Abtreibung heißt, „einen Auftragskiller zu engagieren, um jemanden umzulegen“

Starke Worte für das Lebensrecht - Der Wortlaut

Papst Franziskus: „Schwangerschaftsabbruch ist wie einen Auftragskiller zu engagieren, um jemanden umzulegen“.
Papst Franziskus: „Schwangerschaftsabbruch ist wie einen Auftragskiller zu engagieren, um jemanden umzulegen“.

(Rom) In sei­ner Anspra­che zur Gene­ral­au­di­enz auf dem Peters­platz sprach Papst Fran­zis­kus gestern über das Fünf­te Gebot: Du sollst nicht töten. Dabei fand er – im Ver­gleich zu sei­nen bis­he­ri­gen Stel­lung­nah­men – star­ke und ein­dring­li­che Wor­te für das Lebens­recht eines jeden Men­schen, gegen die Abtrei­bung und gegen die Eutha­na­sie. Auch bei die­ser Gele­gen­heit gebrauch­te er die­se Begrif­fe nicht direkt, ließ aber im Kon­text kei­nen Zwei­fel dar­an, was gemeint ist.

Im ersten Halb­jahr sei­nes Pon­ti­fi­kats schwieg Fran­zis­kus zu Lebens­rechts­fra­gen, um dann im Sep­tem­ber 2013 in einem Inter­view mit der römi­schen Jesui­ten­zeit­schrift La  Civil­tà Cat­to­li­ca zu erklä­ren, daß sie kei­ne Prio­ri­tät in sei­nem Pon­ti­fi­kat hät­ten. In der Fol­ge nahm er gele­gent­lich zugun­sten des Lebens­schut­zes Stel­lung, aller­dings meist unter Aus­schluß der Öffent­lich­keit.

Das Wort „Abtrei­bung“ kam bereits in eini­gen päpst­li­chen Anspra­chen vor, es fin­det sich auch in der Enzy­kli­ka Lau­da­to si von 2015, aller­dings ein­ge­bet­tet mit der Wir­kung einer gezo­ge­nen Hand­brem­se. Die gest­ri­ge Mitt­wochs­ka­te­che­se steht im Unter­schied dazu und stell­te eine Beson­der­heit dar, weil Papst Fran­zis­kus sich an die gesam­te Öffent­lich­keit wand­te, und das The­ma Abtrei­bung und Eutha­na­sie und zahl­rei­che wei­te­re mit dem Lebens­recht zusam­men­hän­gen­de The­men mit deut­li­chen Wor­ten ansprach. Ins­ge­samt war in den ver­gan­ge­nen Mona­ten eine stär­ke­re Hin­nei­gung zum The­ma fest­stell­bar.

Die deut­li­chen Wor­te fal­len zeit­lich mit der Ver­ei­di­gung des neu­en Höchst­rich­ters in den USA, Bratt Kava­n­augh, zusam­men. Erst­mals seit dem Abtrei­bungs­ur­teil Roe gegen Wade vom 22. Janu­ar 1973 gibt es am Ober­sten Gerichts­hof der USA eine Mehr­heit für das Lebens­recht unge­bo­re­ner Kin­der und gegen die Abtrei­bung.

Der voll­stän­di­ge Wort­laut der Kate­che­se in deut­scher Über­set­zung:

In der Rei­he der Kate­che­sen über die Zehn Gebo­te betrach­ten wir heu­te das fünf­te Gebot: Du sollst nicht töten. Wir sind bereits in der zwei­ten Hälf­te des Deka­logs, der die Bezie­hun­gen zum Näch­sten betrifft; und die­ses Gebot mit sei­ner prä­gnan­ten und kate­go­ri­schen For­mu­lie­rung, erhebt sich wie ein Schutz­wall zur Ver­tei­di­gung des Grund­wer­tes in den mensch­li­chen Bezie­hun­gen. Und was ist der Grund­wert in den mensch­li­chen Bezie­hun­gen? Der Wert des Lebens. Des­halb: nicht töten.

Man könn­te sagen, daß all das Böse, das in der Welt geschieht, in der Ver­ach­tung des Lebens grün­det. Das Leben wird ange­grif­fen von den Krie­gen, den Orga­ni­sa­tio­nen, die den Men­schen aus­beu­ten – wir lesen in den Zei­tun­gen oder sehen im Fern­se­hen vie­le Din­ge –, den Spe­ku­lan­ten des Geschaf­fe­nen und der Weg­werf­kul­tur und von allen Syste­men, die die mensch­li­che Exi­stenz Nütz­lich­keits­er­wä­gun­gen unter­wer­fen, wäh­rend eine him­mel­schrei­en­de Zahl von Men­schen ein men­schen­un­wür­di­ges Dasein fri­stet. Das bedeu­tet, das Leben ver­ach­ten, und in gewis­ser Wei­se zu töten.

Ein wider­sprüch­li­cher Ansatz erlaubt auch die Besei­ti­gung des mensch­li­chen Lebens im Mut­ter­leib im Namen der Wah­rung von Rech­ten ande­rer. Wie aber kann eine Hand­lung the­ra­peu­tisch, zivil oder ein­fach nur mensch­lich sein, die das unschul­di­ge und wehr­lo­se Leben in sei­nem Auf­blü­hen tötet? Ich fra­ge mich: Ist es rich­tig, ein Men­schen­le­ben „umzu­le­gen“, um ein Pro­blem zu lösen? Ist es rich­tig, einen Kil­ler zu enga­gie­ren, um ein Pro­blem zu lösen? Das darf man nicht. Es ist nicht rich­tig, einen Men­schen, wenn auch noch so klein, „umzu­le­gen“, um ein Pro­blem zu lösen. Das ist, als wür­de man einen Auf­trags­mör­der enga­gie­ren, um ein Pro­blem zu lösen.

