Bekenntnis zu den unveränderlichen Wahrheiten über die sakramentale Ehe

Das Bekenntnis zu den Wahrheiten der sakramentalen Ehe der Bischöfe Peta, Lenga und Schneider.
Das Bekenntnis zu den Wahrheiten der sakramentalen Ehe der Bischöfe Peta, Lenga und Schneider.

Nach der Ver­öf­fent­li­chung der Apo­sto­li­schen Exhor­ta­ti­on „Amo­ris lae­ti­tia“ (2016) haben ver­schie­de­ne Bischö­fe auf loka­ler, regio­na­ler und natio­na­ler Ebe­ne Aus­füh­rungs­nor­men erlas­sen bezüg­lich der sakra­men­ta­len Dis­zi­plin jener Gläu­bi­gen – „Wie­der­ver­hei­ra­te Geschie­de­ne“ genannt –, wel­che, obwohl deren Ehe­gat­te, mit wel­chem sie durch das sakra­men­ta­le Ehe­band ver­bun­den sind, noch lebt, den­noch eine dau­er­haf­te Lebens­ge­mein­schaft more uxorio mit einer Per­son ein­ge­gan­gen sind, wel­che nicht deren recht­mä­ßi­ger Gat­te ist.

Die erwähn­ten Nor­men sehen unter ande­rem vor, dass sol­che Per­so­nen – „Wie­der­ver­hei­ra­te Geschie­de­ne“ genannt – in Ein­zel­fäl­len das Sakra­ment der Buße und die Hei­li­ge Kom­mu­ni­on emp­fan­gen kön­nen, unge­ach­tet des­sen, dass sie dau­er­haft und mit Absicht mit einer Per­son more uxorio zusam­men­le­ben, wel­che nicht deren recht­mä­ßi­ger Ehe­gat­te ist. Sol­che Nor­men haben eine Bestä­ti­gung sei­tens ver­schie­de­ner hier­ar­chi­scher Auto­ri­tä­ten erhal­ten. Eini­ge unter die­sen Nor­men haben sogar die Bestä­ti­gung sei­tens der höch­sten Auto­ri­tät der Kir­che erhal­ten.

Die Ver­brei­tung die­ser kirch­lich bestä­tig­ten pasto­ra­len Nor­men hat eine erheb­li­che und stän­dig wach­sen­de Ver­wir­rung unter den Gläu­bi­gen und dem Kle­rus ver­ur­sacht. Es han­delt sich um eine Ver­wir­rung, wel­che die zen­tra­len Lebens­äu­ße­run­gen der Kir­che berührt, wel­che da sind: Die sakra­men­ta­le Ehe mit der Fami­lie, der Haus­kir­che, und das Sakra­ment der Hei­lig­sten Eucha­ri­stie.

Gemäß der Leh­re der Kir­che bil­det nur das sakra­men­ta­le Ehe­band eine Haus­kir­che (vgl. Zwei­tes Vati­ka­ni­sches Kon­zil, Lumen gen­ti­um, 11). Die Zulas­sung der „wie­der­ver­hei­ra­tet Geschie­de­nen“ Gläu­bi­gen zur hei­li­gen Kom­mu­ni­on, wel­che ja am höch­sten die Ein­heit Chri­sti, des Bräu­ti­gams mit Sei­ner Kir­che aus­drückt, bedeu­tet in der Pra­xis eine Art Bestä­ti­gung oder Legi­ti­mie­rung des Ehe­bruchs, und in die­sem Sinn eine Art Ein­füh­rung des Ehe­bruchs im Leben der Kir­che.

Die erwähn­ten pasto­ra­len Nor­men offen­ba­ren sich tat­säch­lich und mit der Zeit als ein Mit­tel der Ver­brei­tung der „Gei­ßel des Ehe­bruchs“ (die­sen Aus­druck gebrauch­te das Zwei­te Vati­ka­ni­sche Kon­zil, vgl. Gau­di­um et spes, 47). Es han­delt sich um die Ver­brei­tung der “Gei­ßel des Ehe­bruchs” sogar im Leben der Kir­che, wobei doch die Kir­che, im Gegen­teil, auf Grund ihrer bedin­gungs­lo­sen Treue zur Leh­re Chri­sti ein Boll­werk und eine untrüg­li­ches Zei­chen des Wider­spruchs sein soll­te gegen die sich täg­lich immer mehr aus­brei­ten­den Gei­ßel des Ehe­bruchs in der zivi­len Gesell­schaft.

