Kirche und Piusbruderschaft: Vertrauter des Papstes droht Gläubigen mit Exkommunikation

Albano Laziale: italienischer Distriktssitz der Piusbruderschaft
Alba­no Lazia­le: ita­lie­ni­scher Distrikts­sitz der Pius­bru­der­schaft

(Rom) In Ita­li­en ist eine Kam­pa­gne gegen die Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. im Gan­ge. Anlaß ist die Dro­hung eines Bischofs, daß Gläu­bi­ge, die bei der Pius­bru­der­schaft die Sakra­men­te emp­fan­gen, exkom­mu­ni­ziert sei­en. Die Initia­ti­ve steht in direk­tem Wider­spruch zur jüng­sten Öff­nung Roms gegen­über der Pius­bru­der­schaft, die Kuri­en­erz­bi­schof Gui­do Poz­zo, der Sekre­tär der Päpst­li­chen Kom­mis­si­on Eccle­sia Dei äußer­te. Von „zwei­er­lei Maß“ und einer „selek­ti­ven Barm­her­zig­keit“ spricht Rora­te Cae­li.

Aus­ge­löst wur­de die Medi­en­kam­pa­gne durch ein Schrei­ben des Bischofs von Albano vom ver­gan­ge­nen 14. Okto­ber an alle Pfar­rer sei­ner Diö­ze­se. Dar­in infor­miert Bischof Mar­cel­lo Semer­a­ro über die Pius­bru­der­schaft und erteilt Anwei­sun­gen. Alba­no ist eines der sub­ur­bi­ka­ri­schen Bis­tü­mer Roms, deren nomi­nel­le Inha­ber die Kar­di­nal­bi­schö­fe der Katho­li­schen Kir­che sind, also die rang­höch­sten Mit­glie­der des Kar­di­nals­kol­le­gi­ums. Kar­di­nal­bi­schof von Alba­no ist der ehe­ma­li­ge Kar­di­nal­staats­se­kre­tär Ange­lo Kar­di­nal Soda­no.

Bischof Semer­a­ro begrün­det die „Noti­fi­ka­ti­on“ mit Anfra­gen über die Gül­tig­keit der durch die Pius­bru­der­schaft gespen­de­ten Sakra­men­te, die an die Diö­ze­san­ku­rie gerich­tet wur­den. In der Diö­ze­se Alba­no befin­det sich der Sitz des ita­lie­ni­schen Distrikts der Bru­der­schaft.

„Kein kanonischer Status“, „keine rechtmäßige Ausübung“ des priesterlichen Amtes

Bischof Marcello Semeraro
Bischof Mar­cel­lo Semer­a­ro

Der Bischof ver­weist auf die „güti­ge Auf­he­bung der Exkom­mu­ni­ka­ti­on“ der Bischö­fe der Bru­der­schaft durch Papst Bene­dikt XVI. am 21. Janu­ar 2009. Und auf das Schrei­ben Bene­dikts an alle Bischö­fe der Kir­che vom 10. März 2009. Die Beto­nung von Msgr. Semer­a­ro liegt dabei auf der Aus­sa­ge, daß die Bischö­fe der Bru­der­schaft kein „recht­mä­ßi­ges“ Amt in der Kir­che aus­üben (AAS CI, 2009, Nr. 4, S. 272) und die Bru­der­schaft über „kei­nen kano­ni­schen Sta­tus“ in der Kir­che ver­fügt, wes­halb ihre Prie­ster kei­ner­lei Amt „auf recht­mä­ßi­ge Wei­se“ aus­üben kön­nen (AAS CI, 2009, Nr. 4, S. 710f).

Wei­ters ver­weist der Bischof auf einen Hir­ten­brief sei­nes Vor­gän­gers, Msgr. Dan­te Berni­ni (1982–1999), in dem es heißt: „Die katho­li­schen Gläu­bi­gen kön­nen weder an der Mes­se teil­neh­men noch von oder in der Bru­der­schaft die Sakra­men­te erbit­ten oder emp­fan­gen. Gegen­tei­li­ges Han­deln wür­de bedeu­ten, die Gemein­schaft mit der katho­li­sche Kir­che zu bre­chen.“

Gläubige der Piusbruderschaft nicht in Gemeinschaft mit der Kirche?

Bischof Semer­a­ro zieht dar­aus den Schluß: „Des­halb setzt sich jeder katho­li­sche Gläu­bi­ge, der von der Bru­der­schaft St. Pius X. die Sakra­men­te erbit­tet oder emp­fängt in den Zustand, nicht in der Gemein­schaft mit der Katho­li­schen Kir­che zu sein. Einer Wie­der­zu­las­sung in die Katho­li­sche Kir­che muß ein ange­mes­se­ner per­sön­li­cher Weg der Ver­söh­nung gemäß der vom Bischof fest­ge­leg­ten kirch­li­chen Ord­nung vor­aus­ge­hen“.

Schließ­lich bedau­ert der Bischof, daß eini­ge „Optio­nen“, mut­maß­lich der Pius­bru­derd­schaft, beson­ders im Zusam­men­hang mit Kin­dern und Jugend­li­chen, „im Wider­spruch zur pasto­ra­len Aus­rich­tung der ita­lie­ni­schen Kir­che und der Diö­ze­se Alba­no“ ste­hen.

Die Pfar­rer sol­len die Gläu­bi­gen über die­se bischöf­li­che Anwei­sung infor­mie­ren.

