Vertuschung homosexueller Übergriffe an geschlechtsreifen Jungen

Münchener Generalvikar zur Missbrauchsstudie












Warum lenkt Generalvikar Peter Beer (Erzbistum München-Freising) vom enorm überproportionalen Anteil Homosexueller an den sexuellen Missbrauchstätern ab? Will er von schwulen Klerikern ablenken? Oder fürchtet er die Homo-Lobby?
Warum lenkt Generalvikar Peter Beer (Erzbistum München-Freising) vom enorm überproportionalen Anteil Homosexueller an den sexuellen Missbrauchstätern ab? Will er von schwulen Klerikern ablenken? Oder fürchtet er die Homo-Lobby?

Der Münchener Generalvikar Peter Beer hat sich kürzlich in einem Interview zur aktuellen Missbrauchsstudie geäußert. Seine Darstellung, auf der Seite der Erzdiözese München und Freising publiziert, darf als die offizielle Stellungnahme vom Erzbistum unter Kardinal Marx angesehen werden.

Ein Gastkommentar von Hubert Hecker.

Wort-Keulen gegen realistische Aussagen zum Missbrauch durch Homosexuelle

Im Einzelnen sagte der Generalvikar: „Es gibt jetzt immer wieder Hinweise darauf, dass im Rahmen der Untersuchungen zutage getreten ist, dass die Missbrauchsopfer meistens Jungen sind und die Täter eben meistens Männer. Ich möchte davor ausdrücklich warnen, wegen dieser Feststellung einen direkten Zusammenhang zwischen Missbrauch und Homosexualität herzustellen. Hier würde es sich um eine unerträgliche Diskriminierung von homosexuell veranlagten Menschen handeln.“ In einer weiteren Passage bestätigte Beer seinen Freispruch für Homosexuelle bezüglich Missbrauchsbeschuldigungen: „Alle Fachleute sagen, dass es sich bei den Missbrauchsfällen weniger oder gar nicht um homosexuelle Taten oder homosexuelle Beziehungen handelt.“

Generalvikar Peter Beer klammert zentrale Aspekte aus
Generalvikar Peter Beer klammert zentrale Aspekte aus

Der Generalvikar orientierte sich in seinen Kernsätzen an einer Stellungnahme des Schweizer Bistums St. Gallen. Die nannte es „inakzeptabel“ und „unerträglich“, wenn die Thematik der Übergriffe überhaupt „mit dem Thema Homosexualiät verbunden wird“. Außerdem verletze der hergestellte Zusammenhang „homosexuelle Menschen in ihrer Würde“.

Beide kirchlichen Stellen wollen offensichtlich den Tatbestand von zahlreichen Missbrauchsfällen durch homosexuelle Kleriker tabuisieren. Mit solchen Wort-Keulen wie „unerträgliche Diskriminierung“ oder „inakzeptable“ Verletzung der Menschenwürde sollen Hinweise auf übergriffige Homosexuelle unterdrückt werden. Für diesen durchsichtigen Versuch der Vertuschung von Homo-Missbräuchen in der Kirche bekommen die beiden Bistümer Beifall von Seiten der Homo-Verbände. Das Portal „queer.de, das Zentralorgan der Homolobby“ reklamiert den Münchener Generalvikar als Kronzeugen für seine Meinung, dass Homosexuelle in Missbrauchshandlungen nicht verstrickt wären.

80 Prozent missbrauchte Jungen weisen auf homosexuelle Täter hin

Laut den amerikanischen und deutschen Missbrauchsstudien sind etwa 80 Prozent der von Priestern missbrauchten Opfer Jungen, davon drei Viertel im geschlechtsreifen Alter von 11 bis 17 Jahren. Dieser Tatbestand lässt für seriöse Fachleute nur einen Schluss zu, dass homosexuelle Kleriker in hohem Maße daran beteiligt waren. Die genauere Anteilsquote an übergriffigen Homosexuellen sind in weiteren Analysen der statistischen Daten zu klären (siehe Sexueller Missbrauch in der Kirche: Täter sind vorwiegend homosexuell).

