war weder in Deutsch­land noch in Rom den jeweils amtie­ren­den Jesui­ten und den von ihnen abhän­gi­gen Moder­ni­sten genehm. Ich erin­ne­re an das Gespräch, das der Kom­men­ta­tor „ new­tu­be“ am 21.9.2010 mit dem deut­schen Jesui­ten­pro­ven­zi­al Kiech­le SJ. geführt hat. Als in des­sen Ver­lauf der Name Bischof Mül­ler gefal­len sei, habe Herr Kirch­le das Gan­ze vom Tisch gewischt und gesagt, Bischof Mül­ler sei bekannt­lich psy­chisch krank, ein Out­si­der in der Bischofs­kon­fe­renz, nie­mand näh­me ihn dort ernst. Und war­um? Weil Bischof Mül­ler „die über­lie­fer­te Leh­re der Kir­che“ gegen die „Ungläu­bi­gen“ (Georg May) und „Falsch­leh­rer“ (Klaus Ber­ger) in den Uni­ver­si­tä­ten und Ordi­na­ri­en bis hin­un­ter in die Pfarr­ge­mein­den ver­tei­dig­te und für die Histo­ri­zi­tät Jesu und des­sen Offen­ba­run­gen in der Ver­schrif­tung durch die tra­dier­ten Autoren ein­ge­tre­ten ist. Ihm ist es zu ver­dan­ken, dass die böse Saat der Moder­ni­sten um Kar­di­nal Kas­per, der im Vor­feld der Fami­li­en­syn­oden von der rela­ti­vi­stisch inter­pre­tier­ba­ren Spät­da­tie­rung der Evan­ge­li­en aus­ge­gan­gen ist, nicht noch mehr ins Kraut geschos­sen ist. Ziel war ja ein­deu­tig die völ­li­ge Frei­ga­be der hl. Kom­mu­ni­on für wie­der­ver­hei­ra­te­te Geschie­de­ne. Die Fuß­no­te 381 in AL ist nur ein mat­ter Abglanz von dem, was bereits in der Ful­da­er Bischofs­kon­fe­renz im Sep­tem­ber 2010 in der Sache geplant gewe­sen ist

        • Fort­set­zung K.Müller/Regensburg/Rom

          Bischof Mül­ler hat sich im Tages­post-Inter­view vom 29. Sep­tem­ber 2010, unmit­tel­bar nach der Ful­da­er Kon­fe­renz deut­lich von den Ansät­zen der DBK distanziert:„Wenn wir uns als eine Wohl­fühl­or­ga­ni­sa­ti­on mit mysti­schem Hin­ter­grund­ge­rau­ne anbie­dern, der die gesell­schaft­li­che Akzep­tanz und der Ein­klang mit einem mate­ria­li­sti­schen Zeit­geist die ober­ste Maxi­me ist, dann haben wir Chri­stus ver­ra­ten. Unser Dia­log ist kein Nach­ge­ben gegen­über dem Druck der Stra­ße, die sich blas­phe­misch für die Basis der Kir­che aus­gibt. Das Fun­da­ment der Kir­che ist Chri­stus und nicht die Wan­der­dü­ne wech­seln­der Mei­nun­gen. … Den Geist, der alles neu macht, erwar­tet die Kir­che von oben und nicht von unten. Erneue­rung der Kir­che im Hei­li­gen Geist kommt aus dem was Gott will und nicht aus dem, was Men­schen wol­len (Mt 16, 23)“. Auch damit hat sich Bischof Mül­ler im weit­ge­hend moder­ni­stisch gewor­de­nen Deutsch­land kei­ne Freun­de gemacht — ange­sichts von nur 20% Katho­li­ken im Lan­de bei 80% Pro­te­stan­ten, Kon­fes­si­ons­lo­sen, Athe­isten, Mos­lems und ande­ren Reli­gio­nen ist das nicht ver­wun­der­lich, zumal auch ein Teil des „fort­schritt­li­chen“ katho­li­schen Kle­rus und damit fast alle Medi­en gegen ihn auf­tra­ten und ihn schlecht mach­ten, sobald sich die gering­ste Mög­lich­keit bot. Dar­in teil­te er das Geschick mit Kar­di­nal Ratzinger/Papst Bene­dikt XVI.

