Die alte Liturgie und die neuen Konzilsverächter

Als Kardinal Frings fassungslos war

Zwischen dem Bild vom Konzil und dessen Konsequenzen herrscht nach wie vor eine Diskrepanz, die notwendige Bewertungen und Überprüfungen verhindert.
Zwischen dem Bild vom Konzil und dessen Konsequenzen herrscht nach wie vor eine Diskrepanz, die notwendige Bewertungen und Überprüfungen verhindert.

Von einem Diözesanpriester

In einem gehar­nisch­ten Arti­kel griff vor eini­gen Tagen Herr Felix Neu­mann, Redak­teur einer radi­kal-moder­ni­sti­schen Web­site, die­je­ni­gen an, die der über­lie­fer­ten Römi­schen Lit­ur­gie die Treue hal­ten. Unter Beru­fung auf einen Text des Hei­li­gen Vaters, der laut dem Prä­fek­ten des Dikaste­ri­ums für die Lit­ur­gie, Erz­bi­schof Arthur Roche, kei­nes­wegs recht­li­cher Natur ist und ledig­lich den Anspruch einer „Medi­ta­ti­on“ erhebt, meint Neu­mann, es sei nun end­lich an der Zeit, das letz­te Kon­zil „gegen sei­ne Ver­äch­ter zu ver­tei­di­gen“ – und das sind aus sei­ner Sicht offen­bar vor allem jene, die der alten Lit­ur­gie ver­bun­den sind.

Es mag in die­sem Zusam­men­hang von Inter­es­se sein, eini­ge Zeit­zeu­gen zu Wor­te kom­men zu las­sen, denen Art und Umfang der vom Vati­ca­num II inten­dier­ten Lit­ur­gie­re­form bestens bekannt waren. Besteht näm­lich eine Dis­kre­panz zwi­schen den Inten­tio­nen die­ses Kon­zils und der Lit­ur­gie­re­form (von deren Umset­zung bzw. Ver­frem­dung ganz zu schwei­gen), erweist sich der Vor­wurf, die­je­ni­gen, die der min­de­stens 1500jährigen lit­ur­gi­schen Tra­di­ti­on der Kir­che fol­gen, sei­en „Kon­zils­ver­äch­ter“, als gegenstandslos.

Von Josef Kar­di­nal Frings berich­tet sei­ne Nich­te Sig­rid Sels: 

„Als die zwei­te Lit­ur­gie­re­form erfolg­te, war er fas­sungs­los und sag­te uns: ‚Das haben wir Kon­zils­vä­ter nicht beschlos­sen, das ist gegen die Beschlüs­se des Kon­zils. Ich kann nicht begrei­fen, wie der Hl. Vater zu so etwas sei­ne Zustim­mung geben konn­te.‘ Ich war per­plex und frag­te unse­ren Onkel: ‚Wie konn­te dann so etwas gesche­hen?‘ Dar­auf sei­ne trau­ri­ge Ant­wort: ‚Die Kon­zils­vä­ter haben vie­les nicht gewollt, aber dann kamen die Peri­ti, und das waren meist sehr fort­schritt­li­che Her­ren, und die haben alles in eine ande­re Rich­tung gedrängt.‘ “ 1

Mit kaum über­biet­ba­rer Deut­lich­keit, ja Schroff­heit äußer­te sich schon im Jah­re 1969 Bischof Dome­ni­co Cela­da, der als Kon­zils­va­ter für eine Reform der Lit­ur­gie gestimmt hatte: 

