Politik, Medien, Kirche – an einem Faden?

Medienempfang eines sprachlosen Bischofs

Sterile, aber pickfeine Leere: die Kapelle im Bischofshof von Linz.
Sterile, aber pickfeine Leere: die Kapelle im Bischofshof von Linz.

Von einem Leser*

Man­fred Scheu­er ist seit 2015 Bischof von Linz. Davor war er schon 12 Jah­re Bischof von Inns­bruck. Es ist zu bedau­ern, aber posi­tiv ist er weder da noch dort auf­ge­fal­len. Ihre Sei­te hat berich­tet, dass er den Zöli­bat ent­sor­gen will, das heißt, ver­hei­ra­te­te Män­ner zu Prie­ster wei­hen will. Selbst der Papst war vor weni­gen Tagen erstaunt, als er Öster­reichs Semi­na­ri­sten des ersten Jah­res emp­fan­gen hat: „Nur drei?“

Am 12. Juni hat Bischof Scheu­er die Jour­na­li­sten sei­nes Bis­tums in den idyl­li­schen Bischofs­gar­ten in der Lin­zer Alt­stadt gela­den. Er bezeich­ne­te ihn als „blü­hen­de Oase“. Das kann von sei­nem Bis­tum nicht gera­de gesagt wer­den. Es gibt Stim­men, die sagen, daß in Linz schon jeder drit­te Volks­schü­ler Mus­lim ist.

Die Quint­essenz der Begeg­nung? Der Bischof prä­sen­tier­te die Kir­che vor den Jour­na­li­sten als Edel-Sozi­al­hil­fe­ver­ein für Obdach­lo­se und Knast­brü­der, kurz, als gro­ße, gro­ße Cari­tas.

Er hat aber die „bei­spiel­lo­se Ver­trau­ens­kri­se“ der Kir­che nicht ver­schwie­gen. Eine Ant­wort dar­auf blieb er aller­dings schul­dig. Außer vaku­um­ge­eich­te Leer­plät­ze wie, es braucht Mut und Tat­kraft, man darf sich nicht ein­igeln, son­dern muss aus­schwär­men, war wenig zu hören. Der Bischof wirkt sprach­los, selbst wenn er spricht.

Doch, noch etwas, ein Stich­wort, das nie und nim­mer feh­len darf: Es braucht „neue Wege“, was aus dem Mund zahn- und hal­tungs­lo­ser Kir­chen­für­sten mit tief­ver­wur­zel­ter pro­gres­si­ver Ori­en­tie­rung eigent­lich den kano­ni­schen Tat­be­stand der schwe­ren Dro­hung erfüllt. Die „neu­en Wege“ hat Bischof Scheu­er für die Bischofs­syn­ode über den Ama­zo­nas-Regen­wald schon depo­niert.

Medienempfang im „Idyll“.
Medi­en­emp­fang im „Idyll“.

Eine Aus­sa­ge aus dem Mund des Bischofs ließ dann doch auf­hor­chen, jeden­falls mich:

Zuerst dozier­te Scheu­er, dass es die Gesell­schaft „zer­frißt“, wenn ver­schie­de­ne Grup­pen gegen­ein­an­der aus­ge­spielt wer­den. Der Kon­text gab zu ver­ste­hen, was er damit mein­te: unter ande­rem die Fort­set­zung der „Will­kom­mens-Kul­tur“, die ihn und den öster­rei­chi­schen Kir­chen­ap­pa­rat so mit den Grü­nen ver­bin­det. Die Grü­nen und ihre Adep­ten dik­tie­ren, dass die Mei­nung Anders­den­ken­der die Gesell­schaft spal­te. Der Bischof hat die Gele­gen­heit ver­schla­fen, den groß­teils rot-grün-pin­ken Jour­na­li­sten ins Stamm­buch zu schrei­ben, dass der Dia­log zu aller­erst im eige­nen Volk statt­fin­den (kön­nen) muss, und dass die uner­läss­li­che Vor­aus­set­zung dafür die Aner­ken­nung der Exi­stenz­be­rech­ti­gung nicht-lin­ker Mei­nun­gen ist.

