Open Doors, evangelikales Hilfswerk für verfolgte Christen – eine katholische Information

Weltverfolgungsindex

Weltverfolgungsindex von Open Doors zur Lage der verfolgten Christen.
Weltverfolgungsindex von Open Doors zur Lage der verfolgten Christen.

Von Wolf­ram Schrems*

Im Jahr 2008 kon­sti­tu­ier­te sich in Wien die Platt­form Soli­da­ri­tät mit ver­folg­ten Chri­sten als Initia­ti­ve eini­ger Freun­de. Durch öku­me­ni­schen Wort­got­tes­dienst, Fackel­zug und Pres­se­kon­fe­renz in der Wie­ner Innen­stadt soll­te jeweils zum 10. Dezem­ber, dem von der UNO 1948 pro­kla­mier­ten Tag der Men­schen­rech­te, die Öffent­lich­keit auf den Hor­ror der welt­weit zuneh­men­den Chri­sten­ver­fol­gung hin­ge­wie­sen werden.

Der infor­mel­le Kreis such­te und fand schnell Ver­bün­de­te bei ein­schlä­gi­gen Orga­ni­sa­tio­nen wie Kir­che in Not/Osterpriesterhilfe, Stif­tung Pro Ori­en­te, Chri­sti­an Soli­da­ri­ty Inter­na­tio­nal und der evan­ge­li­ka­len Akti­on für ver­folg­te Chri­sten und Not­lei­den­de. Dazu kamen Ver­tre­ter der Wie­ner Erz­diö­ze­se und Ver­tre­ter ori­en­ta­li­scher Kir­chen, unter ihnen beson­ders der syrisch-ortho­do­xe Cho­r­epi­sko­pos Ema­nu­el Aydin (hier eine Pre­digt zum Akti­ons­tag 2012), sowie die Evan­ge­li­sche Alli­anz. Im Grün­dungs­jahr 2008 wur­de die Ver­an­stal­tung von Haupt­strom­medi­en mit Inter­es­se auf­ge­grif­fen (gro­ßer Bericht in der Tages­zei­tung Die Pres­se).

In den Fol­ge­jah­ren ver­ebb­te die media­le Anteil­nah­me, obwohl mit der katho­li­schen Ex-Mus­li­min Saba­ti­na James (Pres­se­kon­fe­renz der Platt­form 2012, gemein­sam mit Staats­se­kre­tär Rein­hold Lopat­ka) und der syrisch-ortho­do­xen Ordens­frau Sr. Hatu­ne Dogan (Anspra­che im Ste­phans­dom) gewich­ti­ge Per­sön­lich­kei­ten beim Akti­ons­tag mitwirkten.

Ein Ver­such, die Platt­form pro-isla­misch zu trans­for­mie­ren oder ganz zu spren­gen, miß­lang, der Pro­vo­ka­teur wur­de nach hef­ti­gem Streit aus­ge­schlos­sen. Offen­bar war dem Deep Sta­te der kirch­li­chen Struk­tu­ren die offe­ne Benen­nung eines der Haupt­ver­ur­sa­cher zeit­ge­nös­si­scher Chri­sten­ver­fol­gung, näm­lich des Islam, zu wenig dem Geist der in der Deep Church maß­geb­li­chen Les­sing­schen Ring­pa­ra­bel entsprechend.

Der bis­lang letz­te Akti­ons­tag wur­de am 10. Dezem­ber des Vor­jah­res in der Wie­ner Innen­stadt – aller­dings unter schi­ka­nö­sen Coro­na-Auf­la­gen – durchgeführt.

Vom Bibelschmuggel im Ostblock zur hochprofessionellen Organisation

Was hier kurz behan­delt wer­den soll, ist die erfreu­li­che Rol­le, die die Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on Open Doors für die Platt­form und dar­über hin­aus für das Bewußt­sein von der tat­säch­lich statt­fin­den­den, prä­ze­denz­lo­sen Chri­sten­ver­fol­gung spielt.