„Die all­mäh­li­che Zer­stö­rung der Lit­ur­gie ist eine trau­ri­ge, all­ge­mein bekann­te Tat­sa­che. In weni­ger als fünf Jah­ren wur­de die tau­send­jäh­ri­ge Struk­tur des gött­li­chen Kul­tes demon­tiert (…). Statt sei­ner wur­de eine infan­ti­le, lau­te, der­be und höchst ermü­den­de Form des Ritus ein­ge­führt. Und das Befrem­den und der Wider­wil­le der Gläu­bi­gen wur­den in heuch­le­ri­scher Wei­se igno­riert.“ 2 „Ich bedaue­re es, für die Kon­zils­kon­sti­tu­ti­on gestimmt zu haben, in deren Namen – aber auf was für eine Wei­se – die­se Pseu­do-Reform durch­ge­führt wur­de. Wenn es mög­lich wäre, wür­de ich die von mir abge­ge­be­ne Stim­me zurück­neh­men.“ 3

Alfons Maria Kar­di­nal Stick­ler, der als Peri­tus des Kon­zils mit der Ent­ste­hungs­ge­schich­te der Kon­sti­tu­ti­on Sacro­sanc­tum Con­ci­li­um prä­zi­se ver­traut war, merk­te in einem lan­gen Refe­rat zur Reform der Lit­ur­gie an:

„Sie kön­nen mei­ne Ver­wun­de­rung ver­ste­hen, als ich bei der Kennt­nis­nah­me der end­gül­ti­gen Aus­ga­be des neu­en Mis­sa­le Roma­num fest­stel­len muß­te, daß des­sen Inhalt in vie­lem nicht den mir wohl­be­kann­ten Kon­zils­tex­ten ent­sprach, vie­les ver­än­dert, erwei­tert, ja direkt gegen die Kon­zils­ver­fü­gun­gen war.“ 4 „Nie hat es des­we­gen, in kei­nem Bereich der christ­lich-katho­li­schen Riten, einen Bruch, eine radi­ka­le Neu­schöp­fung gege­ben, auch nicht im römisch-latei­ni­schen, bis auf die gegen­wär­ti­ge nach­kon­zi­lia­re Lit­ur­gie der Reform, trotz­dem das Kon­zil (…) die abso­lu­te Wah­rung der Tra­di­ti­on für die Reform immer wie­der ver­langt hat. (…) Es ist des­we­gen typisch, daß alle häre­ti­schen Abspal­tun­gen von der katho­li­schen Kir­che immer auch eine lit­ur­gi­sche Revo­lu­ti­on zur Fol­ge hat­ten, wie das beson­ders klar zu erken­nen ist bei den Pro­te­stan­ten und Angli­ka­nern, wäh­rend die vom Kon­zil von Tri­ent ange­reg­ten und von Papst Pius V. durch­ge­führ­ten Refor­men bis her­auf zu denen von Pius X., Pius XII. und Johan­nes XXIII. kei­ne Revo­lu­ti­on waren, son­dern nur unwe­sent­li­che Anglei­chun­gen und Berei­che­run­gen. Nichts Neu­es dür­fe ein­ge­führt wer­den, sagt aus­drück­lich das Kon­zil zur von den Vätern gewünsch­ten Reform, was nicht ein wirk­li­cher und als sol­cher erwie­se­ner Nut­zen der Kir­che ver­langt.“ 5

Kar­di­nal Stick­ler führt für sei­ne Fest­stel­lung, daß die Lit­ur­gie­re­form über das von Kon­zils­vä­tern Gewoll­te hin­aus­ging, zahl­rei­che Bei­spie­le an, u. a.: 

