Der Orden der Ritter des Lichts

Zwischen Freimaurerei, Esoterik und heidnischer "Religiositas Romana"

Bild der Loge des Initiationsordens der Ritter des Lichts, einer skurrilen neuheidnischen, esoterisch-reaktionären Freimaurerei
Bild der Loge des Initiationsordens der Ritter des Lichts, einer skurrilen neuheidnischen, esoterisch-reaktionären Freimaurerei

Von Pater Pao­lo M. Siano*

Der Initia­ti­ons­or­den der Rit­ter des Lichts (O.I.CL. oder OICL), mit Sitz in Genua, ist eine frei­mau­re­ri­sche Grup­pe, die sich – wie wir sehen wer­den – an der vor­christ­li­chen, also heid­ni­schen römi­schen Reli­gio­si­tät und an den Schrif­ten von Eso­te­ri­kern ori­en­tiert, die die­se beson­ders geschätzt haben, wie Ame­deo Roc­co Armen­ta­no (1886–1966), Arturo Reghi­ni (1878–1946) und Juli­us Evo­la (1898–1974).

Im Jah­re 1907 wur­de Ame­deo Roc­co Armen­ta­no, genannt ARA, in Flo­renz in der Loge „Luci­fe­ro“ („Luzi­fer“) des Ita­lie­ni­schen Sym­bo­li­schen Ritus (RSI) unter der Obö­di­enz des Groß­ori­ents von Ita­li­en (GOI) frei­mau­re­risch ein­ge­weiht. Die­se Loge war 1905 gegrün­det wor­den. Zu den Grün­dern jener Loge – die spä­ter vom Faschis­mus auf­ge­löst wur­de – gehör­te auch Arturo Reghi­ni. 1911 wur­de ARA in der Loge „Luci­fe­ro“ zum Frei­mau­rer­mei­ster „erho­ben“. ARA inter­es­sier­te sich für den Her­me­tis­mus. Er gehör­te einem frei­mau­re­ri­schen Mem­phis-und-Mis­ra­im-Ritus an. Wäh­rend des Faschis­mus flüch­te­te er nach Bra­si­li­en. In Uru­gu­ay hei­ra­te­te er sei­ne Enke­lin (die Toch­ter sei­ner Toch­ter)… Zwi­schen 1919 und 1921 trat ARA zusam­men mit Arturo Reghi­ni zur Frei­mau­re­rei des Alten und Ange­nom­me­nen Schot­ti­schen Ritus von „Piaz­za del Gesù“ unter Save­r­io Fera über und wur­de Mit­glied des Ober­sten Rates der Frei­mau­rer des 33. Gra­des im Alten und Ange­nom­me­nen Schot­ti­schen Ritus. Auf der Web­site des Ita­lie­ni­schen Sym­bo­li­schen Ritus (GOI) lesen wir:

„Ame­deo Armen­ta­no, obwohl weni­ger bekannt, kann zusam­men mit Leo­ne Cae­ta­ni, mit Arturo Reghi­ni, Gui­do de Gior­gio, Giu­lia­no Krem­merz und Juli­us Evo­la zu den Schlüs­sel­fi­gu­ren der Wie­der­ge­burt des­sen gerech­net wer­den, was all­zu vor­schnell und oft mit nega­ti­ver Bedeu­tung Neu­hei­den­tum genannt wird.“1


In der Tat mag es den „Ari­sto­kra­ten“ oder den „Initi­ier­ten“ des „Römi­schen Weges“ miß­fal­len, „Neo­pa­ga­ner“ oder „Hei­den“ genannt zu wer­den, da „pagus“ Dorf oder länd­li­ches Gebiet, Land­ge­gend bedeu­tet… Obwohl der Aus­druck in ihren Augen zu ple­be­jisch erschei­nen mag, ist er für uns Katho­li­ken hin­ge­gen der klar­ste und ein­fach­ste Aus­druck, um ihre vor­christ­li­che Roma­ni­tas zu bezeichnen…


Juli­us Evo­la ist „Ver­fech­ter eines anti­christ­li­chen Roma­nis­mus“2. Evo­la recht­fer­tigt und preist den Weg der Lin­ken Hand.3


Der Initia­ti­ons­or­den der Rit­ter des Lichts ist eine frei­mau­re­ri­sche Rea­li­tät, die ver­dient, stu­diert zu wer­den, obwohl die Stu­di­en­quel­len gegen­wär­tig sehr begrenzt sind, da sie fak­tisch auf die Sei­ten der Web­site des Initia­ti­ons­or­den der Rit­ter des Lichts beschränkt sind. Betrach­ten wir eini­ge davon.

