Keine Bischofsernennungen seit einem Monat

Bischofsernennungen
Seit einem Monat finden keine Bischofsernennungen mehr statt. Was passiert in der Bischofskongregation? Im Bild deren Präfekt Marc Kardinal Ouellet.

(Rom) Vom Hei­li­gen Stuhl wer­den seit bald einem Monat kei­ne Bischö­fe mehr ernannt. Seit dem ver­gan­ge­nen 18. August wur­de vom vati­ka­ni­schen Pres­se­amt kei­ne Neu­er­nen­nung von Bischö­fen bekannt­ge­ge­ben.

„Etwas pas­siert in der Kon­gre­ga­ti­on für die Bischö­fe“, so die spa­ni­sche Nach­rich­ten­sei­te Info­Va­ti­ca­na, die wegen ihrer kri­ti­schen Bericht­erstat­tung über die Amts­füh­rung von Papst Fran­zis­kus im Visier des Vati­kans steht.

Täg­lich wird gegen Mit­tag vom vati­ka­ni­schen Pres­se­amt ein Tages­bul­le­tin ver­öf­fent­licht. Es ent­hält eine eige­ne Rubrik „Rück­trit­te und Ernen­nun­gen“. Seit Mit­te August wur­den Eme­ri­tie­run­gen ver­laut­bart aber kei­ne Ernen­nung von neu­en Bischö­fen.

Auf­grund der Gesamt­zahl der welt­weit bestehen­den Diö­ze­sen ste­hen in der Regel jede Woche gleich meh­re­re Neu­er­nen­nun­gen an. In der letz­ten Mai-Woche ernann­te Papst Fran­zis­kus bei­spiels­wei­se drei Erz­bi­schö­fe, vier Bischö­fe und zwei Weih­bi­schö­fe.

Prä­fekt der römi­schen Bischofs­kon­gre­ga­ti­on ist der „Ratz­in­ge­ria­ner“ Marc Kar­di­nal Ouel­let. Seit sei­ner Wahl mar­gi­na­li­sier­te Papst Fran­zis­kus den Prä­fek­ten weit­ge­hend. Bei Bischofs­er­nen­nun­gen, beson­ders jenen, die Bis­tü­mer betref­fen, die „stra­te­gisch“ wich­tig sind, erfolg­ten in den ver­gan­ge­nen fünf Jah­ren die Ernen­nun­gen häu­fig an der Kon­gre­ga­ti­on vor­bei. Kar­di­nal Wuerl aus dem McCarrick-Kreis, der nun durch eine Grand Jury bela­stet wur­de, erhielt unter Fran­zis­kus Ein­fluß auf die Ernen­nun­gen in den USA. Sein Rück­tritt liegt in der Luft.

Die „Pau­se“ bei den Bischofs­er­nen­nun­gen fällt zeit­lich mit der Ver­öf­fent­li­chung des Penn­syl­va­nia-Berichts zusam­men, der katho­li­sche Kle­ri­ker wegen des sexu­el­len Miß­brauchs von Min­der­jäh­ri­gen schwer bela­stet.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Info­Va­ti­ca­na