Papst Franziskus kniete in Bari

Papst Franziskus am Grab des heiligen Nikolaus von Myra in Bari.
Papst Franziskus am Grab des heiligen Nikolaus von Myra in Bari.

(Rom) Als Papst Fran­zis­kus am ver­gan­ge­nen Sams­tag die päpst­li­che Basi­li­ka San Nico­la in Bari besuch­te, knie­te er zum Gebet nie­der.

Die ab 1087 errich­te­te Basi­li­ka ist dem hei­li­gen Niko­laus von Myra geweiht. Sie wur­de zur Auf­be­wah­rung sei­ner Gebei­ne errich­tet, die vor 930 Jah­re vor den Mus­li­men in Sicher­heit gebracht wur­den.

Papst Franziskus beugt sich zum Grab des Heiligen, das sich unter dem Altar der Krypta befindet.
Papst Fran­zis­kus beugt sich zum Grab des Hei­li­gen, das sich unter dem Altar der Kryp­ta befin­det.

Da der Hei­li­ge auch in der Ost­kir­che beson­ders ver­ehrt wird, hat­te Fran­zis­kus die Patri­ar­chen der mit Rom unier­ten und der ortho­do­xen und alt­ori­en­ta­li­schen Patri­ar­chen nach Bari ein­ge­la­den. In der Basi­li­ka wird im latei­ni­schen wie im byzan­ti­ni­schen Ritus zele­briert. Zahl­rei­che Chri­sten der ost­kirch­li­chen Tra­di­ti­on pil­gern nach Bar. Als eine klei­ne Reli­quie vor kur­zem Ruß­land besuch­te, pil­ger­ten Mil­lio­nen Gläu­bi­ge in die Kir­che, wo sie öffent­lich zur Ver­eh­rung aus­ge­stellt wur­de.

Gemein­sam mit den Patri­ar­chen besuch­te er mit dem Papst die Kapel­le, in er die Reli­qui­en in einem Altar ein­ge­las­sen sind. Vor dem Grab knie­te Papst Fran­zis­kus, zum Erstau­nen der Anwe­sen­den, zum Gebet nie­der.

Das Ereig­nis ist berich­tens­wert, weil Papst Fran­zis­kus nur sehr sel­ten eine Knie­beu­ge macht oder nie­der­kniet, auch nicht vor dem Aller­hei­lig­sten in der Wand­lung. Eine offi­zi­el­le Erklä­rung für die­ses unge­wöhn­li­che Ver­hal­ten wur­de nie gege­ben. Dem Papst nahe­ste­hen­de Vati­ka­ni­sten schrie­ben von einem alten Knie- oder Hüft­lei­den, das ihn dar­an hin­dern wür­de. Tat­säch­lich hinkt der Papst leicht beim Gehen. Wovon sich jeder über­zeu­gen kann. Unklar ist, war­um der Hei­li­ge Stuhl nie eine Erklä­rung dazu abgab und die­ses Gebre­chen bestä­tig­te.

In Bari frag­ten sich eini­ge Jour­na­li­sten, aber auch Gläu­bi­ge, war­um der Papst vor den Reli­qui­en eines Hei­li­gen kniet, aber nicht vor dem Aller­hei­lig­sten. Der Grund, so die geäu­ßer­te Mut­ma­ßung, war die Anwe­sen­heit der ortho­do­xen und alt­ori­en­ta­li­schen Patri­ar­chen. In den Ost­kir­chen gel­ten ande­re Ver­hal­tens­re­geln in der Kir­che und in der Lit­ur­gie als in der latei­ni­schen Kir­che. Man­che Din­ge wer­den dort stren­ger gese­hen.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Vatican.va (Screen­shots)

1 Kommentar

  1. Nach Kanon 20 des 1. öku­me­ni­schen Kon­zils kniet man sonn­tags und in der Zeit zwi­schen Ostern und Pfing­sten nicht.

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