Woher kommt das alles? Wor­aus ent­ste­hen im Grund die Gewalt und die Ableh­nung des Lebens? Aus der Angst. Die Annah­me des Ande­ren ist eine Her­aus­for­de­rung an den Indi­vi­dua­lis­mus. Den­ken wir zum Bei­spiel, wenn man fest­stellt, daß ein unge­bo­re­nes Leben behin­dert ist, auch schwer. Die Eltern brau­chen in die­sen dra­ma­ti­schen Fäl­len wirk­li­che Nähe, wirk­li­che Soli­da­ri­tät, um die Wirk­lich­keit zu bewäl­ti­gen und die ver­ständ­li­chen Äng­ste zu über­win­den. Statt­des­sen erhal­ten sie oft hasti­ge Rat­schlä­ge, die Schwan­ger­schaft abzu­bre­chen. Das ist eine Art um zu sagen: „Schwan­ger­schafts­ab­bruch“ bedeu­tet „einen umle­gen“, ganz direkt.

Ein kran­kes Kind ist wie jeder Bedürf­ti­ge der Erde, wie ein alter Mensch, der Hil­fe braucht, wie vie­le Arme, die allei­ne nicht zurecht­kom­men: Er oder Sie, die ein Pro­blem schei­nen, sind in Wirk­lich­keit ein Geschenk Got­tes, das mich aus der Ego­zen­trik her­aus­zie­hen kann und mich in der Lie­be wach­sen las­sen kann. Das zer­brech­li­che Leben zeigt uns einen Not­aus­gang, den Aus­gang, um uns vor einer selbst­be­zo­ge­nen Exi­stenz zu ret­ten und die Freu­de der Lie­be ent­decken zu las­sen. An die­ser Stel­le möch­te ich dan­ken, den vie­len Frei­wil­li­gen dan­ken, dem star­ken Ehren­amt dan­ken. Dan­ke.

Was ver­an­laßt den Men­schen das Leben abzu­leh­nen? Es sind die Göt­zen die­ser Welt: das Geld – es ist bes­ser, den zu besei­ti­gen, weil er Geld kostet –, die Macht, der Erfolg. Das sind die fal­schen Maß­stä­be, um das Leben zu bewer­ten. Was ist der ein­zi­ge authen­ti­sche Maß­stab des Lebens? Das ist die Lie­be, die Lie­be mit der Gott sie liebt! Die Lie­be mit der Gott das Leben liebt: Das ist der Maß­stab. Die Lie­be mit der Gott jedes Men­schen­le­ben liebt.

Des­halb: Was ist der posi­ti­ve Sinn des Wor­tes „nicht töten“? Daß Gott der „Freund des Lebens“ ist, wie wir vor­hin im Buch der Weis­heit gehört haben (11,24) gehört haben.

Das Geheim­nis des Lebens wird uns dadurch ent­hüllt, wie der Sohn Got­tes es behan­delt hat, der Mensch wur­de bis hin, daß er am Kreuz die Ableh­nung, die Schwä­che, die Armut und den Schmerz auf sich nahm (vgl. Joh 13,1). In jedem kran­ken Kind, in jedem schwa­chen alten Men­schen, in jedem ver­zwei­fel­ten Migran­ten, in jedem zer­brech­li­chen und bedroh­ten Leben sucht Chri­stus uns (vgl. Mt 25,34–46), er sucht unser Herz, um uns die Freu­de der Lie­be zu erschlie­ßen.

Es lohnt sich, jedes Leben anzu­neh­men, weil jeder Mensch das Blut Chri­sti wert ist (vgl. 1 Petr 1,18–19). Man kann nicht ver­ach­ten, was Gott so sehr geliebt hat!

Wir müs­sen den Män­nern und Frau­en der Welt sagen: Ver­ach­tet nicht das Leben! Das Leben ande­rer, aber auch das eige­ne, weil auch dafür das Gebot gilt: „Nicht töten“. Vie­len Jugend­li­chen ist zu sagen: Ver­ach­te nicht dei­ne Exi­stenz! Hör auf, das Werk Got­tes abzu­leh­nen! Du bist ein Werk Got­tes! Unter­schät­ze dich nicht, ver­ach­te dich nicht durch Abhän­gig­kei­ten, die dich zer­stö­ren und dich zum Tod füh­ren!

Nie­mand soll das Leben an den Täu­schun­gen die­ser Welt mes­sen, jeder soll sich selbst anneh­men und die ande­ren im Namen des Vaters, der uns geschaf­fen hat. Er ist der „Freund des Lebens“: Das ist schön, „Gott ist der Freund des Lebens“. Und wir alle sind ihm kost­bar, der sei­nen Sohn für uns gesandt hat. „Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, daß er sei­nen ein­zi­gen Sohn hin­gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrun­de geht, son­dern das ewi­ge Leben hat“ (Joh 3,16).

