Weltverfolgungsindex: Islam Hauptursache für die Unterdrückung der Christen

Weltverfolgungsindex 2017: Wo Christen am stärksten verfolgt werden.
Weltverfolgungsindex 2017: Wo Christen am stärksten verfolgt werden.

(Erme­lo) Open Doors setzt sich seit 1955 für ver­folg­te Chri­sten ein. Soeben ver­öf­fent­lich­te das Hilfs­werk den Welt­ver­fol­gungs­in­dex 2017. Dar­in wer­den die 50 Staa­ten auf­ge­li­stet, „wo Chri­sten am stärk­sten ver­folgt wer­den“.

Nach der jüng­sten Ein­schät­zung „lei­den mehr als 200 Mil­lio­nen Chri­sten unter einem hohen Maß an Ver­fol­gung“. Wel­che Ver­schlech­te­rung sich erge­ben hat, geht aus einem Ver­gleich her­vor: Vor neun Jah­ren hat­te Open Doors 100 Mil­lio­nen ver­folg­te Chri­sten geschätzt. Ins­ge­samt 50 Staa­ten führt der Welt­ver­fol­gungs­in­dex auf, mehr als jeden vier­ten Staat der Welt. Der Index staf­felt sich nach Inten­si­tät der Ver­fol­gung in drei Grup­pen. In zehn Staa­ten wird die Ver­fol­gung als „extrem“ ein­ge­stuft, in wei­te­ren 20 Staa­ten herrscht „schwe­re Ver­fol­gung“. In die­sen 30 Staa­ten sind rund 215 Mil­lio­nen Chri­sten von Ver­fol­gung betrof­fen. Hin­zu kom­men wei­te­re 20 Staa­ten, in denen ein gewis­ser Grad an Ver­fol­gung regi­striert wird.

2016 wur­den 1.239 Kir­chen beschä­digt oder zer­stört. Gegen­über 2015 ein deut­li­cher Rück­gang. Damals wur­den 2.400 attackier­te Kir­chen gezählt. Den­noch kein Grund für Ent­war­nung.

Die­ser Rück­gang von Fäl­len extre­mer Ver­fol­gung geht in erster Linie auf die erfolg­rei­che Bekämp­fung der isla­mi­sti­schen Ter­ror­mi­li­zen Boko Haram und Isla­mi­scher Staat (IS) zurück. Aller­dings hat er auch sei­nen Preis. Tau­sen­de von Chri­sten haben wegen der Dschi­ha­di­sten Nige­ria und den Nahen Osten ver­las­sen. Sie sahen sich gezwun­gen, die direk­te Ver­fol­gung mit dem Hei­mat­ver­lust und einem unsi­che­ren Sta­tus als Flücht­lin­ge ein­zu­tau­schen. Laut Open Doors hat sich die Ver­fol­gung welt­weit ver­stärkt, aber sub­ti­le­re For­men ange­nom­men.

Der Islam bleibt wei­ter­hin die Haupt­ur­sa­che für die Unter­drückung der Chri­sten. Er ist in 35 von 50 Staa­ten für die Chri­sten­ver­fol­gung ver­ant­wort­lich. Acht der zehn Staa­ten, in denen eine extre­me Ver­fol­gung herrscht, sind isla­mi­sche Staa­ten. Genau­so vie­le waren es bereits 2015 mit dem Unter­schied, daß sich Liby­en vom 10. auf den 11. Platz leicht ver­bes­sert hat, dafür aber der Jemen, der 2015 den 11. Platz beleg­te, sich auf Platz 9 ver­schlech­tert hat. Die­se acht isla­mi­schen Staa­ten sind: Soma­lia, Afgha­ni­stan, Paki­stan, Sudan, Syri­en, Irak, Iran und Jemen. Auch auf den Plät­zen 11–15 fin­den sich drei isla­mi­sche Staa­ten und mit Nige­ria ein stark isla­mi­scher Staat. In Soma­lia (Platz 2), Ägyp­ten (21), Tune­si­en (29), und Indo­ne­si­en (46) geht die Bedro­hung für Chri­sten vor allem von isla­mi­schen Ter­ror­or­ga­ni­sa­tio­nen aus. Im Sudan (5) und in Sau­di-Ara­bi­en (14) wird die Unter­drückung insti­tu­tio­nell von der Regie­rung aus­ge­übt. In ande­ren Staa­ten wer­den die Chri­sten sowohl von der Regie­rung als auch von Dschi­had-Orga­ni­sa­tio­nen bedroht. In Paki­stan (4), wo die Chri­sten Atten­ta­te, Dis­kri­mi­nie­rung und Will­kür erlei­den, wer­den sie zudem vom berüch­tig­ten Anti-Blas­phe­mie­ge­setz „zum Schutz des Islams“ bedroht.

