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22. Februar 2026

Der überlieferte Ritus stärkt den Glauben an die Realpräsenz

Studie der William Paterson University

24. September 2025 Kommentare deaktiviert für Der überlieferte Ritus stärkt den Glauben an die Realpräsenz


Studie bestätigt die Wechselwirkung zwischen traditionellen liturgischen Praktiken und dem Glauben an die Realpräsenz
Studie bestätigt die Wechselwirkung zwischen traditionellen liturgischen Praktiken und dem Glauben an die Realpräsenz

Eine von der Psy­cho­lo­gin Nata­lie A. Lin­de­mann von der Wil­liam Pater­son Uni­ver­si­ty in New Jer­sey durch­ge­führ­te und in der Fach­zeit­schrift Catho­lic Social Sci­ence Review ver­öf­fent­lich­te Stu­die unter­sucht, wie bestimm­te tra­di­tio­nel­le lit­ur­gi­sche Prak­ti­ken den Glau­ben US-ame­ri­ka­ni­scher Katho­li­ken an die rea­le Gegen­wart Jesu Chri­sti in der Eucha­ri­stie beeinflussen.

Die Unter­su­chung wur­de mit einer Stich­pro­be von 860 erwach­se­nen Katho­li­ken in den USA durch­ge­führt. Dabei wur­de nach ihren Erfah­run­gen in der Mes­se gefragt, ins­be­son­de­re nach der Art des Kom­mu­nion­emp­fangs, dem Gebrauch von Wand­lungs­glöck­chen und Glocken­ge­läut bei der Kon­se­kra­ti­on, dem Stand­ort des Taber­na­kels, dem Ange­bot der Mes­se im über­lie­fer­ten Ritus in ihren Gemein­den sowie ihrem Grad an Über­zeu­gung bezüg­lich der Realpräsenz.

Die Stu­die stellt fest, daß nur 31 Pro­zent der befrag­ten Katho­li­ken voll­stän­dig vom Dog­ma der rea­len Gegen­wart Jesu Chri­sti über­zeugt sind, wäh­rend 23,6 Pro­zent ange­ben, daß die Eucha­ri­stie nur ein Sym­bol sei. Die übri­gen Befrag­ten bewe­gen sich in Zwi­schen­po­si­tio­nen. Der Durch­schnitts­wert lag auf einer Ska­la von 1 bis 5 bei 3,1.

Der tra­di­tio­nel­le Kom­mu­nion­emp­fang zeigt einen deut­li­chen Zusam­men­hang mit einem stär­ke­ren Glau­ben an das eucha­ri­sti­sche Dog­ma. Wer zumin­dest ein­mal die Mund­kom­mu­ni­on emp­fan­gen hat, zeigt eine grö­ße­re Über­zeu­gung als die­je­ni­gen, die dies nie getan haben, so Lin­de­mann. Beson­ders deut­lich ist der Unter­schied bei den­je­ni­gen, die immer die Mund­kom­mu­ni­on prak­ti­zie­ren (Durch­schnitt: 3,69), im Ver­gleich zu denen, die immer die Hand­kom­mu­ni­on nüt­zen (Durch­schnitt: 3,00). In den Frei­text­ant­wor­ten ver­wie­sen die Befür­wor­ter der Mund­kom­mu­ni­on vor allem auf die Ehr­furcht, wäh­rend die­je­ni­gen, die die Hand­kom­mu­ni­on bevor­zu­gen, haupt­säch­lich hygie­ni­sche Grün­de anführ­ten – ein Argu­ment, das wäh­rend der Covid-Pan­de­mie in vie­len Gemein­den ver­stärkt wurde.

Auch der Glocken­klang wäh­rend der Wand­lung zeigt eine Kor­re­la­ti­on bezüg­lich der Glau­bens­si­cher­heit an die Real­prä­senz: Wer immer die Altar­schel­len hört, erreicht im Schnitt 3,43, gegen­über 2,53 bei den­je­ni­gen, die sie nie zu hören bekommen.

Der Stand­ort des Taber­na­kels – ob auf dem Hoch­al­tar, seit­lich oder in einer sepa­ra­ten Kapel­le – zeig­te hin­ge­gen, so Lin­de­mann, kei­nen sta­ti­stisch signi­fi­kan­ten Zusam­men­hang mit dem Glau­bens­grad an die Realpräsenz.

