Richtigstellungen zu den Kreuzzügen — „Christen sollen Kampfgeist wiedergewinnen“

Kreuzzüge de Mattei Erzbischof Negri
Kreuz­zü­ge: Rober­to de Mattei und Erz­bi­schof Lui­gi Negri

(Fer­ra­ra) Erz­bi­schof Lui­gi Negri von Fer­ra­ra-Com­ac­chio und der Histo­ri­ker Rober­to de Mattei nah­men vor kur­zem an einem Vor­trags- und Dis­kus­si­ons­abend über die Kreuz­zü­ge teil. In die Sala San Fran­ces­co in Fer­ra­ra hat­te der Freun­des­kreis der katho­li­schen Monats­zeit­schrift Il Timo­ne geladen.

Kern des Abends waren Gedan­ken, aber auch Rich­tig­stel­lun­gen zu einem Kapi­tel der Geschich­te, des­sen Wahr­neh­mung und Dar­stel­lung im Lau­fe der Jahr­hun­der­te zahl­rei­che Ver­zer­run­gen erfah­ren hat. Ver­zer­run­gen, die durch Ein­gang in den Schul­un­ter­richt dazu geführt hät­ten, daß die Kreuz­zü­ge weit­ge­hend nega­tiv kon­no­tiert sei­en. Anders die Dar­stel­lung der bei­den Refe­ren­ten, die von den „bewaff­ne­ten Pil­ger­fahr­ten“ in einem ande­ren Licht spra­chen. Durch den Abend führ­te der Histo­ri­ker und Archäo­lo­ge Tom­ma­so Mantovani.

Pilgerstab und Schwert: die „eminent geistlichen“ Ziele der Kreuzzüge

Rober­to de Mattei sprach über die „emi­nent geist­li­chen“ Ziel­set­zun­gen, die die latei­ni­sche Chri­sten­heit ver­an­laß­te, Pil­ger­rock und Waf­fen­rock anzu­le­gen, Pil­ger­stab und Schwert in die Hand zu neh­men. Er sprach in der Dar­stel­lung der Vor­ge­schich­te über die Bedeu­tung der Hei­li­gen Stät­ten für die Chri­sten­heit und spann­te den Bogen von den turk­me­ni­schen Erobe­run­gen bis zum Kon­zil von Cler­mont, das Papst Urban II. 1095 ein­be­rief. Der dort erschal­len­de Ruf „Deus lo vult“ (Gott will es!) führ­te zum Ersten Kreuzzug.

Zu den Ver­zer­run­gen in der Dar­stel­lung der Kreuz­zü­ge gehö­re die Her­ab­set­zung der Moti­ve. Es wird Beu­te­gier unter­stellt und behaup­tet, die Kreuz­zü­ge sei­en ein Ven­til für die wei­chen­den Söh­ne des euro­päi­schen Adels gewe­sen, die nichts zu erben hat­ten. Die Wis­sen­schaft wis­se zwar längst das Gegen­teil, doch drin­ge die­se Mei­nung weder in den Schul­bü­chern noch in den mei­nungs­bil­den­den Medi­en durch. Die Kreuz­fahrt war aus­ge­spro­chen teu­er, wes­halb die The­se der abge­scho­be­nen Nach­ge­bo­re­nen in sich zusam­men­bricht. Es bra­chen Erst- wie Nach­ge­bo­re­ne glei­cher­ma­ßen auf und die Kosten wur­den von den Fami­li­en glei­cher­ma­ßen, oft unter gro­ßen Opfern bezahlt, ja gan­ze Herr­schaf­ten und Für­sten­tü­mer zur Finan­zie­rung ver­pfän­det ohne jede Aus­sicht, das Geld je zurück­zu­er­hal­ten, viel­mehr alles zu verlieren.