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Vatican.va (Screen­shot)

8 Kommentare

  1. Einem Kom­men­ta­tor auf einer ande­ren christ­li­chen Infor­ma­ti­ons­platt­form fällt zur Äuße­rung des Pap­stes unter ande­rem fol­gen­de Aus­sa­ge ein:

    „Wenn Abtrei­bung Mord, genau­er gesagt grau­sa­mes Men­schen­op­fer ist. War­um liebt es Fran­zis­kus dann sich mit mili­tan­te Auf­trags­kil­lern und Für­spre­chern des Auf­trags­mor­des als Men­schen­recht, abzu­ge­ben und ehrt sie noch? Ist das nicht schi­zo­phren?“

    Ich möch­te mich kurz auf den ersten Satz der Aus­sa­ge bezie­hen: „Wenn Abtrei­bung Mord, genau­er gesagt grau­sa­mes Men­schen­op­fer ist.“

    Wir wis­sen, dass es im Sata­nis­mus häu­fig um Kin­des­miss­brauch der schlimm­sten Form geht. Satan for­dert Men­schen­op­fer. Das höch­ste und ‚rein­ste‘ Opfer, das man ihm dar­brin­gen kann/muss, ist die Tötung des eige­nen Kindes/Babys. Frau­en in Satan­szir­keln gebä­ren Kin­der zum Teil nur zu die­sem Zweck.

    Die Kinds­tö­tung im Mut­ter­leib, wie sie bei der ‚Abtrei­bung‘ geschieht, ist nichts ande­res ist als ein an Satan gerich­te­tes Men­schen­op­fer.

    Zwar lau­fen Abtrei­bun­gen ohne düste­ren Ritus ab. Sie sind aber den­noch ein Opfer an den Men­schen­mör­der schlecht­hin, der das mensch­li­che Leben ins­ge­samt hasst. Er will um alles in der Welt (denn dazu steh ihm die gan­ze Welt zur Ver­fü­gung) ver­hin­dern, dass Men­schen zu Gott kom­men.

    Ihm ist es gelu­nen Ver­drän­gungs­kom­ple­xe kli­nisch zu syste­ma­ti­sie­ren, die in krie­ge­ri­scher Schlacht­for­ma­ti­on auf­ge­stellt sind und sich wie ein tro­ja­ni­sches Pferd als Huma­nis­mus tar­nen. (Schwan­ge­ren­kon­flikt­be­ra­tung mit Abtreibungsschein/„Auftragsmord in den Kli­ni­ken“ (alles mög­lichst kli­nisch sau­ber) Kar­di­nal Meis­ner sprach einst von einem „Baby­caust“. Femi­ni­stin­nen sagen: „Kein Pro­blem, gehst du halt ins Kran­ken­haus und lässt es dir weg­ma­chen. Habe ich auch schon mal gemacht. Ist doch kein Pro­blem.“ Das habe ich sel­ber so gehört. Jede 5. Frau hat schon abge­trie­ben.

    Ein ‚füh­ren­der Gynä­ko­lo­ge sprach davon, die Abor­ta­ti­ons­zah­len sei­en in Deutsch­land mit 100 000 viel zu nied­rig angsetzt, man müs­se sich an Län­dern wie Frank­reich ori­en­tie­ren (68 Mio Ein­woh­ner), in denen der Abbruch/die Tötung zu 100 % durch die Kas­sen über­nom­men wer­den. Anders als in Deu­sch­land (82 Mio Ein­woh­ner). Hier wer­den sozi­al schwa­che Frau­en auf frei­wil­li­ger Basis regi­striert. Es besteht kei­ne Mel­de­pflicht! 100 000 Fäl­le sind also nur die gemel­de­tetn Fäl­le. Nach Ansicht und der Erfah­rung des Gynä­ko­lo­gen wer­den in Deu­sch­land jähr­lich min­de­stens 280 000 Kin­der im Mut­ter­leib getö­tet.

    Frau Mer­kel: „Die­ses System (der Fri­sten­re­ge­lung hat sich bewährt). Es gibt kei­nen Grund es zu ändern.“ Die­se Aus­sa­ge ist eine Schan­de und macht die CDU für einen Chri­sten unwähl­bar!!!

    Was geschieht bei der Abtrei­bung: Kin­dern wird mit einer Zan­ge (Nuss­knacker) im Mut­ter­leib der Kopf geknackt/zerquetscht. Dann wird mit einer Staub­sauger­vor­rich­tung der Kör­per des Kin­des in Fet­zen geris­sen. Das ist die Rea­li­ät. Und nicht das kli­nisch sau­be­re Ver­dunk­lungs und Ver­tu­schugs­ri­tu­al von Pro­Vi­ta und Abtrei­bungs­ärz­ten, die vor­ge­hen, als ent­fern­ten sie eine „Warze“/einen Zell­hau­fen.

    Wir tref­fen bei der Spra­che auf Euphe­mis­men, die das Böse (den Mord), als Gutes (Hil­fe­lei­stung in Not­si­tua­ti­on) dar­stel­len. Den Frau­en wird sug­ge­riert, sie täten etwas ganz ‚Nor­ma­les‘.

    Eben die­se Kaschie­rung der wah­ren Vor­gän­ge und Zusam­men­hän­ge ist sata­nisch und zutiefst men­schen­ver­ach­tend.

    Zu dem gan­zen Kom­plex der Ver­harm­lo­sung gehö­ren die Medi­en, Por­no­gra­phie, die Ver­hü­tung, Homo­ehe und Ehe­schei­dung, selbst die Mode; die För­de­rung der Wol­lust auf allen Ebe­nen und die Kaschie­rung der Fol­gen; sprich das Aus­blen­den der Ver­ant­wor­tung für das wer­den­de mensch­li­che Leben.