1. „Kurze Geschichte“ des Initiationsorden der Ritter des Lichts

    „Der Initia­ti­ons­or­den der Rit­ter des Lichts (O.I.C.L.) wur­de am 30. April 1993 recht­mä­ßig und ritu­ell unter der Ägi­de des Ita­lie­ni­schen Groß­ori­ents gegrün­det. Die neun Grün­der­brü­der kamen aus einer lan­gen und qua­li­fi­zier­ten frei­mau­re­ri­schen Erfah­rung und reprä­sen­tier­ten eini­ge der best­vor­be­rei­te­ten Ver­tre­ter der Obö­di­enz. Der Inspi­ra­tor des Ordens, der bereits hohe insti­tu­tio­nel­le Ver­ant­wor­tun­gen zu tra­gen beru­fen wor­den war, bezog fer­ner sei­ne gei­sti­ge Ori­en­tie­rung aus einem unun­ter­bro­che­nen Akti­vis­mus in einer Tra­di­ti­on, der er seit 1970 treu geblie­ben war. 1996, als die inzwi­schen offen­kun­di­ge Unver­ein­bar­keit zwi­schen der kul­tu­rel­len, ethi­schen und gei­sti­gen Aus­rich­tung der neu­en Füh­rung des Ita­lie­ni­schen Groß­ori­ent­s­und den Grün­dungs­prin­zi­pi­en des Ordens fest­ge­stellt wur­de, beschloß der O.I.C.L. ein­stim­mig sei­nen Aus­tritt aus der Obö­di­enz.“4

    Es ist gut zu prä­zi­sie­ren, daß der Ita­lie­ni­sche Groß­ori­ent, von dem der Initia­ti­ons­or­den der Rit­ter des Lichts (OICL) spricht, nicht der Groß­ori­ent von Ita­li­en – Palaz­zo Giu­sti­nia­ni (GOI) ist.

    Zwi­schen 1996 und 1997 trat der OICL der Ehr­wür­di­gen Natio­na­len Groß­lo­ge degli A.L.A.M. – Piaz­za del Gesù unter dem dama­li­gen Groß­mei­ster Vin­cen­zo Milo­ne (†1999) bei. 2006 löste sich der OICL auch von jener Groß­lo­ge und for­ma­li­sier­te mit nota­ri­el­ler Urkun­de die Asso­zia­ti­on oder Föde­ra­ti­on mit der Massoneria Anti­ca Uni­ver­sa­le (M.A.U., Uni­ver­sa­le Alte Frei­mau­e­rerei), die seit 1993 besteht. Die Web­site des OICL prä­zi­siert: „Mit die­sem Akt bekräf­tig­te der Orden sei­ne Kon­ti­nui­tät mit einer Kon­zep­ti­on der initia­ti­schen Tra­di­ti­on, die von der moder­nen spe­ku­la­ti­ven Frei­mau­re­rei unter­schie­den ist, indem er letz­te­re sich pro­gres­siv von den ursprüng­li­chen Prin­zi­pi­en ent­fer­nen sah, und zwar infol­ge des Ein­flus­ses ratio­na­li­sti­scher, illu­mi­ni­sti­scher und poli­tisch-sozia­ler Strö­mun­gen, die sich im Lau­fe der Neu­zeit ent­wickelt hat­ten.„5

    Seit 2024 gehört der Initia­ti­ons­or­den der Rit­ter des Lichts offi­zi­ell dem Tra­di­tio­nel­len Ita­lie­ni­schen Frei­mau­rer­or­den (Ordi­ne Masso­ni­co Tra­di­zio­na­le Ita­lia­no, O.M.T.I.) des Groß­mei­sters Lui­gi Pru­n­e­ti an.6

    2. „Wer wir sind“

    „Der Initia­ti­ons­or­den der Rit­ter des Lichts (O.I.C.L.), als Hüter einer tra­di­tio­nel­len initia­ti­schen Kon­ti­nui­tät, erkennt in der Tra­di­ti­on das per­ma­nen­te Prin­zip, aus dem sei­ne Iden­ti­tät, sei­ne Mis­si­on und sein Werk her­vor­ge­hen. Der Orden setzt sich zum Ziel, die alten Prin­zi­pi­en der Tra­di­tio­nel­len Weis­heit zu bewah­ren, zu über­lie­fern und zu bezeu­gen, indem er die inte­gra­le Bil­dung des Men­schen durch das Stu­di­um der Sym­bo­lik, die eso­te­ri­sche For­schung und die initia­ti­sche Dis­zi­plin för­dert. In die­ser Per­spek­ti­ve stellt der Ritus kei­ne blo­ße zere­mo­ni­el­le Äuße­rung oder eine emo­tio­na­le Sug­ge­sti­on dar, son­dern ein authen­ti­sches ope­ra­ti­ves Instru­ment, das fähig ist, das pro­gres­si­ve Erwa­chen des Bewußt­seins zu för­dern und eine Brücke zwi­schen der sinn­li­chen Welt und den höhe­ren Dimen­sio­nen des Seins zu bil­den. Der O.I.C.L. erkennt sich als Glied jener unun­ter­bro­che­nen Über­lie­fe­rungs­ket­te, die durch die Zeit hin­durch den Kon­takt mit dem Zen­trum der Tra­di­ti­on bewahrt. Die­se Kon­ti­nui­tät kann sich offen mani­fe­stie­ren oder im Lau­fe der Geschich­te ver­schlei­ert blei­ben; das Unver­än­der­li­che ist das gei­sti­ge Prin­zip, das sie trägt und das sei­ne Nah­rung nicht in blo­ßer Kon­tem­pla­ti­on fin­det, son­dern in einer heroi­schen, ope­ra­ti­ven und rit­ter­li­chen Hand­lung, die auf die Ver­wirk­li­chung des inne­ren Men­schen aus­ge­rich­tet ist. […] Der Gene­ral­sitz des Initia­ti­ons­or­dens der Rit­ter des Lichts ist dau­er­haft in Genua fest­ge­legt, der Stadt, in der die haupt­säch­li­chen insti­tu­tio­nel­len, ritu­el­len und for­ma­ti­ven Akti­vi­tä­ten des Ordens statt­fin­den.“7

