„Einer von beiden lügt: Ist es Cruz oder der Papst?

Papst Franziskus und Kim Davis

(Rom) Am 26. August sorg­te der ehe­ma­li­ge Spit­zen­di­plo­mat des Vati­kans, Msgr. Car­lo Maria Viganò, mit einem Memo­ran­dum zum Fall McCarrick für welt­wei­tes Auf­se­hen. Es erschüt­ter­te wie noch nichts, das Pon­ti­fi­kat von Papst Fran­zis­kus. Am ver­gan­ge­nen Sams­tag leg­te er mit einem zwei­ten Memo­ran­dum nach: die­ses Mal zum Fall Kim Davis.

„Um US-Präsident Obama nicht zu irritieren“

Im Früh­herbst 2015 schreck­te der Vati­kan nicht davor zurück, sich selbst in aller Öffent­lich­keit zu bla­mie­ren, nur um US-Prä­si­dent Barack Oba­ma nicht zu irri­tie­ren. Anders aus­ge­drückt: Vom Vati­kan wur­de gelo­gen, um einer Links­re­gie­rung in einer Sach­fra­ge zu gefal­len, in der die­se gegen die kirch­li­che Leh­re han­del­te.

Auf Ver­mitt­lung des dama­li­gen Apo­sto­li­schen Nun­ti­us Car­lo Maria Viganò traf Papst Fran­zis­kus am 24. Sep­tem­ber 2015 im Rah­men sei­nes USA-Besu­ches auf Kim Davis. Die gewähl­te Coun­ty-Beam­tin aus Ken­tucky hat­te sich auf ihr Gewis­sen beru­fen und eine Mit­wir­kung an „Homo-Ehen“ ver­wei­gert. Dafür wur­de sie Anfang Sep­tem­ber 2015 ver­haf­tet und ver­ur­teilt wor­den.

Als Davis das Zusam­men­tref­fen publik mach­te, demen­tier­te der Vati­kan aber, und hielt solan­ge dar­an fest, bis ein Leug­nen nicht mehr mög­lich war.

Vati­kan­spre­cher P. Fede­r­i­co Lom­bar­di SJ trat damals an die Öffent­lich­keit und bezeich­ne­te die Nach­richt, Kim Davis sei von Fran­zis­kus emp­fan­gen wor­den, als „Fake News“. Die vor­ge­setz­te Stel­le des Vati­kans, die dem Pres­se­amt ent­spre­chen­de Anwei­sung gab, hat­te kei­ne Skru­pel, die Coun­ty-Beam­tin und Fami­li­en­mut­ter als Lüg­ne­rin daste­hen zu las­sen.

Der pein­li­che Vor­fall war ein Knie­fall vor der Homo-Agen­da des dama­li­gen US-Prä­si­den­ten Barack Oba­ma.

Obwohl 32 US-Staa­ten durch Volks­ab­stim­mun­gen oder Par­la­ments­be­schlüs­se die „Homo-Ehe“ aus­ge­schlos­sen hat­ten, dräng­te Oba­ma mas­siv auf deren Lega­li­sie­rung, was im Juni 2015 durch den Ober­sten Gerichts­hof geschah. Im Wahl­kampf für sei­ne zwei­te Amts­zeit hat­te Oba­ma die Homo-Agen­da zu einer Prio­ri­tät sei­ner Prä­si­dent­schaft erklärt.

Papst Fran­zis­kus ließ Fotos vom eben­falls statt­ge­fun­de­nen Emp­fang für einen ehe­ma­li­gen Schü­ler samt des­sen homo­se­xu­el­len „Part­ner“ ver­öf­fent­li­chen. Von der Begeg­nung mit Kim Davis gibt es bis heu­te kei­ne Fotos. Dabei ereig­ne­ten sich bei­de Begeg­nun­gen in der­sel­ben Nun­tia­tur im Rah­men der­sel­ben Rei­se. Wäh­rend sich Fran­zis­kus für den homo­se­xu­el­len Ex-Schü­ler viel Zeit nahm und die Fotos eine beton­te Herz­lich­keit zei­gen, wur­de die Begeg­nung mit Kim Davis gegen­über der Öffent­lich­keit geleug­net.