Sexueller Missbrauch in Zahlen: 80 Prozent homosexuelles Tatmotiv
Sexueller Missbrauch in Zahlen: 80 Prozent homosexuelles Tatmotiv

Aber auch die Erfahrungen an kirchlichen und weltlichen Schulen zeigen, dass die Päderasten vorwiegend übergriffige Homosexuelle waren: An der Odenwaldschule missbrauchten 20 Lehrer einschließlich des schwulen Direktors mehr als 132 Schüler. Empirische Studien, die in der aktuellen MHG-Studie referiert werden, bestätigen ebenfalls diese Tendenz. Danach outeten sich ca. 40 Prozent der kirchlichen Missbrauchstäter als homosexuell. Dieser Täteranteil an Homosexuellen ist aus dem Grund für eine deutlich höhere Quote von missbrauchten Jungen verantwortlich, da die meisten Mehrfachtäter schwule Kleriker waren. Daniel Deckers beschreibt in der FAZ vom 15. September 2018 so einen homosexuellen Serientäter: Der Geistliche hatte an verschiedenen Gemeindestationen 23 Jungen im Alter von 11 bis 16 Jahren missbraucht. Die Sexualwissenschaft kennzeichnet das homosexuelle Begehren nach geschlechtsreifen Jungen als Ephebophilie oder Päderastie. Empirische Studien weisen den Anteil der Homosexuellen mit dieser Präferenz auf 30 bis 40 Prozent aus. Auch diese Zahl passt zu der oben genannten empirischen Studie, wonach 40 Prozent von homosexuellen Klerikern sich an Jungen im Teenageralter vergriffen haben.

Reife und unreife Sexualität sind  keine brauchbare Diagnose-Kategorien

Von den genannten Fakten und Forschungen konnte und musste der Münchener Generalvikar Peter Beer wissen. Aber diese Realität blendet er aus. Stattdessen versucht er mit unpassenden Erklärungen die „schwulen Priester“ von Missbrauchsbeschuldigungen zu exkulpieren: An den Missbrauchstaten wären wenige oder gar keine homosexuell orientierte Kleriker beteiligt. Die Übergriffe seien Ausdruck einer „unreifen Sexualität“. Diesen Begriff hat der Priestertherapeut Wunibald Müller eingeführt. Beer hat den Zusammenhang offensichtlich missverstanden, indem er den Terminus dem Zusammenhang nach auf heterosexuelle Kleriker anwendet. Müller dagegen bezieht die sexuelle Unreife auf  „homosexuelle Priester als Risikofaktoren“ in der Kirche, da diese Gruppe „für pädophiles oder ephebophiles Verhalten besonders anfällig ist“ (FR 22. 2. 2010). Doch was heißt ‚sexuell unreifes Verhalten’? Der erfahrene Arzt und Therapeut Manfred Lütz kritisiert den Begriff, der auch in der MHG-Studie auftaucht, als „diagnostisch unbekannt“. Für Analyse und Folgerungen ist die Kategorie ebenfalls unbrauchbar. Schützt etwa eine ausgereifte oder abgeklärte Homosexualität vor Missbrauch? Das Verhalten von ephebophilen Mehrfachtätern zeigt das Gegenteil (siehe oben). Gerade wegen ihrer gefestigten Homosexualität verhalten sich Serientäter uneinsichtig und „therapieresistent“, wie psychiatrische Gutachter feststellten. Eben wegen dieser homosexuellen Risikofaktoren bestehen die Päpste Benedikt XVI. und Franziskus darauf, dass Priesteramtskandidaten mit „tiefsitzenden homosexuellen Neigungen“ oder Ausleben in der Gay-Szene nicht geweiht werden dürfen.

Ausweichmanöver, um vom offenkundigen Missbrauch Homosexueller abzulenken

Generalvikar Beers präsentiert eine zweite Idee, warum nach seiner Ansicht  Homosexuelle nicht an Missbrauchshandlungen beteiligt wären. Die „Grenzverletzungen und sexuelle Übergriffe auch im Grade des Verbrechens“ seien „quasi eine Art Übersprungshandlungen“.  Auch diese Erklärung entspringt einer platten Anwendung psychologischer Prozesse. Übersprungs- oder Ablenkungshandlungen kommen bei Mensch und Tieren in Stress- und Konfliktsituationen vor. Wenn man sich schwer entscheiden kann, weil beide Alternativen Risiken bergen, kommt es gelegentlich zu Ausweichhandlungen wie am Kopf kratzen oder mit den Händen zwirbeln, was tatsächlich den Stress mindert. Und mit solchen Reaktionsmustern will Beer die massenhaften sexuellen Übergriffe an Jungen erklären? Sein Konzept ist wohl selbst ein Ausweichmanöver, um vom offenkundigen Missbrauch Homosexueller abzulenken.