    3. „Ziele und Zwecke“ des OICL

    Der OICL ist „unpo­li­tisch“, offen für ita­lie­ni­sche und aus­län­di­sche Bür­ger. Und wei­ter: „Zweck des Ordens ist es, die Bil­dung einer Gemein­schaft von tra­di­tio­nell ori­en­tier­ten Män­nern zu för­dern, die fähig sind, jene revo­lu­tio des Gei­stes zu bewir­ken, die den Men­schen zu sei­nem meta­phy­si­schen Ursprung und zu den per­ma­nen­ten Wer­ten der Tra­di­tio­nel­len Weis­heit zurück­führt.„8 Der OICL lehnt „jede Form von Dog­ma­tis­mus“ ab.9

    4. „Informationen“

    Nach­dem er sum­ma­risch die initia­ti­schen und nicht-initia­ti­schen Orte des genue­si­schen Sit­zes ange­ge­ben hat, erklärt die Web­site des OICL: „Jede Umge­bung ist als inte­grie­ren­der Bestand­teil des Bil­dungs­we­ges des Rit­ters kon­zi­piert und bewahrt ein arti­ku­lier­tes sym­bo­li­sches Erbe, das von den gro­ßen Bezü­gen der euro­päi­schen Tra­di­ti­on, der rit­ter­li­chen Welt und der ope­ra­ti­ven Frei­mau­re­rei inspi­riert ist. Neben die­sen Matri­zen fin­den kul­tu­rel­le Anspie­lun­gen auf eini­ge Zivi­li­sa­tio­nen der nörd­li­chen Hemi­sphä­re Raum, mit beson­de­rem Hin­blick auf die gei­sti­gen Tra­di­tio­nen eini­ger der Urein­woh­ner Nord­ame­ri­kas und die Idea­le des Shin­to des alten Kai­ser­li­chen Japan, in einer Per­spek­ti­ve des Ver­gleichs zwi­schen ver­schie­de­nen Aus­drucks­for­men der­sel­ben Suche nach dem Abso­lu­ten.„10

    5. „Ritus C.T.I.R.“

    „Der Rit­ter­li­che Tra­di­tio­nel­le Ita­lisch-Römi­sche Ritus bil­det die natür­li­che Voll­endung des initia­ti­schen Weges des O.I.C.L. Er schlägt einen Weg der Ver­voll­komm­nung vor, der auf der ita­lisch-römi­schen Tra­di­ti­on gegrün­det ist und auf die Bil­dung des Men­schen durch Stu­di­um, Dis­zi­plin, Übung der Tugen­den und die bewuß­te Wie­der­ge­win­nung der eige­nen gei­sti­gen und kul­tu­rel­len Wur­zeln aus­ge­rich­tet ist. Ein frei­er, all­mäh­li­cher und undog­ma­ti­scher Weg, der dar­auf abzielt, das Wis­sen in Erfah­rung und die Erfah­rung in Lebens­zeug­nis zu ver­wan­deln.„11

    Inner­halb jener Sei­te gibt es eine wei­te­re mit vier Links zu ent­spre­chen­den Sei­ten: „Rit­ter­li­cher Tra­di­tio­nel­ler Ita­lisch-Römi­scher Ritus“, „Das Hei­li­ge Feu­er“, „Der Kult“, „Die Quel­len“. Betrach­ten wir sie.

    5.1. „Ritterlicher Traditioneller Italisch-Römischer Ritus“

    Der OICL prak­ti­ziert die drei Gra­de des Lehr­lings, Gesel­len und Mei­ster. Nur „nach­dem man den 3. Grad des Mei­sters erlangt, die Tra­di­tio­nel­le Frei­mau­rer-Aka­de­mie besucht und die ent­spre­chen­den Prü­fun­gen bestan­den hat“, kann man zum „Rit­ter­li­chen Tra­di­tio­nel­len Ita­lisch-Römi­schen Ritus“ zuge­las­sen wer­den.12

    Wenig spä­ter lesen wir: „Der anti­dog­ma­ti­sche Pfad, den wir ver­fol­gen, beab­sich­tigt, in jedem Mit­glied des O.I.C.L. den pri­va­ten fami­liä­ren Kult der Ursprün­ge wie­der­zu­be­le­ben, wie­der­her­zu­stel­len und zu ent­wickeln, um – durch die täg­li­che ope­ra­ti­ve Pra­xis eines ele­men­ta­ren unblu­ti­gen Ritus – die Bezie­hung zum Gött­li­chen wie­der­her­zu­stel­len, unter Ach­tung der eige­nen Vor­fah­ren. […] Es han­delt sich klar um einen Bezug auf die vor­christ­li­che Reli­gio­si­tas, die oft ober­fläch­lich als eth­nisch, poly­the­istisch oder heid­nisch defi­niert wird (bes­ser iden­ti­fi­zier­bar als Weg zu den Göt­tern), von der wir glau­ben, daß sie, beschränkt auf ein römi­sches initia­ti­sches Zen­trum, unun­ter­bro­chen ihre Über­lie­fe­rungs­kon­ti­nui­tät – oft unter­schwel­lig, auf gehei­men Wegen und in sehr ver­schie­de­nen For­men – vom Ende des Rei­ches bis zu unse­ren Tagen zu bewah­ren ver­mocht hat, dank dem Werk eli­tä­rer tra­di­tio­nel­ler eso­te­ri­scher Grup­pen. Neue­re Bei­spie­le gibt es noch im ver­gan­ge­nen Jahr­hun­dert, auch durch die Bei­trä­ge von Arturo Reghi­ni und Juli­us Evo­la.„13