        • Fort­set­zung II K.Müller/Regensburg/Rom
          Wesent­li­cher Grund für die Feind­lich­kei­ten, die ihm spä­te­stens seit 2005 in der eige­nen Kir­che und dar­über hin­aus ent­ge­gen­schlu­gen, war, dass Bischof Mül­ler es 2005/2006 in sei­nem Bis­tum kraft welt­weit gel­ten­den Kir­chen­rechts und in urei­gen­ster Hir­ten­ver­ant­wor­tung gewagt hat­te, die Struk­tur sei­ner Lai­en­rä­te zu refor­mie­ren, indem er den Diö­ze­san­rat den wort­füh­ren­den „Wir sind Kirche“-Leuten ent­zo­gen und per­so­nell aus den katho­li­schen Ver­bän­den der Diö­ze­se rekru­tiert, sowie den Pfarr­ge­mein­de­rat unter den Vor­sitz des Pfar­rers gestellt hat­te.. Für den Mut, sein Bis­tum damit aus den Zwän­gen einer auf der Würz­bur­ger Syn­ode vor über 40 Jah­ren fehl­ge­plan­ten, sin­gu­lär deut­schen Lai­en­rä­te­struk­tur befreit zu haben, erhielt er vol­le Rücken­deckung aus Rom, aber vol­le Breit­sei­ten aus den Krei­sen jener Syn­oda­len, die für die­se syn­oda­le Fehl­ge­burt aus dem 68er-Geist die Ver­ant­wor­tung tru­gen. Ex-Kul­tus­mi­ni­ster Mei­er kram­te wei­ner­lich im Wort­schatz des 19. Jahr­hun­derts, sah „Treu und Glau­ben“ ent­schwin­den, dafür Miss­trau­en, Unbe­re­chen­bar­keit und Will­kür her­ein­bre­chen und rede­te von Rechts- und Ver­trau­ens­bruch, von Soli­da­ri­täts- und Demo­kra­tie­ver­lust. Dabei über­sa­hen die syn­oda­len Alt­vä­ter samt ihren Nach­kom­men im ZdK, dass ihr Würz­bur­ger Lai­en­rä­te­mo­dell schon seit mehr als 30 Jah­ren gegen die Soli­dar­ge­mein­schaft der Welt­kir­che ver­stieß und auch in den übri­gen deut­schen Diö­ze­sen längst ange­passt gehört hät­te. Das hat Bischof Mül­ler gemacht, nach­dem in sei­nem Diö­ze­san­rat Leu­te auf­ge­tre­ten waren, die die Kir­che nur von unten anschau­ten und dem Bischof den Hir­ten­stab ent­win­den woll­ten. Der Auf­schrei sowohl im 20% — als auch im 80% — Lager war groß! Denn­Bi­schof Mül­ler hat­te vor­her nie­man­den gefragt, kei­ne Dia­logsta­fet­te durch die Ober­pfalz orga­ni­siert, son­dern sich ledig­lich an die kir­chen­recht­lich nie­der­ge­leg­ten Rech­te und Pflich­ten und die im Zwei­ten Vati­ka­num getrof­fe­nen Fest­le­gun­gen zum Bischofs­amt gehal­ten.

          • Geehrter@Sophus,
            Rober­to de Mattei hat in sei­nem heu­te mor­gen (03.07.2017) auf katholisches.info publi­zier­tem Arti­kel mei­nen Kom­men­tar inhalt­lich bestä­tigt. Kard. G. Mül­ler hat­te in Deutsch­land sicher kei­nen leich­ten Stand; In ande­ren Län­dern war es teil­wei­se noch viel schlim­mer; dort gab es nicht sel­ten Hir­ten, die sich viel tap­fe­rer ver­hal­ten haben und tüch­tig gekämpft.

            Sehr ehren­voll für Sie, Kard. Mül­ler unter­stüt­zen zu wol­len. Aber eine kämp­fe­ri­sche Natur war er nicht: den Kon­ser­va­ti­ven nahe­ste­hend: ja; nach unten auto­ri­tär: ja, teils sehr selek­tiv; gegen die FSSPX und ihre Sym­pa­thi­san­ten: extrem aus­ge­prägt; was betrifft Fran­zis­kus, Evan­ge­lii Gau­di­um und Amo­ris Lae­ti­tia: nun ja, diplo­ma­tisch-ver­krü­melnd und eine sehr blas­se Figur machend neben und in Ver­gleich zu den Vier Kar­di­nä­len.

