Kardinal Burke: „Wir werden weiter darauf beharren, daß diese so ernsten Fragen eine Antwort bekommen“

Kardinal Rymond Burke in Springfield, Virginia
Kardinal Raymond Burke in Springfield, Virginia

(Washing­ton) Kar­di­nal Ray­mond Bur­ke, offi­zi­ell Kar­di­nal­pa­tron des Sou­ve­rä­nen Mal­te­ser­or­dens, nahm am ver­gan­ge­nen Frei­tag, dem 24. März in Spring­field im Staat Vir­gi­nia zur „brü­der­li­chen Zurecht­wei­sung“ von Papst Fran­zis­kus Stel­lung. Der Kar­di­nal ist einer der vier Unter­zeich­ner der berühm­ten Dubia (Zwei­fel) zum umstrit­te­nen Apo­sto­li­schen Schrei­ben Amo­ris lae­ti­tia von Papst Fran­zis­kus. Die Dubia, die aus fünf Fra­gen bestehen, wur­den dem Papst am 19. Sep­tem­ber 2016 zuge­stellt und in Erman­ge­lung einer päpst­li­chen Ant­wort am 14. Novem­ber öffent­lich publik gemacht.

Um Weih­nach­ten lie­ßen die vier Kar­di­nä­le durch ihn wis­sen, daß eine for­ma­le Zurecht­wei­sung des Pap­stes not­wen­dig wer­de, falls er wei­ter­hin nicht auf die Fra­gen zu zen­tra­len Glau­bens- und Moral­the­men ant­wor­ten soll­te.

Der Kar­di­nal wider­sprach fal­schen, aus­ge­streu­ten Mel­dun­gen, die vier Unter­zeich­ner wür­den auf die Dubia ver­zich­ten. Der ehe­ma­li­ge Prä­si­dent des Ober­sten Gerichts­ho­fes der Apo­sto­li­schen Signa­tur bekräf­tig­te, daß die Dubia natür­lich wei­ter­hin Gül­tig­keit haben und nach wie vor unbe­ant­wor­tet im Raum ste­hen.

„Ich hof­fe sehr, daß es sie geben wird [die Ant­wort des Pap­stes], weil es sich um wirk­lich grund­le­gen­de Fra­gen han­delt, die durch den Text des nach­syn­oda­len Apo­sto­li­schen Schrei­bens Amo­ris lae­ti­tia auf­ge­wor­fen wur­den. Solan­ge die­se Fra­gen kei­ne Ant­wor­ten bekom­men, wird sich in der Kir­che wei­ter eine sehr schäd­li­che Ver­wir­rung aus­brei­ten. Eine der Fra­gen betrifft die Wahr­heit, daß es bestimm­te Hand­lun­gen gibt, die immer und in jedem Fall falsch sind – jene Hand­lun­gen, die wir als in sich schlecht bezeich­nen – und des­halb wer­den wir Kar­di­nä­le wei­ter­hin dar­auf behar­ren, daß die­se so ern­sten Fra­gen eine Ant­wort erhal­ten.“

Kar­di­nal Bur­ke wies in die­sem Zusam­men­hang Vor­wür­fe zurück, die Dubia sei­en respekt­los und arro­gant. Viel­mehr hand­le es sich dabei um eine in der Tra­di­ti­on der Kir­che ver­an­ker­te Form, vom Papst Klä­run­gen zur bestän­di­gen und immer­wäh­ren­den Leh­re der Kir­che zu for­dern. Kar­di­nal Bur­ke erklär­te erneut, daß die Kar­di­nä­le die Dubia des­halb öffent­lich bekannt mach­ten, weil sie von Papst Fran­zis­kus kei­ne Reak­ti­on erhal­ten hat­ten.

„Wir haben es für not­wen­dig erach­tet, die Sache [der Dubia] öffent­lich bekannt zu machen, weil vie­le Gläu­bi­ge, denen wir begeg­ne­ten, sich mit die­sen Fra­gen an uns gewandt haben und uns gesagt haben, was an Fal­schem ent­hal­ten ist [in Amo­ris lae­ti­tia].“

Gläu­bi­ge hat­ten die­se Fra­gen und hät­ten sich schon gewun­dert, daß kei­ne Kar­di­nä­le sich die­se Fra­gen stell­ten.

