Piusbruderschaft: Bitte kein Plädoyer mehr für Hürden!

Jesus sagte: Komm! Da stieg Petrus aus dem Boot und ging über das Wasser auf Jesus zu. Als er aber sah, wie heftig der Wind war, bekam er Angst und begann unterzugehen. Er schrie: "Herr, rette mich!" (Mt 14,22-33)
Jesus sagte: Komm! Da stieg Petrus aus dem Boot und ging über das Wasser auf Jesus zu. Als er aber sah, wie heftig der Wind war, bekam er Angst und begann unterzugehen. Er schrie: "Herr, rette mich!" (Mt 14,22-33).

Gast­kom­men­tar von Klaus Obenauer*

1. Anlass

Eini­ges Ver­ständ­nis habe ich für die Ein­wän­de von Herrn Dr. Büning, die er jüngst auf die­sem Forum erho­ben hat gegen die (end­gül­ti­ge) Aus­söh­nung der Kir­che mit der Pius­bru­der­schaft (FSSPX) ohne gewis­se Vor­be­din­gun­gen und Kau­te­len; Vor­be­din­gun­gen und Kau­te­len, die sich ein­schnei­dend aus­wir­ken könn­ten. Vor allem beträ­fe dies die prin­zi­pi­el­le Aner­ken­nung des Zwei­ten Vati­kanums und des nach­kon­zi­liä­ren Weges, weil ande­res mit der Kano­ni­sie­rung der Nach-/Kon­zil­späp­ste, die für zwei schon erfolgt ist, nicht zu ver­ein­ba­ren wäre.

Bei allem Ver­ständ­nis für den Ein­spruch von Herrn Dr. Büning – in der Quint­es­senz hal­te ich ihn ent­schie­den für nicht ange­bracht bezie­hungs­wei­se für nicht ziel­füh­rend. Im Gegen­zug tra­ge ich mein Anti­plä­doy­er vor „sine tem­e­ra­ria as­ser­tione“, im Wis­sen, dass ich auch falsch lie­gen kann.

Ins­ge­samt, wie ich zuge­be, beschrän­ken sich mei­ne per­sön­li­chen Kon­tak­te in Rich­tung FSSPX auf ver­ein­zel­te Tuch­füh­lun­gen, wirk­li­chen Kon­takt „mit der Sze­ne“ habe ich nicht. Das birgt ein gewis­ses Risi­ko, wenn ich zum Bei­spiel an mein eige­nes Enga­ge­ment vor inzwi­schen ein paar Jah­ren auf die­sem Forum zu­rückdenke, nicht ganz ohne Selbst­kri­tik. Trotz­dem blei­be ich mit guten Grün­den auch heu­te noch bei mei­nem Votum von gestern.

2. Mein altes neues Votum

Und die­ses Votum geht in der Tat auf eine weit­ge­hend (!) bedin­gungs­lo­se Re­konziliation bzw. Regu­lie­rung der FSSPX. Bei allem Wis­sen und aller Ahnung von Eng­füh­run­gen, Gren­zen etc., wie sie auch Herr Dr. Büning andeu­tet: Alles in allem sehe ich per­sön­lich in einer ande­ren Vor­ge­hens­wei­se einen Ver­stoß ge­gen Wahr­heit und Gerech­tig­keit gleichermaßen.

„Weit­ge­hend bedin­gungs­los“, for­mu­lier­te ich. In der Ver­gan­gen­heit sprach ich da gern von einer „Unter­gren­ze“, die es von Sei­ten der FSSPX zu akzep­tie­ren gäl­te, eine Unter­gren­ze näm­lich für die kri­ti­sche Distan­zie­rung von der nun mal fak­tisch weit­hin vom Zwei­ten Vati­ka­num bestimm­ten Kir­che. Was ich damit mei­ne, möch­te ich für jetzt knapp in fol­gen­de Wor­te fassen:

Zu erwar­ten ist eine prin­zi­pi­el­le Treue dem Lehr­amt gegen­über, die Anerken­nung des­sel­ben als einer prin­zi­pi­ell vertrauens­würdigen (!) Grö­ße, eine Aner­kennung, die man nicht ab einem gewis­sen Fix­datum ein­fach sistie­ren kann. Der sprin­gen­de Punkt in der Sache wäre von daher: Wenn man dem Zwei­ten Vatika­num (und so­mit der mora­li­schen Gesamt­heit der leh­ren­den Kir­che mit dem Papst an der Spit­ze) und dem Lehr­amt in der Fol­ge die­ses Kon­zils unter­stellt, die Treue zum Depo­si­tum fidei eben sub­stan­ti­ell (!) auf­ge­ge­ben zu haben, auf dass es sich eben­so sub­stan­ti­ell (!) nicht mehr als blei­bende Prä­senz der Wahr­heit Chri­sti in der Kir­che (bzw. als Dienst die­ser Prä­senz) bewährt hat bzw. be­währt, dann ist man nicht mehr katho­lisch. Ent­spre­chend gilt es zu beach­ten, dass die defi­nier­te Un­fehl­barkeit des Pap­stes bei Ka­thedralentscheidungen im Kon­text jener Funk­ti­on der Sedes Apo­sto­li­ca Ro­ma­na zu sehen ist, näm­lich den katholi­schen Glau­ben unver­sehrt in der Kir­che prä­sent zu hal­ten (cf. DS 3066 nec­non 3070sq.). Damit ist für das Dies­seits von Kathedral­ent­scheidungen kei­neswegs jeder Fehl­gang ausgeschlos­sen, jedoch sehr wohl ein habi­tu­ell gewor­denes sub­stantielles Ver­sa­gen des Rö­mischen Bischofssitzes!

Mir ist wohl bewusst, dass mit Blick auf letz­te­res in jün­ge­rer Zeit erheb­li­che Anfech­tun­gen erstan­den sind, auf die ich jetzt aber nicht näher ein­ge­hen will; zumal – wie ich mei­ner­seits jeden­falls ger­ne zuge­ste­he – ein ziem­li­cher Spiel­raum bleibt in punc­to kon­kre­ter Aus­deu­tung die­ses Prin­zips: was also im Einzel­nen der unzu­läs­si­gen Behaup­tung eines „habi­tu­ell gewor­de­nen sub­stan­ti­el­len Ver­sa­gens des Römi­schen Bischofs­sit­zes“ gleich­kä­me und was nicht.

In nega­tiv-abgren­zen­der Instanz kann gleich­wohl gesagt wer­den: Ausgeschlos­sen muss blei­ben eine Apost­asie-Rhe­to­rik in Rich­tung „offi­zi­el­ler Kir­che“, kon­kret: Rom; eine rai­son d’êt­re et d’a­gir, sich durch den Hei­li­gen Stuhl institutio­nell legi­ti­mie­ren zu las­sen, um dem­sel­ben zugleich sub­stan­ti­el­le Ener­viert­heit zu beschei­ni­gen („vom Glau­ben abge­fal­le­nes Rom“).

Im Gegen­zug ver­ste­he ich das von mir ins Feld geführ­te Kri­te­ri­um dahin­ge­hend, dass eine posi­ti­ve Ein­zel­af­fir­ma­ti­on der Aus­sa­gen des Kon­zils und des nachfol­genden Lehr­amts nicht ver­langt wer­den muss und nach Lage der Din­ge auch bes­ser nicht ver­langt wird, will man die Aus­söh­nung nicht fak­tisch unmög­lich machen.

Das alles wäre dann damit gewähr­lei­stet, dass man von der FSSPX – in Gesamt­heit oder auch ein­zeln – die übli­che „Pro­fes­sio fidei“ abver­langt und sich damit be­gnügt. Das muss sein, und mehr muss auch nicht sein.

Das mei­ne ich jeden­falls. Nun kann ich mir von der Natur der Sache her schwer­lich vor­stel­len, nach Maß­ga­be der aktu­el­len Hand­lungs­wei­se des Apo­sto­li­schen Stuhls mei­ner­seits die Mess­lat­te zu hoch gehängt zu haben. Trotz­dem füge ich hin­zu: Ein gewis­ser Instinkt sagt mir – und ich hof­fe, dar­in Geist-gelei­tet zu sein –, dass es da auf kei­nen Fall gilt, „päpst­li­cher als der Papst“ sein zu wol­len. (Der Leser wird ver­ste­hen, was ich meine!)