2016 ist es vor allem in Asi­en zu einer Zunah­me der anti­christ­li­chen Into­le­ranz gekom­men. Über­all, wo die Chri­sten eine Min­der­heit bil­den, ist die Unduld­sam­keit gewach­sen. Das gilt neben den isla­mi­schen Staa­ten vor allem für Viet­nam (17) und Laos (24), wo kom­mu­ni­sti­sche Regime regie­ren, aber auch für Indi­en (15) und Sri Lan­ka (45), wo die Chri­sten­ver­fol­gung von hin­du­isti­schen und bud­dhi­sti­schen Grup­pen aus­geht und einen natio­na­li­sti­schen Cha­rak­ter hat.

31 der 50 Staa­ten, die im Welt­ver­fol­gungs­in­dex auf­schei­nen, lie­gen in Asi­en. Ange­führt wird der Index seit 15 Jah­ren unun­ter­bro­chen von  Nord­ko­rea (1). Das kom­mu­ni­sti­sche Regime bestraft jedes Prak­ti­zie­ren von Reli­gi­on radi­kal und zwingt die Gläu­bi­gen zur abso­lu­ten Geheim­hal­tung ihres Glau­bens. Chri­sten, die erwischt wer­den, wer­den ins Gefäng­nis gewor­fen oder ver­schwin­den für Jah­re in Kon­zen­tra­ti­ons­la­gern. Auf Fäl­le, die das Regime für beson­ders „schwer­wie­gend“ erach­tet, steht die Todes­stra­fe.

Afri­ka folgt mit 15 Staa­ten an zwei­ter Stel­le hin­ter Asi­en. Haupt­be­dro­hungs­punkt ist auch hier ein radi­ka­ler Islam. In Eri­trea kommt noch „auto­ri­tä­re Para­noia“ hin­zu, wie Open Doors die Situa­ti­on beschreibt. Eine beson­de­re Situa­ti­on besteht in Eri­trea, Nige­ria, Kenia, Tan­sa­nia und der Zen­tral­afri­ka­ni­schen Repu­blik, wo die Chri­sten bedroht sind, obwohl sie die Bevöl­ke­rungs­mehr­heit bil­den. Ver­ant­wort­lich dafür sind der Islam gepaart mit Stam­mes­den­ken und Kor­rup­ti­on.

Der afri­ka­ni­sche Staat Niger, der 2016 noch Platz 49 beleg­te, ist aus dem Index aus­ge­schie­den. Neu hin­zu­ge­kom­men ist auf Platz 47 hin­ge­gen Mau­re­ta­ni­en, eben­falls ein isla­mi­scher Staat, in dem nur weni­ge Hun­der­te von Chri­sten leben, vor allem Katho­li­ken. Sor­ge berei­ten auch dort isla­mi­sti­sche Orga­ni­sa­tio­nen, die sich aus­brei­ten. Über­haupt ist der Kampf der Dschi­ha­di­sten die Haupt­sor­ge der ver­folg­ten Chri­sten in Afri­ka und in Tei­len Asi­ens. Der Islam hat die Isla­mi­sie­rung Schwarz­afri­kas noch nicht auf­ge­ge­ben. In Ost- und Süd­ost­asi­en geht die Bedro­hung zudem vom Kom­mu­nis­mus aus.

