LGBT-Gruppe fordert „Laetitia melitensis“ nicht nur für Ehebrecher, sondern auch für Homosexuelle

LGBT-Katholiken "in der Ära von Papst Franziskus"
LGBT-Katholiken "in der Ära von Papst Franziskus"

(Valet­ta) Seit dem 14. Janu­ar sind die „Kri­te­ri­en für die Inter­pre­ta­ti­on des VIII. Kapi­tels von Amo­ris lae­ti­tia“ der Bischö­fe Mal­tas bekannt. Das laden sie wie­der­ver­hei­ra­te­te Geschie­de­ne „barm­her­zig“ zum Kom­mu­nion­emp­fang ein. Nun for­dern Homo-Orga­ni­sa­tio­nen, die­sel­be „Ein­la­dung“ auch auf Homo­se­xu­el­le aus­zu­wei­ten.

Im Punkt 10 der „Kri­te­ri­en“ schrei­ben Mal­tas Bischö­fe, Erz­bi­schof Charles Sci­clu­na und Bischof Mario Grech:

„Wenn als Ergeb­nis des Unter­schei­dungs­pro­zes­ses, voll­zo­gen ‚in der Demut, der Dis­kre­ti­on, der Lie­be zur Kir­che und ihrer Leh­re, in der auf­rich­ti­gen Suche nach dem Wil­len Got­tes und im Ver­lan­gen, die­sem auf voll­kom­me­ne­re Wei­se zu ent­spre­chen‘ (Amo­ris lae­ti­tia, 300), eine getrenn­te oder geschie­de­ne Per­son, die in einer neu­en Ver­bin­dung lebt, dazu gelangt – mit einem gebil­de­ten und erleuch­te­ten Gewis­sen – zu erken­nen und zu glau­ben, in Frie­den mit Gott zu sein, wird man ihr den Zugang zu den Sakra­men­ten der Ver­söh­nung und der Eucha­ri­stie nicht ver­weh­ren kön­nen (vgl. Amo­ris lae­ti­tia, Fuß­no­ten 336 und 351).“

Wäh­rend in der Welt­kir­che noch inten­siv gestrit­ten wird, wie die zwei­deu­ti­gen For­mu­lie­run­gen im umstrit­te­nen nach­syn­oda­len Schrei­ben Amo­ris lae­ti­tia von Papst Fran­zis­kus zu ver­ste­hen sind, schaf­fen Mal­tas Bischö­fe voll­ende­te Tat­sa­chen. Sie fol­gen damit ande­ren Bischö­fe, die Papst Fran­zis­kus beson­ders nahe­ste­hen, allen vor­an die Bischö­fe der Kir­chen­pro­vinz von Bue­nos Aires in Argen­ti­ni­en.

Päpstliche Verweigerung und die Macht des Faktischen

Maltas Bischöfe Scicluna und Grech
Mal­tas Bischö­fe Sci­clu­na und Grech

Papst Fran­zis­kus wei­gert sich seit dem 8. April 2016, dem Tag der Ver­öf­fent­li­chung von Amo­ris lae­ti­tia, die zwei­deu­ti­gen Stel­len im Doku­ment zu klä­ren. Davon, so Ver­tei­di­ger der Unauf­lös­lich­keit der Ehe und der kirch­li­chen Moral­leh­re, hän­ge es ab, ob Amo­ris lae­ti­tia noch auf dem Boden der Recht­gläu­big­keit ste­he oder nicht. Eine Zulas­sung wie­der­ver­hei­ra­te­ter Geschie­de­ner, das sind nach kirch­li­chem Ver­ständ­nis per­ma­nen­te Ehe­bre­cher, zur Kom­mu­ni­on sei unmög­lich, da unver­ein­bar mit der kirch­li­chen Leh­re. So wur­de es bereits mehr­fach vom Prä­fek­ten der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on, Kar­di­nal Ger­hard Mül­ler, betont.

