Tausende riefen vor Castros Hinrichtungskommandos: „Viva Cristo Rey!“ (Es lebe Christus König)

Kommunistischer Diktator Fidel Castro: politisch korrektes Lob von Papst Franziskus und Wladimir Putin. Klare Worte von Donald Trump.
Kommunistischer Diktator Fidel Castro: politisch korrektes Lob von Papst Franziskus und Wladimir Putin. Klare Worte von Donald Trump.

(Havan­na) Am 26. Novem­ber starb in Havan­na im Alter von 90 Jah­ren der kuba­ni­sche Dik­ta­tor Fidel Castro. Auf sein Kon­to geht die Ermor­dung von Tau­sen­den von Oppo­si­tio­nel­len, die in sei­nem kom­mu­ni­sti­schen Regime kari­bi­scher Prä­gung nicht das Para­dies auf Erden erken­nen konn­ten. Seit 1959 hielt der Lider maxi­mo de la Revo­lu­ci­on, als der sich Castro fei­ern ließ, die Zügel der Macht fest in sei­nen Hän­den.

Ende der 50er Jah­re konn­te er mit sei­nen „Bar­bu­dos“ (Bär­ti­gen), einer Grup­pe bewaff­ne­ter Gue­ril­le­ros, die von Mexi­ko auf die Kari­bik­in­sel über­ge­setzt waren, dar­un­ter der argen­ti­ni­sche Gue­ril­le­ro Erne­sto Che Gue­va­ra, den Macht­kampf für sich ent­schei­den und das Regime von Gene­ral Ful­gen­cio Bati­sta stür­zen.

15.000 getötete Oppositionelle

Sein jün­ge­rer Bru­der, Raul Castro, der 2008 die Nach­fol­ge an der Spit­ze des Staa­tes ange­tre­ten hat, gab im Fern­se­hen „dem Volk der Insel, den Freun­den unse­res gelieb­ten Ame­ri­ka und der Welt“ bekannt, daß um 22.29 Uhr Orts­zeit des 25. Novem­ber 2016, der „Ober­kom­man­dant der kuba­ni­schen Revo­lu­ti­on, Fidel Castro Ruiz ver­stor­ben ist“.
Der kuba­ni­sche Staats­rat ord­ne­te eine neun­tä­gi­ge Staats­trau­er an, die am 4. Dezem­ber mit der fei­er­li­chen Begräb­nis auf dem Fried­hof San­ta Ifi­ge­nia in Sant­ia­go de Cuba abge­schlos­sen wird. In der zweit­größ­ten Stadt Kubas befin­det sich die Mon­ca­da-Kaser­ne. Ihre geschei­ter­te Erstür­mung am 26. Juni 1953 gilt als Beginn der kuba­ni­schen Revo­lu­ti­on.

Der Tod Fidel Castros löste welt­weit ein gro­ßes Medi­en­echo aus. Die füh­ren­den Tages­zei­tun­gen und inter­na­tio­na­le Schau­spie­ler beeil­ten sich, sei­ne Ver­dien­ste zu wür­di­gen. Sei­ne Ver­bre­chen wer­den hin­ge­gen ver­schwie­gen: die poli­ti­schen Mor­de, die Ver­haf­tun­gen und Ver­ur­tei­lun­gen tat­säch­li­cher oder ver­meint­li­cher Geg­ner und die Depor­ta­tio­nen im Namen der kom­mu­ni­sti­schen Ideo­lo­gie. Laut Free­dom Hou­se fie­len den kom­mu­ni­sti­schen „Säu­be­run­gen“ seit 1959 rund 15.000 Men­schen zum Opfer.

Andy Garcia: „Er war Schuld am Schmerz des Exils meiner Familie“

Kaum hat­te sich die Nach­richt von Castros Tod ver­brei­tet, kam es in Flo­ri­da in den USA zu Freu­den­fe­sten. Dort leben vie­le Exil­ku­ba­ner, die vor dem kom­mu­ni­sti­schen Regime geflo­hen waren. Auf der Cal­le 8, der Haupt­stra­ße von Litt­le Havan­na in Miami, fei­er­ten die Exi­lan­ten und Dis­si­den­ten den Tod des Dik­ta­tors mit Fah­nen und Auto­kor­so.

