Auch Don Nicola Bux widerspricht Papst Franziskus in der Liturgiefrage: „Überlieferter Ritus ist keine Ausnahme“

Don Nicola Bux widerspricht Papst Franziskus in der Liturgie-Frage: "Der überlieferte römische Ritus ist keine Ausnahme, außer man will Summorum Pontificum richten"
Don Nicola Bux widerspricht Papst Franziskus in der Liturgie-Frage: "Der überlieferte römische Ritus ist keine Ausnahme, außer man will sich gegen Summorum Pontificum richten"

(Rom) Nicht nur der nam­haf­te Kir­chen­recht­ler, Kar­di­nal Ray­mond Bur­ke, wider­spricht der Behaup­tung von Papst Fran­zis­kus, der über­lie­fer­te römi­sche Ritus sei „nur eine Aus­nah­me für Nost­al­gi­ker“. Auch einer der bekann­te­sten Lit­ur­gi­ker, Don Nico­la Bux, erhebt Wider­spruch.

Seit 10. Novem­ber befin­det sich das neue Papst-Buch „In dei­nen Augen ist mein Wort“ (Nei tuoi occhi è la mia paro­la) im Buch­han­del. Im dar­in abge­druck­ten Inter­view des Papst-Ver­trau­ten Pater Anto­nio Spa­daro SJ sagt Papst Fran­zis­kus zur „latei­ni­schen Mes­se“:

„Die latei­ni­sche Mes­se? Nur eine Aus­nah­me. Papst Bene­dikt hat eine rich­ti­ge und groß­zü­gi­ge Geste gesetzt, um einer gewis­sen Men­ta­li­tät von eini­gen Grup­pen und Per­so­nen ent­ge­gen­zu­kom­men, die Nost­al­gie hat­ten und sich ent­fern­ten. Sie ist aber eine Aus­nah­me.“

Dem wider­sprach gestern Kar­di­nal Ray­mond Bur­ke, einer der nam­haf­te­sten Kir­chen­recht­ler, unter Ver­weis auf das Motu pro­prio Summorum Pon­ti­fi­kum von Papst Bene­dikt XVI.

Wider­spro­chen wird dem Papst auch von einem der bekann­te­sten Lit­ur­gi­ker, Don Nico­la Bux. Das Inter­view führ­te die Inter­net-Tages­zei­tung La Fede Quo­ti­dia­na:

FQ: Dn Nico­la, der über­lie­fer­te römi­sche Ritus ist eine Aus­nah­me?

Don Nico­la Bux: So steht es nicht im Motu pro­prio von Papst Bene­dikt XVI. Viel­mehr liest man dort aus­drück­lich, daß die bei­den Riten glei­che Wür­de haben. Das schreibt der Papst und nicht ich. Daher kön­nen wir, das Doku­ment bei der Hand, nicht sagen, daß es sich um eine Aus­nah­me han­delt, außer, man will zu einer Schluß­fol­ge­rung kom­men, die sich gegen das Doku­ment des Pap­stes rich­tet.

FQ: Woher kommt dann die­se „Aus­nah­me“?

Don Nico­la Bux: Das weiß ich nicht. Wahr­schein­lich befin­den wir uns da im Bereich der Inter­pre­ta­tio­nen, die aber im Doku­ment von Papst Bene­dikt XVI., das gilt, kei­ne Bestä­ti­gung fin­den.

FQ: Über­lie­fer­ter Römi­scher Ritus: Vie­le jun­ge Men­schen nähern sich ihm in jüng­ster Zeit mit Inter­es­se. War­um?

Don Nico­la Bux: Ich kann bestä­ti­gen, daß es ein erneu­er­tes Inter­es­se gibt, beson­ders unter jun­gen Men­schen. Ich bin der Mei­nung, daß das mit der Tat­sa­che zu tun hat, daß es ein Bedürf­nis nach Mystik gibt, eine Qua­li­tät, die der über­lie­fer­te Ritus, bewahrt und ermu­tigt. Natür­lich ist zu sagen, daß die­ser Ritus kein Mono­pol auf die Mystik hat, und es auch im über­lie­fer­ten Ritus mög­lich ist, schlam­pig zu zele­brie­ren.

