Marcel Lefebvre – Angeklagter oder Richter? Eine Buchrezension

Erzbischof Marcel Lefebvre mit Papst Pius XII.
Erzbischof Marcel Lefebvre mit Papst Pius XII.

von Wolf­ram Schrems*

Das knap­pe Vier­tel­jahr­hun­dert, das nach dem Tod von Erz­bi­schof Mar­cel Lef­eb­v­re mitt­ler­wei­le ver­gan­gen ist, ermög­licht einen histo­risch-distan­zier­ten Blick auf sein Schaf­fen und des­sen blei­ben­de Wir­kun­gen. Gleich­zei­tig erfor­dern die fünf­zig Jah­re nach Abschluß des Kon­zils eine rück­halt- und aus­flucht­lo­se Aus­wer­tung von des­sen Fol­gen.

Als jemand, der ein­schlä­gi­ge inner­kirch­li­che Erfah­rung besitzt, gleich­zei­tig aber zu kei­ner Meß­ge­mein­de der Pius­bru­der­schaft gehört, daher also nicht pro domo schreibt, sehe ich mich daher in der rich­ti­gen Posi­ti­on, eine ein­schlä­gi­ge Publi­ka­ti­on kri­tisch zu wür­di­gen.

Das Buch

Erzbischof Marcel Lefebvre
Erz­bi­schof Mar­cel Lef­eb­v­re

Es han­delt sich bei dem Buch um eine Samm­lung von Vor­le­sun­gen, die Erz­bi­schof Lef­eb­v­re in den Jah­ren 1979 – 1982 in Ecà´ne für sei­ne Semi­na­ri­sten hielt. Stoff der Vor­le­sun­gen sind päpst­li­che Enzy­kli­ken und ande­re Leh­r­äu­ße­run­gen gegen die Frei­mau­re­rei, den Libe­ra­lis­mus und den Kom­mu­nis­mus.

Der Titel erklärt sich aus einer hef­ti­gen Aus­ein­an­der­set­zung mit Mit­glie­dern der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on (unter ihrem Prä­fek­ten Fran­jo Kar­di­nal Å eper), in der Lef­eb­v­re den ihn ver­hö­ren­den und beschul­di­gen­den Prä­la­ten sinn­ge­mäß sag­te:

„Wenn ich beden­ke, dass wir uns hier im Gebäu­de des Hei­li­gen Offi­zi­ums befin­den, wel­ches der über­ra­gen­de Zeu­ge der katho­li­schen Über­lie­fe­rung und der Ver­tei­di­gung des katho­li­schen Glau­bens ist, dann kann ich nicht anders als den­ken, dass ich hier zu Hau­se bin und dass ich, den Sie als ‚Tra­di­tio­na­li­sten‘ bezeich­nen, Sie rich­ten müss­te“ (18).

In den von Ton­band­mit­schnit­ten tran­skri­bier­ten Vor­le­sun­gen kon­tra­stiert der Erz­bi­schof die nach­kon­zi­lia­re Leh­r­ent­wick­lung mit den vor­kon­zi­lia­ren Lehr­schrei­ben. Er greift auf umfang­rei­che Erfah­rungs­wer­te aus sei­ner Mis­si­ons­tä­tig­keit in Afri­ka (Gabun und Sene­gal) zurück, die bele­gen, daß inner­kirch­li­che Wei­chen­stel­lun­gen enor­me Aus­wir­kun­gen auf die außer­kirch­li­che Welt, auf Kul­tur, Poli­tik und Öko­no­mie zei­ti­gen.

Der Hausverstand

Lefebvre: Angeklagter oder Richter?
Lef­eb­v­re: Ange­klag­ter oder Rich­ter?

Was bei der Lek­tü­re sowohl der lehr­amt­li­chen Tex­te der Päp­ste des 19. Jahr­hun­derts als auch der Erläu­te­run­gen durch Erz­bi­schof Lef­eb­v­re auf­fällt, sind die kla­re Aus­sa­ge­ab­sicht und die dem gesun­den Men­schen­ver­stand ent­spre­chen­de Gedan­ken­füh­rung. Für heu­ti­ge Lese­ge­wohn­hei­ten ist bei­des gewöh­nungs­be­dürf­tig, weil in Kir­che und Welt prak­tisch über­all nur mehr die­ser merk­wür­dig ver­drall­te und schwer zu inter­pre­tie­ren­de Insi­der-Jar­gon vor­herrscht. Dabei ist es nicht so, daß die päpst­li­chen Tex­te des 19. Jahr­hun­derts tri­vi­al wären. Auch sie erfor­dern Übung in der Lek­tü­re. Aller­dings stellt sich nach kur­zer Zeit her­aus, daß es hier um Rea­li­tät geht, um Wahr­heit und Ver­nunft. Genau­er gesagt: Hat man ein­mal den Glau­ben ange­nom­men und das Offen­ba­rungs­gut akzep­tiert, dann sieht man, wie sehr die Ver­nunft in der Kir­che Hei­mat­recht hat. In den fal­schen Reli­gio­nen gibt es kei­ne Ver­nunft. Das ist ein Erfah­rungs­wert. Die katho­li­sche Reli­gi­on ist nun ein­mal die Offen­ba­rung des mensch­ge­wor­de­nen Logos, des gött­li­chen Wor­tes, Sin­nes und Pla­nes.

Die gan­ze Lek­tü­re löst beim Leser immer wie­der Bekun­dun­gen der Zustim­mung aus: „Ja, das ist eigent­lich logisch.“ „Das ist eine Erfah­rung.“ „Das hat er damals rich­tig erkannt.“

Lef­eb­v­re the­ma­ti­siert es auch aus­drück­lich:

„Wie sehr ver­stan­den es die frü­he­ren Päp­ste doch, sich klar und ein­fach aus­zu­drücken! Sie sag­ten: Wir sind die Hir­ten und wir müs­sen die Her­de beschüt­zen. Woge­gen? Gegen die Irr­tü­mer, gegen die Laster! (…) So etwas ken­nen wir jetzt seit Papst Johan­nes XXIII. nicht mehr“ (57).

Die Themen

Msgr. Lefebvre Apostolischer Delegat für Französisch-Afrika
Msgr. Lef­eb­v­re Apo­sto­li­scher Dele­gat für Fran­zö­sisch-Afri­ka

Gemäß der Beru­fung des Erz­bi­schofs, die Sub­ver­si­on der Kir­che zu bekämp­fen, bestehen die The­men des Buches in Ana­ly­sen des Libe­ra­lis­mus und der Frei­mau­re­rei. Der reli­giö­se Indif­fe­ren­tis­mus wird scharf kri­ti­siert. Der mensch­li­che Ver­stand will und soll ja gera­de erken­nen, wo Wahr­heit und Heil lie­gen:

„[Pius IX.] greift sodann einen wei­te­ren Anlass auf, um die frei­mau­re­ri­schen Sek­ten zu ver­ur­tei­len, näm­lich ‚das grau­en­er­re­gen­de System von Gleich­gül­tig­keit gegen­über der Reli­gi­on‘, wel­ches ‚der natür­li­chen Erkennt­nis des Ver­stan­des im höch­sten Maß zuwi­der ist‘.“ (85)

Es geht um Angrif­fe auf Prie­ster­tum und Zöli­bat, um Natur­recht und Natu­ra­lis­mus, Lai­zi­tät des Staa­tes, Sozi­al­leh­re und Mis­si­on. Schließ­lich wird – sehr aktu­ell – am Bei­spiel des Sil­lon von Marc Sang­nier die inner­kirch­li­che Revo­lu­ti­on (gemäß Not­re Char­ge Apo­sto­li­que von Pius X.) genau ana­ly­siert. Sehr wich­tig sind Infor­ma­tio­nen zur Ent­christ­li­chung der Staa­ten durch die Poli­tik Pauls VI. und die de fac­to statt­ge­hab­te kirch­li­che Begün­sti­gung des Sowjet­kom­mu­nis­mus am Kon­zil (streng­ge­nom­men schon vor­her). Anek­do­ten und Eigen­erfah­run­gen des Erz­bi­schofs geben dem Gan­zen eine leben­di­ge Note.