Glaubenseifer für Gott zu streiten und Bereitschaft zum Opfergang als Akt der Buße

Die Wüste­nei des Nahen Ostens war zudem kei­nes­wegs ein ver­locken­des Ziel. Ohne die Bedeu­tung des geist­li­chen Antriebs zu erfas­sen, sei­en die Kreuz­zü­ge nicht zu ver­ste­hen. Dazu gehör­te der Glau­bens­ei­fer für Gott zu strei­ten eben­so wie die Bereit­schaft zum Opfer­gang als Akt der Buße für das eige­ne Seelenheil.

Der Kreuz­zug kam auf­grund eines Hil­fe­rufs des byzan­ti­ni­schen Kai­sers zustan­de, der sich ein Söld­ner­heer erwar­te­te, weil es in Ostrom unüb­lich gewor­den war, daß der Adel mili­tä­risch aktiv wird. Um so erstaun­ter war man, als die Blü­te der latei­ni­schen Eli­te dem Ruf Fol­ge lei­ste­te und vor Kon­stan­ti­no­pel aufmarschierte.

De Mattei zeig­te den „Kreuz­zugs­geist“ auf, den Geist des Chri­sten­tums, oder mit ande­ren Wor­ten, die „Lie­be für das unver­ständ­li­che Geheim­nis des Kreu­zes“. Des­halb sei­en die Kreuz­zü­ge „kei­nes­wegs auf das mit­tel­al­ter­li­che Den­ken beschränkt“, wie es oft hei­ße, und nur dar­aus erklär­bar. Die Kreuz­zü­ge sei­en näm­lich „eine see­li­sche Grund­dis­po­si­ti­on des Chri­sten“, aber auch ein Lehr­bei­spiel dafür, was eine ent­schlos­se­ne, aber unter­stütz­te Min­der­heit bewe­gen kann. Nur etwa zehn, höch­stens 15 Pro­zent der euro­päi­schen Rit­ter grif­fen per­sön­lich zum Schwert und nah­men das Kreuz, waren aber durch die All­ge­mein­heit unter­stützt. Die­ser muti­gen Min­der­heit gelang eine in vie­ler­lei Hin­sicht beein­drucken­de Lei­stung. Sie schu­fen unter ande­rem Kreuz­fah­rer­staa­ten im Nahen Osten, die unter wid­ri­gen Umstän­den 200 Jah­re Bestand hat­ten, und von Jeru­sa­lem über Zypern und das Bal­ti­kum bis Mal­ta sogar gan­ze 700 Jah­re umfas­sen. Mehr noch aber beein­drucke, wie die­se Min­der­heit unter größ­ten Opfern für das Über­le­ben Euro­pas und für die gesam­te Chri­sten­heit focht.

Widerspruch gegen negative Rezeption

Der Histo­ri­ker wider­sprach des­halb der nega­ti­ven Rezep­ti­ons­ge­schich­te der Kreuz­zü­ge, die beson­ders mit dem anti­ka­tho­li­schen Kampf der Auf­klä­rung ein­setz­te und im Mar­xis­mus sei­ne Fort­set­zung fand. Bei­de inein­an­der­grei­fen­den Strö­mun­gen beherr­schen noch immer die Volks­mei­nung über die Kreuz­zü­ge. Die Kreuz­zü­ge (sie­ben oder acht, je nach Zähl­wei­se) sei­en „untrenn­bar mit einer lan­gen Rei­he von Päp­sten ver­bun­den – von Urban II. bis Pius XII. – die sie geför­dert und orga­ni­siert oder in ihrer histo­ri­schen Bewer­tung als ihr Heer betrach­tet haben“, so de Mattei.

Es war „die bren­nen­de Lie­be für die Näch­sten­lie­be“, die Men­schen jeg­li­cher Her­kunft und Stan­des zusam­men­führ­te, um die hei­li­gen Stät­ten zu befrei­en. Eine Hal­tung, die auch heu­te die Chri­sten­heit bewe­gen soll­te und als inne­re Hal­tung wie­der­zu­ent­decken und zurück­zu­ge­win­nen sei. Die Chri­sten dür­fen „weder den kämp­fe­ri­schen Geist ver­lie­ren noch für einen fal­schen Pazi­fis­mus ein­tre­ten, denn Gott hat in Chri­stus sein eige­nes Blut für alle ver­gos­sen, aber vor allem für sein Reich, das in der Gesell­schaft tri­um­phie­ren muß“.