L’Espresso: „Papst verbietet Lefebvrianern die Messe zu feiern“

Die Medi­en, allen vor­an das Wochen­ma­ga­zin L’Espresso, grif­fen das Bischofs­schrei­ben mit gro­ßen Schlag­zei­len auf: „Papst Fran­zis­kus ver­bie­tet Lef­eb­vria­nern die Mes­se zu fei­ern“. Der Unter­ti­tel: „Die Anhän­ger des bereits exkom­mu­ni­zier­ten, ultratra­di­tio­na­li­sti­schen fran­zö­si­schen Bischofs befin­den sich nun im Visier von Papst Ber­go­glio. Über einen sei­ner Getreue­sten hat er ihnen ver­bo­ten, die Mes­se zu zele­brie­ren und die Sakra­men­te zu spen­den. Wer ihnen folgt, ris­kiert die Exkom­mu­ni­ka­ti­on“. Der Arti­kel wir­belt dabei Wahr­heit, Kir­chen­recht und fik­ti­ve Schluß­fol­ge­rung gehö­rig durch­ein­an­der.

Die Karriere des Bischofs

Rich­tig am Espres­so-Bericht ist, daß Bischof Semer­a­ro zu den eng­sten Ver­trau­ten von Papst Fran­zis­kus gehört. Der Bischof, 2004 von Papst Johan­nes Paul II. ernannt, erleb­te unter Papst Franz­si­kus einen gro­ße Auf­wer­tung. Im April 2013 wur­de er zum Sekre­tär des neu­en Kar­di­nal­s­rats ernannt, der den Papst bei der Kuri­en­re­form und der Kir­chen­lei­tung bera­ten soll (sie­he Bischof Semer­a­ro, C8-Sekre­tär. Die­ser C8-Rat wur­de inzwi­schen um Kar­di­nal­staats­se­kre­tär Pie­tro Paro­lin zum C9-Rat erwei­tert. In der Hand von Bischof Semer­a­ro liegt die Koor­di­na­ti­on des Rats. In der Ita­lie­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz übt Msgr. Semer­a­ro die Funk­ti­on des Medi­en­bi­schofs aus und hat damit die Auf­sicht über die der Bischofs­kon­fe­renz gehö­ren­de Tages­zei­tung Avve­ni­re, die als erste die „Noti­fi­ka­ti­on“ an die Pfar­rer publi­zier­te.

Das Ver­hält­nis zwi­schen Bischof Semer­a­ro und der Pius­bru­der­schaft war nie ent­spannt. Im ver­gan­ge­nen Jahr sorg­ten Stel­lung­nah­me der Pius­bru­der­schaft etwa gegen die Lam­pe­du­sa-Rei­se von Papst Fran­zis­kus (sie­he Lam­pe­du­sa war „schräg-pro­gres­si­ve Sim­pli­fi­zie­rung“ einer kom­ple­xen Fra­ge) für Ver­är­ge­rung. Eben­so die Bereit­schaft der Pius­bru­der­schaft für Erich Prieb­ke die Toten­mes­se zu hal­ten, wäh­rend Prieb­ke aus Grün­den der poli­ti­schen Kor­rekt­heit für die Diö­ze­se Rom ein lästi­ger Toter war, der sie in gro­ße Ver­le­gen­heit brach­te (sie­he Diö­ze­se Rom ver­wei­gert Erich Prieb­ke öffent­li­ches Begräb­nis – Poli­ti­sche Kor­rekt­keit über den Tod hin­aus? und Prieb­kes Sarg bespuckt – Der Haß muß Gren­zen ken­nen, aber auch der katho­li­sche Knie­fall).

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Wikicommons/NBQ

36 Kommentare

  1. In Lour­des pon­ti­fi­ziert Fel­lay wie ein amtie­ren­der Diö­ze­san­bi­schof (auch nicht ganz kor­rekt) und jetzt das? Für mich ein Zei­chen gro­ßen Durch­ein­an­ders. Wo aber kei­ne Rechts­si­cher­heit besteht, braucht sich von der­lei Maß­nah­men nie­mand beun­ru­hi­gen zu las­sen.

  2. Das ist doch mal ein kla­res Wort: „Des­halb setzt sich jeder katho­li­sche Gläu­bi­ge, der von der Bru­der­schaft St. Pius X. die Sakra­men­te erbit­tet oder emp­fängt in den Zustand, nicht in der Gemein­schaft mit der Katho­li­schen Kir­che zu sein.“

    Die Logik von Bischof Semer­a­ro wei­ter­ge­dacht: Papst Bene­dikt XVI. hat die Exkom­mu­ni­ka­ti­on der Bischö­fe der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. am 21. Janu­ar 2009 auf­ge­ho­ben. Da aller­dings nach den Wor­ten von Bischof Semer­a­ro „die Bischö­fe der Bru­der­schaft kein „recht­mä­ßi­ges“ Amt in der Kir­che aus­üben (AAS CI, 2009, Nr. 4, S. 272) und die Bru­der­schaft über „kei­nen kano­ni­schen Sta­tus“ in der Kir­che ver­fügt, wes­halb ihre Prie­ster kei­ner­lei Amt „auf recht­mä­ßi­ge Wei­se“ aus­üben kön­nen“, setzt sich frei­lich auch jeder Kle­ri­ker der Bru­der­schaft in den Zustand, nicht in der Gemein­schaft mit der Katho­li­schen Kir­che zu sein, da die­ser katho­li­schen Gläu­bi­gen Sakra­men­te spen­det.

    Denn, wenn nach Ansicht von Bischof Semer­a­ro Gläu­bi­ge exkom­mu­ni­ziert sind, die von der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. Sakra­men­te erbit­ten oder emp­fan­gen, wie sehr müs­sen dann erst Recht die Kle­ri­ker der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X., die die­sen Wün­schen nach­kom­men, exkom­mu­ni­ziert sein!

    Und somit hät­te sich ein Groß­teil der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X., spä­te­stens einen Tag nach der Auf­he­bung der Exkom­mu­ni­ka­ti­on, also am 22. Janu­ar 2009 durch die uner­laub­te Spen­dung der Sakra­men­te an Gläu­bi­ge (die Prie­ster und Bischö­fe lesen jeden Tag die hl. Mes­se) gleich wie­der die Tat­stra­fe der Exkom­mu­ni­ka­ti­on zuge­zo­gen.

