„Querida Amazonia“ des Pachamama-Priestertums

Das Nachspiel zur Amazonassynode



Die Pachamama-Synode von Papst Franziskus und das Pachamama-Priestertum. Die Pachamama-Figur hatte man kurz zuvor respektvoll aus dem Boot genommen, damit sie beim Abstellen nicht umfällt.
Die Pachamama-Synode von Papst Franziskus und das Pachamama-Priestertum. Die Pachamama-Figur hatte man kurz zuvor respektvoll aus dem Boot genommen, damit sie beim Niederstellen nicht umfällt.

(Rom) Das nachsynodale Schreiben zur Amazonassynode wird den Namen „Querida Amazonia“ (Liebstes Amazonien oder auch Liebster Amazonas-Regenwald) tragen. Der Titel des Apostolischen Schreibens von Papst Franziskus wurde gestern vom vatikanischen Presseamt bekanntgegeben. Das Schreiben selbst wird am 12. Februar veröffentlicht werden.

Das Presseamt des Heiligen Stuhls teilte mit, daß am Mittwoch der kommenden Woche um 13 Uhr in dem nach Johannes Paul II. benannten Saal eine Pressekonferenz zur Vorstellung des Schreibens stattfinden wird. Das Tagesbulletin des Vatikans enthält die Liste der Teilnehmer an der Pressekonferenz. Diese selbst wird von VaticanNews in Direktübertragung zugänglich gemacht werden.

Die päpstliche Exhortation enthält die Schlußfolgerungen von Papst Franziskus zu der von ihm einberufenen und vom 6.–27. Oktober 2019 im Vatikan durchgeführten Amazonassynode.

Das Apostolische Schreiben wird von weiten Teilen der Kirche aus unterschiedlichen Gründen mit gemischten Gefühlen, vielfach mit Bangen erwartet. Laut Angaben von Prof. Roberto de Mattei, der sich auf mehrere Bischöfe beruft, denen das Schreiben bereits bekannt ist, enthalte es die befürchtete Zölibatsaufweichung, auf die zahlreiche Bischöfe des deutschen Sprachraums begierig warten.

Die deutschen Bischöfe sind ja auch die Auftraggeber der Amazonassynode. Das nachsynodale Schreiben soll als Umwegrendite den erhofften „Gewinn“ einfahren, der mittels „Synodalen Wegs“ als Dividende ausbezahlt werden soll – und das so schnell wie möglich.

Nach diesem Zeitplan, so interne Überlegungen, könnten 2022, spätestens 2023 in Deutschland die ersten verheirateten Priester geweiht werden. Dieser Weihejahrgang würde noch präsentiert und garniert mit der Behauptung, auf eine angebliche „Notsituation“ reagieren zu müssen. Diese Begründung wird man schnell weggelassen und durch eine selbstbewußte Offensivkampagne zur Anwerbung für ein Priestertum „endlich ohne Zölibat“ ersetzen.

Wahrscheinlich erlebt die Weltkirche gerade die letzten Tage ihres zölibatären Priestertums, wie es von den Vätern aufgrund des göttlichen und apostolischen Vorbildes in hartem Ringen übernommen und beibehalten wurde.

Die lateinische Kirche ist die einzige Realität der Kirche Jesu Christi, die den Zölibat bewahren konnte. Was ein sprechender Beleg für ihren Anspruch gegenüber allen anderen christlichen Konfessionen und Denominationen ist, die wahre Kirche Jesu Christi zu sein, wird heute als „Hindernis“ gesehen.

Noch ein historischer Hinweis scheint angebracht: Alle orthodoxen und orientalischen Kirchen haben den priesterlichen Zölibat im Laufe der Geschichte fallengelassen – von den Protestanten ganz zu schweigen, die gleich das sakramentale Priestertum abgeschafft haben. Es gibt in der Geschichte aber kein Beispiel einer Konfession, die den priesterlichen Zölibat fallengelassen, aber später wieder eingeführt hat. Daraus folgt, daß die Wiedereinführung nach menschlichem Ermessen ein Ding der Unmöglichkeit ist.

Für noch eine Vorhersage muß man kein Hellseher sein: Das Fallenlassen des priesterlichen Zölibats, sollte es – wie es scheint – in wenigen Tagen Tatsache werden, wird in eine blumige Tarnsprache und ein kaum zu überbietendes Lob für den Zölibat verpackt sein. In Santa Marta zählt man bekanntlich nicht nur auf die Unterstützung durch progressive Kräfte, sondern auch auf die Trägheit konservativer Kirchenkreise.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Vatican.va (Screenshot)

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3 Kommentare

  1. „Es gibt in der Geschichte aber kein Beispiel einer Konfession, die den priesterlichen Zölibat fallengelassen, aber später wieder eingeführt hat. Daraus folgt, daß die Wiedereinführung nach menschlichem Ermessen ein Ding der Unmöglichkeit ist.“

    Wenn er diesmal aufgegeben wird, ist er definitiv verloren.

    Die Aufgabe des Zölibats wird auch den Bruch mit Econe vergrößern.

    Erst muss diese kranke, in sich sittlich entartete Gesellschaft implodieren, um wieder frei für den Geist Gottes zu werden.

    M. Tosatti hat fünf mögliche Szenarien für den kommenden Mittwoch aufgestellt. (vgl. beiboot-petri) Alle laufen jedoch auf die Abschaffung des Zölibats hinaus.

    „Da keiner weiß, was der Papst wirklich denkt“, eine Formulierung, die mir immer wieder übel aufstößt und doch in beinah allen kritischen Kommentaren auftauch, deshalb könne man auch nicht wirklich sagen, welches Szenario wirklich eintreffe.

    Sicher ist aber, dass jeder sicher weiß, was der Papst denkt (praktisch), aber niemand, wie er es formuliert, was er sicher denkt (formell), bzw. wie er das umschreiben wird, was er formell nicht sagen will, aber doch umdieeckeumdieeckeumdieecke sagen will – und damit auch sagt.

    Dieser Papst bringt – und die Mittel sind hier egal, zumal Fakt ist, dass er sie hat und auch anwendet – den Zölibat zum Einstuz und damit die Kirche selbst.

    „Wir haben dich nicht gewählt, dass du die Kirche zerstörst.“

    Doch, das habt ihr.

    Alle Voraussagen, jedes Glaubensgespür, jede Entwicklung für sich sagt, dass dieser Papst eine andere Kirche will.

    Es gibt nichts, was ihm heilig ist.

  2. Gott hat uns den freien Willen gegeben und nimmt das nicht zurück, denn dann wäre er nicht perfekt.
    Das Ende der Kirche ist das Ende der Welt.
    Bereiten wir uns vor.

  3. Zum zweitletzten Absatz des Beitrages:
    „Unumkehrbare Prozesse anstoßen …“

    Das ist dann wirklich das Ende dieser Kirche.
    Sollten die Petrusbrüder irgendwann auch nachgeben (vielleicht, weil einer ihrer Priester auf einmal doch heiratet und dies toleriert wird), dann bleiben in der Tat nur noch die Piusbrüder.

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