Unser Herr und Hei­land Jesus Chri­stus hat in unzwei­deu­ti­ger Wei­se und kei­ne Aus­nah­me zulas­send den Wil­len Got­tes bezüg­lich des abso­lu­ten Ver­bots des Ehe­bruchs fei­er­lich bestä­tigt. Eine Bestä­ti­gung oder Legi­ti­mie­rung der Ver­let­zung der Hei­lig­keit des Ehe­ban­des, wenn auch nur in indi­rek­ter Wei­se durch die erwähn­te sakra­men­ta­le Pra­xis, wider­spricht schwer­wie­gend dem aus­drück­li­chen Wil­len Got­tes und Sei­nem Gebot. Solch eine Pra­xis stellt folg­lich eine wesent­li­che Ver­än­de­rung der zwei­tau­send­jäh­ri­gen sakra­men­ta­len Dis­zi­plin der Kir­che dar. Zudem bringt eine wesent­lich ver­än­der­te Dis­zi­plin mit der Zeit auch eine Ver­än­de­rung der ent­spre­chen­den Leh­re mit sich.

Das bestän­di­ge Lehr­amt der Kir­che, ange­fan­gen von den Leh­ren der Apo­stel und aller Päp­ste, hat die kri­stall­kla­re Leh­re Chri­sti bezüg­lich der Unauf­lös­lich­keit der Ehe, sowohl in der Leh­re (in der Theo­rie), als auch in der sakra­men­ta­len Dis­zi­plin (in der Pra­xis) unzwei­deu­tig, ohne einen Schat­ten des Zwei­fels und immer in dem­sel­ben Sinn und in der­sel­ben Bedeu­tung bewahrt und wei­ter­ge­ge­ben.

Wegen ihres gött­lich begrün­de­ten Wesens darf die sakra­men­ta­le Dis­zi­plin nie­mals dem geof­fen­bar­ten Wort Got­tes und dem Glau­ben der Kir­che an die abso­lu­te Unauf­lös­lich­keit einer gül­ti­gen und voll­zo­ge­nen Ehe wider­spre­chen. „Die Sakra­men­te set­zen den Glau­ben nicht nur vor­aus, son­dern näh­ren ihn auch durch Wor­te und Riten, stär­ken ihn und zei­gen ihn an; des­halb hei­ßen sie Sakra­men­te des Glau­bens“ (Zwei­tes Vati­ka­ni­sches Kon­zil, Sacro­sanc­tum Con­ci­li­um, 59). „Selbst die höch­ste Auto­ri­tät in der Kir­che kann die Lit­ur­gie nicht nach Belie­ben ändern, son­dern nur im Glau­bens­ge­hor­sam und in Ehr­furcht vor dem Myste­ri­um der Lit­ur­gie“ (Kate­chis­mus der Katho­li­schen Kir­che, 1125). Der katho­li­sche Glau­be ver­bie­tet von sei­nem Wesen her einen for­ma­len Wider­spruch zwi­schen dem bekann­ten Glau­ben einer­seits und der Lebens- und Sakra­men­ten­pra­xis ander­seits. In die­sem Sinn kann man auch die fol­gen­de Aus­sa­ge des Lehr­am­tes ver­ste­hen: „Die Spal­tung bei vie­len zwi­schen dem Glau­ben, den man bekennt, und dem täg­li­chen Leben gehört zu den schwe­ren Ver­ir­run­gen unse­rer Zeit“ (Zwei­tes Vati­ka­ni­sches Kon­zil, Gau­di­um et spes, 43) und „die kon­kre­te pasto­ra­le Beglei­tung der Kir­che muss stets mit ihrer Leh­re ver­bun­den sein und darf nie­mals von ihr getrennt wer­den“ (Johan­nes Paul II., Apo­sto­li­sche Exhor­ta­ti­on Fami­lia­ris con­sor­tio, 33).

