Wer ist der brutale Bischof von Avila?

"Papst Leo muß rasch handeln"


Msgr. Jesús Rico García, der Bischof von Avila in Spanien, erklärte den überlieferten Römischen Ritus in seiner Diözese für "verboten". Ernannt wurde Rico 2023 von Papst Franziskus
Msgr. Jesús Rico García, der Bischof von Avila in Spanien, erklärte den überlieferten Römischen Ritus in seiner Diözese für "verboten". Ernannt wurde Rico 2023 von Papst Franziskus

Von Cami­nan­te Wanderer*

Wir Argen­ti­ni­er sind an bru­ta­le Bischö­fe gewöhnt. Und Sei­ne hoch­wür­dig­sten Exzel­len­zen mögen sich nicht auf­re­gen; ich grei­fe sie weder an noch belei­di­ge ich sie. Ich stel­le ledig­lich seit zwan­zig Jah­ren Tat­sa­chen fest, die beschrie­ben und kom­men­tiert wer­den. Gestern erfuh­ren wir von der bru­ta­len Nie­der­tracht, die der Vor­sit­zen­de der Argen­ti­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz, Msgr. Mar­ce­lo Colom­bo, und der Gene­ral­se­kre­tär, Msgr. Raúl Pizar­ro, began­gen haben, als sie als höch­ste kirch­li­che Auto­ri­tä­ten des Lan­des Bei­leids­be­kun­dun­gen vol­ler Lob und Aner­ken­nung zum Tod einer ewi­gen (oder fast ewi­gen) Ver­tei­di­ge­rin der schlimm­sten Anlie­gen in allen Berei­chen – etwa der Abtrei­bung, wie wir auf dem Foto unten sehen – ver­öf­fent­lich­ten: Taty Almei­da, einer histo­ri­schen „Mut­ter der Pla­za de Mayo“.1

Daß man für die See­len­ru­he die­ser Frau wie für jedes ande­re Kind Got­tes betet, ist gut und rich­tig; aber genau das sug­ge­riert das bischöf­li­che Kom­mu­ni­qué nicht. Im Lob­lied der Bischö­fe fin­den sich nur Ehren­be­kun­dun­gen und Elo­gen auf die „Ver­tei­di­gung der Men­schen­rech­te“ und die „Suche nach Wahr­heit und Gerech­tig­keit“. Die Bru­ta­li­tät die­ser Nie­der­tracht ist kaum zu beschrei­ben. Glau­ben die Bischö­fe etwa, daß sie sich mit sol­chen Hal­tun­gen die Gunst des Pro­gres­sis­mus und der Lin­ken ver­die­nen wer­den? Es wür­de mich nicht wun­dern; ihre Nai­vi­tät ist oft erschreckend.

Was jedoch erstaunt, ist, daß es auch in Spa­ni­en Bischö­fe glei­cher Art gibt, mit der­sel­ben Bos­heit und ähn­li­cher Bru­ta­li­tät. Alle Kose­wor­te und Schmei­che­lei­en gel­ten den Mus­li­men, den LGBTQ+, den Athe­isten und den Rand­grup­pen. Wir Katho­li­ken, die wir ein­fach nur beten wol­len, wie unse­re Vor­fah­ren gebe­tet haben – nicht mehr als das –, sind hin­ge­gen Opfer ihres Zorns und ihres Has­ses. Genau das ist gestern Pater Joao Sil­vei­ra und einer Pil­ger­grup­pe aus den USA in der Stadt Avila wider­fah­ren. Es ist nicht nötig, daß ich mich wei­ter aus­brei­te. Ich las­se nun Pater Sil­vei­ra das Wort, indem ich den auf sei­nem X‑Konto ver­öf­fent­lich­ten Bei­trag wiedergebe.

Die links­ra­di­ka­le „Men­schen­rechts­ak­ti­vi­stin“ Taty Almei­da gehör­te zu den bekann­te­sten Figu­ren der „Müt­ter der Pla­za de Mayo“. Im Bild pro­pa­giert sie die Tötung unge­bo­re­ner Kin­der durch Abtreibung

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Heu­te wur­de mir die Zele­bra­ti­on der Hei­li­gen Mes­se in Avila (Spa­ni­en) ver­wei­gert. Ich bin der Kaplan einer Pil­ger­grup­pe aus den Ver­ei­nig­ten Staa­ten. Die­se Pil­ger besu­chen gewöhn­lich die tra­di­tio­nel­le latei­ni­sche Mes­se, wes­halb sie von einem Prie­ster beglei­tet wer­den woll­ten, der sie nach dem alten Ritus zele­briert. Wir hat­ten die Kapel­le reser­viert, doch dann sag­te man uns, die­ser Ritus bedür­fe der Geneh­mi­gung des Bischofs.

