Papst Franziskus und die „Richtung, die eingeschlagen wird“ zum Phänomen Medjugorje

Medjugorje

(Rom/Mostar) Seit bald 35 Jah­ren ist in der katho­li­schen Kir­che ein „Hei­li­ger Krieg“ (Pao­lo Roda­ri) rund um Med­jug­or­je im Gan­ge. Auf der einen Sei­te steht ein skep­ti­scher, zurück­hal­ten­der, mah­nen­der Vati­kan. Auf der ande­ren Sei­te ste­hen eini­ge kirch­li­che Per­sön­lich­kei­ten und vie­le Gläu­bi­ge, die in gro­ßer Zahl in den her­ze­go­wi­ni­schen Ort pil­gern und fest von der Echt­heit des Phä­no­mens über­zeugt sind. Als Papst Fran­zis­kus am 1. Febru­ar 2015 sei­nen Besuch in Bos­ni­en-Her­ze­go­wi­na ankün­dig­te, stand damit für bei­de Sei­ten der Front auto­ma­tisch eine Fra­ge im Raum: Wird das katho­li­sche Kir­chen­ober­haupt eine Ent­schei­dung zum Phä­no­men Med­jug­or­je bekannt­ge­ben? Kar­di­nal Viko Pul­jic, der Erz­bi­schof von Sara­je­wo wink­te umge­hend ab. Ein Besuch des Pap­stes in Med­jug­or­je sei nicht geplant. Auch nicht, daß sich der Papst zu Med­jug­or­je äußern wer­de. Vati­kan­spre­cher Pater Fede­r­i­co Lom­bar­di SJ bestä­tig­te den Kar­di­nal und demen­tier­te umge­hend Spe­ku­la­tio­nen. Ein Demen­ti, das er vor Beginn der ein­tä­gi­gen Pasto­ral­rei­se am 6. Juni noch ein­mal wie­der­hol­te. Den­noch waren die Erwar­tun­gen in Med­jug­or­je und unter den Ver­eh­rern der „Gos­pa“ sehr groß.

Auf dem Rück­flug von Sara­je­wo beant­wor­te­te der Papst Jour­na­li­sten­fra­gen und sag­te schließ­lich doch etwas zum her­ze­go­wi­ni­schen Ort, an dem seit 1981 die Got­tes­mut­ter Maria erschei­nen soll. Die kroa­ti­sche Jour­na­li­stin Sil­vi­je Tomaže­vić frag­te den Papst: „Da wir in Bos­ni­en und Her­ze­go­wi­na sind, besteht auch ein star­kes Inter­es­se für das Urteil über das Phä­no­men von Med­jug­or­je …“

Papst Franziskus: „Wir sind nahe daran, Entscheidungen zu treffen“

Papst Fran­zis­kus ant­wor­te­te wört­lich: „Über das Pro­blem von Med­jug­or­je hat Papst Bene­dikt XVI. sei­ner­zeit eine Kom­mis­si­on gebil­det unter dem Vor­sitz von Kar­di­nal Camil­lo Rui­ni; es waren auch noch ande­re Kar­di­nä­le, Theo­lo­gen und Fach­leu­te dabei. Sie haben die Unter­su­chung durch­ge­führt, und Kar­di­nal Rui­ni ist zu mir gekom­men und hat mir die Ergeb­nis­se über­reicht, nach lan­ger Zeit – nach mehr oder weni­ger drei bis vier Jah­ren, ich weiß es nicht genau. Sie haben eine bedeu­ten­de Arbeit gelei­stet, eine bedeu­ten­de Arbeit. Kar­di­nal Mül­ler hat mir gesagt, er wer­de in die­ser Zeit eine Feria quar­ta abhal­ten; ich glau­be, sie hat am letz­ten Mitt­woch des Monats statt­ge­fun­den, aber ich bin nicht sicher… [Ein­wurf von Vati­kan­spre­cher Lom­bar­di: „Tat­säch­lich hat noch kei­ne die­sem The­ma gewid­me­te Feria quar­ta statt­ge­fun­den“]. Wir sind nahe dar­an, Ent­schei­dun­gen zu tref­fen. Sie wer­den dann bekannt­ge­ge­ben. Für den Augen­blick wer­den nur eini­ge Ori­en­tie­run­gen an die Bischö­fe gege­ben, aber in der Rich­tung, die ein­ge­schla­gen wird. Dan­ke“

„Wo sind die Seher“ mit dem Brief, „den die Gottesmutter um vier Uhr nachmittags schicken wird?“

Die sechs Seher in den 80er Jahren
Die sechs „Seher“ 1981 als die „Erschei­nun­gen“ began­nen

