Falsche Einheit

Häretiker erfahren Respekt und Anerkennung, rechtgläubige Katholiken aber Verleumdung, Sabotage, Suspendierung und Exkommunikation


Sarah Mullally, seit Januar anglikanische Erzbischöfin von Canterbury und damit Primas der anglikanischen Kirche von England und der Anglikanischen Weltgemeinschaft. Bei ihrem Besuch im Vatikan trat sie am 25. April segnend im Petersdom auf. Am 27. April wurde sie von Papst Leo XIV. in Audienz empfangen.
Sarah Mullally, seit Januar anglikanische Erzbischöfin von Canterbury und damit Primas der anglikanischen Kirche von England und der Anglikanischen Weltgemeinschaft. Bei ihrem Besuch im Vatikan trat sie am 25. April segnend im Petersdom auf. Am 27. April wurde sie von Papst Leo XIV. in Audienz empfangen.

Von Ivan Poljaković*

Einführung

Allein der Glau­be an Jesus Chri­stus bedeu­tet nicht auto­ma­tisch die Ein­heit mit der katho­li­schen Kir­che. Nur wer an alles glaubt, was die Kir­che lehrt, kann mit dem mysti­schen Leib Chri­sti, mit Sei­ner Kir­che, in Ein­heit sein. Wer auch nur eine ein­zi­ge Glau­bens­wahr­heit bewusst ablehnt, kann nicht mit der katho­li­schen Kir­che in Ein­heit sein. Das wie­der­um bedeu­tet, dass Katho­li­ken nicht mit Häre­ti­kern in Ein­heit sein kön­nen, denn das wäre Ein­heit in der Häre­sie – und das ist kei­ne katho­li­sche Einheit.

Die Einheit im Glauben ist das Fundament der katholischen Einheit

Papst Leo XIII. erläu­tert in sei­ner Enzy­kli­ka Satis cogni­tum aus­führ­lich, was die katho­li­sche Ein­heit bedeu­tet.1 Leo XIII. schreibt, dass Chri­stus „die Zustim­mung des Ver­stan­des zu allen Wahr­hei­ten ohne Aus­nah­me for­dert. Daher war es die Pflicht all derer, die Jesus Chri­stus hör­ten, wenn sie das ewi­ge Heil erlan­gen woll­ten, nicht nur sei­ne Leh­re in ihrer Gesamt­heit anzu­neh­men, son­dern ihr in allen Punk­ten mit gan­zem Her­zen zuzu­stim­men, da es unrecht­mä­ßig ist, den Glau­ben an Gott auch nur in einem ein­zi­gen Punkt zu ver­leug­nen“ (Satis cogni­tum, 8). Vor sei­ner Him­mel­fahrt befahl Jesus sei­nen Jün­gern unmiss­ver­ständ­lich, hin­zu­ge­hen und alle Völ­ker zu Jün­gern zu machen und sie zu leh­ren, „alles” zu befol­gen, was er ihnen gebo­ten hat­te (vgl. Mt 28,19–20). Er ver­hieß ihnen den Hei­li­gen Geist, der die Kir­che in der Wahr­heit füh­ren wür­de (vgl. Joh 16,7–13), und sag­te: „Wer glaubt und sich tau­fen lässt, wird geret­tet wer­den; wer aber nicht glaubt, wird ver­dammt wer­den“ (Mk 16,16). Katho­li­ken könn­ten nicht „ein“ mysti­scher Leib sein, wenn jeder (wie Pro­te­stan­ten) selbst ent­schei­den könn­te, wel­che Wahr­hei­ten man annimmt und wel­che nicht. Des­halb beton­te Papst Leo XIII. in Anleh­nung an die Wor­te Chri­sti, dass die­se Ein­heit unter sei­nen Nach­fol­gern „so fest und voll­kom­men sein müs­se, dass sie in gewis­sem Maße die Ein­heit zwi­schen Ihm und sei­nem Vater wider­spie­ge­le: ‚Damit sie alle eins sei­en, wie du, Vater, in mir bist und ich in dir‘“ (Satis cogni­tum, 6).

Lei­der miss­brau­chen Moder­ni­sten die­sen Vers aus dem Johan­nes­evan­ge­li­um, in dem Jesus für die Ein­heit aller betet, und inter­pre­tie­ren ihn so, als bete er für die Ein­heit aller Häre­ti­ker (Pro­te­stan­ten) und Katho­li­ken. Die­ser Vers ist zu einem Slo­gan eines fal­schen Öku­me­nis­mus gewor­den. Eine sol­che Inter­pre­ta­ti­on ist jedoch völ­lig falsch, denn aus dem Kon­text des Johan­nes­evan­ge­li­ums geht ein­deu­tig her­vor, dass Jesus hier für die Ein­heit der Apo­stel und ihrer Anhän­ger, also der Katho­li­ken, betet (vgl. Joh 17,6–23) und nicht für irgend­wel­che Pro­te­stan­ten oder die dama­li­gen Gno­sti­ker. Unge­ach­tet des gro­ßen Glau­bens­ab­falls und der vie­len Häre­ti­ker in der offi­zi­el­len Kir­chen­hier­ar­chie ist die klei­ne Her­de der Katho­li­ken, die Chri­stus und der Kir­che bis heu­te treu geblie­ben ist, eins und wird es immer sein (vgl. Joh 10,16). Im Kapi­tel über den Glau­ben heißt es im Kate­chis­mus des hei­li­gen Pap­stes Pius X., dass die Kir­che „eins“ sei, weil wir „im sel­ben Glau­ben, im sel­ben Got­tes­dienst, im sel­ben Gesetz und in der Teil­nah­me an den­sel­ben Sakra­men­ten unter dem­sel­ben sicht­ba­ren Haupt, dem Römi­schen Pon­ti­fex, ver­eint sind” (Kate­chis­mus des hei­li­gen Pius X., S. 26, F. 14).

