US-Bischof ruft zur knienden Mundkommunion auf — aus „Ehrfurcht“

Bischof Morlino von Madison (Wisconsin) fordert zur knienden Mundkommunion auf
Bischof Morlino von Madison (Wisconsin) fordert zur knienden Mundkommunion auf

(Washing­ton) Bischof Robert Mor­li­no, Bischof von Madi­son im US-Bun­des­staat Wis­con­sin, rief im ver­gan­ge­nen April alle Gläu­bi­gen sei­nes Bis­tums auf, nicht mehr die Hand­kom­mu­ni­on, son­dern die Mund­kom­mu­ni­on zu prak­ti­zie­ren. Ab Herbst sol­len die Erst­kom­mu­ni­on­kin­der in die­sem Sinn unter­wie­sen wer­den.

2015: Rückführung des Tabernakels in das Zentrum des Altarraumes

Rückführung des Tabernakels ins Zentrum des Altarraumes
Rück­füh­rung des Taber­na­kels ins Zen­trum des Altar­rau­mes

Im Sep­tem­ber 2015 erteil­te er sei­nen Prie­stern Anwei­sung, den Taber­na­kel in den 134 Pfarr­kir­chen sei­nes Bis­tums wie­der ins Zen­trum des Pres­by­te­ri­ums zurück­zu­füh­ren. Vor allem in Kir­chen­neu­bau­ten wur­de das Aller­hei­lig­ste an die Sei­te gedrängt, aus dem Altar­raum ent­fernt und in Sei­ten­ka­pel­len ver­legt. Bischof Mor­li­no räum­te den Pfar­rei­en für die nöti­gen Umbau­ar­bei­ten einen Zeit­rah­men von drei Jah­ren ein.

Die Rück­füh­rung des Taber­na­kels in den archi­tek­to­ni­schen Mit­tel­punkt der Kir­che bedeu­te, das Aller­hei­lig­ste an sei­nen natür­li­chen Platz zurück­zu­füh­ren und damit das not­wen­di­ge Gleich­ge­wicht wie­der her­zu­stel­len, so der Bischof. Es gehe dar­um, den Blick wie­der auf Jenen zu len­ken, der die Kir­che gestif­tet hat und deren Haupt ist, der leben­di­ge Gott, der im Aller­hei­lig­sten unter uns gegen­wär­tig ist.

2017: Mundkommunion statt Handkommunion

Im ver­gan­ge­nen 11. April rich­te­te Bischof Mor­li­no an alle Gläu­bi­gen die Auf­for­de­rung, die hei­li­ge Kom­mu­ni­on nicht mit den Hän­den anzu­fas­sen, son­dern direkt in den Mund zu emp­fan­gen. Er mach­te sich in der Chri­sam-Mes­se des Grün­don­ners­tags die Besorg­nis von Kar­di­nal Robert Sarah, des Prä­fek­ten der römi­schen Kon­gre­ga­ti­on für den Got­tes­dienst und die Sakra­men­ten­ord­nung zu eigen.  Der Bischof ging dabei von der Aus­sa­ge aus, daß die Kir­chen­kri­se eine Glau­bens­kri­se ist und die Glau­bens­kri­se eine Gebets­kri­se:

„Wenn wir beten, dann glau­ben wir. Glau­be und Gebet kön­nen nie­mals getrennt wer­den. Und was ist unser bedeu­tend­stes Gebet? Die hl. Mes­se!“

Wenn die Hei­li­ge Mes­se das „bedeu­tend­ste Gebet“ ist, dann stel­le sich auch die Fra­ge nach der Ehr­furcht vor der Hei­li­gen Mes­se und dem Altarsa­kra­ment mit beson­de­rer Dring­lich­keit. Wört­lich sag­te der Bischof laut Roman Catho­lic Man:

„Ich möch­te Sie bit­ten, daß wir uns mit einer grö­ße­ren Ehr­furcht bewe­gen, wenn wir die hei­li­ge Kom­mu­ni­on emp­fan­gen. Ich möch­te Sie bit­ten, daß Sie die Leu­te ermu­ti­gen, die hei­li­ge Kom­mu­ni­on auf die Zun­ge zu emp­fan­gen und dabei zu knien […] Ich möch­te Sie bit­ten, ab Herbst damit zu begin­nen, unse­re Schü­ler zu unter­rich­ten, die Mund­kom­mu­ni­on zu emp­fan­gen.“

In den USA war die Hand­kom­mu­ni­on 1977 unter dem dama­li­gen Erz­bi­schof von Cin­cin­na­ti und Vor­sit­zen­den der Ame­ri­ka­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz, dem spä­te­ren Kar­di­nal Joseph Lou­is Ber­nar­din (1928–1996), ein­ge­führt wor­den. Ber­nar­din wird vor­ge­wor­fen, die dafür nöti­ge Zwei­drit­tel­mehr­heit mit Druck und List erschli­chen zu haben.

Msgr. Mor­li­no gehört dem Jesui­ten­or­den an, für den er 1974 die Prie­ster­wei­he emp­fing. 1999 ernann­te ihn Papst Johan­nes Paul II. zum Bischof von Hele­na in Mon­ta­na. 2003 erging der Ruf zum Bischof von Madi­son in Wis­con­sin. Der Bischof zele­brier­te bereits per­sön­lich in der über­lie­fer­ten Form des Römi­schen Ritus.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Bad­ger Catholic/NLM (Screen­shots)

3 Kommentare

  1. Wie erfreu­lich, dass es auch einen sol­chen Jesui­ten gibt, ich hof­fe, dass er von einer kom­mis­sa­ri­schen Ver­wal­tung ver­schont bleibt. Möge der Herr uns auch sol­che Bischö­fe schen­ken.

  2. Ich bin Prie­ster und ste­he dies­be­züg­lich hin­ter die­sem Bischof. Möge Gott die blin­den Augen öff­nen und möge er es ver­hin­dern dass die­sem Bischof Unge­rech­tig­keit wie­der­fährt.

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