Die­se Orga­ni­sa­ti­on geht auf den legen­dä­ren „Schmugg­ler Got­tes“ Bru­der Andrew (Pseud­onym von Anne van der Bijl), einen nie­der­län­di­schen Pro­te­stan­ten, der im gro­ßen Stil Bibeln in den Ost­block schmug­gel­te, zurück. Die öster­rei­chi­sche Sek­ti­on hat sich vor eini­gen Jah­ren kon­sti­tu­iert. Geschäfts­füh­rer ist der evan­ge­li­ka­le Theo­lo­ge Kurt Igler. Die­ser wirk­te von Anfang an kon­struk­tiv bei der Platt­form mit und bekam vor dem letz­ten Akti­ons­tag ein­stim­mig den Vor­sitz übertragen.

Hier eine kur­ze Hin­ter­grund­in­for­ma­ti­on und ein Kommentar.

Weltverfolgungsindex: Christenverfolgung im Steigen

Die Orga­ni­sa­ti­on ist über­kon­fes­sio­nell und mit allen christ­li­chen Kon­fes­sio­nen im Kon­takt. Das setzt inten­si­ve Rei­se­tä­tig­keit vor­aus. Man ist bei Open Doors über die Lage in den betref­fen­den Län­dern, soweit mög­lich, durch eige­nen Augen­schein im Bilde.

Open Doors ist am mei­sten bekannt für die jähr­li­che Erstel­lung des Welt­ver­fol­gungs­in­dex, der die Ver­fol­gung von Chri­sten (durch staat­li­che Stel­len und nicht­staat­li­che Akteu­re) darstellt.

Das Cha­rak­te­ri­sti­kum des Welt­ver­fol­gungs­in­dex ist eine nach meh­re­ren Kri­te­ri­en gestal­te­te Rang­li­ste von 50 Staa­ten. Der aktu­el­le Index benennt fol­gen­de zehn Län­der an der Spitze:

Nord­ko­rea, Afgha­ni­stan, Soma­lia, Liby­en, Paki­stan, Eri­trea, Jemen, Iran, Nige­ria, Indi­en, Irak, Syrien.

Dabei macht Open Doors zur Defi­ni­ti­on von „Ver­fol­gung“ klar, daß „kei­ne all­ge­mein aner­kann­te recht­li­che Defi­ni­ti­on des Begrif­fes“ exi­stie­re. Die Metho­dik des Welt­ver­fol­gungs­in­dex fol­ge „eher einer theo­lo­gi­schen als einer sozio­lo­gi­schen oder juri­sti­schen Defi­ni­ti­on“. Danach defi­nie­re sich Ver­fol­gung als „jeg­li­che Art von erleb­ter Anfein­dung auf­grund der Iden­ti­fi­ka­ti­on einer Per­son mit Chri­stus. Dies kann feind­se­li­ge Hal­tun­gen, Wor­te und Hand­lun­gen gegen­über Chri­sten umfassen.“

Erwäh­nens­wert ist, daß Open Doors beson­ders auch die Kon­ver­ti­ten zum Chri­sten­tum im Auge hat. Für die moder­ne Welt sind Kon­ver­ti­ten ja eine Pein­lich­keit („ein pein­li­cher Vor­fall“, so Bert Brecht über die Kon­ver­si­on Alfred Döblins) gewor­den. Das­sel­be gilt für die post­kon­zi­lia­re, beson­ders die ber­go­glia­ni­sche Kir­che, die bekannt­lich die Mis­si­on („Pro­se­ly­ten­ma­che­rei“) als „Rie­sen­dumm­heit“ bezeich­net.

Kon­ver­ti­ten sind im isla­mi­schen und hin­du­isti­schen Raum beson­ders mas­si­ver Ver­fol­gung aus­ge­setzt. Damit ist auch der nai­ve Opti­mis­mus des II. Vati­ca­num seit Jahr­zehn­ten blu­tig ad absur­dum geführt.

Berück­sich­tigt wird für die Erstel­lung des Index auch die­je­ni­ge Art von Schi­ka­nen und gesell­schaft­li­chem Druck, die gegen kon­fes­si­ons­wech­seln­de Chri­sten ein­ge­setzt wer­den. Im Län­der­be­richt für Äthio­pi­en nennt Open Doors in genau die­sem, inner­christ­li­chen Zusam­men­hang etwa die Äthio­pisch-ortho­do­xe Kir­che, deren Amts­trä­ger und Gläu­bi­ge gegen evan­ge­li­ka­le Grup­pen ein­ge­stellt sind und daher auf Über­tritts­wil­li­ge und Über­ge­tre­te­ne Druck ausüben.