FQ: Pre­digt: Kön­nen wir sagen, daß sie eine „poli­ti­sche“ Rede ist, wie es Fran­zis­kus behaup­tet hat?

Don Nico­la Bux: Die­se Defi­ni­ti­on scheint mir zwei­deu­tig und ver­langt nach einer Prä­zi­sie­rung. Wenn es dar­um geht, nach­dem man die Tages­le­sun­gen dar­ge­legt hat, aktu­el­le Din­ge aus dem kon­kre­ten Leben anzu­spre­chen, ist es legi­tim von Poli­tik zu spre­chen. Ich will damit sagen: Wenn man in das Leben unse­rer Zeit ein­taucht. Die Pre­digt darf aber nicht gera­den Schrit­tes in das poli­ti­sche Leben im Sin­ne von Par­tei­po­li­tik ein­tre­ten. Das nicht.

FQ: Als Theo­lo­ge: Gibt es Gött­li­che Stra­fen nach den rund um Pater Caval­co­li aus­ge­bro­che­nen Pole­mi­ken?

Don Nico­la Bux: In der Hei­li­gen Schrift, im Alten und im Neu­en Testa­ment, fin­den wir ver­schie­de­ne Momen­te, in denen offen von Stra­fe Got­tes die Rede ist. Im Evan­ge­li­um zum Bei­spiel fin­det sich die Epi­so­de des Turms von Silo­ah und dem von Pila­tus ange­rich­te­ten Mas­sa­kers. Dar­aus läßt sich schlie­ßen: „Wenn ihr euch nicht bekehrt, wer­det ihr auf die­sel­be Wei­se umkom­men.“ Eine Natur­ka­ta­stro­phe oder eine Gewalt­tat durch Men­schen ist nicht zwangs­läu­fig als Stra­fe Got­tes für die Sün­de zu sehen, auch weil sie unschul­di­ge Men­schen tref­fen kön­nen, aber als Mah­nung zur Umkehr. Jesus hat es gesagt: Der Vater läßt es über Guten und Schlech­ten reg­nen. Der Punkt ist, daß vie­le den­ken, daß Gott — wenn er exi­stiert — nichts mit ihrem Leben zu tun hat, obwohl sie sich dann prompt bekla­gen, wenn ihnen eine Kata­stro­phe wider­fährt, und fra­gen, wo denn Gott war.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: FQ (Screen­shot)

18 Kommentare

  1. Das Motu pro­prio bestimmt:
    Art. 5 § 1. In Pfar­rei­en, wo eine Grup­pe von Gläu­bi­gen, die der frü­he­ren lit­ur­gi­schen Tra­di­ti­on anhän­gen, dau­er­haft exi­stiert, hat der Pfar­rer deren Bit­ten, die hei­li­ge Mes­se nach dem im Jahr 1962 her­aus­ge­ge­be­nen Römi­schen Meß­buch zu fei­ern, bereit­wil­lig auf­zu­neh­men. Er selbst hat dar­auf zu ach­ten, daß das Wohl die­ser Gläu­bi­gen har­mo­nisch in Ein­klang gebracht wird mit der ordent­li­chen Hir­ten­sor­ge für die Pfar­rei, unter der Lei­tung des Bischofs nach der Norm des Canon 392, wobei Zwie­tracht zu ver­mei­den und die Ein­heit der gan­zen Kir­che zu för­dern ist.
    § 2. Die Fei­er nach dem Meß­buch des sel. Johan­nes XXIII. kann an den Werk­ta­gen statt­fin­den; an Sonn­ta­gen und Festen kann indes eben­falls eine (kur­siv gedruckt!) Fei­er die­ser Art statt­fin­den.
    § 3. Gläu­bi­gen oder Prie­stern, die dar­um bit­ten, hat der Pfar­rer auch zu beson­de­ren Gele­gen­hei­ten Fei­ern in die­ser außer­or­dent­li­chen Form zu gestat­ten, so z. B. bei Trau­un­gen, bei Begräb­nis­fei­ern oder bei Fei­ern zu bestimm­ten Anläs­sen, wie etwa Wall­fahr­ten.