Das sei der Grund für die Ver­wei­ge­rungs­hal­tung von Papst Fran­zis­kus, die offe­nen Fra­gen zu klä­ren, wie sie vier nam­haf­te Kar­di­nä­le in vier Dubia (Zwei­fel) for­mu­liert haben. Die Kri­ti­ker sind bis auf Wider­ruf der Über­zeu­gun­gen, daß Papst Fran­zis­kus eine häre­ti­sche Pra­xis in der Kir­che durch­set­zen wol­le, um den Men­schen ent­ge­gen­zu­kom­men die das Ehe­sa­kra­ment durch Schei­dung und stan­des­amt­li­che Wie­der­ver­hei­ra­tung oder ande­re irre­gu­lä­re Ver­bin­dun­gen miß­ach­ten. Da Leh­re und Pra­xis untrenn­bar mit­ein­an­der ver­bun­den sind, müs­se eine häre­ti­sche Pra­xis zwangs­läu­fig zu einer häre­ti­schen Leh­re füh­ren. Zudem warn­te der Apo­stel Pau­lus, daß sich ein Mensch, der im Stand schwe­rer Sün­de die Kom­mu­ni­on emp­fängt, sich „das Gericht ißt“. Durch sein Schwei­gen wol­le der Papst Zeit gewin­nen, bis die Macht des Fak­ti­schen, eine Kurs­kor­rek­tur unmög­lich mache.

Die „Kri­te­ri­en“ der mal­te­si­schen Bischö­fe sind in jedem Fall Teil die­ser „Macht des Fak­ti­schen“.

Ausweitung auch auf Homosexuelle gefordert

Homo­se­xu­el­le Krei­se haben hell­hö­rig das neue Doku­ment der mal­te­si­schen Bischö­fe zur Kennt­nis genom­men. Die Homo-Grup­pe New Ways Mini­stry mit Sitz in den USA for­der­te eine Aus­wei­tung der „Kri­te­ri­en“ auch auf Homo­se­xu­el­le. Auch „LGBT-Katho­li­ken“ soll­ten zur Kom­mu­ni­on zuge­las­sen wer­den. Die Homo-Orga­ni­sa­ti­on New Ways Mini­stry wur­de vom Hei­li­gen Stuhl und den US-Bischö­fen wegen ihrer abwei­chen­den Leh­re ver­ur­teilt und als „nicht katho­lisch“ ein­ge­stuft.

Die Argu­men­ta­ti­on der Homo-Grup­pe, in der sich laut Eigen­de­fi­ni­ti­on „homo­se­xu­el­le Katho­li­ken“ zusam­men­ge­schlos­sen haben, ent­behrt aller­dings nicht einer gewis­sen Logik. Wenn, so die Begrün­dung, wie­der­ver­hei­ra­te­te Geschie­de­ne, also per­ma­nen­te Ehe­bre­cher, die sich im Stand der schwe­ren Sün­de befin­den, zur Kom­mu­ni­on gehen dür­fen, wenn sie sich vor dem eige­nen Gewis­sen „wür­dig“ hal­ten, war­um soll­ten dann nicht auch prak­ti­zie­ren­de Homo­se­xu­el­le, die sich durch ihre Ver­hal­tens­wei­se eben­falls im Stand der schwe­ren Sün­de befin­den, zur Kom­mu­ni­on gehen dür­fen, wenn sie sich vor ihrem per­sön­li­chen Gewis­sen „mit Gott im Frie­den“ glau­ben.

Vor die­ser Logik­spi­ra­le warn­ten Syn­oda­len bereits bei der Dop­pel-Bischofs­syn­ode über die Fami­lie und kri­ti­sier­ten die Gra­dua­li­täts-The­se des Wie­ner Erz­bi­schofs, Kar­di­nal Chri­stoph Schön­born, die eine Revo­lu­tio­nie­rung der Moral bedeu­tet.