Open Doors ver­weist auch auf eine „wach­sen­de Zahl von Chri­sten mus­li­mi­scher Her­kunft“. Sie stün­den vor den größ­ten Her­aus­for­de­run­gen, da sie ihren neu­en Glau­ben geheim­hal­ten müs­sen, da im Koran auf Apost­asie vom Islam der Tod steht.

Der voll­stän­di­ge Welt­ver­fol­gung­index 2017.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Open Doors (Screen­shot)

10 Kommentare

  1. Alle, die sich nicht in die Pha­lanx der nai­ven „Islam­ver­ste­her“ ein­rei­hen und damit nicht zu den Weg­be­rei­tern des „Tro­ja­ni­schen Pfer­des“ der isla­mi­schen Migra­ti­on wer­den wol­len, möch­te ich mit einem Text bekannt­ma­chen, der noch vor der aktu­el­len, fast aus­schliess­lich mos­le­mi­schen Migran­ten­be­we­gung Rich­tung Euro­pa ent­stan­den ist. Er bezieht sich auf das im Jah­re 2009 erschie­ne­ne Buch „Das moder­ne tro­ja­ni­sche Pferd: Al Hij­ra — Die isla­mi­sche Dok­trin der Migra­ti­on“.
    Autoren sind der zum Chri­sten­tum kon­ver­tier­te ehe­ma­li­ge Pro­fes­sor für Scha­ria­recht Sam Solo­mon, sowie Eli­as Al Maq­di­si, ein Exper­te für isla­mi­sche Leh­ren.
    Bei dem aus­ge­wie­se­nen Text han­delt sich um eine Rezen­si­on über den Inhalt die­ses Buch aus dem Jah­re 2010, in dem Janet Levy bereits vor sechs Jah­ren das, was heu­te Rea­li­tät gewor­den ist, ana­ly­siert: die human-gesell­schaft­lich begün­stig­te und damit unkon­trol­lier­te Aus­brei­tung der isla­mi­schen Dok­trin in Euro­pa, in Rea­li­tät die mus­li­mi­sche Beset­zung des euro­päi­schen Rau­mes durch ille­ga­le Ein­wan­de­rung mit dem Ziel der „demo­kra­ti­schen“ Macht­über­nah­me noch in histo­ri­scher Zeit.
    Den anvi­sier­ten Zeit­punkt hat der tür­ki­sche Mini­ster­prä­si­dent Erdogan in sei­ner berühmt gewor­de­nen Köl­ner Rede mit fol­gen­dem Satz umris­sen: Wir benüt­zen den Zug der Demo­kra­tie nur so lan­ge, wie wir ihn brau­chen.

    Wie lan­ge das sein wird, ist abzu­se­hen: Durch wei­te­re Zuwan­de­rung, durch Fami­li­en­nach­zug, durch hohe mos­le­mi­sche Gebur­ten­ra­ten im Ver­bund mit der Isla­mi­sie­rung von ange­hei­ra­te­ten euro­päi­schen Frau­en bei gleich­zei­ti­gem Rück­gang der hie­si­gen Bevöl­ke­rung durch gerin­ge Lebend­ge­bur­ten und stei­gen­de Abtrei­bungs­zah­len lässt das Errei­chen die­ses Zie­les bis zum Ende des 21. Jahr­tau­send rea­li­stisch erschei­nen.
    Die oben genann­ten Autoren wei­sen dar­auf hin, dass der gan­ze Pro­zess in Euro­pa ganz lang­sam begon­nen hat, dass er in den letz­ten sechs Jah­ren schnel­ler fort­ge­schrit­ten ist und dass er 2015/16, seit der ille­ga­len Inva­si­on hun­dert­tau­sen­der mus­li­mi­scher jun­ger Män­ner, dank einer zu lan­ge tole­ranz­ge­sät­tig­ten Ber­li­ner Will­kom­mens­kul­tur, For­men ange­nom­men hat, die auch die wohl­mei­nend­sten Katho­li­ken bedroh­lich erschei­nen müs­sen. Die­ser Bedro­hung wird man sich noch bewuss­ter, wenn man besag­tes Buch oder zumin­dest des­sen Rezen­si­on liest: http://katholischpur.xobor.de/t1608f111-Massenzuwanderung-und-Asylanten-26.html#msg9568!!!