Kreuzzüge eine „uneigennützige, missionarische Glaubensbewegung“

Eine Hal­tung, die Erz­bi­schof Lui­gi Negri mit gro­ßem Lob bedach­te. Er griff den Faden auf und beschrieb die Kreuz­zü­ge als „Bewe­gung des Glau­bens und des unei­gen­nüt­zi­gen und mis­sio­na­ri­schen Ein­sat­zes“, der nichts mit wirt­schaft­li­chen und poli­ti­schen Beweg­grün­den zu tun hat­te. Der Applaus im Saal zeig­te, daß die Inter­pre­ta­ti­on des Erz­bi­schofs vom Publi­kum geteilt wur­de, der mehr­fach beton­te, „den Kreuz­zü­gen dank­bar“ zu sein. Gleich­zei­tig zeich­ne­te der Erz­bi­schof das Bild jener christ­li­chen Gesell­schaft, die über eine gefe­stig­te Iden­ti­tät ver­füg­te, die nicht in sich selbst ein­ge­schlos­sen war, son­dern zum Akteur der Rück­erobe­rung der Hei­li­gen Stät­ten des Chri­sten­tums wer­den konn­te. Irgend­wel­chen ideo­lo­gi­schen Inter­pre­ta­tio­nen hielt Erz­bi­schof Negri ent­ge­gen: „Wir müs­sen nie­man­den recht­fer­ti­gen. Der Glau­ben der Kreuz­rit­ter drück­te sich auch in Gewalt aus, aber er hat sie nicht verursacht.“

Kreuzzüge verschafften Europa längste Friedenszeit seiner Geschichte

Der Histo­ri­ker de Mattei wider­sprach schließ­lich auch der Ver­zer­rung, die Kreuz­zü­ge sei­en ein Miß­er­folg gewe­sen. Das Gegen­teil sei der Fall. Euro­pa habe nie mehr vor­her oder nach­her bis zum heu­ti­gen Tag eine so lan­ge, 200 Jah­re wäh­ren­de Frie­dens­pha­se ohne äuße­re Bedro­hung erlebt. Die Kreuz­zü­ge stopp­ten um zwei Jahr­hun­der­te den tür­ki­schen Vor­marsch nach Euro­pa und schwäch­ten ihn ins­ge­samt. „Euro­pa sähe ohne Kreuz­zü­ge heu­te anders aus“, so Erz­bi­schof Negri. Die Kreuz­zü­ge waren letzt­lich eine „Befrei­ungs­tat“. „Vor allem leh­ren uns die Kreuz­zü­ge, daß eine im einen Glau­ben geein­te Gesell­schaft zu Höchst­lei­stun­gen fähig ist und mehr noch Garant für Iden­ti­tät und Sicher­heit, aber auch der Arti­ku­la­ti­on wirk­li­cher Diver­si­tät ist und nicht ver­fälscht wie heu­te durch den lai­zi­sti­schen Rela­ti­vis­mus, der Euro­pa zur Selbst­zer­stö­rung führt“, so Erz­bi­schof Negri.

„Die Kir­che hat im Heu­te und Jetzt das Recht und die Pflicht, das Wort Got­tes zu ver­kün­den, aktiv zu sein und täg­lich dafür zu kämp­fen, in der Öffent­lich­keit Sicht­bar­keit zu erlan­gen, denn die ein­zi­gen Gren­zen, die ihr gesetzt sind, sind die phy­si­schen Gren­zen der Erde“, so in Über­ein­stim­mung Erz­bi­schof Negri und Pro­fes­sor de Mattei.

Text: Giu­sep­pe Nardi
Bild: Cor­ris­pon­den­za Romana

15 Kommentare

  1. Das sind durch­aus bemer­kens­wer­te Aus­deu­tun­gen, über die da berich­tet wird. sie ste­hen im Kon­trast zu der grob-höl­zer­nen Dar­stel­lung des Main­streams mit sei­ner Christengegnerschaft.