Nur weni­ge Tage nach die­ser Ankün­di­gung sprach der Papst am Diens­tag erneut über Pri­va­tof­fen­ba­run­gen und wur­de kon­kre­ter. Med­jug­or­je nann­te er dabei nicht, doch ver­stan­den die Anwe­sen­den die Wor­te in die­sem Zusam­men­hang. Bei der außer­ge­wöhn­lich lan­gen mor­gend­li­chen Pre­digt in der Haus­ka­pel­le von San­ta Mar­ta sprach Fran­zis­kus über die „Ver­su­chun­gen“ des Chri­sten­tums: „Die Got­tes­mut­ter schickt kei­ne Boten“ und kri­ti­sier­te jene Chri­sten, „die immer etwas Neu­es in ihrer christ­li­chen Iden­ti­tät brau­chen und dabei ver­ges­sen, daß sie aus­er­wählt wur­den, als Gesalb­te“. Eben­so die Mah­nung: „Ver­wäs­sert nicht die christ­li­che Iden­ti­tät in einer weich­ge­spül­ten Reli­gi­on“.

Gemeint sei­en jene, die her­um­lau­fen und rufen: „‘Wo sind die Seher, die uns heu­te vom Brief spre­chen, den die Got­tes­mut­ter um vier Uhr nach­mit­tags schicken wird?‘ Zum Bei­spiel, nicht wahr? Und sie leben davon“. Und wei­ter: „Das ist nicht christ­li­che Iden­ti­tät. Das letz­te Wort Got­tes heißt ‚Jesus‘ und nichts ande­res!“

„Ein nicht all­zu ver­schlei­er­ter Hin­weis auf das, was in Bos­ni­en-Her­ze­go­wi­na geschieht und auf die Erschei­nun­gen, denen gegen­über im Vati­kan gro­ße Skep­sis herrscht“, so der Cor­rie­re del­la Sera.

1991 entschieden Jugoslawiens Bischöfe negativ über das Phänomen Medjugorje

Seit 1981 soll in Med­jugorie sechs Per­so­nen die Got­tes­mut­ter, „Gos­pa“ genannt, erschei­nen. Ein Phä­no­men, das sich in unter­schied­li­cher Form bis heu­te wie­der­ho­len soll. Die Über­na­tür­lich­keit des Phä­no­mens wur­de bereits in den 80er Jah­ren vom zustän­di­gen Bischof von Mostar abge­lehnt und 1991 von der damals noch bestehen­den Jugo­sla­wi­schen Bischofs­kon­fe­renz. Ent­ge­gen der Behaup­tung man­cher Med­jug­or­je-Pil­ger liegt damit seit vie­len Jah­ren eine nega­ti­ve Ent­schei­dung der Kir­che zu den „Erschei­nun­gen“ vor.

Eine Ent­schei­dung, die vie­le Katho­li­ken nicht akzep­tie­ren wol­len und durch den star­ken Pil­ger­strom die Fra­ge offen­hal­ten. Dies ver­an­laß­te Papst Bene­dikt XVI., der sich bereits als Prä­fekt der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on nega­tiv geäu­ßert hat­te, 2010 die erwähn­te inter­na­tio­na­le Med­jug­or­je-Unter­su­chungs­kom­mis­si­on ein­zu­set­zen. Die Kom­mis­si­on beleuch­te­te drei Jah­re lang das Phä­no­men von allen Sei­ten und hör­te ein­zeln alle „Seher“ an. Als die Unter­su­chungs­kom­mis­si­on ihre Arbeit been­det hat­te, ver­hin­der­te der uner­war­te­te Rück­tritt Bene­dikts XVI. wei­te­re Schrit­te.

„Orientierungen an die Bischöfe, aber in der Richtung, die eingeschlagen wird“

Ivan Dragicevic bei einer Erscheinung im Stephansdom in Wien
Ivan Dra­gice­vic wäh­rend einer „Erschei­nung“ im Ste­phans­dom in Wien

Im Febru­ar 2014 emp­fing Papst Fran­zis­kus Kar­di­nal Rui­ni in Audi­enz und ließ sich von ihm den Abschluß­be­richt der Unter­su­chungs­kom­mis­si­on über­ge­ben und erklä­ren. Der noch gehei­me Bericht war zu die­sem Zeit­punkt im Vati­kan weni­gen aus­ge­wähl­ten Per­so­nen bereits mehr als ein Jahr bekannt. Dazu gehör­te Kar­di­nal­prä­fekt Ger­hard Mül­ler, an des­sen Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on die Unter­su­chungs­kom­mis­si­on ange­sie­delt ist.