  2. Bedau­er­li­cher­wei­se steht an der Spit­ze der Gut­men­schen, die die Ver­fol­gung der Chri­sten geflis­sent­lich aus­blen­den und den Mus­li­men stän­dig die Auf­war­tung machen, der Papst in Rom.

  3. Und gera­de Chri­sten bie­dern sich dem Islam an.
    Ein für mich neu­er schreck­li­cher Skan­dal ist,
    dass es nun im Vati­kan eine Palä­sti­nen­si­sche Bot­schaft gibt.
    Es gab nie offi­zi­ell ein Palä­sti­na. Nur die Römer haben 70 nach Chr.
    das hei­li­ge Land in Palä­sti­na umbe­nannt. Die Römer haben nicht nur Chri­stus
    ans Kreuz geschla­gen und zum Tode ver­ur­teilt sie hat­ten lan­ge Isra­el
    besetzt.
    Und auch jetzt gibt es noch kein Palä­sti­na.

  4. „Nur die Römer haben 70 nach Chr.
    das hei­li­ge Land in Palä­sti­na umbe­nannt.“
    Bri­git­te, 70 n Chr ist schon ein wenig lang her. So gese­hen ist Palä­sti­na älter als alle euro­päi­schen Staa­ten.

  5. @ Franz Lech­ner

    Der Name war nie offi­zi­ell, die Römer woll­ten den Juden damit zu ver­ste­hen
    geben, dass sie kein Anrecht mehr auf ihr eige­nes Land haben.
    Gott jedoch hat nur den Juden die­ses Land gege­ben, zum ewi­gen Erb­teil.
    Lesen Sie dazu die Bibel. Die­ses Land ist jüdi­sches Land.
    Und der Kampf um die­ses Land, die­ses win­zi­ge Land geht wei­ter.
    Steht auch schon in der Bibel.
    Da steht auch, dass Gott alle Natio­nen bestra­fen wird, die den Juden
    ihr Land rau­ben.
    Vor über 3000 Jah­ren hat König David, Jeru­sa­lem zur Haupt­stadt
    des jüdi­schen Staa­tes gemacht. Und das ist sie bis heu­te geblie­ben.
    Somit ist Jeru­sa­lem mit die älte­ste Haupt­stadt der Welt. Gele­gen
    im jüdi­schen Land.Wir Chri­sten schrei­ben jetzt das Jahr 2017.
    Die Juden sind ein biss­chen älter, sie schrei­ben nun das Jahr 5777.

  6. @ Bri­git­te.
    Was sagt die Hei­li­ge Schrift, wer Jesus Chri­stus, den Sohn Got­tes, getö­tet hat?
    „der Sohn des Men­schen wird von den ober­sten Prie­stern und Schrift­ge­lehr­ten aus­ge­lie­fert wer­den, und sie wer­den ihn zum Tode ver­ur­tei­len und wer­den ihn den Hei­den aus­lie­fern, damit die­se ihn ver­spot­ten und gei­ßeln und kreu­zi­gen“ (Mt 20,18–19)
    „Zuletzt sand­te er sei­nen Sohn zu ihnen und sprach: Sie wer­den sich vor mei­nem Sohn scheu­en! Als aber die Wein­gärt­ner den Sohn sahen, spra­chen sie unter­ein­an­der: Das ist der Erbe! Kommt, lasst uns ihn töten und sein Erb­gut in Besitz neh­men! Und sie ergrif­fen ihn, stie­ßen ihn zum Wein­berg hin­aus und töte­ten ihn.“ (Mt 21,37–39)
    „Sie ant­wor­te­ten und spra­chen: Er ist des Todes schul­dig“ (Mt 26,66).
    „Sie spra­chen alle zu ihm: Kreu­zi­ge ihn! … Sie aber schrien noch viel mehr und spra­chen: Kreu­zi­ge ihn! … Und das gan­ze Volk ant­wor­te­te und sprach: Sein Blut kom­me über uns und über unse­re Kin­der!“ (Mt 27,22.23.25)
    „die­sen, der nach Got­tes fest­ge­setz­tem Rat­schluss und Vor­se­hung dahin­ge­ge­ben wor­den war, habt ihr [Män­ner von Isra­el] genom­men und durch die Hän­de der Gesetz­lo­sen ans Kreuz geschla­gen und getö­tet.“ (Apg 2,23)
    „Ihr [Män­ner von Isra­el] habt den Hei­li­gen und Gerech­ten ver­leug­net und ver­langt, dass euch ein Mör­der geschenkt wer­de; den Für­sten des Lebens aber habt ihr getö­tet!“ (Apg 3,14–15).