3. Zur Frage der Heiligsprechungen

Damit ist das Wesent­li­che gesagt; aber mit Blick auf die von Herrn Dr. Büning mit viel Enga­ge­ment und sicher­lich sach­lo­gi­schem Gewicht vor­ge­brach­ten Ein­sprüche gera­de mit Blick auf die Kano­ni­sa­tio­nen von Johan­nes XXIII und Jo­hannes Paul II möch­te ich noch ein paar Wor­te in punc­to „not­wen­di­ge Anerken­nung der Hei­lig­spre­chun­gen“ verlieren:

Mit Blick dar­auf, dass die Infal­libi­li­tät prä­zis in Bezug auf Hei­lig­spre­chun­gen nicht Dog­ma ist, kann man sich damit begnü­gen, dass in die­sen kir­chen­po­li­tisch strit­ti­gen Fäl­len 1.) die Rechts­ver­bind­lich­keit die­ser Hei­lig­spre­chun­gen nicht be­stritten wird (ohne dass man sich des­halb die Kano­ni­sa­ti­on in kon­kre­ter Pra­xis zu eigen machen muss); 2.) sie für den Fall, dass es da „de fide eccle­si­a­sti­ca“ et­was unbe­dingt anzuer­kennen gibt (was aber noch nicht defi­ni­tiv geklärt ist), im­plizit aner­kannt wer­den. Und letz­te­res kann ich mit dem vor­letz­ten Pas­sus der „Pro­fes­sio fidei“ schlicht gewähr­lei­stet sehen: „Fest auch umfas­se ich und be­halte ich bei alles Ein­zel­ne, was für das Umfeld der Glau­bens- und Sit­ten­leh­re von der­sel­ben [sprich: der Kir­che] end­gül­tig vor­ge­legt wird.“ Soweit Heiligspre­chungen dazu zu zäh­len sind, sind sie damit, und zwar ein­zeln, mit­af­fir­miert, wenn auch nur implizit.

Fazit: Auch dies­be­züg­lich genügt die ehr­lich vor­ge­tra­ge­ne „Pro­fes­sio fidei“ samt einem respekt­vol­len Ver­hal­ten, das der Rechts­ver­bind­lich­keit die­ser Kano­nisationen Rech­nung trägt.

Letz­te­res ist aber, schon prin­zi­pi­ell, sicher nur die zweit­be­ste Lösung, mit der man sich – nach mei­nem beschei­de­nen Urteil – pro hic et nunc wird begnü­gen müs­sen, die aber nach einer soli­de­ren Abklä­rung ruft. Und hier stellt sich die Fra­ge: Was ist der har­te Kern der, jeden­falls mit ungleich bes­se­ren Grün­den an­zunehmenden, Unfehl­bar­keit bei Hei­lig­spre­chun­gen? Berühmt ein­schlä­gig ist hier der letz­te Arti­kel bzw. die letz­te Quä­sti­on des Neun­ten Quod­li­bet des heili­gen Thomas:

Ich habe jetzt lei­der nicht die Mög­lich­keit, die kri­ti­sche Leo­ni­na-Edi­ti­on direkt ein­zu­se­hen. Jedoch arg­wöh­ne ich mit Bestimmt­heit, gestützt auf eine Internet­recherche, dass das erste Sed-Con­tra, und zwar nach sei­ner ursprüng­li­chen Fas­sung (statt der ent­stellt über­lie­fer­ten), pri­ma facie nicht unbe­trächt­lich die Auf­fassung jener begün­stigt, wonach sich die Kir­che mit der Kano­ni­sa­ti­on auch für die objek­ti­ve Rich­tig­keit und Vor­bild­lich­keit von Leben und Leh­re in unbeding­ter Ver­läss­lich­keit ver­bürgt, weil andern­falls dem ver­derb­li­chen Irr­tum Vor­schub gelei­stet wäre – was auch immer für eine Kon­se­quenz in wel­che Rich­tung man dar­aus zie­hen mag. Allein: Was heißt, es wür­de jemand als Hei­li­ger ver­ehrt, der in Wahr­heit Sün­der war? Wo es doch in defi­ni­ti­ver Instanz auf die fi­nale (!) Hei­lig­keit ankommt. Heißt Hei­lig­spre­chung, dass der Kano­ni­sier­te ab dem Zeit­punkt sei­nes Lebens, da er für (ins­ge­samt) vor­bild­lich gilt, sagen wir: seit sei­ner Bekeh­rung, kei­ne schwe­re Sün­de mehr began­gen hat? Aber war­um? Wo steht das geschrie­ben? Gibt es doch Kon­tra­in­di­ka­tio­nen (die hei­li­ge Johan­na von Orleans hat­te bekannt­lich erst ein­mal den Mut ver­lo­ren, bevor sie zu ihrem grau­sa­men Schick­sal Ja sagen konn­te). Kurz­um: Man mag für Kano­ni­sa­tio­nen hier enge­re und wei­te­re rechts­ver­bind­li­che Kri­te­ri­en fest­le­gen, und dies mehr oder weni­ger klug und ver­ant­wort­lich – die Anschau­ung, die Kano­ni­sa­ti­on ver­bürge sich für die ein­zel­haf­te (!) objek­ti­ve Rich­tig­keit von Leben und Leh­re („in gra­vi­bus“, ver­steht sich) des Bekehr­ten o.ä., scheint mir doch anfecht­bar zu sein.

Und so scheint mir der ent­schei­den­de Satz der letz­te der aus­führ­li­chen Respon­sion im besag­ten Arti­kel des hei­li­gen Tho­mas zu sein:

„Da … die Ver­eh­rung, die wir den Hei­li­gen ent­ge­gen­brin­gen, da ist ein gewis­ses Bekennt­nis des Glau­bens, mit dem wir die Herr­lich­keit der Hei­li­gen glau­ben, ist fromm zu glau­ben, dass auch nicht dar­in das Urteil der Kir­che irren kann.“

Auf das end­gül­ti­ge Urteil der Kir­che gestütz­te Hei­li­gen­ver­eh­rung ist also (ge­rade auch!) kon­kret ange­wand­tes Bekennt­nis zum Ver­herr­licht-Sein der Heili­gen bei Gott, und des­halb ist jenes Urteil nicht nur recht­lich „end­gül­tig“, son­dern durch Got­tes Bei­stand auch in sei­nem Wahr­heits­an­spruch end­gül­tig und so unüber­hol­bar, sprich: unfehl­bar. (Aber, wie gesagt: Dass es sich so ver­hält, ist noch kein Dogma!)

Von daher: Die Kir­che ver­bürgt sich, gestützt auf den ver­hei­ße­nen Hei­li­gen Geist, in der Kano­ni­sa­ti­on defi­ni­tiv (!) für das seli­ge Sein-bei-Gott, für die Vor­bildlichkeit des Lebens hin­ge­gen nur oder gar höch­stens in gene­re.

Mit­hin kann es prin­zi­pi­ell auch unge­recht­fer­tig­te Hei­lig­spre­chun­gen, ja böse ge­ben, dahin­gehend, dass sie bes­ser unter­blie­ben wären – aber nicht sol­che, die uns einen fal­schen Hei­li­gen prä­sen­tier­ten, also jeman­den, der oder die in Wahr­heit nicht bei Gott ver­herr­licht wäre. Es ist eben die bloß in gene­re ver­bürg­te Lebensvorbild­lichkeit, die, wie sie die her­me­neu­ti­schen Anschluss­fra­gen auf­wirft, so auch Raum gibt für weni­ger zu ver­ant­wor­ten­de Heiligsprechungen.

Das alles ist dann auch nur als prin­zi­pi­el­le Erwä­gung vor­ge­tra­gen, um Pro­ble­me oder gar Apo­rien ent­schär­fen zu hel­fen. Was das jetzt für die kir­chen­po­li­tisch dis­ku­tier­ten Ein­zel­fäl­le bedeu­tet, dazu will ich hier – ganz ehr­li­chen Her­zens – kei­ne Andeu­tung gemacht haben, das las­se ich offen.