„Ich wußte nicht, wer diese Frau ist!“

Juan Carlos Cruz in der New York Times über Franziskus und Kim Davis
Juan Car­los Cruz in der New York Times über Fran­zis­kus und Kim Davis

Juan Car­los Cruz, ein Opfer des chi­le­ni­schen Ex-Prie­sters Fer­nan­do Kara­di­ma, der sich des sexu­el­len Miß­brauchs an männ­li­chen Jugend­li­chen schul­dig gemacht hat­te, wur­de am 29. August in der New York Times mit einem neu­en Detail zitiert. Papst Fran­zis­kus hat­te ihn und zwei wei­te­re Opfer-Spre­cher zu einem Wochen­en­de in den Vati­kan ein­ge­la­den. Bei einem aus­führ­li­chen Gespräch habe ihm der Papst gesagt, daß der dama­li­ge Nun­ti­us in Washing­ton, Car­lo Maria Viganò, sei­nen Besuch in den USA durch die Ein­la­dung von Kim Davis „sabo­tiert“ habe. Fran­zis­kus habe wört­lich gesagt:

„Ich wuß­te nicht, wer die­se Frau ist, und er hat sie ein­ge­schmug­gelt, damit sie Hal­lo zu mir sagt – und natür­lich hat sie drau­ßen dann eine gro­ße Publi­ci­ty dar­aus gemacht.“

Doch damit nicht genug. Der Papst sag­te wei­ter:

„Ich war ent­setzt und habe den Nun­ti­us ent­las­sen“.

Tat­säch­lich wur­de Msgr. Viganò kur­ze Zeit nach dem Besuch des Pap­stes in den USA pen­sio­niert.

Die New York Times erzähl­te die Cruz-Geschich­te, um behaup­ten zu kön­nen, Erz­bi­schof Viganò suche mit sei­nem auf­se­hen­er­re­gen­den Memo­ran­dum, das am 26. August ver­öf­fent­licht wur­de, ledig­lich per­sön­li­che Ver­gel­tung.

Franziskus und die Homo-Agenda

In Wirk­lich­keit ist die Dar­stel­lung von Juan Car­los Cruz hoch­bri­sant, denn sie ent­hüllt, soll­te sie stim­men, wie Papst Fran­zis­kus zu einer der zen­tra­len Her­aus­for­de­run­gen unse­rer Zeit. Anders gesagt: Die Epi­so­de bestä­tigt sein bereits bekann­tes Ver­hal­ten gegen­über der „Homo-Ehe“ auf ekla­tan­te Wei­se.

  • In Argen­ti­ni­en hat­te sich Kar­di­nal Jor­ge Mario Ber­go­glio gewei­gert, öffent­lich den Kampf gegen die Lega­li­sie­rung der „Homo-Ehe“ auf­zu­neh­men. Er schick­te die katho­li­schen Lai­en, die zum Kampf bereit waren, wie­der nach Hau­se mit der Auf­for­de­rung, untä­tig zuzu­se­hen.
  • Am 24. Juni 2014 emp­fing Papst Fran­zis­kus Ludo­vi­ne de la Rochè­re, die Vor­sit­zen­de der fran­zö­si­schen Bür­ger- und Fami­li­en­rechts­be­we­gung Manif pour tous. die gegen die Lega­li­sie­rung der „Homo-Ehe“ in Frank­reich kämpf­te. Obwohl die Bewe­gung bereits 2012 gegrün­det und Mil­lio­nen Men­schen mobi­li­siert hat­te, brauch­te es viel Insi­stenz von meh­re­ren Sei­ten, bis Fran­zis­kus zu einer Mini-Begeg­nung bereit war, die nur am Ran­de einer mor­gend­li­chen Mes­se in San­ta Mar­ta und gewis­ser­ma­ßen im Vor­über­ge­hen erfolg­te. Die Begeg­nung erfolg­te nicht, als sie als Signal etwas zugun­sten der Anlie­gen von Manif pour tous bewe­gen hät­te kön­nen, son­dern erst lan­ge nach­dem alles ent­schie­den war.
  • Im Sep­tem­ber 2015 kam es zur – laut Fran­zis­kus angeb­lich „unge­woll­ten“ –Begeg­nung mit Kim Davis, der Coun­ty-Beam­tin aus Ken­tucky, die ein­ge­sperrt wur­de, weil sie sich nicht an der Lega­li­sie­rung der „Homo-Ehe“ betei­li­gen woll­te. Sie war damit zu einem Sym­bol des Wider­stan­des und der Ver­tei­di­gung der natür­li­chen Fami­lie gewor­den war. Vor allem ist sie ein Sym­bol für die Ver­tei­di­gung der Gewis­sens­frei­heit.
  • Glei­ches geschah in Ita­li­en, wo am 30. Janu­ar 2016 in Rom zwei Mil­lio­nen Men­schen beim Fami­ly Day gegen die Lega­li­sie­rung der „Homo-Ehe“ und die Ein­füh­rung der Gen­der-Ideo­lo­gie an den Schu­len demon­strier­ten. Papst Fran­zis­kus igno­rier­te das Ereig­nis. Kein Emp­fang für die Orga­ni­sa­to­ren, kei­ne Unter­stüt­zung, kei­ne Geste des Wohl­wol­lens. Sein Ver­trau­ter in der Bischofs­kon­fe­renz, Msgr. Nun­zio Galan­ti­no, han­del­te wäh­rend­des­sen unter Aus­schluß der Öffent­lich­keit mit der dama­li­gen Links­re­gie­rung im Hin­ter­zim­mer einen „Kom­pro­miß“ aus.