Mit den „Ori­en­tie­run­gen an die Bischö­fe, aber in der Rich­tung, die ein­ge­schla­gen wird“, von denen Papst Fran­zis­kus auf dem Rück­flug gespro­chen hat­te, kann nur das Ein­grei­fen der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on gegen Auf­trit­te der „Seher“ gemeint sein, bei denen die Echt­heit der „Erschei­nun­gen“ in Med­jug­or­je behaup­tet wird.

Kar­di­nal Mül­ler sorg­te im Novem­ber 2013 näm­lich für Auf­se­hen, als er die ame­ri­ka­ni­schen Bischö­fe auf­for­der­te, die Gläu­bi­gen an die gel­ten­den kirch­li­chen Stel­lung­nah­men zu Med­jug­or­je zu erin­nern, und die sei­en nega­tiv. Solan­ge es kei­ne ande­re Ent­schei­dung gebe, gel­te die Erklä­rung der ehe­ma­li­gen Jugo­sla­wi­schen Bischofs­kon­fe­renz von 1991, die zum Schluß kam, daß dem Phä­no­men Med­jug­or­je kei­ne Über­na­tür­lich­keit zuge­schrie­ben wer­den kön­ne. Aus die­sem Grund sei jede öffent­li­che Erklä­rung, die eine Authen­ti­zi­tät des Phä­no­mens annimmt, für Katho­li­ken unter­sagt. Grund war der ange­kün­dig­te USA-Besuch von Ivan Dra­gice­vic, einem der sechs „Seher“, der beson­ders im Visier der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on steht. Der Seher behaup­tet, „Erschei­nun­gen“ wäh­rend der zuvor ange­kün­dig­ten Gebets­tref­fen zu haben, egal, wo auf der Welt er sich gera­de befin­det. Nach der Auf­for­de­rung an die US-Bischö­fe, sol­che Ver­an­stal­tun­gen zu unter­bin­den, muß­te Dra­gice­vic die Rei­se absa­gen.

Kardinal Schönborns Widerstand gegen Rom

Dra­gice­vic ist schon mehr­fach im Wie­ner Ste­phans­dom vor Tau­sen­den Gläu­bi­gen auf­ge­tre­ten, so auch im Sep­tem­ber 2014 unter dem Mot­to „Mes­sa­ge for you!“, und behaup­te­te, dort eine „Bot­schaft“ der Got­tes­mut­ter emp­fan­gen zu haben. Wiens Erz­bi­schof Chri­stoph Kar­di­nal Schön­born gilt als rang­höch­ster akti­ver Med­jug­or­je-Unter­stüt­zer, der sich wie­der­holt über die römi­sche Auf­for­de­rung zu Zurück­hal­tung hin­weg­setz­te. Im Ste­phans­dom wird beim „Frie­dens­ge­bet“ all­jähr­lich die Echt­heit der „Erschei­nun­gen“ behaup­tet und sogar wäh­rend der Ver­an­stal­tung eine „Erschei­nung“ der Got­tes­mut­ter ange­nom­men. Das ist das genaue Gegen­teil des­sen, was die Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on von den Bischö­fen ein­for­dert. Anstatt sol­che Ver­an­stal­tun­gen zu unter­bin­den, lädt Kar­di­nal Schön­born sie in die Kathe­dral­kir­che ein.

Im Gegen­satz dazu folg­ten Spa­ni­ens Bischö­fe kurz nach den US-Bischö­fen der Auf­for­de­rung Roms und rie­fen die gel­ten­de kirch­li­che Ableh­nung von Med­jug­or­je in Erin­ne­rung. Die Vor­gangs­wei­se des Glau­bens­prä­fek­ten erfolg­te mit gro­ßer Wahr­schein­lich­keit in Abspra­che mit Papst Fran­zis­kus. Denn nur weni­ge Wochen, bevor der Glau­bens­prä­fekt aktiv wur­de, hat­te Papst Fran­zis­kus im Sep­tem­ber 2013 ein erstes Mal in einer mor­gend­li­chen Pre­digt gegen Pri­va­tof­fen­ba­run­gen Stel­lung genom­men. Aus­sa­gen, die er kurz nach dem Ein­grei­fen der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on in den USA Mit­te Novem­ber 2013 wie­der­hol­te.