    Wei­ter lesen wir: „Jedes Haus bewahrt sein eige­nes häus­li­ches Feu­er, wäh­rend das der Gemein­schaft vom Sacrum Col­le­gi­um Sororum Hestiae (bestehend aus den Damen des Ordens, denen hohe Ver­ant­wor­tun­gen über­tra­gen sind) behü­tet wird, das es in rei­ner Form mit Holz von arbo­res feli­ces nährt, sich um die Zube­rei­tung des Mulsum und der ver­schie­de­nen ritu­el­len For­men küm­mert, die zum voll­kom­me­nen Voll­zug des Kul­tes der Phratrie/​Kurie not­wen­dig sind. Für die ‚Ritus-Spra­che‘ im gemein­sa­men Gebrauch ist ein ‚gemisch­tes‘ Sprach­re­gime ange­nom­men wor­den, das obli­ga­to­risch das Latei­ni­sche (hei­li­ge Spra­che Roms) und, der Prak­ti­bi­li­tät wegen, das Ita­lie­ni­sche umfaßt. Eini­ge For­meln des Kul­tes wer­den – je nach Fäl­len und Not­wen­dig­kei­ten – in ‚archai­schem‘ Latein, häu­fi­ger in ‚klas­si­schem‘ Latein und manch­mal in ‚mit­tel­al­ter­li­chem‘ Latein dekla­miert.„14

    5.2. „Das Heilige Feuer“

    „Der R.C.T.I.R. mißt dem Feu­er eine noch tie­fe­re Bedeu­tung bei. Es stellt den Berüh­rungs­punkt zwi­schen Mikro­kos­mos und Makro­kos­mos dar; zwi­schen dem Men­schen und dem Kos­mos; zwi­schen der Mate­rie und dem Geist. Sei­ne Flam­me strebt natür­lich nach oben, als erin­ne­re sie bestän­dig an ihren Ursprung; des­halb wird das Feu­er zum Sym­bol der evo­lu­tio­nä­ren Span­nung des Seins. Es erleuch­tet, ohne zu zwin­gen. Es wärmt, ohne fest­zu­hal­ten. Es ver­wan­delt, ohne sei­ne eige­ne Natur zu ver­lie­ren. So soll­te auch der Weg des Men­schen sein.„15

    Der Text fährt fort: „In den alten Zivi­li­sa­tio­nen wur­de das Feu­er nie­mals ver­las­sen. Es muß­te behü­tet, genährt und geschützt wer­den. Sein Erlö­schen wur­de als ein Unglück nicht nur mate­ri­el­ler, son­dern auch gei­sti­ger Art betrach­tet. Aus die­ser Not­wen­dig­keit ent­stan­den die Kol­le­gi­en, die mit sei­ner Erhal­tung beauf­tragt waren. Unter die­sen Insti­tu­tio­nen war die berühm­te­ste die der Vesta­lin­nen von Rom, deren Funk­ti­on nicht ein­fach dar­in bestand, eine Flam­me am Bren­nen zu hal­ten: sie behü­te­ten ein Prin­zip, ver­tei­dig­ten die Kon­ti­nui­tät der Gemein­schaft und das Band zwi­schen den Men­schen und dem Hei­li­gen. Der O.I.C.L. erkennt in die­ser alten Intui­ti­on einen noch aktu­el­len Wert. Auch heu­te muß das Feu­er behü­tet wer­den: nicht das mate­ri­el­le Feu­er, son­dern das Feu­er der Erkennt­nis; das Feu­er der Tra­di­ti­on; das Feu­er der Suche; das Feu­er der Hei­ter­keit.„16