    Bischof Semer­a­ro, ein wahr­lich gro­ße Den­ker unse­rer Zeit.

  3. Lie­be Mit­chri­sten,

    Die RKK hat ihre Hybris über Jahr­hun­der­te hin­weg betrie­ben, in Zei­ten, in denen Eigen­dy­na­mi­ken in Gesell­schaf­ten Macht oder die Macht nicht nur infra­ge­stel­len son­dern grund­le­gend ver­än­de­ren, wird sie zuse­hends obso­let. Zen­tra­le Macht­stel­lun­gen ero­die­ren zuse­hends, mögen sie for­mal noch bestehen, sie sind den­noch ihrem Unter­gang geweiht (USA, euro­päi­sches Län­der wie Deutsch­land, die EU etc).

    Ich erwar­te noch zu mei­nen Leb­zei­ten, den mora­li­schen und intel­lek­tu­el­len Zusam­men­bruch der RKK. Statt klein­ka­rier­ter und lächer­li­cher Dro­hun­gen die­ses Herrn Semer­a­ro soll­ten sich die Funk­ti­ons­eli­ten der RKK lie­ber Gedan­ken machen, wie in zehn, 20 oder 50 Jah­ren die Glau­bens­ver­mitt­lung und das ‑leben in Euro­pa noch mög­lich sein könn­te. Doch da lei­der nur Fehl­an­zei­ge.

    Der Glau­be wird aber den­noch in klei­nen christ­li­chen Gemein­den wei­ter­le­ben, wie wei­land zu Zei­ten des Urchri­sten­tums. Ob mit Gefahr für Leib und Leben oder sozia­les respek­ti­ve wirt­schaft­li­ches Wohl­erge­hen bleibt abzu­war­ten.

    Eine schö­ne Zeit und hütet Euch vor Hel­lo­ween
    Schallan

    • Sie dürf­ten mit Ihrer Ein­schät­zung nahe an der Rea­li­tät sein. Mei­ne Befürch­tun­gen bewe­gen sich in der glei­chen Rich­tung.

    • Das Schick­sal das der RKK mit­samt den Bischö­fen und übri­gen Kle­ri­kern vom Schla­ge eines Mar­cel­lo Semer­a­ro erwar­tet, droht schlimm zu sein, denn jede Unver­schämt­heit und Bos­heit, die man ande­ren zufügt (hier der Pius­bru­der­schaft) fällt einem eines Tages auf die eige­nen Füsse!

  4. Das ist doch mal was Posi­ti­ves an dem Nach­kon­zils­wirr­warr: Die kön­nen ja nicht mal mehr ein­deu­tig und klar fest­stel­len, wer exkom­mu­ni­ziert ist und wann und wo was gül­tig ist oder nicht, sor­ry für den Zynis­mus, aber nach­dem anschei­nend kon­struk­ti­ven Tref­fen zwi­schen Kar­di­nal Mül­ler und Bischof Fel­lay löst jetzt die­se Mel­dung bei mir einen Lach­krampf aus… Kol­le­gia­li­tät der Bischö­fe bedeu­tet in der Pra­xis dann „jeder tut was er mag“…

  5. Das Pro­blem ist die Absur­di­tät die­ser sich post­kon­zi­li­ar von der RKK klamm­heim­lich abge­spal­ten haben­den sozi­al­de­mo­kra­ti­schen Sek­te aka „Kir­che des neu­en Advents“.
    Der Glau­be der RKK hin­ge­gen ist nicht absurd. Man muss näm­lich unter­schei­den zwi­schen Leh­ren, die, wie die Leh­re vom Kreuz, unse­ren Ver­stand her­aus­for­dern und Leh­ren, die, wie man­che zweit­va­ti­ka­ni­schen, unse­ren Ver­stand belei­di­gen.

  6. Ich habe die­se Mel­dung gestern bei Father Z. gele­sen und war etwas ver­wun­dert. Es ist ein auf­grund der Ent­schei­dung Bene­dikts XVI und der schwe­ben­den Gesprächsr­si­tua­ti­on mit der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on unver­ständ­li­cher Allein­gang. Wenn man aber sei­ne Rol­le im „Rate der Gran­den“ ansieht, so könn­te man eini­ge Ver­mu­tun­gen anstel­len.
    Was den Umgang mit Kir­chen­recht und Mit­chri­sten angeht, dürf­ten alle Zwei­fel über die­sen Hir­ten weg­ge­fegt sein.
    Über den EIn­druck, den das Por­trait ver­mit­telt, schwei­ge ich lie­ber!

  7. Was ist aus der Kir­che seit dem Kon­zil gewor­den: Wenn Papst Fran­zis­kus gera­ten wur­de den Kate­chis­mus zu lesen, so muss man Bischof Semer­a­ro emp­feh­len die Leh­re Chri­sti und das Kir­chen­recht zu stu­die­ren. Weiss denn Semer­a­ro nicht, dass er auto­ma­tisch exkom­mu­ni­ziert ist, wenn Kom­mu­ni­on aus­ge­teilt wird an Leu­te, die nicht in der Gna­de ste­hen (wil­de Ehe, Wie­der­ver­hei­ra­te­te usw.) und gegen die Leh­re ver­sto­ssen wird, eher als die Prie­ster der Pius­bru­der­schaft, die bei offen­sicht­li­chem Sakri­leg die Kom­mu­ni­on ver­wei­gern?

  8. Von Ber­go­glio oder einem sei­ner spei­chel­lecke­ri­schen Vasal­len exkom­mu­ni­ziert zu wer­den, kann einem doch nur zur Ehre gerei­chen!

