Lügenpresse gegen Lebensschutz – ein katholisches Medienhaus auf der falschen Seite

Styria Medienunternehmen in katholischer Hand, aber ohne katholische Handschrift
Styria Medienunternehmen in katholischer Hand, aber ohne katholische Handschrift

von Wolf­ram Schrems*

Da in Polen die Gesetz­ge­bung nahe dar­an war, das Leben der unge­bo­re­nen Kin­der legi­stisch wirk­sam zu schüt­zen, wur­de ein Sturm des Has­ses und des Zynis­mus gegen den Lebens­schutz ent­fes­selt. Die­ser tob­te auch in öster­rei­chi­schen Medi­en. Das ist zwar nichts neu­es. Was aber jetzt pas­sier­te, ist, daß ein katho­li­sches Ver­lags­haus, näm­lich Sty­ria (Graz), an der Pro-Abtrei­bungs­kam­pa­gne betei­ligt war. Im fol­gen­den dazu eini­ge Beob­ach­tun­gen.

Die Ereignisse in Polen – schwarzer Druck auf ein souveränes und katholisches Land

In den letz­ten Mona­ten ist die christ­lich ori­en­tier­te pol­ni­sche Regie­rung unter der Füh­rung der Par­tei Recht und Gerech­tig­keit (Pra­wo i spra­wi­ed­li­wość, PiS) ins Visier einer Meu­te von inter­na­tio­na­len Abtrei­bungs­po­li­ti­kern, Pro­pa­gan­di­sten und Lohn­schrei­bern gera­ten. Auf die Regie­rung und das Par­la­ment wur­de mas­si­ver Druck aus­ge­übt, dem Geset­zes­vor­schlag des Komi­tees Stoppt die Abtrei­bun­gen zum prak­tisch voll­stän­di­gen Schutz der unge­bo­re­nen Kin­der (Straf­rah­men für Abtrei­bung bis zu fünf Jah­re Haft für Mut­ter und Arzt, Aus­nah­me nur unmit­tel­ba­re Lebens­ge­fahr) nicht zuzu­stim­men. Der Vor­schlag war von der Initia­ti­ve Ordo Iuris Insti­tut für Rechts­kul­tur (Ins­ty­tut na rzecz Kul­tu­ry Praw­nej) und der Stif­tung Recht auf Leben (Fund­ac­ja PRO Pra­wo do Życia) for­mu­liert und von der Regie­rung posi­tiv auf­ge­grif­fen wor­den. Inner­halb von drei Mona­ten hat­te die Initia­ti­ve fast eine hal­be Mil­li­on Unter­schrif­ten (!) zugun­sten des Geset­zes­vor­schla­ges gesam­melt. Die kirch­li­che Hier­ar­chie unter­stütz­te die Initia­ti­ve.

Aber bekanntlich schläft der Teufel nicht und mobilisierte die Straße

Zur Orga­ni­sie­rung des Pro-Abtrei­bungs-Lagers bedien­ten sich inter­na­tio­na­le Krei­se pol­ni­scher Frau­en und Män­ner, die in maka­brer Wei­se geklei­det demon­strier­ten („Schwar­zer Mon­tag“ bzw. „Schwar­zer Pro­test“). Dabei schrien sie die übli­chen zyni­schen, dum­men und vul­gä­ren Slo­gans bzw. tru­gen sie auf Spruch­bän­dern. Beob­ach­ter sagen, daß die­se Demon­stra­tio­nen, die übri­gens weit weni­ger gut besucht waren als erwar­tet, vom Aus­land finan­ziert und gesteu­ert wur­den. Im Westen erfuhr man aus den Haupt­strom­medi­en auch nicht, daß etwa dop­pelt so vie­le Men­schen zugun­sten des Geset­zes­ent­wur­fes auf die Stra­ße gegan­gen waren (näm­lich etwa 200.000).