Nimmt man die vier Ereig­nis­se zusam­men, steht unwi­der­leg­bar fest, daß die Lega­li­sie­rung der „Homo-Ehe“ in Argen­ti­ni­en, Frank­reich, den USA und Ita­li­en – damit fak­tisch über­all – von Past Fran­zis­kus geför­dert wur­de. Die päpst­li­chen Moti­ve sind dabei sekun­där. Wer eine zen­tra­le Rol­le für den poten­ti­el­len Wider­stand spielt, die­sen aber abwie­gelt oder ver­hin­dert, för­dert die Gegen­sei­te. Und genau so ist es gesche­hen. Der Papst mach­te sich zum fak­ti­schen Kom­pli­zen der Links­re­gie­run­gen von Staats­prä­si­den­tin Cri­sti­na Kirch­ner in Argen­ti­ni­en, Fran­çois Hol­lan­de in Frank­reich, Barack Oba­ma in den USA und Matteo Ren­zi in Ita­li­en. Selbst im besten Fall war Fran­zis­kus die Annä­he­rung an die­se Regie­ren­den wich­ti­ger als die Ver­tei­di­gung der Fami­lie und damit der natür­li­chen Ord­nung von Gesell­schaft und Staat. Sie­he dazu auch die Ana­ly­se von Rober­to de Mattei: Der Fami­ly Day und der euro­päi­sche Kul­tur­kampf.

Msgr. Viganò widerspricht in einem neuen Memorandum

Der ehe­ma­li­ge Nun­ti­us, Msgr. Car­lo Maria Viganò, wider­leg­te mit einem am Sams­tag, 1. Sep­tem­ber, von Info­Va­ti­ca­na ver­öf­fent­lich­ten Memo­ran­dum, die von Cruz dem Papst zuge­schrie­be­nen Behaup­tun­gen, die­ser habe nicht gewußt „wer die­se Frau“, Kim Davis, ist.

Kim Davis-Memorandum des Nuntius für Papst Franziskus (2015)
Kim Davis-Memo­ran­dum des Nun­ti­us für Papst Fran­zis­kus (2015)

Msgr Viganò bezeich­net die­se päpst­li­chen Aus­sa­gen als „uner­klär­lich“. Er sehe sich ange­sichts die­ser Behaup­tun­gen gezwun­gen, dar­zu­le­gen, wie sich die Ereig­nis­se wirk­lich zuge­tra­gen haben.

Nach dem Abend­essen am 23. Sep­tem­ber 2015 in der Apo­sto­li­schen Nun­tia­tur in Washing­ton habe er Papst Fran­zis­kus gebe­ten, ihm eine hal­be Stun­de zu wid­men, weil er ihm eine „heik­le Initia­ti­ve“ dar­le­gen wol­le und um sei­ne even­tu­el­le Zustim­mung ersu­chen müs­se. Msgr. Viganò unter­brei­te­te dem Papst die Idee zu einer ver­trau­li­chen Begeg­nung mit Kim Davis, „der ersten US-Bür­ge­rin, die ver­ur­teilt und ein­ge­sperrt wur­de, weil sie vom Recht auf Ver­wei­ge­rung aus Gewis­sen­grün­den Gebrauch gemacht hat­te“.