MHG-Studie in der Kritik
MHG-Studie in der Kritik

Schließlich holt Beer in einem Contra-Artikel der Wochenzeitung Die Tagespost aus dem Setzkasten der Psychologie eine weitere Theorie hervor. Darin spricht er von Klerikern, die ihre Sexualität nicht in ihre Lebensform integrierten. Die dadurch verdrängte Sexualität würde „sich irgendwann Bahn brechen und zu mehr oder weniger unkontrolliertem Ausagieren führen“. Die Freud’sche Verdrängungstheorie gilt heute bei seriösen Psychologen als nicht mehr überzeugend, weil dieses Modell die Persönlichkeitskräfte unterschätzt und in die psychische Dynamik allzu mechanistische Prozesse hineininterpretiert: Wie in einem Überdruckkessel würde sich die verdrängte Sexualität einen Ausweg suchen oder sich Bahn brechen zum Dampfablassen. Nach dem naturalistischen Modell von Sigmund Freud ist eine zölibatäre Sublimierung von Sexualität sowieso nicht möglich.

Ein ähnliches Erklärungsmuster für unkontrollierten Sexualitätsausbruch findet sich in der MHG-Studie. Danach gingen Übergriffe „weniger auf bestehende Vorsätze der Beschuldigten zurück als vielmehr auf die Dynamik der Beziehung“ (S. 64). Die Täter seien „mit der ganzen Intensität ihrer Emotionalität und Sexualität konfrontiert“ gewesen, die sie überhaupt nicht mehr hätten kontrollieren können. Manfred Lütz weist in seiner Kath.net-Analyse „Leider spektakulär misslungen!“ den Autoren der Studie nach, dass sie an anderer Stelle genau das Gegenteil feststellen: „83,1 Prozent der Taten waren geplant, nur 5,4 erfolgten spontan.“ Die überwiegend geplanten Missbrauchshandlungen sprechen deutlich gegen die These von unreifer Verdrängung und unkontrolliertem Sexualausbruch.

Ausblendung der Realität

Die drei genannten Erklärungsmodelle sind nicht auf Daten basiert, sondern freischwebende Plausibilitätsdeutungen nach dem Motto: Ich erkläre es mir so, wie es gewesen sein könnte. Generalvikar Beer macht sich nicht einmal die Mühe, seine Interpretationen mit den statistischen Daten der deutschen und amerikanischen Missbrauchsstudien in Einklang zu setzten. Im Gegenteil: Noch vor einer vorurteilslosen Fragestellung zu der hohen Missbrauchsquote an geschlechtsreifen Jungen warnt er davor, den sich aufdrängenden, wenn nicht zwingenden Zusammenhang zwischen Missbrauch und Homosexualität herzustellen. Man solle „solchen Parolen nicht folgen“. Damit wird allein schon die naheliegende Hypothese mit einem Denkverbot belegt. Zusätzlich brandmarkt er den genannten Bezug als „unerträgliche Diskriminierung“ von Homosexuellen. Beer zeigt in seinen Darlegungen ein ideologisch motiviertes Vorgehen. Seine Argumentation ist nicht wissenschaftlich fundiert.

Der Münchener Generalvikar lässt an keiner Stelle die Bereitschaft erkennen, objektiv und offen die Frage nach der Verteilung der Täter nachzugehen. Mit seinen psychologischen Konstrukten versucht er, die Übergriffe homosexueller Kleriker zu vertuschen. Die Mahnung, nicht zu diskriminieren, fällt auf ihn zurück, indem er die relativ hohe Zahl von Homo-Übergriffen letztlich den heterosexuellen Geistlichen in die Schuhe schiebt. In dieser Tendenz ist eine Anbiederung an die Homo-Lobby zu erkennen. Die Homoverbände selbst sind ebenfalls nicht bereit, die Realität zur Kenntnis zu nehmen, nach der ein überrepräsentativer Anteil von schwulen Klerikern geschlechtsreife Jungen missbraucht hat. Noch weniger fragen sie nach der Art und dem Ausmaß von homosexuellen Risikofaktoren, insbesondere zur verbreiteten Ephebophilie.

Generalvikar Beer mahnt in seinem Interview „größere Aufrichtigkeit“ an. Er sollte bei seinen öffentlichen Äußerungen selbst damit beginnen.

PS: Skandalöse Verletzung der Publikationsregeln

Von dem undatierten Interview mit dem Münchener Generalvikar Peter Beer werden unter der Adresse des Erzbistums München-Freiding zwei Versionen präsentiert: Aus dem originalen Gesprächsvideo zitiert der Autor sowie mehrere Homo-Seiten nach der üblichen Publikationsregel: Es gilt das gesprochene Wort. Daneben ist ein verschriftlichter Interviewtext eingestellt. In der Schriftform sind die Fragen mit der Gesprächsform identisch, die Antworten von Beer dagegen sind vollständig umformuliert.