Ange­sichts der lebens­wich­ti­gen Bedeu­tung, wel­che die Leh­re und die Dis­zi­plin der Ehe und der Eucha­ri­stie dar­stel­len, ist die Kir­che ver­pflich­tet mit ein und der­sel­ben Stim­me zu spre­chen. Die pasto­ra­len Nor­men bezüg­lich der Unauf­lös­lich­keit der Ehe dür­fen folg­lich weder zwi­schen Diö­ze­sen noch zwi­schen unter­schied­li­chen Län­dern ein­an­der wider­spre­chen. Von den Zei­ten der Apo­stel an hat die Kir­che die­sen Grund­satz beob­ach­tet, wie ihn der hei­li­ge Ire­nä­us bezeugt: „Die­se Bot­schaft und die­sen Glau­ben bewahrt die Kir­che, wie sie ihn emp­fan­gen hat, obwohl sie, wie gesagt, über die gan­ze Welt zer­streut ist, sorg­fäl­tig, als ob sie in einem Hau­se wohn­te, glaubt so dar­an, als ob sie nur eine See­le und ein Herz hät­te, und ver­kün­det und über­lie­fert ihre Leh­re so ein­stim­mig, als ob sie nur einen Mund besä­ße“ (Adver­sus haereses, I, 10, 2). Der hei­li­ge Tho­mas von Aquin über­lie­fert uns den­sel­ben bestän­di­gen Grund­satz der Kir­che: „Es gibt nur ein und den­sel­ben Glau­ben der Alten und der Moder­nen, andern­falls hät­ten wir nicht ein und die­sel­be Kir­che“ (Que­stio­nes Dis­pu­ta­tae de Veri­ta­te, q. 14, a. 12c).

Die fol­gen­de War­nung von Papst Johan­nes Paul II. bleibt aktu­ell und gül­tig: „Die Ver­wir­rung, die in den Gewis­sen vie­ler Gläu­bi­gen durch unter­schied­li­che Mei­nun­gen und Leh­ren in Theo­lo­gie, Ver­kün­di­gung, Kate­che­se und geist­li­cher Füh­rung zu schwer­wie­gen­den und heik­len Fra­gen der christ­li­chen Moral geschaf­fen wor­den ist, führt auch dazu, das ech­te Sün­den­be­wusst­sein zu min­dern und nahe­zu aus­zu­lö­schen“ (Apo­sto­li­sche Exhor­ta­ti­on Recon­ci­lia­tio et pae­n­i­te­nia, 18).

Den Sinn der fol­gen­den Äuße­run­gen des Lehr­am­tes der Kir­che kann man durch­aus auch auf die Leh­re und die sakra­men­ta­le Dis­zi­plin bezüg­lich der Unauf­lös­lich­keit der geschlos­se­nen und voll­zo­gen Ehe anwen­den:

  • „Die Kir­che Chri­sti als sorg­fäl­ti­ge Wäch­te­rin und Ver­tei­di­ge­rin der ihr anver­trau­ten Glau­bens­wahr­hei­ten ändert nichts an ihnen, macht an ihnen kei­ne Abstri­che und fügt ihnen nichts hin­zu. Mit aller Sorg­falt, getreu und wei­se behan­delt sie das Über­lie­fe­rungs­gut der Vor­zeit. Ihr Stre­ben geht dahin, die Glau­bens­wahr­hei­ten, die ehe­dem gelehrt wur­den und im Glau­ben der Väter nie­der­ge­legt waren, so aus­zu­son­dern und zu beleuch­ten, dass jene Wahr­hei­ten der himm­li­schen Leh­re Klar­heit, Licht und Bestimmt­heit emp­fan­gen, zugleich aber auch ihre Fül­le, Unver­sehrt­heit und Eigen­tüm­lich­keit bewah­ren und nur in ihrem eige­nen Bereich, d. h. in ein- und der­sel­ben Leh­re, in ein- und dem­sel­ben Sinn und in ein- und dem­sel­ben Gehalt, ein Wachs­tum auf­zu­wei­sen haben“ (Pius IX., Dog­ma­ti­sche Bul­le Inef­fa­bi­lis Deus).
  • „Bezüg­lich dem Wesen der Wahr­heit selbst hat die Kir­che vor Gott und vor den Men­schen die hei­li­ge Pflicht, sie zu ver­kün­den, sie ohne jeg­li­che Abschwä­chung zu leh­ren so wie Chri­stus sie ihr geof­fen­bart hat. Es gibt kei­nen ein­zi­gen Zeit­um­stand, wel­cher es erlau­ben wür­de, den Ernst die­ser Pflicht zu schmä­lern. Das bin­det im Gewis­sen jeden Prie­ster, dem die Sor­ge anver­traut ist, die Gläu­bi­gen zu leh­ren, zu ermah­nen und zu füh­ren“ (Pius XII., Anspra­che an die Pfar­rer und Fasten­pre­di­ger, 23. März 1949).
  • „Die Kir­che histo­ri­siert nicht, sie rela­ti­viert nicht das Wesen der Kir­che, sich den Umwand­lun­gen der pro­fa­nen Kul­tur anpas­send. Das Wesen der Kir­che ist immer das­sel­be und sie bleibt sich selbst treu, so wie Chri­stus sie woll­te und die authen­ti­sche Tra­di­ti­on sie ver­voll­komm­ne­te“ (Paul VI, Homi­lie vom 28. Okto­ber 1965).
  • „In kei­nem Punk­te Abstri­che an der Heils­leh­re Chri­sti zu machen, ist hohe Form seel­sorg­li­cher Lie­be“ (Paul VI., Enzy­kli­ka Huma­nae Vitae, 29).
  • „Die Kir­che hört nie­mals auf, auf­zu­ru­fen und zu ermu­ti­gen, die even­tu­el­len ehe­li­chen Schwie­rig­kei­ten zu lösen, ohne je die Wahr­heit zu ver­fäl­schen oder zu beein­träch­ti­gen“ (Johan­nes Paul II., Apo­sto­li­sche Exhor­ta­ti­on Fami­lia­ris con­sor­tio, 33).
  • „Die­se sitt­li­che Norm ist nicht von der Kir­che geschaf­fen und nicht ihrem Gut­dün­ken über­las­sen. In Gehor­sam gegen die Wahr­heit, die Chri­stus ist, des­sen Bild sich in der Natur und der Wür­de der mensch­li­chen Per­son spie­gelt, inter­pre­tiert die Kir­che die sitt­li­che Norm und legt sie allen Men­schen guten Wil­lens vor, ohne ihren Anspruch auf Radi­ka­li­tät und Voll­kom­men­heit zu ver­ber­gen“ (Johan­nes Paul II., Apo­sto­li­sche Exhor­ta­ti­on Fami­lia­ris con­sor­tio, 33).
  • „Wegen dem Grund­satz der Wahr­heit und Fol­ge­rich­tig­keit dul­det es die Kir­che nicht, gut zu nen­nen, was böse ist, und böse, was gut ist. Die Kir­che, wel­che sich auf die­se bei­den sich ergän­zen­den Grund­sät­ze stützt, kann ihre Söh­ne und Töch­ter, die sich in jener schmerz­li­chen Lage befin­den, nur dazu ein­la­den, sich auf ande­ren Wegen der Barm­her­zig­keit Got­tes zu nähern, jedoch nicht auf dem Weg der Sakra­men­te der Buße und der Eucha­ri­stie, solan­ge sie nicht die erfor­der­li­che see­li­sche Ver­fas­sung erreicht haben“ (Johan­nes Paul II., Apo­sto­li­sche Exhor­ta­ti­on Recon­ci­lia­tio et pae­n­i­ten­tia, 34).
  • „Die Festig­keit der Kir­che bei der Ver­tei­di­gung der uni­ver­sa­len und unver­än­der­li­chen sitt­li­chen Nor­men hat nichts Unter­drücken­des an sich. Sie dient ein­zig und allein der wah­ren Frei­heit des Men­schen: Da es außer­halb der Wahr­heit oder gegen sie kei­ne Frei­heit gibt“ (Johan­nes Paul II., Enzy­kli­ka Veri­ta­tis sple­ndor, 96).
  • „Im Hin­blick auf die sitt­li­chen Nor­men, die das in sich Schlech­te ver­bie­ten, gibt es für nie­man­den Pri­vi­le­gi­en oder Aus­nah­men. Ob einer der Herr der Welt oder der Letz­te, »Elen­de­ste« auf Erden ist, macht kei­nen Unter­schied: Vor den sitt­li­chen Ansprü­chen sind wir alle abso­lut gleich“ (Johan­nes Paul II., Enzy­kli­ka Veri­ta­tis sple­ndor, 96).
  • „Die Pflicht, die Unmög­lich­keit der Zulas­sung [der „wie­der­ver­hei­ra­te­ten Geschie­de­nen“] zum Emp­fang der Eucha­ri­stie zu unter­strei­chen, ist viel­mehr Bedin­gung wirk­li­cher pasto­ra­ler Sor­ge, ech­ter Sor­ge um das Wohl die­ser Gläu­bi­gen und der gan­zen Kir­che, inso­fern sie die not­wen­di­gen Bedin­gun­gen für den wah­ren Voll­zug jener Umkehr anzeigt, zu der alle immer vom Herrn ein­ge­la­den sind“ (Päpst­li­cher Rat für die Geset­zes­tex­te, Erklä­rung über die Zulas­sung der wider­ver­hei­ra­te­ten Geschie­de­nen zur Hei­li­gen Kom­mu­ni­on, 24. Juni 2000, n. 5).