September 2013: Papst Franziskus nannte Medjugorje als Negativbeispiel — „Sucht nach Neuigkeiten“

Marienstatue in Medjugorje
Mari­en­sta­tue in Med­jug­or­je

Im Sep­tem­ber sprach er von einer „Sucht nach Neu­ig­kei­ten“ und mehr wis­sen zu wol­len, als durch die Offen­ba­rung den Men­schen von Gott bekannt­ge­macht ist und davon, daß Men­schen des­halb da und dort­hin zie­hen wür­den, um [bei „Erschei­nun­gen] Neu­es zu erfah­ren. Dabei habe der Papst aus­drück­lich, so beteu­ern Ohren­zeu­gen, als Bei­spiel Med­jug­or­je genannt. Der Hin­weis wur­de aller­dings weder von Radio Vati­kan noch vom Osser­va­to­re Roma­no in die Kurz­zu­sam­men­fas­sung der mor­gend­li­chen Pre­digt auf­ge­nom­men. Am 14. Novem­ber sag­te der Papst, daß Maria nicht die „Lei­te­rin eines Post­am­tes“ sei, die „jeden Tag Bot­schaf­ten ver­schickt“ und die Zukunft vor­aus­sa­ge. Die Wor­te wur­den als Anspie­lung auf die bereits mehr als 30.000 „Erschei­nun­gen“ und „Bot­schaf­ten“ von Med­jug­or­je und ande­rer „Pri­va­tof­fen­ba­run­gen“ ver­stan­den, von denen es zahl­rei­che welt­weit gibt.

Aller­dings sei es erst seit dem Phä­no­men Med­jug­or­je, also seit 1981, zu einer „infla­tio­nä­ren Flut von angeb­li­chen Bot­schaf­ten“ Mari­ens und Jesu gekom­men, so ein Mit­ar­bei­ter der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on. „In Fati­ma, Lour­des, La Salet­te gab es weni­ge Erschei­nun­gen mit prä­zi­sen Bot­schaf­ten.“ In Med­jug­or­je erschei­ne die Got­tes­mut­ter, als wäre sie eine Plau­der­ta­sche, „deren Bot­schaf­ten inhalt­lich dürf­tig sind und sich zudem stän­dig wie­der­ho­len“. Auf­fal­lend sei, daß „seit Med­jug­or­je“ angeb­li­che Erschei­nungs­phä­no­me­ne an ver­schie­de­nen Orten in gro­ßer Zahl auf­tre­ten und an allen zei­ge sich Maria, manch­mal auch Jesus, als Plau­der­ta­sche. „Eine bedenk­li­che Abfär­bung, jeden­falls kei­ne gute Frucht.“

Diözese Modena untersagte Medjugorje-Treffen mit „Seherin“

Für den 20. Juni war im ita­lie­ni­schen Sesto­la in der Diö­ze­se Mode­na eine Ver­an­stal­tung mit der „Sehe­rin“ Vicka Inva­ko­vic vor­ge­se­hen. Der Jour­na­list Pao­lo Bro­sio, ein über­zeug­te Anhän­ger Med­jug­or­jes, berich­te­te auf sei­nem Blog, daß die Ver­an­stal­tung abge­sagt wur­de. „Die Ver­an­stal­ter wur­den dar­an erin­nert, daß man sich bis zu anders­lau­ten­den Ent­schei­dun­gen durch den Hei­li­gen Stuhl an die Ent­schei­dung der Bischö­fe des ehe­ma­li­gen Jugo­sla­wi­ens zu hal­ten habe, die in ihrer Erklä­rung von Zara vom 10. April 1991 sagen: ‚Auf der Grund­la­ge der bis­her durch­ge­führ­ten Unter­su­chun­gen ist es nicht mög­lich zu behaup­ten, daß es sich um Erschei­nun­gen oder Offen­ba­run­gen von über­na­tür­li­cher Art han­delt“. Dar­an hielt sich die Diö­ze­se Mode­na und ver­lang­te von den Ver­an­stal­tern, das Tref­fen abzu­sa­gen, was die­se auch taten.

Ein wei­te­res Bei­spiel für die „Ori­en­tie­run­gen an die Bischö­fe“, von denen Papst Fran­zis­kus am 6. Juni sprach, an dem sich wohl auch die „Rich­tung, die ein­ge­schla­gen wird“ bei der end­gül­ti­gen Ent­schei­dung Roms able­sen läßt.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Wikicommons/Medjugorje.ws (Screen­shots)

17 Kommentare

  1. Das intui­tiv emp­fun­de­ne Pro­blem vie­ler Katho­li­ken ist jedoch, dass sie bezüg­lich der Recht­mä­ßig­keit und Recht­gläu­big­keit der Bischö­fe und des Pap­stes so ver­un­si­chert sind, dass sie eher an Med­jo­gor­je glau­ben als Bischö­fen und Päp­sten, die unglaub­wür­dig gewor­den sind, weil sie nicht nur die­se Erschei­nung, son­dern auch über­lie­fer­te Leh­re ableh­nen.