„Das“ Konzil

Oft wird man als Kon­zils­kri­ti­ker mit der Fra­ge kon­fron­tiert, ob man denn glau­be, der Hl. Geist sei am Kon­zil nicht anwe­send gewe­sen. (Ich erin­ne­re mich bei­spiels­wei­se an zwei Gele­gen­hei­ten, da ich aus­drück­lich sol­cher­art gefragt wur­de.) Lef­eb­v­re sagt nun, daß das Kon­zil als aus­drück­lich „pasto­ra­les“ und nicht „dog­ma­ti­sches“ im Prin­zip nicht mehr lehr­amt­li­che Ver­bind­lich­keit als eine Pre­digt haben kann. Das klingt etwas respekt­los ange­sichts von „dog­ma­ti­scher Kon­sti­tu­ti­on“ sound­so und der­glei­chen mehr. Aber natür­lich hat die sub­ver­si­ve Kraft genau damit gespielt, „pasto­ral“ und „nicht ver­ur­tei­lend“ sein zu wol­len, und gleich­zei­tig auto­ri­tä­rer zu sein als je zuvor.

Bei einem „pasto­ra­len“ Kon­zil ist „[d]er Hei­li­ge Geist (…) nicht ver­pflich­tet ein­zu­grei­fen, um zu ver­hin­dern, dass Feh­ler began­gen wür­den. Wenn dage­gen das Kon­zil dog­ma­tisch gewe­sen wäre, dann wäre der Hei­li­ge Geist ver­pflich­tet gewe­sen, ein­zu­grei­fen“ (390).

Würdigung

Msgr. Lefebvre als Konzilsvater
Msgr. Lef­eb­v­re als Kon­zils­va­ter

Nach­dem die Kom­men­ta­re von Erz­bi­schof Lef­eb­v­re zu den Zita­ten aus den Enzy­kli­ken der münd­li­chen Rede ent­stam­men, teil­wei­se eher im Plau­der­ton gehal­ten sind und etli­che Wie­der­ho­lun­gen auf­wei­sen, sind sie für Ein­stei­ger in das The­ma sehr gut geeig­net.

Es ist ein gro­ßes Ver­dienst, daß Erz­bi­schof Lef­eb­v­re die Lehr­schrei­ben der Päp­ste des 19. Jahr­hun­derts und von Pius X. sei­nen Stu­den­ten detail­liert prä­sen­tier­te. Daher gebührt auch dem Sar­to-Ver­lag das Ver­dienst, die Pro­duk­te die­ser Anstren­gun­gen einem grö­ße­ren Publi­kum vor­zu­le­gen.

Ein Kritikpunkt

Lei­der muß ein sub­stan­ti­el­ler Kri­tik­punkt genannt wer­den: Ein Buch, das 2014 erscheint und ein Vor­wort von 1994 auf­weist, hat doch eine gewis­se Schwä­che. Der Makel des Unak­tu­el­len besteht damit zu einem gewis­sen Grad.

Man wird also dem Ver­lag emp­feh­len kön­nen, einer Neu­auf­la­ge eine gründ­li­che Dar­stel­lung der Ereig­nis­se seit 1994 anzu­fü­gen, ein­schließ­lich einer aus­führ­li­che­ren Beant­wor­tung der im Titel auf­ge­wor­fe­nen Fra­ge „Ange­klag­ter oder Rich­ter?“. Dafür könn­te man den Haupt­teil, in dem sich doch man­ches wie­der­holt, auf etwa zwei Drit­tel des Umfan­ges straf­fen.

Resümee

In unse­rer Zeit leben wir in einer prä­ze­denz­lo­sen Zeit kirch­li­cher Kri­se. Das Petrus­amt selbst ist Anlaß gro­ßer Sor­ge gewor­den. Es ist kei­ne Fra­ge, daß der „Rauch Satans“ in das Hei­lig­tum ein­ge­drun­gen ist.

Mit den Erfah­rungs­wer­ten von heu­te, 2015, wer­den wir die Initia­ti­ven von Mgr. Lef­eb­v­re, beson­ders die uner­laub­ten Bischofs­wei­hen des Jah­res 1988, dif­fe­ren­ziert beur­tei­len müs­sen. Die Pius­bru­der­schaft hat sich objek­tiv gese­hen als Sta­chel im Fleisch einer in die Ver­welt­li­chung gera­te­nen kirch­li­chen Hier­ar­chie erwie­sen und damit vie­len Gläu­bi­gen gro­ße Dien­ste erwie­sen.

Sie hat aller histo­ri­schen Ana­ly­se nach die völ­li­ge Ver­drän­gung der über­lie­fer­ten Lit­ur­gie und vor allem des über­lie­fer­ten Glau­bens ver­hin­dert.

In jenem span­nungs­rei­chen Früh­som­mer des Jah­res 1988 konn­te man das aller­dings noch nicht wis­sen. Somit konn­te man damals guten Gewis­sens zu gegen­tei­li­gen Schluß­fol­ge­run­gen in Fra­gen der Vor­gangs­wei­se kom­men. Inso­fern sind gegen­sei­ti­ge Bezich­ti­gun­gen von hüben nach drü­ben und retour ent­behr­lich.

Möge die­se Publi­ka­ti­on hel­fen, daß alle, die guten Wil­lens sind, die Ereig­nis­se seit dem Ende des II. Vati­can­ums und vor allem seit 1988 in einem grö­ße­ren Kon­text sehen und ent­spre­chen­de Schluß­fol­ge­run­gen zie­hen mögen. Das Ziel kann nur die völ­li­ge Ein­heit in der gan­zen Wahr­heit sein.

Mar­cel Lef­eb­v­re, Ange­klag­ter oder Rich­ter? – Eine Dar­le­gung und Ver­tei­di­gung der päpst­li­chen Leh­rent­schei­dun­gen gegen die moder­nen Irr­tü­mer, Sar­to, Bobin­gen 2014. www.sarto.de

*MMag. Wolf­ram Schrems, katho­li­scher Theo­lo­ge und Phi­lo­soph, Kate­chist

Bild: Cor­sia dei Servi/FSSPX Asi­en

29 Kommentare

  1. Msgr. Lef­eb­v­re war ein wah­rer Pro­phet in sei­ner Zeit. Er wur­de miss­ver­stan­den, abge­lehnt, ver­folgt, ver­leum­det und ver­sto­ssen. Die Wor­te Jesu: ‚Kein Pro­phet wird in sei­ner Hei­mat aner­kannt‘ (Luk 4,24), hat sich in sei­nem Leben erfüllt, beson­ders wäh­rend und nach dem 2. Vati­ka­ni­schen Kon­zil. Er lieb­te die Kir­che und muss­te sei­nen Weg aus Gehor­sam zu Gott gehen, und hat der Gött­li­chen Vor­se­hung ver­traut. Er war ein Werk­zeug und die Pius­bru­der­schaft ist Got­tes Werk, denn Dank ihnen, ist der Kir­che die tra­di­tio­nel­le Mes­se erhal­ten geblie­ben.
    Gott wird in der ‚Mes­se aller Zei­ten‘ die Ihm gebüh­ren­de Ehre gege­ben und jeder hat sei­nen Platz (Prie­ster, Gläu­bi­ge). Es ist dem Wir­ken des Hei­li­gen Gei­stes zuzu­schrei­ben, dass die tra­di­tio­nel­le Mes­se von Prie­stern und Gläu­bi­gen mehr und mehr als eine nie ver­sie­gen­de Gna­den­quel­le erkannt wird.
    Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Hei­li­gen Geist, jetzt und in Ewig­keit. Amen!

  2. Jeder, der kir­chen­hi­sto­risch bewan­dert ist, weiß um die gro­ßen Dis­kre­pan­zen zwi­schen der Kir­che frü­her und heu­te. In der Alten Kir­che vor der Kon­stan­ti­ni­schen Wen­de sind Chri­sten wegen ihrer Wei­ge­rung, Ido­la­trie zu betrei­ben, bis in den Tod gegan­gen. Die Akzep­tanz von Häre­si­en im Zuge einer falsch ver­stan­de­nen Öku­me­ne und die För­de­rung von Ido­la­trie bei inter­re­li­giö­sen Tref­fen unter der Schirm­herr­schaft des Pap­stes sind vor die­sem Hin­ter­grund schlicht unglaub­lich. Sind die früh­christ­li­chen Mär­ty­rer gegen die Ido­la­trie etwa nur eine unter­halt­sa­me Anek­do­te der Welt­ge­schich­te?

    Was heu­te auch ein sprin­gen­der Punkt ist, ist die Fra­ge gül­ti­ger Bischofs­wei­hen und damit Sicher­stel­lung der apo­sto­li­schen Suk­zes­si­on. Die Bischofs­wei­hen im Triden­ti­ni­schen Ritus wie auch den Riten der Ost­kir­chen sind zwei­fel­los gül­tig, da ihre For­mu­lie­run­gen dog­ma­tisch kor­rekt sind. Die apo­sto­li­sche Linie Lef­eb­v­res ist daher ähn­lich wie bei den schis­ma­ti­schen Ortho­do­xen: kein päpst­li­ches Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren, aber Ein­prä­gung des unaus­lösch­li­chen Merk­mals in die See­le.