New Ways Ministry

New Ways Mini­stry wur­de 1977 von einer beken­nen­den Les­be, der Ordens­frau Jean­ni­ne Gra­mick, und dem beken­nen­den Schwu­len, dem Prie­ster Robert Nugent, gegrün­det. Es dau­er­te 23 Jah­re, bis die Ver­ur­tei­lung der Grup­pe durch Rom vor­lag. Nugent erklär­te sich mit dem römi­schen Ver­bot, öffent­lich zur Homo-Fra­ge zu spre­chen, ein­ver­stan­den. Gra­mick ver­wei­ger­te die­sen Gehor­sam. Als ihr Orden sich in der Fra­ge gegen sie stell­te, ver­ließ sie die­sen, trat in einen ande­ren Orden ein und setzt ihre Homo-Pro­pa­gan­da bis zum heu­ti­gen Tag fort. Sie ist heu­te stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de der Natio­nal Coali­ti­on of Ame­ri­can Nuns, einer klei­nen, ultra­pro­gres­si­ven Ver­ei­ni­gung von US-ame­ri­ka­ni­schen Ordens­frau­en. Nugent starb 2014 an einem Krebs­lei­den. Gra­mick war bei ihm, als er starb. Auch von Nugent ist nicht bekannt, ob er sei­ne Homo-Über­zeu­gung abge­legt hat­te.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: NWM/Maltadiocese (Screen­shot)

5 Kommentare

  1. Was hat man denn erwar­tet? Glaubt wirk­lich einer, den Libe­ra­len im Vati­kan geht es um die WvG, deren Situa­ti­on man doch gar nicht kennt?
    Es geht um die Homo-Ehe, geför­dert von der­sel­ben Homo-Lob­by, die die Kin­der­schän­der gedeckt und somit vie­len Kin­dern und der Kir­che unge­heu­ren Scha­den zuge­fügt hat.

  2. In Deutsch­land nennt man so etwas was da von die­sem „Fake-News-Club“ ein­ge­for­dert wird Volks­ver­het­zung.

  3. „Wenn als Ergeb­nis des Unter­schei­dungs­pro­zes­ses, voll­zo­gen ‚in der Demut, ( wel­che Demut liegt hier zugrun­de? Stolz ist das genaue Gegen­teil von Demut! Ein oder bes­ser 2 Bischö­fe, soll­ten wis­sen, wovon sie spre­chen) der Diskretion,(welche Dis­kre­ti­on? Viel­leicht die Dis­kre­ti­on der Sün­de? Über Sün­de spricht man nicht mehr, man ver­heim­licht sie „dis­kret“..) der Lie­be zur Kir­che ( wel­che Lie­be? Viel­leicht sexu­el­le Lie­be ? Lie­be und Sex sind ver­schie­de­ne Begrif­fe) und ihrer Leh­re, (Druck­feh­ler, muß wohl hei­ssen: Lee­re!) in der auf­rich­ti­gen Suche ( falsch: in der ver­lo­ge­nen Suche…)nach dem Wil­len Got­tes und im Ver­lan­gen, die­sem auf voll­kom­me­ne­re Wei­se zu ent­spre­chen‘ (Amo­ris lae­ti­tia, 300), eine getrenn­te oder geschie­de­ne Per­son, die in einer neu­en Ver­bin­dung lebt, dazu gelangt – mit einem gebil­de­ten und erleuch­te­ten Gewis­sen (wovon gebil­det: sün­di­gen zu dür­fen?, wovon: erleuch­tet: von einem dämo­ni­schen Irr­licht?)– zu erken­nen und zu glau­ben, in Frie­den mit Gott zu sein, wird man ihr den Zugang zu den Sakra­men­ten der Ver­söh­nung und der Eucha­ri­stie nicht ver­weh­ren kön­nen (vgl. Amo­ris lae­ti­tia, Fuß­no­ten 336 und 351).“ Es geht nicht dar­um, Gott mit ele­gan­ter Umschrei­bung der Tod­sün­de „aus­zu­trick­sen“, Gott anzu­rem­peln um ihm zu sagen: Ey, Kum­pel, sei nicht so streng, Sor­ry, ich bin eben „so“. Komm lass dich umar­men. Du kriegst von mir auch einen Kuss — einen Versöhnungskuss.….Es muß um das Sakra­ment der per­sön­li­chen Ohren­beich­te gehen, Ver­söh­nung hört sich so „easy“ an. Weil die Bedin­gun­gen für die Beich­te, ech­te Reue, Wie­der­gut­ma­chung also kein Homo­sex mehr, feh­len, ist der Vor­schlag der Bischö­fe nichts wei­ter als ein teuf­li­sches Wirr-war von zwei See­len­ver­füh­rern, die sich eben­so wie umkehr­un­wil­li­ge Homo­sex-Akti­vi­sten ohne Beich­te nach ihrem Tod in der Höl­le wie­der­se­hen werden.….Um es kurz zu machen: Sün­de gebiert Sün­de — da bedarf es kei­ner­lei For­mu­lie­run­gen, Dis­kre­tio­nen oder son­sti­gen „Spitz­fin­dig­kei­ten, denn auch Lüge ist und bleibt Lüge.……schon die Bibel sagt, dass die Lüge nie­mals von der Wahr­heit abstammt.….

