Donald Trump und der Kampf gegen die Abtreibung

Einige Bemerkungen zum Lebensschutz in den USA und in Österreich



Donald Trump nahm als erster US-Präsident am Marsch für das Leben teil – die tonangebenden Medien versuchen dieses Signal auch in Europa zu verdunkeln.
Donald Trump nahm als erster US-Präsident am Marsch für das Leben teil – die tonangebenden Medien versuchen dieses Signal auch in Europa zu verdunkeln.

Von Wolfram Schrems*

Typischerweise wurde die Rede von US-Präsident Donald Trump am 47. Pro Life March in Washington am 24. Jänner in den österreichischen Hauptstrommedien nicht annähernd entsprechend gewürdigt. Ignoranz und böser Wille zensieren alle einschlägigen Nachrichten.

Daß ein Präsident der USA zum ersten Mal an dieser traditionsreichen Kundgebung teilnahm, sorgte allenfalls für Spott und Polemik.

Dazu einige Fakten und Überlegungen mit Bezug auf die österreichische Situation.

Ein besonders übles Beispiel für eine Verdrehung der betreffenden Tatsachen ist die österreichische Tageszeitung Kronenzeitung. Diese manipulierte in ihrer Ausgabe vom Sonntag, 26. Jänner 2020, den Leser über den Marsch für das Leben und US-Präsident Trump auf geradezu brutale Weise. Sie sprach in einem „Bericht“, also nicht in einem als solchem gekennzeichnetem Kommentar, tendenziös von einer „Jahrmarktrede“ des Präsidenten. Sie gab eine Teilnehmerzahl von „mehreren tausend Menschen“ an, was angesichts einer geschätzten halben Million (Zeitraffervideo vom Marsch) eine verleumderische Untertreibung ist. Genauso gut hätte das Blatt von „vielen Dutzend“ Teilnehmern sprechen können. Es wären halt wirklich viele Dutzend, aber das müßte sich der Leser dann eben selbst dazudenken.

Für die Redakteure dieses fake-news-Blättchens ist es ein „abenteuerlicher Vorwurf“ und eine „schwere Lüge“, wenn Trump den US-Demokraten „radikalste und extremste Positionen“ in der Abtreibungsfrage vorwirft und die Demokraten dafür kritisiert, daß sie sich für die Tötung von Babys nach der Geburt einsetzen. Hätten die Redakteure etwas recherchiert, dann würden sie wissen, daß die US-Demokraten im Repräsentantenhaus 75-mal (!) gegen den Born-Alive Abortion Survivors Protection Act gestimmt haben (Stand vom 24.07.2019, nach Nationalreview.com). Dieser Gesetzesvorschlag würde unbeabsichtigt lebend geborenen Abtreibungsopfern das Recht auf medizinische Betreuung geben. Die Partei des Todes will das aber nicht.

Und die Kronenzeitung ist ganz auf der Linie der Abtreibungspropaganda. Man fragt sich daher unwillkürlich, ob es nicht tatsächlich besser gewesen wäre, hätte HC Strache seine Phantasien von Ibiza bezüglich der Übernahme der Kronenzeitung umsetzen können. Schlimmer hätte es ja wohl nicht mehr werden können.

Kurze Rede mit vielen Themen und starker Botschaft

Donald Trump hat keine „Jahrmarktrede“ gehalten. Es war eine würdevolle und inhaltlich markante Rede:

„Es ist mir eine große Ehre, der erste Präsident zu sein, der beim Marsch für das Leben mit dabei ist. Wir sind aus einem ganz einfachen Grund hier: das Leben jedes Kindes, geboren oder ungeboren, zu verteidigen, damit es sein Gottgegebenes Potenzial erfüllen kann. Seit 47 Jahren reisen Amerikaner jeglichen Hintergrundes aus dem ganzen Land [zum Marsch für das Leben] an, um für das Leben einzustehen. Und heute bin ich, als Präsident der Vereinigten Staaten, wirklich stolz, gemeinsam mit Euch hier zu stehen.“

Trump sprach eine sehr erfreuliche Tatsache an:

„Junge Leute sind das Herzstück des Marsches für das Leben. Und es ist Eure Generation, die Amerika zur Pro-Familie- und Pro-Life-Nation macht.“