    • Solan­ge es das recht­gläu­bi­ge Rom gab, war auch das Sakra­ment, das ein Schis­ma­ti­ker, der ja immer auch Häre­ti­ker ist (die Ortho­do­xie ist häre­tisch in min­de­stens drei wesent­li­chen Punk­ten: Filio­que (Kryp­to­aria­nis­mus), Ableh­nung der päpst­li­chen Infal­libi­li­tät, die Auf­lö­sung des Ehe­sa­kra­men­tes), spen­de­te, geadelt und konn­te sich her­lei­ten aus einer halb­wegs gesun­den Hier­ar­chie.
      Heu­te?
      Das ist das gene­rel­le Pro­blem: die Wei­hen im über­lie­fer­ten Ritus sind gül­tig, wahr­schein­lich als ein­zi­ge im west­rö­mi­schen Bereich, aber es fehlt die Auto­ri­tät.

      Lef­eb­v­res Feh­ler war gewiss nicht, die­se Sakra­men­te zu spen­den, son­dern sich selbst zu der feh­len­den Auto­ri­tät auf­zu­schwin­gen. Damit ist er selbst häre­tisch gewor­den.

      Aus einer fau­len Wur­zel kann nichts Gesun­des wach­sen — egal mit wie­viel schein­bar gesun­den Requi­si­ten einer sich gar­niert.

      Das ist auch der Todes­keim in sei­nen Absich­ten. Denn nicht erste­res, son­dern letz­te­res steht nie­man­dem zu!

      • //häretisch (…) in : Filio­que (Kryptoarianismus)//

        Was für ein Schmar­ren.
        War Jesus Chri­stus auch Häre­ti­ker, als er in sei­nen letz­ten Reden sag­te: der Geist, der vom Vater aus­geht? Die­ses liegt näm­lich dem Wort­laut des Cre­do an die­ser Stel­le zugrun­de. Waren die gro­ßen öku­me­ni­schen Kon­zi­li­en des ersten Mill­en­ni­ums häre­tisch, die das Glau­bens­be­kennt­nis ohne filio­que immer wie­der bestä­tig­ten?
        Damit will ich nichts gegen das filio­que gesagt haben. Aber es ist doch Wahn­sinn, den Ortho­do­xen vor­zu­wer­fen, dass sie den Wort­laut des Evan­ge­li­ums und der öku­me­ni­schen Kon­zi­li­en bewah­ren, von dem auch Rom bestä­tigt, dass er nicht häre­tisch ist und nicht häre­tisch sein kann. Schließ­lich beten bzw. sin­gen auch die unier­ten Ost­chri­sten das Cre­do ohne filio­que.
        Jesus ging hart mit den Pha­ri­sä­ern ins Gericht, die den Men­schen unnö­ti­ge Lasten auf­bür­de­ten. Bei den Pha­ri­sä­ern waren es die Lasten zahl­lo­ser Geset­zes­aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen. Man kann aber auch unnö­ti­ge Lasten von dog­ma­ti­schen Fines­sen auf­bür­den.
        Zu sol­chen sag­te der Herr: Ihr seiht Mücken und ver­schluckt Kame­le.

      • Da Sie seit eini­ger Zeit Ihre Infor­ma­tio­nen v.a. aus pro­te­stan­ti­scher Lite­ra­tur bezie­hen, haben Sie kein gesun­des Ver­hält­nis mehr zur katho­li­schen Leh­re und v.a. fehlt es an Wis­sen.

        Die Sach­la­ge ist erheb­lich kom­pli­zier­ter und hat mit Mücken­sei­hen nichts zu tun — oder wol­len Sie Jesus gegen das römi­sche Lehr­amt aus­spie­len?

        Infor­mie­ren Sie sich bit­te über die Pro­ble­ma­tik auf der dog­ma­ti­schen Ebe­ne, auch derer des Schrift­be­fun­des, der erh­be­lich anders ist als Sie es dar­stel­len bei Lud­wig Ott, Kapi­tel in sei­ner Dog­ma­tik, „Die Leh­re von Gott dem Drei­per­sön­li­chen“, § 12

        1. belegt die Schrift bei­de Her­vor­ge­hens­wei­sen (z.B. Gal. 4, 6 auch für den Sohn)

        2. da das Filio­que de fide ist, ist sei­ne Leug­nung eine Häre­sie.

        Tut mir leid — aber Sie soll­ten sich erst infor­mie­ren, bevor Sie auf­trump­fen.

        Da ein ost­kirch­li­cher Patri­arch bereits 879 das Filio­que der Latei­ner als häre­tisch ver­warf, waren es die Ortho­do­xen selbst, die der Debat­te die Schär­fe des Häre­ti­schen gaben.

        Das genaue Dog­ma lau­tet:

        „Der Hl. Geist geht aus dem Vater und dem Sohn als einem ein­zi­gen Prin­zip durch eine ein­zi­ge Hau­chung her­vor.“ De fide

        Wenn also Jesus sagt, der Geist gehe aus dem Vater her­vor, hat er damit im logi­schen Sin­ne nicht aus­ge­schlos­sen, dass der Geist auch aus ihm selbst in glei­cher Wei­se her­vor­geht.

        Die Fra­ge ist aus­führ­lich auch bei Tho­mas debat­tiert in der Sum­ma.

        Was Sie nicht erken­nen ist: wenn der Geist nicht aus dem Sohn her­vor­geht, dann besteht ein gra­du­el­ler Unter­schied zwi­schen Vater und Sohn, also eine Sub­or­di­na­ti­on des Soh­nes unter den Vater. Damit sind wir bei einem qua­si-aria­ni­schen Ansatz.

        Aber machen Sie sich doch die Mühe, sei­en Sie nicht zu stolz, die wah­re Leh­re der Kir­che zu lesen.

        Nicht zuletzt set­zen Sie Ihre begrenz­te Erkennt­nis über das Dog­ma — und allei­ne das ist schon häre­tisch, denn die Kir­che lehrt, dass ihr allei­ne die Aus­le­gung der Schrift zusteht und sie es ist, die uns die­se Aus­le­gung als zu Glau­ben­des vor­legt. Da es sich hier um ein Dog­ma mit höch­ster Glau­bens­ge­wiss­heit han­delt, fin­de ich Ihr Auf­trump­fen gera­de­zu atem­be­rau­bend.

        Sie müs­sen als treu­er Katho­lik im Rah­men die­ser Aus­le­gung blei­ben und kön­nen ihr nicht so unver­fro­ren wider­spre­chen, wie Sie es oben getan haben.

