Der Ring von Kardinal Danneels (nicht des Polykrates)

Der Ring des Polykrates und der Ring des Kardinals Danneels.
Der Ring des Polykrates und der Ring des Kardinals Danneels.

von Fer­di­nand Boi­schot

Der gro­ße grie­chi­sche Histo­ri­ker Hero­dot (484–426 v. C.) beschreibt in sei­nem Werk Histo­ri­en über die Per­ser­krie­ge in einem Neben­ka­pi­tel die rüh­ren­de Geschich­te vom Ring des Poly­kra­tes.

Der Ring des Polykrates

Poly­kra­tes war im 6. Jahr­hun­dert vor Chri­stus Tyrann und Allein­herr­scher der Insel Samos in der Ägä­is. Alle sei­ne Unter­neh­mun­gen waren von Erfolg gekrönt, und er galt als der glück­lich­ste Mensch auf Erden. Damit die Göt­ter auf ihn nicht nei­disch wür­den, woll­te er sich selbst ein Unglück zufü­gen.

Bei einer Boots­fahrt warf er sei­nen außer­or­dent­lich schö­nen, von ihm gelieb­ten gol­de­nen Ring ins Meer und ver­spür­te tat­säch­lich Trau­er. Wenig spä­ter fin­gen zwei Fischer einen gro­ßen gol­de­nen Fisch und brach­ten ihn dem Tyran­nen Poly­kra­tes als Geschenk. Groß war die Über­ra­schung, als beim Aus­neh­men des Fisches der gol­de­ne Ring des Herr­schers zum Vor­schein kam.

Poly­kra­tes wein­te sehr, denn er wuß­te: Die Göt­ter wer­den sich irgend­wann für die­ses unglaub­li­che Glück rächen.

Wenig spä­ter wur­de Poly­kra­tes betrü­ge­risch von den Per­sern aufs Fest­land gelockt und starb einen grau­sa­men Tod.

Der Ring des Godfried Danneels

Eben­so unglaub­lich aber völ­lig real ist die Geschich­te des Bischofs­rings von Kar­di­nal Dan­neels.

Danneels, Erzbischof von Mecheln-Brüssel 1977-2010
Dan­neels, Erz­bi­schof von Mecheln-Brüs­sel 1977–2010

Die Geschich­te nahm ihren Anfang an einem hoch­som­mer­li­chen Mon­tag­nach­mit­tag 1981 in der erz­bi­schöf­li­chen Stadt Mecheln in Bel­gi­en. Ein sehr blas­ser und schlan­ker jun­ger Mann, etwas unge­pflegt, betrat einen Juwe­lier­la­den und frag­te, ob man den von ihm mit­ge­brach­ten Ring nicht schät­zen könn­te.

Der Juwe­lier erkann­te als Fach­mann sofort, was ihm gezeigt wur­de, wil­lig­te ein und nahm den Ring zur Begut­ach­tung ins Hin­ter­zim­mer:

Es war der Bischofs­ring sei­nes Erz­bi­schofs God­fried Dan­neels, der 1977 zum Erz­bi­schof von Mecheln-Brüs­sel und Pri­mas von Bel­gi­en ernannt wor­den war.

Sofort wur­de die Poli­zei von Mecheln alar­miert, die aus allen Wol­ken fiel. Vom erz­bi­schöf­li­chen Ordi­na­ri­at lag weder eine Ver­lust­mel­dung vor noch war ein Ein­bruch oder Dieb­stahl ange­zeigt wor­den.

Die Poli­zei benach­rich­tig­te das Sekre­ta­ri­at des Erz­bi­schofs, das sehr freund­lich, dank­bar und zuvor­kom­mend regier­te, sich zugleich aber recht zuge­knüpft gab, was die Umstän­de des offen­sicht­li­chen Ver­lu­stes betraf.