„So haben wir sie publik gemacht, was in gro­ßem Respekt gesche­hen ist.“

In Spring­field stand auch die bren­nen­de Fra­ge im Raum, was aber gesche­hen wer­de, wenn Papst Fran­zis­kus auch wei­ter­hin kei­ne Ant­wort gibt.

„Wir müs­sen nichts ande­res tun, als die Situa­ti­on zu berei­ni­gen, wie­der­um auf respekt­vol­le Wei­se, was ein­fach bedeu­tet, die Ant­wor­ten auf die Fra­gen [der Dubia] auf der Grund­la­ge der bestän­di­gen Leh­re der Kir­che zu for­mu­lie­ren und zum Wohl der See­len öffent­lich bekannt zu machen.“

Kardinäle arbeiten an „formaler Zurechtweisung“ des Papstes, der seinen Pflichten nicht nachkommt

Der Kar­di­nal nann­te kei­ne kon­kre­ten Ter­mi­ne, sag­te aber, daß die Kar­di­nä­le an die­ser „for­ma­len Zurecht­wei­sung“ des Pap­stes arbei­ten wür­den. Soll­ten die Kar­di­nä­le anstel­le des Pap­stes die lehr­mä­ßi­gen Fra­gen zu zen­tra­len The­men von Glau­ben und Moral beant­wor­ten, und damit tun, was eigent­lich Auf­ga­be von Fran­zis­kus wäre, wür­de des­sen Auto­ri­tät jeden­falls Scha­den lei­den. Ein Papst, der sei­ne Auf­ga­ben nicht erfüllt wird zum Wider­spruch in sich.

Kar­di­nal Bur­ke äußer­te die Hoff­nung, daß der Papst die Bedeu­tung der Situa­ti­on erkennt und die an ihn als Kir­chen­ober­haupt gerich­te­ten Fra­gen doch noch in Über­ein­stim­mung mit der ewig­gül­ti­gen Leh­re der Kir­che beant­wor­tet.

Was „andern­falls“ geschieht, wur­de vom Kar­di­nal nicht wei­ter aus­ge­führt. Es kann aber kein Zwei­fel bestehen, daß das Pon­ti­fi­kat des ersten Jesui­ten und Argen­ti­ni­ers auf dem Papst­thron schwe­ren Scha­den neh­men wür­de. Die Situa­ti­on wäre bedrückend: Weil der Papst sei­nen Pflich­ten nicht nach­kommt, wird er von Kar­di­nä­len fak­tisch in einem bestimm­ten Bereich ent­mach­tet, indem sie an sei­ner Stel­le das kirch­li­che Lehr­amt bekräf­ti­gen. Das wäre kein Schis­ma, wür­de aber letzt­lich vor der Welt­öf­fent­lich­keit eine zumin­dest teil­wei­se Amts­un­fä­hig­keit von Fran­zis­kus bloß­stel­len.

In die­sem unge­wöhn­li­chen Pon­ti­fi­kat gibt es zahl­rei­che Bau­stel­len, Aus­sa­gen und Ent­schei­dun­gen, die Zwei­fel auf­wer­fen. Die vier Kar­di­nä­le sind im Bereich des Ehe­sa­kra­ments mit Aus­wir­kun­gen auf das Altar- und das Buß­sa­kra­ments ein­ge­schrit­ten, weil sich Fran­zis­kus hier am wei­te­sten in Abwei­chung von der kirch­li­chen Leh­re aus dem Fen­ster gelehnt hat. Hier sind die Glau­bens­leh­re und Sakra­men­ten­ord­nung am mei­sten bedroht.

Von One­Pe­ter­Fi­ve wur­de die zen­tra­le Stel­le in den Aus­füh­run­gen des Kar­di­nals im Inter­net ver­öf­fent­licht:

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Twit­ter

1 Kommentar

  1. Gott sei dank haben wir noch die FSSPX und die­se 4 Kar­di­nä­le, aber wo sind die ande­ren Kar­di­nä­le und Bischö­fe?

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