Zu den Exil­ku­ba­nern gehört auch der bekann­te Film­schau­spie­ler Andy Gar­cia, der 1956 in Havan­na gebo­ren wur­de, aber seit vie­len Jah­ren Staats­bür­ger der USA ist. In einem Inter­view mit dem Cor­rie­re del­la Sera, der füh­ren­den Tages­zei­tung Ita­li­ens, sag­te er auf die Fra­ge, was für ihn Fidel Castro sei:

„Ein Dik­ta­tor! Kei­ne revo­lu­tio­nä­re Iko­ne. Ich war fünf Jah­re alt, als mein Vater beschloß — wie Hun­der­te von kuba­ni­schen Exi­lan­ten — nach Miami zu gehen. Für Jah­re bin ich erschrocken und habe dar­un­ter gelit­ten, auf vie­len T‑Shirts das Bild von Castro als ‚Heil­brin­ger‘ zu sehen, wäh­rend er in Wirk­lich­keit die Wirt­schaft mei­nes Lan­des zer­stört hat. Für vie­le Jah­re habe ich den Schmerz des Exils mei­ner Fami­lie in mir getra­gen. Es war sei­ne Schuld, und ich wie­der­ho­le, ich habe ihn immer für einen üblen Anfüh­rer gehal­ten (…). Castro war blind von sei­nen Ideen, und kein Geschichts­re­vi­sio­nis­mus wird mei­ne Mei­nung über ihn ändern kön­nen.“

Papst, Moskau, Peking: „hochverehrter“, „aufrichtiger Freund“

Ganz anders klin­gen, im Ton­fall der poli­ti­schen Kor­rekt­heit, die Reak­tio­nen zahl­rei­cher inter­na­tio­na­ler Staats- und Regie­rungs­chefs. Papst Fran­zis­kus sprach Raul Castro in einem Tele­gramm sein Bei­leid mit den Wor­ten aus:

„Die trau­ri­ge Nach­richt vom Tod Ihres lie­ben Bru­ders erhal­tend, des hoch­ver­ehr­ten Herrn Fidel Ale­jan­dro Castro Ruiz, ehe­ma­li­ger Prä­si­dent des Staats­ra­tes und der Regie­rung der Repu­blik Kuba, brin­ge ich Euer Exzel­lenz und allen ande­ren Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen des ver­stor­be­nen Wür­den­trä­gers mein Gefühl des Schmer­zes zum Aus­druck, eben­so der Regie­rung und dem Volk die­ser gelieb­ten Nati­on.“

Stau­nen läßt die For­mu­lie­rung „hoch­ver­ehr­ter Herr“ für einen kom­mu­ni­sti­schen Dik­ta­tor, der nach sei­nem Stu­di­um bei den Jesui­ten einen Groß­teil sei­nes Lebens damit ver­brach­te, Got­tes­häu­ser nie­der­zu­bren­nen, die Kir­che zu bekämp­fen, ein­zu­schrän­ken, ein­schließ­lich der Abschaf­fung des Weih­nachts­fe­stes, und im besten Fall sei­nem Regime zu unter­wer­fen.

Eben­so erstaun­lich sind die loben­den Wor­te des rus­si­schen Staats­prä­si­den­ten Wla­di­mir Putin, der in den ver­gan­ge­nen Jah­ren von Tei­len der poli­ti­schen Rech­ten zur poli­ti­schen Iko­ne erho­ben wur­de. Putin bezeich­ne­te den roten Dik­ta­tor als „Vor­bild für vie­le Län­der“:

„Das freie und unab­hän­gi­ge Kuba, das er und sei­ne Ver­bün­de­ten auf­ge­baut haben, ist zu einem ein­fluß­rei­chen Mit­glied der inter­na­tio­na­len Gemein­schaft gewor­den. Fidel Castro war ein auf­rich­ti­ger und ver­läß­li­cher Freund Ruß­lands.“

Auch Peking fand Wor­te des Lobes und der Aner­ken­nung für den ver­stor­be­nen Dik­ta­tor. Staats- und Par­tei­chef Xi Jin­ping sprach vom „Genos­sen“ Castro:

„Das chi­ne­si­sche Volk hat einen guten und auf­rich­ti­gen Freund ver­lo­ren. Der Genos­se Castro wird für immer leben.“

Donald Trump: „Tod eines brutalen Diktators“

Bezeich­nend sind daher die Reak­tio­nen auf der ent­ge­gen­ge­setz­ten Sei­te. Der schei­den­de US-Prä­si­dent Barack Oba­ma, der das Tau­wet­ter zwi­schen Havan­na und Washing­ton ein­läu­te­te, beschränk­te sich auf den neu­tra­len Hin­weis, über Castro wer­de die Geschich­te urtei­len: „Wir rei­chen dem kuba­ni­schen Volk die Hand der Freund­schaft … Die Geschich­te wird über den enor­men Ein­fluß die­ser unge­wöhn­li­chen Figur auf sein Volk und auf die Welt rund um ihn urtei­len.“

Ganz anders die Erklä­rung des gewähl­ten US-Prä­si­den­ten Donald Trump, der unum­wun­den sag­te, was er vom kuba­ni­schen „Rivo­lu­cio­na­rio“ hält:

„Heu­te ver­zeich­net die Welt den Tod eines bru­ta­len Dik­ta­tors, der sein Volk fast sechs Jahr­zehn­te lang unter­drückt hat. Wäh­rend Kuba eine tota­li­tä­re Insel bleibt, ist es mei­ne Hoff­nung, daß der heu­ti­ge Tag sei­ne Distan­zie­rung von den schon viel zu lan­ge ertra­ge­nen Schrecken und der Anstoß für eine Zukunft ist, in der das wun­der­ba­re kuba­ni­sche Volk end­lich in der Frei­heit leben wird, die es ver­dient.“

Tausende riefen vor Castros Exekutionskommandos: „Es lebe Christus König“

Um sich eine Vor­stel­lung machen zu kön­nen, wie dra­ma­tisch die Rea­li­tät auf Kuba in den ver­gan­ge­nen fast 60 Jah­ren wirk­lich war, genügt es das Buch des Kuba­ners Arman­do Val­la­da­r­es „Wider alle Hoff­nung“ (dt. Aus­ga­be 1988) zu lesen, der detail­liert die 22 Jah­re schil­dert, die er in den Gefäng­nis­sen und Kon­zen­tra­ti­ons­la­gern Castro ver­brin­gen muß­te und schwer miß­han­delt wur­de. Acht Jah­re davon muß­te er in einer Ein­zel­zel­le völ­lig nackt und ohne Licht ver­brin­gen. Val­la­da­r­es hat die Poli­tik Castro am eige­nen Leib gespürt.

Im Juni wur­de Val­la­da­r­es für „sei­nen Mut zur Ver­tei­di­gung der Reli­gi­ons­frei­heit“ mit der Can­ter­bu­ry Medal 2016 aus­ge­zeich­net. Bei der Preis­ver­lei­hung sag­te der 79-Jäh­ri­ge:

„Ich akzep­tie­re den Preis im Namen der Tau­sen­den von Kuba­nern, die ihren letz­ten Atem­zug dafür ein­ge­setzt haben, ihre reli­giö­se Frei­heit zu beken­nen und vor der Hin­rich­tung geru­fen haben: ‚Es lebe Chri­stus König!‘, ‚Viva Cri­sto Rey!‘ “

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Cor­ris­pon­den­za Roma­na

3 Kommentare

  1. Das haben alle kom­mu­ni­sti­schen Regime gemein, dass sie im Kern radi­kal gegen das Chri­sten­tum gerich­tet sind. Wenn die Men­schen nur noch das eige­ne Wohl vor Augen haben, über­se­hen sie dass ihr Seelenheil(das damit zusam­men­hängt) weit wich­ti­ger ist und eine hoh­le Ideo­lo­gie ihnen zwar sozia­le Stan­dards, Gemein­schaft und rela­ti­ven Wohl­stand im Leben, aber nicht ewi­ges Leben brin­gen kann.
    Ich wer­de nie ver­ste­hen, wie­so vie­le Men­schen so starr in ihren Ideo­lo­gien ver­har­ren und das als Grund für ihre Gott­lo­sig­keit anfüh­ren. Ganz egal ob Kom­mu­nis­mus oder Natio­nal­so­zia­lis­mus, bei­de haben nicht nur Mil­lio­nen Men­schen­le­ben getö­tet, son­dern haben dabei auch das Chri­sten­tum unter­drückt. Was uns in der heu­ti­gen Zeit als Baro­me­ter für den Welt­frie­den die­nen kann. Denn je mehr die Chri­sten­ver­fol­gung fort­schrei­tet, desto näher rückt ein Krieg auf Welt­ebe­ne.
    Die Wor­te Donald Trumps fin­de ich beacht­lich, wo ihm doch die Medi­en die Eig­nung für sein Amt abzu­spre­chen ver­such­ten.

  2. Beten wir — wie Jesus und Ste­pha­nus — für die Fein­de Got­tes, für alle fal­schen Pro­phe­ten, für d e n fal­schen Pro­phe­ten, für alle Irr­leh­rer, für alle Frei­mau­rer und Rota­ri­er, für alle Wöl­fe im Schafs­pelz und bit­ten wir Got­tes hei­li­gen Geist für alle um Umkehr!
    Beten wir für die zahl­rei­chen ver­folg­ten Chri­sten und ihre Ange­hö­ri­gen um Mut, Treue, Beharr­lich­keit und Stand­haf­tig­keit im Glau­ben an den einen wah­ren drei­fal­ti­gen Gott!
    Der barm­her­zi­ge Herr möge sie unauf­hör­lich seg­nen, trö­sten und alle Beken­ner und ihre Fami­li­en täg­lich mit himm­li­schen Gna­den über­flu­ten.
    Kyrie elei­son — Chri­ste elei­son — Kyrie elei­son.

  3. Es ist inter­es­sant, wie ver­schie­den gro­ße Tei­le der Öffent­lich­keit einen links-sozia­li­sti­schen und einen natio­nal-sozia­li­sti­schen Dik­ta­tor beu­tei­len.

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