Der mysteriöse Fall

Spä­ter fand sich irgend­wo im erz­bi­schöf­li­chen Palast ein ein­ge­schla­ge­nes Fen­ster­chen. God­fried Dan­neels sag­te aus, daß er etwas Lärm gehört hät­te und flüch­tig zwei schat­ten­haf­te Gestal­ten flie­hen hät­te sehen. Die zwei betag­ten Ordens­frau­en, die auch im Palast leb­ten, hat­ten weder etwas gese­hen oder gehört.

Außer dem Ring fehl­te nichts.

Nach Aus­sa­gen des Kar­di­nals und sei­ner direk­ten Mit­ar­bei­ter habe der Bischofs­ring immer auf dem Schreib­tisch des Erz­bi­schofs gele­gen. Sein Ver­schwin­den sei nicht auf­ge­fal­len gewe­sen.

Wie­so das Feh­len eines der wich­tig­sten Insi­gni­en und Pon­ti­fi­ka­li­en eines Bischofs((Bei der Bischofs­wei­he, wenn ihm der Ring über­ge­ben wird, wird ihm gesagt: „Nimm den Ring, das Sie­gel der Treue, damit du Got­tes hei­li­ge Braut, die Kir­che, geschmückt durch unwan­del­ba­re Treue, unver­letzt behü­test“. Der Ring ist das Sym­bol der dau­ern­den Bin­dung des Bischofs an sein Bis­tum.)) min­de­stens meh­re­re Tage unbe­merkt blei­ben konn­te, und dies trotz täg­li­cher Meß­ver­pflich­tung, blieb eine offe­ne Fra­ge.

Der blas­se Jüng­ling war auch nicht sehr aus­kunfts­freu­dig.

Ein sehr myste­riö­ser Fall mit vie­len Unge­reimt­hei­ten.

Vergeben und (fast) vergessen

Das Erz­bis­tum, offen­sicht­lich sehr glück­lich, daß das ver­lo­re­ne Stück wie­der zurück war, übte sich groß­zü­gig­ste Miser­i­cor­dia und woll­te alles ver­ge­ben und ver­ges­sen und nicht an die gro­ße Glocke hän­gen.

Godfried Danneels
Dan­neels, Erz­bi­schof von Mecheln-Brüs­sel 1977–2010

Das aber war schlecht mög­lich. Inzwi­schen wuß­ten schon zu vie­le Per­so­nen von die­sem kurio­sen Fall. Noch ärger­li­cher war, daß Dan­neels, schon durch ande­re Eigen­hei­ten und merk­wür­di­ge Kon­tak­te auf­ge­fal­len und immer wie­der mit sexu­el­len The­men han­tie­rend, erneut in eine pikan­te Situa­ti­on gera­ten war.

Freun­de aus Dan­nee­els Umfeld, die den Erz­bi­schof stüm­per­haft ver­tei­dig­ten, kamen so auf die wirk­lich dum­me Idee, das myste­riö­se Auf­tau­chen des erz­bi­schöf­li­chen Bischofs­rings mit einer Dieb­stahl­ge­schich­te in Ver­bin­dung zu brin­gen, die ver­spä­tet, aber dafür aus­gie­big an die Pres­se wei­ter­ge­reicht und auch inter­na­tio­nal ver­brei­tet wur­de.

In den fol­gen­den Deka­den der kirch­li­cher Zer­stö­rung und Ver­tu­schung von kirch­li­chen und bischöf­li­chen Skan­da­len konn­ten die bel­gi­schen Medi­en fast völ­lig auf Main­stream-Linie gebracht und von Kri­tik dazu gesäu­bert wer­den.

Inter­na­tio­nal und spä­ter mit den neu­en Medi­en klapp­te das natür­lich nicht. Para­do­xer­wei­se führ­te gera­de die von Erz­bis­tum gesteu­er­te Pres­se­ak­ti­on dazu, daß die­se myste­riö­se Ring-Geschich­te doku­men­tiert wur­de.

Die hol­län­di­sche Zei­tung Leid­se Cou­rant (kom­plett im Inter­net archi­viert) vom Mitt­woch, 22. Juli 1981 berich­te­te über den Dieb­stahl. Der Ring war damals schon auf­ge­taucht! Eine sol­che Epi­so­de ließ sich eben nicht ver­stecken.

