Offener Brief der Piusbruderschaft an Papst Leo XIV. und alle Kardinäle

Umfassendes Glaubensbekenntnis


Die Piusbruderschaft übermittelte heute Papst Leo XIV. und dem Kardinalskollegium einen offenen Brief und ein umfassendes Glaubensbekenntnis
Die Piusbruderschaft übermittelte heute Papst Leo XIV. und dem Kardinalskollegium einen offenen Brief und ein umfassendes Glaubensbekenntnis

Die Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. ver­öf­fent­lich­te einen offe­nen Brief an Papst Leo XIV. und alle Mit­glie­der des Kar­di­nals­kol­le­gi­ums ver­öf­fent­licht. Anlaß dürf­ten die War­nun­gen aus Rom sein, die im Zusam­men­hang mit der ange­kün­dig­ten Wei­he von vier Bischö­fen ohne päpst­li­ches Man­dat am 1. Juli stehen.

Sowohl der Prä­fekt des Dik­aste­ri­ums für die Glau­bens­leh­re, Kar­di­nal Vic­tor Manu­el Fernán­dez, als auch der Papst selbst haben die Bru­der­schaft ein­dring­lich vor die­sem Schritt gewarnt. Dabei bezeich­ne­ten sie eine sol­che Wei­he als schis­ma­ti­schen Akt und ver­wie­sen auf die damit ver­bun­de­nen kir­chen­recht­li­chen Sanktionen.

Zusam­men mit dem offe­nen Brief wur­de dem Kir­chen­ober­haupt und den Mit­glie­dern des Kar­di­nals­kol­le­gi­ums auch ein Glau­bens­be­kennt­nis über­mit­telt. Dabei han­delt es sich jedoch nicht um die katho­li­sche Glau­bens­er­klä­rung, die von der Pius­bru­der­schaft bereits am 14. Mai ver­öf­fent­licht wor­den war.

Der tra­di­ti­ons­ver­bun­de­ne Blog Mes­sa in Lati­no berich­tet viel­mehr von einem umfang­rei­chen Glau­bens­be­kennt­nis mit einem Umfang von 28 Sei­ten, das der Redak­ti­on vor­liegt und dem­nächst ver­öf­fent­licht wer­den soll. Auf den offi­zi­el­len Inter­net­sei­ten der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. fin­det sich hier­zu bis­lang kei­ne Veröffentlichung.

Heiliger Vater,
hochwürdigste Herren Kardinäle,

am Vor­abend des für Ende die­ses Monats vor­ge­se­he­nen Kon­si­sto­ri­ums und weni­ge Tage vor den für den kom­men­den 1. Juli in Ecô­ne vor­ge­se­he­nen Bischofs­wei­hen scheint uns für die Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. der Augen­blick gekom­men, ein umfas­sen­des Bekennt­nis des katho­li­schen Glau­bens abzu­le­gen, das wir Eurer Hei­lig­keit sowie jedem ein­zel­nen Kar­di­nal über­rei­chen möchten.

Die Kir­che lei­det heu­te unter dem Druck neu­er Kräf­te, die sowohl aus ihrem Innern als auch von außen auf sie ein­wir­ken und sie nach allen mög­li­chen Rich­tun­gen drän­gen, aus­ge­nom­men jene, die wir für die rech­te hal­ten. Ange­sichts eines sol­chen Lei­dens kön­nen wir nicht gleich­gül­tig bleiben.

Es ist nicht Sache der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X., den Weg zu wei­sen, dem zu fol­gen ist. Dies kommt viel­mehr der zwei­tau­send­jäh­ri­gen Tra­di­ti­on der Kir­che zu, die im Lau­fe der Jahr­hun­der­te vom Apo­sto­li­schen Stuhl treu bewahrt und wei­ter­ge­ge­ben wur­de und die heu­te von vie­len fak­tisch als über­holt betrach­tet wird, als eine Wirk­lich­keit, die einer fort­wäh­ren­den Ent­wick­lung unter­wor­fen sei.