    5.3. „Der Kult“

    „In der Sicht des O.I.C.L. stellt der Kult weder eine Men­ge will­kür­li­cher Gesten noch eine sym­bo­li­sche Rezi­ta­ti­on dar. Er bil­det eine Tech­nik der Har­mo­ni­sie­rung, eine Metho­de, durch die Män­ner und Frau­en ver­su­chen, ihre inne­ren Fre­quen­zen abzu­stim­men und sie auf eine gemein­sa­me Rich­tung ein­zu­stim­men. Des­halb fin­det die initia­ti­sche Arbeit inner­halb des Tem­pels statt, der ein kon­zep­tu­el­ler ritu­el­ler und vor­be­hal­te­ner Begeg­nungs­raum ist. […] Die ritu­el­len Wor­te, die Musik, die Schlä­ge des Häm­mer­chens, die Anru­fun­gen und die tra­di­tio­nel­len For­meln wer­den nicht aus blo­ßer Gewohn­heit ver­wen­det: sie set­zen einen Rhyth­mus fest, schaf­fen eine gemein­sa­me Struk­tur, syn­chro­ni­sie­ren die Auf­merk­sam­keit der Teil­neh­mer. Der Klang wird so zu einer Form unsicht­ba­rer Archi­tek­tur. Ein Bau, der nicht aus Stein, son­dern aus Vibra­tio­nen besteht. Eine Klang­ar­chi­tek­tur. Das Ritu­al nimmt dann die Form eines kol­lek­ti­ven Man­tras an, nicht im reli­giö­sen Sin­ne des Wor­tes, son­dern als geord­ne­te Sequenz von Wor­ten, Gesten und Pau­sen, die fähig ist, das Bewußt­sein zu ori­en­tie­ren. Jeder Teil­neh­mer bleibt er selbst, fügt sich aber pro­gres­siv in eine wei­te­re Dimen­si­on ein. Aus die­ser Erfah­rung ent­steht das, was vie­le Tra­di­tio­nen als Egre­go­re bezeich­net haben. Die Egre­go­re darf nicht als eine getrenn­te Enti­tät oder ein unsicht­ba­res Wesen vor­ge­stellt wer­den, das von außen her­ab­steigt. Sie stellt das Ergeb­nis der Har­mo­ni­sie­rung vie­ler Bewußts­ei­ne dar, die auf einen glei­chen Zweck aus­ge­rich­tet sind. Wenn Män­ner und Frau­en Absicht, Auf­merk­sam­keit, Sym­bo­le, Rhyth­mus und Gegen­wart tei­len, ent­steht eine beson­de­re Qua­li­tät der kol­lek­ti­ven Erfah­rung. Es ent­steht ein gemein­sa­mes Feld. Ein geteil­tes Bewußt­sein. Eine Kraft, die nie­mand indi­vi­du­ell im glei­chen Maße erzeu­gen könn­te. Die Egre­go­re ersetzt das Indi­vi­du­um nicht. Sie ver­stärkt es und ver­langt zugleich, daß es mit sei­ner eige­nen Ener­gie zum Bau des gemein­sa­men Wer­kes bei­trägt.“17

    5.4. „Die Quellen“

    „Die haupt­säch­li­chen Inspi­ra­tio­nen für die Durch­füh­rung und die Wie­der­auf­nah­me des Kul­tes der Gen­ti­len und der Reli­gio­si­tas Roma­na schöp­fen aus klas­si­schen Quel­len. Die Aen­eis des Ver­gil wird als hei­li­ger Text betrach­tet, wäh­rend die von Numa Pom­pi­li­us ein­ge­setz­ten kul­ti­schen Vor­schrif­ten fun­da­men­tal sind. Bedeu­ten­de Wich­tig­keit neh­men die For­meln Cice­ros und des Lukrez an, sowie die Zeug­nis­se des Ser­vi­us (Kom­men­tar zur Aen­eis), des Livi­us (Ab Urbe Con­di­ta), des Ovid (Fasti), des Plut­arch (Par­al­lel­vi­ten /​ Romu­lus – Das Leben des Numa), des Macro­bi­us (Satur­na­lia), des Cato (ritu­el­le For­mel für das häus­li­che Opfer), des Liba­ni­os (Histo­rio­graph, mit Zitat über Juli­an den Abtrün­ni­gen), des Cice­ro (De Divin­a­tio­ne), des Sex­tus Pom­pei­us Festus (De ver­borum signi­fi­ca­tu – XXV), des Taci­tus (Ab exce­s­su Divi Augu­sti), des Quin­tus Aure­li­us Sym­ma­chus (Epi­stu­la ad Prot­a­di­um /​ Rela­tio de ara Vic­to­riae) usw. Die­ses histo­ri­sche und kul­tu­rel­le Erbe hat, trotz der Blockie­rung der Pax Deorum, die durch die Auf­lö­sung der Vesta­lin­nen, das Erlö­schen des Hei­li­gen Feu­ers auf dem Forum Roma­num, die Zer­stö­rung der heid­ni­schen Tem­pel und das offi­zi­el­le Ver­bot des öffent­li­chen und pri­va­ten Kul­tes durch Dekret des Theo­dosi­us bestimmt wur­de, über die Jahr­hun­der­te wider­stan­den dank dem Werk des Gemi­stos Ple­thon, der Römi­schen Aka­de­mie des Pom­po­ni­us Lae­tus und zahl­rei­cher ande­rer, bis es zu uns gelang­te durch das Ver­dienst von Gelehr­ten wie Gia­co­mo Boni, Ame­deo Armen­ta­no, Arturo Reghi­ni, Juli­us Evo­la, Leo­ne Cae­ta­ni und zuletzt auch durch den Bei­trag des Freun­des und Mei­sters Rena­to Del Pon­te (mit sei­ner Zeit­schrift Arthos, die 1972 ent­stand und seit 2008 gera­de von den Edi­zio­ni Arŷa fort­ge­führt wird, die vom O.I.C.L. inspi­riert sind). Die hier gesam­mel­ten Wer­ke bil­den eine biblio­gra­phi­sche Aus­wahl, die für die­je­ni­gen bestimmt ist, die die The­men der Tra­di­ti­on, der Reli­gio­si­tas Roma­na, der klas­si­schen Welt und der initia­ti­schen Wege ver­tie­fen möch­ten, die deren Prin­zi­pi­en, Sym­bo­le und Wer­te über­lie­fert haben. […].„18

    Unter den vom OICL vor­ge­schla­ge­nen „Klas­si­schen Quel­len“ befin­den sich Schrif­ten von: Apu­lei­us, Jamblichos, Kai­ser Juli­an [dem Abtrün­ni­gen], Pytha­go­ras, Plo­tin, Por­phy­ri­os, Proklos.