    • Ralph@ Da kann man sich nur anschlie­ßen. Um das Chri­sten­tum nega­tiv zu bewer­ten, wer­den immer wie­der die Kreuz­zü­ge ins Spiel gebracht. Kei­ner denkt dar­an, was diese
      Men­schen auf sich genom­men haben, näm­lich Stra­pa­zen, Krank­heit, Not und Tod. 

      Der Wahr­heit die Ehre !

  2. So wie die Kreuz­zü­ge kei­ne ordent­li­che histo­ri­sche Wür­di­gung im Schul­un­ter­richt erhal­ten, genau­so wer­den beschö­ni­gen­de Mär­chen über die isla­misch besetz­ten Tei­le der ibe­ri­schen Halb­in­sel wäh­rend der Mit­tel­al­ters ver­brei­tet. Die angeb­li­che Tole­ranz der Moham­me­da­ner drück­te sich der­ge­stalt aus, daß alle Nicht-Allah-Gläu­bi­gen als Schutz­be­foh­le­ne betrach­tet wor­den sind, die eine spe­zi­el­le Kopf­steu­er zu ent­rich­ten hat­ten, die außer­halb ihrer reli­giö­sen Gemein­den kei­ne Funk­tio­nen des öffent­li­chen Lebens wahr­neh­men durf­ten, die mit­tels zahl­rei­cher Bestim­mun­gen dis­kri­mi­niert wor­den sind etc. Und ganz beson­ders viel „bun­tes Mit­ein­an­der“ zeig­te sich 1066 beim Mas­sa­ker von Gra­na­da, als etwa 4.000 Juden ermor­det wor­den sind. Die­ses Pogrom gilt als erstes des Mit­tel­al­ters auf euro­päi­schem Boden. Es fand zeit­lich noch vor den Pogro­men im mit­tel­al­ter­li­chen Euro­pa der Chri­sten­heit statt.

  3. Auch Hw Prof. May plä­diert für eine Rich­tig­stel­lung bez. der „zeit­ge­mäss nega­ti­ven“ Bewer­tung der Kreuzzüge.
    Ein Aus­zug aus einer Pre­digt aus dem Jah­re 2004, in der er die abwe­gi­gen „Argu­men­te“ gegen die Kreuzzüge 
    wie­der ins rech­te, kir­chen­ge­schicht­lich bedeut­sa­me ! — Licht rückt: 

    -
    [.…]
    „Wie sind nun die Kreuz­zü­ge zu bewerten? 
    Wir müs­sen zunächst feststellen: 
    Es waren groß­ar­ti­ge Unter­neh­mun­gen des christ­li­chen Abend­lan­des. Die Besten, die mit die­sen Hee­ren zogen, waren bewegt von dem Gedanken, 
    die hei­li­gen Stät­ten von der Herr­schaft der Moham­me­da­ner zu befrei­en, den Chri­sten zu Hil­fe zu eilen,  sie vor der gewalt­sa­men oder durch Verlockungen 
    gesche­hen­den Isla­mi­sie­rung zu bewahren. 
    Meh­re­re hei­li­ge und gro­ße Herr­scher haben sich der Kreuz­zugs­be­we­gung angeschlossen. 
    Das kann kei­ne schlech­te Sache gewe­sen sein, 
    an der Kai­ser Fried­rich I. Bar­ba­ros­sa teil­ge­nom­men hat. 
    Das kann kei­ne schlech­te Sache gewe­sen sein, 
    in der König Lud­wig der Hei­li­ge von Frank­reich sich betei­ligt hat. 
    Das muß eine gute Sache gewe­sen sein.
    [.…]
    Selbst­ver­ständ­lich blei­ben im Krie­ge, in kei­nem Kriege, 
    Über­grif­fe nicht aus. 
    Es zogen ja nicht nur die Rit­ter mit, die von edlen Gesichts­punk­ten bewegt waren. 
    Man muß­te, um ein gro­ßes Heer zu bilden, 
    auch Sold­trup­pen anwer ben. 
    Wer geht schon für Sold in den Krieg? 
    Das sind Aben­teu­rer, das sind wil­de Gesel­len, das sind solche, 
    die nichts zu ver­lie­ren haben. 
    Und die haben sich natür­lich auch wäh­rend des Kreuz­zu­ges ent­spre­chend benommen. 

