In Gottes Augen ist das menschliche Leben kostbar, heilig und unantastbar

Mittwochskatechese von Papst Franziskus

Generalaudienz

Lie­be Brü­der und Schwe­stern,

in der Kate­che­se letz­te Woche über das fünf­te Gebot haben wir gese­hen, dass in Got­tes Augen das mensch­li­che Leben kost­bar, hei­lig und unan­tast­bar ist. Nie­mand kann das Leben des ande­ren oder das eige­ne gering schät­zen, denn der Mensch ist Abbild Got­tes, der ihn gren­zen­los liebt.

Jesus gibt die­sem Gebot einen noch tie­fe­ren Sinn. Er sagt, dass schon der Zorn eine Form von Mord ist und auch Belei­di­gung und Ver­ach­tung töten kön­nen (vgl. Mt 5,21ff). Der Mensch ist emp­find­sam; er hat ein ver­bor­ge­nes Ich, das leich­ter ver­letzt wer­den kann als sein Kör­per. Gleich­gül­tig­keit tötet, Gefühl­lo­sig­keit tötet. Wir ken­nen die Ant­wort Kains, des ersten Mör­ders: „Bin ich der Hüter mei­nes Bru­ders?“ (Gen 4,9). Der Mit­mensch geht uns doch etwas an, der eine ist der Hüter des ande­ren. Das mensch­li­che Leben braucht Lie­be, Barm­her­zig­keit. Wir kom­men nicht um eine Lie­be her­um, die ver­gibt und den annimmt, der uns Böses getan hat. Nicht lie­ben ist der erste Schritt, um zu töten. „Du sollst nicht töten“ ist der erste Schritt, um zu lie­ben, und heißt sor­gen, wert­schät­zen, mit­ein­schlie­ßen und ver­ge­ben. Nichts Böses tun ist nicht genug, von uns Men­schen wird mehr ver­langt. Jeder hat an sei­nem Platz das Gute zu tun. „Du sollst nicht töten“ ist mehr, näm­lich Auf­ruf zu Lie­be und Barm­her­zig­keit.

Ger­ne hei­ße ich die Pil­ger deut­scher Spra­che will­kom­men. Ins­be­son­de­re grü­ße ich die Schüt­zen aus Drols­ha­gen-Schrei­bers­hof und die ver­schie­de­nen Jugend­grup­pen, vor allem die Maria Ward Real­schu­le Augs­burg, die Lieb­frau­en­schu­le Ber­lin, die Mini­stran­ten der Pfar­rei St. Remi­gius Vier­sen und die Mini­stran­ten­wall­fahrt des Erz­bis­tums Köln. Ihr seid zahl­reich gekom­men, dan­ke! Der Herr hel­fe euch, in der Lie­be zu wach­sen, und beschüt­ze euch alle­zeit.