  7. Lie­be Frau Bri­git­te,
    nach dem blu­ti­gen Auf­stand 132 unter Bar Koch­ba wur­de der römi­sche Pro­vinz­na­me Iudaea (Judäa) in Syria Palae­sti­na geän­dert. Nach 395 gehör­te Palä­sti­na zum Ost­rö­mi­schen (Byzan­ti­ni­schen) Reich. Was war dar­an „nicht offi­zi­ell“? Rom reagier­te, wie jedes Impe­ri­um gegen Unru­he­stif­ter und Auf­stän­di­sche reagiert. (Waren die Namen ‚Petro­grad‘ 1914 — 1924 und ‚Lenin­grad‘ 1924 – 1991 etwa nicht offi­zi­ell, anstel­le des frü­he­ren und wie­der heu­ti­gen Namens ‚Sankt Peters­burg‘ zu Ehren des hl. Apo­stels Petrus?) 1881 leb­ten in Palä­sti­na ledig­lich 15.000 Juden unter einer Mehr­heit von einer hal­ben Mil­li­on Ara­bern. Noch bis zur Aus­ru­fung des Staa­tes Isra­els stell­ten Nicht­ju­den die Mehr­heit in allen Bezir­ken Palä­sti­nas. Die Behaup­tung, Juden hät­ten ein Recht auf Palä­sti­na, ist recht­lich und mora­lisch, gelin­de gesagt, frag­wür­dig. Weder kön­nen alle Per­so­nen jüdi­scher Reli­gi­ons­zu­ge­hö­rig­keit sich als Nach­fah­ren der ein­sti­gen dor­ti­gen Bevöl­ke­rung begrei­fen (moder­ne jüdi­sche Histo­ri­ker haben mit die­ser Wunsch­vor­stel­lung auf­ge­räumt), noch wür­de eine sol­che Abstam­mung ihnen ein Recht geben, die dama­li­ge ara­bi­sche Bevöl­ke­rung, die seit 1.300 Jah­ren dort leb­te, zu ver­trei­ben bzw. zu unter­jo­chen. (Eben­so­we­nig gibt es ein Recht Deutsch­lands auf Gebie­te, die ein­mal zum Hei­li­gen Römi­schen Reich Deut­scher Nati­on gehör­ten.) Völ­ker­recht­lich sind Isra­els Gebiets­an­sprü­che (die ja auf ein Groß­is­ra­el „vom Euphrat bis zum Bach Ägyp­tens“ abzie­len, Stich­wort: Yinon-Plan) unhalt­bar, dar­um ver­sucht es mög­lichst vie­le unum­kehr­ba­re Tat­sa­chen zu schaf­fen, unter Miss­ach­tung inter­na­tio­na­len Rechts und von UN-Beschlüs­sen. — Bleibt das reli­giö­se Argu­ment, der Gott der Bibel habe Isra­el das Hei­li­ge Land zum ewi­gen Besitz ver­hei­ßen. Da jedoch stellt sich die Fra­ge nach Aus­le­gung und Deu­tung der Hei­li­gen Schrift. Die Kir­che leg­te die Bibel begreif­li­cher­wei­se nicht so aus wie der Hohe­prie­ster Kaja­phas und die Pha­ri­sä­er und deren reli­giö­sen Nach­fol­ger, wel­che neben die Bibel den Tal­mud und teil­wei­se sogar die Kab­ba­la als gleich­ran­gi­ge, in der Pra­xis sogar über­ge­ord­ne­te theo­lo­gi­sche, mora­li­sche und gesetz­li­che Auto­ri­tät auf­ge­stellt haben. (Erst durch die pro­te­stan­ti­sche Sco­fi­eld-Bibel 1909, vor allem deren Kom­men­tar, kam in das Chri­sten­tum eine Strö­mung, die einen christ­li­chen Zio­nis­mus begrün­det.) Im Neu­en Testa­ment wird zwi­schen wah­ren und fal­schen Juden, zwi­schen Isra­el und dem Isra­el Got­tes, zwi­schen irdi­schem und himm­li­schem Jeru­sa­lem (und Zion) unter­schie­den. Der Segen Abra­hams für die Völ­ker erfüll­te und erfüllt sich in Jesus Chri­stus, wie der Hebrä­er­brief klar­stellt, und doch nicht in einem Isra­el, wel­ches das Chri­sten­tum bekämpft und, nach den Wor­ten Jesu, den Vater nicht ehrt, weil es den Sohn nicht ehrt. Gewiss hat Gott dem Volk Isra­el end­zeit­li­che Ver­hei­ßun­gen gege­ben, aber nicht die einer anti­christ­li­chen Herr­schaft über die Mensch­heit. Und wenn es auch eine blei­ben­de Ver­bin­dung der Chri­sten­heit mit dem (noch) ungläu­bi­gen Isra­el gibt, so kann es nicht ange­hen, dass die Chri­sten sich unkri­tisch in eine Poli­tik des Staa­tes Isra­el ein­span­nen las­sen, die sogar unter den Juden selbst umstrit­ten ist.