Dr. Büning hat­te Karl Rah­ner zitiert. Es sei mir nicht ver­stat­tet, auch mei­ner­seits mit einem etwas län­ge­ren Rah­ner­zi­tat zu schlie­ßen. Es geht um die Hei­li­ge The­rese von Lisieux; und die wohl zeit­geist­be­ding­ten „Schwie­rig­kei­ten“ mit die­ser Hei­li­gen, die sich in die­sem in den Sieb­zi­gern (?) ver­fass­ten Bei­trag ausspre­chen, muss man sich nicht unbe­dingt zu eigen machen. Aber ich fin­de die Aus­führungen für unse­re Belan­ge so beredt, dass ich sie in einem etwas län­ge­ren Zi­tat dem Leser nicht vor­ent­hal­ten möch­te. Zitiert wird aus: Sämt­li­che Wer­ke 25 (Frei­burg 2008), 482–484. Also, im Wortlaut:

„Es ist nicht sehr ori­gi­nell, ich weiß es, wenn ich sage, daß vie­les an der The­re­se von Lisieux und an ihren Schrif­ten mich nur gereizt macht oder mich ein­fach lang­weilt … [-] Aber ein­mal: da ist ein Mensch, der gestor­ben ist in der tödli­chen Anfech­tung des lee­ren, bis zum Grund gehen­den Unglau­bens und der dar­in geglaubt hat. Der glaub­te, als er an der Schwind­sucht erstick­te, und ihm all das from­me Getue der Mit­schwe­stern nur wie eine namen­lo­se und lee­re Pein vor­kommen muß­te. Da starb jemand, der das als ver­nich­ten­de Wirk­lich­keit an­nahm, was vor­her fromm bere­det wur­de, was vor­her sehr im Ver­dacht ste­hen muß­te, die Traum­welt zu sein, in die ein jun­ges Ding ent­floh, weil es Angst vor der Wirk­lich­keit und Wahr­heit hat­te, was vor­her so aus­sah, als gehö­re es in sei­ner Wei­se auch zu den Plüsch­mö­beln, mit denen die Eltern der ‚klei­nen Blu­me‘ (wie rüh­rend) ihren Lebens­raum voll­stopf­ten … [-] Also zunächst: Was ist am Tod der The­re­se, der mich eigent­lich allein inter­es­siert, Beson­de­res? Wenn man das from­me Gesum­se abzieht (gegen das ich nichts habe, das ich aber auch nicht so ernst neh­men kann), das ihre Umge­bung und selbst ihre eige­ne klein­bür­ger­­lich-christ­li­che Dres­siert­heit auch noch um die­sen Tod her­um pro­du­ziert? Auf die­se Fra­ge gebe ich eine Ant­wort, die ver­mut­lich den mei­sten, die nicht von vorn­her­ein kirch­lich deut­lich dome­sti­ziert sind, schockie­ren wird. Ich sage: weil ich bei die­sem Tod wirk­lich dar­um dar­auf ver­traue, daß er geglückt ist .…, was ich sonst nicht so sicher weiß, dar­auf ver­traue, weil die Kir­che die­se Geglückt­heit erfuhr und feststellte.“

*Dr. theol. Klaus Obenau­er ist Pri­vat­do­zent für Dog­ma­ti­sche Theo­lo­gie an der katho­lisch-theo­lo­gi­schen Fakul­tät der Uni­ver­si­tät Bonn

Bild: Loren­zo Vene­zia­no, Petri Ret­tung aus den Flu­ten, um 1370, Ber­lin Gemäl­de­ga­le­rie (Wiki­com­mons)

36 Kommentare

  1. War­um for­mu­lie­ren Sie Ihren Arti­kel so, dass eine ein­fa­che Chri­stin Ihren Text ledig­lich aus­schnitt­wei­se ver­ste­hen kann??? Hat Jesus jemals in kor­rek­ter Theo­lo­gen­spra­che argu­men­tiert, gelehrt oder im Tem­pel gepredigt?
    Zu Ihrem Bei­trag kann ich nur soviel sagen: Die gött­li­che Wahr­heit lässt sich nicht rela­ti­vie­ren — egal wie­vie­le Even­tua­li­tä­ten das Gegen­teil behaupten.
    Wahr­heit, die sich rela­ti­vie­ren lässt, ist keine!

    Zur Erin­ne­rung: Nicht die Pius­bru­der­schaft hat Gott nach dem zwei­ten Kon­zil ver­las­sen, son­dern die gesam­te soge­nann­te Amts­kir­che hat den Drei­fal­ti­gen Gott ver­las­sen und die pro­te­stan­ti­sche Lit­ur­gie­ver­stüm­me­lung zula­sten der jahr­hun­der­te­al­ten über­lie­fer­ten Tra­di­ti­on inclu­si­ve zahl­rei­cher Sakri­le­gi­en und unge­hor­sa­mer Bischö­fe (Hand­kom­mu­ni­on, Kom­mu­ni­on­hel­fer, Zer­stö­rung von kost­ba­ren Hoch­al­tä­ren und Taber­na­keln zugun­sten see­len­lo­ser moder­ner Kunst, Zer­stö­rung oder Aus­tausch kost­ba­rer alter Hei­li­gen­fi­gu­ren und Kru­zi­fi­xe, kun­ter­bun­te Kaseln als Mess­ge­wän­der, pro­te­stan­ti­sche Luther­ti­sche, Zele­bra­ti­on Rich­tung Volk statt Rich­tung Taber­na­kel, Prie­ster haupt­säch­lich als Ver­wal­ter und Mode­ra­to­ren ihrer Scha­fe tätig, Grup­pen­ab­so­lu­ti­on durch Buß­got­tes­dien­ste statt per­sön­li­cher Beich­te, Kre­ma­ti­on und Urnen­be­gräb­nis statt Sarg­be­stat­tung usw. usw.) welt­weit etabliert. 

    Die Pius­bru­der­schaft hat nie­mals Gott, son­dern ledig­lich die­se fal­sche men­schen­zen­trier­te Kir­che ver­las­sen. Man kann bekann­ter­wei­se nicht zwei Her­ren gleich­zei­tig die­nen. Des­halb muß man den einen Herrn ver­las­sen, um fort­an dem ein­zi­gen und wah­ren Herrn und Gott, wie die Tra­di­ti­on aller Vor­fah­ren und Hei­li­gen im Glau­ben es ver­langt, mit unge­teil­tem Her­zen die­nen zu können. 

    Die nach­kon­zi­la­re Kir­che ist kein Werk Got­tes. Sie wird von Gott um der neu­zeit­li­chen Hei­li­gen wil­len not­ge­drun­gen akzep­tiert — mehr nicht.

    Ich sage es noch ein­mal: Nicht die Pius­bru­der­schaft muss sich inner­halb einer Amts­kir­che „erneu­ern“, son­dern die nach­kon­zi­la­re Chri­sten­heit muß sich end­lich per­sön­lich und täg­lich in Gott erneuern. 

    Ich selbst bin das beste Bei­spiel dafür, dass die nach­kon­zi­la­re Kir­che unwei­ger­lich dem Unter­gang geweiht ist, weil die­se Kir­che in allem der Welt statt Gott gefal­len will. Die von der Kir­che aner­kann­ten Bot­schaf­ten der Mut­ter­got­tes von La Salet­te erfül­len sich in unse­rer Zeit.

    • Ich freue mich über eine so hoch­ste­hen­de, theo­lo­gi­sche Debat­te. Theo­lo­gie ist nicht alles, aber auch Theo­lo­gie ist berech­tigt. Gera­de gegen die moder­ni­sti­sche „Theo­lo­gie“ kann man auch nur wis­sen­schaft­lich soli­de reagie­ren. Mir ist bewusst, dass nicht jeder Gläu­bi­ge das tun kann oder muss. Aber zu kri­ti­sie­ren, dass es geschieht, hal­te ich für unmög­lich und pein­lich. Furcht­bar die Vor­stel­lung, Tra­di­ti­ons­treue wür­de auf rein nai­ven, intui­ti­ven und emo­tio­na­len Glau­ben her­ab­sin­ken. Das wäre dann das Argu­men­ta­ti­ons­ni­veau von Zeu­gen Jehovas.