„Hier muß ein wei­te­rer wich­ti­ger Punkt nicht nur miß­ver­stan­de­ner, son­dern völ­lig ver­leug­ne­ter Ver­fü­gun­gen des Kon­zils zur Spra­che kom­men: Die Kult­spra­che. (…) Als das The­ma der Kult­spra­che in der Kon­zil­s­au­la dis­ku­tiert wur­de und zwar durch eini­ge Tage, ver­folg­te ich den gan­zen Vor­gang mit gro­ßer Auf­merk­sam­keit, wie nach­her auch die ver­schie­de­nen For­mu­lie­run­gen in der Lit­ur­gie­kon­sti­tu­ti­on bis zur end­gül­ti­gen Abstim­mung. Erin­ne­re mich noch sehr gut, wie nach eini­gen radi­ka­len Vor­schlä­gen sich ein sizi­lia­ni­scher Bischof erhob und die Väter beschwor, in die­sem Punkt Vor­sicht und Ein­sicht wal­ten zu las­sen, da sonst die Gefahr bestehe, daß die gan­ze Mes­se in der Volks­spra­che gehal­ten wer­de, wor­auf die gan­ze Kon­zil­s­au­la in schal­len­des Geläch­ter aus­brach.“ 6

Zwei wei­te­re, inter­na­tio­nal bekann­te Kon­zil­s­pe­ri­ti bestä­ti­gen auf ihre Wei­se die Beob­ach­tun­gen Kar­di­nal Stick­lers. Zum Bei­spiel für den Ordo Mis­sae hat­te die Lit­ur­gie­kon­sti­tu­ti­on Sacro­sanc­tum Con­ci­li­um zwar eine „Ver­ein­fa­chung“ gefor­dert, jedoch unter „treu­li­cher Wah­rung der Sub­stanz“ („pro­be ser­vata sub­stan­tia“) der Riten. Jedoch zei­tig­te die Lit­ur­gie­re­form nach P. Joseph Geli­ne­au ein etwas ande­res Ergebnis: 

„Es muß unzwei­deu­tig fest­ge­stellt wer­den: Der Römi­sche Ritus, so wie wir ihn kann­ten, exi­stiert nicht mehr. Er ist zer­stört.“ 7

P. Hen­ri Denis ließ sich wie folgt über die lit­ur­gi­sche Reform aus: „In man­chen Dis­kus­sio­nen mit Tra­di­tio­na­li­sten ist es all­ge­mein üblich gewor­den, zu sagen, daß sich nichts ver­än­dert habe. Es wäre weit bes­ser, den Mut zu haben, zuzu­ge­ben, daß die Kir­che aus gutem Grun­de bedeu­ten­de Modi­fi­zie­run­gen vor­ge­nom­men hat. War­um nicht zuge­ben, daß sich die Reli­gi­on geän­dert hat?“ 8 So also bewer­te­te ein Peri­tus – wenn auch in offen­sicht­li­cher Über­trei­bung – das Ergeb­nis der Lit­ur­gie­re­form: „Ände­rung der Reli­gi­on“. Was wohl die Kon­zils­vä­ter dazu gesagt hät­ten, denen, wie Kar­di­nal Stick­ler berich­te­te, schon eine „Abschaf­fung“ der latei­ni­schen Kult­spra­che als so absurd erschie­nen war, daß sie bei der blo­ßen Erwäh­nung die­ser Mög­lich­keit „in schal­len­des Geläch­ter“ ausbrachen?

Letz­te­re Tat­sa­che wird übri­gens eben­falls erwähnt durch einen wei­te­ren Kon­zils­va­ter, Erz­bi­schof Robert J. Dwyer: 

„Wer hät­te es sich an dem Tage, an dem Sacro­sanc­tum Con­ci­li­um pro­mul­giert wur­de, träu­men las­sen, daß in eini­gen Jah­ren, in weni­ger als einem Jahr­zehnt, die latei­ni­sche Tra­di­ti­on der Kir­che so gut wie aus­ge­löscht sein und zu einer lang­sam ver­blas­sen­den Erin­ne­rung wer­den wür­de? Der Gedan­ke dar­an hät­te uns ent­setzt, aber das erschien uns als so unvor­stell­bar, daß wir es als lächer­lich betrach­te­ten. Und so lach­ten wir dar­über.“ 9

