Der vatikanische Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin bestätigte, daß der Vatikan im Vorfeld der US-Militäroperation in Venezuela Vermittlungsversuche unternommen hatte, eine Lösung zu finden, „die jegliches Blutvergießen verhindert hätte – einschließlich eines Abkommens mit Maduro und anderen Vertretern des Regimes –, doch dies war nicht möglich“.
„Wir hatten versucht, was in einigen Zeitungen geschrieben ist“, sagte Parolin am vergangenen Samstagnachmittag am Rande einer Veranstaltung. Damit spielte er indirekt auf einen Bericht der Washington Post an, wonach er interveniert habe, um einen Schutzbrief für Nicolás Maduro zu erwirken, bevor er nach Darstellung der US-Regierung festgenommen wurde. Tatsächlich handelt es sich dabei, rechtlich gesehen, um die Entführung des zweifellos diktatorisch regierenden Maduro aus Venezuela und seine Verschleppung nach New York.
Weiter erklärte der Staatssekretär: „Wir haben stets eine friedliche Lösung unterstützt, doch auch wir sahen uns schließlich vor vollendete Tatsachen gestellt, vor eine faktische Situation.“
Kardinal Parolin erläuterte, daß die Lage in dem südamerikanischen Land derzeit „von großer Unsicherheit geprägt“ sei, und äußerte den Wunsch, sie möge „sich in Richtung Stabilität und wirtschaftlicher Erholung entwickeln, denn die Situation ist sehr prekär, die Bevölkerung leidet“.
Der Chefdiplomat des Heiligen Stuhls betonte zudem, daß nun „eine Demokratisierung des Landes notwendig“ sei.
Obwohl der Kardinalstaatssekretär keine Einzelheiten nannte, berichtete die Zeitung The Washington Post am 9. Januar, der Heilige Stuhl habe versucht, über eine Asylzusage für den venezolanischen Präsidenten in Rußland zu verhandeln.
Papst Leo XIV. sprach die Krise in Venezuela bereits mehrfach an, zuletzt am vergangenen Freitag in seiner ausführlichen Rede vor dem beim Heiligen Stuhl akkreditierten Diplomatischen Corps. Dabei forderte er, den Willen des venezolanischen Volkes zu respektieren und friedliche Lösungen zu suchen, die frei von „parteiischen Interessen“ seien.
Text: Giuseppe Nardi
Bild: Youtube/Il Sole 24 Ore (Screenshot)