    [.…]
    Die Kreuz­zü­ge haben auch erheb­li­che stra­te­gi­sche Bedeu­tung gehabt. 
    Sie haben das Abend­land eine Zeit­lang von dem Druck der Moham­me­da­ner befreit. 
    Was wir bedau­ern müs­sen, ist, daß sie nicht mit mehr Nach­druck und mit mehr Kraft durch­ge­führt wurden, 
    daß nicht mehr Nach­schub kam, so daß die gro­ßen Opfer umsonst gebracht schie nen.
    Das müs­sen wir bedau­ern, nicht daß die Kreuz­zü­ge unter­nom­men wur­den, son­dern daß sie nicht nach hal­tig genug geführt wur­den, weil der Ego­is­mus zu groß war, weil es Strei­te­rei­en gab unter den Kreuz­fah­rern, unter den Für­sten, die sich eine Herr­schaft im Hei­li­gen Lan­de begrün­den woll­ten. Die­se Eifer­süch­te­lei­en sind tief bedau­er­lich und haben einen Schat­ten auf die Kreuz­zü­ge geworfen. 
    Aber als Abwehr­maß­nah­men sind sie gerecht fer­tigt. Die Kir­che hält in ihrer Leh­re nach wie vor dar­an fest, 
    daß ein Ver­tei­di­gungs­krieg gerecht fer­tigt ist, 
    und die Kreuz­zü­ge waren Verteidigungskriege. 
    Sie haben das Abend­land gegen den aggres­si­ven Islam zu ver­tei­di­gen gesucht.

    [.…]
    Wir Chri­sten haben uns der Kreuz­zü­ge nicht zu schämen. 
    Wir brau­chen uns für die Kreuz­zü­ge nicht zu entschuldigen. 
    Wir müs­sen unse­ren Vor­fah­ren dank­bar sein, 
    die Gut und Blut ein gesetzt haben, 
    um das christ­li­che Abend­land zu verteidigen, 
    um den Chri­sten im Mor­gen­land zu Hil­fe zu kom­men, um den Druck des Islam zu lockern und um das Kreuz wie­der in dem Lan­de auf­zu­pflan zen, über des sen Boden unser Herr und Hei­land Jesus Chri­stus geschrit­ten ist. Deus lo volt – Gott will es! 
    So haben die Teil­neh­mer am ersten Kreuz­zug gerufen, 
    und ich bin nach wie vor der Mei­nung, daß das christ­li­che Abend­land damit einen wert­vol­len, einen uner­läß­li­chen Bei­trag für die Erhal­tung des Chri­sten­tums gelei­stet hat.“
    -

    • Dan­ke für die­se Erläu­te­rung von Hw. Prof May.
      Papst Urban II. wur­de 1881 von Leo XIII. bea­ti­fi­ziert und noch groß­ar­tig gewür­digt. Das Kreuz­gugs­we­sen ist nicht etwas derer sich der Chri­sten­mensch zu genie­ren oder gar „ent­schul­di­gen“ braucht. Der Impe­tus der den vie­len Kreu­zugs­auf­ru­fen der römi­schen Päp­ste als pad­re com­mu­ne der Chri­sten­heit gegen die Moham­me­da­ner bis Anfang des XVIII. Jahr­hun­dert zu Grun­de lag war nur bil­lig und recht, anstö­ßig und anma­ßend war jedoch die dafür gespro­che­ne „Ver­ge­bungs­bit­te“ von 2000.

  4. Da sol­len die­se Hel­den gleich ein­mal aus­rücken und den Juden Palä­sti­na weg­neh­men. Das schaue ich mir an! Viel Glück auf den Weg!