Sie wird auch kurz in der gro­ßen Dan­neels-Bio­gra­phie erwähnt, die 2015 von sei­nem Freund und Bewun­de­rer Jür­gen Met­te­pen­nin­gen, einem aus­ge­tre­te­nen und inzwi­schen ver­hei­ra­te­ten Ex-Bene­dik­ti­ner­mönch, ver­öf­fent­licht wur­de.

Typisch für die Ära

Von dem blas­sen jun­gen Mann, der den Ring schät­zen las­sen woll­te, wur­de übri­gens nie mehr gespro­chen.

Theo­re­tisch dürf­te als Straf­tat­be­stand Diebstahl/Einbruch/Hehlerei oder Betei­li­gung dar­an vor­ge­le­gen haben. Wie Kar­di­nal Dan­neels aber immer wie­der sag­te, und wohl noch bis zum bit­te­ren Ende (in den Dan­neel­stapes mit dem miß­brauch­ten Nef­fen sei­nes Freun­des und pädo­phi­len Bischofs von Brüg­ge, Roger Vang­he­lu­we) sagen wird: „Man muß ver­ge­ben und ver­ges­sen kön­nen“.

Von gro­ßem Respekt für die Bischofs­in­si­gni­en und Sinn für das Sakra­le kün­det die Geschich­te jeden­falls nicht. Viel­mehr ist sie typisch für die Ära Dan­neels: jede Men­ge Unsinn, Häre­si­en und Feh­ler, und alles ver­tuscht, beschö­nigt und zurecht­ge­bo­gen.

Die Mafia von Sankt Gal­len hat­te schon sehr merk­wür­di­ge Mit­glie­der.

Text: Fer­di­nand Boi­schot
Bild: Ebay/Wikicommons/MiL (Screen­shots)

15 Kommentare

  1. Inter­es­sant wäre auch die Histo­rie rund um die­ses ble­cher­ne Pec­to­ra­le, wel­ches Daneels u. Ber­go­glio da immer tra­gen. Die dar­ge­stell­te Sze­ne­rie ist theo­lo­gisch höchst bedenk­lich im Kon­text eines Brust­kreu­zes und so ohne Bei­spiel in der Geschich­te die­ser Amts­in­si­gnie. Die­ses Pec­to­ra­le scheint schon seit min­de­stens 20 Jah­ren gleich­sam als ein Erken­nungs­code die­ser libe­ra­len Cli­que von Ber­go­glio u. Daneels et al zu fun­gie­ren. Heu­te ist es natür­lich seit der Wahl Ber­go­gli­os zum römi­schen Papst ein Mas­sen­phä­no­men inner­halb des Welt­epi­sko­pa­tes gewor­den.

    • Kopie­en die­ses Pec­to­ra­le kann man in den Sou­ve­nir­ge­scha­ef­te von Rom ueber­all kau­fen fuer sehr wenig Geld.