    In die­sem Zusam­men­hang sei auch noch ein­mal auf Papst Johan­nes Paul II. ver­wie­sen, der knall­hart for­mu­lier­te: „Wer ver­hü­tet, der treibt auch ab.“

    Jeder Akt muss grund­sätz­lich offen für das Leben sein. P.J.P. II: „Ich kann Vater/ich kann Mut­ter wer­den.“
    Die Ver­hü­tungs­men­ta­li­tät schließt Leben von vorn­her­ein syste­ma­tisch und kate­go­risch aus. Der Mensch macht sich zum Herrn über Leben und Tod.

    Es gibt aber nur einen siche­ren Ort für das Leben: und das ist der der Ehe.

    Es ist ziem­lich sicher, dass Fran­zis­kus Huma­nae Vitae mit sei­ner Null­to­le­ranz in Ver­hü­tungs­fra­gen nicht teilt; wie die Grund­sät­ze von Huma­nae Vitae auch von 90 % der Bischö­fe nicht ver­tre­ten wer­den. Das allein zeigt den Zustand unse­rer Kir­che an, die wie es Pro­fes­sor Ratz­in­ger in den 50er Jah­ren for­mu­liert hat, bei­na­he voll­kom­men in die­ser Welt und ihrem (Welt-)Geist auf­ge­gan­gen ist.

    In die­sem Gesamt­rah­men, und nach den vie­len gegen­tei­li­gen Signa­len durch Fran­zis­kus, sind sei­ne aktu­el­len Aus­sa­gen zur Abtrei­bung als Auf­trags­mord (ein gutes und star­kes Bild!) päd­ago­gisch und moral­theo­lo­gisch jedoch inkon­se­quent. Wor­te und Taten gehen zu weit aus­ein­an­der. Lei­der in die­sem Pon­ti­fi­kat auch Wor­te und Wor­te. „Was küm­mert mich mein Geschwätz von gestern.“

    Wer das Buch „Der Dik­ta­tor­papst“ gele­sen hat, muss kein Pes­smist sein, wenn er arg­wöhnt, dass Fran­zis­kus gleich­zei­tig sei­ne libe­ra­le LBGT-Agen­da unbe­irrt (und nun mit Ver­schnauf­pau­se) fort­setzt.

    Die­sem Papst, von dem sein ehe­ma­li­ger Jesui­ten­ge­ne­ral sag­te, er sei „hin­ter­li­stig“, ist mit größ­ter Vor­sicht zu begeg­nen. Dar­um neh­me man die gegen­wär­ti­gen Aus­sa­gen als Teil des ordent­li­chen Lehr­am­tes und bete, dass Fran­zis­kus auch zukünf­tig unter der Lei­tung des Hei­li­gen Gei­stes ste­hen wer­de; und mehr auf die­sen als auf Men­schen höre. Denn wer nur auf Men­schen hört, geht nach den Aus­sa­gen der Schrift unwei­ger­lich ver­lo­ren.

    Alles in allem hät­te die Pflicht, auf ‚allen‘ Ebe­nen zur kla­ren Spra­che des katho­li­schen Lehr­amts zurück­zu­keh­ren.

    Sein Pon­ti­fi­kat hat nicht gera­de dazu bei­getra­gen, dass Ehen län­ger hal­ten und Chri­sten sich außer­ehe­li­cher Ver­hält­nis­se ent­hal­ten. Im Gegen­teil!

    Der Otto­nor­mal­ver­brau­cher sieht durch AL (sofern er die umstri­ite­nen Kern­aus­sa­gen dar­aus kennt) eher die Unzucht durch den Papst mehr oder weni­ger (ab-)gesegnet. Denn es gibt danach Antei­le des Guten auch im Schlech­ten.

    Ich den­ke, die­ses Pon­ti­fi­kat hat, je län­ger es fort­dau­ert, fata­le Aus­wir­kun­gen auf die Kir­che.

    Vie­le außer­halb ste­hen­de ‚Schlä­fer‘ (Tauf­schein­chri­sten), die der Kir­che fern­stan­den, sahen sich durch Fran­zis­kus‘ libe­ra­le Agen­da zu die­sem Papst und zu ’sei­ner‘ Kir­che wie­der mehr hin­ge­zo­gen. Nun ver­prellt er vie­le mit sei­nen ein­deu­ti­gen Aus­sa­gen, was dazu führt, dass sich die­se empört abwen­den und aus der Kir­che aus­tre­ten. Es fin­der also, ob wir es wol­len oder nicht, eine Rei­ni­gung der Kir­che statt.

    Es gibt nur den einen Weg: zur Ein­deu­tig­keit der Leh­re zurück­zu­keh­ren, und das eben auch in der Pasto­ral, in deren Rah­men und Auf­ga­ben­be­reich wir die Leh­re zu den Men­schen tra­gen sol­len.

    • Dan­ke für Ihren guten Kom­men­tar. Ich bit­te dar­um sprach­lich ein­deu­tig zu blei­ben. Wenn eine Befruch­tung statt­ge­fun­den hat, lebt ein neu­er Mensch, er ist win­zig klein, aber er lebt und wächst nur noch. Einen Zustand des wer­den­den mensch­li­chen Lebens gibt es nicht.