            Ver­zei­hen Sie mei­nen agra­ri­schen Blick: ein Schä­fer­hund braucht kei­nen Stamm­baum, son­dern eine robu­ste gesun­de Kon­sti­tu­ti­on und dann zual­ler­erst Tap­fer­keit, Mut und Här­te, und Instinkt in dem Umgang mit Scha­fen.
            Zurück­hal­tung und Angst sind die schlech­te­ste Eigen­schaf­ten für einen Hüte­hund — in dem ent­schei­den­den Augen­blick funk­tio­niert er nicht; Angst­bei­sse­rei ist dann auch noch das Letz­te, das ein Schä­fer brau­chen kann.

            Wie beim Gra­fen von Egmont: am Ende nicht nur ohne Land, aber auch ohne Kopf. Scha­de.

          • Wer­ter Adri­en Antoi­ne!
            Um im Ver­gleich zu blei­ben:
            Ein Hüte­hund ist nicht da, sei­nen eige­nen Herrn zu bei­ßen. Daher ist für mich mit Rott­wei­ler-Erfah­rung sei­ne Beiß­hem­mung nach­voll­zieh­bar. Und woher wis­sen Sie, dass ihm sein „altes Herr­chen“ nicht vor­sichts­hal­ber einen Beiß­korb umge­hängt hat? Auf das Pon­ti­fi­kat von Papst em. Bene­dikt XVI. wäre ein irrepa­ra­bler dunk­ler Schat­ten gefal­len, wenn sein bis­he­ri­ger Hund das neue Herr­chen ange­fal­len und vom Hof getrie­ben hät­te — die Fol­gen für Hund und den Herr­chen und nicht zuletzt für Haus und Hof wären nicht abseh­bar gewe­sen — zur Freu­de der inne­ren und äuße­ren Fein­de des Anwe­sens. Der pro­te­stan­tisch geführ­te Münch­ner Mer­kur konn­te sich heu­te nicht ein­krie­gen vor hämi­scher Freu­de, dass der besag­te Hüte­hund ins Tier­heim gekom­men ist. Für die Sicher­heit der Her­de ist bekannt­lich nicht der Hund ver­ant­wort­lich, son­dern der Hir­te und die­je­ni­gen, die ihm den Weide­auf­trag erteilt haben — inner­welt­lich gese­hen!

          • Wer­ter Adri­en Antoi­ne!
            Das kana­di­sche Inter­net­por­tal „Life Site“ schreibt über den Wech­sel des Prä­fek­ten der Kon­gre­ga­ti­on für die Glau­bens­leh­re:

            „Zwar ver­liert Kar­di­nal Mül­ler jetzt sei­nen hohen Posten als Hüter der Glau­bens­leh­re, aber er hat sein Bestes gege­ben, um den Glau­ben zu bewah­ren, trotz per­sön­li­cher Angrif­fe. Sei­ne kal­ku­lier­ten Züge, sei­ne Posi­ti­on zu bewah­ren, waren – so erfah­ren wir aus sei­nem Umfeld – nicht auf den Wunsch nach Macht zurück­zu­füh­ren, son­dern auf die Sor­ge, dass ein Nach­fol­ger auf die­sem Posten, der weni­ger dar­auf bedacht ist, die Recht­gläu­big­keit zu wah­ren, der Kir­che Scha­den zufü­gen könn­te“.

            Die­ser Mei­nung bin ich eben auch, der ich die Het­ze der Moder­ni­sten und Berufs­pro­te­stan­ten gegen seit sei­nem Amts­an­tritt als Bischof in Regens­burg mit­ver­folgt habe. Es sind die glei­chen Kräf­te, die auch Bischof Mixa und Bischof TvE aus Lim­burg kalt­ge­stellt haben. Das „regna“ kön­nen Sie ruhig ste­hen- und sich über­ra­schen las­sen!