      • Ja, @Tridentinus, da haben Sie schon Recht. Auch ich hal­te eine wis­sen­schaft­li­che Dis­kus­si­on für wich­tig und rich­tig. Den­noch — oder viel­leicht gera­de des­halb — stim­me ich Regi­na zu! Abge­se­hen von ihrer sehr rich­ti­gen Zusam­men­fas­sung der histo­ri­schen Tat­sa­chen ist auch die­ser Punkt rich­tig: man muss die­se Dis­kus­si­on nicht in einer Spra­che füh­ren, die einen dazu zwingt jeden Satz zwei­mal zu lesen, um dann fest­zu­stel­len, dass man ihn immer noch nicht ver­stan­den hat. Zumal eini­ge die­ser Mam­mut­sät­ze gram­ma­ti­ka­lisch noch nicht ein­mal rich­tig sind…

    • Regi­na: Ich bin über­wäl­tigt von Ihren Zei­len! Sie spre­chen aus mei­nem Her­zen! Die hoch­löb­li­che FSSPX ist ein­dring­lich zu war­nen vor einem Ein­ge­hen in die Fit­ti­che die­ses Rom in die­sem Zustand, gera­de nach amo­ris lae­ti­tia und ande­ren Ungeheuerlichkeiten!

      • @ Austria: Dan­ke für Ihr Lob — genau­so über­wäl­tigt, wie Sie schrei­ben, bin ich von Gott, der in der hei­li­gen Opfer­mes­se des über­lie­fer­ten Römi­schen Ritus in jeder Sekun­de gemein­sam mit dem gesam­ten Him­mel gegen­wär­tig ist. Es gibt auf Erden nichts ver­gleich­bar Groß­ar­ti­ge­res oder Beglückenderes.

        • Regi­na: Ja, alles, die gan­ze Geschich­te, unser Leben dreht sich um das Kreuz damals auf Gol­go­ta und um die hei­li­ge Opfer­mes­se. Das Ein­drin­gen die­ser Wahr­heit in mein Leben und in das mei­ner Fami­lie, das so sehr heils- und gna­den­brin­gend für uns ist, ver­dan­ken wir ein­zig und allein der hoch­löb­li­chen FSSPX. Beten und opfern wir viel für die Obe­ren, daß sie in Bezug auf das heu­ti­ge Rom in sei­nem defor­mier­ten Zustand nicht fal­sche Schrit­te setz­ten, die den katho­li­schen Glau­ben in furcht­ba­re Gefahr bringen!

          • Hl. Opfer­mes­se ist ein Begeiff, den ich nur aus den soge­nann­ten, omi­nö­sen Anne­bot­schaf­ten ken­ne, die offen­kun­di­ge theo­lo­gi­sche Irr­tü­mer ent­hal­ten. Etwa, Gott­va­ter wür­de ver­an­las­sen, dass Jesus sich aus im NOM kon­se­krier­ten Hosti­en bei Sakri­le­gi­en wie­der „zurück­zieht“. Wann immer die Kon­se­kra­ti­on gül­tig ist, besteht die eucha­ri­sti­sche Gegen­wart solan­ge fort, als die Gestal­ten dau­ern. Sonst könn­te und wür­de sich Jesus ja auch den Kleinst­par­ti­keln zurück­zie­hen, für die die Kir­che immer Sor­ge getra­gen hat, ohne sie jedoch noch mit dem Kult der Ann­be­tung zu umhe­ben, was sel­ten veach­tet wird. Bei der Puri­fi­ka­ti­on sehen zB die Rubri­ken kei­ne Knie­beu­gen mehr vor. Der her­kömm­li­che Aus­druck lau­tet Meß­op­fer, Opfer­mes­se als Bezeich­nung der gesam­ten Mes­se, exi­stiert nicht.

          • Triden­ti­nus: Dan­ke für Ihre wer­te Beleh­rung, ich bin wohl etwas unacht­sam mit den Begrif­fen umge­gan­gen. Ich mein­te natür­lich das Hei­li­ge Meßopfer!

          • @Tridentinus: Auch von mir — dan­ke für Ihre Beleh­rung hin­sicht­lich der Begriff­lich­keit: Meß­op­fer bzw. Opfer­mes­se. Sie haben Recht — der Begriff „Meß­op­fer“ ist tat­säch­lich die alt­be­kann­te Bezeich­nung für die hei­li­ge Mes­se. Das Meß­op­fer wird — zumin­dest erle­be ich das im Novus Ordo — kaum mehr als sol­ches bezeich­net. Übli­cher­wei­se spricht man vom Got­tes­dienst oder der hei­li­gen Mes­se. Im Pfarr­brief heißt es ‑neu­tral und welt­an­schau­lich kor­rekt — des­halb: „Got­tes­dienst­ord­nung“ — obwohl der Aus­druck Meß­op­fer­ord­nung rich­ti­ger ist, weil er sich von der öko­no­mi­sier­ten Mahl- oder Tisch­ge­mein­schaft mit sei­ner „Gaben­be­rei­tung“ deut­lich abgrenzt. Das Wort „Opfer“ hört man heu­te wohl nicht mehr so gerne…

          • Got­tes­dienst­ord­nung ist rich­ti­ger, weil ja nicht nur Mes­sen ange­ge­ben sind, son­dern auch Andach­ten, Kreuz­weg, Rosen­kranz, Anbe­tung. Das sind ja alles Got­tes­dien­ste, und auch das Mess­op­fer ist ein Got­tes­dienst, sogar der Got­tes­dienst schlechthin.

  2. Ich fra­ge mich wirk­lich wie­vie­le Leser die­sen Arti­kel zu Ende gele­sen haben. Ich bin nach einem Drit­tel aus­ge­stie­gen. Die Ansich­ten sind der­ma­ßen dif­fus und nach allen Sei­ten offen for­mu­lie­ren. Die­ser schreck­li­che nach­kon­zi­lia­re ver­klau­su­lier­te Rah­ne­ris­mus, der in den theo­lo­gi­schen Bil­dungs­stät­ten noch mehr wütet, als sonst­wo. Wenn man sei­ne Rede der­ma­ßen ver­schlei­ert, dann will man nichts sagen. Punctum.

    Ich bin gegen ein Abkom­men der Pius­bru­der­schaft mit Rom. Warum?

    1. Fran­zis­kus ist kein Papst. Min­de­stens sein Amo­ris Lae­ti­tia ein for­ma­ler Häretiker.
    2. Er zer­stört alles Katholische.
    3. Er hält sich an kei­ne Regeln, weil er sich für das Gesetz hält.
    4. Er wird die Pius­bru­der­schaft auch zerstören.
    5. Die Pius­bru­der­schaft wird sich vor­her und nach­her spal­ten und ein Teil der Gläu­bi­gen wird zu Sedis­va­kan­ti­sten, ein ande­rer Teil zu Atheisten.
    6. Ber­go­glio geht es dar­um den Tra­di­tio­na­lis­mus zu spalten.

    Auf einen rich­ti­gen Papst war­ten, wenig­stens auf einen kano­nisch regu­lä­ren. Die paar Jah­re machen den Kohl auch nicht Fett.

    Nach dem Rom-Anschluss ver­liert die FSSPX jeg­li­che Glaubwürdigkeit.

    • Wenn man die bis­he­ri­gen Wer­ke von Papst Fran­zis­kus betrach­tet, könn­ten Sie lei­der Recht haben! Alle tra­di­tio­nel­len katho­li­schen(!) Orden sind dem Satan mit Sicher­heit ein Dorn im Auge. Nichts läge näher, als dass er die­se zer­stört haben will. Man muss hier wirk­lich das gro­ße Gan­ze im Blick haben, da haben Sie Recht!