  9. Um die an sich wir­ren Wor­te von Bischof Semer­a­ro zu ver­ste­hen, soll­te man sich mei­nes Erach­tens das Kir­chen­ver­ständ­nis der Bischö­fe des deut­schen Sprach­raums in Erin­ne­rung rufen:

    In Deutsch­land kann ein Katho­lik Glau­bens­wahr­hei­ten leug­nen, sünd­haf­tes Ver­hal­ten öffent­lich aus­le­ben und offen ande­re dazu auf­ru­fen, es einem gleich zu tun, ande­re Reli­gio­nen als eben­so wahr bezeich­nen, ohne, dass dies nach Ansicht der Bischö­fe irgend­ei­ne Aus­wir­kung auf die Zulas­sung zu den Sakra­men­ten hät­te. Wenn man jedoch als Katho­lik, die größ­te und schlimm­ste Häre­sie begeht, und sei­ne Kir­chen­steu­er nicht bezahlt, dann ist man vom Sakra­men­ten­emp­fang aus­ge­schlos­sen, aus der Kir­che exkom­mu­ni­ziert. Da scheut sich die deut­sche Kir­che nicht, bis zum Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt zu kla­gen.

    Die Kir­che ist für die Bischö­fe des deut­schen Sprach­raums ein Ver­ein und die Sakra­men­te die Lei­stung, die die Mit­glie­der (Gläu­bi­ge) als Gegen­lei­stung für ihre Mit­glied­schaft zu emp­fan­gen berech­tigt sind. Inso­weit ist es für die deut­schen Bischö­fe völ­lig unver­ständ­lich, war­um ein Mit­glied (Gläu­bi­ger), der sei­nen Mit­glieds­bei­trag (Kir­chen­steu­er) bezahlt, nicht die Lei­stun­gen (Sakra­men­te) sei­nes Ver­eins (Kir­che) in Anspruch neh­men kann.

    Ewi­ges Heil, Glau­be, Erlö­sung, Wahr­heit und der­glei­chen sind ledig­lich der theo­re­ti­sche Über­bau für die Mit­glied­schaft, aber nicht des­sen not­wen­di­ge Vor­aus­set­zung, son­dern sozu­sa­gen nur der Pre­mi­um­in­halt für beson­de­re Mit­glie­der (From­me). Die Bot­schaft Jesu ist viel­mehr als Lebens­hil­fe anzu­se­hen, dass heißt als Anlei­tung, ein glück­li­ches und zufrie­de­nes Leben auf die­ser Erde zu füh­ren.

    Bischof Semer­a­ro scheint die­sem deut­schen Kir­chen­ver­ständ­nis zu fol­gen: wer bei einem kon­kur­rie­ren­den Ver­ein (Pius­bru­der­schaft) Lei­stun­gen (Sakra­men­te) bezieht, kann in sei­nem Ver­ein (Kir­che) kei­ne Lei­stun­gen (Sakra­men­te) erhal­ten.

    Vor die­sem Hin­ter­grund ver­ste­he ich das Schrei­ben von Bischof Semer­a­ro, anders kann ich mir sei­ne Wor­te nicht erklä­ren, auch wenn es viel­leicht hart klin­gen mag.

  10. Was will die­ser kon­zi­lia­re Duo­de­z­wursch­tel über­haupt? Abge­se­hen davon kann man es als Katho­lik nur als Ehre emp­fin­den, von dem Ber­go­glio­ge­sock­se exkom­mu­ni­ziert zu wer­den, denn wel­cher Katho­lik will mit längst latae sen­ten­tiae Exkom­mu­ni­zier­ten Kon­zils­hä­re­ti­kern irgend etwas zu tun haben?

  11. Bit­te kei­ne Droh­bot­schaf!
    50 Jah­re nach dem Kon­zil und sie wer­den immer rabia­ter. Mög­li­cher­wei­se ver­lie­ren sie über kurz oder lang kom­plett die Con­ten­an­ce. Eigent­lich ein gutes Zei­chen. Sie haben noch nicht gewon­nen sonst wür­den sie doch vor lau­ter Lie­be und Barm­her­zig­keit zer­flie­ßen und nicht stän­dig die paar Katho­li­ken die in der Tra­di­ti­on ste­hen bedro­hen. Auf jedem Fall soll­ten wir wach­sam sein wenig­stens bis nach Hal­lo­ween.
    Per Mari­am ad Chri­stum.

  12. Ich möch­te kei­ne Gemein­schaft mit der Kir­che von Bego­glio.
    Ich leh­ne das Gesin­del ab, das Bil­dungs­plä­nen (Dio­zös­an­rat Frei­burg) zustim­met, die unse­re Enkel­kin­der por­no­gra­phi­schem Unter­richt aus­set­zen.

    • Und, sind Sie dann auch so kon­se­quent gewe­sen und aus der deut­schen Kir­chen aus­ge­tre­ten, oder wer­fen Sie Ihre Kir­chen­steu­er eiter­hin der ED Frei­burg in den Hals??
      Es sind hier die mei­sten lei­der nur gro­sse Maul­hel­den. Sie beschwö­ren zwar mit Wor­ten gross­ar­tig, dass sie mit der Kon­zils­kir­che nichts mehr zu tun haben — aber im wirk­li­chen Leben sind sie genau­so angst­voll wie die, die sie kri­ti­sie­ren und bezahl­ten ganz brav wei­ter ihre Kir­chen­steu­er, weil sie Angst vor „Exkom­mu­ni­kti­on“ haben. Kon­se­quent sich zur FSSPX zu hal­ten wagt dann ja doch kaum einer.

      Ein Trau­er­spiel. Und die zer­stö­re­ri­sche Bischö­fe lachen sich über uns Tra­dis kaputt.