      • Dass Sie sich da nur nicht täu­schen, Wer­te­ster
        Ich bin mir sicher, dass Kar­di­nal Mül­ler als Ver­tre­ter der Offen­ba­rung Got­tes in sei­nem Sohn Jesus Chri­stus noch nicht am Ende sei­ner Beru­fung ange­kom­men ist. Er gehört zu jenen, die an die histo­ri­sche Wahr­heit der von den Apo­steln und Apo­stel­schü­lern ver­schrif­te­ten Evan­ge­li­en usw. fest­hal­ten, sie ent­spre­chend im apo­sto­li­schen Zeit­raum 30–65 n.Chr.datieren und ableh­nen zu glau­ben, dass das NT aus hel­le­ni­sti­scher Zeit stammt und von unbe­kann­ten Gemein­de­theo­lo­gen, unab­hän­gig von­ein­an­der, an unbe­kann­ten Orten und zu unbe­kann­ten Zei­ten zwi­schen 70 und 100 ver­fasst wor­den ist, von Leu­ten, die eben­so spur­los in der Geschich­te ver­schwun­den sind, wie sie auf­ge­taucht waren. Wer die damit ver­bun­de­nen Fak­to­ren in ihrem gleich­zei­ti­gen Zusam­men­tref­fen auf ihre Wahr­schein­lich­keit hin über­prüft, wird etwa einen Wert von 1:1 Mil­li­ar­de erhal­ten. Das heißt, dass nur eine ver­schwin­den­de Wahr­schein­lich­keit auf ihrer Sei­te ist. Das heißt, dass die Theo­lo­gie, die sich auf die Spät­da­tie­rung der Evan­ge­li­en und wei­te­rer 16 Schrif­ten des NT beruft, eine Hypo­the­se, die aus der pro­te­stan­ti­schen Leben-Jesu-For­schung kommt und der katho­li­schen Kir­che ihre jesua­ni­sche Basis ent­zie­hen soll­te, zum Schei­tern ver­ur­teilt ist – und damit auch die inner­kirch­li­che Kar­rie­re von allen, die ihre Reform­vor­ha­ben im Rela­ti­vis­mus der Spät­da­tie­rung ver­an­kern: Kar­di­nal Marx, Kar­di­nal Kas­per usw., alle moder­ni­sti­schen Jesui­ten in kirch­li­chen Rän­gen und nicht zuletzt Papst Fran­zis­kus, denn sie ver­wech­seln alle den men­schen­ge­mach­ten Zeit­geist mit dem Geist des drei­per­sön­li­chen Got­tes. Auch jene sind dem Zeit­geist anheim­ge­fal­len, die ande­re stän­dig direkt oder indi­rekt der Häre­sie bezich­ti­gen.

      • Wer ande­re direkt oder indi­rekt der Häre­sie bezich­tigt, dient dem Zeit­geist. Die­sem dient Fra­ter Dwight Lon­gen­ecker, der den Weg vom ame­ri­ka­ni­schen Pro­te­stan­tis­mus über das Amt des Pfar­rers der angli­ka­ni­schen Kir­che im Jahr 2005 zur katho­li­schen Kir­che gefun­den hat und seit 2006 als ver­hei­ra­te­ter katho­li­scher Pfar­rer eine ame­ri­ka­ni­sche katho­li­sche Gemein­de lei­tet sicher nicht, wenn er fest­stellt: „Seit eini­ger Zeit läuft die wah­re Trenn­li­nie unter den Chri­sten nicht mehr zwi­schen Katho­li­ken und Pro­te­stan­ten, son­dern zwi­schen den­je­ni­gen, die an die offen­bar­te Reli­gi­on glau­ben und den­je­ni­gen, die an eine rela­ti­vier­te Reli­gon glau­ben. Die wah­re Trenn­li­nie läuft zwi­schen den Pro­gres­si­sten, die den histo­ri­schen Glau­ben auf der Basis des Zeit­gei­stes ver­än­dern wol­len, und Chri­sten, die glau­ben, dass der Zeit­geist von der ewi­gen und unver­än­der­li­chen Wahr­heit des Evan­ge­li­ums her­aus­ge­for­dert wer­den muss. Die Chri­sten, die an eine rela­ti­ve, pro­gres­si­ve und moder­ni­sti­sche Vari­an­te des Chri­sten­tums glau­ben, ver­ach­ten die wun­der­sa­me Kom­po­nen­te der Reli­gi­on und glau­ben, dass die Kir­che sich völ­lig den Bedürf­nis­sen der moder­nen Gesell­schaft anpas­sen soll.“
        Mit der erzwun­ge­nen Ablö­sung von Kar­di­nal Mül­ler haben sich im Vati­kan die spal­te­ri­schen Kräf­te des Rela­ti­vis­mus durch­ge­setzt. Mehr denn je wer­den die Moder­ni­sten ver­su­chen, die bis­he­ri­gen lehr­amts­treu­en Katho­li­ken in die fun­da­men­ta­li­sti­sche Ecke zu stel­len und zu iso­lie­ren. Knack­punkt bleibt die noch nicht abge­schlos­se­ne Adap­ti­on der Beschlüs­se des II. Vati­ka­nums. Die einen hal­ten sich an ihren Wort­laut, die ande­ren glau­ben über dem Wort­laut hin­aus einen „Geist des Kon­zils“ flü­stern zu hören, der ver­füh­re­risch zu einer ande­ren Kir­che rät. Momen­tan ist die Fra­ge schwer zu beant­wor­ten, ob es hier­zu­lan­de mehr katho­li­sche Prie­ster gibt, wel­che die Beschlüs­se des II. Vati­ka­nums nicht ken­nen oder sich im bewuss­ten Unge­hor­sam über sie hin­weg­set­zen, oder sol­che, die sie ken­nen und in der Tra­di­ti­on der gesam­ten Leh­re der Kir­che lesen und bewer­ten. Letz­te­re wer­den als abge­stan­de­ne, theo­lo­gisch irren­de Ewig­gest­ri­ge geschmäht, die sog. Moder­ni­sten dage­gen, wel­che die 2000jährige Leh­re der Kir­che um einer zeit­geist­ge­lei­te­ten „Zukunfts­fä­hig­keit“ wil­len zu rela­ti­vie­ren bereit sind, wer­den im „Lan­de Luthers“ von allen Sei­ten gehät­schelt und getät­schelt und dür­fen in Lit­ur­gie und Kate­che­se unge­straft tun und las­sen, was sie wol­len. Den ange­rich­te­ten Scha­den hat­te Kar­di­nal Mül­ler stets vor Augen und mini­mier­te ihn nach Kräf­ten – zum Miss­fal­len der vati­ka­ni­schen Rela­ti­vi­sten und Pro­gres­si­sten, die sich um den ange­rich­te­ten Scha­den bis­lang nicht scher­ten.