    • Zu Punkt 5: Ich glau­be, das sehen Sie zu „schwarz“. Gott ist treu und sei­ne wah­ren Gläu­bi­gen — allen vor­an die wah­ren guten Hir­ten — sind und blei­ben es eben­falls. An ande­rer Stel­le hat­te ich bereits geschrie­ben, dass ich es nicht für tra­gisch hal­te, falls die FSSPX sich mit Rom zukünf­tig über per­so­nel­le Ange­le­gen­hei­ten gegen­sei­tig infor­miert oder sich dies­be­züg­lich abspricht. Rein inhalt­lich gese­hen, kann die Pius­bru­der­schaft nie­mals mit der ver­welt­li­chen und öku­me­ni­sier­ten Amts­kir­che koope­rie­ren — das ist fak­tisch unmög­lich. Man muß Gott mehr gehor­chen als den Menschen.

    • Alles Flos­keln und inhalt­lo­ses her­um­ge­re­de ohne nenn­ba­re Begründung.
      Ich fra­ge mich was der Unter­schied zwi­schen Nr. 2 und Nr. 6? Aber das wer­den wahr­schein­lich nur Sie wis­sen! Nr. 5 fin­de ich auch span­nend. Das es eine Vor- und Nach­spal­tung geben wird, sehr inter­es­sant. Wie folgt sie dann ab? Bei wem folgt dann die Nach­spal­tung ab? Bei der ersten oder zwei­ten Grup­pe, die sich spal­tet? Auch die 2 Tei­le die gespal­ten sind, sind auf­schluss­reich. Nach ihrer Ein­tei­lung gibt es jetzt schon in der Pius­bru­der­schaft ja schon Athe­isten und Sedis­va­kan­ti­sten., die sich aber erst spä­ter zei­gen wer­den. Sie haben dabei aber die Num­mer 7 ver­ges­sen. Mor­gen fällt in Chi­na ein Sack Reis um. Nein, Spass bei­sei­te. Bei Ihrem vor­letz­ten Satz sehe ich schon, dass Sie ein Sedis­va­kan­tist sind.

  3. Es gibt die Bru­der­schaft, die sich nach dem hl. Papst Pius X. benennt, ob zurecht ist frag­lich. Und es gibt in der Kir­che die links­li­be­ra­len Grup­pen, die nun­mehr seit 4 Jah­ren mit Papst Fran­zis­kus einen der ihren auf den Stuhl Petri gepuscht haben. Bei­de rekla­mie­ren das 2. Vati­ka­ni­sche Kon­zil für ihre jewei­li­gen Anschau­un­gen und bei­de las­sen die not­wen­di­ge Klug­heit der Dif­fe­ren­zie­rung vermissen.
    Ich kann nur sagen: die Tat­sa­che, daß die Pius­brü­der gro­ße Hei­li­ge nicht aner­ken­nen wie etwa Papst Johan­nes Paul II. und auch nicht die vie­len gro­ßen Hei­li­gen und Mär­ty­rer, die er kano­ni­siert hat, aner­ken­nen, ist unglaub­haft. Wer die zu Tode gebrach­ten und stand­haft geblie­be­nen Män­ner und Frau­en der KZ‚s (Edith Stein, Pater Max. Kol­be usw.), der kom­mu­ni­sti­schen Gulags und Ver­fol­gun­gen usw., oder einen Pater Pio und so vie­le ande­re ein­fach nicht als Hei­li­ge aner­ken­nen will, hat sich selbst ins Abseits gestellt. Wel­cher Pius­bru­der will einem Spa­ni­er oder einem Mexi­ka­ner „sei­ne“ Mär­ty­rer-Hei­li­gen des 20. Jh. abspen­stig machen?- Das ist ein­fach Ehr­ab­schnei­dung und offen­bart impe­ria­li­sti­sches Denken.
    Papst Pius X. wird offen­kun­dig zu Unrecht von die­ser Bru­der­schaft, die den Katha­rern in vie­lem ähnelt, als Patron reklamiert.

    • Also Fran­zel, irgend­wie haben Sie da etwas in den fal­schen Hals bekom­men. Wo lehnt denn die FSSPX Pater Pio und die Mar­ty­rer der Nazi­zeit oder ande­re moder­ne Hei­li­ge der Kir­che ab? Was Johan­nes Paul II. betrifft, so gibt es da in der Tat (nicht nur in der FSSPX) kri­ti­sche Stim­men über sei­ne schnel­le Hei­lig­spre­chung, da schwingt, neben ech­ten theo­lo­gi­schen Zwei­feln, wohl noch viel von der Ver­let­zung durch die Exkom­mu­ni­ka­ti­on von 1988 mit. Aber ich den­ke, dass die Hei­lig­keit Johan­nes Pauls II. letzt­lich so evi­dent ist, dass auch die Pius­bru­der­schaft im Grun­de die­se aner­kennt, trotz man­cher theo­lo­gi­scher Frag­wür­dig­kei­ten in sei­nem (lan­gen!) Pon­ti­fi­kat. Wenn hier von einem Kom­men­ta­tor an ande­re Stel­le gefragt wur­de, wo denn Johan­nes Paul II. sei­nen Glau­ben nach Assi­si bekannt hät­te, dann kann man nur ant­wor­ten: Tag für Tag, bis zum letz­tem Atem­zug unter dem Kreuz sei­nes Amtes hat er den Glau­ben des Petrus bezeugt, der sich vom Herrn gür­ten und füh­ren ließ, wohin er nicht woll­te. Aber, alles in allem, haben Sie natür­lich recht, bevor sich die FSSPX einem wie Ber­go­glio an den Hals wirft, soll­te sie viel lie­ber ihren Frie­den mit Johan­nes Paul II. machen, denn zwi­schen bei­den klafft eine Lücke, in der das gesam­te Lehr­ge­fü­ge der Kir­che passt.

      • Hei­lig­spre­chun­gen
        Sind nicht unbe­dingt ein dog­ma­ti­scher Akt. Denn Bar­laam und Josa­phat (27. Novem­ber) wur­den eini­ge Jah­re vor
        1985 aus dem Römi­schen Mar­ty­ro­lo­gi­um ver­bannt. In der Aus­ga­be 1935 sind sie noch genannt. Führt das zu Rück­schlüs­sen auf die Hei­lig­spre­chun­gen von
        Johan­nes XIII. und Johan­nes Paul II. ?
        sie­he hier­zu: „Jesus in Indi­en“ Gün­ter Grön­bold S. 49ff

    • Dass die FSSPX das II. Vati­ka­ni­sche Kon­zil für ihre Anschau­un­gen rekla­miert höre ich zu mer­sten mal, wes­halb ich doch um eine Aus­füh­rung Ihrer­seits bit­te, wie Sie zu die­sem Schluss kommen.

      Bezüg­lich der Hei­li­gen gibt es mei­nes Wis­sens kei­ne offi­zi­el­le Erklä­rung der FSSPX, dass sie die­se Hei­li­gen nicht aner­ken­nen. Vor allem ihr Vor­wurf, dass sie Pater Pio nicht als Hei­li­gen aner­ken­nen hal­te ich für unsäg­lich und unhaltbar.
      Bezüg­lich der gro­ßen Hei­li­gen, wie Sie Papst Johan­nes Paul II. nen­nen, gibt es — mei­nes Erach­tens — berech­tig­te Ein­wän­de auf die jedoch nicht sach­lich ein­ge­gan­gen wird. Das Hoch­hal­ten des Zöli­bats, der Rech­te von Unge­bo­re­nen, die Ent­schlos­sen­heit gegen das Frau­en­prie­ster­tum sowie die Stand­haf­tig­keit zur Ehe- und Moral­leh­re wird nie­mand von der FSSPX abwei­sen oder als schlecht dar­stel­len. Das es jedoch auch ande­re Sei­ten gege­ben hat lässt sich nicht abstrei­ten. Da Sie Papst Johan­nes Paul II. als gro­ßen Hei­li­gen sehen, wäre es mir ein Anli­gen Ihre Argu­men­te zu hören, wie sich das „inter­re­li­giö­se Tref­fen“ mit dem katho­li­schen Glau­ben ver­ein­ba­ren lässt.