Der Präsident scheute sich nicht, von Gott und der Heiligkeit des menschlichen Lebens zu sprechen, was von den Redakteuren der o. g. Lügenpresse mit Hohn quittiert wurde:

„Alle von uns hier verstehen eine ewige Wahrheit: Jedes Kind ist ein kostbares und heiliges Geschenk Gottes. Gemeinsam müssen wir die Würde und Heiligkeit jedes menschlichen Lebens schützen, wertschätzen und verteidigen. Wenn wir ein Bild des Kindes im Mutterleib sehen, haben wir einen kleinen Eindruck der Erhabenheit von Gottes Schöpfung.“

In einer Zeit, da die Kirchenhierarchie mit der UNO fraternisiert und ein Papst schwadroniert, man müsse ebendieser UNO gehorchen (auf die Frage von Jean Luc Mootoosamy), ist es geradezu spektakulär, daß ein US-Präsident den globalen Herodianern entgegentritt und das Gewissen der ihm anvertrauten Christen, auch der Katholiken, schützt:

„Bei den Vereinten Nationen habe ich klargemacht, daß globale Bürokraten ihre Angriffe auf die Souveränität derjenigen Länder zu unterlassen haben, die das unschuldige Leben schützen. Wir sind entschieden vorgegangen, um die Freiheit der [christlichen] Religion zu schützen – so wichtig – die Freiheit der Religion wird weltweit massiv angegriffen und, offen gesagt, sehr stark in unserer Nation angegriffen. Ihr seht das ohnehin besser als jeder andere. Aber wir machen Schluß damit. Und wir kümmern uns um Ärzte, Krankenschwestern, Lehrer und Gruppen wie die [katholische Ordensgemeinschaft der] Kleinen Schwestern der Armen.“

Die US-Demokraten haben sich zur Todespartei gewandelt. Ihre Präsidentschaftskandidaten wollen sich mit extremen Vorschlägen zur Abtreibungsgesetzgebung geradezu überbieten. Alle sind für die legale Spätabtreibung und offenbaren eine satanische Gesinnung, aber darüber berichten die Lohnschreiberlinge nicht:

„Die Demokraten haben die radikalsten und extremsten Positionen eingenommen, die man in diesem Land seit Jahren und Jahrzehnten, und man kann auch sagen, seit Jahrhunderten gesehen hat. Fast jeder führende Demokrat im Kongreß unterstützt nun steuergeldfinanzierte Abtreibung bis zum Moment der Geburt. Letztes Jahr haben Abgeordnete in New York gejubelt vor Freude, nachdem ein Gesetz unterzeichnet worden war, das erlaubt, bis zum Zeitpunkt der Geburt ein Baby aus dem Mutterleib zu reißen. […] Dann hatten wir den Fall des Demokratischen Gouverneurs von Virginia. […] Der Gouverneur sagte, er würde ein Baby nach der Geburt exekutieren. Ihr erinnert Euch. Die Demokraten im Senat blockierten sogar eine Gesetzgebung, die Babys, die einen Abtreibungsversuch überlebten, medizinische Hilfe geben würde.“

Trump schloß würdevoll:

„Ich möchte Euch danken. Das ist ein sehr spezieller Moment. Es ist großartig, Euch zu repräsentieren. Ich liebe Euch alle. Und sage mit wirklicher Ergriffenheit, danke, Gott segne Euch und Gott segne Amerika. Danke, danke!“

Warum also bezeichnet die Kronenzeitung diese großartige Rede als „Jahrmarktsrede“? Die Antwort ist klar: um den Präsidenten vor den Lesern als Idioten darzustellen und seine Leistungen für den Lebensschutz zu verdecken. Offenbar ist das die Linie der Eigentümer dieses Blattes, die aller Wahrscheinlichkeit nach ihrerseits höheren Mächten verpflichtet sind.