Sek­tio­nen ent­stan­den 1979 in der Schweiz, 1980 in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land und 2012 in Österreich

Aktuelle Entwicklungen: Verschlechterung durch die Corona-Kampagne, erhöhter Verfolgungsdruck durch islamische Akteure und das kommunistische China

Für den Berichts­zeit­raum vom 1. Okto­ber 2019 bis zum 30. Sep­tem­ber 2020 kom­men die Autoren des Welt­ver­fol­gungs­in­dex auf fol­gen­de beson­de­re Ergeb­nis­se: Die Coro­na-Kri­se (über deren Her­kunft, Design und Absich­ten die Autoren sich an die­ser Stel­le nicht äußern) ver­stärk­te den Verfolgungsdruck:

„Chri­sten – und dar­un­ter über­wie­gend Kon­ver­ti­ten – aus Gebie­ten von Sub­sa­ha­ra-Afri­ka bis Indi­en berich­te­ten, daß sie auf­grund der Ein­schrän­kun­gen wie Rei­se- und Aus­geh­ver­bo­te wäh­rend der Pan­de­mie gezwun­gen waren, mit denen im Haus zu leben, die ihnen gegen­über ableh­nend und sogar extrem feind­lich gesinnt sind. (…) Der per­sön­li­che Kon­takt zu ihren Glau­bens­ge­schwi­stern nahm in die­ser Zeit ab und damit auch die mate­ri­el­le, emo­tio­na­le und geist­li­che Unter­stüt­zung durch die christ­li­chen Gemein­den. Die Covid-19-Pan­de­mie hat wie ein Kata­ly­sa­tor bestehen­de Hal­tun­gen und Struk­tu­ren der Unter­drückung sowie dis­kri­mi­nie­ren­de Hand­lun­gen und Äuße­run­gen vie­ler­orts zum Vor­schein kom­men las­sen. Damit wur­de die sozia­le und wirt­schaft­li­che Ver­wund­bar­keit von Mil­lio­nen von Chri­sten – ins­be­son­de­re Kon­ver­ti­ten – welt­weit deut­lich auf­ge­zeigt. Zudem hat sich unter Aus­nut­zung der Not­la­ge der Chri­sten ihre Ver­fol­gung verschärft.“

Sodann wird kon­sta­tiert, daß die isla­mi­sti­sche Gewalt das süd­lich der Saha­ra gele­ge­ne Afri­ka zur „töd­lich­sten Regi­on für Chri­sten“ mache. Genannt wer­den u. a. Nige­ria, Mali und Niger. Das zuvor für die reli­giö­se Tole­ranz bekann­te Bur­ki­no Faso wur­de 2019 und 2020 durch töd­li­che Angrif­fe auf Kir­chen erschüttert.

Der Bericht spricht von Regie­run­gen, die „unfä­hig oder unwil­lig“ sei­en, Min­der­hei­ten zu schützen.

Sodann wird von Kir­chen­schlie­ßun­gen, ver­stärk­ter digi­ta­ler Über­wa­chung (also das, was im Westen im Zuge der „Pan­de­mie“ auch vor­an­ge­trie­ben wird) und mehr ideo­lo­gi­schem Druck auf Chri­sten in Chi­na berich­tet. Es wird das skur­ri­le Detail berich­tet, daß die chi­ne­si­sche Regie­rung den Text der Hl. Schrift umschreibt.

In Indi­en ist seit dem Regie­rungs­an­tritt von Pre­mier Modi 2014 der „reli­giö­se Natio­na­lis­mus“ sprung­haft ange­stie­gen, eben­falls zu Lasten der Christen.

Zu den Län­dern gibt es aus­führ­li­che Ana­ly­sen, deren Kon­sul­ta­ti­on allen emp­foh­len sei, die sich mit die­ser Mate­rie zu beschäf­ti­gen haben.