      • Soweit mir Pius­brü­der bekannt sind, hört für die­se die Kir­chen­ge­schich­te mit dem Jah­re 1960 auf. Man­che brin­gen dazu Argu­men­te vor und ande­re sind soz. dahin­ge­hend igno­rant (pas­siv und aktiv) und reden wohl nach, was sie hören und in ent­spre­chen­den Mit­tei­lungs­blät­tern der Bru­der­schaft zu lesen bekom­men; sie bau­en sich ihre eige­ne hei­le Welt, igeln sich dar­in gemüt­lich ein und schot­ten sich ab. Das „unter den Wei­bern“ etwa beim Ave Maria ist da ein Glau­bens­be­kennt­nis, sowohl bei Prie­stern wie Lai­en. Wehe einer sagt „Frau­en“, dann bricht tat­säch­lich die Glau­bens­welt zusam­men. Ich bin damit gescheitert.
        „Inter­re­li­giö­se Tref­fen“ machen weder die Hei­lig­keit noch die Unhei­lig­keit eines Men­schen aus. Da wird künst­lich etwas hoch­sti­li­siert von der Pius­bru­der­schaft, weil anson­sten wie beim Bei­spiel des Ave Maria die eige­ne Glau­bens­welt zusam­men­bricht. Und die­se Glau­bens­welt steht offen­bar auf sehr wacke­li­gen Beinen.
        Papst Johan­nes Paul II. aber war so stark im Glau­ben, daß er offen­bar die Berüh­rung mit ande­ren nicht fürch­te­te. Und auf sei­nen vie­len Rei­sen konn­te er die­sen ande­ren eh nicht ausweichen.
        Man kann das sehen wie man will, aber wie gesagt: das hat nichts mit hei­lig oder unhei­lig zu tun.

        • Es gibt gewiss sol­che Leu­te. Sie dür­fen mE nur nicht reprä­sen­ta­tiv wer­den. Und auch im NOM sit­zen nicht nur Geistesgrößen.

        • @ Fran­zel: War­um regen Sie sich unnö­ti­ger­wei­se auf?
          Tra­di­ti­on ist etwas Wun­der­ba­res, Schö­nes und Kost­ba­res — zumin­dest ange­sichs der säku­la­ren Welt der Denk­mal­pfle­ge oder des Welt­kul­tur­er­bes. Tra­di­tio­nel­le Begrif­fe sind eben­so wun­der­bar, schön und als Erbe unse­rer Vor­fah­ren eben­falls kost­bar. Jeder weiß, dass das Wort „Weib“ spä­te­stens seit der nach­kon­zi­la­ren Frau­en­power als Schimpf­wort gilt — genau wie das Wort „Tra­di­ti­on“ oder Adjek­ti­ve wie: erz­ka­tho­lisch, kon­ser­va­tiv oder ultra­kon­ser­va­tiv. Um ehr­lich zu sein: Weib-Power klingt uncool und wäre ein sti­li­sti­scher Zun­gen­bre­cher. Trotz­dem ist das Wort „Weib“ im moder­ni­sti­schen Sprach­ge­brauch bis heu­te nicht aus­ge­stor­ben, son­dern durch die Geschlech­ter­fra­ge wei­ter­hin omni­prä­sent, sie­he: „weib­lich“ oder „männ­lich“. Oder soll­te man im Zeit­al­ter der glo­ba­li­sie­ren­den Gleich­be­hand­lung und Gleich­schal­tung statt weib­lich bes­ser „frau­lich“ oder ganz eman­zi­pa­to­risch „fräu­lich“ sagen? Fräu­lich klingt nach gräu­lich — ich glau­be dass passt nicht.…was mei­nen Sie?

          • Woll­ten Sie bit­te mit „Weib“ ange­re­det wer­den anstatt mit „Frau“? Der Begriff Weib hat eine durch­gän­gig nega­ti­ve Kon­no­ta­ti­on. Wür­den Sie die Kanz­le­rin als „Weib Mer­kel“ bezeich­nen?- Das wür­de Ihnen schlecht bekommen.
            „Frau, frou­we“ ist bereits seit Jahr­hun­der­ten ein gebrauch­ter Begriff: Edel­frau, Frei­frau- und dann „unse­re lie­be Frau, Jung­frau“ für Maria usw.; auch Kauf­frau. Wol­len Sie die Mut­ter­got­tes wirk­lich mit die­sem über­hol­ten Begriff Weib traktieren?
            „Mut­ter, nen­nen Sie mich Frau/Vrouwe“, bedeu­te­te die Mut­ter­got­tes der Seherin/Hörerin von Amster­dam: die „Frau aller Völker“.
            Die Mut­ter­got­tes heu­te mit „Weib“ zu bezeich­nen ist eine Beleidigung.

        • @Franzel:
          „hei­le Welt“:
          Got­tes Welt ist eine hei­le Welt — sie ist hei­lig — weil Er der Hei­li­ge ist und Jesus ist der Hei­land. Noch Fragen?
          Viel­leicht soll­ten Sie fra­gen, war­um bei der FSSPX im Vater­un­ser so wie frü­her gebe­tet wird..„und erlö­se uns von dem Übel — Amen!“
          Auch hier wur­de das Wort „Übel“ durch die nach­kon­zi­la­re Kir­che auf „Zeit­geist“ getrimmt und kur­zer­hand durch das Wort „Bösen“ ersetzt. Das fin­de ich äusserst übel — war­um? Wenn wir das Böse in unse­rer näch­sten Umwelt sehen oder erle­ben müs­sen, da kann einem echt angst und ban­ge, echt übel werden.
          Erlö­sung von dem „Bösen“ klingt da gleich viel harm­lo­ser, viel belang­lo­ser — ganz so wie die nach­kon­zi­la­re Kir­che sich den Teu­fel vor­stellt: näm­lich gar nicht…da ist mal jemand ein biss­chen „böse“ gewe­sen …- na und ?

          • Der Böse @Regina ist der Teu­fel schlecht­hin. Inso­fern ist der Begriff gut gewählt. Der Begriff Übel kann alles Mög­li­che bedeu­ten und ist nicht schlecht, ver­weist aber nicht direkt auf den Bösen schlechthin.
            Im übri­gen: Kenn­nen Sie das Vater­un­ser in deut­scher Spra­che aus dem 9. Jahr­hun­dert oder dem 13. oder 17. Jahrhundert?
            Wenn schon denn schon- oder? Ich kann das Vater­un­ser von vor 1000 Jah­ren beten. Die Pius­bru­der­schaft, Par­don, erscheint mir doch sehr moder­ni­stisch, zeitgeistig.

      • Das ist doch leicht ver­ständ­lich. Sehr viel der theo­loi­scheb und kir­chen­po­li­ti­schen Posi­ti­on der FSSPX besteht doch in der kri­ti­schen Auf­ar­bei­tung des II. Vati­ka­nums. Auch in der Pra­xis oder dem Api­sto­lat — modern gespro­chen der Pasto­ral — der Bru­der­schaft grün­det in der kri­ti­schen Distanz, streng­ge­nom­men aber nicht der Negie­rung, zu die­sem Kon­zil. Ohne die­ses und die dar­aus resul­tie­ren­den „Refor­men“ hät­te die Bru­der­schaft kei­nen Daseins­grund. Ich schrei­be bewusst nicht: kei­ne Daseins­be­rech­ti­gung, denn auch nach einer ‑hypo­the­ti­schen — Besei­ti­gung die­ser Pro­ble­ma­tik müss­te die FSSPX sich nicht auf­lö­sen, könn­te es aber durchaus.