Protestantischer Politiker deutlicher als katholische Amtsträger

Angesichts der Klarheit des Protestanten Trump ist ein kontrastierender Vergleich mit Österreichs katholischen Kirchenleuten von Interesse:

Trump bedient nicht die in Europa, aber auch in den USA übliche Phraseologie, die die meisten – nicht alle – Kirchenmänner benützen, die sich nun einmal zum Lebensschutz äußern oder gar bei einer Pro-Life-Kundgebung auftreten oder sich aufzutreten genötigt sehen. Beim Marsch fürs Leben in Wien im vergangenen Oktober waren die katholischen Stimmen leider ziemlich mau (so etwa von Weihbischof Stephan Turnovszky, das wird niemanden vom Hocker reißen). Es brauchte offenbar einen syrisch-orthodoxen Priester (nämlich Chorepiskopos Emanuel Aydin), der sich in einem nur mehr noch formell mehrheitlich katholischen Land deutlich und aufrüttelnd äußerte.

Die Hauptstrommedien berichteten in keiner Weise adäquat.

Das ist auch für die USA charakteristisch:

„Das Tier“ und die Kontrolle der veröffentlichten Meinung

Die Tragweite der Rede Trumps beim March for Life wird von den gleichgeschalteten Hauptstrommedien nicht annähernd angemessen vermittelt. Trump thematisierte ein Tabuthema und beleuchtete, was sonst im Dunklen liegt. Das wird um jeden Preis verschwiegen.

Nach einem Bericht auf Lifesitenews.com haben die drei größten Fernsehnetzwerke der USA insgesamt 28 Sekunden (!) über den March for Life berichtet: ABC gab dem Marsch fünfzehn Sekunden bei der Nachrichtensendung am Freitag und CBS gab ihm dreizehn Sekunden am Samstag. NBC hat den Marsch völlig ignoriert. Dafür haben CBS und NBC bewußt Pro-Abtreibungs-Propaganda gemacht.

Es war eine richtige Intuition des französischen Schriftstellers Jean Raspail in seinem bereits 1973 erschienenen Heerlager der Heiligen die Medienmaschinerie kurz und bündig als „das Tier“ zu bezeichnen. Große Macht und böser Wille sind dessen Kennzeichen. Ist es da ein Wunder, daß manche von „fake news“ und von „Lügenpresse“ reden?

Im gegenständlichen Fall ist es interessant, daß nicht einmal ein US-Präsident dagegen ankommt.

Der Auftritt beim March for Life blieb keine isolierte Einzelaktion:

Christliche Erneuerung und Lebensschutz als US-Politik

Nach einem Bericht von C-Fam organisierte die Trump-Regierung Mitte Jänner ein nichtöffentliches internationales Strategietreffen für Botschafter, Minister und Beamte aus 34 Ländern, um über die weitere Vorgangsweise in Pro-Life-Angelegenheiten zu beraten. Der amerikanische Gesundheitsminister Alex Azar stellte klar, daß es kein internationales Menschenrecht auf Abtreibung gibt, allerdings gebe es ein internationales Recht auf Leben. Er bezog sich auf eine Aussage Trumps vor der UNO, nach der Gesundheitsvorsorge existiere, um die Gesundheit zu verbessern und menschliches Leben zu schützen.

Azar bezeichnete die bei der Konferenz anwesenden Länder als eine „Pro-Life, Pro-Familie und Pro-Souveränitäts-Koalition“, mit der man in Zukunft rechnen müsse. Die Taktik der Abtreibungsaktivisten gehe dahin, Abtreibung als Menschenrecht zu deklarieren und dann alle Länder, die das Leben schützen, mit Prozessen wegen Menschenrechtsverletzungen zu überziehen. Es gebe eine penetrante Propaganda durch UNO und WHO, die Ausdrücke „sexuelle und reproduktive Gesundheit“ und „reproduktive Rechte“ zu normalisieren.

Diese Initiative untermauert die von der Trump-Regierung gesetzten Maßnahmen der letzten Monate, eine Koalition von Ländern zu schmieden, um die Pro-Life-Agenda international voranzutreiben. Bei besagtem Treffen sprachen Präsidentenberaterin Kellyanne Conway, Familien- und Jugendministerin Katalin Novák aus Ungarn und Ministerberater Fernando Pimentel aus Brasilien.

Und bei der Rede zur Lage der Nation (State of the Union) am 4. Februar sagte Präsident Trump:

„Mit jeder Handlung stellt meine Regierung die Herrschaft des Gesetzes wieder her und bekräftigt die Kultur der amerikanischen Freiheit. (…) Wir bestrafen nicht das Gebet. Wir reißen keine Kreuze nieder. Wir verbannen nicht die Symbole des Glaubens aus der Öffentlichkeit. Wir legen Predigern und Pastoren keinen Maulkorb an. In Amerika feiern wir den Glauben. Wir schätzen die Religion. Wir erheben unsere Stimme im Gebet und wir erheben unseren Blick zur Herrlichkeit Gottes.“

Nun, das ist alles durchaus erfreulich.

