Von Don Francesco d’Erasmo*
Angesichts der neuen Welle des Hasses gegen die Heilige Apostolische Messe – die die Heilige Kirche als Ritus der Lateinischen Kirche und insbesondere Roms, der Mutter aller Kirchen, von ihren Ursprüngen bis vor gerade einmal 56 Jahren gefeiert hat – habe ich mir diese Frage gestellt und bereits zwei Artikel geschrieben, um einige Antworten darauf aufzuzeigen.
Hier möchte ich auf einen der wichtigsten, vielleicht den entscheidenden Gründe eingehen, der diesen Haß hervorruft.
Im Apostolischen Ritus der Messe, der von Gregor dem Großen überliefert und von Pius V. wiederhergestellt wurde, spricht die Heilige Kirche durch die Person des Priesters, also in der Person Christi selbst, einige entscheidende Worte.
Es sind die Worte aus dem Prolog des heiligen Johannes (Joh 1), die am Ende des Heiligen Opfers gesprochen werden. Sie zeigen uns eine Scheidung aller Menschen in zwei Gruppen: „die Finsternis“, diejenigen, die „Ihn nicht aufgenommen haben“, und „diejenigen, die Ihn aufgenommen haben“, denen Er „Macht gegeben hat, Kinder Gottes zu werden“.
Diese Scheidung zeigt, daß keine Menschen, Nationen, Vereinigungen, Philosophien, Wege oder Religionen, die sich weigern, „Jesus Christus, im Fleisch gekommen“, anzunehmen, von Gott sein können, sondern allesamt dem Antichristen zuzurechnen sind:
„Daran könnt ihr den Geist Gottes erkennen: Jeder Geist, der bekennt, daß Jesus Christus im Fleisch gekommen ist, ist aus Gott; und jeder Geist, der Jesus nicht bekennt, ist nicht aus Gott. Das ist der Geist des Antichristen, von dem ihr gehört habt, daß er kommt; jetzt schon ist er in der Welt. Ihr seid aus Gott, meine Kinder, und ihr habt sie besiegt, denn Er, der in euch ist, ist größer als jener, der in der Welt ist“ (1 Joh 2, 2–4).
Diese Scheidung, die einer falschen Vorstellung von Ökumene und interreligiösem Dialog entgegensteht, wurde auch in jüngerer Zeit von der Heiligen Kirche ausdrücklich in Erinnerung gerufen („Dominus Iesus“). Denn es handelt sich um die Botschaft, die Jesus Christus selbst am Höhepunkt Seiner Sendung verkündet und Seiner Kirche als Vermächtnis hinterlassen hat – jener Kirche, die Er zu genau diesem Zweck gestiftet hat: die eine Wahrheit und den einen Weg des Heils zu verkünden.
„Wer glaubt und sich taufen läßt, wird gerettet werden; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden“ (Mk 16, 15–16).
Diese entschiedene Aussage wird von all jenen des Exklusivismus, der Diskriminierung, mangelnder Offenheit, fehlender Nächstenliebe und mangelnder Toleranz beschuldigt, die in ihrer Vermessenheit ein anderes Kriterium für das Heil einführen wollen als jenes, das Gott selbst gesetzt hat.
„Denn niemand kann einen anderen Grund legen als den, der gelegt ist: Jesus Christus“ (1 Kor 3,11).
In der Heiligen Kirche haben sich in den vergangenen Jahrhunderten Feinde eingeschlichen, die sie von innen heraus zerstören wollen – wie bereits die Päpste seit dem 19. Jahrhundert bis hin zu Papst Benedikt auf seiner Reise nach Fatima angeprangert haben.
Diese Menschen glauben, Macht und irdische Vorteile zu erlangen, indem sie sich mit den Mächtigen dieser Welt verbünden, die andere Götter anbeten (Dtn 29; Jer 19). Für sie ist es unmöglich, die entschiedene Scheidung, die Jesus Christus vorgenommen hat und die in der Heiligen Apostolischen Messe sichtbar wird, mit ihrer Götzenverehrung und ihrem vermeintlichen religiösen Synkretismus zu vereinbaren, der die trügerische Möglichkeit propagiert, mehreren Gottheiten gleichzeitig zu dienen.
Doch Jesus hat uns bereits gesagt, daß dies unmöglich ist:
„Niemand kann zwei Herren dienen: Entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird dem einen anhängen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott und dem Mammon dienen“ (Mt 6,24).
Jesus ist offensichtlich exklusiv!
Im Herzen der Apostolischen Messe selbst wird dieser Anspruch Jesu deutlich: der Anspruch, der einzige Weg zum Heil zu sein, außerhalb dessen nur die Verdammnis bleibt:
„Wer nicht mit Mir ist, ist gegen Mich; und wer nicht mit Mir sammelt, zerstreut“ (Lk 11,23).
Die Konsekration der heiligen Gestalten setzt im Apostolischen Ritus – noch stärker als nach der Änderung, die durch den Ritus Pauls VI. eingeführt wurde – einen ganz besonderen Akzent auf die Worte „Neuer und Ewiger Bund“, denn unmittelbar danach spricht der Priester in der Person Christi das „Mysterium fidei“:
HIC EST ENIM CALIX SANGUINIS MEI, NOVI ET ÆTERNI TESTAMENTI: MYSTERIUM FIDEI: QUI PRO VOBIS ET PRO MULTIS EFFUNDETUR IN REMISSIONEM PECCATORUM.
„Denn dies ist der Kelch Meines Blutes, des Neuen und Ewigen Bundes: Geheimnis des Glaubens, das für euch und für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.“
Dieses Blut – und nichts anderes – ist der Neue Bund, der deshalb alles Vorhergehende aufhebt, und der Ewige Bund, der jeden anderen Bund ausschließt, der danach kommen könnte.