      • Ich habe n i c h t dem römisch-katho­li­schen Dog­ma wider­spro­chen und tue es auch nicht. Ich wider­spre­che aber Ihrer Auf­fas­sung, das ost­kirch­li­che Fest­hal­ten am ursprüng­li­chen Wort­laut des Glau­bens­be­kennt­nis sei semia­ria­ni­sche Häre­sie. Das ist und bleibt ein Schmar­ren. Der Wort­laut wur­de vom Öku­me­ni­schen Kon­zil in Kon­stan­ti­no­pel als end­gül­tig und unver­än­der­lich fest­ge­legt. Trotz­dem hat der Westen ein­sei­tig geän­dert. Die Päp­ste wuss­ten sehr genau, dass ein sol­ches ein­sei­ti­ges Vor­ge­hen nicht legi­tim war. Des­halb haben sie sich jahr­hun­der­te­lang gegen eine Ver­än­de­rung des Cre­dos ver­wahrt. Die Fran­ken waren es, die das Cre­do ändern woll­ten. Des­halb ließ der Papst zur Zeit Kai­ser Karls des Gro­ßen im Peters­dom demon­stra­tiv eine gro­ße Sil­ber­ta­fel mit dem Sym­bo­lum Nicae­no-Con­stan­ti­no­po­li­ta­num in grie­chi­scher und latei­ni­scher Spra­che auf­stel­len o h n e filio­que. Das Filio­que wur­de lit­ur­gisch jedoch gedul­det. (Erin­nert mich an die „Dul­dung“ der Hand­kom­mu­ni­on und an die „Dul­dung“ von „für alle“ anstel­le von „für vie­le“ und man­ches mehr. Der unru­hi­ge Westen hat von jeher ein gro­ßes Ände­rungs­be­dürf­nis.) Die offi­zi­el­le Ein­füh­rung des Filio­que ins Glau­bens­be­kennt­nis war sozu­sa­gen ein Geschenk das Pap­stes an Kai­ser Hein­rich II.
        Ich könn­te das prä­zi­ser aus­füh­ren, aber dies hier ist ein Kom­men­tar­fo­rum und es ist nicht nötig, mit Kennt­nis­sen zu glän­zen, die sowie­so nicht auf mei­nem Mist gewach­sen sind, die ich aber unschwer aus theo­lo­gi­schen Fach­bü­chern her­aus­su­chen könn­te auf den Rega­len hin­ter mei­nem Rücken. Brau­che mich nur umzu­dre­hen. Für einen Streit über die Hei­lig­ste Drei­fal­tig­keit, falls Sie dazu auf­ge­legt sind, um zu bewei­sen, dass Sie recht haben, ste­he ich jedoch nicht zur Ver­fü­gung. In Abwand­lung eines Wor­tes aus der Nach­fol­ge Chri­sti, hal­te ich es für wert­vol­ler, zur Hei­lig­sten Drei­fal­tig­keit zu beten, als über sie her­um­zu­dis­ku­tie­ren. Ihre Hal­tung erin­nert mich an den absur­den Vor­wurf Kar­di­nal Hum­berts von Sil­va Can­di­da, als er die Bann­bul­le in der Hagia Sofia nie­der­leg­te, der Osten hät­te das filio­que aus dem Cre­do ent­fernt. Zum Glück haben Theo­lo­gen des Ostens und des Westens (die mehr von Theo­lo­gie ver­stan­den als Sie und ich) unter Papst Johan­nes Paul II. und Glau­bens­prä­fekt Josef Card. Ratz­in­ger erkannt, dass das Filio­que nicht tren­nend ist zwi­schen der ortho­do­xen und der römisch-katho­li­schen Kir­che. Und Leu­ten, die so scharf auf Tren­nung sind (es gibt sie drü­ben wie hüben), sei­en dar­an erin­nert, dass das ein Werk des Flei­sches ist, das vom Reich Got­tes aus­schließt. „Offen­bar sind aber die Wer­ke des Flei­sches, wel­che sind: Ehe­bruch, Unzucht, Unrein­heit, Zügel­lo­sig­keit; Göt­zen­dienst, Zau­be­rei, Feind­schaft, Streit, Eifer­sucht, Zorn, Selbst­sucht, Z w i e t r a c h t , P a r t e i u n g e n; Neid, Mord, Trun­ken­heit, Gela­ge und der­glei­chen, wovon ich euch vor­aus­sa­ge, wie ich schon zuvor gesagt habe, dass die, wel­che sol­che Din­ge tun, d a s R e i c h G o t t e s n i c h t e r b e n w e r d e n.“ (Gal 5,19–21)

      • Um es kurz zu machen:

        Das Dog­ma, das ich oben zitiert habe, ist Ihrer Ansicht nach also Frucht sinn­lo­ser Debat­ten und päpst­li­cher Irr­tü­mer?

        Denn es ist nun mal Dog­ma gewor­den! Da ist irrele­vant, was vor­her war.
        Der hl. Tho­mas glaub­te auch nicht an die unbe­fleck­te Emp­fäng­nis — und das ist irrele­vant, weil es spä­ter eben anders defi­niert wur­de.
        Etc.

        Solan­ge eine Sache noch nicht dog­ma­tisch defi­niert wur­de, ist sie noch in einem gewis­sen Umfang offen.
        Ist sie aber vom unfehl­ba­ren Lehr­amt ein­mal defi­niert, kann man hin­ter die­se Defi­ni­ti­on nicht mehr zurück.

        Sor­ry — aber es nützt alles nichts.
        Und was die Her­ren Ratz­in­ger und Woity­la da aus­ge­han­delt haben, ist ohne­hin irrele­vant. Die küss­ten auch den Koran, stell­ten einen Bud­dha auf einen Altar und leug­ne­ten das Süh­nop­fer, obwohl all das bereits ein­deu­tig und für immer defi­ni­tiv aus­ge­schlos­sen war.

        Da weiß man wenig­stens gleich, wor­an man mit den bei­den ist.

      • Ich muss doch noch ein­mal auf eini­ge häre­ti­sche Ten­den­zen in Ihrem Posting hin­wei­sen.

        Sie schrei­ben:

        „Die Päp­ste wuss­ten sehr genau, dass ein sol­ches ein­sei­ti­ges Vor­ge­hen nicht legi­tim war.“

        Nun ist aber der Papst nie­man­dem Rechen­schaft schul­dig, wenn er Leh­rent­schei­dun­gen ent­we­der selbst trifft oder in einer Dis­kus­si­on sich der bis­he­ri­gen theo­lo­gi­schen Mei­nung einer bestimm­ten Rich­tung zuneigt und letz­te­re dog­ma­ti­siert.

        Sol­ches Vor­ge­hen ist also sehr wohl legi­tim!

        Wei­ter­hin krankt Ihre Posi­ti­on dar­an, dass sie den­je­ni­gen fol­gen, die behaup­ten, es habe eine Defi­ni­ti­on gege­ben, die nicht mehr hät­te ver­än­dert wer­den dür­fen.

        Die Aus­ein­an­der­set­zun­gen um das Filio­que zei­gen jedoch, dass das Filio­que, ohne direkt aus­ge­schrie­ben wor­den zu sein, den­noch geglaubt wor­den war. Erst die Ein­engung des Her­vor­gangs des Hl. Gei­stes auf „allein“ den Vater führ­te über­haupt die Pro­ble­me her­bei.

        Wir ken­nen die Pro­ble­ma­tik der „sola“-Aussagen aus einem spä­te­ren Zusam­men­hang: Wenn Luther z.B. behaup­tet, „sola scriptura„sei allei­ni­ge Offen­ba­rungs­grund­la­ge, dann kann natür­lich einer daher­kom­men und sagen, das habe die Kir­che doch sowie­so auch vor­her im Prin­zip irgend­wie auch so schon gese­hen. Natür­lich: höch­ste Glau­bens­ge­wiss­heit liegt in der Schrift­of­fen­ba­rung.

        Nun ist aber nicht die­ses Fak­tum das Pro­blem, son­dern das „sola“. Die Kir­che hat natür­lich die Schrift als höch­ste Offen­ba­rungs­quel­le ange­se­hen, aber nicht „sola“ hin­sicht­lich jeder Offen­ba­rungs­grund­la­ge.

        Eben­so bei Filio­que: wenn zunächst nicht aus­ge­spro­chen wer­den muss­te, dass der Geist auch aus dem Sohn her­vor­geht, weil Vater und Sohn eines sind, dann hieß das nicht, dass der Geist „allei­ne“ aus dem Vater her­vor­geht.
        Wenn in den Schrift­ah­nen­ta­feln oft nur der Vater eines Men­schen steht, heißt das ja auch nicht, dass der­sel­be Mensch nicht auch aus einer Mut­ter glei­cher­ma­ßen her­vor­ging!

        Wer also behaup­tet, der hl. Geist gehe ALLEINE aus dem Vater her­vor — und das tut die Ortho­do­xie!, zer­rüt­tet das recht­gläu­bi­ge tri­ni­ta­ri­sche Got­tes­bild. Und die erbit­ter­te Debat­te des Westens, bzw. der Päp­ste dar­um hängt dar­an, dass mit einer „alleine“-Reduktion der gesam­te Glau­be ins Wan­ken kommt und vie­le wei­te­re Häre­si­en begün­stigt wer­den.

        Der scho­la­sti­sche Beweis für das Filio­que lau­tet:

        „Da der rea­le Unter­schied der gött­li­chen Per­so­nen aus­schließ­lich in einem Gegen­satz der Ursprungs­be­zie­hun­gen begrün­det ist, so ist kein Grund für die hypo­sta­ti­sche Unter­schei­dung des Soh­nes und des Hl. Gei­stes gege­ben, wenn der Hl. Geist nicht auch vom Sohn aus­geht. “ Bei Ott, s.o. § 12 — in der Sum­ma theo­lo­gi­ca I 36, 2

        Auf die­ser tho­mi­sti­schen Argu­men­ta­ti­on beruht letzt­end­lich auch das dann getrof­fe­ne Dog­ma.