  13. Wie es scheint weis in der Kon­zils­kir­che kei­ner mehr was der ande­re tut, den es gibt ja ein Schrei­ben des Vati­kans wel­ches bestä­tigt, dass mit den Besuch der „Hei­li­gen Opfer­mes­se“ bei der FSSPX auch die Sonn­tags­pflicht erfüllt wird. Dann liest man ja auch noch, dass ein Prie­ster der FSSPX im Peters­dom das „Hei­li­ge Mess­op­fer“ zele­brie­ren durf­te usw. Und dann die­se Wort­mel­dung eines Ver­trau­ten von Fran­zis­kus I (ver­mut­lich auch in des­sen Sin­ne und Auf­trag), aber wenn man genau­er nach­denkt, ist die­se Wort­mel­dung voll auf Linie des „Bischofs von Rom“, der ja ein regel­rech­ter Feind des „Hei­li­gen Mess­op­fers aller Zei­ten“ ist. Denn wie kann es der Vati­kan im End­ef­fekt errei­chen, dass das „Hei­li­ge Mess­op­fer aller Zei­ten“ abge­schafft wird. Erstens man ver­bie­tet es Orden, die­se zu zele­brie­ren und zer­schlägt sie (sie­he Fran­zis­ka­ner der Imma­cu­la­ta), dann ver­treibt man alle Bischö­fe die die „Hei­li­gen Tra­di­ti­on“ ver­tei­di­gen, und zum Schluss geht man auf die „Eccle­sia DEI“ Gemein­schaft los und sagt dann, „die Gläu­bi­gen wol­len ja kei­ne Hei­li­ge Opfer­mes­se mehr haben“. Und beson­ders das „Hei­li­ge Mess­op­fer aller Zei­ten“ steht der wei­te­ren Unter­höh­lung der Kir­che Got­tes unse­res Herrn mas­siv im Wege, denn die Gläu­bi­gen die die „Hei­li­ge Opfer­mes­se aller Zei­ten“ besu­chen, wis­sen eben was die „Hei­li­ge Lit­ur­gie das Herz und die See­le der Kir­che Got­tes unse­res Herrn und sei­ner Kir­che ist und so was wirk­lich „Katho­lisch“ und im Sin­ne Got­tes unse­res Herrn ist. Daher wer­den eben die­se als Böse exkom­mu­ni­ziert wer­den. Und die „Kon­zils­kir­che“ arbei­tet ja schon seit mehr als 50 Jah­ren dar­an, aus „Gut = Böse und aus Böse = Gut“ zu for­men und die hoch­löb­li­che FSSPX steht die­ser anti­ka­tho­li­schen Arbeit mas­sivst im Wege.

    Got­tes und Mari­ens Segen auf allen Wegen

  14. Ja, wir soll­ten nur froh sein für jeden Tag, für jede Äuße­rung und jede Ent­schei­dung, die mehr Klar­heit bringt … – und auch für die FSSPX rückt, befürch­te ich, der Tag der Ent­schei­dung immer näher. Das da oben ist wohl so ein ‚Ver­suchs­bal­lon‘, eine bewuß­te Pro­vo­ka­ti­on!? Semer­a­ro, Soda­no (im Moment der Doy­en des [wei­land] SC, oder?), Ber­go­glio … ist doch abge­spro­chen, das Gan­ze .….

  15. In Deutsch­land wird von den Got­tes­dienst­be­su­chern der Pius­bru­der­schaft kei­ner exkom­mu­ni­ziert.
    Wegen der Kir­chen­steu­er.

  16. Ent­schul­di­gung, aber was zum The­ma Pius­bru­der­schaft vor allem in Rom gesagt wird ist mir völ­lig egal.
    Klar dass Häre­ti­ker und Schis­ma­ti­ker sich den Pro­te­stan­ten, Juden und sogar Mus­li­men sehr viel ver­bun­de­ner zei­gen als den Ver­tre­tern der wah­ren Kir­che Chri­sti.
    Was mich an den ande­ren „Kon­ser­va­ti­ven“ so stört, vor allem bei FSSP ist die Tat­sa­che, das die alte Mes­se, egal wie wür­dig zele­briert, nicht im dor­ti­gen Leben­rhyt­mus ist, son­dern immer etwas auf­ge­setzt, dh. nicht wirk­lich mit Inbrunst voll­zo­gen erscheint.

    Die alte Mes­se ist die Aus­drucks­form des sich NICHT arran­gie­ren mit dem Mode­nis­mus seit Vat II und das tut eben nur FSSPX.
    Na und mögen sie sie exkom­mu­ni­zie­ren, das stört nie­mand mehr, lie­ber sol­ches, als in einer idio­ti­schen Per­so­nal­prä­la­tur ver­äp­pelt zu wer­den, wie zb. die Fran­zis­ka­ner der Imma­cu­la­ta.

    Nein Vat 2 und FSSPX geht nicht zusam­men, kei­ne Chan­ce, aber eher geht die­ses Rom unter, als das Chri­stus die Sei­nen im Stich läßt.
    Ber­go­glio ist kein Papst der hl. röm Kath Kir­che, das dür­fen wir nie ver­ges­sen, son­dern ein von Moder­ni­sten durch­ge­setz­ter Schau­spie­ler, mit min­de­ren theo­lo­gi­schen Fähig­kei­ten.
    Schreck­lich !

    • So, da sagen Sie nun aber gefäl­ligst ganz allein für sich selbst. Mag sein, dass Sie sich selbst recht­fer­ti­gen müs­sen, war­um Sie zur FSSPX gehen, aber des­halb eine so halt­lo­se, sinn­lo­se und unzu­tref­fen­de Her­ab­set­zung der FSSP-Prie­ster zu lie­fern, ist ein Ärger­nis. Ich ken­ne FSSP-Prie­ster und deren Lebens­rhyth­mus, da passt alles und Punkt.
      Und weil ich das so dank­bar erle­be, ren­ne ich des­halb doch nicht her­um und set­ze irgend­wie die FSSPX-Prie­ster her­un­ter, nur um für mich etwas zu recht­fer­ti­gen.
      Die Kir­che hat eine nicht zähl­ba­re Anzahl von Orden. Es wäre ein völ­li­ger Wider­spruch, woll­te man, aus wel­chen Grün­de auch immer (und sei­en es prak­ti­sche) alle zusam­men­le­gen. Das ist Unsinn. Es gibt histo­ri­sche Grün­de, unter­schied­li­che Cha­ris­men, Grün­der­ge­stal­ten usw. Und das ist auch gut so. Ich muß nicht die Fran­zis­ka­ner her­un­ter­set­zen, weil ich zu den Domi­ni­ka­nern gehen will.