Für euch, die ihr Ihn annehmt, und für die Vielen, die Ihn annehmen werden.
Nicht für alle. Viele werden Ihn nämlich nicht annehmen.
Deshalb wollten die Feinde der Wahrheit in vielen der volkssprachlichen Übersetzungen die Formulierung „für viele“ in „für alle“ verändern. Selbst nachdem Joseph Ratzinger, einer jener Männer, die diese Übersetzung ursprünglich mitgetragen hatten, inzwischen als Nachfolger Petri den Fehler erkannt und eine Überarbeitung der Übersetzungen gefordert hatte, wollten viele hartnäckig denselben Fehler auch in den neuen, überarbeiteten Ausgaben wiederholen. Manche verzögerten eigens die Veröffentlichung des neuen Meßbuchs in der Erwartung, daß Papst Benedikt die Kirche nicht mehr regieren würde.
Der ursprüngliche Text der Apostolischen Messe, wie er von der Heiligen Kirche des Lateinischen Ritus bis 1970 überliefert wurde, wiederholt hingegen diese entscheidenden Worte – Worte, die ihrem etymologischen Sinn nach schneiden, die in zwei teilen und deshalb zu einer Entscheidung, zu einer Wahl der Seite, zwingen. Die Entscheidung besteht in der Wahl der einen Seite, die die andere ausschließt.
Die Worte des Apostolischen Ritus zwingen uns anzuerkennen, daß Jesus diese Entscheidung von uns verlangt: für Ihn oder gegen Ihn, ohne irgendeinen Raum für einen Kompromiß zu lassen.
Diese Worte sagen, welcher Glaube erforderlich ist, um Kinder Gottes zu werden, wie das Schlußevangelium in Erinnerung ruft.
Nur diejenigen, die die Eine, Heilige, Katholische und Apostolische Kirche annehmen, die Jesus Christus gegründet hat, und in ihr die von Ihm eingesetzten Sakramente – also „alles“, was Jesus Christus gelehrt und geboten hat –, werden in das Himmelreich eingehen:
„Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde. Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiß: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt“ (Mt 28,18–20).
„Jesus sagte: ‚Amen, amen, ich sage euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht eßt und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch‘“ (Joh 6,53).
Doch man kann nicht annehmen, was Er uns geboten hat, wenn wir nicht wirklich an Ihn glauben (Joh 6).
Das wollen die Götzendiener nicht hören.
„Sie tauschen ihre verkehrten Gedanken aus und sagen:
‚Laßt uns dem Gerechten auflauern;
denn er ist uns unbequem
und steht unserem Tun entgegen.
Er wirft uns Gesetzesübertretungen vor
und hält uns unsere Verfehlungen
gegen die Erziehung vor, die wir genossen haben.
Er behauptet, Erkenntnis Gottes zu besitzen,
und nennt sich einen Sohn des Herrn.
Er ist uns zur Anklage unserer Gesinnung geworden;
schon sein Anblick ist uns unerträglich,
denn sein Leben ist anders als das der anderen,
und völlig verschieden sind seine Wege.
Für Falschgeld hält er uns
und meidet unsere Gewohnheiten wie Unrat.
Er preist das Ende der Gerechten glücklich
und rühmt sich, Gott zum Vater zu haben.
Wir wollen sehen, ob seine Worte wahr sind,
und prüfen, was ihm am Ende widerfährt.
Ist der Gerechte wirklich ein Sohn Gottes,
dann wird Gott sich seiner annehmen
und ihn aus der Hand seiner Gegner retten.
Setzen wir ihn durch Schimpf und Qual auf die Probe,
um seine Sanftmut kennenzulernen
und seine Geduld zu prüfen.
Verurteilen wir ihn zu einem schändlichen Tod;
denn nach seinen Worten wird ihm Hilfe zuteil.‘So denken sie, aber sie irren sich;
ihre Bosheit hat sie blind gemacht.
Sie kennen die Geheimnisse Gottes nicht;
sie hoffen nicht auf Lohn für die Heiligkeit
und glauben nicht an die Belohnung reiner Seelen.
Ja, Gott hat den Menschen zur Unvergänglichkeit erschaffen
und ihn zum Abbild seines eigenen Wesens gemacht.
Durch den Neid des Teufels aber kam der Tod in die Welt;
und ihn erfahren diejenigen, die ihm angehören.“(Weish 2,1.12–24)
Haben wir also Vertrauen, verharren wir im Gehorsam gegenüber den Geboten Jesu und bleiben wir mit Seiner Heiligen Kirche vereint. Sie wird unter den Schlägen ihrer Feinde nicht untergehen. Und wenn es scheint, als könnten diese beinahe die Oberhand gewinnen, wollen wir uns an die Verheißung ihres göttlichen Gründers erinnern und unsere Herzen stärken:
„Dies habe ich zu euch gesagt, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt seid ihr in Bedrängnis; aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt!“ (Joh 16,33).
Fatima, 3. September 2026
Hl. Gregor der Große im neuen Kalender, hl. Pius X. im überlieferten Kalender
*Francesco d’Erasmo, 1974 in Mailand geboren, ist ein Priester der Diözese Civitavecchia-Tarquinia (Latium). Er wurde 1999 zum Priester geweiht und ist als Pfarrer tätig. Bekannt wurde er durch öffentlich geäußerte, traditionsverbundene Positionen und kritische Stellungnahmen, insbesondere seit der COVID-19-Pseudopandemie.
Übersetzung: Giuseppe Nardi
Bild: MiL
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