    Dar­aus geht völ­lig ein­deu­tig her­vor, dass der Ritus von Johan­nes XXIII. die „außer­or­dent­li­che“ Form ist, zu des­sen Fei­er ver­schie­de­ne Bedin­gun­gen erfüllt sein müs­sen. Papst Fran­zis­kus hat mit dem Begriff „Aus­nah­me“ daher recht und Kar­di­nal Bur­ke liegt falsch! Der Ritus, der kei­nen Bedin­gun­gen unter­liegt, ist die Regel­form. Der Ritus, für den Bedin­gun­gen erfüllt wer­den müs­sen, ist die Aus­nah­me. Jede ande­re Inter­pre­ta­ti­on des Begrif­fes „Aus­nah­me“ kann nur falsch sein.

  2. Das Reden von einer „Aus­nah­me“ hat natür­lich einen gewis­sen Halt an der offi­zi­el­len Unter­schei­dung von ordi­nä­rer und extra-ordi­nä­rer Form des römi­schen Ritus. In der Beant­wor­tung der Inter­view­an­fra­ge drückt sich der Papst aber direkt abfäl­lig über die außer­or­dent­li­che Form aus. Und das liegt sicher um Licht­jah­re ent­fernt von den Inten­tio­nen sei­nes Amts­vor­gän­gers, der sei­ne Hoch­schät­zung für den über­lie­fer­ten Ritus klar zum Aus­druck brach­te. Der jet­zi­ge Papst ist eben „ordi­när“ in jeder Bezie­hung!

  3. Pspst Fran­zis­kus soll ein­fach das Motum pro­prio sei­nes Vor­gän­gers (bzw. sei­nes von der Amts­füh­rung ruhen­den Mit­pap­stes) abän­dern, statt die Wahr­heit zu ver­bie­gen. Das wäre ehr­li­cher, oder?

    • Nein, Papst Fran­zis­kus wen­det hier nur sehr strikt und kon­se­quent das Kir­chen­recht an. Wir sehen aller­dings: Wenn er will, kann er das durch­aus.

  4. Wenn man die Ant­wort Kar­di­nal Bur­kes liest, argu­men­tiert er nicht als Kir­chen­recht­ler, son­dern dog­ma­tisch-histo­risch. Der alte Ritus, bes­ser all­ge­mei­ner: die lit­ur­gi­sche Über­lie­fe­rung, die vor der Lit­ur­gie­re­form vor allem auch leben­dig war, also nicht ein­ge­schla­fen ist, hat den Vor­rang. Dar­aus her­vor­ge­gan­gen zu sein, könn­te einen neue­ren Usus even­tu­ell legi­ti­mie­ren. Das ist voll­kom­men rich­tig. Das hat aber Bene­dikt XVI. so nicht in SP nie­der­ge­legt, son­dern trotz prin­zi­pi­el­ler Gleich­ran­gig­keit den neu­en Usus zum ordent­li­chen erklärt. Das ist eine kir­chen­recht­li­che, kei­ne dog­ma­ti­sche oder orga­nisch-histo­ri­sche Einordnung/Festlegung. Dem­nach ist der älte­re Usus des Römi­schen Ritus kir­chen­recht­lich unzwei­fel­haft die „Aus­nah­me“. Das kann man nicht Papst Fran­zis­kus, son­dern muss es, wenn, Papst Bene­dikt vor­wer­fen. Vor allem, weil es auch sach­lich unlo­gisch ist, soll­te Bene­dikt XVI. wirk­lich eine Reform der ‚Reform‘ im Sinn gehabt haben, denn kir­chen­recht­lich wäre auf­grund der getrof­fe­nen Zuord­nung von ordentlich/außerordentlich tat­säch­lich der älte­re Usus am neue­ren zu ori­en­tie­ren gewe­sen und nicht umge­kehrt. Dass Ratz­in­ger in sei­nen lit­ur­gi­schen Schrif­ten eher nahe­legt, den neu­en Usus mehr in Kon­ti­nui­tät mit dem alten zu stel­len und zu fei­ern. Das konn­te aber bei die­ser Art der Zuwei­sung von ordentlich/außerordentlich nicht erreicht wer­den. Da die umge­kehr­te wahr­schein­lich poli­tisch nicht durch­setz­bar gewe­sen wäre, hät­te man bes­ser auf die­se kir­chen­recht­li­chen Kate­go­rien ganz ver­zich­tet und nur dog­ma­tisch-histo­risch argu­men­tiert. Im Begleit­brief hat Bene­dikt das eher gemacht (was die mens des Gesetz­ge­bers viel­leicht erhel­len kann), im Geset­zes­text aber nicht. Das wis­sen auch Bur­ke und Brux. Letz­te­rer spricht, nach SP-Ter­mi­no­lo­gie ein­deu­tig falsch, übri­gens von zwei Riten.