Lei­der stimm­te der Sejm, eine der bei­den Kam­mern des pol­ni­schen Par­la­ments, unter dem Druck der Stra­ße (und ver­mut­lich dis­kre­ter Tele­pho­na­te) am 6. Okto­ber mit 352 zu 58 Stim­men gegen die Geset­zes­in­itia­ti­ve. Nur zwei Wochen zuvor hat­te er mit 267 zu 154 Stim­men zugun­sten eines wei­te­ren Gesetz­wer­dungs­pro­zes­ses gestimmt. Gleich­zei­tig wur­de mit 230 zu 173 Stim­men der Geset­zes­vor­schlag der zynisch so genann­ten Initia­ti­ve „Frau­en ret­ten“, der Abtrei­bung auf Nach­fra­ge ver­lang­te (bis zur 12. Woche), ver­wor­fen.

Es ist unver­schämt und nicht hin­zu­neh­men, wie hier vom Aus­land in die Sou­ve­rä­ni­tät Polens ein­ge­grif­fen wird.

Lei­der trug die Kam­pa­gne Früch­te und die Par­la­men­ta­ri­er rück­ten von ihrer Ent­schlos­sen­heit ab. Wer weiß, wel­che Dro­hun­gen hier dis­kret über­mit­telt wor­den waren?

Spott gegen polnische Lebensschützer in der „Presse“

Was in die­sem Zusam­men­hang beson­ders skan­da­lös und abscheu­lich ist, ist, daß auch die öster­rei­chi­sche Pres­se die Het­ze mit­trägt. So schrieb die Jour­na­li­stin Sibyl­le Hamann am 28.09. in der Prin­t­aus­ga­be der Tages­zei­tung Die Pres­se einen üblen Hetz­ar­ti­kel unter dem Titel „Die Polin­nen gehö­ren den Polen – und ihre Bäu­che eben­falls“.

Sibylle Hamanns Kommentar in der "Presse"
Kom­men­tar von Sibyl­le Hamann („Jour­na­li­stin und Femi­ni­stin“, Toch­ter von Bri­git­te Hamann) in der „Pres­se“

Frau Hamann gießt ihren Hohn dar­über aus, daß pol­ni­sche Män­ner ange­sichts der EU-Plä­ne zur zwangs­wei­sen Ansied­lung von Mus­li­men in Polen die pol­ni­schen Frau­en und Mäd­chen schüt­zen wol­len:

„Ein paar Scharf­ma­cher schlos­sen sich, in Hoo­li­gan-Manier, gar zur ‚Pol­ni­schen Ver­tei­di­gungs­li­ga‘ zusam­men und kün­dig­ten Patrouil­len durch Dis­cos und Loka­le an. Man wol­le Polin­nen vor Belä­sti­gun­gen, sexu­el­len Bezie­hun­gen und spä­te­ren Kin­des­ent­füh­run­gen durch Mus­li­me war­nen (…), und sich tap­fer dazwi­schen­wer­fen, soll­te sich irgend­ein ara­bisch aus­se­hen­der Mann einer Polin unsitt­lich nähern.“

Ange­sichts der explo­si­ons­ar­tig zuneh­men­den Ver­ge­wal­ti­gun­gen und sexu­el­len Belä­sti­gun­gen seit der Ankunft der „Flücht­lin­ge“ ist die dümm­li­che Iro­nie der Frau Hamann völ­lig depla­ziert. Wenn die deut­sche Gesell­schaft bereit und vor­be­rei­tet gewe­sen wäre, zu Sil­ve­ster in Köln ihre Frau­en robust zu schüt­zen, wäre es nicht zu den ver­bre­che­ri­schen und demü­ti­gen­den Über­grif­fen gekom­men (zu dem die sonst omni­prä­sen­ten Femi­ni­stin­nen übri­gens nichts zu sagen wuß­ten). Auch unglück­li­che Bezie­hun­gen und Ehen, die unter Vor­spie­ge­lung fal­scher Tat­sa­chen ein­ge­gan­gen wer­den, und Kin­des­ent­füh­run­gen durch Mus­li­me sind bekannt­lich weit­ver­brei­te­te Rea­li­tät. Weiß das Frau Hamann wirk­lich nicht? Ist ihr die in Bet­ty Mah­moo­dys Nicht ohne mei­ne Toch­ter (dt. 1991) geschil­der­te Pro­ble­ma­tik unbe­kannt? Sind Män­ner, die Not­hil­fe lei­sten wol­len, „Scharf­ma­cher“ und „Hoo­li­gans“?

