Erzbischof Joseph Absi neuer Patriarch der Melkitischen Griechisch-Katholischen Kirche

Heiliger Synod der Melkiten wählte Erzbischof Joseph Absi zum neuen Patriarchen von Antiochien, Jerusalem und Alexandrien
Heiliger Synod der Melkiten wählte Erzbischof Joseph Absi zum neuen Patriarchen von Antiochien, Jerusalem und Alexandrien

(Bei­rut) Erz­bi­schof Joseph Absi, seit 2007 Patri­ar­chal­vi­kar der Epar­chie Damas­kus, wur­de heu­te zum neu­en Patri­ar­chen der mit Rom unier­ten Mel­ki­ti­schen Grie­chisch-Katho­li­schen Kir­che gewählt. Er folgt Gre­go­ri­os III. Laham nach, des­sen Rück­tritts­ge­such von Papst Fran­zis­kus am ver­gan­ge­nen 6. Mai ange­nom­men wor­den war. Gre­go­ri­os III., 83 Jah­re alt, hat­te seit 2000 das Patri­ar­chen­amt beklei­det.

Der neue Patri­arch voll­ende­te gestern sein 71. Lebens­jahr. Er ist Ange­hö­ri­ger der Mis­si­ons­ge­sell­schaft des hei­li­gen Pau­lus, eines 1903 gegrün­de­ten mel­ki­ti­schen Mis­si­ons­or­dens. Von 2001–2006 war er Gene­ral­obe­rer sei­nes Ordens und zugleich Weih­bi­schof des Patri­ar­chats von Antio­chi­en.

Seit 2001 war er zudem Vor­sit­zen­der der syri­schen Cari­tas.

Der neue Patriarch Joseph Absi
Der neue Patri­arch Joseph Absi

Der voll­stän­di­ge Titel des neu­en Patri­ar­chen lau­tet Patri­arch von Antio­chi­en und dem Gan­zen Ori­ent, von Jeru­sa­lem und von Alex­an­dri­en. Gebo­ren wur­de er 1946 in Damas­kus. Sei­ne Wahl erfolg­te durch eine Außer­or­dent­li­che Syn­ode, die der­zeit in der liba­ne­si­schen Klein­stadt Aley süd­öst­lich von Bei­rut tagt.

Die Wahl wur­de durch den Rück­tritt des bis­he­ri­gen Patri­ar­chen not­wen­dig und been­det eine unru­hi­ge Zeit für die mel­ki­ti­sche Kir­che, die durch ein gespann­tes Ver­hält­nis zwi­schen dem vor­ma­li­gen Patri­ar­chen und eini­gen „Rebel­len­bi­schö­fen“ geprägt wur­de.

Die Apo­sto­li­schen Nun­tien für Syri­en, Kar­di­nal Mario Zena­ri, und den Liba­non, Msgr. Gabrie­le Cac­cia, hat­ten in den ver­gan­ge­nen Mona­ten maß­geb­lich zur Ver­söh­nung bei­getra­gen. Die Span­nun­gen waren zum Teil so stark, daß eine Spal­tung der Kir­che nicht aus­ge­schlos­sen schien. Die Neu­wahl mach­te die Über­win­dung der Brü­che mög­lich.

Patri­arch Joseph Absi, ist der 21. mit Rom unier­te, grie­chi­sche Patri­arch von Antio­chi­en. Er besitzt neben der syri­schen Staats­bür­ger­schaft auch die liba­ne­si­sche. Als Patri­ar­chal­vi­kar von Damas­kus erleb­te er den gan­zen Syri­en­krieg aus näch­ster Nähe.

Die Mel­ki­ten befin­den sich seit 1724 in Uni­on mit Rom, als sie sich von der grie­chisch-ortho­do­xen Kir­che von Antio­chi­en und in die Ein­heit mit Rom zurück­kehr­ten.

Die Kir­che zählt mehr als 1,7 Mil­lio­nen Gläu­bi­ge vor allem in Syri­en, im Liba­non, in Jor­da­ni­en und Palä­sti­na, aber auch in Ägyp­ten und durch die Ver­drän­gung der Chri­sten aus dem Nahen Osten heu­te auch in Nord­ame­ri­ka, Bra­si­li­en, Frank­reich, Austra­li­en, Kana­da und im deut­schen Sprach­raum.

Die Mel­ki­ten zele­brie­ren die hei­li­ge Lit­ur­gie im byzan­ti­ni­schen Ritus. Von den ande­ren Chri­sten des Nahen Ostens unter­schei­den sie sich, weil sie neben Grie­chisch auch Ara­bisch als Lit­ur­gie­spra­che ver­wen­den.

Text: Asianews/Giuseppe Nar­di
Bild: Asia­news