  5. Was soll die­se Wort­klau­be­rei und das Zitie­ren aus dem Zusam­men­hang des Tex­tes!? Ich amü­sie­re mich köst­lich, wie hier eini­ge Zuschrei­ber mei­nen, Kar­di­nal Bur­ke oder Nico­la Bux beleh­ren zu müs­sen. Ber­go­glio nennt die Fei­er der triden­ti­ni­schen Mes­se eine Aus­nah­me für Nost­al­gi­ker, also für einen klei­nen, exklu­si­ven Kreis im Sin­ne eines für die­sen Kreis erlas­se­nen Gna­den­ak­tes. Das trifft viel­leicht noch auf die Situa­ti­on unter Johan­nes Paul II. zu, wo man für die Fei­er der Mis­sa triden­ti­na noch ein Indult benö­tig­te. Bene­dikt XVI. legt in sei­nem MP hin­ge­gen fest, dass allen Gläu­bi­gen der freie Zugang zur Fei­er der Mis­sa triden­ti­na gewährt wer­den müs­se, dass jeder Prie­ster und Ordens­mann, der es wün­sche, frei und ohne etwai­ge Son­der­er­laub­nis durch den Orts­or­di­na­ri­us die­se Mes­se fei­ern kön­ne und dass ein Rec­tor eccle­siae kein Recht hat, eine Grup­pe von Gläu­bi­gen oder einen mit ordent­li­chem Celeb­ret ver­se­he­nen Prie­ster die Fei­er der Mis­sa triden­ti­na in sei­nem Got­tes­haus zu unter­sa­gen. Das war ja gera­de das uner­hört Neue am MP Bene­dikts, dass er die triden­ti­ni­sche Mess­form wie­der in ihr Recht setz­te, gemäß sei­nem Mot­to: was frü­her der Kir­che hei­lig war, kann heu­te nicht ver­bo­ten sein. Wenn er, um das Auf­heu­len der getrof­fe­nen Hun­de abzu­mil­dern, Begrif­fe wie „außer­or­dent­lich“ und „ordent­lich“ gebrauch­te, so ist damit eben gera­de kei­ne Exklu­si­vi­tät im Sin­ne eines außerd­or­dent­li­chen Gna­den­ak­tes gemeint. Eine sol­che Auf­fas­sung steht dem Geist des MP dia­me­tral gegen­über. Und in die­sem Sin­ne hat Kar­di­nal Bur­ke sehr wohl recht und damit auch das Recht, die anti­quier­ten und des­halb fal­schen Aus­sa­gen Ber­go­gli­os zu kor­ri­gie­ren! Im Übri­gen ver­stieß auch der Erz­bi­schof von Zagreb gegen die­ses päpst­li­che Recht, als er Kar­di­nal Bur­ke in nero­ni­scher Ver­mes­sen­heit die Fei­er der triden­ti­ni­schen Mes­se in sei­nem Bis­tum unter­sag­te.