    • Auch ich ver­mu­te nichts Gutes – nicht mehr: Fran­zis­kus hat viel zu oft schlech­te Früch­te getra­gen, als daß ich ihm jetzt Ver­trau­en schen­ken möch­te; jetzt, wo er ein­mal die Wahr­heit bekun­det. Als heu­er im Früh­jahr die fran­zö­si­sche Abtrei­bungs-Apo­lo­ge­tin Simo­ne Veil starb, bezeich­ne­ten sie sei­ne Bischö­fe als „eine der besten“. Exakt die­se lob­hu­deln­den Wor­te wähl­te A.D. 2016 auch Fran­zis­kus selbst in Rich­tung der ita­lie­ni­schen Kin­der­ab­trei­be­rin Emma Boni­no. All das kann man hier auf „Katho­li­sches“ nach­le­sen.
      So viel „Zufall“ ist eigent­lich unmög­lich – Fazit: Fran­zis­kus weiß ganz genau, was er tut. Die Früch­te, die er trägt, sind faul. Was bedeu­tet das in aller Kon­se­quenz und Logik für uns Gläu­bi­ge?
      Wir müs­sen unse­re Gebe­te ver­viel­fa­chen und Unse­ren Himm­li­schen Vater bestür­men…

      In Cri­sto per Mari­am. +

      Car­los­mi­guel

  2. Kla­re, ja auch recht har­te Aus­sa­gen, die aber den Nagel auf den Kopf tref­fen. Ihnen, Alfons, vie­len Dank dafür. Eine gewis­se Abstu­fung der Schwe­re einer Abtrei­bung, einer Bezie­hung nach Schei­dung einer sakra­men­ta­ler Ehe und dem Füh­ren eines außer­ehe­li­chen Ver­hält­nis­ses (sofern dort eine Offen­heit für das wer­den­de Leben vor­han­den ist), wür­de ich aber doch für ange­mes­sen hal­ten, ohne die objek­ti­ve Sünd­haf­tig­keit in Fra­ge zu stel­len. Die Schuld der welt­an­schau­lich de fac­to unre­gu­lier­ten Medi­en und der straf­lo­sen Ver­brei­tung por­nog­ra­hi­scher Inhal­te im Inter­net kann nicht genug her­vor­ge­ho­ben wer­den. Die CDU hat in die­ser Hin­sicht auf der gan­zen Linie gesagt. Ver­mut­lich wird sie dem­nächst auch der Abscha­fung des § 219 a zustim­men und danach heißt es, wie immer bei sol­chen Ent­schei­dun­gen, man hät­te es sich nicht leicht gemacht und respekt­voll mit­ein­an­der dis­ku­tiert. Was ändert das an den Ergeb­nis­sen?

  3. Chri­sti­an Gey­er hat zu der päpst­li­che Kate­che­se in der heu­ti­gen FAZ einen klu­gen Kom­men­tar geschrie­ben: Die Kir­che ver­ur­teilt Abtrei­bung als ein „ver­ab­scheu­ungs­wür­di­ges Ver­bre­chen“. Aber nir­gend­wo wird sie als „Mord“ qua­li­fi­ziert und damit über ’nied­ri­ge Moti­ve‘ geur­teilt. Die­sem tat‑, nicht täter­be­zo­ge­nem Ansatz liegt die wich­ti­ge unter­schied­li­che Behand­lung von Sün­de und Sün­der zugrun­de. Wenn der Papst Abtrei­bung als Auf­trags­mord bezeich­net und somit die Frau als beauf­tra­gen­de Mör­de­rin und den Arzt als Auf­trags­kil­ler, dann macht er sich in sei­nem hyper­mo­ra­li­schen Urteil angreif­bar durch ratio­na­le Argu­men­te. Und so scha­det er eher der Lebens­be­we­gung.

    • Tut mir leid, aber ich muß ent­schie­den wider­spre­chen:

      Zitat: „Chri­sti­an Gey­er hat zu der päpst­li­che Kate­che­se in der heu­ti­gen FAZ einen klu­gen Kom­men­tar geschrie­ben: Die Kir­che ver­ur­teilt Abtrei­bung als ein „ver­ab­scheu­ungs­wür­di­ges Ver­bre­chen“. Aber nir­gend­wo wird sie als „Mord“ qua­li­fi­ziert und damit über ’nied­ri­ge Moti­ve‘ geur­teilt.“

      „Nied­ri­ge Moti­ve“ sind ein Nexus rein welt­li­cher „Recht­spre­chung“ und „Gesetz­ge­bung“, und allein die unter­schei­den ja auch zwi­schen dem Mord an gebo­re­nen Men­schen und dem Mord an noch nicht gebo­re­nen Men­schen. Genau die­ser Unter­schied exi­stiert jedoch fak­tisch und biblisch schlicht­weg nicht. Um die­se Tat­sa­che jedoch ver­bis­sen zu ver­schlei­ern, hat die Welt künst­li­che, erkün­stel­te und euphe­mi­sie­ren­de Ter­mi­ni her­bei gezerrt: Schwan­ger­schafts­ab­bruch, Schwan­ger­schafts­un­ter­bre­chung (ein klas­si­sches Para­do­xon) und eben Abtrei­bung. Und: Wel­cher­art „Moti­ve“ ver­mu­ten Sie denn? Die der zur Abtrei­bung ent­schlos­se­nen Mut­ter, wie die des abtrei­ben­den „Arz­tes“?