    Unter den vom OICL vor­ge­schla­ge­nen „Stu­di­en und Essays über die Tra­di­ti­on“ befin­den sich zudem Schrif­ten von: Ame­deo Roc­co Armen­ta­no („La Tra­di­zio­ne Ini­zia­ti­ca Roma­na“, Edi­zio­ni Medi­ter­ra­nee, Rom 1977), Gian­do­me­ni­co Casa­li­no („L’Essenza del­la Roma­ni­tà“, Edi­zio­ni Arya, Genua 2014), Gui­do De Gior­gio („La Tra­di­zio­ne Roma­na“, Fla­men, Mai­land 1973), Rena­to Del Pon­te, Mir­cea Elia­de, Juli­us Evo­la („Rivol­ta con­tro il mon­do moder­no“, „Caval­ca­re la tig­re“).19


    Von Gian­do­me­ni­co Casa­li­no habe ich vor Jah­ren das Buch „Il nome segre­to di Roma. Meta­fi­si­ca del­la roma­ni­tà“ („Der gehei­me Name Roms. Meta­phy­sik der Roma­ni­tät“, Vor­wort von Gian­do­me­ni­co de Tur­ris, Edi­zio­ni Medi­ter­ra­nee, Rom 2003) gele­sen. In jenem Buch stellt Casa­li­no „Luci­fer“ („Licht­trä­ger“, „Mor­gen­stern“) als „Vater“ der „Pri­mor­dia­len Tra­di­ti­on“ (oder „Her­me­ti­schen Tra­di­ti­on“ oder „Her­me­tis­mus“) dar, also als Vater der „Römi­schen Tra­di­ti­on“ (vgl. S. 143f), ver­stan­den im her­me­ti­sti­schen und heid­ni­schen Sinne.

    Hin­sicht­lich der The­sen Casa­li­nos ist auch der Online-Arti­kel vom 3. Sep­tem­ber 2025, „Mar­te ed Erme­te: com­men­to a ‚Il Nome Segre­to di Roma‘ di Gian­do­me­ni­co Casa­li­no“, inter­es­sant, in dem wir lesen:

    „Nach­dem er den ‚Inno a Roma‘ [Hym­ne an Rom] von Gio­van­ni Pas­co­li zitiert hat, ver­weilt Casa­li­no bei der Bedeu­tung des Namens des Gestirns, das die Tro­ja­ner bis an die Gesta­den Lati­ums führ­te. Die­ses Gestirn ist Venus. Das­sel­be Ita­li­en war als Hes­pe­ria von Hes­pe­rus her bekannt. Hes­pe­rus ist nichts ande­res als Venus. Aber Venus ist ein geheim­nis­vol­les Gestirn von dop­pel­ter Natur, gleich­sam eine andro­gy­ne Gott­heit. Als Abend­stern, der als erster am Him­mel beim Son­nen­un­ter­gang erscheint, ist sie eben unter dem Namen Hes­pe­rus bekannt, als Mor­gen­stern hin­ge­gen ist ihr Name Luci­fer. Nun ist es gut, dar­auf hin­zu­wei­sen, daß Luci­fer in Wirk­lich­keit der Vater der Pri­mor­dia­len Tra­di­ti­on selbst ist, einer Tra­di­ti­on, die in ihrem eso­te­risch­sten Kern den Leh­ren des alche­mi­sti­schen Her­me­tis­mus ent­spricht, die in allen Reli­gio­nen der Mensch­heit kodi­fi­ziert sind. Luci­fer ist nach der wah­ren weis­heit­li­chen Leh­re die Schlan­ge der Erkennt­nis, der Stamm­va­ter aller heroi­schen Ras­sen, der Arche­typ selbst des Gött­li­chen Men­schen vor dem Fall und der Kreu­zi­gung in der Mate­rie. Inter­pre­ta­tio­nen der christ­li­chen Epo­che, die bereits von einer defor­mier­ten Auf­fas­sung der Natur und von mora­li­sie­ren­den Schrul­len ver­zerrt waren, gin­gen dann dazu über, Luci­fer mit dem Teu­fel, dem Feind und Wider­sa­cher Got­tes zu iden­ti­fi­zie­ren. Vom ‚Trä­ger des Lichts‘ ver­wan­del­te er sich in die Dar­stel­lung des Bösen und der Fin­ster­nis. […]. Der Text Casa­li­nos ist eine unver­zicht­ba­re Arbeit für die­je­ni­gen, die auf dem Wege der Wie­der­ent­deckung der meta­phy­si­schen Wur­zeln unse­rer Völ­ker sind. Sich heu­te, im Scho­ße die­ser zer­fal­le­nen Gesell­schaft, der gei­sti­gen Iden­ti­tät wie­der anzu­eig­nen, die die unse­rer Väter war, bedeu­tet vor allem, kon­kret auf zwei Ebe­nen zu wir­ken: der mikro­kos­mi­schen und der makro­kos­mi­schen. Es ist wich­tig, die­sen Aspekt der römi­schen Tra­di­ti­on zu unter­strei­chen, der sie direkt an die Spit­ze aller histo­risch bezeug­ten Mani­fe­sta­tio­nen des indo­eu­ro­päi­schen Gei­stes stellt. […].„20