    Und aus die­sem Dilem­ma kom­men wir nicht raus — egal, was Rom dazu sagen wird. Das wird genau­so wenig ankom­men wie das Wort des Orts­bi­schofs.

    Solan­ge wir kei­ne recht­gläu­bi­ge Hier­ar­chie mehr haben, wer­den sich die Men­schen umso mehr an sol­che Erschei­nun­gen oder an die Ver­knö­che­rung in „Tra­di­tio­nen“ klam­mern. Da kann F. samt einem ver­kom­me­nen Epi­sko­pat noch so viel dazu zum besten geben.

    Er redet soviel Unsinn daher — wer garan­tiert die­sen Gläu­bi­gen, dass sei­ne Mei­nun­gen hin­sicht­lich Med­jug­or­je nicht eben­so sind? Und dann kocht wie­der die Empö­rung hoch: schließ­lich hat er ja auch die Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta etc. etc.

    Was ist also sein Urteil prin­zi­pi­ell wert?
    Nur das, was einem per­sön­lich gera­de schmeckt?
    Sein Urteil zu M. wird mir pas­sen, das zu den FI nicht?

    • Was die­sen Ort betrifft, bin ich mehr als skep­tisch.
      Ich war zwei­mal dort und habe gute Erfah­run­gen gemacht, ganz ohne Zwei­fel.
      Ein Ereig­nis hat mich sogar ganz beson­ders geprägt.
      Trotz­dem, es ist mir fast unmög­lich, an die­se über 30 Jah­re statt­fin­den­den täg­li­chen Erschei­nun­gen zu glau­ben.
      Ich muss es aber ‑Gott es gedankt- auch nicht.
      Solo dios basta!
      Wie auch immer die Ent­schei­dung aus­fällt — es wird Fru­stra­tio­nen geben.
      Ich fin­de, Sie haben die Situa­ti­on recht gut beschrie­ben.
      Irri­ta­tio­nen, wohin man schaut!

  2. Es wird doch alles ver­folgt und abge­lehnt, egal ob es San Damia­no (Mama Rosa), Eisen­berg (Mut­ter Lex), Herolds­bach, Amster­dam (Mut­ter Ida), Gara­band­al, Man­duria, Pena Planca/Chile (Miguel Angel Poble­te), Ohlau (Doman­ski), oder eben ‚Med­jug­or­je‘ ist….

    • Also bei aller Kri­tik an der RKK:
      bei all die­sen Erschei­nun­gen und Bot­schaf­ten hal­te ich mich per­sön­lich NUR an die Ent­schei­dun­gen der Kir­che.
      Also für mich zäh­len nur „aner­kann­te“ Visio­nä­re und ihre Aus­sa­gen.
      Wer da trotz­dem zwei­felt, soll­te sich lie­ber GAR NICHT mit „Pro­phe­zei­un­gen“ befas­sen, sonst kommt er nicht nur sprich­wört­lich in Teu­fels Küche!!

      • Tja, da bin ich defi­ni­tiv ande­rer Mei­nung. Haben Sie über­haupt eine Ahnung, ob die­se Men­schen und Inhal­te nicht zu unrecht abge­lehnt und ver­folgt wur­den ?! Ich beschäf­ti­ge mich mit die­sen Din­gen seit cir­ca 20 Jah­ren und habe im Ver­lauf der Zeit fest­ge­stellt, dass ent­ge­gen dem all­ge­mei­nen ein­ge­schla­fe­nen und dump­fen Bewußt­sein die­se Pro­phe­ten uns zu Recht auf­rüt­teln und uns dazu anhal­ten zu beten, zu opfern und uns vor­zu­be­rei­ten. Der Herr hat uns gewarnt am Ende die­ses Zeit­al­ters nicht ein­zu­schla­fen. Von mir aus kön­nen Sie das alles igno­rie­ren, das ist dann Ihre Ent­schei­dung !

      • @ Jean­ne d’Arc

        Ich wäre den­noch vor­sich­tig — der Ver­füh­rer kann auch Erschei­nun­gen nach­äf­fen und auf die­sem Wege die, die viel­leicht gewillt sind, etwas fröm­mer zu blei­ben, „abgrei­fen“.

        Ver­ges­sen Sie nicht, dass er bereits im Para­dies Eva damit ver­führ­te und täusch­te: Er gau­kel­te ihr eine Ver­tie­fung der Erkennt­nis vor und brach­te sie dazu, die Gren­zen, die Gott gesetzt hat­te, nicht mehr zu erken­nen.