Papst Fran­zis­kus gewähr­te dem Nun­ti­us die gewünsch­te Zeit. Noch in der Nacht des 23. Sep­tem­ber über­reich­te ihm Msgr. Viganò ein Memo­ran­dum, das auf den Fall Davis zusam­men­faß­te.

„Der Papst zeig­te sich sogar ein­ver­stan­den mit die­ser Initia­ti­ve“, mach­te aber mög­li­che „poli­ti­sche Impli­ka­tio­nen“ gel­tend. Es sei daher „bes­ser“, die Mei­nung von Kar­di­nal­staats­se­kre­tär Paro­lin ein­zu­ho­len.

Die Zustimmung des Staatssekretariats

Um 21.30 Uhr begab sich Msgr. Viganò mit zwei Bot­schafts­rä­ten in ein nahe­ge­le­ge­nes Hotel, in dem das päpst­li­che Gefol­ge unter­ge­bracht war. Da er sein Kom­men tele­fo­nisch ange­kün­digt hat­te, wur­de er in der Ein­gangs­hal­le bereits vom Sub­sti­tu­ten, Msgr. Ange­lo Becciu, und dem vati­ka­ni­schen Außen­mi­ni­ster, Msgr. Paul Gal­lag­her, emp­fan­gen. Sie teil­ten ihm mit, daß sich der Kar­di­nal­staats­se­kre­tär bereits zurück­ge­zo­gen hat­te und sie es nicht für ange­mes­sen hiel­ten, ihn in der Sache zu belä­sti­gen. Sie wür­den ihn am näch­sten Mor­gen über „unse­re Begeg­nung“ unter­rich­ten, die einem klei­nen Salon des Hotels statt­fand. „Wie gesagt, waren wir fünf Per­so­nen. Ich über­gab ihnen das­sel­be Memo­ran­dum, das ich bereits dem Papst über­ge­ben hat­te, leg­te den Inhalt dar und erklär­te den Grund mei­nes Besuchs, weil ihn der Papst gewünscht hat­te.“

Msgr. Becciu sprach sich sofort für die Begeg­nung von Fran­zis­kus mit Kim Davis aus, bevor der Papst Washing­ton ver­las­se, um nach New York zu flie­gen. Auch Msgr. Gal­lag­her sei dafür gewe­sen wegen der Wich­tig­keit, das Recht auf Ver­wei­ge­rung aus Gewis­sens­grün­den zu ver­tei­di­gen. Er stell­te nur die Fra­ge in den Raum, ob der Rechts­fall gegen Davis abge­schlos­sen oder noch anhän­gig sei, und teil­te mit, mit dem Kir­chen­recht­ler der Nun­tia­tur spre­chen zu wol­len. Als die­ser kei­ne Beden­ken sah, stimm­te auch Gal­lag­her dem Tref­fen vor­be­halts­los zu.

Am fol­gen­den Mor­gen infor­mier­te Msgr. Viganò nach der Mes­se den Papst, die er in der Nun­tia­tur zele­brier­te, über die Zustim­mung sei­ner eng­sten Mit­ar­bei­ter, die ihrer­seits dem Kar­di­nal­staats­se­kre­tär dar­über berich­te­ten. Papst Fran­zis­kus stimm­te der Begeg­nung zu und gab Anwei­sung, Kim Davis in die Nun­tia­tur ein­zu­la­den. Das sei nicht wei­ter schwie­rig gewe­sen, so der dama­li­ge Nun­ti­us in den USA, weil sich Davis bereits in Washing­ton befand, um eine Aner­ken­nung durch das Fami­ly Rese­arch Coun­cil ent­ge­gen­zu­neh­men.

Keine Fotos, keine Bekanntgabe vor dem Abflug des Papstes

Vor der Begeg­nung sei der Foto­graf des Osser­va­to­re Roma­no ange­wie­sen wor­den, ohne die Erlaub­nis der Vor­ge­setz­ten, kei­ne Fotos vom Zusam­men­tref­fen zu ver­öf­fent­li­chen.