  6. Dann liegt die Äuße­rung von Papst Fran­zis­kus, auch wenn sie nicht gefällt, eben doch inner­halb des legi­ti­men Mei­nungs­spiel­raums, der durch die Behand­lung der Lit­ur­gie­fra­ge durch die Kir­che seit Papst Paul VI. eröff­net wur­de.

  7. Wenn jemand behaup­tet, die von der katho­li­schen Kir­che über­lie­fer­ten und geneh­mig­ten, in der fei­er­li­chen Ver­wal­tung der Sakra­men­te zu beob­ach­ten übli­chen Gebräu­che, kön­nen ent­we­der miss­ach­tet, oder, ohne Sün­de, von den Ver­wal­tern nach Belie­ben weg­ge­las­sen, oder von jeg­li­chem Kir­chen­hir­ten mit ande­ren neu­en Riten aus­ge­tauscht wer­den, der sei im Bann.

    -Kon­zil von Tri­ent-

    Bann: Anathe­ma, heißt: aus der Kir­che aus­ge­schlos­sen. Exkom­mu­ni­ziert.

    • Sehr rich­tig. Wenn auch die­se Über­set­zung von DH 1613 sehr unge­nau ist. Es gibt eigent­lich gar kei­ne, die qui­cum­que rich­tig über­setzt. Das heißt näm­lich von wel­chem Hir­ten der Kir­chen auch immer, schließt also den Papst ein. Auch muss man über­set­zen die emp­fan­ge­nen und aner­kann­ten Riten durch neue und ande­re Riten zu erset­zen. Das zeigt auch, dass es evtl einen neu­en Ritus zusätz­lich (!) geben könn­te, sofern er gegen­über der Über­lie­fe­rung nicht anders­ar­tig wäre.

      Histo­risch hat­ten hier die Kon­zils­vä­ter von Tri­ent natür­lich die frü­hen luthe­ri­schen Lit­ur­gien vor Augen, die äußer­lich kei­nen erkenn­ba­ren Bruch dar­stell­ten, aber eben im Kern anders­ar­tig waren.

      Sie waren defekt, der NOM mag nicht defekt sein, ist aber min­de­stens defi­zi­tär.

      Des­halb lässt sich aller­dings die von Bene­dikt XVI. sicher­lich gewoll­te Kon­ti­nui­tät aber eben nicht rein äußer­lich her­stel­len.

  8. Dar­aus kann man leicht erken­nen, daß kei­ne Auto­ri­tät, nicht ein­mal ein Papst
    jed­we­des Recht hat, die­se Mes­se auch nur im Gering­sten mit Auf­la­gen zu ver­bin­den.

  9. In der soge­nann­ten außer­or­dent­li­chen Form der Hl. Mes­se ist man auf jeden Fall auf der siche­ren katho­li­schen Sei­te. Bei der Form von Paul VI weiß man es nicht genau. Man kann auch auf einen evan­ge­li­ka­len Got­tes­dienst tref­fen, ein­schließ­lich vor­sätz­li­cher Ver­leug­nung der Real­prä­senz mit Nicht-Knien, Ver­zicht auf das Kry­ie und Schuld­be­kennt­nis und son­sti­gem Zube­hör.
    Gra­zie Don Nico­la!

    • Vol­le Zustim­mung. Wir sind inzwi­schen in eine Zeit ein­ge­tre­ten, in der es nicht mehr gesi­chert ist, dass ein zele­brie­ren­der Novus ORDO Prie­ster die Wand­lungs­wor­te gemäß Vor­schrift betet/spricht. Tut er dies nicht, ist der Got­tes­dienst kei­ne gül­tig zele­brier­te hl. Mes­se. Otto Nor­mal­bür­ger (Nor­mal­gläu­bi­ger) kann dies zumeist nicht ein­mal erken­nen.