        Das ist tra­gisch, wenn auch nicht so „hart“, wie eine wil­lent­li­che Über­tre­tung ent­ge­gen der eige­nen Erkennt­nis, die Gott sogar noch selbst gelie­fert hat­te (Adam), aber eben ein „Soft-Ein­falls­tor für Irrun­gen und Täu­schun­gen. Man soll­te das nicht zum Kava­liers­de­likt her­ab­min­dern und strikt allem aus dem Weg gehen, was einen nicht sicher zu Jesus führt. IM Zwie­fels­fall ist es bes­ser,. ohne dies aus­zu­kom­men, zumal Erschei­nun­gen ja eh nicht heils­not­wen­dig sind.

        Ich glau­be nicht, dass der Him­mel in einer Zeit ohne funk­tio­nie­ren­des Lehr­amt, das allei­ne hier Licht ins Dun­kel brin­gen könn­te, uns zumu­tet, nun mit die­sen infla­tio­nä­ren Erschei­nun­gen umge­hen zu müs­sen, die dann auch noch wie eine Dau­er­du­sche rie­seln und nicht, wie die ech­ten und aner­kann­ten Erschei­nun­gen spar­sam, effi­zi­ent und ziel­ge­rich­tet.

        Ich den­ke, heu­te sind Buße, (Rosenkranz-)Gebet (aber bit­te den ech­ten und ursprüng­li­chen Rosen­kranz beten!) und ver­nunft­ori­en­tier­te Refle­xi­on ange­sagt.

      • @Stella
        Da haben Sie recht, man soll nicht alles unre­flek­tiert in sich auf­neh­men. Dazu haben wir die Gna­de der „Unter­schei­dung der Gei­ster“ bekom­men. Ich bin kein Pri­va­tof­fen­ba­rungs­fa­na­ti­ker. Es gibt auch sogen. „Begna­de­te“, die ihre Macht gebrau­chen um Men­schen zu beein­fluß­en und zu mani­pu­lie­ren. Das schreck­lich­ste Bei­spiel, von dem ich vor kur­zem las, ist das, wo eine Begna­de­te durch ihre Bot­schaf­ten sagen ließ, dass all jene sich von ihren Ange­hö­ri­gen tren­nen sol­len, wenn die Ange­hö­ri­gen die­se Bot­schaf­ten nicht akzep­tie­ren wür­den. Als Fol­ge davon ereig­ne­te sich der Sui­zid eines Man­nes des­sen Fami­lie dar­an zer­bro­chen war. So etwas ist wider­gött­li­ches Sek­tie­rer­tum. Aller­dings gibt es unter den Pro­phe­ten auch eini­ge, die sehr beschei­den sind und viel gelit­ten haben (z.B. die ver­stor­be­ne Mut­ter Lex in Eisen­berg). Man muss für sich selbst ent­schei­den was man davon annimmt, ohne Fana­tis­mus und ohne ande­re „bekeh­ren“ zu wol­len. Ich fin­de es nur ziem­lich trau­rig, dass eini­ge wirk­lich gute Pro­phe­ten unter einer Art Chri­sten­ver­fol­gung aus den eige­nen Rei­hen lei­den muß­ten und zum Teil noch müs­sen. Da wird dann die Gren­ze zum Kle­ri­kal­fa­schis­mus zum Teil über­schrit­ten. Was mich auch immer wie­der erstaunt ist, dass Men­schen mit intel­lek­tu­el­ler Macht sehr in die­ser Rich­tung des Klero­fa­schis­mus reagie­ren, weil sie nicht mit ihrem Gewis­sen kon­fron­tiert wer­den wol­len.

      • @ Jean­ne d’Arc
        Ver­fol­gung ist nun mal Pro­phe­ten­schick­sal, von daher ist es nicht scha­de, son­dern hat so, das die „Pro­phe­ten“ etwas schi­ka­niert wer­den, weil von Ver­fol­gung kann man da nun wirk­lich nicht reden!
        Übli­cher­wei­se kann man an dem wie die „Pro­phe­ten“ die Ver­fol­gung auf­neh­men able­sen was es mit der Echt­heit auf sich hat, und von daher…
        Aber wie Sie ja sel­ber sagen, die Unter­schei­dung der Gei­ster—

      • „Weh‘ dir, Cho­ra­zin ! Weh‘ dir Bet­sai­da! Wenn einst in Tyrus und Sidon die Wun­der gesche­hen wären, die bei euch gesche­hen sind — man hät­te dort in Sack und Asche Buße getan…“ (Lk 10, 13)

        „Weh‘ euch ihr Schrift­ge­lehr­ten und Pha­ri­sä­er, ihr Heuch­ler ! Ihr errich­tet den Pro­phe­ten Grab­stät­ten und schmückt die Denk­mä­ler der Gerech­ten und sagt dabei: Wenn wir in den Tagen unse­rer Väter gelebt hät­ten, wären wir nicht wie sie am Tod der Pro­phe­ten schul­dig gewor­den. Damit bestä­tigt ihr selbst, dass ihr Söh­ne der Pro­phe­ten­mör­der seid.“ (Mt 23, 31)

        Mut­ter Lex und die Seher­kin­der von Herolds­bach wur­den exkom­mu­ni­ziert.