Bis­her sind kei­ne Bil­der von Papst Fran­zis­kus mit Kim Davis bekannt. Es gibt sie aber. Wie Msgr. Viganò schreibt, befin­den sie sich im Bild­ar­chiv des Osser­va­to­re Roma­no.

Von Kim Davis wur­de ver­langt, nichts von der Begeg­nung publik zu machen, solan­ge sich Papst Fran­zis­kus nicht auf dem Rück­flug nach Rom befnde.

„Davis hielt sich getreu an das Ver­spre­chen.“

Am 24. Sep­tem­ber kam es dann zur Begeg­nung zwi­schen Papst Fran­zis­kus und Kim Davis und ihrem Mann.

„Der Papst umarm­te sie herz­lich. Er dank­te ihr für ihren Mut und ermu­tig­te sie, stand­zu­hal­ten.“

Davis sei davon emo­tio­nal sehr berührt gewe­sen „und begann zu wei­nen“.

Anschlie­ßend wur­de sie von einem päpst­li­chen Gen­dar­men zusam­men mit einem ame­ri­ka­ni­schen Mon­si­gno­re und einem Ange­hö­ri­gen der Apo­sto­li­schen Nun­tia­tur in ihr Hotel beglei­tet.

„Die Lüge“ der Vatikansprecher

Als Papst Fran­zis­kus nach sei­nem Besuch beim Welt­fa­mi­li­en­tref­fen in Phil­adel­phia die Rück­rei­se ange­tre­ten hat­te, gelang­te die Nach­richt von der Begeg­nung an die Öffent­lich­keit.

„Eine Lawi­ne von Tele­fon­an­ru­fen, Fax und E‑Mails gin­gen in der Nun­tia­tur in Washing­ton und beim vati­ka­ni­schen Pres­se­amt ein. Vie­le mit Pro­te­sten und Belei­di­gun­gen, aber auch vie­le zustim­mend.“

Am 30. Sep­tem­ber mel­de­te die New York Times, daß „Vati­kan­ver­tre­ter“ die Begeg­nung „nicht bestä­ti­gen“ woll­ten. Das vati­ka­ni­sche Pres­se­amt gab dar­auf eine Erklä­rung ab, daß es kei­ne Audi­enz für Kim Davis gege­ben habe. Der Papst habe sie ledig­lich zusam­men mit etli­chen ande­ren Per­so­nen gegrüßt.

Msgr. Viganò betont in sei­ner Denk­schrift, daß Vati­kan­spre­cher Lom­bar­di und sein Stell­ver­tre­ter Rosi­ca „die Lüge“ noch wei­ter­trie­ben und von der New York Times am 2. Okto­ber 2015 mit der Behaup­tung zitiert wur­den:

„Das Büro von Erz­bi­schof Viganò hat die Ein­la­dung auf Frau Davis aus­ge­wei­tet, und der Papst war wahr­schein­lich über ihren Fall nicht unter­rich­tet.“

Die Zei­tung berich­te­te zudem, daß Lom­bar­di erklär­te, es habe sich um kein Tref­fen gehan­delt, son­dern nur um einen „flüch­ti­gen Gruß“.

Msgr. Viganò dazu in sei­ner Denk­schrift:

„Das ist die Trans­pa­renz, die beim Hei­li­gen Stuhl unter Papst Fran­zis­kus exi­stiert!“

„Kommen Sie sofort nach Rom, weil der Papst wütend auf Sie ist!“

Eine Woche spä­ter erhielt der dama­li­ge Nun­ti­us einen Tele­fon­an­ruf von Kar­di­nal­staats­se­kre­tär Paro­lin:

„Kom­men Sie sofort nach Rom, weil der Papst wütend auf Sie ist!“

Papst trifft ehemaligen Schüler mit Homo-Partner (2015)
Papst trifft ehe­ma­li­gen Schü­ler mit Homo-Part­ner (2015)

So schnell er konn­te, eil­te Msgr. Viganò nach Rom und such­te Papst Fran­zis­kus am 9. Okto­ber in San­ta Mar­ta auf, wo er mit ihm nach einer Nach­mit­tags­sit­zung der zwei­ten Fami­li­en­syn­ode zusam­men­traf.