    • @ micha­el:

      „Was an den ande­ren ‚Kon­ser­va­ti­ven‘ stört, vor allem bei FSSP, ist die Tat­sa­che, daß die alte Mes­se, egal wie wür­dig zele­briert, nicht im dor­ti­gen Lebens­rhyt­mus ist, son­dern immer etwas auf­ge­setzt, d.h. nicht wirk­lich mit Inbrunst voll­zo­gen erscheint.“

      Von jeman­dem, der die alte Mes­se in der rech­ten Ver­fas­sung zu hören (oder zu lesen) pflegt, dürf­te man eigent­lich etwas ande­res erwar­ten als eine der­art unver­schäm­te, anma­ßen­de und belei­di­gen­de Ver­däch­ti­gung. Wer so daher­re­det wie Sie, bei dem scheint der Ein­satz für die alte Mes­se ‑in der wir die sich selbst ver­schen­ken­de Opfer­lie­be Chri­sti erle­ben- tat­säch­lich als auf­ge­setzt, um den Aus­druck heuch­le­risch zu ver­mei­den. Wie wol­len aus­ge­rech­net Sie den Lebens­ryth­mus „der“ Kon­ser­va­ti­ven oder aller Prie­ster der FSSP beur­tei­len, ganz zu schwei­gen von der Bemer­kung bezgl. der angeb­lich feh­len­den Inbrunst beim Voll­zug des hl. Opfers?

      Wer in einer ein­zi­gen unbe­reu­ten Tod­sün­de (z.B. der Lieb­lo­sig­keit, des fre­vent­li­chen Urteils, der Ver­leum­dung) stirbt, dem wird es, wenn in der Höl­le brennt, auch nichts nüt­zen, daß er „für die alte Mes­se“ war.

      Schö­nen Abend, mein Bester!

      • Man kann Lieb­lo­sig­keit nicht mit eben sol­cher bekämp­fen — denn wo sich zwei
        strei­ten, freut sich der unte­re — das sei ihm aber nicht gegönnt!

      • @ See­le:

        Vim vi arce­re licet. Das ist nicht gegen die Lie­be! Wohl aber wäre es gegen die Lie­be, auf so etwas nichts oder nur in win­del­wei­cher Form zu erwi­dern!

        Lesen Sie ein­mal die Enzy­kli­ka „Mira­ri vos“ von Papst Gre­gor XVI. und was er dort z.B. über die „Zöli­bats­stür­mer“ (u.a. in Baden wur­de bereits damals gegen den Zöli­bat agi­tiert) zu sagen hat — oder noch bes­ser: den Brief des hl. Judas Thad­dä­us. Zur Erin­ne­rung: Der eigent­li­che Autor des Brie­fes ist der Hl. Geist.

    • Wir soll­ten end­lich damit auf­hö­ren, FSSPX und FSSP gegen­ein­an­der aus­zu­spie­len! Anstatt als Kon­kur­renz, soll­te man sich lie­ber als Ver­bün­de­te begrei­fen, die, jeder auf sei­ne Wei­se, ver­su­chen, die Mes­se aller Zei­ten und die Leh­re der Kir­che auf ver­schie­de­nen Wegen (schein­bar extra und schein­bar intra muros eccle­siae) auf­recht zu erhal­ten. Und sei­en wir ehr­lich, bei­de Wege haben ihre Vor- und Nach­tei­le, haben ihr Gefah­ren­po­ten­ti­al und sind kei­nes­wegs ide­al zu nen­nen. Aber das kann man nicht den Bru­der­schaf­ten anla­sten, son­dern es ist der Situa­ti­on geschul­det, in der wir uns nun ein­mal befin­den. Die Haupt­sa­che ist zunächst, dass jeder nach bestem Wis­sen und Gewis­sen und in lau­te­rer Absicht han­delt und das soll­te man nie­man­dem aus den Bru­der­schaf­ten a prio­ri abspre­chen!

    • Das habe ich per­sön­lich so bei der FSSP nicht erlebt. Das katho­lisch, kon­ser­va­ti­ve Lager soll­te doch zusam­men­hal­ten… fin­de es auch immer scha­de, wenn die FSSP von eini­gen hier „Pseu­do­tra­di­tio­na­li­sten“ genannt wird. Ich weiß zwar was damit gemeint ist, in der Sache kann man das auch dis­ku­tie­ren, aber zwi­schen FSSPX und FSSP gibt es wesent­lich mehr Ver­bin­den­den­des als Trennendes…Zusammenhalt wäre doch gera­de unter die­sem unsäg­li­chen Pon­ti­fi­kat ange­bracht!!!!

      Ich per­sön­lich gehe zur alten Mes­se — wer zele­briert ist für mich nicht so wich­tig, Mess­zeit und Ort erge­ben sich mehr aus prak­ti­schen Über­le­gen wie Tag/Uhrzeit und unter der Woche der Mög­lich­keit die Mes­se in mei­nen Berufs­all­tag zu inte­grie­ren. D.h. ich erle­be Zele­bra­tio­nen der FSSP, der FSSPX und auch von Diö­ze­san­prie­stern. Dort erle­be ich kei­ne nen­nens­wer­ten Unter­schie­de, weder bei der (Inbrunst der) Zele­bra­ti­on noch bei den Pre­dig­ten (die FSSP-Prie­ster die ich ken­nen­ge­lernt habe sind intel­lek­tu­ell extrem gut aus­ge­bil­det, Witz­gr­abad erscheint mir als ein sehr gutes Semi­nar).