Im Namen eben die­ser Tra­di­ti­on und allein in ihrem Lich­te legen wir heu­te die­ses Bekennt­nis des katho­li­schen Glau­bens ange­sichts der wich­tig­sten Irr­tü­mer und der schwer­sten Gefah­ren unse­rer Zeit ab.

Wir sind über­zeugt, daß die Tra­di­ti­on alle Heil­mit­tel gegen jene tief­sten Übel in sich birgt, an denen Kir­che und Welt lei­den und für die man außer­halb ihrer ver­geb­lich nach Lösun­gen sucht.

Der unver­än­der­li­che und unver­kürz­te Glau­be ist Prin­zip, Fun­da­ment und Wur­zel des Hei­les der See­len. Die­ser Glau­be, ent­hal­ten in der Tra­di­ti­on und gelehrt durch das bestän­di­ge Lehr­amt, bil­det das wah­re Fun­da­ment der Ein­heit der Kir­che und folg­lich das not­wen­di­ge Mit­tel zur Her­stel­lung der Einig­keit und Gemein­schaft unter den Glie­dern des Mysti­schen Lei­bes Christi.

Über allen Ver­än­de­run­gen und Wech­sel­fäl­len der Zeit erhebt sich die unver­än­der­li­che Tra­di­ti­on, und mit ihr die Geschich­te der ewi­gen Wahrheit.

Wir kön­nen daher nur hof­fen und instän­dig dar­um bit­ten, daß die­se Tra­di­ti­on und die Rein­heit des Glau­bens erneut zum Fun­da­ment des Lebens der Kir­che gemacht wer­den, damit von ihnen aus eine wahr­haf­ti­ge Erneue­rung ihren Anfang neh­men kann.

Für die­se Absicht beten wir unablässig.

Wir sind über­zeugt, dass in dem insta­bi­len und äußerst gefähr­li­chen Kon­text, der sich unse­ren Augen bie­tet, der beste Bei­trag, den man der uni­ver­sa­len Kir­che lei­sten kann, in einem auf­rich­ti­gen und voll­stän­di­gen Bekennt­nis des katho­li­schen Glau­bens besteht.

Wir hof­fen, dass die­ser Lehr­text eines Tages als Grund­la­ge für einen offe­nen Dia­log mit dem Hei­li­gen Stuhl die­nen kann – in einem fried­li­chen, brü­der­li­chen und von Näch­sten­lie­be gepräg­ten Klima.

Der Text, den wir Ihnen vor­le­gen, ist nicht das ste­ri­le Kla­ge­lied einer Grup­pe von Nost­al­gi­kern, son­dern der not­wen­di­ge, fried­li­che und ent­schlos­se­ne Aus­druck unse­res Glaubens.

Non enim pos­su­mus ali­quid adver­sus veritatem sed pro veritate.

„Denn wir kön­nen nichts gegen die Wahr­heit tun, son­dern nur für die Wahrheit.“

Und nach dem Psal­mi­sten, den der hei­li­ge Pau­lus aufgreift:

Et nos cre­di­mus, prop­ter quod et loquimur.

„Auch wir glau­ben; dar­um reden wir.“

Indem wir Ihnen für die Auf­merk­sam­keit dan­ken, die Sie die­sem Text wid­men wer­den, ver­si­chern wir Ihnen unse­res bestän­di­gen Gebets für Sie und für die uni­ver­sa­le Kirche.

Men­zin­gen, 24. Juni 2026, Hoch­fest der Geburt des hei­li­gen Johan­nes des Täufers

Davi­de Pagli­a­ra­ni
Gene­ral­obe­rer

Alfon­so de Galar­re­ta
Erster Gene­ral­as­si­stent

Chri­sti­an Boucha­court
Zwei­ter Generalassistent

Ber­nard Fel­lay
Erster Gene­ral­rat
ehe­ma­li­ger Generaloberer

Franz Schmid­ber­ger
Zwei­ter Gene­ral­rat
ehe­ma­li­ger Generaloberer

Einleitung/​Übersetzung: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Mes­sa in Latino

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