      • In Herolds­bach wei­ger­ten sich die Kin­der zu unter­schrei­ben, dass die Kir­che das Recht hat über die Echt­heit zu ent­schei­den, und davon abge­se­hen ist Herolds­bach das was ich mir unter „schreck­lich“ vor­stel­le.
        Düster, süß­lich kit­schig, und schräg.

      • Ich ken­ne nicht die abso­lu­ten Details von Herolds­bach. Jedoch war schon die Sper­rung des Ber­ges extrem pro­ble­ma­tisch. Aber Herolds­bach hin oder her, was mir auf­fällt ist, dass seit cir­ca 1960 alle Erschei­nungs­or­te und Bot­schaf­ten ver­teu­felt und abge­lehnt wur­den. Dar­über hin­aus gibt es inzwi­schen eine Art ‚Unter­grund­kir­che‘ in der vie­le Gläu­bi­ge und Süh­ne­op­fer­see­len im Stil­len mit Gott ihren Weg gehen.

      • @ Jean­ne d’Arc
        so ähn­lich dach­te ich auch mal, bis mich der Zufall nach Herolds­bach ver­schlug.
        Ich sehe dass die dor­ti­gen Patres ver­su­chen zu ret­ten was zu ret­ten ist, aber die gan­ze „Alte Kir­che“ mit­samt dem „Gna­den­raum“ und drum­her­um die Schil­der auf den Blu­men­bee­ten, „Hier berühr­te der lin­ke Fuß der Mut­ter­got­tes die Erde“ die Hin­wei­se „hier Gna­den­quel­le“ das gan­ze Ambi­en­te ist so rich­tig düster, fröm­melnd, süß­kit­schig dass ich zumin­dest was Herolds­bach angeht, nicht umhin kann, der Ver­ur­tei­lung voll­um­fäng­lich zuzu­stim­men.
        Genau der glei­che Geist, weht auch um Mut­ter Lex (nach dem was ich gele­sen habe) und um Maria Sim­ma.
        Hat was von Magie, um es auf den Punkt zu brin­gen.

      • @ein besorg­ter Christ
        Ich war vor 15 Jah­ren dort und fand es gar nicht ‚kit­schig‘, ‚düster‘ oder ‚fröm­melnd‘. Das Chri­stus­kind im Gar­ten hat mich damals beson­ders berührt. Für mich war es eine see­li­sche Berei­che­rung dort zu beten und ich ver­spür­te auch einen tie­fen Segen. Das alles ist im Bereich der sub­jek­ti­ven Wahr­neh­mung und des sub­jek­ti­ven Kunst­ge­schmacks. Über die­se Din­ge kann man end­los strei­ten. Unser Herr­gott wird über alles ent­schei­den, wenn er zurück kommt. Und ich hof­fe, er kommt bald.…

  3. Nach­trag:
    So wer­de ich es auch hal­ten, wenn eine Wischi-Waschi-Erklä­rung zu Med­jug­or­je fal­len soll­te!
    (was ggf. zu befürch­ten steht)

  4. Die Erschei­nun­gen und Bot­schaf­ten der Mut­ter­got­tes in Med­jug­or­je sind wohl als echt und wahr ein­zu­stu­fen. Den­noch ist es ver­ständ­lich und nach­voll­zieh­bar, wenn es dazu auch Skep­sis gibt. So etwas, also Erschei­nun­gen über meh­re­re Jahr­zehn­te, sind ja auch nicht leicht zu glau­ben.
    Es wird dazu von man­chen oder vie­len auch wie es aus­sieht, zuviel „Tam­tam“ gemacht. Da gehts zu oft auch um Sen­sa­ti­ons­ha­sche­rei.
    Die kirch­li­che Hier­ar­chie muß also die­ses Unge­sun­de zügeln und auf ver­nünf­ti­ge und gute Bah­nen len­ken. In einer Zeit der medi­en­in­szi­nier­ten Mas­sen­hy­ste­rien am lau­fen­den Band ist das nicht ein­fach, und Papst Bene­dikt XVI. hat­te eine ver­ständ­li­che Ent­schei­dung getrof­fen, um das Gan­ze abzu­küh­len.