    • 1) Pad­re Pio und Edith Stein wer­den als Hei­li­ge aner­kannt, eben­so P. Mak­sy­m­i­li­an Kol­be (MI). Gera­de letz­te­rer ist für die FSSPX neben Mar­cel Lefebrve die Integrationsfigur!
      2) Die Kano­ni­sa­ti­on von Johan­nes XXIII und Johan­nes Paul II (PP) stel­len von daher ein Pro­blem dar, inso­fern sie Prä­ze­denz­fäl­le für eine def­in­tio ex pro­xi­ma sind. Die Hei­lig­spre­chung bedeu­tet neben dem Ver­such Papst Paul VI. hei­lig­zu­spre­chen die Tex­te des II. Vati­ka­ni­schen Kon­zils zu kano­ni­sie­ren. Daher sind die­se Hei­lig­spre­chun­gen als mate­ri­el­le Häre­si­en zu erken­nen, zumal die ver­fah­ren ohne die moral­theo­lo­gi­sche Not­wen­dig­keit des advo­ca­tus dia­bo­li durch­ge­führt wor­den sind. Wür­den sie in das lit­ur­gi­sche Mar­ty­ro­lo­gi­um der Kir­che über­nom­men wäre die Häre­sie for­mell und dekla­riert und ex bestün­de Sedisvakanz.
      Aber: Es gibt ein­deu­ti­ge bewei­se für die for­cier­te Abset­zung von Papst Bene­dikt XVI. und es gibt Bewei­se für die ille­gi­ti­men Zustän­de wäh­rend des Kon­kla­ve 2013. Die­se hat die FSSPX. Ber­go­glio wird sich hüten, gegen die FSSPX vor­zu­ge­hen, da das sonst sein siche­res Ende als Papst sein wird. Es ist nun ein­mal so, daß es bei der Aner­ken­nung der FSSPX haupt­säch­lich dar­um geht, die Nach­fol­ge für S. E. Ber­nard Tis­sier de Mal­lerais zu sichern, ohne wegen ille­gi­ti­mer Bischofs­wei­hen (Wil­liam­son) sich die Exkom­mu­ni­ka­ti­on latae sen­ten­tiae zuzuziehen.
      @ Fran­zel. Gehen Sie ein­mal in eine Kapel­le der FSSPX und dann wer­den sie sofort die Wer­ke des P. Kol­be am Schrif­ten­stand fin­den, gleich neben dem Kate­chis­mus des Hl. Papst Pius X. Im Mar­ty­ro­lo­gi­um wird wäh­rend der Prim am 9. August auch der name des Hl. P. Kol­be erin­nert. „qui quat­tu­or­de­cim dies ac noc­tes aqua et cibo dene­ga­tis tan­dem petro­leo infu­so spi­r­itum Deo reddidit.“
      Also vor­sich­tig, zumal auch die Kraft der FSSPX finan­zi­ell und per­so­nell gegen­über dem Opus Dei um ein mehr­fa­ches übersteigt.
      Letzt­lich wird sich „Papst“ Fran­zis­kus an der FSSPX verschlucken.
      Und noch etwas: S. E. Ber­nard Fel­lay weiß, daß vie­le ande­re „Eccle­sia Dei“-Institute (inkl. FSSP) und die zahl­rei­chen „Summorum Pontificum“-Gemeinschaften und ‑mes­sen, wie auch schließ­lich alle Prie­ster und Bischö­fe die nach dem Indult „Quat­tu­or abhinc annos“ zele­brie­ren ihre Rech­te ver­lie­ren, wenn sie sich nicht an die FSSPX wen­den. Denn das ist klar. Bei einer kano­ni­schen Regu­lie­rung der FSSPX ver­lie­ren alle ande­ren Grup­pen ihre Rechts­grund­la­ge und soll­ten sich dann über­le­gen, was sie tun. Die Alter­na­ti­ven sind: NOM aus­schließ­lich oder FSSPX. Auch das ist defi­ni­tiv. Gleich­zei­tig mit der Aner­ken­nung der FSSPX wird das bis­lang gel­ten­de lit­ur­gi­sche Recht eben­falls dero­giert. Fran­zis­kus hat eines im Sinn: Die Kir­che ent­lang des Ritus zu spal­ten. Dazu ist ihm jedes Mit­tel recht.

      • @ Chri­stoph Rhein:

        Zitat:
        „Aber: Es gibt ein­deu­ti­ge Bewei­se für die for­cier­te Abset­zung von Papst Bene­dikt XVI. und es gibt Bewei­se für die ille­gi­ti­men Zustän­de wäh­rend des Kon­kla­ve 2013. Die­se hat die FSSPX. Ber­go­glio wird sich hüten, gegen die FSSPX vor­zu­ge­hen, da das sonst sein siche­res Ende als Papst sein wird.“

        Dann ist Ber­go­glio kein Papst (wie eben auch @Tradition und Glau­ben oben schreibt)!
        a) Falls der Papst (Bene­dikt XVI.) auf sein Amt ver­zich­ten soll­te, ist zur Gül­tig­keit ver­langt, daß der Ver­zicht frei geschieht (Can. 332–2).
        b) Vol­le und höch­ste Gewalt in der Kir­che erhält der Papst durch die Annah­me der recht­mä­ßig erfolg­ten Wahl zusam­men mit der Bischofs­wei­he (Can. 332–1).

        Dann bit­te auf den Tisch mit die­sen Beweisen! 

        War­um schweigt SE Bischof Fel­lay dann zum Ver­hal­ten von Ber­go­glio und schaut zu, wie er die Kir­che zertrümmert?
        Wie kann dann SE Bischof Fel­lay mit einem „Nicht-Papst“ bezüg­lich Aner­ken­nung der FSSPX verhandeln?

        Fra­gen über Fragen????

    • Wis­sen Sie was Katha­rer sind? Das ist unge­fähr so pas­send wie die Zuschrei­bung des Pela­gia­nis­mus sei­tens des Pap­stes. Im übri­gen aner­kennt die FSSPX durch­aus die nach­kon­zi­lia­ren Selig- und Heiligsprechungen.

  4. Ich habe die ersten Abschnit­te gele­sen. Nichts ver­stan­den. Dar­um habe ich auf­ge­hört wei­ter zu lesen.

    • Maxi­mal könn­te man sagen, dass die­ser Bei­trag nicht wirk­lich für das Inter­net geeig­net ist und sich dar­über hin­aus vor­wie­gend an Theo­lo­gen rich­tet. Und er ist ja auch eine Erwi­de­rung an Dr. Brün­ning, stu­dier­ter Theo­lo­ge, pro­mo­vier­ter Jurist. Dadurch allein schon fällt 90 % der geäu­ßer­ten Beschwer­den und Kri­tik an Dr. Obenau­ers Auf­satz auf die­je­ni­gen zurück, die sie äußern.

  5. Ich glau­be mich recht zu erin­nern, zu Dr. Bünings Arti­kel über eine mög­li­che Rück­kehr der Pius­brü­der zur katho­li­schen Kir­che, kom­men­tiert zu haben, dass eine sol­che Rück­kehr unwahr­schein­lich bzw unlo­gisch wäre. Nicht nur, dass Papst Fran­zis­kus mehr denn je direkt Macht aus­übt auf from­me Orden und Geist­li­che was etwa Per­so­nal­ent­schei­dun­gen betrifft, die Alte Mes­se für ihn weni­ger Gül­tig­keit hat als die Neue Mes­se, er die Tra­di­ti­on nicht beson­ders schätzt, son­dern es gibt auch The­men wie die Ehe­pa­sto­ral, Umgang mit Homo­se­xu­el­len, der Zöli­bat und Ähn­li­ches mehr, die der Glau­bens­leh­re gegen­über wie nie zuvor zur Dis­po­si­ti­on ste­hen inner­halb der katho­li­schen Kirche.
    Im Übri­gen ver­tre­te ich auch die Mei­nung, dass die Spra­che von Theo­lo­gen manch­mal etwas zu weit aus­holt, zu ver­spielt und undeut­lich ist. Rah­ner ist ein Bei­spiel für einen Theo­lo­gen, der das gro­ße Gan­ze im Glau­ben zwar akzep­tiert, aber wich­ti­ge Teil­aspek­te auf­grund sei­nes moder­nen Den­kens nicht mehr so ernstnimmt.
    Ich für mei­nen Teil habe vor nicht all­zu lan­ger Zeit Tex­te über The­re­sè von Lisieux mit Inter­es­se gele­sen. Ohne eine gewis­se Spi­ri­tua­li­tät und den ein­fa­chen Glau­ben kann man die­se Tex­te aber nicht nach­voll­zie­hend lesen. Das ist das was Theo­lo­gen oft fehlt, die ein­fa­che Spi­ri­tua­li­tät — das Gebet. Dar­aus soll­te im besten Fall alles wei­ter erfol­gen und nicht durch blo­ßes mensch­li­ches Den­ken. Was die Pri­vat­mei­nung von Theo­lo­gen ist, die ja auch ein eige­nes Glau­bens­le­ben mit eige­nen Prä­fe­ren­zen und Ansich­ten haben, ist den­ke ich für ein­fa­che Katho­li­ken nicht wei­ter erheblich.