Das Ange­bot der latei­ni­schen Mes­se steht eben­falls in Zusam­men­hang mit einem höhe­ren Maß an Über­zeu­gung: Gläu­bi­ge, in deren Pfar­rei­en auch im über­lie­fer­ten Ritus zele­briert wird, wei­sen einen Mit­tel­wert von 3,63 auf, gegen­über 3,04 bei Gläu­bi­gen ohne einen Zugang dazu.

Wer per­sön­lich schon ein­mal an einer Hei­li­gen Mes­se im über­lie­fer­ten Ritus teil­ge­nom­men hat, erreicht im Durch­schnitt 3,83, im Ver­gleich zu 3,07 bei denen, die nie dar­an teil­ge­nom­men haben.
Ins­ge­samt hat­ten 24 Pro­zent der Befrag­ten bereits ein­mal eine sol­che Mes­se besucht. Die Ein­drücke waren mehr­heit­lich posi­tiv: 62 Pro­zent äußer­ten sich posi­tiv (beson­ders hin­sicht­lich Schön­heit und Ehr­furcht), 26 Pro­zent neu­tral, und 12 Pro­zent negativ.

Auch die Häu­fig­keit des Meß­be­suchs kor­re­liert ein­deu­tig mit einem stär­ke­ren Glau­ben an die Real­prä­senz, eben­so wie eine kon­ser­va­ti­ve poli­ti­sche Grund­hal­tung. Geschlecht und eth­ni­sche Zuge­hö­rig­keit erwie­sen sich dage­gen als nicht aus­schlag­ge­bend. Das Alter hat­te eben­falls kei­nen rele­van­ten Ein­fluß, mit Aus­nah­me einer geziel­ten Ana­ly­se zu den Ein­drücken von der latei­ni­schen Messe.

Die Stu­die kommt zu dem Schluß, daß kör­per­lich aus­drucks­stär­ke­re und ehr­fürch­ti­ge­re Prak­ti­ken – wie etwa die knien­de Mund­kom­mu­ni­on oder das Hören von Wand­lungs­glöck­chen – mit einem höhe­ren Maß an Glau­ben an die rea­le Gegen­wart Jesu Chri­sti in der Eucha­ri­stie ver­bun­den sind. Die Autorin weist jedoch dar­auf hin, daß es sich um Schluß­fol­ge­run­gen aus einer Befra­gung han­delt und daher kein ursäch­li­cher Zusam­men­hang bewie­sen wer­den kön­ne: Es ist denk­bar, daß die­se Prak­ti­ken den Glau­ben stär­ken – oder aber, daß bereits über­zeug­te Gläu­bi­ge gezielt Gemein­den auf­su­chen, in denen sol­che Prak­ti­ken gepflegt wer­den, so Lin­de­mann. In jedem Fall zei­ge sich ein kon­stan­ter Zusam­men­hang zwi­schen Lit­ur­gie und eucha­ri­sti­scher Gewiß­heit in den erho­be­nen Daten.

Als mög­li­che pasto­ra­le Maß­nah­men zur Revi­ta­li­sie­rung des eucha­ri­sti­schen Glau­bens schlägt die Stu­die vor:

  • die För­de­rung der knien­den Mundkommunion,
  • die Wie­der­ein­füh­rung des Glocken­ge­läuts zur Wandlung,
  • die Erleich­te­rung des Zugangs zum über­lie­fer­ten Römi­schen Ritus,
  • die För­de­rung der eucha­ri­sti­schen Anbe­tung und der Kniebeuge,
  • sowie eine stär­ke­re Betei­li­gung der Prie­ster bei der Kom­mu­ni­ons­pen­dung, anstel­le des Rück­griffs auf außer­or­dent­li­che Kommunionhelfer.

Sol­che Maß­nah­men könn­ten laut Stu­die dazu bei­tra­gen, das Bewußt­sein und die Über­zeu­gung der Gläu­bi­gen in bezug auf die Eucha­ri­stie zu stärken.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Wiki­com­mons

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