  15. Eine wei­te­re Stim­me gegen die Selig­spre­chung Luthers ist somit aus dem Weg geräumt…

    • Gemäß der päpst­li­chen Fest­le­gung der vati­ka­ni­schen Amts­pe­ri­ode von 5 Jah­ren wis­sen wir genau, wann Papst Fran­zis­kus selbst zurück­tre­ten wird: am 13. März 2018!

    • Das glau­be ich nicht, wer­ter Josef!
      Denn ich bin mir sicher, dass Kar­di­nal Mül­ler als Ver­tre­ter der Offen­ba­rung Got­tes in sei­nem Sohn Jesus Chri­stus noch nicht am Ende sei­ner Beru­fung ange­kom­men ist. Er gehört zu jenen, die an die histo­ri­sche Wahr­heit der von den Apo­steln und Apo­stel­schü­lern ver­schrif­te­ten Evan­ge­li­en usw. fest­hal­ten, sie ent­spre­chend im apo­sto­li­schen Zeit­raum 30–65 n.Chr.datieren und ableh­nen zu glau­ben, dass das NT aus hel­le­ni­sti­scher Zeit stammt und von unbe­kann­ten Gemein­de­theo­lo­gen, unab­hän­gig von­ein­an­der, an unbe­kann­ten Orten und zu unbe­kann­ten Zei­ten zwi­schen 70 und 100 ver­fasst wor­den ist, von Leu­ten, die eben­so spur­los in der Geschich­te ver­schwun­den sind, wie sie auf­ge­taucht waren. Wer die damit ver­bun­de­nen Fak­to­ren in ihrem gleich­zei­ti­gen Zusam­men­tref­fen auf ihre Wahr­schein­lich­keit hin über­prüft, wird etwa einen Wert von 1:1 Mil­li­ar­de erhal­ten. Das heißt, das nur eine ver­schwin­den­de Wahr­schein­lich­keit auf ihrer Sei­te ist. Das heißt, dass die Theo­lo­gie, die sich auf die Spät­da­tie­rung der Evan­ge­li­en und wei­te­rer 16 Schrif­ten des NT beruft, eine Hypo­the­se, die aus der pro­te­stan­ti­schen Leben-Jesu-For­schung kommt und der katho­li­schen Kir­che ihre jesua­ni­sche Basis ent­zie­hen sol­te, zum Schei­tern ver­ur­teilt ist — und damit auch die inner­kirch­li­che Kar­rie­re von allen, die ihre Reform­vor­ha­ben im Rela­ti­vis­mus der Spät­da­tie­rung ver­an­kern: Kar­di­nal Marx, Kar­di­nal Kas­per usw., alle moder­ni­sti­schen Jesui­ten in kirch­li­chen Rän­gen und nicht zuletzt Papst Fran­zis­kus, denn sie ver­wech­seln alle den men­schen­ge­mach­ten Zeit­geist mit dem Geist des drei­per­sön­li­chen Got­tes.