  6. Auf­fäl­lig ist jeden­falls die Infla­ti­on der Hei­lig­spre­chun­gen nach dem Kon­zil. Mag die­se der eine oder ande­re noch als gewoll­te Demo­kra­ti­sie­rung anse­hen, so sehe ich da vor allem die Par­al­le­le viel­fäl­ti­ger Infla­ti­on und Schein­wirk­lich­keit in der Welt.

    • Zur all­ge­mei­nen Textkritik!

      Zum Ver­ste­hen-Kön­nen eines Tex­tes gehört auch der Wil­le, ver­ste­hen zu wol­len. Wer nicht ver­ste­hen will, wird nicht ver­ste­hen kön­nen. Wer sich schon dem Lesen ver­wei­gert, wird auch nicht erfah­ren, ob ihm Wich­ti­ges ent­gan­gen ist. Mir wäre zum Bei­spiel im Text von Dr. Obenau­er etwas Wich­ti­ges ent­gan­gen, wenn ich fol­gen­den Satz nicht gele­sen hät­te: „Die Kir­che ver­bürgt sich, gestützt auf den ver­hei­ße­nen Hei­li­gen Geist, in der Kano­ni­sa­ti­on defi­ni­tiv (!) für das seli­ge Sein-bei-Gott, für die Vor­bildlichkeit des Lebens hin­ge­gen nur oder gar höch­stens in genere“.
      Was gemeint ist, belegt das Zitat von Karl Rah­ner zur Hei­lig­spre­chung der The­re­se von Lisieux, der er wegen ihres „geglück­ten“ Todes ver­traut und „weil die Kir­che die­se Geglückt­heit erfuhr und feststellte“.
      Wer möch­te dem in Erin­ne­rung an das Ster­ben des hei­lig gespro­che­nen Pap­stes Johan­nes Paul II. widersprechen?

  7. Wenn man sich die Kom­men­ta­re hier durch­liest, dann kann man fest­stel­len, daß es seit lan­gem in Kir­che wie Welt um die Fra­ge des rich­ti­gen Weges geht. (In den 1930er Jah­ren ff. war in Euro­pa die Ant­wort auf eine aus­ufern­de, zuneh­mend auch anti­sitt­li­che und libe­ra­le und mar­xi­sti­sche Gesell­schaft der sog. und dis­kre­di­tier­te „Faschismus“,nicht der Natio­nal­so­zia­lis­mus, der ein­fach ein Ver­such war, die Din­ge wie­der ins Lot zu brin­gen. Letzt­lich ist die­ser Ver­such dann ein Stück weit geschei­tert; nicht ganz, denn er beinhal­te­te gute, rich­ti­ge Über­le­gun­gen m.Er.)
    Da den­ke ich an die Losun­gen Frei­heit, Gleich­heit, Brü­der­lich­keit einer­seits und: christ­lich-katho­li­schen Glau­ben, Fami­lie und Vater­land ande­rer­seits. Letz­te­res ist im reli­giö­sen Raum Leit­bild die von Erz­bi­schof Mar­cel Lef­eb­v­re gegrün­de­te Piusbruderschaft.
    Bei­des kann man ins Extre­me trei­ben wie es auch geschah und geschieht, oder aber auch ver­su­chen, bei­des in Ver­nunft und Maß mit­ein­an­der zu einer guten trag- und geh­ba­ren Ein­heit zu füh­ren. Das war doch auch die Inten­ti­on des 2. Vat. Kon­zils, näm­lich einen gang­ba­ren Weg aus der reli­giö­sen wie auch, viel­leicht indi­rekt, aus den pol­tisch-gesell­schaft­li­chen Kri­sen zu weisen.
    Und so muß man, mei­ne ich, die bei­den Päp­ste Johan­nes Paul II. und Bene­dikt XVI. lesen und ver­ste­hen. Das sagen ihre Schrif­ten, Enzy­kli­ken und Reden: das Gute der Moder­ne zu erken­nen, zu akzep­tie­ren und zu inkor­po­rie­ren in die Kir­che und dabei die fun­da­men­ta­len Leh­ren nicht zu ver­än­dern, son­dern soz. „neu“ zu sagen im Lich­te unse­res moder­nen Denkens.
    Die Pius­bru­der­schaft ver­wei­gert sich gro­ßen­teils wie es aus­sieht wie auch Papst Fran­zis­kus die­sen Ein­sich­ten; jeweils anders herum.

    • Noch ein klei­ner Nach­trag zu bei­den Päp­sten: sie ori­en­tier­ten sich doch klar am Apo­stel und ersten Papst Simon Petrus, der den Rat gab, alles zu prü­fen und das Gute davon zu behal­ten. Die Moder­ne und deren Glau­bens­be­kennt­nis­se waren für bei­de, wenn man ihre Schrif­ten liest, nicht soz. der Schritt­ma­cher für die Kir­che und ihre Ent­wick­lung im wah­ren und guten Sin­ne einer „eccle­sia sem­per refor­man­da est“. Der war und blieb immer Chri­stus Jesus.

  8. An die­ser Stel­le möch­te ich auf Fol­gen­des auf­merk­sam machen: Die Abtei Saint-Joseph de Clair­val gibt einen monat­li­chen Rund­brief auch in deut­scher Spra­che her­aus. In der Febru­ar-Aus­ga­be wur­de der seli­ge Mario Bor­za­ga vor­ge­stellt. Die­ser Prie­ster wur­de 1932 in Tri­ent gebo­ren und wur­de als Mis­sio­nar 1960 von Kom­mu­ni­sten in Laos ermor­det. In die­sem Rund­brief der fran­zö­si­schen Mön­che wird auch die Enzy­kli­ka Redemp­to­ris mis­sio von JPII zitiert. Soweit ich die Zita­te dar­aus rich­tig ver­ste­he, hat­te JPII trotz Assi­si den­noch star­ke Wor­te in eben genann­ter Enzy­kli­ka aus dem Jah­re 1990 zum The­ma „Mis­si­on“ geschrie­ben. Ich ken­ne lei­der nicht die gesam­te Enzy­kli­ka; aber viel­leicht soll­te man­ches sorg­fäl­tig nach­ge­dacht wer­den auch in Bezug zu JPII. Ergän­zend soll hier gesagt sein, daß ich das eine oder ande­re auch eher kri­tisch sehe bei die­sem Papst, wie z.B. die vie­len Hei­lig­spre­chun­gen und die Assi­si-Tref­fen, die m.E. viel zwei­deu­ti­ges und schlim­mes her­vor­brach­ten (z.B. Bud­dha- und ande­re Göt­zen auf Altä­ren katho­li­scher Kir­chen; nichtchristliche/nichtkatholische „Gebe­te“ in denselben).

    Nun noch zwei Zita­te aus dem Buch von A.M. Weigl „Das Größ­te ist die Lie­be“ über den hei­lig­mä­ßi­gen Jesui­ten P. Johann Bap­tist Reus SJ (S. 215):

    - „Die Kir­che lebt nicht von der Wis­sen­schaft ihrer Gelehr­ten, son­dern von der Opfer­hin­ga­be ihrer Hei­li­gen.“ (Bischof Rudolf Gra­ber in der Syl­ve­ster­pre­digt 1970) Bischof Gra­ber war Ober­hir­te in Regensburg.

    - „Die Zukunft der Kir­che wird von denen kom­men, die tie­fer wur­zeln und nicht nur ande­re kri­ti­sie­ren, sich sel­ber aber für unfehl­bar hal­ten. — Sie wird auch dies­mal von den Hei­li­gen geprägt durch täg­li­che Pas­si­on. Wie blind sind wir doch alle, die wir nicht mit dem Her­zen sehen.“ (Pro­fes­sor Dr. Josef Ratz­in­ger). Er wur­de ja spä­ter Papst Bene­dikt XVI., wie wir wis­sen; ich habe es ein­fach mal so zitiert, wie es im oben genann­ten Buch steht (aus dem Jah­re 1973).

Kommentare sind deaktiviert.