  5. Guter Arti­kel und dan­ke @ Defen­dor bezüg­lich Hw. Prof. May, Was lei­der über­se­hen wird wel­che gro­ßen Män­ner auch der Kle­rus zu die­ser Zeit hat­te wie Bern­hard von Clairvaux oder Abt Suger, man blen­det auch ger­ne aus das Euro­pa in die­ser Pha­se im Gegen­satz zu heu­te wirk­lich blüh­te, unter­rich­tet wird auch dies so gut wie nicht, ohne den Kle­rus ist selbst der beste Kämp­fer nichts. Die Kathe­dra­len Frank­reichs sind stum­me Zeu­gen die­ser Zeit, und sie spre­chen doch…

  6. Kampf­geist ja, aber das Pro­blem ist bei uns Men­schen, dass wir Gott sehr schnell vor­schrei­ben wol­len, wel­che unse­rer Kämp­fe er gefäl­ligst zu seg­nen habe.
    Und das war auch das Dilem­ma der Kreuz­zü­ge. Über nicht allem kann man „Deus lo vult“ sehen…
    Selbst Jean­ne d’Arc gab zu, in einem Punkt nicht das getan zu haben, was Gott vor­ge­se­hen hat­te, son­dern sich auf ihre eige­ne Ein­schät­zung zu ver­las­sen. Aber sie war wenig­stens ehr­lich, eine gro­ße und tap­fe­re hei­li­ge und kämp­fe­ri­sche Frau!

    Auf mich wir­ken sol­che Appel­le schwach­brü­stig — woher soll es kom­men? Kampf­geist aus­ru­fen? Das führt nur ins Ver­der­ben. Katho­li­ken aller Län­der ver­ei­nigt euch? Oder was? Rosen­kranz­wett­be­ten — auch wenn das Herz schwarz ist?

    Ich hal­te davon nicht viel. Denn nur wenn wir gerei­nigt sind, kön­nen wir auch recht kämp­fen. ich blei­be dabei: erst mal Buße!

    • Es ist eine haar­schar­fe Trenn­li­nie zwi­schen dem guten Kampf des Glau­bens und dem Kampf des abstür­zen­den Her­zens, das den Glau­ben miss­braucht für ande­re Zwecke.

      Ich muss an die­se unheim­li­che Geschich­te mit König Saul den­ken. Er habe „rings­um mit all sei­nen Fein­den Krieg (geführt)“ heißt es (1. Sam. 14, 47) und „Wohin er sich auch wand­te, war er siegreich.“

      Dann befiehlt Gott ihm den Krieg gegen die Ama­le­ki­ter. Saul kämpft die­sen Kampf, siegt auch, hält sich aber nicht an die Regeln, die Gott ihm vor­ge­schrie­ben hatte.
      „Es reut mich, dass ich Saul zum König gemacht habe. Denn er hat sich von mir abge­wandt und hat mei­ne Befeh­le nicht aus­ge­führt. Das ver­dross Samu­el sehr udn er schrie die gna­ze Nacht zum Herrn.“ (15, 10+11)

      Die Grün­de für den Krieg gegen Ama­lek sind viel­fäl­tig und ver­ständ­lich — einem selbst­mör­de­ri­schen Pazi­fis­mus muss nie­mand hul­di­gen. Gott will es, auch damals schon: Deus lo vult.
      Aber dann tut der Mensch nicht mehr, was Gott will, son­dern was er selbst sich so zusammenreimt.