„Der Papst emp­fing mich für fast eine Stun­de auf herz­li­che und väter­li­che Wei­se. Er bat mich sofort zum Ent­schul­di­gung wegen der Umstän­de, mich nach Rom kom­men haben zu las­sen, und schenk­te wir viel Lob für die Art, wie ich den Besuch in den USA orga­ni­siert hat­te und für die unglaub­li­che Auf­nah­me, die er in dem Land gefun­den hat­te.“ Damit habe der Papst nicht gerech­net gehabt.

„Zu mei­nem gro­ßen Erstau­nen erwähn­te der Papst wäh­rend der lan­gen Begeg­nung die Audi­enz mit Davis nicht ein ein­zi­ges Mal.
Nach der Begeg­nung rief ich sofort Kar­di­nal Paro­lin an und sag­te ihm: ‚Der Papst war sehr freund­lich zu mir‘. Kar­di­nal Paro­lin ant­wor­te­te mir: ‚Das ist nicht mög­lich. Mit gegen­über war er wegen Ihnen wütend‘.“

„Einer von beiden lügt: Ist es Cruz oder der Papst?

Zur Cruz-Dar­stel­lung in der New York Times vom 28. August 2018 ist Msgr. Viganò in sei­ner Denk­schrift kurz ange­bun­den:

„Einer von bei­den lügt: Ist es Cruz oder der Papst? Sicher ist, daß der Papst genau wuß­te, wer Davis ist.“

Fest ste­he auch, daß sei­ne eng­sten Mit­ar­bei­ter mit der Begeg­nung ein­ver­stan­den waren. „Die Jour­na­li­sten kön­nen das über­prü­fen, indem sie die Prä­la­ten Becciu, Gal­lag­her und Paro­lin fra­gen, wie auch den Papst selbst.“

Und wei­ter:

„Offen­sicht­lich ist, daß Papst Fran­zis­kus die Pri­vat­au­di­enz ver­heim­li­chen woll­te, die er der ersten US-Bür­ge­rin gewähr­te, die wegen Ver­wei­ge­rung aus Gewis­sens­grün­den ver­ur­teilt und ein­ge­sperrt wur­de.“

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: New York Times/InfoVaticana/MiL (Screen­shots)

1 Kommentar

  1. Nun kann man natür­lich dar­über dis­ku­tie­ren, wie man einen Gruß defi­niert. Ein Gespräch von 30 Sekun­den wäre sicher schon kein Gruß mehr, son­dern schon eine ‚Begrü­ßung‘ (mit Umar­mung, wie Davis und Viga­no anga­ben). Wenn dann noch gespro­chen wird — der Papst ermu­tig­te sie nicht auf­zu­ge­ben und wei­ter­zu­ma­chen! — und ‚väter­li­che Gesten gesetzt wer­den, lässt sich sicher von einer Pri­vat­au­di­enz spre­chen, zumal die Begeg­nung in einem abge­trenn­ten Raum statt­fand und vor­her geplant und abge­spro­chen war.

    Ich glau­be, Kim Davis sprach von einer Dau­er der Begeg­nung von etwa 15 Minu­ten.

    Ich weiß nicht, wie es Kim Davis jetzt geht. Sie wird ent­setzt sein. Eben­so muss sich Viga­no am Ran­de eines Ner­ven­zu­sam­men­bruchs befun­den haben.

    Im Buch der Dik­ta­tor­papst heißt es an einer Stel­le, dass Fran­zis­kus schon als Ordens-Pro­vin­zi­al und spä­te­rer Erz­bi­schof Leu­te regel­recht in den Wahn­sinn getrie­ben hat: Etli­che Prie­ster befan­den sich wegen ihm in psychologisch/pychiatrischer Behand­lung.

    Ber­go­glio spielt/e den Väter­li­chen (wie es auch bei Peron der Fall war) und lie­fert die­sel­ben Leu­te, die zu ihm Ver­trau­en gefun­den haben, hin­ter­her ans Mes­ser.