Triebkräfte der Verfolgung

Als Moti­ve der Chri­sten­ver­fol­gung führt Open Doors fol­gen­de an (der Kom­men­tar in Klam­mern ist in gekürz­ter Form dem Bericht selbst entnommen):

  1. Isla­mi­sche Unterdrückung
  2. Reli­gi­ös moti­vier­ter Natio­na­lis­mus. (Bei der Reli­gi­on kann es sich um den Hin­du­is­mus, Bud­dhis­mus, das Juden­tum oder etwas ande­res han­deln. Ein Bei­spiel für die­se Trieb­kraft ist die Situa­ti­on in Indi­en. Hier ver­üben Mobs aus extre­mi­sti­schen Hin­du-Natio­na­li­sten immer wie­der gewalt­sa­me Angrif­fe auf Chri­sten, die ihren Glau­ben öffent­lich bezeu­gen. Par­al­lel dazu wer­den immer mehr Geset­ze ein­ge­führt, die eine Ein­schrän­kung der Reli­gi­ons­frei­heit bewir­ken: z. B. Anti-Bekehrungs-Gesetze.)
  3. Unter­drückung durch den Clan oder Stamm. (Es wird ver­langt, alt­her­ge­brach­te Wer­te und Nor­men zu befolgen.)
  4. Eth­nisch-reli­giö­se Feindseligkeit
  5. Kon­fes­sio­nel­ler Pro­tek­tio­nis­mus. (Die­se Trieb­kraft wirkt in einer Ver­fol­gungs­si­tua­ti­on, wo Chri­sten von Glau­bens­ge­nos­sen ver­folgt wer­den, die einer bestimm­ten Mehr­heits­kon­fes­si­on ange­hö­ren. Die Ver­fol­ger wer­den von der Über­zeu­gung gelei­tet, ihre Deno­mi­na­ti­on sei die ein­zig legi­ti­me Ver­tre­tung des christ­li­chen Glau­bens, deren Auto­ri­tät und Domi­nanz auch künf­tig gewahrt blei­ben muß.)
  6. Kom­mu­ni­sti­sche Unterdrückung
  7. Säku­la­re Into­le­ranz. (Die­se Trieb­kraft wirkt in einer Ver­fol­gungs­si­tua­ti­on, wo der christ­li­che Glau­be aus dem öffent­li­chen Raum, mög­lichst sogar aus dem Bewußt­sein der Men­schen ver­drängt wer­den soll. Die Ver­fech­ter die­ser Agen­da stre­ben eine gesell­schaft­li­che Trans­for­ma­ti­on an mit dem Ziel, eine neue, umfas­send säku­la­re Ethik zu eta­blie­ren. Die­se Ethik ist (teil­wei­se) ver­bun­den mit einer radi­kal neu­en sexu­el­len Agen­da, deren Wer­te und Nor­men in Bezug auf Sexua­li­tät, Ehe und ähn­li­che The­men unver­ein­bar sind mit bibli­schen Leit­li­ni­en. Dem Wider­spruch ein­zel­ner Chri­sten oder christ­li­cher Insti­tu­tio­nen gegen die­se neue Ethik wird begeg­net mit (1) Anti­dis­kri­mi­nie­rungs­ge­set­zen, (2) der Ein­schrän­kung von Eltern­rech­ten im Bil­dungs­be­reich, (3) einer Zen­sur im Blick auf Kreu­ze und ande­re christ­li­che Sym­bo­le im öffent­li­chen Raum, (4) gesetz­li­chen Rege­lun­gen zu soge­nann­tem „hate speech“ (dt.: Haß­re­den), die häu­fig das Recht auf freie Mei­nungs­äu­ße­rung ein­schrän­ken und (5) Geset­zen zur Regi­strie­rung von Kir­chen. Die mei­sten die­ser