      Zitat: „Die­sem tat‑, nicht täter­be­zo­ge­nem Ansatz liegt die wich­ti­ge unter­schied­li­che Behand­lung von Sün­de und Sün­der zugrun­de.“

      Ich erbit­te Nach­sicht, aber so ähn­lich und so schwam­mig argu­men­tie­ren ger­ne Pro­te­stan­ten und gehen dabei am bibli­schen Kern vor­bei, weil sie wie Sie das Pferd von hin­ten auf­zäu­men: Der Sün­der kann ja ger­ne sün­di­gen, er kann ja gar nicht anders, weil er so unver­bes­ser­lich schlecht ist – und weil das alles so ist, ver­gibt ihm Gott ja sowie­so.
      Ja, rich­tig: Wir sol­len die Sün­de has­sen, aber den Sün­der nicht. Gott ver­zeiht dem Sün­der – aber nur dann, wenn der sei­ne Sün­de auf­rich­tig bereut, und obschon vie­le Frau­en eigent­lich genau wis­sen, was sie tun, trei­ben sie ihr Unge­bo­re­nes den­noch ab. Und fast alle ereilt im Lau­fe der Zeit danach die Erkennt­nis des­sen, was sie getan haben – nur dann ist es zu spät: Ihr Kind ist tot. Das „Post Abor­ti­on Syn­drom“ läßt die betref­fen­den Frau­en dann lebens­lang unter ihrer Tat lei­den. Nur dann, wenn eine sol­che Frau den Weg in den Beicht­stuhl fin­det, wo sie dem Prie­ster Herz und See­le aus­schüt­ten kann und ech­te Reue zeigt, kann ihr auch Gott schließ­lich ihre Tat ver­ge­ben. Nur: Die­sen Weg Erkennt­nis – Selbst­er­kennt­nis — Reue – Beich­te — Ver­ge­bung muß die Frau sel­ber gehen WOLLEN und sich kei­ner­lei Aus­re­den aus­den­ken oder gar ver­su­chen, die Schuld ande­ren auf­zu­hal­sen. So — und nur so — mag sie Frie­den fin­den, und so und nicht anders ist die Kau­sal-Ket­te.

      Zitat: „Wenn der Papst Abtrei­bung als Auf­trags­mord bezeich­net und somit die Frau als beauf­tra­gen­de Mör­de­rin und den Arzt als Auf­trags­kil­ler, dann macht er sich in sei­nem hyper­mo­ra­li­schen Urteil angreif­bar durch ratio­na­le Argu­men­te.“

      Blei­ben die Fra­gen: Wer ist denn nun der Auf­trag­ge­ber einer Abtrei­bung? Wer? Und wer ist der­je­ni­ge, der das unge­bo­re­ne Kind umbringt? Wer ist ver­ant­wort­lich und schul­dig? Das Kind ist nach der Gewalt­tat der Abtrei­bung ja schließ­lich tot. Jemand muß es ja schließ­lich umge­bracht haben und Schuld und Ver­ant­wor­tung dafür tra­gen. Das wie­der­um ist nur logisch. Q.e.d.
      Mit „Hyper­mo­ral“ hat das nun nichts zu tun, es sei denn, Sie möch­ten ein­ge­hend prä­zi­sie­ren, was Sie dar­un­ter ver­ste­hen. Und schließ­lich: Wel­che „ratio­na­len Argu­men­te“, die da „angrei­fen“ könn­ten, mei­nen Sie denn?

      Zitat: „Und so scha­det er eher der Lebens­be­we­gung.“

      Ja, und? Wor­um geht es denn? Daß die Lebens­be­we­gung die­ser Welt gefal­len soll­te? Daß sie die Fak­ten nicht benen­nen, son­dern bes­ser ver­schlei­ern soll­te? Wel­cher­art „Scha­den“ ris­kie­ren die Lebens­schüt­zer denn — noch? Jede schmerz­haf­te Wahr­heit ist bes­ser als die bun­te­ste Lüge!
      In Groß­bri­tan­ni­en, Kana­da, in Bene­lux und auch in Doit­sch­land wer­den Lebens­schüt­zer und tra­di­ti­ons­treue Katho­li­ken inzwi­schen bru­tal kri­mi­na­li­siert und auch ins Gefäng­nis gewor­fen. Weder muß man Dra­ma­ti­ker oder Kas­san­dra, noch Kaf­fee­satz­le­ser bemü­hen: Die Zeit, in der Katho­li­ken im Okzi­dent für ihren Glau­ben ermor­det wer­den könn­ten, dürf­te nicht mehr weit ent­fernt sein. Es sei denn, Unser Himm­li­scher Vater greift ein. Und nur Sein Wil­le gesche­he.

      In Cri­sto per Mari­am. +

      Car­los­mi­guel

      • Die Beweg­grün­de für eine Unrechts­tat ver­mö­gen schon Schuld abzu­mil­dern: Sie kön­nen ent­schul­den, jedoch nicht recht­fer­ti­gen. Ich fin­de das ist wich­tig. Gera­de vor dem Hin­ter­grund, daß heut­zu­ta­ge einer­seits das Gewis­sen zur Recht­fer­ti­gung von Sün­den unrecht her­an­ge­zo­gen wird und ande­rer­seits gera­de­zu eine Gesin­nungs­jagd und Gesin­nungs­ju­stiz nicht mehr nur als „poli­ti­sche Kor­rekt­heit“, son­dern auf Ver­nich­tung des Sub­jek­tes und sei­ner Hand­lungs­mög­lich­keit, sich Bahn gebro­chen hat. Es gilt bei Gewis­sen und Gesin­nung sehr genau zu sein, der Teu­fel wütet hier sub­til und furcht­bar.

  4. In Sachen Schwan­ger­schafts­un­ter­bre­chung brau­chen wir das Stig­ma der Bloß­stel­lung. Wenn schon nicht der Per­so­nen, so doch die der Tat und zwar durch den kla­ren Begriff, sprich Mord.