Gemäß der Leh­re des Zwei­tes Vati­ka­ni­schen Kon­zils sol­len die Bischö­fe die Ein­heit des Glau­bens und die der gan­zen Kir­che gemein­sa­me Dis­zi­plin för­dern und schüt­zen, und alle Bestre­bun­gen för­dern, dass der Glau­be wach­se und das Licht der vol­len Wahr­heit allen Men­schen auf­ge­he (vgl. Lumen gen­ti­um, 23). Des­halb sind wir als katho­li­sche Bischö­fe im Gewis­sen dazu gedrängt ange­sichts der augen­blick­lich sich aus­brei­ten­den Ver­wir­rung, die unver­än­der­li­che Wahr­heit und die gleich­falls unver­än­der­li­che sakra­men­ta­le Dis­zi­plin bezüg­lich der Unauf­lös­lich­keit der Ehe gemäß dem zwei­tau­send­jäh­ri­gen und unver­än­der­ten Lehr­amt der Kir­che zu beken­nen. In die­sem Sin­ne bekräf­ti­gen wir:

  • Geschlechts­be­zie­hun­gen zwi­schen Per­so­nen, wel­che nicht durch ein gül­ti­ges Ehe­band mit­ein­an­der ver­bun­den sind – was für soge­nann­te „Wie­der­ver­hei­ra­te­te Geschie­de­nen“ zutrifft –, wider­spre­chen immer dem Wil­len Got­tes und stel­len eine schwe­re Belei­di­gung Got­tes dar.
  • Kein Umstand oder Zweck, nicht ein­mal eine mög­li­che Nicht-Zure­chen­bar­keit oder Schuld­min­de­rung, kön­nen sol­che sexu­el­le Bezie­hun­gen zu einer posi­ti­ven sitt­li­chen Wirk­lich­keit und Gott wohl­ge­fäl­lig machen. Das­sel­be gilt auch für die ande­ren nega­ti­ven Vor­schrif­ten der Zehn Gebo­te Got­tes. Denn „es gibt Hand­lun­gen, die durch sich selbst und in sich, unab­hän­gig von den Umstän­den, immer schwer­wie­gend uner­laubt sind wegen ihres objek­ti­ven Inhal­tes“ (Johan­nes Paul II., Apo­sto­li­sche Exhor­ta­ti­on Recon­ci­lia­tio et pae­n­i­ten­tia, 17).
  • Die Kir­che besitzt nicht das unfehl­ba­re Cha­ris­ma, über den inne­ren Stand der Gna­de eines Gläu­bi­gen zu rich­ten (vgl. Kon­zil von Tri­ent, sess. 24, cap. 1). Die Nicht­zu­las­sung zur Hei­li­gen Kom­mu­ni­on von soge­nann­ten „wie­der­ver­hei­ra­te­ten Geschie­de­nen“ bedeu­tet kein Urteil über die Tat­sa­che, ob sie sich vor Gott im Stand der Gna­de befin­den, son­dern ein Urteil über den sicht­ba­ren, öffent­li­chen und objek­ti­ven Cha­rak­ter ihrer Situa­ti­on. Auf­grund der sicht­ba­ren Natur der Sakra­men­te und der Kir­che, hängt der Emp­fang der Sakra­men­te not­wen­di­ger­wei­se von der ent­spre­chen­den sicht­ba­ren und objek­ti­ven Situa­ti­on der Gläu­bi­gen ab.
  • Es ist sitt­lich nicht erlaubt, sexu­el­le Bezie­hun­gen mit einer Per­son zu unter­hal­ten, wel­che nicht der eige­ne Ehe­gat­te ist, um angeb­lich eine ande­re Sün­de zu ver­mei­den. Das Wort Got­tes lehrt uns näm­lich, dass es nicht erlaubt ist „Böses zu tun, damit Gutes ent­steht“ (Röm. 3, 8).
  • Die Zulas­sung sol­cher Per­so­nen zur hei­li­gen Kom­mu­ni­on kann nur dann gestat­tet sein, wenn sie mit der Hil­fe der Gna­de Got­tes und durch eine gedul­di­ge und indi­vi­du­el­le seel­sorg­li­che Beglei­tung sich ernst­haft vor­neh­men, künf­tig auf die­se Gewohn­heit zu ver­zich­ten und kein Ärger­nis zu geben. Dar­in hat sich in der Kir­che immer die wah­re geist­li­che Unter­schei­dung und die authen­ti­sche seel­sorg­li­che Beglei­tung aus­ge­drückt.
  • Per­so­nen mit gewohn­heits­mä­ßi­gen nicht­ehe­li­chen Geschlechts­be­zie­hun­gen ver­let­zen durch solch eine Lebens­wei­se ihr unauf­lös­li­ches bräut­li­ches Ehe­band ihrem recht­mä­ßi­gen Ehe­gat­ten gegen­über. Des­halb sind sie nicht fähig, im „Geist und in der Wahr­heit“ (vgl. Joh. 4, 23) am eucha­ri­sti­schen Hoch­zeits­mahl Chri­sti teil­zu­neh­men, in Anbe­tracht auch der Wor­te des Kom­mu­ni­onri­tus: „Selig, die zum Hoch­zeits­mahl des Lam­mes gela­den sind!“ (Offb. 19, 9).
  • Die Erfül­lung des Wil­lens Got­tes, wel­cher in Sei­nen Zehn Gebo­ten und in Sei­nem aus­drück­li­chen und abso­lu­ten Ver­bot der Ehe­schei­dung geof­fen­bart ist, stellt das wah­re gei­sti­ge Gut der Men­schen hier auf Erden dar und wird sie zur wah­ren Freu­de der Lie­be im ewi­gen Leben füh­ren.