Fer­ner kann Prof. Joseph Ratz­in­ger, der spä­te­re Papst Bene­dikt XVI., zumin­dest als Zeit­zeu­ge auch von jenen nicht igno­riert wer­den, die jetzt des­sen dam­na­tio memo­riae betrei­ben. Joseph Ratz­in­ger schrieb am 16. Dezem­ber 1976 in einem Brief an Prof. Wolf­gang Waldstein: 

„Das Pro­blem des neu­en Mis­sa­le liegt dem­ge­gen­über dar­in, daß es aus die­ser kon­ti­nu­ier­li­chen, vor und nach Pius V. immer wei­ter­ge­gan­ge­nen Geschich­te aus­bricht und ein durch­aus neu­es Buch (wenn auch aus altem Mate­ri­al) schafft, des­sen Auf­tre­ten mit einem der kirch­li­chen Rechts- und Lit­ur­gie­ge­schich­te durch­aus frem­den Typus von Ver­bot des Bis­he­ri­gen beglei­tet ist. Ich kann aus mei­ner Kennt­nis der Kon­zils­de­bat­te und aus noch­ma­li­ger Lek­tü­re der damals gehal­te­nen Reden der Kon­zils­vä­ter mit Sicher­heit sagen, daß dies nicht inten­diert war.“ 10

Voll­auf bestä­tigt wer­den die oben ange­führ­ten Stim­men durch das, was sich in Rom im Jah­re 1967 bei einer Bischofs­syn­ode ereig­ne­te. Die aller­mei­sten der dort anwe­sen­den Bischö­fe hat­ten zuvor als Kon­zils­vä­ter der Lit­ur­gie­kon­sti­tu­ti­on zuge­stimmt. Bei der Syn­ode wur­de in Anwe­sen­heit der Syn­oden­vä­ter eine sog. mis­sa nor­ma­ti­va zele­briert, die im wesent­li­chen dem spä­te­ren Novus Ordo Mis­sae ent­sprach – und die­se mis­sa nor­ma­ti­va über­zeug­te einen Groß­teil der Bischö­fe nicht, ande­re brach­ten mehr oder weni­ger umfang­rei­che Ver­bes­se­rungs­vor­schlä­ge an. Prof. Georg May schreibt dazu: 

„Der tie­fe Unmut man­cher Väter mit der soge­nann­ten Lit­ur­gie­re­form fand Aus­druck in hef­ti­gen Äuße­run­gen. Der Bischof Donal Lamont von Umta­li in Rho­de­si­en erklär­te am 24. Okto­ber lapi­dar: ‚Wir sind ver­gif­tet durch die Erneue­rung‘ (sc. der Lit­ur­gie). Der Kar­di­nal­staats­se­kre­tär Cico­gna­ni rief empört aus: ‚Sat expe­ri­men­ta, sat inno­va­tio­nes!‘ (‚Genug des Pro­bie­rens, genug der Neue­run­gen.‘)“ 11

Ins­ge­samt kommt Prof. May – unter Anfüh­rung zahl­rei­cher Bele­ge – zum Urteil: 

„Gegen die neue Meß­ord­nung gab es also eine sehr star­ke Oppo­si­ti­on der an der Gene­ral­ver­samm­lung der Bischofs­syn­ode teil­neh­men­den Bischö­fe. Aber die­ser Wider­stand wur­de erstaun­li­cher­wei­se über­gan­gen und hat­te kei­ne Aus­wir­kun­gen. (…) Mit Intran­si­genz, Into­le­ranz und Trotz beharr­ten die Urhe­ber und För­de­rer der soge­nann­ten Lit­ur­gie­re­form auf ihren irri­gen Vor­stel­lun­gen.“ 12

Es dürf­te deut­lich gewor­den sein, daß die Idee, die nach­kon­zi­lia­re lit­ur­gi­sche Reform sei Aus­druck „des Wil­lens der Kon­zils­vä­ter“, ins Reich der Fabel zu ver­wei­sen ist. Die­je­ni­gen, die – aus vie­len guten Grün­den – der über­lie­fer­ten Lit­ur­gie in einer Hal­tung der Kir­chen- und Glau­bens­treue ver­bun­den blei­ben, han­deln ein­wand­frei nicht im Wider­spruch zum Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Konzil.