    • Jenes Pek­to­ra­le dürf­te mit gro­ßer Wahr­schein­lich­keit frei­mau­re­risch inspi­riert sein.
      Das Epi­sko­pat in Bel­gi­en hat­te schon unter Kar­di­nal Mer­cier inten­si­ven Kon­takt mit Frei­mau­rern („Mechel­ner Gesprä­che“ mit den Angli­ka­nern, auf päpst­li­chen Befehl dann nicht mehr wei­ter geführt).
      Sue­n­ens, damals noch Sekre­tär v. Kar­di­nal van Roey, hat in dem 2. Welt­krieg (Herbst 1940), nach­dem der deut­sche Besat­zer die Uni­ver­si­té Libre de Bru­xel­les (die Kader­schmie­de der Frei­mau­re­rei in Bel­gi­en schlecht­hin) als ein­zi­ge Uni­ver­si­tät hat­te schlie­ssen las­sen, sofort alle dor­ti­ge de fac­to libe­ra­le und sozia­li­sti­sche, aber alle frei­sin­ni­ge Stu­den­ten sofort naht­los an die „Uni­ver­si­té­Ca­tho­li­que de Lou­vain“ über­nom­men.
      Dan­neels selbst war und ist am lau­fen­den Band mit Frei­mau­rern unter­wegs, beson­ders mit sei­nen Büchern.
      Die Figur auf dem Pek­to­ra­le trägt die Armen seit­lich nach unten, einen Zir­kel imi­tie­rend; die Arme des Kreu­zes wer­den von umge­kehr­ten Vier­tel­tei­len eines Krei­ses aus­ge­füllt.
      Fak­tisch ist es eine Per­ver­tie­rung des Kreu­zes und des Todes am Kreuz, mit Beto­nung des Hoch­kom­men des Men­schen (das hat man auch bei Danié­lou „Epec­ta­se“).
      Seit DeKesel Erz­bi­schof von Brüs­sel ist, hängt jetzt im Chor der St.-Michaelskathedrale ein gro­ßes mes­sing­far­be­nes Qua­drat (Frei­mau­rer­sym­bol), bestehend aus 4 klei­nen Qua­dra­ten und mit einem dün­nen Faden­kreuz.
      Letz­te­res auch als zwei Zir­kel zu sehen, die sich im Angel­punkt begeg­nen.
      Eine Per­ver­tie­rung des christ­li­chen Gedan­kens, daß die Lini­en des Kreu­zes sich unend­lich wei­ter zie­hen las­sen (Die Unend­lich­keit Got­tes) und die Erde/Weltall/Schöpfung als Kreis dazu end­lich sind.
      Die Frei­mau­re­rei ist übri­gens in Argen­ti­ni­en beson­ders stark, gera­de in Bue­nos Aires.

      • Was Sie da erläu­tern, hat der gute Erz­bi­schof Petrus Cani­si­us Jean van Lier­de, O.S.A (1951–1991, Sakri­stan des Apo­sti­li­schen Pala­stes) in sei­ner sehr geschick­ten u. char­man­ten Art oft­ma­lig erläu­tert (natür­lich ver­klau­su­riert um nicht noch mehr in den Focus der Libe­ra­len wie Vir­gi­lio Noè zu gera­ten). Sowohl was die flä­mi­sche Hier­ar­chie als auch die­se neu­ar­ti­ge lit­ur­gi­sche Sym­bo­lik nach dem Kon­zil betrifft. Lel­lo Scor­zel­lis Feru­la (auch mit den Armen nach unten) für Mon­ti­ni und Ner­vis archi­tek­to­ni­sches Unge­tüm „Aula Pao­lo Sesto“ mit Schlan­gen­li­ni­en ist auch voll maso­ni­scher Sym­bo­li­ken.

