Zwei ultraprogressive Bischöfe (unbeachtet) gestorben

ultraprogressive Bischöfe
Pierre Pican, der Bischof mit Krawatte

(Rom) In den ver­gan­ge­nen Tagen sind zwei ultra­pro­gres­si­ve Bischö­fe ver­stor­ben. Ihr Tod wur­de von der Öffent­lich­keit, auch ihrer eige­nen Rich­tung, mit weit­ge­hen­der Gleich­gül­tig­keit zur Kennt­nis genom­men.

„Die Pro­gres­si­ven sind eben sehr undank­bar.“

Mit die­sen Wor­ten kom­men­tier­te der spa­ni­sche Kolum­nist Fran­cis­co Fer­nan­dez de la Cigo­ña die Reak­ti­on auf die bei­den Todes­mel­dun­gen.

Erzbischof Raymond Hunthausen (1921-2018)
Erz­bi­schof Ray­mond Hunt­hau­sen (1921–2018)

Einer von ihnen ist der US-Ame­ri­ka­ner Ray­mond Ger­hardt Hunt­hau­sen. Er starb am 22. Juli im Alter von fast 97 Jah­ren. Er war der letz­te noch leben­de Kon­zils­va­ter aus den USA, der am gesam­ten Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil teil­ge­nom­men hat­te.

Papst Johan­nes XXIII. ernann­te Hunt­hau­sen 1962 zum Bischof von Hele­na im Staat Mon­ta­na. 1975 mach­te ihn Papst Paul VI. zum Erz­bi­schof von Seat­tle im Staat Washing­ton. Wegen sei­ner ultra­pro­ges­si­ven Hal­tung zu Schei­dung, Abtrei­bung, Femi­nis­mus, Homo­se­xua­li­tät und zur Sexu­al­mo­ral gene­rell stell­te ihm Papst Johan­nes Paul II. 1985 Donald Wuerl (heu­te Kar­di­nal und Erz­bi­schof von Washing­ton D.C.) als Weih­bi­schof zur Sei­te. Da dies nicht reich­te, setz­te Johan­nes Paul II. Msgr. Hunt­hau­sen an sei­nem 70. Geburts­tag, 1991, vor­zei­tig ab. Zu spät, wie noch heu­te man­che in den USA sagen.

Bischof Pierre Pican (1935-2018)
Bischof Pierre Pican (1935–2018)

Der ande­re ist der Fran­zo­se Pierre Pican. Der Sale­sia­ner starb am 23. Juli im Alter von 83 Jah­ren. 1966 zum Prie­ster geweiht war er von 1975–1981 Pro­vin­zi­al der fran­zö­si­schen Sale­sia­ner-Pro­vinz. 1988 mach­te ihn Johan­nes Paul II. zum Koad­ju­tor des Bischofs von Bayeux und Lisieux. Noch im sel­ben Jahr wur­de er Diö­ze­san­bi­schof. 2001 wur­de er zu drei Mona­ten auf Bewäh­rung ver­ur­teilt, weil er einen sei­ner Diö­ze­san­prie­ster nicht wegen Pädo­phi­lie ange­zeigt hat­te.

Pican war damit der erste Bischof seit 1841, der sich in Frank­reich vor einem staat­li­chen Gericht ver­ant­wor­ten muß­te, der erste Bischof, der seit der Fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on in Frank­reich ver­ur­teilt wur­de und der erste Bischof in Euro­pa, der wegen Straf­ver­ei­te­lung im Zusam­men­hang mit einem sexu­el­len Miß­brauch ver­ur­teilt wur­de.

Pican gehör­te zum ultra­pro­gres­si­ven Teil des fran­zö­si­schen Epis­ko­pats. Soll­te man in Rom Hoff­nun­gen in ihn gesetzt haben, wur­den die­se nicht erfüllt. Zur Ver­ab­schie­dung als Diö­ze­san­bi­schof, als er 2010 mit Voll­endung des 75. Lebens­jah­res eme­ri­tiert wur­de, ließ er sich in Sou­ta­ne pla­ka­tie­ren, die er aller­dings als Bischof nie getra­gen hat­te. Auch als Diö­ze­san­bi­schof trat er in der Öffent­lich­keit lie­ber mit Kra­wat­te und im grau­en Stra­ßen­an­zug auf.

Requie­scant in pace.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Kot/Youtube (Screen­shots)




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