In Über­ein­stim­mung mit Theo­lo­gie, gesun­dem Men­schen­ver­stand und nicht zuletzt dem Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil hat Papst Bene­dikt XVI. erklärt: 

„Was frü­he­ren Genera­tio­nen hei­lig war, bleibt auch uns hei­lig und groß; es kann nicht plötz­lich rund­um ver­bo­ten oder gar schäd­lich sein.“ 13

Und da Bene­dikt XVI. letz­te­re Fest­stel­lung in Aus­übung sei­nes Lehr­am­tes – und nicht etwa „nur im dis­zi­pli­nä­ren Sin­ne“ – getä­tigt hat, ist auf die alte Lit­ur­gie zumin­dest fol­gen­de Aus­sa­ge der Lit­ur­gie­kon­sti­tu­ti­on ohne wei­te­res anwend­bar: „In den Din­gen, die den Glau­ben oder das All­ge­mein­wohl nicht betref­fen, wünscht die Kir­che nicht eine star­re Ein­heit­lich­keit der Form zur Pflicht zu machen.“ (Sacro­sanc­tum Con­ci­li­um, Nr. 37). M. a. W.: Da die über­lie­fer­ten Riten nicht „plötz­lich schäd­lich“ sein kön­nen, wider­spricht es dem Geist der Kir­che, die­se einer „star­ren Ein­heit­lich­keit“ hal­ber unter­drücken zu wollen.

Im übri­gen wirkt der Vor­wurf, die der alten Lit­ur­gie ver­bun­de­nen kir­chen­treu­en Gläu­bi­gen sei­en „Kon­zils­ver­äch­ter“, eher belu­sti­gend – vor allem dann, wenn er vom Redak­teur der ein­gangs erwähn­ten Web­site erho­ben wird. Die­se ist näm­lich bis­lang weder durch beson­de­re Treue zur Leh­re von Päp­sten und Kon­zi­li­en im all­ge­mei­nen, noch des letz­ten Kon­zils im beson­de­ren auf­ge­fal­len. Wenn man dort die­ses Kon­zil anführt, dann höch­stens selek­tiv (und in moder­ni­sti­scher Fehl­in­ter­pre­ta­ti­on). Zu den Leh­ren des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils gehö­ren jeden­falls u.a. folgende:

  • „Die hei­li­ge katho­li­sche Kir­che ist der Mysti­sche Leib Chri­sti.“ (Ori­en­ta­li­um Eccle­siar­um, Nr. 2)
  • „Jesus Chri­stus (…) ist es, der (…) durch Zei­chen und Wun­der, (…) die Offen­ba­rung erfüllt und abschließt und durch gött­li­ches Zeug­nis bekräf­tigt.“ (Dei Ver­bum, Nr. 4)
  • „Dar­um könn­ten jene Men­schen nicht geret­tet wer­den, die um die katho­li­sche Kir­che und ihre von Gott durch Chri­stus gestif­te­te Heils­not­wen­dig­keit wis­sen, in sie aber nicht ein­tre­ten oder in ihr nicht aus­har­ren woll­ten.“ (Lumen gen­ti­um, Nr. 14)
  • „Die gesam­te Leh­re muß klar vor­ge­legt wer­den. Nichts ist dem öku­me­ni­schen Geist so fern wie jener fal­sche Ire­nis­mus, durch den die Rein­heit der katho­li­schen Leh­re Scha­den lei­det und ihr ursprüng­li­cher und siche­rer Sinn ver­dun­kelt wird.“ (Uni­ta­tis red­in­te­gra­tio, Nr. 11)
  • „So bit­tet die­se Hei­li­ge Syn­ode nicht nur die Prie­ster, son­dern alle Gläu­bi­gen, sie möch­ten sich die kost­ba­re Gabe des prie­ster­li­chen Zöli­ba­tes ein wirk­li­ches Anlie­gen sein las­sen. (Pres­by­terorum ordi­nis, Nr. 16)
  • „Das Leben muß von der Emp­fäng­nis an mit äußer­ster Sorg­falt gehü­tet wer­den; die Abtrei­bung und der Kin­des­mord sind ver­ab­scheu­ungs­wür­di­ge Ver­bre­chen.“ (Gau­di­um et spes, Nr. 51)
  • „Die staat­li­che Gewalt möge es als ihre hei­li­ge Auf­ga­be betrach­ten, die wah­re Eigen­art von Ehe und Fami­lie anzu­er­ken­nen, zu hüten und zu för­dern, die öffent­li­che Sitt­lich­keit zu schüt­zen und den häus­li­chen Wohl­stand zu begün­sti­gen.“ (Gau­di­um et spes, Nr. 52)