        All Ihre teil­wei­se mehr pole­mi­schen als sach­li­chen Aus­füh­run­gen las­sen eine Fra­ge außer Acht:

        War­um führt die Ortho­do­xie die­se Debat­te gegen die West­kir­che?
        Letzt­end­lich hängt mit der Schief­la­ge des Got­tes­bil­des dort auch die des Men­schen­bil­des zusam­men. Und das wie­der­um erlaubt die Ehe­auf­lö­sung…

      • Zitat:

        Die For­mu­lie­rung „und dem Sohn“, das berühm­te Filio­gue, war im ursprüng­li­chen Glau­bens­be­kennt­nis von Kon­stan­ti­no­pel noch nicht ent­hal­ten. Sie kam als Lehr­for­mel in Spa­ni­en im 5.–7. Jahr­hun­dert auf, wur­de aber erst im 11. Jahr­hun­dert ins Glau­bens­be­kennt­nis der römi­schen Kir­che auf­ge­nom­men. Bis heu­te stellt die­se Zusatz­for­mu­lie­rung einen Unter­schied zu den ortho­do­xen Kir­chen dar. Die Ortho­do­xen gebrau­chen die For­mel „aus dem Vater durch den Sohn“. Damit wol­len sie deut­li­cher zum Aus­druck brin­gen, daß in Gott der Vater allein Ursprung und Quel­le ist. Die römi­sche Kir­che und die ande­ren west­li­chen Kir­chen wol­len deut­li­cher beto­nen, daß der Sohn mit dem Vater wesens­eins und ihm gleich­ge­stellt ist. In die­sem Grund­an­lie­gen kom­men Ost und West über­ein. Sie benut­zen aber unter­schied­li­che theo­lo­gi­sche Begrif­fe und Denk­mo­del­le. Des­halb liegt hier nach heu­ti­ger römisch-katho­li­scher Über­zeu­gung eine legi­ti­me Ein­heit in der Viel­falt, aber kein kir­chen­tren­nen­der Unter­schied vor.

        Katho­li­scher Erwach­se­nen-Kate­chis­mus, Bd. 1, S. 82.

      • Gemein­sa­mes aus­führ­li­ches orthodoxes/ römisch-katho­li­sches Doku­ment, von der Web­site der Katho­li­schen Bischofs­kon­fe­renz der USA:

        „The Filio­que: A Church Divi­ding Issue?: An Agreed State­ment“
        http://www.usccb.org/beliefs-and-teachings/ecumenical-and-interreligious/ecumenical/orthodox/filioque-church-dividing-issue-english.cfm

        Dar­aus die Emp­feh­lun­gen am Schluss des Doku­ments:
        -
        We are awa­re that the pro­blem of the theo­lo­gy of the Filio­que, and its use in the Creed, is not sim­ply an issue bet­ween the Catho­lic and Ortho­dox com­mu­ni­ons. Many Pro­te­stant Church­es, too, drawing on the theo­lo­gi­cal lega­cy of the Medi­eval West, con­si­der the term to repre­sent an inte­gral part of the ortho­dox Chri­sti­an con­fes­si­on. Alt­hough dia­lo­gue among a num­ber of the­se Church­es and the Ortho­dox com­mu­ni­on has alrea­dy touched on the issue, any future reso­lu­ti­on of the dis­agree­ment bet­ween East and West on the ori­gin of the Spi­rit must invol­ve all tho­se com­mu­nities that pro­fess the Creed of 381 as a stan­dard of faith. Awa­re of its limi­ta­ti­ons, our Con­sul­ta­ti­on none­theless makes the fol­lo­wing theo­lo­gi­cal and prac­ti­cal recommen­dations to the mem­bers and the bishops of our own Church­es:

        - that our Church­es com­mit them­sel­ves to a new and ear­nest dia­lo­gue con­cerning the ori­gin and per­son of the Holy Spi­rit, drawing on the Holy Scrip­tures and on the full riches of the theo­lo­gi­cal tra­di­ti­ons of both our Church­es, and to loo­king for con­struc­ti­ve ways of expres­sing what is cen­tral to our faith on this dif­fi­cult issue;

        that all invol­ved in such dia­lo­gue express­ly reco­gni­ze the limi­ta­ti­ons of our abi­li­ty to make defi­ni­ti­ve asser­ti­ons about the inner life of God;
        that in the future, becau­se of the pro­gress in mutu­al under­stan­ding that has come about in recent deca­des, Ortho­dox and Catho­lics refrain from labe­ling as here­ti­cal the tra­di­ti­ons of the other side on the sub­ject of the pro­ces­si­on of the Holy Spi­rit;
        that Ortho­dox and Catho­lic theo­lo­gi­ans distin­guish more clear­ly bet­ween the divini­ty and hypo­sta­tic iden­ti­ty of the Holy Spi­rit, which is a recei­ved dog­ma of our Church­es, and the man­ner of the Spirit’s ori­gin, which still awaits full and final ecu­me­ni­cal reso­lu­ti­on;
        that tho­se enga­ged in dia­lo­gue on this issue distin­guish, as far as pos­si­ble, the theo­lo­gi­cal issu­es of the ori­gin of the Holy Spi­rit from the eccle­sio­lo­gi­cal issu­es of pri­ma­cy and doc­tri­nal aut­ho­ri­ty in the Church, even as we pur­sue both que­sti­ons serious­ly tog­e­ther;
        that the theo­lo­gi­cal dia­lo­gue bet­ween our Church­es also give care­ful con­si­de­ra­ti­on to the sta­tus of later coun­cils held in both our Church­es after tho­se seven gene­ral­ly recei­ved as ecu­me­ni­cal.
        that the Catho­lic Church, as a con­se­quence of the nor­ma­ti­ve and irre­vo­ca­ble dog­ma­tic value of the Creed of 381, use the ori­gi­nal Greek text alo­ne in making trans­la­ti­ons of that Creed for cate­che­ti­cal and lit­ur­gi­cal use.

        Schluss folgt.

      • Schluss
        ———–

        that the Catho­lic Church, fol­lo­wing a gro­wing theo­lo­gi­cal con­sen­sus, and in par­ti­cu­lar the state­ments made by Pope Paul VI, decla­re that the con­dem­na­ti­on made at the Second Coun­cil of Lyons (1274) of tho­se “who pre­su­me to deny that the Holy Spi­rit pro­ce­eds etern­al­ly from the Father and the Son” is no lon­ger app­li­ca­ble.
        We offer the­se recom­men­da­ti­ons to our Church­es in the con­vic­tion, based on our own inten­se stu­dy and dis­cus­sion, that our tra­di­ti­ons’ dif­fe­rent ways of under­stan­ding the pro­ces­si­on of the Holy Spi­rit need no lon­ger divi­de us. We belie­ve, rather, that our pro­fes­si­on of the anci­ent Creed of Con­stan­ti­nop­le must be allo­wed to beco­me, by our uni­form prac­ti­ce and our new attempts at mutu­al under­stan­ding, the basis for a more con­scious uni­ty in the one faith that all theo­lo­gy sim­ply seeks to cla­ri­fy and to deepen. Alt­hough our expres­si­on of the truth God reve­als about his own Being must always remain limi­ted by the bounda­ries of human under­stan­ding and human words, we belie­ve that it is the very “Spi­rit of truth,” whom Jesus brea­thes upon his Church, who remains with us still, to “gui­de us into all trut­h” (John 16.13). We pray that our Church­es’ under­stan­ding of this Spi­rit may no lon­ger be a scan­dal to us, or an obsta­cle to uni­ty in Christ, but that the one truth towards which he gui­des us may tru­ly be “a bond of peace” (Eph 4.3), for us and for all Chri­sti­ans.

        Washing­ton, DC
        Octo­ber 25, 2003

        http://www.usccb.org/beliefs-and-teachings/ecumenical-and-interreligious/ecumenical/orthodox/filioque-church-dividing-issue-english.cfm

      • Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on, Erklä­rung „Domi­nus Jesus“:
        1. Bevor der Herr Jesus in den Him­mel auf­ge­fah­ren ist, hat er sei­nen Jün­gern den Auf­trag gege­ben, der gan­zen Welt das Evan­ge­li­um zu ver­kün­den und alle Völ­ker zu tau­fen: »Geht hin­aus in die gan­ze Welt und ver­kün­det das Evan­ge­li­um allen Geschöp­fen! Wer glaubt und sich tau­fen lässt, wird geret­tet; wer aber nicht glaubt, wird ver­dammt wer­den« (Mk 16,15–16). »Mir ist alle Macht gege­ben im Him­mel und auf der Erde. Dar­um geht zu allen Völ­kern, und macht alle Men­schen zu mei­nen Jün­gern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Soh­nes und des Hei­li­gen Gei­stes, und lehrt sie, alles zu befol­gen, was ich euch gebo­ten habe. Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt« (Mt 28,18–20; vgl. auch Lk 24,46–48; Joh 17,18; 20,21; Apg 1,8).