Resümee

Man mag als Katholik manches an Donald Trumps Privatleben und an seiner Politik auszusetzen haben. Man wird bedauern, daß Netzwerke wie die Israel-Lobby immer noch großen Einfluß auf die US-Außenpolitik haben und weitere Kriege im Nahen Osten, diesmal im Iran, anstreben, daß Planned Parenthood immer noch Ungeborene töten kann, daß der Kulturkampf der LGBT-Sturmtruppen und ihrer Hintermänner weitergeht.

Und daß die USA kein katholisches Land sind.

So wie die Dinge aber stehen, sind Teilnahme und Rede von Präsident Trump beim March for Life ein spektakuläres Signal einer in Anbetracht der oft wenig erbaulichen Vergangenheit Trumps überraschenden bona voluntas. Das wird man Donald Trump zugestehen müssen.

Es wurde auch der Vorwurf erhoben, daß Trump lediglich aus wahltaktischen Erwägungen am Marsch teilnahm, also zum Stimmengewinn für die Wiederwahl. Nun, erstens können diejenigen, die solches äußern, nicht in das Innere des Präsidenten hineinschauen, individuum est ineffabile. Und zweitens ist der Vorwurf natürlich heuchlerisch, denn die Demokratie beruht auf dem Sammeln von Stimmen: Ein Kandidat setzt sich für ein Anliegen ein und diejenigen Stimmberechtigten, die dieses Anliegen teilen, geben ihm ihre Stimme. Ganz einfach.

Auch in unseren europäischen Ländern sollte der Lebensschutz massiv beworben und zum Wahlkampfthema gemacht werden.[1]

Lebensschützer freuen sich jedenfalls über die historische Rede Trumps am March for Life. Wir wünschen Donald Trump Gottes Segen für seine noblen Aspirationen und die Erkenntnis der vollständigen geoffenbarten Wahrheit.

Gleichzeitig hoffen wir, daß er eine loyale Leibwache hat. Möglicherweise wird er sie im heurigen Wahlkampf noch gut brauchen können.

*Wolfram Schrems, Wien, Mag. theol., Mag. phil., Katechist, Lebensschützer


[1] In Österreich wurde das „Fristenlösung“ genannte Abtreibungsgesetz u. a. deswegen so erfolgreich oktroyiert, weil der damalige Wiener Erzbischof, der sinistre Kardinal Franz König, die ÖVP drängte, den Lebensschutz aus den Nationalratswahlkämpfen herauszuhalten. Damit wurden allfälligen Lebensschutzpolitikern die Hände gebunden. Mit der Zeit gewöhnte man sich einfach an den Mord an den Ungeborenen. Auch die Hierarchie der Kirche arrangierte sich, wie schon oben gesagt.

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1 Kommentar

  1. für das Leben heisst unmissverständlich seit Zeugung bis zum Tod! Es gibt kein „Ja zum Leben“ ausser man ist sich der Tatsache bewusst, dass ab dem Zeitpunkt der Zeugung (Leben entsteht) und mit dem Tod (nicht Suizid und/oder sogenannter Freitod gemeint!) wieder vergeht.
    Leben kann „nur“ durch Mann und Frau (miteinander) entstehen wenn man sich an die Natur hält. Alles andere ist Wortklauberei oder medizinisch-technische Einmischung in die Natur, sprich: der Mensch will sich zum Schöpfer hochspielen oder gar Gott spielen.
    Wie gross ist doch die Natur, die Schöpfung, Gottes Werk? „Wie gross bist Du…., wie gross bist Du?“
    Wir sollten wieder zum gesunden Menschenverstand zurück kehren und Gott loben, preisen, dienen und lieben statt sich über alles hinweg setzen!
    Einverstanden?
    okay, dann fangen wir mit jedem Morgen (Tageswerk) an:
    Danke, dass ich wieder erwachen, wieder aufstehen und wieder etwas „Gutes“ leisten darf/kann!

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