Maß­nah­men sind gewalt­lo­ser Natur, obwohl es teil­wei­se auch zu Ver­haf­tun­gen von Pasto­ren und Lai­en­chri­sten gekom­men ist. – Ein Bei­spiel für die­se Trieb­kraft ist der ver­pflich­ten­de Sexu­al­kun­de­un­ter­richt auf Basis der Gen­der-Ideo­lo­gie (ein­schließ­lich LGBTI-Sicht­wei­sen) in Kin­der­ta­ges­stät­ten und Grund­schu­len in eini­gen Län­dern, ver­bun­den mit Straf­an­dro­hun­gen gegen Eltern, die sich gegen eine Teil­nah­me ihrer Kin­der an die­sen Unter­wei­sun­gen stel­len. Die­se „säku­la­ri­sti­sche Bewe­gung“ tritt welt­weit in Erscheinung.)
  8. Dik­ta­to­ri­sche Para­noia. (Die­se Trieb­kraft wirkt in einer Ver­fol­gungs­si­tua­ti­on, wo eine auto­ri­tä­re Regie­rung in ver­schie­de­nen Berei­chen der Gesell­schaft alles unter­nimmt, um sich den Macht­er­halt zu sichern. Unter­stützt wird sie dar­in von ver­schie­de­nen gesell­schaft­li­chen Grup­pen, die selbst Teil des Systems sind. Dabei wird kein spe­zi­fi­sches ideo­lo­gi­sches Ziel ver­folgt; offen­kun­dig ste­hen das Stre­ben nach Macht und die damit ver­bun­de­nen Pri­vi­le­gi­en im Vordergrund.)
  9. Orga­ni­sier­tes Ver­bre­chen und Kor­rup­ti­on. (Die­se Trieb­kraft wirkt in einer Ver­fol­gungs­si­tua­ti­on, wo Grup­pen oder Ein­zel­per­so­nen ein Kli­ma der Gesetz­lo­sig­keit, Anar­chie und Kor­rup­ti­on erzeu­gen, um sich selbst zu berei­chern. Die­se Trieb­kraft exi­stiert in zwei Aus­prä­gun­gen: (1) Kor­rup­ti­on inner­halb staat­li­cher Struk­tu­ren und (2) gesell­schaft­li­che Kor­rup­ti­on durch das orga­ni­sier­te Ver­bre­chen. Ein Bei­spiel für Kor­rup­ti­on inner­halb staat­li­cher Struk­tu­ren ist Sau­di-Ara­bi­en, wo die Prin­zen oft­mals tun und las­sen kön­nen, was sie wol­len. Das Land gehört ihnen. Eine Kehr­sei­te davon ist das Erstar­ken isla­mi­sti­scher Grup­pie­run­gen inner­halb und außer­halb des Lan­des. Die nega­ti­ven Fol­gen auf die welt­wei­te Chri­sten­heit sind immens, nament­lich durch die Aus­brei­tung des Wah­ha­bis­mus (einer beson­ders stren­gen Form des Islam) in vor­mals mode­ra­ten isla­mi­schen Län­dern. – Bei­spie­le für das orga­ni­sier­te Ver­bre­chen fin­den sich in Latein­ame­ri­ka. So üben kri­mi­nel­le Ban­den (Dro­gen, Men­schen­han­del etc.) in Kolum­bi­en und Mexi­ko mit bru­ta­ler Gewalt Kon­trol­le über die Kir­chen aus, beson­ders auf der loka­len Ebe­ne. Auf der staat­li­chen Ebe­ne erhal­ten der­ar­ti­ge Grup­pen Unter­stüt­zung durch kor­rup­te Poli­ti­ker und Bedien­ste­te der staat­li­chen Sicher­heits­be­hör­den. Die­se Trieb­kraft tritt welt­weit in Erscheinung.)