        Die uni­ver­sa­le Sen­dung der Kir­che ent­springt dem Auf­trag Jesu Chri­sti und ver­wirk­licht sich durch die Jahr­hun­der­te, indem das Myste­ri­um Got­tes, des Vaters, des Soh­nes und des Hei­li­gen Gei­stes, sowie das Myste­ri­um der Mensch­wer­dung des Soh­nes als Heil­s­er­eig­nis für die gan­ze Mensch­heit ver­kün­det wird. Dies sind die wesent­li­chen Inhal­te des christ­li­chen Glau­bens­be­kennt­nis­ses: »Wir glau­ben an den einen Gott, den Vater, den All­mäch­ti­gen, der alles erschaf­fen hat, Him­mel und Erde, die sicht­ba­re und die unsicht­ba­re Welt. Und an den einen Herrn Jesus Chri­stus, Got­tes ein­ge­bo­re­nen Sohn, aus dem Vater gebo­ren vor aller Zeit: Gott von Gott, Licht vom Licht, wah­rer Gott vom wah­ren Gott, gezeugt, nicht geschaf­fen, eines Wesens mit dem Vater; durch ihn ist alles geschaf­fen. Für uns Men­schen und zu unse­rem Heil ist er vom Him­mel gekom­men, hat Fleisch ange­nom­men durch den Hei­li­gen Geist von der Jung­frau Maria und ist Mensch gewor­den. Er wur­de für uns gekreu­zigt unter Pon­ti­us Pila­tus, hat gelit­ten und ist begra­ben wor­den, ist am drit­ten Tage auf­er­stan­den nach der Schrift und auf­ge­fah­ren in den Him­mel. Er sitzt zur Rech­ten des Vaters und wird wie­der­kom­men in Herr­lich­keit, zu rich­ten die Leben­den und die Toten; sei­ner Herr­schaft wird kein Ende sein. Wir glau­ben an den Hei­li­gen Geist, der Herr ist und leben­dig macht, der aus dem Vater her­vor­geht, der mit dem Vater und dem Sohn ange­be­tet und ver­herr­licht wird, der gespro­chen hat durch die Pro­phe­ten, und die eine, hei­li­ge, katho­li­sche und apo­sto­li­sche Kir­che. Wir beken­nen die eine Tau­fe zur Ver­ge­bung der Sün­den. Wir erwar­ten die Auf­er­ste­hung der Toten und das Leben der kom­men­den Welt«.

      • L.L.

        „…that the Catho­lic Church, fol­lo­wing a gro­wing theo­lo­gi­cal con­sen­sus, and in par­ti­cu­lar the state­ments made by Pope Paul VI, decla­re that the con­dem­na­ti­on made at the Second Coun­cil of Lyons (1274) of tho­se ‚who pre­su­me to deny that the Holy Spi­rit pro­ce­eds etern­al­ly from the Father and the Son‘ is no lon­ger app­li­ca­ble.“

        So so. Ein Papst ver­mag eine durch ein dog­ma­ti­sches Kon­zil aus­ge­spro­che­ne Ver­ur­tei­lung als „nicht mehr anwend­bar“ zu erklä­ren.

      • car­lo
        Ähn­lich wer­den die Ver­ur­tei­lun­gen des Triden­ti­nums gegen die Refor­ma­tio­ren bezüg­lich der Recht­fer­ti­gung und die Ver­ur­tei­lun­gen des Chal­ce­do­nen­se gegen die Mono­phy­si­ten nicht mehr ange­wen­det.

  3. „In bei einem „pasto­ra­len“ Kon­zil ist „[d]er Hei­li­ge Geist (…) nicht ver­pflich­tet ein­zu­grei­fen, um zu ver­hin­dern, dass Feh­ler began­gen wür­den. Wenn dage­gen das Kon­zil dog­ma­tisch gewe­sen wäre, dann wäre der Hei­li­ge Geist ver­pflich­tet gewe­sen, ein­zu­grei­fen“ (390).“

    Die Mut­ter Got­tes ist die Braut des Hei­li­gen Gei­stes. Ich kann mir nicht vor­stel­len das der Hei­li­ge Geist sol­chen Knall­köp­fen wie Karl Rah­ner oder Bugni­ni zuar­bei­ten wür­de.

    „In unse­rer Zeit leben wir in einer prä­ze­denz­lo­sen Zeit kirch­li­cher Kri­se. Das Petrus­amt selbst ist Anlaß gro­ßer Sor­ge gewor­den. Es ist kei­ne Fra­ge, daß der „Rauch Satans“ in das Hei­lig­tum ein­ge­drun­gen ist.“

    Mon­ti­ni sprach vom Rauch Satans der in die Kir­che ein­ge­drun­gen ist. Wen glaub­te er den ver­al­bern zu kön­nen. Der Typ kommt immer per­sön­lich sei­nen Rauch kön­nen wir uns spa­ren.

    „die bele­gen, daß inner­kirch­li­che Wei­chen­stel­lun­gen enor­me Aus­wir­kun­gen auf die außer­kirch­li­che Welt, auf Kul­tur, Poli­tik und Öko­no­mie zei­ti­gen.“

    Das ist der Punkt. Jeder Angriff auf die katho­li­sche Kir­che bringt die gesam­te Mensch­heit in gro­ße Gefahr oder glaubt einer das der Vater und der Sohn und der Hei­li­ge Geist die­ses End­spiel nicht beherr­schen.

    Per Mari­am ad Chri­stum.

    • //Ich kann mir nicht vor­stel­len das der Hei­li­ge Geist sol­chen Knall­köp­fen wie Karl Rah­ner oder Bugni­ni zuar­bei­ten würde.//

      Nach Pfing­sten kam der Hei­li­ge Geist, um in allen Gläu­bi­gen zu woh­nen. Das war ja vor­her nicht der Fall. Pfing­sten ist eine Grenz- und Trenn­li­nie. Ohne die Inne­woh­nung des Hei­li­gen Gei­stes sind sie kei­ne Kin­der Got­tes. Ich fin­de, man muss da sehr vor­sich­tig im Aus­druck, ja noch vor dem Aus­druck im Urtei­len sein. Hat­ten Rah­ner und Bugni­ni wah­ren christ­li­chen Glau­ben? Nur Ungläu­bi­ge haben nicht den Hei­li­gen Geist. Waren sie aber viel­leicht nicht erfüllt mit dem Hei­li­gen Geist, weil sie ihm wider­stan­den, weil sie ihn betrüb­ten, weil sie ihn aus­lösch­ten?

      • @Leo Laemm­lein
        Das ist alles rich­tig was sie schrei­ben. Aber das Wort „zuar­bei­ten“ klärt das alles sehr gut. Man könn­te auch sagen der Hei­li­ge Geist hat sich an ihren Schrau­be­rei­en wäh­rend des Kon­zils nicht betei­ligt. Ein ganz lapi­da­res Bei­spiel. Nie­mals wür­de der Hei­li­ge Geist einem Kar­di­nal Otta­via­ni das Mikro­fon abdre­hen. Das machen doch nur Pri­mi­tiv­lin­ge.
        Per Mari­am ad Chri­stum.

  4. Die gan­ze Lef­eb­v­re-Cau­sa krankt dar­an, dass nicht jeder, der unter der Selbst­zu­schrei­bung, den Abfall bekämp­fen zu sol­len, damit auch schon selbst bewahrt ist vor sei­nem höchst eige­nen, sehr sub­ti­len, nur dem Wach­sa­men erkenn­ba­ren Glau­bens­ab­fall. Die Fra­ge, wer ihn eigent­lich beru­fen hat, so auf­zu­tre­ten, ist nach wie vor im Dunk­len…

    Vie­le Fra­gen wären da zu stel­len, die die apo­lo­ge­ti­sche Lite­ra­tur natür­lich nicht stellt!

    Es kann hier nicht der Ort sein, das alles auf­zu­rol­len. Aber Lef­eb­v­re fehlt jede Legi­ti­ma­ti­on, er wirk­te auf eige­ne Rech­nung und hat auch gezielt den gesam­ten Tra­di­ti­ons­markt erobert. Wie vie­le Mess­zen­tren wur­den so lan­ge bear­bei­tet oder unter­gra­ben, bis sie am Ende in Pius-Hand lan­de­ten!
    Die Beru­fung auf Pius X. ist dabei eine furcht­ba­re Täu­schung. Lef­eb­v­re fußt nicht auf Pius X. (was ohne­hin eine Sek­te wäre!), son­dern auf einer schi­zo­phre­nen Mischung von reak­tio­nä­ren UND moder­ni­sti­schen Irr­tü­mern, legi­ti­miert für das Emp­fin­den der hilf­lo­sen Gläu­bi­gen durch die „Ret­tung“ der „Mes­se aller Zei­ten“.
    Und da er selbst es war, der alle ande­ren Ver­tre­ter der „Mes­se aller Zei­ten“ vom Markt dräng­te, konn­te er am Schluss als DER Ret­ter ste­hen­blei­ben, und vie­le glau­bens unbe­se­hen.
    Dann noch ein Schuss Frei­mau­rer-Hyste­rie hin­zu, und man hat­te die Leu­te im Sack. Bewei­sen muss­te die­ser Mann nichts mehr. Und dass die Kri­tik der Päp­ste des 19. Jh an der Frei­mau­re­rei etwas anders gela­gert war, als er es dar­stell­te, inter­es­sier­te die auf­ge­peitsch­ten Gemü­ter auch nicht mehr… so muss man es machen, um alle abzu­len­ken von der ech­ten Gefahr!