      Inter­es­sant auch die Gestalt Samu­els. Es „ver­dross“ ihn, dass Gott Sauls Unge­hor­sam auf die Gold­waa­ge legt. Auch die­se Hal­tung ken­nen wir — wir haben es gera­de in die­sen Tagen hier im Forum davon: Wenn man meint, man kämp­fe den rech­ten Kampf, erlaubt man sich selbst jede Regel­ver­let­zung, hält sie auch für gerecht­fer­tigt, dem Bru­der, der Schwe­ster aber gesteht man nichts davon zu, beim ande­ren misst man mit ande­rem Maß…
      Samu­el also ver­stand Got­tes unbe­ding­te Gerech­tig­keits­for­de­rung nicht. Samu­el aber pöbelt nicht im selbst­ge­rech­ten Wahn her­um, er ver­leum­det und lügt nicht, er schmäht und rich­tet nicht. Er tut das ein­zig Rich­ti­ge. Er „schreit zum Herrn die gan­ze Nacht“.

      Gott reagiert nicht. Aber am Mor­gen erfährt Samu­el, dass Saul sich selbst ein Denk­mal gesetzt hat — Gott ist im zwei­ten Rang gelandet.
      Saul geht Samu­el ent­ge­gen und sagt groß­spu­rig: „Geseg­net seist du vom Herrn. ich habe den Befehl des Herrn aus­ge­führt.“ (13)

      Da tut also einer, der macht, was er will, obwohl er den Sieg Ihm ver­dank­te, noch fromm und lügt frech — ob er sich des­sen noch bewusst ist?

      Von Samu­el heißt es, er habe um Saul getrau­ert bis zu des­sen schlim­mem Ende.

      Eine hauch­dün­ne Linie trennt also von guten kampf zur Verwerfung.
      Auch wenn die Kreuz­zü­ge „gut“ ange­fan­gen haben, auch mit sehr guten Grün­den — was haben die Mus­li­me eigent­lich an unse­ren hei­li­gen Stät­ten ver­lo­ren gehabt, auch sie haben ja nur aggres­si­ve Erobe­run­gen durch­ge­führt, wozu sie hät­scheln und bemit­lei­den — damit ist aber eine Ana­ly­se der tra­gi­schen Umstän­de auf unse­rer Sei­te noch längst nicht geklärt.

      • Zeit­schnur, es ist wohl das Pro­blem des Krie­ges an sich, der die­se Gefahr des schma­len Grats beher­bergt vom rech­ten Pfad abzu­kom­men. Als gutes Bei­spiel dafür die­nen die Ver­gel­tungs­ak­tio­nen der Wehr­macht im Par­ti­sa­nen­krieg in Jugo­sla­wi­en oder auch die Reak­tio­nen von Waf­fen-SS Ver­bän­den in Frank­reich im Auf­ein­an­der­tref­fen mit der Resi­stance. Reak­ti­on und Über­re­ak­ti­on ist durch die Gräu­el des Krie­ges nicht weit von­ein­an­der ent­fernt und zeigt klar auf, der Mensch wur­de nicht geschaf­fen um sich gegen­sei­tig zu Töten. Die Tat­sa­che das man in Deutsch­land nicht erkannt hat das ein Buch wie der Koran min­de­stens auf den Index gehört, wenn nicht sogar ver­bo­ten, wird uns zwangs­wei­se wie­der in den Krieg füh­ren. Wie Goe­b­bels sag­te, tota­ler Krieg, also auch tota­le Über­re­ak­ti­on, die Höl­le auf Erden, gra­tis ser­viert von den Eli­ten des Unge­hor­sa­mes gegen­über Gott.

  7. Man kann der Redak­ti­on nur Dank sagen für die­sen Bericht über eines der meist­ver­fem­ten, und in Wahr­heit doch schön­sten, ruhm­reich­sten Kapi­tel der Geschichte.
    Ger­ne erin­ne­re ich das das herr­li­che Wort des unver­ges­se­nen Pap­stes Pus XII., wel­cher sag­te: „Die Kreuz­zü­ge hat­ten nur einen Feh­ler: dass sie am Ende nicht gewon­nen und die Hei­li­gen Orte des Glau­bens nicht aus der Hand der Nicht­glau­ben­den befreit wurden.“

    So ist es. Ich füge hin­zu: wir brau­chen auch heu­te den Geist und die Beherzt­heit der dama­li­gen Rit­ter. in Ansät­zen erken­ne ich in dem, was der über­zeu­gen­de (wenn auch lei­der nur ortho­do­xe) Christ Prä­si­dent Putin mit der Befrei­ung der „Ukrai­ne“ ins Werk setzt, die­sen herr­li­chen Geist christ­li­cher Waf­fen­rü­stung wie­der. Und ich bete dafür, dass auch der ver­kom­me­ne, von anti­ka­tho­li­schen, frei­mau­re­risch-zio­ni­sti­schen Mäch­ten beherrsch­te „Westen“ durch die christ­li­chen Kräf­te, ange­führt vom Hei­li­gen Russ­land, ein­mal befreit wer­den wird.