  2. In der Tat eine selt­sa­me Geschich­te um einen gestoh­le­nen und unter merk­wür­di­gen Begleit­um­stän­den wie­der auf­ge­tauch­ten Bischofs­ring — Stoff für aller­lei Spe­ku­la­tio­nen, auch um God­fried Dan­neels selbst, den bel­gi­schen Kar­di­nal und Erz­bi­schof.
    Exkurs: Da kam doch die­ser Tage erst ein ande­rer Kar­di­nal mit ähn­lich klin­gen­dem Namen wie­der mal ins Medi­en­ge­spräch: Jean Danié­lou SJ. Aber der war ein Fran­zo­se. Aber auch er mit teil­wei­se moder­ni­sti­scher Aus­rich­tung. Und er ist schon lan­ge tot. Gestor­ben (lt. Wiki­pe­dia) am 20. Mai 1974 an einem Herz­in­farkt im Trep­pen­haus eines Pari­ser Wohn­hau­ses, in dem sich auch ein Bor­dell befun­den hat­te. Den Herz­in­farkt soll er erlit­ten haben beim Besuch einer tem­po­rär allein­ste­hen­den Dame — aus seel­sor­ge­ri­schen Grün­den, wie damals ver­lau­te­te. Die arme Frau war trau­rig und ein­sam, weil ihr Mann wegen Zuhäl­te­rei im Gefäng­nis saß. Und sie war sehr trost­be­dürf­tig.
    Die Bege­ben­heit — kein Kar­ne­vals­scherz — war damals ein ordent­li­cher Skan­dal und für die Kir­che so kurz nach dem Kon­zil ziem­lich unan­ge­nehm. Danié­lou war ein pro­mi­nen­ter Ver­tre­ter der Nou­vel­le Théo­lo­gie, die sich u.a. mit der Fra­ge nach der Geschicht­lich­keit der Wahr­heit aus­ein­an­der­setz­te und das Gespräch mit dem Mar­xis­mus und mit den nicht­christ­li­chen Reli­gio­nen such­te. Pater Danié­lou SJ, eine Art „Kon­zils­theo­lo­ge“, sei aber auch an die Rän­der der Gesell­schaft gegan­gen und habe sich u.a. vor Ort um die Seel­sor­ge an Pro­sti­tu­ier­ten bemüht, wie damals ver­lau­te­te.
    Aber was haben nun Dan­neels und Danié­lou mit­ein­an­der gemein? Natür­lich nicht viel. Aber in bei­den Fäl­len könn­te das gro­ße The­ma „irre­gu­lä­re Bezie­hun­gen“ irgend­wie eine Rol­le spie­len.

    • Danié­lou war äusserst moder­ni­stisch qua Gedan­ken­gut.
      Nach sei­nem Tode wur­de vom Erz­bis­tum schnell ver­brei­tet, daß er sehr viel Kran­ken und Pro­sti­tu­ier­ten besuch­te.
      Die betref­fen­de Dame wr in den bes­se­ren pari­ser Milieus gut bekannt- mit dem Namen „Mimi“.
      Die fran­zö­si­sche Wiki­pé­dia gibt unter dem Stich­wort “ Épec­ta­se“ mehr Aus­kunft:
      „…Nach­dem der pari­ser Kar­di­nal Danié­lou gestor­ben war in Umstän­den, wel­che die damals (v. 2. Vt. Kon­zil) ange­schla­ge­ne fran­zö­si­sche Kir­che in Ver­le­gen­heit brachten,Verlegenheit brach­ten, fand das ursprüng­lich alt­grie­chi­sche Wort Épec­ta­se Ein­gang in die Umgangs­spra­che…“
      Epek­ta­sis: die Ver­län­ge­rung, das Grö­ß­er­wer­den.
      Kommt schon vor bei Gedan­ken­gang (Hl. Pau­lus), spä­ter sehr viel bei den Kir­chen­vä­ter, beson­ders bei Gre­gor v. Nyssa(Schwerpunkt v. Danié­lou) und bis jetzt bei den Ortho­do­xen.
      Die loben­de Lei­chen­re­de auf Danié­lou wur­de von Pater Xavier Tili­et­te SJ gehal­ten, der (ua. in Le Figa­ro publi­ziert) schrieb daß „…Kar­di­nal Danié­lou in der Épek­ta­se der Apo­steln auf den Weg gegan­gen war um Jesus Chri­stus zu begeg­nen…“
      Die­se blu­mi­ge Spra­che wur­de durch die sati­ri­sche Zei­tung „Le cana­rd enchaî­né“ (Die ange­ket­te­te Ente) sofort auf­ge­grif­fen.
      Seit­dem (Wör­ter­buch Robert usw., inzwi­schen breit im Inter­net) ist „épec­ta­se“ die Bezeich­nung für Tod im Orgas­mus beim S.verkehr.
      Danié­lou war übri­gens gro­ßes Vor­bild für Sue­n­ens und Dan­neels:
      sehr intel­li­gent, äusserst beschla­gen in Patri­stik, mit gro­ßer Sym­pa­thie bei sei­nen Gläu­bi­gen, sehr selbst­be­wußt und ange­se­hen- und zugleich moder­ni­stisch revo­lu­tio­nie­rend tätig.
      Sue­n­ens fehl­te es an den sozia­len Qua­li­tä­ten, und Dan­neels an intel­lek­tu­el­ler Baga­ge.

