Was wurde zwischen Venezuelas Bischöfen und dem Papst besprochen?

Das Dossier der Venezolanischen Bischofskonferenz über die bei den Protesten von Regierungseinheiten getöteten Menschen, wie es Papst Franziskus übergeben wird.
Das Dossier der Venezolanischen Bischofskonferenz über die bei den Protesten von Regierungseinheiten getöteten Menschen, wie es Papst Franziskus übergeben wird.

(Rom) Gestern emp­fing Papst Fran­zis­kus die Spit­ze der Vene­zo­la­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz in Pri­vat­au­di­enz. Was wur­de über den Inhalt der Begeg­nung bis­her bekannt?

Da das Tref­fen hin­ter ver­schlos­se­nen Türen statt­fand, weiß man der­zeit noch sehr wenig. Das vati­ka­ni­sche Pres­se­amt ver­zeich­ne­te die Audi­enz, trotz ihres pri­va­ten Cha­rak­ters, in der offi­zi­el­len Audi­enz­li­ste.

Die Vene­zo­la­ni­sche Bischofs­kon­fe­renz ver­öf­fent­lich­te am Nach­mit­tag zwei Twit­ter-Ein­trä­ge:

„Die vene­zo­la­ni­schen Bischö­fe über­ga­ben dem Papst Unter­la­gen über die Toten bei den Pro­te­sten und Zah­len zur huma­ni­tä­ren Kri­se.“

„Papst Fran­zis­kus emp­fingt die Spit­ze der CEV [Vene­zo­la­ni­sche Bischofs­kon­fe­renz], die ihm Details der huma­ni­tä­ren Kri­se in Vene­zue­la vor­leg­te.

Auf den zugleich ver­öf­fent­li­chen Pho­tos ist die Über­rei­chung eines Dos­siers an den Papst über die Toten zu sehen, die Opfer der gewalt­sa­men Nie­der­schla­gung der Volks­pro­te­ste durch das sozia­li­sti­sche Regime wur­den.

Erz­bi­schof Die­go Padrón, der Vor­sit­zen­de der Bischofs­kon­fe­renz, sprach im Anschluß mit dem vene­zo­la­ni­schen Radio­sen­der Uni­on Radio. Dabei sag­te er zur Reak­ti­on von Papst Fran­zis­kus:

„Er ist uns ganz nahe, vol­le Unter­stüt­zung für die Vene­zo­la­ni­sche Bischofs­kon­fe­renz, eine Kund­ge­bung, die weder Mei­nungs­un­ter­schie­de noch Distanz zwi­schen dem Papst und der Bischofs­kon­fe­renz zeig­te. Im Gegen­teil: Wir ver­si­cher­ten ihn in die­ser Begeg­nung unse­res Gehor­sams, und er ver­si­cher­te uns sei­ner vol­len Unter­stüt­zung.“

In den ver­gan­ge­nen Mona­ten spra­chen die Fak­ten eine ande­re Spra­che. Papst Fran­zis­kus ist für sei­ne Sym­pa­thien für latein­ame­ri­ka­ni­sche Links­re­gie­run­gen bekannt. Staats­prä­si­dent Nico­las Madu­ro wur­de bereits zwei­mal im Vati­kan emp­fan­gen. Für die „anti­re­vo­lu­tio­nä­re“ Oppo­si­ti­on fand der Papst noch kei­ne Zeit.

Konn­te sich die Vene­zo­la­ni­sche Bischofs­kon­fe­renz also mit ihrer regime­kri­ti­schen Hal­tung durch­set­zen? Eine Stel­lung­nah­me des Hei­li­gen Stuhls liegt dazu nicht vor.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Twitter/CEV (Screen­shots)