Höchstgericht: Alfie muß am Montag sterben

Alfie Evans
Der Eilantrag der Eltern von Alfie Evans wurde vom britischen Höchstgericht abgewiesen. Kann ein Eilantrag an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte noch die Hinrichtung am Montag verhindern?

(London) Der Oberste Gerichtshof des Vereinigten Königreiches hat den Einspruch der Eltern von Alfie Evans als unzulässig abgelehnt. Damit wollten sie noch die Exekution des Urteils von Richter Thomas Hayden verhindern, der dem Alder Hey Hospital von Liverpool das Recht zugesprochen hatte, die für Alfie lebensnotwendige Sauerstoffzufuhr abzustellen. Am kommenden Montag soll die Hinrichtung von Alfie erfolgen.

Die Eltern hatten zudem auf ihr Elternrecht gepocht, ihren Sohn in ein anderes Krankenhaus bringen zu können. Thomas Evans, der Vater von Alfie, war vor wenigen Tagen nach Rom gereist und von Papst Franziskus empfangen worden. Das päpstliche Kinderkrankenhaus Bambino Gesù in Rom hatte sich bereit erklärt, die Behandlung von Alfie zu übernehmen. Heute vor einer Woche sollte Alfie laut Anordnung von Richter Hayden sterben. Als die Eltern am Vorabend Alfie aus dem Krankenhaus holen und nach Rom bringen wollten, wurden sie daran gehindert. Daraus ergab sich der neuen Rechtsstreit, der einen Aufschub der Hinrichtung beutete – allerdings nur um zehn Tage. Das Höchstgericht in London lehnte auch den Teil des Einspruches ab, der die Verlegung des Kindes betrifft. Alfie muß im Alder Hey Hospital bleiben und hat getötet zu werden.

Die Ablehnung des Eilantrages
Die Ablehnung des Eilantrages

Ein Sprecher des Höchstgerichtes erklärte nach der heutigen Entscheidung:

„Das Krankenhaus muß sich frei fühlen, das zu tun, was bereits als das Beste für Alfies Wohl festgelegt worden ist.“

Die englische Gerichtsbarkeit weiß mit erstaunlicher Übereinstimmung der Instanzen, was für Alfie „das Beste“ ist. Anders ausgedrückt: Das Beste für das Wohl von Alfie ist sein Tod. Die Höchstrichter beschieden: Es gebe keine vernünftigen Gründe, die Hinrichtung weiter aufzuschieben.

„Das ist das Gesetz unseres Landes. Kein Einspruch vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte kann oder sollte daran etwas ändern.“

Trotz dieser Äußerung des Höchstgerichtes, werden die Anwälte von Alfies Eltern noch heute einen Eilantrag an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zum Artikel 5 der Menschenrechtskonvention der Europäischen Union stellen. Er bezieht sich das Recht auf Freiheit und Sicherheit.

Nach der Ausschöpfung des Instanzenweges in England ist der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte die letzte Möglichkeit, um noch zu verhindern, daß am Montag die Sauerstoffversorgung von Alfie abgestellt wird.

Das Alder Hey Hospital begrüßte in einer Erklärung die höchstrichterliche Entscheidung.

„Es wurde definitiv bestätigt, daß es nicht zum Wohl von Alfie ist, weiter behandelt zu werden oder für Behandlungen ins Ausland gebracht zu werden.“

Jede Hinrichtung braucht einen Henker. Wer wird am Montag der Henker von Alfie Evans sein?

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Nuova Bussola Quotidiana

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2 Kommentare

  1. Ich verstehe das alles nicht. es müsste doch ein Aufschrei aus den Reihen der englischen Christen kommen und auch von der Königen als dem Oberhaupt der anglikanischen Kirche. Möge der europäische Gerichtshof dem Wahnsinn ein Ende setzen. In was für einer Welt leben wir heute?

  2. Die Eltern müßten also die Sauerstoffversorgung des Kindes in die eigenen Hände nehmen oder einen Arzt und Einbrecher finden, die das übernehmen.
    Es rächt sich nun, Befreiungstheologie ganz grundsätzlich abzulehnen.

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