Für unse­re Situa­ti­on in Euro­pa sei beson­ders auf Punkt 7 hin­ge­wie­sen. Man hat die­se schlim­men Ent­wick­lun­gen im post- und anti­christ­li­chen Euro­pa durch­aus auf dem Radarschirm.

Soviel zum The­ma Welt­ver­fol­gungs­in­dex, der jeweils bei Neu­erschei­nen auch von der Haupt­strom­pres­se rezi­piert wird.

Open Doors ist auch mit huma­ni­tä­rer und reli­giö­ser Hil­fe welt­weit unter­wegs und ver­brei­tet im Gei­ste sei­nes Grün­ders etwa Aus­ga­ben der Hl. Schrift.

70.000 Chri­sten sind laut Open Doors in nord­ko­rea­ni­schen Kon­zen­tra­ti­ons­la­gern ein­ge­sperrt. Im Bild Tei­le des Lagers Nr. 22 im Nor­den des Lan­des, kaum zehn Kilo­me­ter von der Gren­ze zur Volks­re­pu­blik Chi­na entfernt.

Christenverfolgung, die Tradition und die „Ökumene“ – eine neue Situation

Die Berich­te von Open Doors zei­gen, was gläu­bi­ge Chri­sten aller Kon­fes­sio­nen seit Jah­ren wahr­neh­men: Die Welt wird zuneh­mend feind­se­li­ger gegen­über der Bot­schaft Chri­sti und allen, die sie (wie unvoll­kom­men auch immer) ver­kör­pern. Wie oben erwähnt, drückt sich das auch in den „Antidiskriminierungs“-Gesetzen der west­li­chen Welt aus. Daß die Coro­na-Kam­pa­gne auch einen anti­christ­li­chen Effekt hat, wird im aktu­el­len Bericht zur Ver­fol­gung eben­falls fest­ge­hal­ten. Die Unter­schei­dung der Gei­ster zeigt uns daher, daß der Ursprung der Coro­na-Kam­pa­gne im Macht­be­reich des Bösen lie­gen muß. Und auch wenn in vie­len Län­dern die Kir­chen­schlie­ßun­gen for­mell auf­grund der Ent­schei­dun­gen der Kir­chen­be­hör­den selbst erfolg­ten, ist doch bekannt gewor­den, daß Regie­run­gen Druck aus­ge­übt hatten.

Wir kön­nen daher schluß­fol­gern, daß die evan­ge­li­ka­len Freun­de von Open Doors einen rea­li­sti­sche­ren Blick auf die Wirk­lich­keit haben als die katho­li­schen Struk­tu­ren, zumin­dest im Westen und der­zeit auf Welt­ebe­ne. Man wird daher deren Ana­ly­sen mit Gewinn konsultieren.

Auf einer tra­di­ti­ons­ori­en­tier­ten Netz­sei­te kann die Fra­ge erwar­tet wer­den: Inwie­fern läßt sich eine inter­kon­fes­sio­nel­le Zusam­men­ar­beit, in die­sem Fall in der Fra­ge der Chri­sten­ver­fol­gung, ver­tre­ten, ohne daß ein schäd­li­cher Rela­ti­vis­mus Platz greift? Die­se Fra­ge wird noch drän­gen­der, wenn man fragt: Las­sen sich ange­sichts von Mor­ta­li­um ani­mos (1928) von Papst Pius XI. inter­kon­fes­sio­nel­le Zusam­men­ar­beit, gar Gebe­te ver­tre­ten? Eine com­mu­ni­ca­tio in sacris ist bekannt­lich eine deli­ka­te und pro­ble­ma­ti­sche Sache.

Und natür­lich die Fra­ge: War­um die Prä­sen­ta­ti­on eines über­kon­fes­sio­nel­len, evan­ge­li­kal ori­en­tier­ten Hilfs­werks auf die­ser Seite?

Zuerst die Ant­wort auf letz­te­re Fra­ge: Weil dort kom­pe­ten­te Per­so­nen wir­ken, nach allem mensch­li­chen Ermes­sen mit besten Absich­ten. Von deren Wis­sen kön­nen und sol­len auch Katho­li­ken profitieren.

Open Doors gehört dar­über hin­aus nicht zu den­je­ni­gen evan­ge­li­ka­len Grup­pen, die Katho­li­ken das Christ­sein absprechen.