    Allei­ne schon der Buch­ti­tel offen­bart die­se unan­ge­mes­se­ne und schi­zo­phre­ne Sicht auf ihn. Er war weder Rich­ter (das wider­sprä­che der Leh­re total!), noch Ange­klag­ter. Er war ein schis­ma­ti­scher Bischof, der vie­le Irr­tü­mer ver­kru­stet hat, dabei aber durch die vor­ge­scho­be­ne „Ret­tung“ des alten Ritus vie­le Augen ver­blen­den konn­te für all das Frag­wür­di­ge, was er lehr­te und betrieb.

    Es kann sein, dass das Urteil spä­te­rer Zei­ten über ihn hart aus­fällt: durch die­se Usur­pa­ti­on aller Über­lie­fe­rungs­wil­li­gen in sein schwan­ken­des Kon­zept und die kon­se­quen­te Dif­fa­mie­rung aller ande­ren als „Sediva­kan­ti­sten“ bzw. „Pseu­do­tra­di­tio­na­li­sten“ hat er den gesun­den sen­sus fidei der Gläu­bi­gen fehl­ge­lei­tet und aus­ge­löscht.
    Heu­te steht sei­ne „Bru­der­schaft“, die kir­chen­recht­lich sowie­so kei­ne ist, am Abgrund und wird höchst­wahr­schein­lich fried­lich ein klei­nes Nisch­chen für ihre Tra­di­spie­le in der gro­ßen häre­ti­schen Kir­che suchen und damit zufrie­den sein. Und noch ein wenig spä­ter ward sie nicht mehr gese­hen.
    Man kann gegen den Strich sagen: Er hat die Gläu­bi­gen, die stand­ge­hal­ten hät­ten, so ver­formt in ihrem Sinn, dass er es war, der die­se star­ke Min­der­heit von rechts abge­fan­gen und in bzw. an den Abgrund geführt hat.
    Und Msgr. Wil­liam­son ist aus­ge­la­gert wor­den, um nun auch noch den noch rech­te­ren Rand abzu­schöp­fen und beim „Wider­stand gegen den Papst bei des­sen vol­ler Aner­ken­nung als Papst“ ein­zu­sam­meln.

  5. @ Leo Laemm­lein

    Der Ende 2010 ver­stor­be­ne Robert Prant­ner, der Exper­te für anti-katho­li­sche Kul­te gewe­sen ist, soll behaup­tet haben, Anni­ba­le Bugni­ni sei Mit­te der 1970er Jah­re als Frei­mau­rer ent­tarnt wor­den. Das dies­be­züg­li­che Demen­ti im Osser­va­to­re Roma­no sei nur ein untaug­li­cher Ver­such der Scha­dens­be­gren­zung gewe­sen. Da Bugni­ni im Juli 1982 starb, galt bis zu sei­nem Tod der CIC von 1917, der für eine Logen­mit­glied­schaft die Exkom­mu­ni­ka­ti­on vor­sieht.

    Bekannt­lich hat der im ver­gan­ge­nen Jahr ver­stor­be­ne Karl Rah­ner-Adla­tus Her­bert Vor­grim­ler offen Vor­trä­ge für Frei­mau­rer­lo­gen gehal­ten, auf denen die kirch­li­chen Bestim­mun­gen gegen die Frei­mau­re­rei als über­holt dar­ge­stellt wor­den sind. Vor­grim­ler hät­te so etwas nicht getan, wenn sich nicht in den Leh­ren sei­nes Vor­bilds Rah­ner bereits erheb­li­che Feh­ler befun­den hät­ten.

    • Lef­eb­v­re ist ja selbst der Zög­ling eines Hoch­g­rad­frei­mau­rers gewe­sen! Er hat ihn zum Prie­ster und zum Bischof geweiht. Lef­eb­v­re hat sich nicht von ihm distan­ziert und das The­ma unter den Tep­pich gekehrt.

      Die Päp­ste haben die Frei­mau­re­rei v.a. wegen zwei­er Din­ge ver­ur­teilt:

      1. wegen ihrer Geheim­bund-Orga­ni­sa­ti­on und der damit ver­bun­de­nen, miss­trau­en­er­wecken­den Geheim­nis­tue­rei

      2. wegen ihres syn­kre­ti­sti­schen Agno­sti­zis­mus, der die Pro­fa­ni­sie­rung der Gott­heit Jesu Chri­sti und die Ver­frem­dung der Sakra­men­te beinhal­te

      http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_p%C3%A4pstlicher_Rechtsakte_und_Verlautbarungen_gegen_die_Freimaurerei_und_Geheimb%C3%BCnde

      Und dies, nach­dem unge­zähl­te Prä­la­ten im 18. Jh Logen­mit­glie­der waren. Es waren eher die Prie­ster, die sich distan­zier­ten. Das war schick, gehör­te sich so in ari­sto­kra­ti­schen UND bür­ger­li­chen Krei­sen.

      Der Haupt­vor­wurf war, gezielt die Leh­re der Kir­che auf­zu­lö­sen und aus­zu­höh­len. In den Enzy­kli­ken und son­sti­gen Schrei­ben gei­stern jedoch noch ande­re Begrif­fe mit her­um: der Kom­mu­ni­mus, der Sozia­lis­mus, die Demo­kra­tie (i.S. der eines radi­kal von der Kir­che getrenn­ten Staats­sy­stems), der Begriff der „Sek­ten“, der Reli­gi­ons­frei­heit etc. etc.

      Offen­kun­dig hiel­ten die dama­li­gen Päp­ste die Frei­mau­rer­sek­ten nicht für die ein­zi­gen, die bestehen­de Ord­nungs­be­grif­fe durch ande­re erset­zen woll­ten.

      Wenn man die Befürch­tun­gen liest, die die Päp­ste hat­ten, muss man zuge­ste­hen, dass sie längst ein­ge­trof­fen sind — und zwar voll­um­fäng­lich. Auch was den Kom­mu­nis­mus betrifft oder den radi­ka­len Lai­zis­mus.
      Eine Geheim­bün­de­lei mit den damals genann­ten Zie­len ist folg­lich über­flüs­sig gewor­den: es ist doch längst alles erreicht, was „die“ dama­li­gen Frei­mau­rer, Kom­mu­ni­sten oder son­sti­gen Gesell­schaf­ten woll­ten.
      Vie­les davon ist sogar inzwi­schen schon wie­der geschei­tert und kann in der alten Form nicht mehr auf­er­ste­hen.

      Ich den­ke, wir ver­ken­nen die Lage, wenn wir aus der Per­spek­ti­ve des 19. Jh auf den Beginn des 21. Jh schau­en.

      Ich sage es rund­her­aus: Wäre ich ein Draht­zie­her, wür­de ich war­nen vor Draht­zie­hern — aber nicht vor denen, die rele­vant sind. Mit die­ser Masche hat schon Hit­ler enorm gepunk­tet. Wäh­rend er Panik und Hyste­rie geschürt hat wegen der „Juden & Frei­mau­rer“, hat er selbst das gan­ze Volk gleich­ge­schal­tet in den Abgrund geführt, und das völ­lig falsch instu­ier­te und hyste­risch auf­ge­la­de­ne Volk hat erst ange­fan­gen zu den­ken, als es zu spät war.

      • @Zeitschnur
        „Wäre ich ein Draht­zie­her, wür­de ich war­nen vor Draht­zie­hern – aber nicht vor denen, die rele­vant sind.“
        Sehr gut. Das ist das Spiel.
        Wie war das noch mit dem Rauch Satans?
        Jeden­falls soll­ten wir beten das der Herr uns die Fähig­keit zur Unter­schei­dung der Gei­ster stän­dig stär­ken möge. Ich sage mir seit Jahr­zehn­ten immer „Was du heu­te siehst und hörst ist erschreckend aber die Wirk­lich­keit ist unge­heu­er­lich“. Bis jetzt hat mir die Ent­wick­lung immer recht gege­ben. An ihren Früch­ten sollt ihr sie erken­nen. Und jetzt geht es um alles. Wenn sie Wahr­heit und Lüge und Gut und Böse ver­tau­schen und umdre­hen wird der Hei­li­ge Geist unse­re Ret­tung sein und das wäre dann wirk­lich eine gro­ße Gna­de. Mehr kann man nicht ver­lan­gen.
        Per Mari­am ad Chri­stum.