Frau Hamann ver­steigt sich zu allem Über­fluß zu der fre­chen Behaup­tung, daß das pro­jek­tier­te pol­ni­sche Lebens­schutz­ge­setz mit den Über­grif­fen der „Flücht­lin­ge“ ver­gleich­bar wäre:

„Dass eine Frau zur wil­len­lo­sen Hül­le gemacht wird; dass ihr Bauch vom Staat in den Dienst genom­men wird – einen ärge­ren Über­griff kann man sich kaum vor­stel­len.“

Der Schutz der unge­bo­re­nen Kin­der durch die Gesetz­ge­bung ist also für Frau Hamann ein arger Über­griff. Glaubt sie das wirk­lich, möch­te man fra­gen.

Oder muß­te sie das auf­grund der Blatt­li­nie so schrei­ben?

„Die Presse“ als Teil eines kirchlichen Medienkonzerns

Eigen­tü­me­rin der Pres­se ist — über die Sty­ria Medi­en­haus Wien GmbH — die Sty­ria Media Group. Die­se wie­der­um steht zu 98,33 % im Eigen­tum der Katho­li­scher Medi­en Ver­ein – Pri­vat­stif­tung (Graz, Gadol­la­platz 1). Dort liest man unter dem Ein­trag „Stif­ter“:

„Der Katho­li­scher Medi­en Ver­ein und die Her­ren Dr. Josef Heu­ber­ger, Dr. h. c. Franz Küberl und Regens Mag. Franz Josef Rauch.“

Offen­sicht­lich war der Letzt­ge­nann­te für die Sty­ria-Grup­pe von gerin­ger Bedeu­tung. Denn es ist dort offen­bar nicht auf­ge­fal­len, daß er am 18. August die­ses Jah­res ver­stor­ben ist. Oder es schien ein Hin­weis dar­auf nicht wich­tig. Bis dato, 25.10.2016, fin­det sich auf der Sei­te des Sty­ria-Kon­zerns kein sol­cher. Der ehe­ma­li­ge Regens des Gra­zer Prie­ster­se­mi­nars starb im 54. Lebens­jahr an Krebs. RIP.

Dr. h. c. Küberl war Cari­tas-Direk­tor der Diö­ze­se Graz-Seckau und Prä­si­dent der Cari­tas Öster­reich. Er hat die Cari­tas prak­tisch zu einer rein säku­la­ren, häu­fig so benann­ten „zivil­ge­sell­schaft­li­chen“, also lin­ken und femi­ni­sti­schen, am Lebens­schutz nicht inter­es­sier­ten Orga­ni­sa­ti­on gemacht.

Dar­über hin­aus fin­det sich im Impres­sum des Hau­ses Sty­ria fol­gen­der Hin­weis:

„Die Sty­ria Media Group AG steht wei­ters zu 1,67 % im Eigen­tum des Katho­li­scher Medi­en Ver­ein, 8010 Graz, Franck­stra­ße 21/2.“

Dabei ist das Adjek­tiv „katho­lisch“ offen­sicht­lich ohne inhalt­li­che Rele­vanz. An der Blatt­li­nie der betref­fen­den Pro­duk­te kann man es ja nicht able­sen.

Im Gegen­teil:

Das Haus Styria und der Abtreibungsdoktor: „Männer, die wir mögen“

Für ein Sty­ria-Medi­um, näm­lich „Wie­ne­rin“, ((Die­ses gehört über die Sty­ria Medi­en­haus Life­style GmbH & Co KG, Wien, zur Sty­ria Media Group.)) ist Abtrei­bungs­arzt Dr. Chri­sti­an Fia­la am 5. Okto­ber des Jah­res sogar der „Hawa­ra der Woche“ ((Für die nicht-öster­rei­chi­schen Leser, denen die­ser Aus­druck unbe­kannt ist: „Hawa­ra“ kommt aus dem Hebräi­schen cha­ber, Freund, Genos­se, Kum­pel, das über das Jid­di­sche als „Habe­rer“ o. ä. in man­che mit­tel­bai­ri­schen Dia­lek­te gedrun­gen ist. Es klingt schon im münd­li­chen Gebrauch pejo­ra­tiv, im schrift­li­chen gera­de­zu ordi­när, beson­ders in der ver­wen­de­ten Schrei­bung. Zudem ist die dar­aus abge­lei­te­te „Ver­ha­be­rung“ ein­deu­tig pejo­ra­tiv (im Sin­ne von halb-undurch­sich­ti­gen Seil­schaf­ten). Jeman­den mit aus­ge­rech­net die­sem Prä­di­kat zu ehren, ist also äußerst ambi­va­lent. Der im gegen­ständ­li­chen Fall ein­ge­setz­te Gebrauch von „Hawa­ra“ zeigt ein­fach den Ver­fall des jour­na­li­sti­schen Stils und eine all­ge­mein gras­sie­ren­de Ver­ro­hung.)) . Dort wird übri­gens auch zu einem Arti­kel ver­linkt, der den viel­ver­spre­chen­den Titel trägt: „War­um die katho­li­sche Kir­che frau­en­feind­lich ist“.

Was Dr. Fia­la hier unter dem Titel „Ein Abtrei­bungs­ver­bot ist ein Krieg gegen Frau­en“ zu sagen hat? Geschenkt! Wir brau­chen die­sem Herrn hier kein Podi­um bie­ten. Man kann es sich ohne­hin vor­stel­len. Immer­hin lebt er davon, unge­bo­re­ne Kin­der zu töten. Und die Kir­che mag er auch nicht.

Aber für Wie­ne­rin gehört er zu den „Män­nern, die wir mögen“! Wer ist übri­gens „wir“?

Daß Fia­la am 13. Okto­ber im Jour­nal Pan­ora­ma auf Ö1 des Öster­rei­chi­schen Rund­funks wie­der ein­mal mit sei­nen Lügen („kein Kind, son­dern Frucht­sack“) aus­führ­lich zu Wort kom­men durf­te, paßt auch gut ins Bild und deu­tet wohl dar­auf hin, daß wie­der ein­mal kam­pag­ni­s­iert wird. Nichts neu­es.

Daß die öster­rei­chi­sche katho­li­sche Medi­en­pro­duk­ti­on aber tief in die­se wider­wär­ti­ge Pro­pa­gan­da ver­wickelt ist, war in die­ser Form auch dem Bericht­erstat­ter nicht bewußt.

Die Sache liegt aber noch schlim­mer:

Wenn man genau­er nach­sieht, erkennt man, daß die Pres­se mit dem Netz­werk Pro­ject Syn­di­ca­te von Mil­li­ar­där und Strip­pen­zie­her Geor­ge Soros ver­bun­den sind.

Der Stan­dard ist es sowie­so. Er sagt das auch offen:

„[D]ie Redak­ti­ons­füh­rung begrün­de­te zusam­men mit dem Guar­di­an, El Pais und Libé­ra­ti­on den Bei­la­gen­pool ‚World Media‘ und war spä­ter beim Netz­werk ‚Pro­ject Syn­di­ca­te‘ ein Geburts­hel­fer.“

In der Pres­se fin­den sich immer wie­der inhalt­lich rich­tungs­wei­sen­de Kom­men­ta­re mit dem Hin­weis „© Pro­ject Syn­di­ca­te“. Es ist nichts neu­es, daß die Abtrei­bung zur Agen­da inter­na­tio­na­ler Orga­ni­sa­tio­nen gehört.

Dabei ist die recht­li­che Lage zwi­schen Stif­tung, Stif­tern und Unter­neh­mern ziem­lich ver­trackt. Denn bei einer Stif­tung sind nicht die Stif­ter maß­geb­lich, son­dern der Stif­tungs­vor­stand. Wei­sungs­frei agie­ren kön­nen die Sty­ria-Medi­en gegen­über dem Haupt­ei­gen­tü­mer, der Pres­se-Chef­re­dak­teur gegen­über der Sty­ria und die Kolum­ni­stin, also in die­sem Fall Sibyl­le Hamann, bezüg­lich ihres Tex­tes. Man kann also sagen, daß recht­lich kaum ein Ein­grei­fen in die Inhal­te, die beim Leser ankom­men, mög­lich ist. Mög­lich ist nur eine Kün­di­gung der jeweils unter­ge­ord­ne­ten Men­schen, aller­dings unter vol­ler Bezah­lung ihrer Ver­trags­lauf­dau­er bezie­hungs­wei­se Kün­di­gungs­fri­sten.