Zum Beispiel sagt Beer im Originalgespräch in einer Passage (ab Minute 14): „Alle Fachleute sagen, dass es sich bei diesen Missbrauchsfällen (von Männern an Jungen ) weniger oder gar nicht um homosexuelle Taten oder homosexuelle Beziehungen handelt, sondern dass diese Missbrauchstaten Ausdruck einer unreifen Sexualität sind, bei der quasi in einer Art Übersprungshandlungen solche Grenzverletzungen und sexuelle Übergriffe auch im Grade des Verbrechens stattfinden.“

Im Schrifttext heißt es dagegen: „Fachleute gehen davon aus, dass missbräuchliche sexuelle Handlungen von Männern an Jungen kaum als wirklich homosexuell motiviert klassifiziert werden können, sondern als Ausdruck einer unreifen, ungeklärten Sexualität.“

In der Schriftform werden gegenüber dem Original die Begriffe Missbrauchsfälle, Missbrauchstaten, homosexuelle Taten, homosexuelle Beziehungen, Grenzverletzungen, sexuelle Übergriffe und Verbrechen teilweise ersetzt durch abgemilderte Formulierungen. Der Begriff Übersprungshandlung wird ohne Entsprechung eliminiert. Zu der Wendung unreife Sexualität wird das Adjektiv ungeklärt hinzugefügt. Eine entscheidende Textveränderung besteht darin, dass Beer für seine Behauptungen alle Fachleute in Anspruch nimmt, der Schrifttext dagegen nur von (einigen) Fachleuten spricht. Ebenfalls schwerwiegend ist folgende Sinnveränderung: Der Generalvikar behauptet, dass es sich bei den Missbrauchstaten von Männern an geschlechtsreifen Jungen weniger oder gar nicht um homosexuelle Taten oder homosexuelle Beziehungen handeln würde. In der Schriftform heißt es …kaum als wirklich homosexuell motiviert klassifiziert.

Die schriftliche Form des Interviews enthält demnach Kürzungen, Auslassungen, Erweiterungen, sinnentstellende Neuformulierungen, Entschärfungen  und Neuinterpretationen. Der zweite Text wirkt wie eine Ausführung des erzbischöflichen Pressesprechers nach der Anweisung: Zusammenfassung der Antworten des Generalvikars, Korrekturen der inhaltlichen Mängel, Glattbügeln von Schärfen und holprigem Stil in der Form. Das Skandalöse an dem Vorgehen besteht darin, dass der vollständig neu formulierte Zweittext ohne irgendwelche Kennzeichnungen als Verschriftlichung des Originalinterviews ausgegeben wird. Die Zusammenfassung von zwei unterschiedlichen Textvarianten unter einer Quellenangabe führt sowohl bei der publizistischen Verbreitung als auch in der späteren wissenschaftlichen Aufbereitung zu größtmöglicher Verwirrung.

Text: Hubert Hecker
Bild: Die Tagespost/Erzbistum München-Freising/DBK (Screenshots)

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1 Kommentar

  1. Es ist verdienstvoll, dass Sie auf die beabsichtigte Begriffsverwirrung hinweisen, mit der Generalvikar Beer, d. h. qua seiner Amtsstellung die katholische Kirche die Homosexualität aus der Diskussion um die sexuellen Übergriffe in der Kirche herauszulassen versucht. Die Kirche reiht sich damit in die Lobbyisten – Organisationen der Homosexuellen ein und hält mit ihnen die Reihen in Ignoranz der Fakten festgeschlossen. Man kann sich nicht des Eindrucks erwehren, dass in der Amtskirche starke homosexuelle Seilschaften das Sagen haben. Der Begriff „sexuelle Unreife“ ist schon bei der letzten öffentlichen Diskussion – ausgelöst durch die Canisius – Schule der Jesuiten in Berlin von dem Hamburger Weihbischof Jaschke sehr geschickt als Ablenkungsvokabel benutzt worden. Dieser biologisch – medizinische Terminus, der den Zustand der Vorpubertät beschreibt, hat von seiner Bedeutung her nichts mit sexuellen Übergriffen auf wen auch immer zu tun. Die Öffentlichkeit hat die Ablenkungsvokabel offenkundig so hilfreich gefunden, dass Weihbischof Jaschke damals in vielen Talkrunden seine „Einsicht“ verkünden durfte. Mit der Begriffsverwirrung ist es allerdings schon so weit gekommen, dass sie mitunter nicht mehr auffällt und unbeabsichtigt übernommen wird. Wenn heute von missbräuchlichen sexuellen Handlungen an Kindern und Heranwachsenden und von Männern an männlichen Heranwachsenden die Rede ist, muss man die Frage stellen, ob es denn auch “nicht missbräuchliche“ sexuelle Handlungen an Kindern und Heranwachsenden gibt und nach dem kath. Katechismus zudem, ob es denn auch “nicht missbräuchliche“ sexuelle Handlungen unter Gleichgeschlechtlichen gibt.

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