Der Ober­hir­te an der Donau begnüg­te sich, nicht zu ver­las­sen, was der lin­ke Kon­sens erträgt. Der ist aber kein Kon­sens der Gesamt­ge­sell­schaft, und kirch­lich ist er ohne­hin nicht. Doch über sol­che Klei­nig­kei­ten schau­en Öster­reichs Krumm­stä­be immer groß­zü­gi­ger hin­weg. War­um wohl?

Damit aber zum Aha-Erleb­nis wegen der Offen­her­zig­keit mit der Bischof Scheu­er eine Über­ein­stim­mung postu­lier­te:

Für die Poli­tik, die Medi­en und die Kir­che ist mehr denn je ein „Cha­ris­ma der Unauf­ge­regt­heit gefragt“, so der Bischof. Es geht mir nicht um die „Unauf­ge­regt­heit“. Sie ist Scheu­ers ver­schla­fe­nes Mar­ken­zei­chen. Nein, es ist die eine, gera­de Linie, auf der er in einem Atem­zug Poli­tik, Medi­en und Kir­che neben­ein­an­der und mit­ein­an­der sieht. Zie­hen sie nach Mei­nung (oder Wis­sen) des Bischofs an einem Strang? Das wär dann der Main­stream, mit dem Öster­reichs Bür­ger durch ver­ord­ne­tes und kon­trol­lier­tes Den­ken in den Schlaf gewiegt wer­den. Immer­hin hat das Land soeben einen Staats­streich hin­ter sich und kei­ne regu­lä­re Bun­des­re­gie­rung im Amt. Mit Hil­fe des „unauf­ge­reg­ten“ Grü­nen in der Wie­ner Hof­burg und der erwähn­ten Medi­en haben die Bür­ger ihre Ent­mach­tung aber „unauf­ge­regt“ hin­ge­nom­men. In Ber­lin soll ja, geht es nach dem Wil­len der­sel­ben Krei­se sogar ein grü­ner Bun­des­kanz­ler instal­liert wer­den — er ist sicher auch ganz „unauf­ge­regt“, denn grü­ne Dau­er­auf­re­ger wie Kli­ma­pa­nik zäh­len ja nicht. Die Gesell­schaft spal­ten und „zer­fres­sen“ sie schon gar nicht. Nein, die doch nicht. Nie und nim­mer.

Ist die Kir­che laut Scheu­er also Main­stream? Zumin­dest auf der Füh­rungs­ebe­ne? Eini­ges spricht dafür, aber sicher ist es nur Zufall. Der Bischof woll­te nur drei Berei­che von Ent­schei­dungs­trä­gern anspre­chen, aber kei­nen inne­ren Zusam­men­hang zwi­schen die­sen her­stel­len. Bestimmt nicht. So und ähn­lich wird es nun hei­ßen – und viel­leicht auch sein.

Sein kirch­li­cher Appa­rat freut sich jeden­falls dar­über. Schließ­lich füh­len sich nicht weni­ge davon im grü­nen Milieu wun­der­bar wohl, denn dort geht es hyper­mo­ra­li­sie­rend zu, aber ganz ohne kirch­li­chen Bezug. Der Ide­al­zu­stand für die neu­en Moral­apo­stel. Da dür­fen Städ­te pro­blem­los im Berufs­ver­kehr ersticken, Haupt­sa­che ein Vogel­nest muss nicht ver­legt wer­den. Gleich­zei­tig müs­sen aber Tau­sen­de von Vögeln ster­ben, wenn es um das grü­ne Geschäft mit Wind­rä­dern geht, die auch wei­ter­hin für die All­ge­mein­heit vor allem eins bedeu­ten: außer Spe­sen nix gewe­sen.

Doch Bischof Scheu­er küm­mern sol­che links­grü­nen Unge­reimt­hei­ten doch nicht. Dazu müss­te er ja mit sei­nen eige­nen Mit­ar­bei­tern in den „Dia­log“ tre­ten – und manch unlieb­sa­me Ent­deckung machen. Ein klei­ner Glau­bens­test für kirch­li­che Mit­ar­bei­ter gefäl­lig? Wo käme man da hin, der „neu­tra­le“ Staat mit sei­nen Arbeits­ge­rich­ten wür­de dem einen dicken Strich durch die Rech­nung machen.
Nicht ein­mal der grü­ne Hang zur Kul­tur des Todes bewegt den Bischof. Es ist nicht die Kir­che, die „in die Gesell­schaft strahlt“, wie der Bischof am Mitt­woch mein­te, son­dern der lin­ke Rela­ti­vis­mus strahlt in die Kir­che. Des­halb pil­gert Scheu­er auch nach Dach­au und Maut­hau­sen und nicht zur Fri­sten­lö­sungs­am­bu­lanz im AKH (Kep­ler Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum) und zu Gyno­med, wo heu­te Men­schen getö­tet wer­den.