Wenn man im Impres­sum die „Stif­tungs­zwecke“ kon­sul­tiert („kirch­li­che Zwecke“, „christ­li­che Medi­en­ar­beit“), ist bei den besag­ten Arti­keln in der Pres­se und der Wie­ne­rin der Stif­tungs­zweck natür­lich kraß ver­fehlt.

Es bleibt daher schlei­er­haft, wie sol­che Fir­men­kon­struk­te errich­tet wer­den konn­ten, wenn die inhalt­li­che Mit­spra­che­mög­lich­keit de iure nicht gege­ben ist. Davon, daß man sich de fac­to abspricht, wird man aus­ge­hen kön­nen. So oder anders sind die katho­li­schen Funk­tio­nä­re mora­lisch nicht aus ihrer Pflicht ent­las­sen. ((Die Struk­tur des Medi­en­un­ter­neh­mens Sty­ria ist also kom­pli­ziert, offen­bar mit Absicht. Auf deren Sei­te ist zu lesen, man beach­te beson­ders den letz­ten Satz:
„Die Sty­ria Media Group AG wur­de schon im Jahr 1869 von einem Ver­ein von Katho­li­ken grund­ge­legt. Seit­her bemü­hen sich Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter aus vie­len Län­dern, Kul­tu­ren und Reli­gio­nen die­sen welt­an­schau­li­chen Wur­zeln durch einen beson­ders sorg­fäl­ti­gen Umgang mit der Wür­de des Men­schen — im umfas­sen­den Sinn — gerecht zu wer­den. Heu­te gehört die Sty­ria Media Group AG weit über­wie­gend (98,33%) der oben erwähn­ten gemein­nüt­zi­gen Pri­vat­stif­tung, die selbst von Gesetz wegen eigen­tü­mer­lo­ses Ver­mö­gen ist. Die rest­li­chen 1,67% sind beim schon erwähn­ten Ver­ein geblie­ben. Die­ser Hin­ter­grund macht die Sty­ria Media Group AG zu einem Unter­neh­men, in dem Wer­te zäh­len. Er sorgt aber gleich­zei­tig auch dafür, dass die Sty­ria Media Group AG selbst und ihre Toch­ter­un­ter­neh­mun­gen unab­hän­gig sind, ins­be­son­de­re auch von poli­ti­schen Par­tei­en, Inter­es­sens­ver­tre­tun­gen und Kir­chen.“ (Her­vor­he­bun­gen im Ori­gi­nal))).

Das ist sehr ver­trackt. Sym­ptom einer ver­track­ten Zeit.

Der Verrat in der Kirche

Man beach­te: Nach dem Kate­chis­mus der Katho­li­schen Kir­che ist der unge­bo­re­ne Mensch selbst­ver­ständ­lich mit den Mit­teln des Straf­ge­set­zes zu schüt­zen (KKK 2273). Das ist eine Pas­sa­ge des Kate­chis­mus, an die sich des­sen Redak­ti­ons­se­kre­tär, Kar­di­nal Chri­stoph Schön­born, im öffent­li­chen Dis­kurs nor­ma­ler­wei­se nicht erin­nert. In Polen hat­te man die Absicht, die For­de­rung des Kate­chis­mus (der hier aus dem Doku­ment Donum vitae des dama­li­gen Glau­bens­prä­fek­ten Kar­di­nal Joseph Ratz­in­ger aus dem Jahr 1987 zitiert) in die Wirk­lich­keit umzu­set­zen. Dort zogen auch die Bischö­fe mit der Initia­ti­ve poli­tisch enga­gier­ter Lai­en mit.