      • Ist es mög­lich, dass auch Pater Jor­ge M. Ber­go­glio SJ im moder­ni­sti­schen Gedan­ken­gut sei­nes geist­li­chen Mit­bru­ders Pater Jean Danié­lou SJ eine theo­lo­gi­sche Hei­mat hat? Die sozia­len Qua­li­tä­ten (wie bei Kard. Sue­n­ens) besitzt Ber­go­glio, wie aus sei­nem Spre­chen und sei­nem gesti­schen Han­deln ersicht­lich (z.B. „an die Rän­der gehen“, „sich die Klei­dung beschmut­zen“, „Kir­che als Laza­rett“ usw.). Was die „intel­lek­tu­el­le Baga­ge“, ins­be­son­de­re bezügl. Theo­lo­gie und Phi­lo­so­phie betrifft, dürf­te Ber­go­glio viel­leicht ähn­lich ein­zu­ord­nen sein wie Dan­neels.

      • N.b.: Wur­de Anfang ver­gan­ge­nen Jah­res nicht sogar bei katholisches.info mal spe­ku­liert, der Bischof von Rom kön­ne evtl. beab­sich­ti­gen, die tra­di­tio­nel­le Fuß­wa­schung am Grün­don­ners­tag mit anschlie­ßen­dem Fuß­kuss an Pro­sti­tu­ier­ten vor­zu­neh­men? Wie bekannt, hat­te Ber­go­glio als Bischof von Bue­nos Aires auch schon mal Got­tes­dienst­fei­ern für die­sen Per­so­nen­kreis ver­an­stal­tet. Was liegt also näher, als ihnen auch die Füße zu waschen. (Es müs­sen ja nicht immer nur gefan­ge­ne Mus­li­me oder Mus­li­ma sein.)

  3. Auf­fal­lend ist jeden­falls, dass von jenen „Rän­dern“, an die man sich so flei­ssig begibt, so wenig Kato­li­zis­mus, d.h. Glau­be zurück kommt… Das Feed­back ist nicht das Erwar­te­te, wie man neu­deutsch sagen müss­te.

    • „Das Feed­back ist nicht das Erwar­te­te“: ein sehr inter­es­san­ter Spruch.

      „Mimi“ wohn­te übri­gens nicht am Ran­de von Paris, son­dern in einem noblen Arron­dis­se­ment im Zen­trum;
      Kar­di­nal Dan­nié­lou war (oder zumin­dest, wie hin­ter­her dekla­riert wur­de, hät­te) ein­ge­la­den (sein soll­te) bei einem bes­ser situ­ier­ten katho­li­schen älte­ren Ehe­paar zum Diner (da ist auch nicht „an den Rän­dern“ und viel­leicht schon „kor­rupt“).
      Zwi­schen den Gän­gen des Diners ist (sei) er kurz weg­ge­gan­gen für sei­nen „pasto­ra­len Besuch“.
      „Mimi“ war nicht nur allein (Part­ner wg. Zuhäl­te­rei im Gefäng­nis) son­dern auch trau­rig und in finan­zi­ell­len Schwie­rig­kei­ten (wes­halb Kard. Danié­lou sie finan­zi­ell unter­stüt­zen woll­te)
      (Das ist nun echt „kor­rupt“ und nicht der „Rand“, son­dern der Abgrund der Jesui­ten).
      „Der Feed­back ist nicht das Erwar­te­te“: rich­tig.
      Nicht für „Mimi“, die nun mit einer Lei­che saß und ihre Bou­tique dort zuma­chen konn­te;
      Nicht für Kar­di­nal Danié­lou, der als Pro­to­ty­pe des „Opfers“ der Épec­ta­se nun brü­der­lich neben dem fran­zö­si­schen Pre­si­den­ten und noto­ri­schen Frei­mau­rer Fau­re steht und „mit­ten im Leben“ nun mit dem Tod kon­fron­tiert wur­de.
      Nur: wenn man die­se und jet­zi­ge Epo­che etwas stu­diert, kommt man zu der Über­zeu­gung, daß die mei­ste Prot­ago­ni­sten die­se Zer­rüt­tung gewollt her­bei­füh­ren.

