Benediktiner kehren zur alten Karwochen- und Osterliturgie zurück

Karwochen- und Osterliturgie
Auch dem altrituellen Benediktinerkloster von Toulon wurde der Indult für die Heilige Woche gewährt.

(Rom) Nicht nur die Petrusbruderschaft, auch die Benediktiner von Toulon werden die Karwochen- und Osterliturgie wieder in der ursprünglichen Form zelebrieren, wie sie vor 1951 in Geltung war.

Heilige Woche nach dem Missale von 1953
Heilige Woche nach dem Missale von 1953

Die Päpstliche Kommission Ecclesia Dei gewährte der Priesterbruderschaft St. Petrus (FSSP) im vergangenen Januar einen Indult, die Liturgie der Heiligen Woche (Karwoche und Osterliturgie) in der ursprünglichen, feierlichen Form vor der entsprechenden Reform von Pius XII. zu zelebrieren. Der Indult war erst vor wenigen Tagen bekanntgeworden, nachdem FSSP-Gemeinden in den USA in ihren Pfarrbriefen darüber berichteten.

Wie am 28. Februar die Mönche des aktrituellen Benediktinerkloster Saint-Benoit von Toulon mitteilten, wurde auch ihnen derselbe Indult gewährt.

Genau Details sind nicht bekannt, da der Wortlaut des Indultes bisher nicht veröffentlicht wurde. Bekannt ist jedoch, daß er ad experimetum auf drei Jahre gewährt wurde, und die Karfreitagsbitte für die Juden weiterhin mit der Neuformulierung von Benedikt XVI. zu erfolgen habe.

Von der Reform von Pius XII. war vor allem die Liturgie des Palmsonntags, des Gründonnerstags, des Karfreitags und der Osternacht betroffen.

In der Bekanntgabe des Benediktinerklosters von Toulon schreibt Prior Alcuin:

„Unsere Feier der Heiligen Woche wird in diesem Jahr besonders reich sein, da uns die zuständigen Autoritäten am 17. Januar erlaubt haben, die Riten der Heiligen Woche nach dem Missale von 1953 zu zelebrieren. Diese schönen und alten Riten, besonders in einem monastischen Kontext, bezeugen den Reichtum, der uns durch die Tradition der Jahrhunderte geschenkt ist.“

Karwochen- und Osterliturgie
Tonsur, Advent 2017

Das Kloster freut sich „auf Kleriker und andere Gäste“, die in der Gemeinschaft der Benediktiner die Karwoche und die Osterliturgie in besonderer Feierlichkeit begehen wollen. „Wir sind den Autoritäten zutiefst dankbar für diese außerordentliche Erlaubnis.“

Im Dezember war die Mönchsgemeinschaft für den liturgischen Dienst verantwortlich, als vier junge Männer in einer feierlichen Zeremonie durch Bischof Dominique Rey von Frejus-Toulon die Tonsur erhielten, darunter auch ein Mönch des Klosters. Anfang des neuen Jahres trat ein junger Mann als Postulant in die Gemeinschaft ein. Weitere Anfragen junger Männer liegen vor, weshalb, „so Gott will“, mit weiteren Eintritten im Laufe des Jahres zu rechnen ist. „Unsere kleine Gemeinschaft wächst stetig“, so der Prior.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: msb-lgf.org

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1 Kommentar

  1. Solange ich für eine traditionalistische Bruderschaft die Hl. Messe im authentischen Römischen Ritus gefeiert habe, wurde immer die alte Karwochenliturgie verwandt. Ich fühle mich bestätigt und freue mich ausserordentlich über die Auferstehung dieser erhabenen Riten.

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