  4. Wer unwür­dig mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der isst sich das Gericht. Es wird ihm zur ewi­gen Ver­damm­nis wer­den. Ich glau­be, alle die solch ein Sakri­leg for­dern, glau­ben nicht ernst­haft an die Real­prä­senz unse­res Herrn. Anders kann man sol­che Aus­wüch­se nicht erklä­ren. Sie sind Ver­rä­ter an Chri­stus.

  5. @ Har­dy Joe
    Ver­kürzt kann man sagen: Mul­ti­ble Tod­sün­der for­dern das Recht zu wei­te­ren Sün­den zuge­las­sen zu wer­den, ein:
    1) Die Sün­des des Stol­zes, des Moder­nis­mus­gei­stes und die Wei­ge­rung das Sakra­ment der hei­li­gen Beich­te zu emp­fan­gen
    2) Die Sün­de prak­ti­zier­ter wider­na­tür­li­cher Unzucht
    3) Die Sün­de der sakri­le­gi­schen Hand­kom­mu­ni­on
    4) Die Sün­de des fal­schen Zeug­nis­ses wider den Näch­sten (LGBT und alle damit zusam­men­hän­gen­den Sün­den)
    5) Die Sün­de der Miß­ach­tung der hei­li­gen über­lie­fer­ten Tra­di­ti­on der katho­li­schen Kir­che
    6) Die Sün­de der Anbe­tung fal­scher oder frem­der Göt­ter und die Befol­gung von deren Geset­zen
    7) Die Sün­de des wider­na­tür­li­chen Begeh­rens des eige­nen Geschlech­tes
    8) Die Sün­de wider die gött­li­che Ord­nung und wider die von Gott fest­ge­leg­te Rol­le auf Mann oder Frau zwecks Zeu­gung von Nach­kom­men
    9) Die Sün­de der Ver­füh­rung ande­rer See­len durch sün­di­ges Bei­spiel
    10) Die Sün­de sexu­el­len Miss­brauchs gegen­ein­an­der, aber auch gegen wehr­lo­se Kin­der

    Es war kei­ne Absicht von mir, dass ich 10 Sün­den ana­log zu den 10 Gebo­ten Got­tes auf­ge­li­stet habe, son­dern dies hat sich im Lau­fe des Schrei­bens zufäl­li­ger­wei­se so erge­ben. Die­se Liste erhebt kei­nen Anspruch auf Voll­stän­dig­keit, denn Sün­de gebiert Sün­de, wie wir an der For­de­rung der LGBT-Gemein­de unschwer erken­nen kön­nen. Jede schwe­re unge­beich­te­te Sün­de ist wie ein Faß ohne Boden. Es gibt unend­lich vie­le Stei­ge­run­gen sodaß man jeder­zeit nach dem Tod des Lei­bes, den ewi­gen Tod und damit die Ver­damm­nis der See­le fürch­ten muß.
    Des­halb dür­fen wir nicht müde wer­den, für die gan­ze LBGT-Gemein­de instän­dig zu beten und sie zur Umkehr zum wah­ren drei­fal­ti­gen Gott zu ver­an­las­sen. „Bekehrt euch und glaubt an das Evan­ge­li­um“.

Kommentare sind deaktiviert.