Bischof Kochs bedingungslose Totalkapitulation

Die Eucharistie wird verramscht

Totalkapitulation im Erzbistum Berlin.
Totalkapitulation im Erzbistum Berlin.

Schau­en wir auf ein Spi­ri­tuo­sen­ge­schäft mit Absatz­pro­ble­men. Die wohl­fei­len Wei­ne und hoch­pro­zen­ti­gen Geträn­ke ste­hen in den Rega­len, aber die Rega­le lee­ren sich nicht: Kun­den nicht in Sicht. Da kommt der Inha­ber auf eine glanz­vol­le Idee: „Abver­kauf- Räu­mungs­ver­kauf“ pla­ka­tiert er. „Alles muß raus“. Neue Kun­den­krei­se gilt es sich zu erschlie­ßen. Eine Mar­ke­ting­idee muß her. Da gibt es doch so ein reak­tio­nä­res dog­ma­ti­sches Jugend­schutz­ge­setz, das denen den Kauf von alko­ho­li­schen Geträn­ken ver­bie­tet. Ganz vor­kon­zi­li­ar!

Wird dabei aber denn die Gewis­sens­ent­schei­dung des Jugend­li­chen („Ich möch­te Alko­hol trin­ken und mein Gewis­sen urteilt, das ist so für mich in Ord­nung“) ange­mes­sen berück­sich­tigt? Wenn nun der ange­stell­te Ver­käu­fer aber mit die­sem Gewis­sen­s­ur­teil des poten­ti­el­len Kun­den Pro­ble­me hat, daß er es vor sei­nem Gewis­sen nicht ver­ant­wor­ten kann, Jugend­li­chen Alko­ho­li­ka zu ver­kau­fen, dann ist dem Gewis­sen­s­ur­teil des Jugend­li­chen die Prio­ri­tät ein­zu­räu­men. In einem Bera­tungs­ge­spräch hat der Ver­käu­fer auf die Pro­ble­ma­tik des Alko­hol­kon­sums den jugend­li­chen Käu­fer hin­zu­wei­sen, dann aber das Gewis­sen­s­ur­teil des Kun­den zu akzep­tie­ren. Die Zei­ten dog­ma­ti­scher Bevor­mun­dung sind zu Ende – jetzt kommt die Ver­kaufs­zeit der per­sön­li­chen Gewis­sens­ent­schei­dung

Wer auf­merk­sam den Brief von Hei­ner Koch, Erz­bi­schof von Ber­lin und Metro­po­lit der Ber­li­ner Kir­chen­pro­vinz, zur Fra­ge des Kom­mu­nion­emp­fangs für evan­ge­li­sche Ehe­part­ner, die mit einem Katho­li­ken ver­hei­ra­tet sind, liest, fin­det die­se Argu­men­ta­ti­on haar­ge­nau da wie­der im Punkt 6.

Der Bischof belehrt sei­ne Prie­ster, daß es die Auf­ga­be der Kir­che sei, das Gewis­sen der Men­schen zu bil­den, „nicht aber zu erset­zen“.

Denn die Kir­che ach­tet „die Wür­de des per­sön­li­chen Gewis­sens als das Hei­lig­tum des Men­schen“. Die Prie­ster und die son­sti­gen in der Seel­sor­ge Wir­ken­den sol­len das Gespräch mit den Evan­ge­li­schen füh­ren, die als Ver­hei­ra­te­te mit einem Katho­li­ken die Kom­mu­ni­on begeh­ren.

„Kei­nes­falls aber ist es uns und Ihnen als Spen­der der Sakra­men­te erlaubt, das Gewis­sen­s­ur­teil der Gläu­bi­gen bei­sei­te zu schie­ben und durch ein eige­nes zu erset­zen.“ Wenn also der Prie­ster es nach sei­nem Gewis­sen nicht bil­li­gen kann, die Kom­mu­ni­on dem dar­um Bit­ten­den aus­zu­tei­len, der aber kraft sei­nes Gewis­sen­s­ur­teils sie als für sich erlaubt begehrt, dann muß das der Prie­ster akzep­tie­ren. Das kann auch ein­fa­cher gesagt wer­den: Wenn der Kun­de eine Ware kau­fen will, dann hat der Ver­käu­fer kein recht, den Kauf ihm zu ver­weh­ren. Und wenn dann der Ver­käu­fer auf so dog­ma­tisch dok­tri­nä­re Bestim­mun­gen wie das Jugend­schutz­ge­setz oder die kirch­li­chen Bestim­mun­gen zum Emp­fang der Eucha­ri­stie ver­wei­sen soll­te, dann hat er sich beleh­ren zu las­sen, daß er die Gewis­sen­s­ur­tei­le der Kun­den miß­ach­te, näm­lich ihre Kon­sum­wün­sche. Das ober­ste Gesetz näm­lich für die Kir­che lau­tet:

Der Kun­de ist König, sein Wil­le gesche­he. Das ist die seel­sor­ger­lich, sprich kun­den­ori­en­tiert fun­dier­te Legi­ti­mie­rung der Außer­kraft­set­zung der Leh­re der Kir­che. Die Kir­che hat anzu­bie­ten, was die Kun­den wol­len.