Frau Hamann betreibt aber in der zur Sty­ria Media Group gehö­ren­den Pres­se klas­si­sche femi­ni­sti­sche Pole­mik für Abtrei­bung und Abtrei­bungs­frei­ga­be und kri­ti­siert die wert­vol­le pol­ni­sche Initia­ti­ve mit höh­ni­schen Wor­ten.

Möge sie von einem pol­ni­schen „Hoo­li­gan“ geschützt wer­den, wenn sie sel­ber ein­mal in eine miß­li­che Lage gera­ten soll­te!

Frau Hamann dien­te übri­gens am 7. Okto­ber auch als Mode­ra­to­rin einer Dis­kus­si­on mit dem etwas ver­que­ren Titel Kir­che am Rand? — Kir­che an den Rän­dern! — Gesell­schaft­li­che Dyna­mi­ken und reli­giö­se Trends. Die­se Dis­kus­si­on wur­de von den soge­nann­ten „Theo­lo­gi­schen Kur­sen“ im erz­bi­schöf­li­chen Cur­haus in Wien ver­an­stal­tet. Es nah­men auch ein soge­nann­ter „Flücht­lings­ko­or­di­na­tor der Erz­diö­ze­se Wien“ und zwei („katho­li­sche“) Theo­lo­gie­pro­fes­so­ren dar­an teil. Frau Hamann gehört also zum Umkreis der kirch­li­chen Haute­vo­lee.

Ein ande­res Sty­ria-Medi­um zeich­net einen kom­mer­zi­el­len Abtrei­ber aus und ver­leum­det die Kir­che als „frau­en­feind­lich“.

Was sagt jetzt die kirch­li­che Hier­ar­chie dazu? Neh­men sich die Bischö­fe über­haupt noch sel­ber ernst? Haben sie das über­haupt mit­be­kom­men? Zustän­dig wäre als Diö­ze­san­bi­schof von Graz-Seckau Exz. Wil­helm Kraut­waschl (hier sein nichts­sa­gen­der Blog). Zuvor amtier­ten der viel­re­den­de aber wenig sagen­de Bischof Johann Weber (berühmt für sei­ne For­de­rung nach einer „Koali­ti­on der Nach­denk­li­chen“ zur Zeit des „Kir­chen­volks­be­geh­rens“) und der fein­gei­sti­ge, aber nicht sehr tap­fe­re Bischof Egon Kapel­la­ri. Unter denen müs­sen die fal­schen Wei­chen­stel­lun­gen ja voll­zo­gen wor­den sein.

Die oben zitier­ten Aus­sa­gen aus den Sty­ria-Medi­en sind ein Schlag ins Gesicht der Lebens­schüt­zer in Öster­reich, in Polen und sonst über­all auf der Welt. Sie sind beson­ders ein Schlag ins Gesicht derer, die mit hohem per­sön­li­chem Ein­satz noch im letz­ten Moment die unge­bo­re­nen Kin­der (und ihre Müt­ter) vor dem fata­len Schritt der Abtrei­bung zu bewah­ren ver­su­chen. Sie bestär­ken die­je­ni­gen, die am Tod unge­bo­re­ner Kin­der schul­dig gewor­den sind.

Abscheu­lich!

Exzel­len­zen, was haben Sie dazu zu sagen?

Resümee: kein Verstecken hinter komplizierten Firmenstrukturen

Die 30 Sil­ber­lin­ge haben den Ver­rä­ter nicht glück­lich gemacht. Das soll­ten die Kir­chen­füh­rer beden­ken. Es soll­ten auch alle beden­ken, die auf nach­ge­ord­ne­ter Ebe­ne die Wahr­heit ver­ra­ten und den Respekt für das mensch­li­che Leben unter­mi­nie­ren. Denn auch wenn in den gegen­ständ­li­chen Fäl­len nach öster­rei­chi­schem Recht for­mal­ju­ri­stisch alles gerecht­fer­tigt wer­den kann („Unab­hän­gig­keit von Kir­chen“), bleibt doch die Fra­ge, ob die­ses Argu­ment am Jüng­sten Tag akzep­tiert wer­den wird. Man soll­te sich nicht dar­auf ver­las­sen.