  16. Kar­di­nal Mül­ler stand wohl immer auch einer Eini­gung mit der Pius­bru­der­schaft im Weg. Mög­lich, dass es jetzt zu einer Eini­gung kommt und die Erneue­rung der Kir­che mög­lich wird.

      • Das Wie­der­ver­ei­ni­gungs­pro­blem mit den Pius­brü­dern hat unter Ein­be­zie­hung der For­de­run­gen von Kar­di­nal Mül­ler zwei Sei­ten:
        Sein Vor­wurf lau­te­te 2009, die Pius-Tra­di­tio­na­li­sten hät­ten sich „im neu­scho­la­sti­schen Den­ken der 1950er Jah­re ein­ge­bun­kert“ und müss­ten nun Anschluss an die aktu­el­le Theo­lo­gie fin­den, sich beleh­ren und ihre Ver­wechs­lun­gen und Miss­ver­ständ­nis­se bezüg­lich zen­tra­ler Aus­sa­gen des II. Vati­ka­ni­schen Kon­zil, etwa zu Öku­me­ne und Reli­gi­ons­frei­heit, aus­räu­men las­sen (Bischof Mül­ler DT vom 11. Juli 2009, S.4), Ander­seits muss im Dia­log zwi­schen Rom und den Piusprie­stern über das Zwei­te Vati­ka­num die real exi­stie­ren­de Kir­che in Deutsch­land auf den Prüf­stand kom­men, wie­weit ihre Lit­ur­gie und Moral­leh­re, ihr Reli­gi­ons­un­ter­richt in den Schu­len und ihre Theo­lo­gie an den Uni­ver­si­tä­ten dem Wort­laut der Kon­zils­tex­te noch ent­spre­chen. Da schaut es düster aus, denn da gibt es die oben genann­ten ent­ge­gen­ge­setz­ten Kräf­te, die nach Bischof Mül­ler bei der Unter­gra­bung der päpst­li­chen Auto­ri­tät zusam­men­wirk­ten. „Die Moder­ni­sten wol­len die Bischö­fe gegen den Papst in Stel­lung brin­gen; die Tra­di­tio­na­li­sten den Papst gegen die Bischö­fe“ (DT vom 23.6.2009, S.2). Doch Papst Bene­dikt XVI. wehr­te sich nach bei­den Sei­ten: Nach Paul Bad­de (Vati­kan-Maga­zin) hat der Papst an Bord der „Città di Fium­in­ci­no“ auf dem Weg nach Edin­burgh im Sep­tem­ber 2010 auf die Fra­ge, ob die Kir­che nicht drin­gend zuse­hen müs­se, wie sie wie­der anzie­hen­der gemacht wer­den kön­ne mit „Nein“ geant­wor­tet und gesagt: „Wer fragt, wie die Kir­che attrak­ti­ver gemacht wer­den kann, hat den Weg ver­lo­ren und sich schon mit der Fra­ge ver­irrt.“ Die Kir­che ver­kau­fe nichts, am wenig­sten sich selbst, son­dern ihr sei eine Nach­richt anver­traut, die sie unver­kürzt wei­ter­ge­ben müs­se. Damit war klar, dass die Bischö­fe ihr eben in Ful­da beschlos­se­nes, moder­ni­sti­sches „Reform­pro­gramm“ gegen Papst Bene­dikt XVI. nicht wer­den durch­set­zen kön­nen. Die fol­gen­de Ent­wick­lung ist bekannt – und auch die Rol­le, die der Jesui­ten­or­den dabei spiel­te. Doch der erhoff­te Erfolg der Moder­ni­sten ist aus­ge­blie­ben – nicht zuletzt, weil ihr Pro­gramm mit der Offen­ba­rung Jesu Chri­sti, deren apo­sto­li­scher Über­lie­fe­rung und ihrer Ver­tie­fung in der Tra­di­ti­on der römisch-katho­li­schen Kir­che nicht kom­pa­ti­bel ist

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