  4. @Adrien Antoi­ne Die­se vor­der­grün­di­ge Prä­fe­renz Libe­ra­ler wie Dan­nié­lou für die „Patro­lo­gie“ dien­te nur dem Zweck über zer­re­den­de, sophi­sti­sche Meta-Dis­kus­sio­nen die alte Kir­che und ihre orga­nisch ent­wickel­te Ekkle­sio­lo­gie zu dis­kre­di­tie­ren und schließ­lich mit den kon­zi­lia­ren „Refor­men“ zu dele­gi­ti­mie­ren. Es zeigt aber auch an die Schi­zo­phre­nie der Kon­zils­kir­che: Stu­diert man etwa die Lehr­schrei­ben der Päp­ste von Bene­dikt XIV. bis heu­te (der Ein­fach­heit wegen die­se Zeit­be­schrän­kung an 1740, da die­se am ehe­sten zugäng­lich sind), wird man fest­stel­len, daß die Päp­ste bis Joh. XXIII. noch umfas­send aus der Väter­li­te­ra­tur zitiert haben, wäh­rend das kon­zi­lia­re und nach­kon­zi­lia­re Papstum mit sei­nen aber­dut­zen­de Sei­ten lan­gen Papier­ti­gern kaum und nur noch sehr selek­tiv auf die Väter als Refe­renz zurück­greift, da als Refe­renz bei­nah exklu­siv Doku­men­te des Vat. II. oder Schrif­ten der kon­zi­lia­ren u. post­kon­zi­lia­ren Päp­ste ange­führt wer­den.
    Und die­se Libe­ra­len erklä­ren oder erklär­ten am Kathe­der wie fürch­ter­lich schlimm die alte Kir­che doch das Stu­di­um der „Väter“ ver­nach­läs­sigt habe!

  5. @Adrien Antoi­ne Wenn ich mich rich­tig erin­ne­re wur­de 1969 als Kar­di­nal Mar­ty Danié­lou im berüch­tig­ten Insti­tut Catho­li­que de Paris zum Bischof kon­se­krier­te das Pon­ti­fi­kal­amt oder bes­ser gesagt die neue Lit­ur­gie (da schon alles „refor­miert“ in „edler Ein­fach­heit“ ver­se­hen war)von Stu­den­ten, es war ja gera­de die hoch­fieb­ri­ge Pha­se der Stu­den­ten­wir­ren in Paris, gestört. Stu­den­ten hat­ten plötz­lich einen Hau­fen Papier­blätt­ter in das Pres­by­te­ri­um gewor­fen.
    Das war ein ein­drück­li­ches Zei­chen ange­sichts der Tat­sa­che, daß es gera­de libe­ra­le Intel­lek­tu­el­le wie Danié­lou waren, die die­sen gan­zen 68er Wahn mit­tels ihrer Schrif­ten und son­sti­gen Akti­vi­tä­ten den Weg erst berei­tet hat­ten.
    Im heu­ti­gen Uni­ver­si­täts­ka­tho­li­zis­mus ist Danié­lou natür­lich noch immer ein Säu­len­hei­li­ger.
    Danié­lous „Wir­ken“ an der „Peri­phe­rie“ haben sie ja bereits beschrie­ben. Furcht­bar mit wel­chem absurd-bana­len Pathos der Jesu­it Tili­et­te den Jesui­ten Danié­lou bei der Trau­er­pre­digt da fei­er­te. Danié­lou ist gera­de­zu eine Iko­ne für die kon­zi­lia­re und nach­kon­zi­lia­re Ver­wir­rung und des­we­gen gera­de im aktu­el­len Pon­ti­fi­kat Ber­go­gli­os wie­der ganz en vogue. Passt auch gut zur bevor­ste­hen­den Kano­ni­sa­ti­on Mon­ti­nis, der ein eif­ri­ger Für­spre­cher u. Pro­tek­tor von Danié­lou war.

