„Die Pandemie hat uns gezeigt, wie verwundbar wir sind“

Mittwochskatechese von Papst Franziskus

Generalaudienz

Lie­be Brü­der und Schwe­stern,

die Pan­de­mie hat uns gezeigt, wie ver­wund­bar wir sind und wie sehr wir alle mit­ein­an­der ver­bun­den sind und ein­an­der bedür­fen. Wenn wir uns nicht umein­an­der küm­mern und dabei das Wohl der gesam­ten Schöp­fung im Blick behal­ten, gibt es kei­ne wirk­li­che Hei­lung.

Wir dür­fen dank­bar sein für das Enga­ge­ment so vie­ler Men­schen, die in die­sen Mona­ten mensch­li­che und christ­li­che Näch­sten­lie­be zei­gen. Den­noch hat die Pan­de­mie wei­te­re – näm­lich sozia­le – Krank­hei­ten ans Licht gebracht, wie etwa eine ver­zerr­te Sicht auf den Men­schen, die den Ande­ren als ein Objekt betrach­tet, das man benut­zen und weg­wer­fen kann. Eine indi­vi­dua­li­sti­sche, aggres­si­ve Weg­werf­kul­tur ist die Fol­ge. Gott aber hat uns als Per­so­nen geschaf­fen, die nach sei­nem Bild, ihm ähn­lich (vgl. Gen 1,26), zur Lie­be bestimmt sind, dazu, geliebt zu wer­den und zu lie­ben. Die­se Wür­de aller Men­schen – ohne Unter­schie­de und ohne Aus­nah­me – ist unver­äu­ßer­lich und ihre Aner­ken­nung ist Grund­la­ge allen gesell­schaft­li­chen Lebens. Wenn wir unse­ren Bru­der und unse­re Schwe­ster und die gan­ze Schöp­fung als ein Geschenk unse­res lie­ben­den Vaters betrach­ten, kön­nen wir die­ser Gabe wirk­lich Ach­tung und Für­sor­ge ent­ge­gen­brin­gen. Bit­ten wir den Herrn um einen auf­merk­sa­men Blick beson­ders für die­je­ni­gen, die lei­den. Im Licht des Glau­bens und mit Hil­fe der Gna­de dür­fen wir unse­re Ver­ant­wor­tung erken­nen und unse­re Fähig­kei­ten freu­dig und krea­tiv in den Dienst der Mensch­heit und der Schöp­fung stel­len. Ent­decken wir neu, was es kon­kret bedeu­tet, Glie­der der einen Mensch­heits­fa­mi­lie zu sein.

Herz­lich grü­ße ich die Gläu­bi­gen deut­scher Spra­che. In weni­gen Tagen fei­ern wir das Fest Mariä Him­mel­fahrt, das uns vor Augen führt, welch erha­be­ne Wür­de Gott dem Men­schen ver­lie­hen hat. Bit­ten wir um die Hal­tung der demü­ti­gen Magd, damit Gott auch an uns Gro­ßes tun kann. Gott seg­ne euch!

Bild: Vatican.va (Screen­shot)

3 Kommentare

  1. Ent­decken wir neu, was es kon­kret bedeu­tet, Glie­der der einen Mensch­heits­fa­mi­lie zu sein.

    Das Ein­zi­ge was jetzt noch hel­fen kann, wenn wir wie­der neu ent­decken, dass wir Glie­der am leben­di­gen Wein­stock Jesu Chri­stie sind — und unse­re Fähig­kei­ten freu­dig und krea­tiv in den Dienst Got­tes stel­len und eben nicht der Mensch­heit. Got­tes Wil­le ist oft ganz anders, aber allein Got­tes Herr­schaft ret­tet.

  2. „Bit­ten wir um die Hal­tung der demü­ti­gen Magd, damit Gott auch an uns Gro­ßes tun kann. Gott seg­ne euch!“
    Ja sie wird der Schlan­ge den Kopf zer­tre­ten und am Ende wird ihr unbe­fleck­tes Herz tri­um­phie­ren.
    Der Bräu­ti­gam der unbe­fleck­ten Magd ist der Hei­li­ge Geist, nie­mals wür­de sie dem Kon­zils­geist Hoff­nun­gen machen denn eine der­ar­ti­ge Geschmack­lo­sig­keit ist kei­ner ehr­ba­ren Frau auf die­ser Welt wür­dig, geschwei­ge denn der Köni­gin des Him­mels.
    „Wenn wir uns nicht umein­an­der küm­mern und dabei das Wohl der gesam­ten Schöp­fung im Blick behal­ten, gibt es kei­ne wirk­li­che Hei­lung.“
    Ich brauch das Para­dies auf Erden nicht denn hier spielt Satan stän­dig Rus­sisch Rou­let­te mit der Schöp­fung. Der Katho­lik der wirk­lich an sei­nem Gott glaubt der will nach Hau­se zu sei­nem Vater und sein Reich ist nicht von die­ser Welt. Wer die­se Welt ret­ten will, will die Sün­de ret­ten und die ist von die­ser Welt.
    „Ent­decken wir neu, was es kon­kret bedeu­tet, Glie­der der einen Mensch­heits­fa­mi­lie zu sein.“
    Die­se Mensch­heit ist kei­ne Fami­lie son­der ein sün­di­ger Hau­fen der stän­dig Krieg gegen die­sen Gott am Kreuz führt. Die­ser Gott am Kreuz ist ohne Sün­de und ohne Makel und allein des­halb wird er stän­dig ange­grif­fen. Wenn mich Satan fra­gen wür­de „War­um liebst du die­se Welt nicht“ dann wür­de ich ihm sagen weil du ihr Chef bist.
    Per Mari­am ad Chri­stum.

  3. Bern­hard von Clairvaux, Über die Got­tes­lie­be, 9:
    „Damit es voll­kom­men sei, den Näch­sten zu lie­ben, muss Gott selbst die Ursa­che sein. Wie kann sonst der sei­nen Näch­sten rein lie­ben, der ihn nicht in Gott liebt? In Gott aber kann ihn nicht lie­ben, wer Gott nicht selbst liebt. Es muss also zuerst Gott geliebt wer­den, damit in Gott auch der Näch­ste geliebt wer­den kann. Gott aber, der alles übri­ge Gute bewirkt, bewirkt auch, dass man ihn lie­be.“
    Kurz­fas­sung und Klar­text: Ursa­che und Ermög­li­chung der Näch­sten­lie­be ist die vor­aus­ge­hen­de Got­tes­lie­be. Und letzt­lich muss Gott selbst in uns die Näch­sten­lie­be bewir­ken.

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