  8. @ Gun­ther M.Michel

    Vor ca. 20 Jah­ren benann­ten Tür­ken Deutsch­land in Ger­ma­ni­stan um.
    Ist das jetzt für uns auch bin­dend. Nur weil Tür­ken in der Tür­kei uns
    Ger­man­si­tan nen­nen? Und weil das viel­leicht ein­mal so kommt? Was Isra­el anbe­langt rich­te ich mich nach dem Wort Got­tes und nicht danach
    was eini­ge Men­schen, sich da so zurecht machen.
    Das jüdi­sche Land gehört den Juden und wur­de wie in der Bibel vor­her­ge­sagt
    1948 wie­der­ge­bo­ren.
    Lei­der gehört das Land noch nicht voll­stän­dig dem jüdi­schem Volk.
    Die Palä­sti­nen­ser — Ara­ber haben schon ein Land, es heißt Jor­da­ni­en.

  9. @ Gun­ther M. Michel

    Gestor­ben unter Pon­ti­us Pila­tus dem röm. Feld­herrn. Die Juden hat­ten damals
    in ihrem eige­nem Land nichts zu sagen. Sicher auch eini­ge Juden woll­ten sei­nen
    Tod. Aber Pila­tus ver­ur­teil­te ihn. Und — röm. Sol­da­ten schlu­gen ihn ans
    Kreuz. Wer ihn betrau­er­te waren alles Juden. Sei­ne Mut­ter, Jüdin, Maria
    Mag­da­le­na, Jüdin, alle Apo­stel, Juden, die Bevöl­ke­rung die ihn auf dem
    Todes­marsch beglei­te­ten, alles Juden.
    Jesus Chri­stus, er selbst ist Jude. Er nie gesagt Christ zu sein.
    Er hat auch gesagt, das jedes Wort der Schrift, des AT wahr ist. Und das
    nicht ein Jota dar­an ver­än­dert wer­den darf.
    Selbst die Chri­sten nann­ten sich erst mehr als 300 Jah­re nach Chr.
    Chri­sten. Bis dahin waren sie eine jüdi­sche Sek­te und haben in den
    Syn­ago­gen gelehrt und gepre­digt.
    Vie­le Chri­sten z. B. in Ame­ri­ka fei­ern die jüdi­schen Feste auch.
    Ganz so wie Jesus. Sie fei­ern Pes­sach und so wei­ter.
    So sind sie Jesus näher.