    • Sehr rich­tig. Die Wie­der­auf­er­ste­hung des Hei­li­gen Ruß­lands ist eine unab­ding­ba­re Kraft beim Strot­zen gegen die Flut jener bös­ar­ti­gen Mäch­te des Westens (es war es bereits zur Zeit der Hei­li­gen Alli­anz mit Kai­ser Niko­laus I.), wel­che sie beschrie­ben haben. Des­we­gen auch der blan­ke Haß des Westens auf Prä­si­dent Wla­di­mir Putin und nicht weni­ger auf Patri­arch Kyrill. Prä­si­dent Putin han­delt so wie ein gutes Staats­ober­haupt zu han­deln hat und mehrt die Rech­te der Kir­che, rich­tet sei­nen Blick auf die Geschich­te des Hei­li­gen Rus und weiß sich des­sen Erbe ver­pflich­tet. Patri­arch Kyrill agiert wie ein Kir­chen­ober­haupt zu agie­ren hat, und bei­de Gewal­ten und Mäch­te bil­den eine Sym­pho­nie. Bei­des fehlt uns im Westen vollkommen.
      Mit Aus­nah­me von Ungarns Pre­mier Orbán (Cal­vi­nist, dem lei­der von kirch­li­cher (katho­li­scher) Sei­te in Ungarn ein Kom­ple­men­tär fehlt) und Pre­mier Pon­ta in Rumä­ni­en (lei­der letz­ten Sonn­tag lei­der unter­le­gen obzwar die rumä­ni­sche ortho­do­xe Kir­che sich für ihn stark ein­setz­te) gibt es in Euro­pa kei­ne Staats­len­ker wel­che das Chri­sten­tum fördern.
      Des­we­gen blicken Sie wie ich auf Mos­kau und sehen dort die Restau­ra­tii­on eines christ­li­chen Gemein­we­sens, frei­lich bit­ter bekämpft und ohne Unter­lass ver­leum­det und geschol­ten von der westl. Obrig­keit und ihren Medienkonglomeraten.

      • Bes­ser als Sie kann man es nicht sagen, vergelt’s Gott! Pon­ta in Rumä­ni­en hat­te aller­dings den „Web­feh­ler“, dass er trotz unta­de­li­ger kir­chen­treu­er Hal­tung der fal­schen Par­tei ange­hör­te, näm­lich der von Kom­mu­ni­sten durch­setz­ten Sozi­al­de­mo­kra­tie. Das hat ihn das Ver­trau­en des Volks geko­stet. Wäre er bei den Kon­ser­va­ti­ven, hät­te er die Wahl sicher­lich klar gewon­nen. Noch bit­te­rer ist, dass dort jetzt mit dem west­lich-libe­ra­li­sti­schen Deka­denz-Prä­si­den­ten Johan­nis ein „Luthe­ra­ner“ an die Macht gekom­men ist.

  8. Der Mut derer, die sich gegen die Drang­sa­lie­rung durch die moha­me­da­ni­sche Reli­gi­on der Chri­sten (und Juden) in Nah­ost und spä­ter in den besetz­ten Gebie­te Spa­ni­ens und Ost-Euro­pas „bis Wien“ zur Zeit der Kreuz­zü­ge und danach wand­ten, wäre zumin­dest zur Ver­tei­di­gung Euro­pas heu­te eine Ret­tung für das Chri­sten­tum. Aber die­ser Mut fehlt.

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