    • Chlod­wig
      Das ist wohl so, wie Sie schrei­ben. Aber ich gebe zu, je mehr Zeit ver­geht und je mehr ich weiß, desto weni­ger weiß ich im Grun­de und geht es mir ohne Über­heb­lich­keit wie dem Phi­lo­so­phen Sokra­tes von Alo­pe­ke, von dem das Wort über­lie­fert ist: Ich weiß, dass ich nichts weiß. Damit will ich nicht ech­tes Wis­sen abwer­ten, aber heu­te mor­gen beim Hören des Evan­ge­li­ums habe ich wie­der begrif­fen, dass es am wich­tig­sten ist, im Stan­de zu sein, die Stim­me des wah­ren Hir­ten zu hören. Jesus Chri­stus sagt da: Mei­ne Scha­fe hören mei­ne Stim­me, und ich ken­ne sie, und sie fol­gen mir; und ich gebe ihnen ewi­ges Leben, und sie gehen nicht ver­lo­ren in Ewigkeit,k und nie­mand wird sie aus mei­ner Hand rau­ben… (Joh 10,27–28). Dem steht jenes ande­re Wort des Herrn gegen­über: Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Reich der Him­mel hin­ein­kom­men, son­dern wer den Wil­len mei­nes Vaters tut, der in den Him­meln ist. Vie­le wer­den an jenem Tage zu mir sagen: Herr, Herr! Haben wir nicht durch dei­nen Namen geweis­sagt und durch dei­nen Namen Dämo­nen aus­ge­trie­ben und durch dei­nen Namen vie­le Wun­der­wer­ke getan? Und dann wer­de ich ihnen beken­nen: Ich habe euch nie­mals gekannt. Weicht von mir, ihr Übel­tä­ter! (Mt 7,21–23) Was für ein furcht­ba­res Wort: Ich habe euch nie­mals gekannt. Nichts ist wich­ti­ger, als von Chri­stus gekannt zu wer­den und zu sei­nen Scha­fen zu gehö­ren, sei­ne Stim­me zu ken­nen und ihm allein zu fol­gen — und nicht den Stim­men fal­scher Hir­ten. Inso­fern wür­de ich mich nie­mals auf Rah­ner und Bugni­ni ver­las­sen und auch nie­mand ande­rem dazu raten, um das Gering­ste zu sagen.

      • Rich­tig. Anstatt zu strei­ten mögen wir der Bes­ser­wis­se­rei absa­gen und Gott von gan­zem Her­zen suchen. In die­ser ver­wirr­ten Zeit gebe ich zu: „Ich weiss nur, dass ich nichts weiss“, trotz Stu­di­um, Pro­mo­ti­on, usw. Die Weis­heit der Welt ist Dumm­heit für Gott, so geht man am sicher­sten den klei­nen Weg der Hei­li­gen The­re­sa vom Kin­de Jesu. Blei­ben wir schlicht und treu dem wah­ren katho­li­schen Glau­ben. Es ist lebens­wich­tig, damit wir mit­hil­fe der Gna­de in der Freu­de ver­blei­ben kön­nen. Gott hat die Geschicke der Kir­che in der Hand und Er weiss wohin Er sie führt und Sei­ne Gerech­tig­keit wird offen­bar wer­den.

  6. Sehr geehr­te Frau Zeit­schnur. Sie lei­sten hier durch­aus gute Bei­trä­ge. Wie vie­le Tra­di­tio­na­li­sten haben Sie aber eine Aver­si­on gegen die Ortho­do­xie. Da wird leger von Schis­ma­ti­kern und Häre­ti­kern gespro­chen. Die Röm. Kir­che hat zu kei­ner Zeit die Grie­chen ( Syn­onym für die byzan­ti­ni­sche / ost­rö­mi­sche Ortho­do­xie ) als Häre­ti­ker bezeich­net. Obwohl sie tat­säch­lich eini­ge Glau­bens­wahr­hei­ten nicht aner­ken­nen. Nur soll­ten Sedis­va­kan­ti­sten und über­haupt Katho­li­ken heut­zu­ta­ge beschei­den sein. Gro­ße Tei­le der Römi­schen Kir­che leug­nen ele­men­ta­re Essen­ti­als des katho­li­schen Glau­bens, die­se Kata­stro­phe ist haus­ge­macht und soll­te Drit­ten nicht ange­la­stet wer­den. Dage­gen ste­hen Ihre „häre­ti­schen, schis­ma­ti­schen“ Ortho­do­xen glau­bens­mä­ßig ziem­lich gut da.- Na, und dann Ihre Aus­fäl­le gegen Erz­bi­schof Lefeb­re und die Pius­bru­der­schaft. Gut, auch dort wird nur mit Was­ser gekocht. Eines ist sicher! Ohne den Erz­bi­schof und sei­ne Bru­der­schaft hät­te es nie eine Bewe­gung der Tra­di­ti­on gege­ben. ( wird fort­ge­setzt )

  7. Zeitschnur2@ Die Pius­bru­der­schaft bie­tet eine geord­ne­te Seel­sor­ge in ihren Gemein­den und schützt ihre Gläu­bi­gen vor chao­ti­schen Zustän­den, wie sie z.B. in sedis­va­kan­ti­sti­schen Krei­sen die Regel sind. In der Medi­zin gilt, bei kör­per­li­chen Zusam­men­brü­chen erst die Vital­funk­tio­nen sichern und sta­bi­li­sie­ren, dann kann man wei­ter­se­hen.

    • Petrus:

      Mit Fr. Zeit­schnur über die Prie­ster­bru­der­schaft zu dis­pu­tie­ren, ist müßig (Ihre Fest­stel­lung, dass „auch dort nur mit Was­ser gekocht“ wird, fin­de ich gut!). Unter ande­rem habe ich ihr bezüg­lich der Anma­ßung, der Erz­bi­schof hät­te eine (angeb­li­che) Mari­en­er­schei­nung auf sich bezo­gen, bewie­sen, dass sie einem offen­kun­di­gen Über­set­zungs­feh­ler — aller­dings in SSPX-Schrif­ten — auf­ge­ses­sen ist.

      Auch sei­ne angeb­li­che Bean­spru­chung einer „Anfüh­rer­schaft“ ist halt­los, wenn man berück­sich­tigt, wie vie­le Gemein­schaf­ten in gutem, aber unab­hän­gi­gem Ein­ver­neh­men mit Mgr. Lef­eb­v­re gestan­den haben, bspw. die (dama­li­ge) Ver­ei­ni­gung von Mgr. de Castro May­er in sei­nem ehe­ma­li­gen Bis­tum, oder jene des Père Mar­ziac, nicht zu reden von den über­lie­fe­rungs­treu­en Neu­grün­dun­gen ver­schie­de­ner alter Orden, dar­un­ter eine ost­kirch­li­che in der Ukrai­ne. Frei­lich ließ er es sich nicht wider­stand­los gefal­len, als in den 70-er Jah­ren süd- und nord­ame­ri­ka­ni­sche SSPX-Prie­ster nach ihrer — mut­maß­lich erschli­che­nen — Wei­he in Ecône plötz­lich ein Sedi-Süpp­chen zu kochen began­nen. Dafür räumt sie in die­sem Zusam­men­hang einem Mgr. Thuc auf­grund eines durch Pius XI. (+1939) ergan­ge­nen Erlas­ses ein, eine gestal­te­ri­sche Rol­le zu spie­len. Dies miss­riet aber völ­lig: sie­he bspw. Palmar, oder in den USA die skan­dal­ge­schüt­tel­ten SGG-Enti­tys). Natür­lich kann da ein ehe­ma­li­ger Metro­po­lit und Spi­ri­ta­ner-Gene­ral­obe­rer nicht mit­hal­ten, selbst wenn er zuvor auch noch als Apo­sto­li­scher Dele­gat für einen gan­zen Kon­ti­nent sei­ner Spra­che amtiert hat­te.

      Was bit­te, enst­pricht aber nicht voll­kom­men dem Lehr­amt bis Pius XII., das Fr. Zeit­schnur zu den ortho­do­xen Irr­tü­mern schreibt? Ob bereits unter Joh. XXIII., weiß ich nicht, aber sicher mit Paul VI. began­nen dann die Tricks mit „nicht mehr anwend­ba­ren“ Ver­ur­tei­lun­gen — sie­he oben Leo Laemm­lein. Dabei setzt doch den Herrn her­ab, wer das Filio­que ablehnt! Was sich dar­aus über­dies für fata­le Fol­gen für die Ehe­leh­re erge­ben, hat sie eben­falls ver­schie­dent­lich und m.E. mei­ster­haft aus­ge­führt.

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