      Nota bene: Die Diö­ze­san­prie­ster, die die alte Mes­se lesen, ste­hen sicher bis­tums­in­tern vor enor­men „Recht­fer­ti­gungs­druck“, hier habe ich noch nie jeman­den ken­nen­ge­lernt, der das daher nicht aus vol­ler Über­zeu­gung täte.

  17. Das soll­te die Prie­ster­bru­der­schaft Pius X. recht ernst neh­men. Nie­mand soll­te mei­nen, daß ein Papst Fran­zis­kus der Bru­der­schaft einen akzep­ta­blen kano­ni­schen Sta­tus gewäh­ren wird. — Was die Bischö­fe betrifft, sie sind zwar von der Exkom­mu­ni­ka­ti­on befreit, damit haben sie aber kei­ne Frei­heit gewon­nen, Ihren Ordo aus­zu­üben.

    • Einen plum­ben Erpres­sungs­ver­such ernst neh­men? Von dem kom­plett unklar ist ob der wirk­lich mit Franz abge­stimmt ist? Hm, wür­den Sie das?

  18. Der Herr Prieb­ke wur­de doch von Pater Abra­ha­mo­wicz beer­digt, stimmts? Und der gehört nicht mehr zur FSSPX son­dern ist ein extre­mer Sedis­va­kan­tist und macht sein eige­nes Ding. Wie­so behaup­tet man dann dass die­ser Prieb­ke von der FSSPX beer­digt wur­de? Außer­dem soll der Herr Prieb­ke bis zu letzt nicht bereut haben was er da getan hat son­dern es für rich­tig gehal­ten haben. Wenn das stimmt ist das beson­ders schlimm wenn man damit in Ver­bin­dung gebracht wird, wie auch mit eini­gen Zita­ten von Bischof Wil­liam­son. Der Ruf wur­de dadurch natür­lich geschä­digt und es bie­tet sich eine Gele­gen­heit an die vom Erz­bi­schof gegrün­de­te Bru­der­schaft, wie auch die Gläu­bi­gen und Freun­de der Tra­di­ti­on, anzu­grei­fen.

    • woher wol­len Sie wis­sen, was Herr Prieb­ke bereut hat oder nicht? Doch nicht etwa vom Pater. Un dei­ne ande­re zuver­läs­si­ge Quel­le wüß­te ich nicht.

  19. Auf ein­mal wird also das kano­ni­sche Recht aus der Ver­sen­kung geholt. Wie schön. Da kom­men einem wirk­lich Trä­nen der Rüh­rung!

    Semer­a­ro könn­te auch, wenn er schon in zelo ius­ti­tiae erglüht, sinn­vol­ler­wei­se ein­mal in den kano­ni­sti­schen Kom­men­ta­ren nach­schla­gen, was man unter dem Begriff „aequi­tas cano­ni­ca“ zu ver­ste­hen hat — und sich dann fra­gen, wie seri­ös die Vor­ge­hens­wei­se ist, mit Kano­nen auf Spat­zen zu schie­ßen, wäh­rend man alle mög­li­chen (auch gemein­ge­fähr­li­chen) Raub­tie­re frei her­um­lau­fen läßt.

    Man wird sehen, was von den Ver­laut­ba­run­gen Seme­ros auf die Dau­er übrig­bleibt — man den­ke an einen ähn­lich gela­ger­ten Fall aus dem Jah­re 1991 (die vom Bischof von Hono­lu­lu über sechs der Pius­bru­der­schaft nahe­ste­hen­den Lai­en ver­häng­te Exkom­mu­ni­ka­ti­on wur­de von der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on auf­ge­ho­ben).

    Und schließ­lich darf man den aktu­el­len Hin­ter­grund nicht unbe­ach­tet las­sen: Das, was Mül­ler Fel­lay gesagt hat („in freund­schaf­li­cher Atmo­sphä­re“) , wur­de zwei­felos vor­her von Ber­go­glio abge­seg­net. Ganz gleich, wie man zu Mül­ler ste­hen mag, aber das darf vor­aus­ge­setzt wer­den — unter dem Barm­her­zig­keits­dik­ta­tor Franz Lie­der­lich geschieht in wich­ti­gen Ange­le­gen­hei­ten nichts, was er nicht selbst befoh­len oder gut­ge­hei­ßen hat. Ergo: Es könn­te leicht pas­sie­ren, daß Semer­a­ro auf der eige­nen Schleim­spur aus­rutscht.

  20. Ich kann @ Anti­fe­bro­ni­us und @hicesthodie im Prin­zip nur zustim­men in der Über­zeu­gung, dass die Prie­ster­bru­der­schaf­ten nicht gegen­ein­an­der aus­ge­spielt wer­den soll­ten. Obwohl es auch nötig ist, Unter­schie­de nicht zu ver­schwei­gen. Ich hal­te die Fra­ge, wie ist das 2. Vati­ka­ni­sche Kon­zil zu beur­tei­len, nicht für eine Fra­ge am Ran­de, die ver­nach­läs­sig­bar wäre. Sie der­zeit öffent­lich zu stel­len, ist exi­stenz­be­dro­hend für die Eccle­sia-Dei-Prie­ster­ge­mein­schaf­ten, doch wenn sie nicht kritisch„im Hin­ter­kopf“ exi­stiert, hal­te ich das für den Glau­ben — auf Dau­er — nicht unge­fähr­lich.