    Fran­zis­kus spricht nicht von Mör­de­rin­nen, wohl aber von Auf­trags­mord. Hier wird die Hand­lung beschrie­ben, nicht die Per­son ver­ur­teilt.

    Die Hand­lung darf man nicht euphe­mi­sie­ren. Denn durch die Hand­lund geschieht etwas mit uns. Durch die Tat ver­in­ner­li­chen wir als Täter Hand­lung und Opfer.

    Im Rah­men der Hand­lung wird schließ­lich der an der Tat betei­lig­te auch ‚tat’sächlich zum ‚Tot­schlä­ger‘ oder ‚Mör­der‘. Die Hand­lung qua­li­fi­ziert hin hier­zu. Die Her­lei­tung von der schreck­li­chen Tat hin zum Täter/Mörder/zum System muss her­stell­bar, d.h. begriff­lich fass­bar und begreif­bar sein.

    Auch ein Dieb bleibt ein Dieb, selbst wenn die Beweg­grün­de durch den Ober­be­griff nicht genü­gend dif­fe­ren­ziert wer­den.

    Ich den­ke, Hubert Hecker spricht hier ein pasto­ral-psy­cho­lo­gi­sches Moment an, dem grund­sätz­lich auch Papst Franz­i­kus folgt: man möch­te durch eine mög­li­che Ver­ur­tei­lung den Täter nicht in die Ver­zweif­lung drän­gen bzw. die­sem die Tür ver­sper­ren zu einem Weg der Reue inner­halb der Kir­che.

    Das ist nach­voll­zieh­bar. Ber­wirkt doch Ver­ur­tei­lung immer Gegen­wehr. Zunächst zumin­dest. Schlimm wäre, wenn es dabei blie­be. Dann wür­de Kir­che zum Feind­bild. Schlimm auch, wenn Ver­ur­tei­lun­gen zum Selbst­mord oder zur dop­pel­ten Psy­cho­se wür­den (Tat + Ver­ur­tei­lung).

    Der Femi­nis­mus spricht alle­rings nicht dem indi­rek­ten Schuld­be­kennt­nis durch den Aus­weg der Auto­ag­gres­si­on das Wort, son­dern wählt das Tabu und den Euphe­mis­mus; und spornt zu noch wei­te­ren Taten an. Die Aggres­si­on wird nach außen abge­lei­tet (Rebel­li­on).

    Auf der ande­ren Sei­te müs­sen ange­sichts die­ses Span­nungs­fel­des aus der Sicht christ­li­chen Lebens­schut­zes durch kla­re und stär­ke­re Begrif­fe, Ver­ben wie Sub­stan­ti­ve (‚Tötung‘, ‚Mord‘ und ‚Mor­den‘) kla­re Tabui­sie­run­gen geschaf­fen wer­den. — Allerd­insg haf­tet dem Berg­riff Mord sei­ner­seits etwas Aggres­sie­ves an. Er wäre eigent­lich am Ende eines Bewusst­seins­pro­zez­zes vom Täter selbst zu wäh­len: „Ich habe gemor­det.“

    Wir haben mitt­ler­wei­le einen Zustand der Unzu­stän­dig­keit: Das System mor­dert (Kul­tur des Todes) und nie­mand fühlt sich mehr ver­ant­wort­lich.

    Wo will man also anset­zen, wenn nicht in der Erzie­hung. Ein Bewusst­seins­zu­stand für das Leben von der ersten Minu­te ( der Emp­fäng­nis ) an, müss­te wie­der ganz klar Bestand­teil des Reli­gi­ons­un­ter­rich­tes sein. Nur lei­der spielt hier der Lehr­plan des Faches Bio­lo­gie nicht mit und der Gesamt­lehr­plan schon gar nicht.
    Will man ‚Schwan­ger­schafts­un­ter­bre­chun­gen‘ ver­mei­den, was man anschei­nend nicht wirk­lich will, weil Men­schen als Arbeits­kräft, aber nicht als Per­so­nen wahr­ge­nom­men wer­den, muss die Erzie­hung der ‚Theo­lo­gie des Lei­bes‘ mit Beginn der Puber­tät eigent­lich fast schon abge­schlos­sen sein.

    So lie­ße sich die­ses The­ma noch wei­ter fort­füh­ren. Fakt ist: man hat sich anschei­nend still­schwei­gend dar­auf geei­nigt, dass wir erst ab der 13. Schwangerschafts/Lebenswoche von einem Men­schen spre­chen kön­nen. Und genau hier liegt das Pro­blem des ‚mein Bauch gehört mir‘. Ein Kind im Bauch der Mut­ter ist erst dann ein Kind, wenn ihn die Mut­ter dazu erklärt/sprich annimmt. Und hier wird der Mut­ter die Macht über Leben und Tod ver­lie­hen, die eigent­lich nur Gott zukommt.

    Die libe­ra­le Spra­che der Barm­her­zig­keit führt im Gesamt­feld der theo­lo­gi­schen Betrach­tung jeden­falls nicht wei­ter. Denn wir­ste­hen hier lei­der vor einem Dilem­ma: Wäh­rend der reu­mü­ti­ge Täter nie­mals durch Begrif­fe ver­folgt und ver­ur­teilt wer­den darf; so muss doch in der Öffent­lich­keit der Begriff über ein ‚ver­ste­hen­des-mit­leid­vol­les‘ Etwas hin­aus­ge­hen.

