Der 80. Fürst und Großmeister des Malteserordens

Malteserorden
Mit 35 von 52 Stimmen wurde Graf Giacomo Dalla Torre del Tempio di Sanguinetti zum 80. Fürst und Großmeister des Souveränen Malteserordens gewählt.

„Eine Art von Palast­ver­schwö­rung mün­de­te in einer bei­spiel­lo­sen Ein­mi­schung durch den Vati­kan, die zu Brü­chen, Zwei­feln und Miß­trau­en unter den Rit­tern führ­te, ob der Über­gang [die Abset­zung von Groß­mei­ster Festing Ende Janu­ar 2017] die Sou­ve­rä­ni­tät und Auto­no­mie des Ordens ver­letzt habe. Der Zwei­fel trat auch am Mitt­woch mor­gen auf, als 54 Wäh­ler geru­fen waren, den neu­en Groß­mei­ster aus einem am Tag vor­her bestimm­ten Drei­er­vor­schlag (Fra Gia­co­mo Dal­la Tor­re, Fra Car­lo Ippo­li­to und Fra, Pierre de Bize­mont) zu wäh­len, als der Gesand­te des Pap­stes, Msgr. Ange­lo Becciu, in der Vil­la Magi­stra­le in die Ver­samm­lung platz­te. Nie­mand hat­te damit gerech­net, jeden­falls nicht in die­sem Moment. Er über­brach­te die päpst­li­chen Grü­ße, mahn­te, jedes Pro und Con­tra genau abzu­wä­gen und wünsch­te gute Arbeit. Dann folg­te ein beson­de­rer Dank an Dal­la Tor­re für sein Wir­ken als Statt­hal­ter in die­ser schwie­ri­gen Zeit. Der Ein­druck eini­ger Rit­ter war ein ande­rer. Die Anwe­sen­heit des päpst­li­chen Son­der­ge­sand­ten hat­te ihrer Mei­nung nach den Zweck, auf indi­rek­te Wei­se Druck auf die Wäh­ler aus­zu­üben.“

Fran­ca Gian­sol­da­ti in der römi­schen Tages­zei­tung Il Mess­ag­ge­ro über die Wahl des 80. Für­sten und Groß­mei­sters des Sou­ve­rä­nen Mal­te­ser­or­dens am 2. Mai 2018.  Die uner­war­te­te Anwe­sen­heit von Kuri­en­erz­bi­schof Ange­lo Becciu, Sub­sti­tut des Kar­di­nal­staats­se­kre­tärs, habe dazu gedient, die Wahl des päpst­li­chen Wunsch­kan­di­da­ten, Fra Gia­co­mo Dal­la Tor­re, sicher­zu­stel­len. Im Vati­kan hof­fe man, daß der neue, kul­ti­vier­te und sanf­te Groß­mei­ster, wie­der Ruhe in den Rit­ter- und Hospi­tal­or­den bringt und nahe an die Linie des Vati­kans führt.

Bild: Ordoof­mal­ta (Screen­shot)