    Wenn man sich in die Lage der Dubia-Kar­di­nä­le, Kar­di­nal Mül­lers, Kar­di­nal Zens; die Lage des ehe­ma­li­gen Groß­mei­sters des Mal­terser­or­dens vesetzt, oder sich den Psy­cho­krieg gegen die Fran­zis­ka­ner der Imma­cu­la­ta ver­ge­gen­wär­tigt, kommt man zu dem Schluss:

    Dies kann nur aus­hal­ten, wer einen ganz star­ken Cha­rak­ter und Glau­ben hat. Im Zusam­men­kom­men mit Fran­zis­kus wird der Glau­be geprüft. –

    Der Arti­kel über die Fra­ge nach der Wahr­heit (Wer lügt? Cruz oder der Papst) fasst die vie­len Aspek­te des Fal­les Davis/Cruz/Vigano/Bergoglio noch ein­mal gut zusam­men, so dass man die Zusam­men­hän­ge genau­er ver­ste­hen kann.

    Man muss ver­schie­de­ne Inter­net­sei­ten schon quer lesen. (katholisches.info/kath.net/katholisch.de/http://www.beiboot-petri.blogspot.com/http://www.lifesitenews.com//www.vaticannews.va/de. und ande­re, um sich ein umfas­sen­des Bild zu machen.

    Zum Schluss führt die­se Sei­te hier (katholisches.info), wie ich mei­ne, aber immer noch am näh­sten an die Wahr­heit her­an.

    Neu war mir in ‚die­sem‘ Arti­kel, dass Davis für ihr muti­ges Ver­hal­ten bereits zwangs­pen­sio­niert wur­de. Hat sich Ber­go­glio hier ein­mal für sie ein­ge­setzt? Wohl kaum!

    Ich weiß nicht, ob die­ser Papst wirk­li­che Über­zeu­gun­gen hat, oder ob er nur tak­tiert und her­um­la­viert. Wenn es in Euro­pa einen Rechts­ruck gibt, ähn­lich wie in den USA (zu erwar­tet jetzt auch für Schwe­den!), wird die­ser Papst sich wie­der mal ganz locker um 180 Grad dre­hen und ver­kün­den, am Lehr­amt habe er nie etwas ver­än­dern wol­len, son­dern nur an der Pasto­ral. Dann wird er sagen, er sei immer kon­ser­va­tiv und restau­ra­tiv, aber eben fle­xi­bel und weit­sich­tig gewe­sen.

    Ich glau­be, er merkt es gar nicht mal mehr, wie sehr er sich vor den Kar­ren der links­grü­nen Agen­da hat span­nen las­sen.

    Im Buch Dik­ta­tor­papst heißt es, im Vati­kan respek­tie­re ihn nie­mand mehr, er wer­de nur noch von allen gefürch­tet. Und wenn heu­te ein Kon­kla­ve wäre, nie­mand wür­de ihn wie­der­wäh­len. Sein System funk­tio­niert durch Angst und Ein­schüch­te­rung. Er belohnt nicht die Kom­pe­tenz sei­ner Mit­ar­bei­ter, son­dern des­sen Unter­wür­fi­geit.

    Es lie­ße sich vie­les Schrei­ben über die­ses Pon­ti­fi­kat, doch man ver­braucht dabei nur sei­ne Kräf­te.

    Wer sich heu­te ledig­lich über die Leit­me­di­en infor­miert, ist nicht rich­tig infor­miert. Lei­der dau­ert es viel zu lan­ge, bis die Wahr­heit über Ber­go­glio (und bezo­gen auf Mer­kel in Deutsch­land) sich Bahn bricht. Die Men­schen glau­ben es erst, wenn das Kind in den Brun­nen gefal­len ist.

    Es gibt nur den einen Weg: dass sich die Men­schen auf die Stra­ße bege­ben und — wie in Chem­niz — den Mund auf­ma­chen, um ihrer Unzu­frie­den­heit Aus­druck zu ver­lei­hen. Es ist ein Armuts­zeug­nis ohne­glei­chen, dass jetzt der Ruf nach einer Beob­ach­tung der AFD durch den Ver­fas­sungs­schutz wie­der lau­ter wird.

    Gleich­zei­tig ist das wohl nur zu deu­ten als Geste der Angst. Der Wind dreht sich, je schnel­ler alle woh­la­li­men­tier­ten Gut­men­schen­chri­sten, die Mer­kels Poli­tik gestützt, mit­ge­tra­gen und mit­ver­ant­wor­tet haben, auf­wa­chen, um sich zu weh­ren!

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