    Die in der All­tags­spra­che ver­wen­de­te­ten Begriff­lich­kei­ten tref­fen den Tat­her­gang nicht bzw. viel zu schwach. Spra­che ver­schlei­ert dann und wird zum ideo­lo­gi­schen Kon­strukt der Abtrei­bungs­lob­by (Femi­ni­stin­nen, Frei­mau­rer, Kapi­ta­li­sten, Hedo­ni­sten, Kom­mu­ni­sten, Athei­i­sten, Sata­ni­sten …).

    Die Abtrei­bung ist aber im Grun­de das schlimm­ste Ver­bre­chen über­haupt. Wird doch ein völ­lig wehr­lo­ses Kind getö­tet. Das Tabu ’nicht zu spre­chen‘ über den Vor­gang ver­weist auf die Schwe­re der Tat: auf emp­fun­de­ne (unte­be­wusst gespür­te) Hin­ter­häl­tig­keit und Feig­heit, Aus­weg­lo­sig­keit, Angst, Scham und Not. Also gibt man die Ver­ant­wor­tung ab ans System und ‚das Kind ist in den Brun­nen gefal­len‘. Das System hat kein emp­fin­den. Es ist kalt, eben­so kalt wie unse­re Frau Kanz­le­rin Mer­kel, die sagt, man kann es nicht oft genug wie­der­ho­len: „Die­ses SYSTEM hat sich bewährt. Es gibt kei­nen Grund es zu ändern.“

    Lei­der hat die syste­mi­sche Tabu­sie­rung im Ver­bund mit der Sexua­li­sie­rung der Gesell­schaft zunächst zu einem Schwei­ge­ver­bot geführt. Der näch­ste Schritt der Bos­heit, in dem wir uns jetzt befin­den, ist die Gleich­set­zung des Schwan­ger­schafts­ab­bruchs mit einer Art Frei­heits­kampf. „Wir tun nichs Schlech­tes, son­dern etwas Gutes.“ „Wir han­deln ver­ant­wort­lich; es ist das Beste für Mut­ter und Kind.“

    Es ist erschreckend, mit wel­cher Selbst­ver­ständ­lich­keit sich die Abtrei­bungs­ärz­tin, wel­che auf ihrer Arzt­home­page für den Abbruch warb, in den Zei­tun­gen ablich­ten ließ. Es sagt viel über unse­re Gesell­schaft aus und über das Selbst­be­wusst­sein sol­cher Frau­en, die es nicht für nötig hal­ten, ihr Gesicht zu ver­stecken.

    Die­se Gynä­ko­lo­gin ist jemand, der syste­ma­tisch — ich benut­ze extra nicht das Sub­stan­tiv — mas­sen­wei­se Leben ver­nich­tet (also ‚m*****‘).

    Es ist ange­sichts die­ser erschrecken­den Vor­komm­nis­se beschä­mend, wel­chem Rede- und Kri­tik­ver­bot­ver­bot man als Bür­ger unter­liegt. Rein logisch betrach­tet: Ist doch ein Mensch, der in ein Auto steigt, um Auto zu fah­ren, ein Auto­fah­rer; eine Per­son, die unter­rich­tet, ein Leh­rer …

    Also ist ein Abtrei­bungs­arzt nicht bloß ein Gynä­ko­lo­ge, son­dern ein Schwan­ger­schafts­un­ter­bre­cher.

    Und aus der Sicht des Glau­bens (denn wir reden von einem Men­schen von Anfang an) ist ‚Abtrei­bung‘ dem­nach min­de­stens ein Tot­schlag auf Ver­lan­gen.

    Kom­men nie­de­re Beweg­grün­de hin­zu und wenn wir vom Mensch­sein von Anfang an aus­ge­hen, ist jeder Abbruch ein Mord.

    Das Pro­blem ist, wenn Men­schen in einer Kul­tur des Todes nur­mehr nie­der­träch­ti­ge Moti­ve haben, so dass die Nie­der­tracht ( aus der Per­spek­ti­ve des Gei­stes ) ein als nie­de­rer Beweg­grund gar nicht mehr emp­fun­den wird bzw. ver­drängt wird.

    M.E. lie­ße sich auch der Mord von Erwach­se­nen an Erwach­se­nen begriff­lich tabui­sie­ren, so wie es ja auch im Krieg geschieht.

    Dann spre­chen wir nur­mehr von Feind und von Not­wehr. Das zeigt, wel­che Ein­stel­lung unse­re Kul­tur gegen­über dem Leben ein­nimmt.

    Wenn wir schließ­lich psych­ia­tri­sche Aspek­te für eine Moti­vie­rung und die Fra­ge nach der Zurech­nungs­fä­hig­keit mit hin­zu­neh­men, sind wir bei der ‚ent­mün­dig­ten Per­son‘.

    Dar­um wäre an erster Stel­le eine Erzie­hung zum ‚wah­ren Mensch­sein‘ vor Gott von Nöten, die ohne die christ­li­che Reli­gi­on lei­der nicht zu lei­sten ist.

    Das ver­ding­lich­te Bewusst­sein macht hin­ge­gen in unse­rer Wahr­neh­mung Men­schen zu Din­gen und mensch­li­ches Den­ken und Han­deln zum ver­ding­lich­ten Bewusstsein(sakt).

    Dann sind wir tat­säch­lich bei den von Roma­no Guar­di­ni pro­gno­sti­zier­ten Zustän­den ange­langt: Zuerst machen wir uns die Din­ge und Tech­ni­ken unter­tan, und schließ­lich sind wir Untertan(en) der Sache, des Din­ges und der Tech­nik; der Maschine(dem System.

    Wir hän­gen fest im System.

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