    Eine Aner­ken­nung von Med­jug­or­je wäre auch ein star­kes öku­me­ni­sches Signal hin zu den Ortho­do­xen in reli­giö­ser Hin­sicht wie auch in poli­ti­scher Hin­sicht ein Signal für ganz Euro­pa. Med­jug­or­je liegt bekannt­lich genau auf der alten, bis heu­te bestehen­den gei­sti­gen Gren­ze von West- und Ostrom, von Rom und Byzanz/Konstantinopel.
    Eine Aner­ken­nung wäre gewiß zu ver­ste­hen als „Maß­nah­me“ zur Über­win­dung die­ser alten Tei­lung des Kon­ti­nents in kirch­li­cher wie auch poli­ti­scher Hin­sicht.

  5. Natür­lich ist auch bei Erschei­nun­gen ein gesun­des Miss­trau­en ange­bracht. Noch vor einem Jahr hät­te ich die­sem rigo­ros Wider­spro­chen.
    Doch als ich aus dem Nach­lass von mei­ner Tan­te einen klei­nen Zet­tel gezeigt bekam, der noch vor 1950 von Alo­is Irl­mai­er stamm­te:
    Zuerst kommt ein Wohl­stand wie noch nie!

    Dann folgt ein Glau­bens­ab­fall wie noch nie zuvor.

    Dar­auf eine Sit­ten­ver­derb­nis wie noch nie.

    Als­dann kommt eine gro­ße Zahl frem­der Leu­te ins Land.

    Es herrscht eine gro­ße Infla­ti­on.

    Bald dar­auf folgt die Revo­lu­ti­on

    Es hat­te mich erschüt­tert, wie viel schon ein­ge­trof­fen war und auch Neu­gie­rig gemacht. Ich muss­te fest­stel­len, dass gera­de im Katho­li­schen Bereich sehr vie­le Seher gibt. Auch Alo­is Irl­mai­er war sehr fromm. Aber auch Pater Pio hat­te ähn­li­che Visio­nen. die mei­sten beschäf­tig­ten sich mit dem drit­ten Welt­krieg, der auch ein Ende der katho­li­schen Kir­che bedeu­tet.
    Ein­schrän­kend füge ich hin­zu, wie wir sie Heu­te ken­nen.
    In die­sem Krieg soll eine Fin­ster­nis von 3 Tagen, die Men­scheit um min­de­stens ein Drit­tel redu­zie­ren.
    Auch wenn man das als Spe­ku­la­ti­on bezeich­net, soll­te man sich ein­mal mit der Chas­si­di­schen Sek­te Cha­bad Lub­awitsch befas­sen. Wäre es nur eine End­zeit­sek­te, könn­te man die­se leicht igno­rie­ren. Doch wenn man von den finan­zi­el­len Mit­teln über die die­se Sek­te ver­fügt ein­rech­net, kann einem Angst und Ban­ge wer­den. Denn sie arbei­ten auf ein Neu­es Arma­ged­don hin, um die Ankunft Mes­siah ben Josef vor­zu­be­rei­ten. Das sei nur mit dem Blut aller unrei­nen Juden und Gojim mög­lich. Die­se Sek­te exi­stiert schon im 19. Jahr­hun­dert. Mit dem Roth­schild Bank­haus Kuhn & Loeb wur­den von die­ser Sek­te Das Atten­tat von Sara­je­vo, Lenin, der als er die Machen­schaf­ten die­ser Sek­te auf­decken woll­te sehr schnell gestor­ben wur­de. Sein Ver­trau­ter Karl Radek wur­de in einem Hoch­ver­rats­pro­zess von Sta­lin hin­ge­rich­tet. Sta­lin war auch Emp­fän­ger von Zig Mil­lio­nen Dol­lar aus die­sem Bank­haus. Als Isra­el von den Eng­län­dern nicht gegrün­det wur­de, bau­te man Faschi­sti­sche Herr­scher gegen Eng­land auf, Mus­so­li­ni und Adolf Hit­ler, beka­men eben­falls Mil­li­ar­den aus die­ser Quel­le.
    Man kann alles als Ver­schwö­rungs­theo­rie hin­stel­len, doch wer sich die Mühe macht ein­mal die Bücher von Wolf­gang Eggert zu lesen dem geht ein Licht auf. Die Bücher sind schwer zu lesen, es sind so vie­le Quel­len­an­ga­ben die immer wie­der ablen­ken. Was hat das mit der Kir­che zu Tun?
    Nun ja auch die Finan­zen des Vati­kans wer­den von Roth­schild ver­wal­tet. Und damit sind wir wie­der bei der Sek­te.

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