    Keh­ren wir zur Web­site des OICL zurück, wo auch „Inter­ne Ver­öf­fent­li­chun­gen. Den Mit­glie­dern des Ordens vor­be­hal­te­ne Bän­de“ ange­ge­ben sind, geschrie­ben von Nico­la Crea, Erstem Rit­ter [Groß­mei­ster] des OICL und her­aus­ge­ge­ben von „OICL – Genua“ (nicht von den Edi­zio­ni Arya). Gegen­wär­tig sind es neun Ver­öf­fent­li­chun­gen, von denen ich nur drei Titel nen­ne: „Sul­la Massoneria“ („Über die Frei­mau­re­rei“) (2000), „Codex Aureus“ mit den Ritua­len des OICL (2001), „Meta­fi­si­ca Evo­lu­ti­va dell’Essere“ („Evo­lu­ti­ve Meta­phy­sik des Seins“) (2026). Ich habe ver­sucht, sie beim OICL anzu­for­dern, doch man ant­wor­te­te mir, sie sei­en denen vor­be­hal­ten, die der Loge des Initia­ti­ons­or­dens der Rit­ter des Lichts angehören.

    Auf der Sei­te „Tabu­la­ri­um“ gibt es Links zu: Arti­keln von Juli­us Evo­la; Arti­keln über die „Frei­mau­re­rei“, Arti­keln über das „Hei­den­tum“, Arti­keln über die „Roma­ni­tas“ und über die „Tra­di­ti­on“.

    Es ist leicht zu ver­ste­hen, daß der vom OICL vor­ge­schla­ge­ne „Römi­sche Weg“ nicht der christ­li­che und katho­li­sche ist, son­dern der vor­christ­li­che (also: heid­ni­sche, bes­ser neo-heid­ni­sche), den auch Ame­deo Roc­co Armen­ta­no, Arturo Reghi­ni und Juli­us Evo­la gewählt haben.


    Es ist inter­es­sant zu wis­sen, daß am ver­gan­ge­nen 15. Sep­tem­ber 2026 die Gestalt des Ame­deo Roc­co Armen­ta­no (gebo­ren in Sca­lea im Okto­ber 1886, gestor­ben in São Pau­lo in Bra­si­li­en am 14. Sep­tem­ber 1966) im Mit­tel­punkt einer Ver­an­stal­tung stand, an der die Stadt­ver­wal­tung von Sca­lea, das ita­lie­ni­sche Kul­tur­mi­ni­ste­ri­um und die bra­si­lia­ni­sche Bot­schaft in Ita­li­en betei­ligt waren. An der Ver­an­stal­tung war Kul­tur­mi­ni­ster Ales­san­dro Giu­li per­sön­lich anwe­send).21

    *Pater Pao­lo Maria Sia­no gehört dem Orden der Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta (FFI) an; der pro­mo­vier­te Kir­chen­hi­sto­ri­ker gilt als einer der besten katho­li­schen Ken­ner der Frei­mau­re­rei, der er meh­re­re Stan­dard­wer­ke und zahl­rei­che Auf­sät­ze gewid­met hat. Durch sei­ne Ver­öf­fent­li­chun­gen bringt er den Nach­weis, daß die Frei­mau­re­rei von Anfang an eso­te­ri­sche und gno­sti­sche Ele­men­te ent­hielt, die ihre Unver­ein­bar­keit mit der kirch­li­chen Glau­bens­leh­re begründen.

