Heiratsantrag im Vatikan — und mit dem Papst als Zeugen

Ungewöhnlicher Heiratsantrag: im Vatikan und mit dem Papst als Zeugen.
Ungewöhnlicher Heiratsantrag: im Vatikan und mit dem Papst als Zeugen. In der Mitte Kardinal Schönborn.

(Rom) Zu einem unge­wöhn­li­chen Ereig­nis kam es am ver­gan­ge­nen Sonn­tag am Ran­de einer Pri­vat­au­di­enz für katho­li­sche Poli­ti­ker. „An nega­ti­ven Mel­dung sind die Schlag­zei­len reich. End­lich dar­um eine Nach­richt, die hof­fen läßt“, so die Tages­zei­tung Ulti­ma Hora.

Nach dem mit­täg­li­chen Ange­lus emp­fing Papst Fran­zis­kus am 27. August 250 Teil­neh­mer des Jah­res­mee­tings des Inter­na­tio­nal Catho­lic Legis­la­tors Net­work (ICLN) und deren Ange­hö­ri­ge. In der Sala Cle­men­ti­na wur­den die Teil­neh­mer dem Papst vor­ge­stellt. Die­ses Pri­vi­leg nütz­te ein ICLN-Ver­tre­ter als ein­ma­li­ge Gele­gen­heit für einen Schritt, der für sein wei­te­res Leben bin­dend sein könn­te. Er mach­te einer eben­falls anwe­sen­den bild­hüb­schen Frau einen Hei­rats­an­trag. Der jun­ge Mann rief den Papst als Zeu­gen an, knie­te vor ihm nie­der und mach­te ihr einen förm­li­chen Antrag, wobei er ihr einen Ver­lo­bungs­ring ent­ge­gen­hielt. Die Ange­spro­che­ne war eben­so ver­blüfft wie gerührt und wil­li­ge freu­dig ein. Die Umste­hen­den waren nicht weni­ger erstaunt, eben­so Papst Fran­zis­kus, der dann eini­ge wohl­wol­len­de Wor­te hin­zu­füg­te.

Der eben­so unge­wöhn­lich wie hoff­nungs­vol­le Augen­blick wur­de vom anwe­sen­den Pho­to­gra­phen des Vati­kans bild­lich fest­ge­hal­ten und auf dem Insta­gram-Kanal der katho­li­schen Pres­se­agen­tur ACI Pren­sa ver­öf­fent­licht. „Wir beten für alle jun­gen Men­schen, die sich für die Beru­fung zur Ehe ent­schei­den und die­se in Rein­heit leben“, schrieb die para­gu­ay­ische Tages­zei­tung Ulti­ma Hora, die Auf­nah­men des beson­de­ren Ereig­nis­ses ver­öf­fent­lich­te.

Das Inter­na­tio­nal Catho­lic Legis­la­tors Net­work ist ein Netz­werk katho­li­scher Par­la­ments­ab­ge­ord­ne­ter aus aller Welt, das erst 2010 unter der Schirm­herr­schaft von Lord David Alton, Ange­hö­ri­ger des bri­ti­schen Ober­hau­ses, und Kar­di­nal Chri­stoph Schön­born, Erz­bi­schof von Wien, gegrün­det wur­de. Ziel ist es, Abge­ord­ne­te zum Gedan­ken­aus­tausch zu sam­meln, die ihren Glau­ben nicht an der Gar­de­ro­be des Par­la­ments able­gen, son­dern in die par­la­men­ta­ri­sche Arbeit hin­ein­neh­men.

Der Nie­der­län­der Chri­stia­an Alting von Geu­sau ist der­zeit ICLN-Vor­sit­zen­der. Der Kreis der Teil­neh­mer erwei­te­re sich von Jahr zu Jahr. Chri­stia­an Alting von Geu­sau, auch Prä­si­dent der Inter­na­tio­na­len Theo­lo­gi­schen Insti­tuts (ITI) im öster­rei­chi­schen Tru­mau, begrüß­te neue Mit­glie­der, „muti­ge Poli­ti­ker“, so der Vor­sit­zen­de, aus Kenia, Ugan­da, Sim­bab­we und Mala­wi. Aus die­sen Staa­ten haben sich Poli­ti­ker zusam­men­ge­schlos­sen, um gemein­sam „für den Schutz des mensch­li­chen Lebens, die Men­schen­wür­de, die Ehe, die Fami­lie und die Reli­gi­ons­frei­heit zu arbei­ten“.

Kar­di­nal Schön­born beton­te in sei­nen Ein­gangs­wor­ten, daß die Mee­tings des ICLN „immer eine aus­ge­zeich­ne­te Gele­gen­heit zu einem Gedan­ken­aus­tausch sind“.

Chri­stia­an Alting von Geu­sau berich­te­te zum Zusam­men­schluß der afri­ka­ni­schen Abge­ord­ne­ten, daß es dar­um gehe „effi­zi­en­ter und geein­ter die Ein­füh­rung unge­rech­ter Geset­ze in ihren Län­dern zu ver­hin­dern“ und einem „ideo­lo­gi­schen Kolo­nia­lis­mus des Westens“ ent­ge­gen­zu­tre­ten.

Zen­tra­les The­ma des dies­jäh­ri­gen Mee­tings war vor allem die Lage der Chri­sten im Nahen Osten und die Chri­sten­ver­fol­gung in ver­schie­de­nen Staa­ten der Welt.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Vatican.va/OSS (Screen­shot)




Sie lesen gern Katholisches.info? Zeigen Sie Ihre Wertschätzung!





1 Kommentar

Kommentare sind deaktiviert.