*MMag. Wolf­ram Schrems, katho­li­scher Theo­lo­ge, Phi­lo­soph, kirch­lich gesen­de­ter Kate­chist, Lebens­schüt­zer

Bild: Styria/Die Pres­se (Screen­shots)

4 Kommentare

  1. Herz­li­chen Dank für die­se exzel­lent aus­ge­führ­te christ­lich brü­der­li­che Zurecht­wei­sung, die jedem ver­ant­wort­lich mit­wir­ken­dem nur zum See­len­heil gut tun kann. Der Rauch Satans ist tief in die All­tags­ar­beit katho­li­scher Medi­en ein­ge­drun­gen, nicht­zu­sätz­lich durch die wirt­schaft­li­che Ver­flech­tung mit maso­ni­schen Geld­ge­bern. Wenn solch men­schen­rechts­ver­ach­ten­de Früch­te in skan­da­lö­ser Wei­se öffent­lich zu Tage kom­men, gilt es für gläu­bi­ge Katho­li­ken und alle Men­schen guten Wil­lens die Stim­me zu erhe­ben. Ohne Ent­schul­di­gung gehört „DiePres­se“ zu den „exkom­mu­ni­zier­ten“ Medi­en.

  2. Egal wie­vie­le dafür oder dage­gen demon­strie­ren bleibt die Abtrei­bung eine Gewis­sens­ent­schei­dung der ein­zel­nen Frau oder des Paares,zumindest solan­ge es kei­ne Zwangs­ab­trei­bun­gen gibt wie in Chi­na.
    Es muss ja auch nie­mand homo­se­xu­ell werden,der das nicht will.
    DA die Hir­ten und die Obrig­keit versagen,ist der Mensch und Christ nun tat­säch­lich auf sich allein gestellt,aber die mei­sten Men­schen woll­ten doch frei von allen Zwän­gen sein,oder !?

    • Lie­be Stel­la,
      ich bin nicht sicher, ob ich Ihren Kom­men­tar rich­tig ver­ste­he. Schrei­ben Sie von der Gewis­sens­ent­schei­dung des Mäd­chens oder Bubens im Mut­ter­schoß? Die Ent­schei­dung des Kin­des, ob sein Leben lie­ber wei­ter­ge­führt oder „uner­bro­chen“ wer­den soll, haben Sie die­se gemeint?
      Oder gilt das Recht frei von Zwän­gen zu leben, erst ab einem gewis­sen Alter? Ist das Kind im Fal­le einer Abtrei­bung nicht auch dem Zwang aus­ge­setzt, sein Leben zu been­den? Und soll­te es nicht auch „frei von Zwän­gen sein“, oder!?
      Dann ist es aber nicht mehr egal, wie vie­le dafür oder dage­gen demon­strie­ren den­ke ich.
      Ich bin etwas ver­wirrt ehr­lich gesagt…

  3. Auch wenn die Kri­tik an den ent­spre­chen­den for­mal katho­li­schen Medi­en völ­lig berech­tigt erscheint — unge­bo­re­ne Men­schen sind auch Men­schen und ihr Mensch­sein zu ver­schwei­gen oder zu unter­schla­gen ist ein Ver­stoß gegen Jesu reden, die Gering­sten zu ach­ten — ver­mis­se ich aber trotz­dem immer wie­der bei denen, die sich für unge­bo­re­ne ein­set­zen, immer wie­der die Wahr­neh­mung von zwei zusam­men­hän­gen­den jedoch ver­schie­de­nen Aspek­ten:

    - dass eine Abtrei­bung falsch ist und der Staat unge­bo­re­ne zu schüt­zen hat

    - dass der Staat die­sen Schutz durch sozu­sa­gen einen straf­recht­li­chen Zwang zum Aus­tra­gen ver­wirk­li­chen kann und auch darf

    Denn nicht jede Maß­nah­men zum Schutz des Lebens eines Men­schen ist grund­sätz­lich rich­tig, son­dern es gibt auch Mit­tel, die nicht durch den Zweck „gehei­ligt“ wer­den kön­nen. Und Maß­nah­men, die schlicht man­gels Durch­set­zung und mas­sen­haf­ter Geset­zes­miss­ach­tung unwirk­sam sind, sind viel­leicht auch nicht das beste.

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