    Über­set­zung: Giu­sep­pe Nar­di
    Bild: Cor­ri­spon­den­za Romana


    1. https://​www​.ritos​im​bo​li​co​.net/​s​i​m​b​o​l​i​c​i​_​f​a​m​o​s​i​/​a​r​m​e​t​a​n​o​.​h​tml ↩︎
    2. vgl. Anna­ro­sa Dordo­ni: Cro­cia­ta ita­li­ca. Fascis­mo e reli­gio­ne nella repubbli­ca di Salò (gen­naio 1944 – aprile 1945), [Ita­li­scher Kreuz­zug. Faschis­mus und Reli­gi­on in der Repu­blik von Salò (Janu­ar 1944 – April 1945)], Sug­ar­Co Edi­zio­ni, Mai­land 1976, S. 112, Anm. 46 ↩︎
    3. vgl. Juli­us Evo­la: Il Cammi­no del Cin­a­b­ro, Van­ni Schei­wil­ler, Rom 1972, S. 190–191; eben­so Juli­us Evo­la: Meta­fi­si­ca del ses­so, Edi­zio­ni Medi­ter­ra­nee, Rom 2009, S. 130–138 ↩︎
    4. https://​www​.oicl​.it/​b​r​e​v​e​-​s​t​o​r​i​a​-it ↩︎
    5. https://​www​.oicl​.it/​b​r​e​v​e​-​s​t​o​r​i​a​-it ↩︎
    6. https://​www​.oicl​.it/​b​r​e​v​e​-​s​t​o​r​i​a​-it ↩︎
    7. https://​www​.oicl​.it/​c​h​i​-​s​i​a​m​o​-it ↩︎
    8. https://www.oicl.it/scopi-e-finalit%C3%A0-it ↩︎
    9. https://www.oicl.it/scopi-e-finalit%C3%A0-it ↩︎
    10. https://​www​.oicl​.it/​i​n​f​o​r​m​a​z​i​o​n​i​-it ↩︎
    11. https://www.oicl.it/rito-c-t-i‑r ↩︎
    12. https://​www​.oicl​.it/​r​i​t​o​-​c​a​v​a​l​l​e​r​e​s​c​o​-​t​r​a​d​i​z​i​o​n​a​l​e​-​i​t​a​l​i​c​o​-​r​o​m​a​n​o​/​r​i​t​o​-​c​a​v​a​l​l​e​r​e​s​c​o​-​i​t​a​l​i​c​o​-​r​o​m​ano ↩︎
    13. https://​www​.oicl​.it/​r​i​t​o​-​c​a​v​a​l​l​e​r​e​s​c​o​-​t​r​a​d​i​z​i​o​n​a​l​e​-​i​t​a​l​i​c​o​-​r​o​m​a​n​o​/​r​i​t​o​-​c​a​v​a​l​l​e​r​e​s​c​o​-​i​t​a​l​i​c​o​-​r​o​m​ano ↩︎
    14. https://​www​.oicl​.it/​r​i​t​o​-​c​a​v​a​l​l​e​r​e​s​c​o​-​t​r​a​d​i​z​i​o​n​a​l​e​-​i​t​a​l​i​c​o​-​r​o​m​a​n​o​/​r​i​t​o​-​c​a​v​a​l​l​e​r​e​s​c​o​-​i​t​a​l​i​c​o​-​r​o​m​ano ↩︎
    15. https://​www​.oicl​.it/​r​i​t​o​-​c​a​v​a​l​l​e​r​e​s​c​o​-​t​r​a​d​i​z​i​o​n​a​l​e​-​i​t​a​l​i​c​o​-​r​o​m​a​n​o​-​i​l​-​f​u​o​c​o​-​s​a​c​r​o​/​r​i​t​o​-​c​a​v​a​l​l​e​r​e​s​c​o​-​i​t​a​l​i​c​o​-​r​o​m​ano ↩︎
    16. https://​www​.oicl​.it/​r​i​t​o​-​c​a​v​a​l​l​e​r​e​s​c​o​-​t​r​a​d​i​z​i​o​n​a​l​e​-​i​t​a​l​i​c​o​-​r​o​m​a​n​o​-​i​l​-​f​u​o​c​o​-​s​a​c​r​o​/​r​i​t​o​-​c​a​v​a​l​l​e​r​e​s​c​o​-​i​t​a​l​i​c​o​-​r​o​m​ano ↩︎
    17. https://​www​.oicl​.it/​r​i​t​o​-​c​a​v​a​l​l​e​r​e​s​c​o​-​t​r​a​d​i​z​i​o​n​a​l​e​-​i​t​a​l​i​c​o​-​r​o​m​a​n​o​-​i​l​-​c​u​l​t​o​/​r​i​t​o​-​c​a​v​a​l​l​e​r​e​s​c​o​-​i​t​a​l​i​c​o​-​r​o​m​ano ↩︎
    18. https://​www​.oicl​.it/​r​i​t​o​-​c​a​v​a​l​l​e​r​e​s​c​o​-​t​r​a​d​i​z​i​o​n​a​l​e​-​i​t​a​l​i​c​o​-​r​o​m​a​n​o​-​l​e​-​f​o​n​t​i​/​r​i​t​o​-​c​a​v​a​l​l​e​r​e​s​c​o​-​i​t​a​l​i​c​o​-​r​o​m​ano ↩︎
    19. https://​www​.oicl​.it/​r​i​t​o​-​c​a​v​a​l​l​e​r​e​s​c​o​-​t​r​a​d​i​z​i​o​n​a​l​e​-​i​t​a​l​i​c​o​-​r​o​m​a​n​o​-​l​e​-​f​o​n​t​i​/​r​i​t​o​-​c​a​v​a​l​l​e​r​e​s​c​o​-​i​t​a​l​i​c​o​-​r​o​m​ano ↩︎
    20. https://​www​.pagi​ne​fi​loso​fa​li​.it/​m​a​r​t​e​-​e​d​-​e​r​m​e​t​e​-​c​o​m​m​e​n​t​o​-​a​-​i​l​-​n​o​m​e​-​s​e​g​r​e​t​o​-​d​i​-​r​o​m​a​-​d​i​-​g​i​a​n​d​o​m​e​n​i​c​o​-​c​a​s​a​l​i​no/ ↩︎
    21. https://​www​.comu​ne​.sca​lea​.cs​.it/​n​o​v​i​t​a​/​s​c​a​l​e​a​-​a​-​r​o​m​a​-​c​u​l​t​u​r​a​-​i​d​e​n​t​i​t​a​-​e​-​r​e​l​a​z​i​o​n​i​-​i​s​t​i​t​u​z​i​o​n​a​li/;
      https://​www​.info​pi​ni​one​.it/​i​n​d​e​x​.​p​h​p​/​2​0​2​6​/​0​9​/​1​5​/​s​c​a​l​e​a​-​a​m​m​i​n​i​s​t​r​a​z​i​o​n​e​-​a​-​r​o​m​a​-​p​e​r​-​a​m​e​d​e​o​-​r​o​c​c​o​-​a​r​m​e​n​t​a​n​o​-​i​l​-​m​u​s​i​c​i​s​t​a​-​e​d​-​e​s​o​t​e​r​i​s​t​a​-​p​r​o​p​r​i​e​t​a​r​i​o​-​d​i​-​t​o​r​r​e​-​t​a​l​ao/ ↩︎

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