  10. Kard. Bur­ke und Don Nico­la Bux haben natür­lich recht.
    Das dtv-Wör­ter­buch der deut­sche Spra­che (G. Wah­rig) beshreibt es ganz kurz und knackig:
    „Abwei­chung von gleich­ge­ar­te­ten Fäl­len, Son­der­fall“- Gegen­satz: Regel“.
    Nun ist erst ein­mal die Fra­ge, ob ein Hl. Meß­op­fer im ordo anti­quus ein „gleich­ge­ar­te­ter Fall“ einer novus ordo-Got­tes­dienst­fei­er ist (gera­de bei unter­schied­li­cher theo­lo­gi­schen Fun­die­rung);
    und wenn dann eine „Regel der novus-ord­ofe8i­ern“ vor­han­den ist, ob die „for­ma extra­or­di­na­ria“ dann „irre­gu­lär“ wäre, und der novus-ordo dann „regu­lär“.
    Merk­wür­di­ger­wei­se spricht kein Mensch, laß ste­he eine Ver­ord­nung von einer „for­ma ordi­na­ria“: zu groß wäre wohl die Gefahr, daß die Fei­ern im novus ordo jetzt plötz­lich als „ordi­när“ ange­se­hen wer­den konn­ten, wobei natür­lich sehr vie­le Banau­se­ri­en auf die­sem Gebiet statt­ge­fun­den haben und lei­der noch statt­fin­den.
    Für das ver­wand­te „Aus­neh­men“ gibt Wah­rig dann an:
    „aus etwas den Inhalt her­aus­neh­men“, z.B. (bei einer Laden­kas­se) „steh­len“;
    das paßt natür­lich gar nicht zu dem alten triden­ti­ni­schen Ritus, son­dern trifft haar­ge­nau auf den novus ordo zu.
    Noch inter­es­san­ter wird es mit der Bedeu­tung von „aus­schlie­ßen, nicht berück­sich­ti­gen“: ob die Anhän­ger des triden­ti­ni­schen Ritus jetzt sehr unglück­lich sind, daß sie bei den novus-ordo-Fei­ern nicht berück­sich­tigt wer­den, möch­te ich wirk­lich bezwei­feln.
    Viel eher ist es so, daß die nor­ma­le Gläu­bi­gen­schar mit äusser­ster Ver­boh­rung von Hl. Mes­sen im triden­ti­ni­schen Ritus abge­hal­ten wird.
    Ob die „regu­la“ jetzt mit „ordo„gleichzustellen ist, ist auch eine zusätz­li­che Fra­ge.
    Es ist typisch für die post­kon­zi­liä­ren Adep­ten, daß Wort­hül­sen und Sprach­ver­dre­hung benutzt wer­den.
    Deut­li­che und kla­re Spra­che tut not- da snd die Evan­ge­li­en das Para­de­bei­spiel.
    Nach Gaf­fi­ot hat exci­pe­re übri­gens auch eine juri­sti­sche Bedeu­tung: „Reser­ve haben zu etwas…“- das Reser­vat ist dann nicht mehr weit weg.
    Lang­fri­stig ist die­se Dis­kus­si­on sinn­los:
    in Brüs­sel gibt es jetzt schon mehr Hl. Mes­sen auf Latein als auf Nie­der­län­disch ( bei den vie­len ver­schie­de­nen Sprach­grup­pen gut zu ver­ste­hen);
    und der triden­ti­ni­sche Ritus ist kon­ti­nu­ier­lich im Auf­wind, was von dem novus ordo nicht gesagt wer­den kann.
    Beson­ders herz­lich muß­te ich vor einem Jahr doch lachen: ein eher alter­na­ti­ves Pär­chen aus dem total ver­heid­nisch­tem Bis­tum Ant­wer­pen hat­te eine Pen­si­on in der Pro­vence auf­ge­macht und hat­te natür­lich einen Inter­net­auf­tritt;
    neben Fahhr­ad­ver­leih mit Moun­tain­bikes und etwas Raf­ting usw. wur­de als kul­tu­rel­ler Höhe­punkt auf die nah­ge­le­ge­ne Abtei sehr tra­di­ti­ons­freund­li­che Bene­dik­ti­ner­ab­tei Le Bar­roux ver­wie­sen (mit einer ganz eige­nen Geschich­te dies­be­züg­lich)- jetzt unter „De eccle­sia“ res­sor­tie­rend.
    Vom alten Glau­ben erst total abge­fal­len und dann sehr lang irrend, bis zum Hei­den­tum, lan­de man dann wie­der bei der mis­sa triden­ti­na.
    Es ist wie bei Mono­po­ly: „Geh zurück auf Start!“.

