Der französische Präsident Emmanuel Macron ernannte den Lateinischen Patriarchen von Jerusalem, Kardinal Pierbattista Pizzaballa, zum Ritter der Ehrenlegion, der höchsten staatlichen Auszeichnung Frankreichs. Dies teilte Macron am Mittwoch über sein Konto auf der Plattform X mit.
Nach den Worten des französischen Staatspräsidenten wolle er mit dieser Ehrung einen „unermüdlichen Verteidiger des interreligiösen Dialogs, der Gerechtigkeit und des Friedens“ würdigen. Angesichts des Krieges, unter dem die Zivilbevölkerung des Heiligen Landes – darunter auch die christlichen Gemeinschaften – leide, gelte die Auszeichnung dem Mut und der Menschlichkeit des Patriarchen, so Macron.
Das Staatsoperbaupt betonte zugleich die historische Verantwortung Frankreichs gegenüber den Christen im Heiligen Land sowie gegenüber den Völkern des Nahen und Mittleren Ostens. In diesem Zusammenhang habe er Kardinal Pizzaballa erneut die feste Unterstützung Frankreichs für die Wahrung des Status quo der heiligen Stätten Jerusalems zugesichert.
Der französische Präsident hob ferner hervor, daß nur Toleranz und religiöse Vielfalt den Frieden ermöglichen könnten, den die Region so dringend benötige.
Kardinal Pizzaballa gilt seit Jahren als eine der wichtigsten kirchlichen Stimmen im Heiligen Land. Besonders seit dem Ausbruch des aktuellen Krieges hat er wiederholt zu Verständigung, Schutz der Zivilbevölkerung und zur Achtung der Menschenwürde aller Konfliktparteien aufgerufen.
Der Orden der Ehrenlegion wurde 1802 von Napoleon Bonaparte, damals Erster Konsul der Französischen Republik, gestiftet.
Solche Ehrungen sind zweifellos Ausdruck der Anerkennung für das Wirken von Persönlichkeiten wie Kardinal Pizzaballa. Zugleich werfen sie eine politische Frage auf: Es entsteht der Eindruck, daß westliche Regierungen zu symbolischen Gesten greifen, wo entschlossenes politisches Handeln ausbleibt. Orden, Auszeichnungen und öffentliche Würdigungen vermögen Aufmerksamkeit zu schaffen und moralische Unterstützung zu bekunden. Sie ersetzen jedoch weder wirksame diplomatische Initiativen noch den politischen Druck, der notwendig wäre, um Gewalt einzudämmen, die Zivilbevölkerung zu schützen und tragfähige Friedensperspektiven zu eröffnen. Gerade angesichts der anhaltenden Krise im Heiligen Land tritt die Diskrepanz zwischen symbolischer Anerkennung und konkretem politischen Handeln immer deutlicher hervor.
Text: Giuseppe Nardi
Bild: X (Screenshot)
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