Ich wand­te mich an die bischöf­li­che Kurie, um die Erlaub­nis zu erbit­ten, damit die Mes­se gefei­ert wer­den kön­ne. Doch der Bischof2 erklär­te nicht mir per­sön­lich, son­dern über den Gene­ral­vi­kar kate­go­risch: „Die­se Mes­se ist in die­ser Diö­ze­se ver­bo­ten.“ Ver­bo­ten? War­um? Und mit wel­cher Auto­ri­tät? Ist die­ser Ritus etwa auf­ge­ho­ben worden?

Ich hät­te sie in einer Kapel­le mit der Pil­ger­grup­pe fei­ern sol­len. Wel­chen Scha­den könn­te das der Welt zufü­gen? Der Ritus ist genau der­sel­be, der in den Klö­stern der unbe­schuh­ten Kar­me­li­tin­nen ver­wen­det wur­de, her­vor­ge­gan­gen aus der Reform der hei­li­gen Tere­sa von Avila und des hei­li­gen Johan­nes vom Kreuz. War der Ritus für die­se gro­ßen Hei­li­gen gut, und ist er nun für uns schlecht?

Der Codex des Kano­ni­schen Rechts – Canon 932 §1 – ver­bie­tet die Mes­se außer­halb eines hei­li­gen Ortes nur in Aus­nah­me­fäl­len: „Die Eucha­ri­stie­fei­er soll an einem hei­li­gen Ort statt­fin­den, außer wenn in einem Ein­zel­fall die Not­wen­dig­keit etwas ande­res erfor­dert; in die­sem Fall muß sie an einem wür­di­gen Ort gefei­ert werden.“

In die­sem Fall bestand kei­ne Not­wen­dig­keit, die Mes­se in einem Hotel­zim­mer zu fei­ern, da wir von Kapel­len und Kir­chen mit schö­nen Altä­ren umge­ben waren (die fast nie benutzt wer­den). Die Not­wen­dig­keit wur­de vom Bischof selbst geschaf­fen, der, statt das Hei­li­ge zu för­dern, es verbot.

Wem nütz­te es, daß die Mes­se an einem pro­fa­nen Ort gefei­ert wur­de? Wur­de der Herr mehr in einem Hotel­zim­mer geprie­sen als in einer Kir­che? Wur­den die See­len der Gläu­bi­gen mehr erbaut, wenn sie einen Tisch statt eines Altars sahen?

Es ist nor­mal, daß Men­schen über sol­che tyran­ni­schen und unpa­sto­ra­len Ent­schei­dun­gen empört sind, beson­ders wenn sie von jenen kom­men, die behaup­ten, alle sei­en in der Kir­che will­kom­men. Aber nicht alle sind es. Das ist sehr klar geworden.

Ich habe bereits meh­re­re ähn­li­che Vor­fäl­le erlebt und geschwie­gen. Doch dies muß aus­ge­spro­chen wer­den; so darf der nor­ma­le Zustand der Kir­che nicht sein. Papst Leo muß rasch han­deln, um die­sen Macht­miß­brauch zu beenden.

*Cami­nan­te Wan­de­rer ist ein argen­ti­ni­scher Phi­lo­soph und Blogger.

Übersetzung/​Fußnoten: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Cami­nan­te Wanderer

  1. Der Sohn von Taty Ale­mei­da war Mit­glied der kom­mu­ni­sti­schen Ter­ror­or­ga­ni­sa­ti­on Revo­lu­tio­nä­re Volks­ar­mee (ERP-22), die zahl­rei­che Mor­de ver­üb­te. Taty Ale­mei­da macht Para­mi­li­tärs für das Ver­schwin­den ihres Soh­nes ver­ant­wort­lich und grün­de­te als Pro­test die „Mad­res de Pla­za de Mayo“, die Auf­klä­rung über das Schick­sal ver­wun­de­ner Polit­ak­ti­vi­sten for­der­ten. Die ERP-22 ist für die Ermor­dung füh­ren­der katho­li­scher Intel­lek­tu­el­ler ver­ant­wort­lich dar­un­ter von Car­los Alber­to Sache­ri. Ob Almei­da per­sön­lich betei­ligt war, ist nicht geklärt. ↩︎
  2. Msgr. Jesus Rico Gar­cía wur­de 2023 von Papst Fran­zis­kus zum Bischof von Avila ernannt. Er gehört der Prie­ster­bru­der­schaft der Diö­ze­san­ar­bei­ter des Hei­lig­sten Her­zens Jesu, eines 1886 vom Bischof von Tor­to­sa gegrün­de­ten Orden zur För­de­rung von Prie­ster­be­ru­fun­gen. ↩︎

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