Herr Neu­mann behaup­tet nun, „das Kon­zil“, also auch die soeben genann­ten Leh­ren des­sel­ben, „nicht nur eta­blie­ren, son­dern es auch gegen sei­ne Ver­äch­ter ver­tei­di­gen“ zu wol­len. Ein erster sinn­vol­ler Schritt zur Rea­li­sie­rung die­ses lobens­wer­ten Vor­ha­bens bestün­de dar­in, die alten und neu­en Kon­zils­ver­äch­ter da zu ver­or­ten, wo sie wirk­lich sind – und im Lich­te der so gewon­ne­nen Erkennt­nis die von ihm redi­gier­te Web­site aus dem Netz zu nehmen.

Bild: Wiki­com­mons


1 Leser­brief, Deut­sche Tages­post, 17. Janu­ar 1995

2 Lo Spec­chio, 16. Mai 1969

3 Lo Spec­chio, 29. Juli 1969

4 Alfons Maria Kar­di­nal Stick­ler, Erin­ne­run­gen und Erfah­run­gen eines Kon­zil­s­pe­ri­tus der Lit­ur­gie­kom­mis­si­on, in: Franz Breid (Hsrg.), Die hei­li­ge Lit­ur­gie, Steyr 1997, S. 161 (Eine eng­li­sche Über­set­zung des Refe­ra­tes wur­de in den letz­ten Tagen im Inter­net wie­der­ver­öf­fent­licht: New Lit­ur­gi­cal Move­ment: “Recollec­tions of a Vati­can II Peri­tus” by Alfons Car­di­nal Stick­ler – Ano­t­her Nail in the Cof­fin of the Roche Narrative.)

5 Ebd. S. 169f

6 Ebd. S. 177f

7 Joseph Gelin­au, Demain la lit­ur­gie, Paris 1976, S. 9 f.

8 Hen­ri Denis, Des Sacre­ments et des Hom­mes, Paris 1988, S. 34

9 Zit. nach: Micha­el Davies, Lit­ur­gi­cal Time­bombs in Vati­can II, Rock­ford 2003, S. 65

10 Zit. nach: Una Voce Kor­re­spon­denz, 38. Jg., S. 203

11 Georg May, Die alte und die neue Mes­se, Düs­sel­dorf 1975, S. 42

12 Ebd., S. 43 f.

13 Papst Bene­dikt XVI, Con gran­de fidu­cia, Begleit­schrei­ben zum Motu­pro­prio Summorum Pon­ti­fi­cum an den Welt­epi­sko­pat vom 7. Juli 2007

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1 Kommentar

  1. Guar­di­ni hat die Lit­ur­gie­re­form als „Klemp­ner­ar­beit“ bezeich­net. In Wien heißt so etwas
    „Pfusch“, schlech­te, feh­ler­haf­te Handwerksarbeit.

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