Anbei: Die Kol­la­te­ral­schä­den des Alko­hol­kon­sums bei Jugend­li­chen sind ver­nach­läs­sig­bar im Ver­gleich zu den Schä­den, die ein sakri­le­gi­scher Emp­fang der Kom­mu­ni­on mit sich bringt.  Und das will etwas besa­gen.

Text: Uwe Lay
Bild: Erz­bis­tum Ber­lin (Screen­shot)

4 Kommentare

  1. Dan­ke, Herr Lay, Sie haben „die Sache“ mit Ihrem ange­führ­ten Bei­spiel wie­der ein­mal exakt auf den Punkt gebracht.
    Für mich stellt sich die Fra­ge, ob die­je­ni­gen Hier­ar­chen, die mit einer sol­chen Ober­fläch­lich­keit an die Sub­stanz des katho­li­schen Glau­bens her­an­ge­hen, sich der Trag­wei­te ihres Ver­hal­tens bewusst sind, oder ob sie ihre wohl­fei­le Ein­stel­lung, die m.E. einer Pro­fa­nie­rung des Aller­hei­lig­sten ähnelt, sogar bewusst prak­ti­zie­ren. Wenn sie sie bewusst prak­ti­zie­ren, dann fra­ge ich mich, war­um sie dies tun, was deren Ziel ist.
    Wäre es nicht bes­ser, z.B. durch einen vor­bild­li­chen Lebens­stil den christ­li­chen Glau­ben zu ver­brei­ten und zu stüt­zen, anstatt mit dem Aller­hei­lig­sten gewis­ser­ma­ßen „hau­sie­ren“ zu gehen?

  2. Wel­che Kata­stro­phe für alle sind sol­che Bischö­fe.

    Und was ist das für ein katho­li­scher Ehe­part­ner, der nicht dar­un­ter lei­det, dass sein Gat­te immer noch evan­ge­lisch ist und nicht alles tut, damit die­ser sich nicht das Gericht isst? Und was ist das für ein evan­ge­li­scher Ehe­part­ner, der nicht unter­schei­den will zwi­schen Brot und Wein, wel­che er beim evan­ge­li­schen Abend­mahl bekommt und dem Leib des Herrn?
    Ich ken­ne nur Misch­ehen, in denen nie­mand prak­ti­ziert, die Kin­der sind noch getauft, wis­sen vom Glau­ben nichts, arbei­ten und kon­su­mie­ren nur, deren Kin­der sind in der Regel nicht getauft, glau­ben an den Dar­wi­nis­mus, sind früh­se­xua­li­siert. Wann haben Bischöfe/Priester das letz­te Mal vor der Misch­ehe gewarnt? Ich (68 Jah­re) kann mich nicht erin­nern.

    Das alte Testa­ment gibt ein Bei­spiel; Usa, der die Bun­des­la­de berühr­te, da sie ande­ren­falls vom Wagen gefal­len wäre (in Usas Augen sicher ein löb­li­ches Vor­ha­ben), muss­te den Zorn Got­tes spü­ren, indem er starb. Der Grund liegt wohl im Ver­stoß gegen das Gebot, die Bun­des­la­de nicht zu berüh­ren (Num 4,15).
    Wie anders dage­gen ein chi­ne­si­sches Mäd­chen, das jeden Tag in eine zer­stör­te chi­ne­si­sche Kir­che kam, um jeweils eine aus dem zer­stör­ten Taber­na­kel am Boden ver­streu­te gewan­del­te Hostie mit dem Mund auf­zu­neh­men. Und wie wie­der­um anders dage­gen, wenn Bischö­fe, Prie­ster zulas­sen, dass der Leib des Herrn in unge­weih­te Hän­de gege­ben wird („Kom­mu­ni­on­hel­fer“, Kom­mu­nion­emp­fang wie ein „Kaf­fee to go“. Jetzt soll der Leib des Herrn nicht nur in unge­weih­te Hän­de, son­dern in nicht vom Herrn gerei­nig­te See­len gege­ben wer­den.
    Zur Erklä­rung fin­de ich nur zwei Ant­wor­ten ent­we­der die Bischöfe/Priester sind durch häre­ti­sche Theo­lo­gen und anti-katho­li­sche Prie­ster­se­mi­na­re ideo­lo­gi­siert, durch gei­sti­ge Kon­trol­le von allen mög­li­chen über­flüs­si­gen und schäd­li­chen Räten, Gre­mi­en, Kon­fe­ren­zen, Medi­en in der Ideo­lo­gie zwangs­wei­se fest­ge­hal­ten oder sie sind frei­wil­lig Frei­mau­rer.

  3. Erz­bi­schof Dr. Hei­ner Koch ist ein her­vor­ra­gen­der und außer­ge­wöhn­lich begab­ter Bischof und Seel­sor­ger. Er begei­stert sowohl Katho­li­ken als auch Evan­ge­li­sche.

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