    • Stimmt genau, durch den unse­li­gen NOM sind auch die letz­ten Katho­li­ken aus der Kir­che ver­trie­ben wor­den, es herrscht baby­lo­ni­sche Sprach­ver­wir­rung der Theo­lo­gen, ueber die gera­de dem Zeit­geist ange­pass­te aktu­ell­ste Kopf­ge­burt.
      Gott resp. Jesus Chri­stus oder gar der hl Geist fin­den nicht mehr statt.
      Wie soll da Glau­ben wach­sen ?
      Wer heu­te in die Kir­che geht, macht das ent­ge­gen aller Mei­nun­gen, oft wird man belae­chelt, oder auch beschimpft.
      Dafu­er will man eine hl.Messe vor­fin­den die fuer etwas steht und kein lee­res Wischi­wa­schi von Aller­loe­sung und Gut­men­schen­tum.
      Die alte Mes­se ist ein ganz pro­ba­tes Mit­tel der Glau­bens­er­neue­rung und der Fokus­sie­rung Got­tes in den Mit­tel­punkt dort wo er auch hin­ge­ho­ert.

    • Bei uns ist es genau so. Die mei­sten neu­en Besu­cher der Triden­ti­ni­schen Mes­se sind oft jugend­li­chen die schon lan­ge mit dem Novus Ordo gebro­chen hat­ten, auch eini­ge neu­en Konvertiten.…Die TRIDENTINISCHE Mes­se ist ein star­kes Mit­tel zu Reka­tho­li­sie­rung Euro­pas. Sie hat Zukunft und ver­brei­tet sich unauf­halt­sam. Deo Gra­ti­as

  11. Was ist nur der Grund für die­se radi­kal­fun­da­men­ta­li­sti­sche Into­le­ranz gegen die ursprüng­li­che Mes­se? Es muss jedem ein Rät­sel sein, der den Toleranz.-und Barm­her­zig­keits­no­ten auch nur einen Fun­ken glau­ben schen­ken mag. Der Grund kann nur ideo­lo­gi­scher Natur sein. Anson­sten hat man es doch ger­ne bunt und viel­fäl­tig. Aus­ge­rech­net hier nicht?

  12. Ich möch­te da mei­ne per­sön­li­che Erfah­rung hin­zu­fü­gen:

    Auf­ge­wach­sen bin ich mit dem neu­en Ritus eben­falls mit der Hand­kom­mu­ni­on. Nach meh­re­ren Jah­ren und Ein­stieg in das täg­li­che Rosen­kranz­ge­bet sowie ande­res pas­sier­te es im mir, dass ich mich zum alten Ritus hin­zu­ge­zo­gen fühl­te. Selbst die Hand­kom­mu­ni­on habe ich abge­schafft, ich muss­te die Mund­kom­mu­ni­on neh­men und spä­ter auch knien, auf den Stein­bo­den, weil die Prie­ster kei­ne Bank auf­stel­len. Zu all die­sem bin ich prak­tisch von innen „getrie­ben“ wor­den, als wird dies von mir ver­langt. Es ist mir egal, was die Leu­te den­ken. So geht es mir auch mit dem alten Ritus. Lei­der muss ich dazu weit fah­ren und kann die­sen nicht oft besu­chen.

    Lei­der wird oft sehr viel dis­ku­tiert und die Wor­te auf die Gold­waa­ge gelegt. Wenn wir nur tief ins tägi­che Gebet gehen und uns durch die zykli­sche hei­li­ge Beich­te für Gott ent­schei­den, wer­den wir geführt. Unse­re hei­li­ge Mut­ter nimmt uns an die Hand.

    Viel­leicht klingt mein Text kind­lich, aber das ist mein Gefühl und ich spü­re im alten Ritus die gro­ße Ehr­furcht, alles auf Gott gerich­tet, kein „Vor­trag“ zum Publi­kum.

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