    Ande­rer­seits sind die Eccle­sia-Dei-Gemein­schaf­ten eine unver­zicht­ba­re Brücke zur „Kon­zils­kir­che“. Zu den Gläu­bi­gen, die die ‚Mes­se aller Zei­ten‘ neu ent­decken und auch den 2000jährigen über­lie­fer­ten, geof­fen­bar­ten Glau­ben. Oder für die Gläu­bi­gen, denen die Tren­nung von Rom zu weit ging, bie­ten sie geist­li­che Hei­mat, wo sie wir­ken dür­fen. Wenn sich der über­lie­fer­te römi­sche Ritus durch das Wir­ken der Eccle­sia-Dei-Gemein­schaf­ten in der Kir­che aus­brei­tet, dann ist das von unschätz­ba­rem Wert. Und das ist der Fall.

    Die Äuße­run­gen Semer­a­ros sind von der Sub­stanz her bedeu­tungs­los. Sie spie­geln aber die Atmo­sphä­re wider, die mit dem Pon­ti­fi­kat des gewähl­ten Pap­stes beherr­schend gewor­den ist.

  21. @ ram­pol­la:

    Das kano­ni­sche Recht ist eine Kon­se­quenz der Inkar­na­ti­on. Die zwei­te gött­li­che Per­son ist Mensch gewor­den und hat die Kir­che als sicht­ba­re, heils­not­wen­di­ge Gesell­schaft von Men­schen errich­tet, von denen eini­ge (Papst, Bischö­fe) in der ihnen von Chri­stus ver­lie­he­nen Auto­ri­tät heils­re­le­van­te recht­li­che Nor­men set­zen kön­nen. Bereits im Neu­en Testa­ment wird z.B. die Exkom­mu­ni­ka­ti­on erwähnt, etwa beim hl. Pau­lus. Wich­tig ist indes, zu beach­ten, daß das kano­ni­sche Recht, wie es ja auch aus­drück­lich im letz­ten Canon des CIC gesagt wird, dem See­len­heil dient. „Salus ani­ma­rum supre­ma lex“ -„Das See­len­heil ist das höch­ste Gesetz“. Ziel des kano­ni­schen Rech­tes und sei­ner Anwen­dung ist es dar­um ‑um es ein­fach und direkt zu sagen- die See­len mög­lichst sicher zum Him­mel zu füh­ren. So ist es u.a. der Sinn kano­ni­scher Stra­fen, den Bestraf­ten zur Besin­nung zu brin­gen.

    Die Ein­wän­de, die man gegen das kano­ni­sche Recht als sol­ches vor­zu­brin­gen pflegt, beru­hen, denkt man die Fra­ge zu Ende, auf einem prin­zi­pi­el­len Feh­ler: Letzt­lich wird von sehr vie­len die Kir­che als sicht­ba­re Fort­set­zung der Sen­dung des ‑sicht­ba­ren- Gott­men­schen nicht „ver­stan­den“ — oder, bes­ser gesagt, rela­ti­viert bzw. abge­lehnt. Natür­lich liegt es auf der Hand, daß man dann auch das Kir­chen­recht nicht „ver­steht“ bzw. als lästi­gen juri­sti­schen For­mel­kram, der doch nicht für das Heil ent­schei­dend sein kön­ne, abtut. Geschicht­lich ist eine der Ursa­chen für die beschrie­be­ne Gei­stes­hal­tung der Pro­te­stan­tis­mus, der die Sicht­bar­keit der Kir­che ablehnt. Erst recht ist dem Indif­fe­ren­tis­mus, Deis­mus, Rela­ti­vis­mus usw. eine sicht­ba­re, heils­no­wen­di­ge Kir­che uner­träg­lich.

    Es wie­der­holt sich an der von Chri­stus gestif­te­ten Kir­che, was Chri­stus selbst auf Erden widerffuhr: Der kon­kret faß­ba­re, sicht­ba­re, greif­ba­re, direk­te und unmiß­ver­ständ­li­che Anspruch Got­tes in der Welt wird ent­we­der rund­weg abge­lehnt („ ‚Ehe Abra­ham ward, bin ich ‚. Da hoben sie Stei­ne auf…“; „Die­ser lästert Gott. Wer kann Sün­den ver­ge­ben, außer Gott allein?“) oder zu rela­ti­vie­ren ver­sucht (Niko­de­mus). Das ist aber nicht über­ra­schend, da Chri­stus es selbst vor­aus­ge­sagt hat.

    Was den „Klein­krieg inner­halb eines Lagers betrifft“, möch­te ich, soweit es den geschätz­ten Leser M. betrifft, auf den ersten Satz sei­nes Kom­men­tars (v. 28.10., 20:51 Uhr) ver­wei­sen: Wenn das jeman­dem (in ernst- und schuld­haf­ter Form) „völ­lig egal“ ist, befin­det er sich außer­halb der Kir­che (und somit nicht im sel­ben Lager wie A.). Und soll­te er das nicht glau­ben, kann er sich ja mit die­ser „Fra­ge“ an Hwst. Herrn Fel­lay oder Hw. Pfu­ger wen­den, die er anschei­nend noch irgen­wie als Auto­ri­tä­ten aner­kennt. Die wer­den es ihm ‑ver­mut­lich ziem­lich nach­drück­lich- bestä­ti­gen.

    Wie in con­creto hin­sicht­lich Ihrer Gat­tin zu ver­fah­ren ist, kann man natür­lich nicht in einem Inter­net­fo­rum abhan­deln, da u.a. die bona fides, mit der jemand Irr­leh­ren anhängt, eine Rol­le spie­len kann. Hier wäre der Rat eines guten Beicht­va­ters ein­zu­ho­len.

    Mit prie­ster­li­chem Segen
    A.

    • Ach, wer­ter Anti­fe­bro­ni­us, gäbe es doch nur mehr Kle­ri­ker von Ihrem For­mat, die Kir­che wür­de gesun­den!

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