Open Doors ist – auch das ist von Rele­vanz – nicht ver­le­gen, den Islam als Ursa­che von Chri­sten­ver­fol­gung zu benen­nen. Das mach­te schon in den 1980er Jah­ren Chri­sti­an Soli­da­ri­ty Inter­na­tio­nal, eine Grün­dung des refor­mier­ten Zür­cher Pfar­rers Hans­jürg Stückel­ber­ger (mitt­ler­wei­le wur­de bei CSI, das in Öster­reich jetzt Chri­sten in Not heißt, eini­ges ver­wäs­sert) und die Hilfs­ak­ti­on Mär­ty­rer­kir­che, eine Grün­dung des luthe­ri­schen deutsch-jüdisch sie­ben­bür­gi­schen Pfar­rers Richard Wurm­brand. Katho­li­sche Struk­tu­ren, Ein­rich­tun­gen und Hilfs­wer­ke scheu­en nor­ma­ler­wei­se die­se Deut­lich­keit. Kir­che in Not/Ostpriesterhilfe, ver­dienst­voll auf vie­len Gebie­ten, hält sich nach eige­nen Anga­ben auf die­sem Gebiet zurück, weil man kon­kre­te Hilfs­pro­jek­te in isla­misch domi­nier­ten Län­dern und Regio­nen nicht gefähr­den wolle.

Dar­aus folgt, daß nicht-katho­li­sche Chri­sten, natür­lich auch Ortho­do­xe und Alt­ori­en­ta­le, den west­li­chen Katho­li­ken ein Bewußt­sein von Ein­satz­be­reit­schaft, Beken­ner­mut, Mar­ty­ri­um, Ver­fol­gung und Unter­schei­dung der Gei­ster ver­mit­teln kön­nen, das in der post­kon­zi­lia­ren und schwerst ver­wirr­ten Kir­che nicht oder fast nicht mehr vor­han­den ist.

Bezüg­lich Mor­ta­li­um ani­mos sei gesagt: Die Zusam­men­ar­beit inner­halb der Platt­form Soli­da­ri­tät mit ver­folg­ten Chri­sten hat – genau­so wie die Kon­sul­ta­ti­on nicht-katho­li­scher Infor­ma­ti­ons­quel­len zu Fra­gen der Chri­sten­ver­fol­gung, des Islam oder ande­rer poli­ti­scher Fra­gen – nicht das Ziel, dok­tri­nä­re Ver­wäs­se­run­gen durch­zu­füh­ren oder den Anspruch der Katho­li­schen Kir­che, das Haus des Vaters und „Säu­le und Fun­da­ment der Wahr­heit“ (1 Tim 3,15) zu sein, zu relativieren.

Die Situa­ti­on einer welt­wei­ten Zunah­me des Has­ses gegen alles, was christ­lich heißt, führt gläu­bi­ge Chri­sten bei­na­he auto­ma­tisch und zwangs­läu­fig zusam­men. (Beim Marsch für die Fami­lie in Wien spre­chen regel­mä­ßig der genann­te Cho­r­epi­sko­pos Ema­nu­el Aydin und Prie­ster der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X., im ver­gan­ge­nen Jahr war auch ein hoch­ran­gi­ger Ver­tre­ter der evan­ge­li­ka­len Gemein­den dabei. Das bedeu­tet, daß auch die pro­non­cier­te­sten Ver­tre­ter der Tra­di­ti­on kein Pro­blem mit punk­tu­el­lem Zusam­men­wir­ken haben.)

Wer weiß, was der Hei­li­ge Geist dar­aus alles wir­ken kann?

Bleibt noch die Fra­ge des öku­me­ni­schen Gebets. Die­se ist sehr schwie­rig. Viel­leicht erscheint dem­nächst eine Abhand­lung dazu.

Jeden­falls sei allen, die an der Platt­form Soli­da­ri­tät mit ver­folg­ten Chri­sten kon­struk­tiv mit­ar­bei­te­ten, herz­lich gedankt, beson­ders auch den Freun­den von Open Doors.

*Wolf­ram Schrems, Mag. theol., Mag. phil., Kate­chist, Pro Lifer, lang­jäh­ri­ge Erfah­rung in der „öku­me­ni­schen“ und katho­lisch-evan­ge­li­ka­len Aus­ein­an­der­set­zung. Ver­dankt anläß­lich eines Unfalls einem evan­ge­li­ka­len Pre­di­ger Leben und Gesundheit.

Bild: Open Doors/Google Maps (Screen­shots)

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