  6. @Adrien Antoi­ne Abschlie­ßend kann man noch erwäh­nen, daß Mon­ti­ni Danié­lou mehr­mals zum Kar­di­nal pro­mo­vie­ren woll­te, die­ser jedoch das Kar­di­na­lat stes für sich aus­schlug. Schließ­lich gab er dann doch Mon­ti­nis Insi­stie­ren nach als die­ser in sei­ner spä­ten Lar­moy­anz Danié­lou erläu­ter­te, daß er ihn benö­ti­ge „um mit ihm für die Kir­che zu lei­den“.
    Dies zeigt auch an, wie wenig Selbst­re­fle­xi­on der Mon­ti­ni-Papst auf­brin­gen konn­te. Er hat­te Deka­den eben jene Zir­kel und Kräf­te eif­rigst und unge­bro­chen pro­te­giert, die zu die­sen Zustän­den in der Kir­che hin­dräng­ten und wun­dert sich dann, daß dann das Haus lich­ter­loh brennt und alles im Abbruch begrif­fen ist. Auch die­ses Bon­mot vom „Rau­che Satans“ war gegen Lef­eb­v­re gerich­tet, dem er wegen sei­ner Unbot­mä­ßig­keit die Spal­tung der Kir­che vor­warf. Damals als die­se Wor­te fie­len, war jedem Beob­ach­ter oder Jour­na­li­sten ein­deu­tig klar gegen wen die­se Wor­te gerich­tet waren. Ich kann mich noch an das media­le Echo erin­nern als 1976 Lef­eb­v­re im Sta­di­um von Lil­le die Mes­se zeli­brier­te und Alt­gläu­bi­ge zu Hun­dert­schaf­ten trotz amts­kirch­li­cher Anfein­dun­gen aus ganz Frank­reich dazu anrei­sten, und der Osser­va­to­re Roma­no und La Croix dar­ob in ärg­ste Rage gerie­ten.
    Man kann ruhi­gen Gewis­sens sagen, es ist nur gut, daß Pius XII. auf abseh­ba­re nicht bea­ti­fi­ziert oder kano­ni­siert wird. Denn sein groß­ar­ti­ges Wir­ken am Stuh­le Petri fügt sich näm­lich gar nicht in die aktu­el­le kir­chen­po­li­ti­sche Pro­gram­ma­tik ein. Erz­bi­schof van Lier­de hat ein­mal gesagt: für jene die ihn sahen und kann­ten ist ohne­hin sei­ne Hei­lig­keit nicht mehr weg­zu­den­ken.

    • (@J.g.Ratkaj. Ein ganz per­sön­li­ches „Geständ­nis“ zu Ihrer abschlie­ßen­den Bemer­kung: In mei­nem eher schlich­ten „Labo­ra­to­ri­um“ hän­gen drei Por­träts von Päp­sten, denen ich in beson­de­rer Wei­se zuge­neigt bin (von unten nach oben): Bene­dikt XVI., dar­über Johan­nes Paul II., dar­über Pius XII.

  7. Wie kann ein Bischofs­ring vom Schreib­tisch ent­wen­det wer­den? Der Bischofs­ring ist wie ein Ehe­ring. Ich neh­me mei­nen Ehe­ring nor­ma­ler­wei­se nie ab. Kam nur ganz sel­ten kurz­zei­tig vor. Aber ich weiß nicht, wann ich ihn das letz­te mal ab hat­te.

    Ist ein Bischof nur bei öffent­li­cher Reprä­sen­ta­ti­on mit der Kir­che / mit sei­nem Bis­tum ver­hei­ra­tet? Ich dach­te, er sei es immer.

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