  10. Bri­git­te, Sie brin­gen eini­ges durch­ein­an­der. 1945 benann­ten die Polen die Stadt Bres­lau in Wro­claw um. Ist das jetzt für uns bin­dend oder nicht? Irgen­wie schon, oder? Bei den Tür­ken reicht die hoheit­li­che Herr­schaft über Deutsch­land noch nicht ganz aus. Ob es ein­mal so sein wird, bzw wie man dann sagen wird/soll/muss? Letzt­lich nei­gen Sie dazu, fak­ti­sche Macht mit Gerech­tig­keit zu ver­wech­seln. Aber Gerech­tig­keit ist gera­de in dem Ihnen so sehr am Her­zen lie­gen­den Fall Israel/Palästina ein sehr schwer fass­li­cher Para­me­ter.
    Und sonst:
    Jesus kann nicht „Christ“, dh Anhän­ger eines Chri­stus sein. Man kann nicht Anhän­ger sei­ner selbst sein.
    Das AT ist wahr, das stimmt natür­lich. Aber es ist für die nicht­ju­den­christ­li­chen Juden außer Kraft.
    Dass den Juden noch eine escha­to­lo­gi­sche Bedeu­tung zukom­men wird, ist nicht unum­strit­ten, aber mög­lich. Aber selbst juden­christ­li­che Ver­fech­ter eines sol­chen Gedan­kens wie Fruch­ten­baum räu­men ein, dass dies nur für chri­stus­gläu­bi­ge Juden, dh Juden­chri­sten gilt. Und die haben mit dem momen­ta­nen Staat Isra­el nichts zu tun, außer, dass sie von die­sem dis­kri­mi­niert wer­den. Ihre Gleich­set­zun­gen sind also völ­lig unzu­tref­fend. Der heu­ti­ge Tal­mud-Juda­is­mus ist eine zutiefst anti­christ­li­che Reli­gi­on. Die Fra­ge, wie man bestimm­te Vor­gän­ge um Israel/Palästina deu­tet oder bewer­tet, ist eine rein poli­ti­sche, die mit Reli­gi­on nichts zu tun hat. Ich für mei­nen Teil ten­die­re nicht dazu, alles an nai­ver Israel­kri­tik, die sowohl auf rech­ter als auch lin­ker Sei­te anzu­tref­fen ist, zu über­neh­men, selbst nicht in der mehr als strit­ti­gen Fra­ge des israe­li­schen Sied­lungs­baus, der sich sehr wohl auf aner­ken­nens­wer­te Über­le­gun­gen stützt (Stich­wort Reich­wei­te der jiha­di­sti­schen Rake­ten, wie Sie sicher wis­sen wer­den). Aber Ihre regel­mä­ßi­gen Wort­mel­dun­gen zu die­sem The­men­kom­plex sind reich­lich naiv, ein­sei­tig und kei­nes­wegs mit christ­li­chem Glau­ben begründ­bar, wie das hier:
    „Das jüdi­sche Land gehört den Juden und wur­de wie in der Bibel vor­her­ge­sagt
    1948 wie­der­ge­bo­ren.
    Lei­der gehört das Land noch nicht voll­stän­dig dem jüdi­schem Volk.“
    Ich sag nicht, dass man das poli­tisch nicht ver­tre­ten darf. Aber man darf auch das Gegen­teil ver­tre­ten. Es han­delt sich um kei­ne Glau­bens­wahr­heit, zumin­dest nicht im christ­lich-katho­li­schen Sin­ne.

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