Der Platz der Kir­che, so scheint es ja auch Scheu­ers Nach­bar­bi­schof, Kar­di­nal Marx (Mün­chen-Frei­sing), zu sehen und zu hal­ten, ist ein­ge­hängt zwi­schen Poli­tik und Medi­en – oder zumin­dest an deren Rock­saum. Ein flot­tes Trio.

Sie hät­te einen bes­se­ren Platz ver­dient.

*Zuschrift eines Lesers. Name der Redak­ti­on bekannt.

Bild: Bis­tum Linz (Screen­shots)

1 Kommentar

  1. Ja, Poli­tik, Medi­en und Kir­che zie­hen an einem Strang, aber der Wahr­heit näher kommt: Links­grü­ne Ideo­lo­gie-Poli­ti­ker, links­grü­ne Ideo­lo­gie-Medi­en und links­grü­ne Ideo­lo­gie-Prie­ster/­Papst­/­Theo­lo­gen/­Bi­schö­fe/­Gre­mi­en­funk­tio­nä­re zie­hen an dem einen Strang der men­schen­feind­li­chen und gott­lo­sen Neu­en Welt­ord­nung mit ihrer gott­lo­sen Welt­ein­heits­re­li­gi­on. Und die Men­schen wer­den gezwun­gen, die­se über Zwangs­ge­büh­ren und Zwangs­steu­ern zu bezah­len, also ihre eige­ne Ver­nich­tung zu bezah­len. Jesus selbst fragt „Wer­de ich noch Glau­ben fin­den, wenn ich wie­der­kom­me?“ War­um las­sen wir das gesche­hen, was sich vor unser aller Augen abspielt? Ich den­ke, weil wir zum wie­der­hol­ten Mal in der Geschich­te uns ein­fach nicht vor­stel­len kön­nen, dass Poli­ti­ker, Jour­na­li­sten, und jetzt auch Theo­lo­gen, Prie­ster, Bischö­fe, Kardinäle/Papst unter der Mas­ke der Gut­mensch­lich­keit und der Umwelt­be­wah­rung, die eine hei­li­ge katho­li­sche und apo­sto­li­sche Kir­che und die Men­schen zer­stö­ren wol­len.
    Woher die Angst vor gläu­bi­gen Katho­li­ken, vor der alt-ehr­wür­di­gen Lit­ur­gie, die Angst vor dem Sakral­raum, der mit sei­ner sakra­len Kunst und dem gre­go­ria­ni­schen Cho­ral den Gläu­bi­gen hilft, ihre See­len zu Gott zu erhe­ben? Wes­halb soll uns eine rein welt­li­che Lit­ur­gie mit über­flüs­si­gen Begrü­ßun­gen (nicht der Prie­ster, son­dern Gott ist der Haus­herr) in Mehr­zweck­räu­men mit infan­ti­len Stuhl­krei­sen wie in die­ser „Kapel­le“ in Linz und dem­nächst in der Bischofs„kirche“ in Ber­lin auf­ge­zwun­gen wer­den? Wir sol­len nicht mehr mer­ken, dass der Taber­na­kel in einer Absei­te hin­ter der Tür ver­steckt wird, dem­nächst in Ber­lin ganz aus dem Haupt­schiff ver­schwin­det, der Prie­ster in per­so­na Chri­sti durch Prie­ster­schau­spie­ler und Prie­ster­schau­spie­le­rin­nen aller Sor­ten ersetzt wird, die Hl. Wand­lung nicht mehr statt­fin­det und das Opfer Jesu Chri­sti Gott dem Vater nicht mehr dar­ge­bracht wird.
    Hal­ten wir unse­re Öllam­pen bereit, der Herr wird kom­men.

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