Da die Bischö­fe in ihrem pasto­ra­len Amt „För­de­rer des katho­li­schen und apo­sto­li­schen Glau­bens“ sind (vgl. Mis­sa­le Roma­num, Canon Roma­nus), sind wir uns die­ser schwe­ren Ver­ant­wor­tung bewusst und eben­so unse­rer Pflicht unse­ren Gläu­bi­gen gegen­über, die von uns ein öffent­li­ches und unzwei­deu­ti­ges Bekennt­nis zu der unver­än­der­li­chen Wahr­heit und Dis­zi­plin der Kir­che bezüg­lich der Unauf­lös­lich­keit der Ehe erwar­ten. Aus die­sem Grund ist es uns nicht erlaubt zu schwei­gen.

Im Geist des hei­li­gen Johan­nes des Täu­fers, des hei­li­gen John Fisher, des hei­li­gen Tho­mas Morus, der Seli­gen Lau­ra Vicu­ña und zahl­rei­cher bekann­ter und unbe­kann­ter Beken­ner und Mär­ty­rer der Unauf­lös­lich­keit der Ehe bekräf­ti­gen wir:

Es ist nicht erlaubt (non licet), eine dau­er­haf­te nicht­ehe­li­che sexu­el­le Bezie­hung mit­tels der sakra­men­ta­len Dis­zi­plin der Zulas­sung zur hei­li­gen Kom­mu­ni­on von soge­nann­ten „wie­der­ver­hei­ra­tet Geschie­de­nen“ weder direkt noch indi­rekt zu recht­fer­ti­gen, gut­zu­hei­ßen oder zu legi­ti­mie­ren, weil es sich in die­sem Fall um eine der gesam­ten Über­lie­fe­rung des katho­li­schen und apo­sto­li­schen Glau­bens wesens­frem­den Dis­zi­plin han­delt.

Wäh­rend wir die­ses öffent­li­che Bekennt­nis vor unse­rem Gewis­sen und vor Gott, der uns rich­ten wird, able­gen, sind wir auf­rich­tig davon über­zeugt, dadurch einen Dienst der Lie­be in der Wahr­heit für die Kir­che unse­rer Tage und für den Papst getan zu haben, den Nach­fol­ger des hei­li­gen Petrus, und Stell­ver­tre­ter Chri­sti auf Erden.

31. Dezem­ber 2017, Fest der Hei­li­gen Fami­lie, im Jahr der Hun­dert­jahr­fei­er der Erschei­nun­gen der Got­tes­mut­ter in Fati­ma.

+ Tomasz Peta, Erz­bi­schof Metro­po­lit der Erz­diö­ze­se der Hei­li­gen Maria in Asta­na

+ Jan Pawel Len­ga, Erz­bi­schof-Bischof von Kara­gan­da

+ Atha­na­si­us Schnei­der, Weih­bi­schof der Erz­diö­ze­se der Hei­li­gen Maria in Asta­na

Bild: Cor­ris­pon­den­za Roma­na