Gemäß dem Vor­ste­hen­den bezeich­net der Codex Iuris Cano­ni­ci die Ket­ze­rei als „die beharr­li­che Leug­nung einer Wahr­heit nach der Tau­fe, die im gött­li­chen und katho­li­schen Glau­ben zu glau­ben ist, oder den beharr­li­chen Zwei­fel dar­an“ (can. 751). Canon 749 erklärt, dass „die Leh­re von Glau­be und Sit­te ver­bind­lich ist“. Wei­ter­hin heißt es in dem­sel­ben Doku­ment, dass „ein Ket­zer oder Schis­ma­ti­ker unter die zuvor aus­ge­spro­che­ne Exkom­mu­ni­ka­ti­on fällt“ (can. 1364). Aus all dem Gesag­ten folgt somit ein­deu­tig, dass ein Mensch, der auch nur eine Glau­bens­wahr­heit ablehnt, auf­hört, mit dem mysti­schen Leib Chri­sti, d. h. mit sei­ner Kir­che, ver­eint zu sein, und somit nicht mehr an jener Glau­bens­ein­heit teil­hat, die das Fun­da­ment der katho­li­schen Ein­heit bildet.

Katho­li­ken kön­nen natür­lich für die Ein­heit mit ihren getrenn­ten Glau­bens­brü­dern (den­je­ni­gen, die die katho­li­sche Kir­che ver­las­sen haben) beten, aber nur im Sin­ne ihrer Rück­kehr zur Mut­ter­kir­che. So geneh­mig­te Papst Pius X. 1908 eine Gebets­wo­che für die Ein­heit der Chri­sten. Dabei han­del­te es sich jedoch um Gebe­te von Katho­li­ken (und nicht um gemein­sa­me Gebe­te mit Pro­te­stan­ten) für die Bekeh­rung von Häre­ti­kern. Eine Oktav wur­de ein­ge­führt, die an Petri Stuhl­fei­er am 18. Janu­ar begann und mit dem Fest der Bekeh­rung des hei­li­gen Pau­lus am 25. Janu­ar ende­te. Die Gebe­te sahen in etwa so aus:

  • 18. Janu­ar: für die Bekeh­rung aller Irrenden.
  • 19. Janu­ar: für die Rück­kehr aller Schis­ma­ti­ker und der ortho­do­xen und öst­li­chen Kir­chen unter päpst­li­che Autorität.
  • 20. Janu­ar: für die Bekeh­rung der Luthe­ra­ner und Pro­te­stan­ten Europas.
  • 21. Janu­ar: für die Bekeh­rung der Anglikaner.
  • 22. Janu­ar: für die Bekeh­rung der Pro­te­stan­ten Amerikas.
  • 23. Janu­ar: für die Bekeh­rung abtrün­ni­ger Katholiken.
  • 24. Janu­ar: für die Bekeh­rung der Juden.
  • 25. Janu­ar: Tag der Bekeh­rung von Mus­li­men und Ange­hö­ri­gen ande­rer Religionen.

Falsche Einheit trägt zum Abfall der Katholiken vom wahren Glauben bei

Doch heu­te scheint im Vati­kan eine ande­re Reli­gi­on vor­zu­herr­schen, deren Ober­haupt nicht für die Bekeh­rung von Schis­ma­ti­kern und Häre­ti­kern betet, son­dern behaup­tet, wir Katho­li­ken sei­en mit ihnen, den Schis­ma­ti­kern und Häre­ti­kern, eins. So sag­te Papst Leo XIV. in die­sem Jahr wäh­rend der Gebets­wo­che für die Ein­heit der Chri­sten, am Fest der Bekeh­rung des hei­li­gen Pau­lus, in einer Anspra­che an Ver­tre­ter ver­schie­de­ner Kon­fes­sio­nen, die Katho­li­ken sei­en mit all die­sen Häre­ti­kern eins: „Wir sind eins! Wir sind es bereits! Erken­nen wir es an, erle­ben wir es, bekun­den wir es!“2 Die Bot­schaft ist ein­deu­tig und lässt sich kaum anders ver­ste­hen als in der Bericht­erstat­tung von Vati­can News: „Am Sonn­tag, dem 25. Janu­ar 2026, zum Abschluss der Gebets­wo­che für die Ein­heit der Chri­sten, beton­te Papst Leo, dass die ver­schie­de­nen christ­li­chen Kon­fes­sio­nen den­sel­ben Glau­ben tei­len, und ermu­tig­te sie, gemein­sam die Mis­si­on der Ver­brei­tung des Evan­ge­li­ums in der gan­zen Welt fort­zu­set­zen.“3 Die­ser Ansatz führt nicht zur Ein­heit der Chri­sten, son­dern zur Zer­stö­rung des wah­ren Glau­bens. Dies ist der Ver­such, eine gewis­se ober­fläch­li­che reli­giö­se Ein­heit zu errei­chen (den „Kum­ba­ya-Moment“), in Wirk­lich­keit eine „unbe­schwer­te“ Reli­gi­on. Papst Pius XI. ver­ur­teil­te genau die­sen Ansatz der Öku­me­ne in sei­ner Enzy­kli­ka über die katho­li­sche Ein­heit im Jahr 1928:

„All­zu­leicht wer­den man­che durch die Vor­spie­ge­lung einer schein­bar guten Sache getäuscht, wenn es sich dar­um han­delt, die Ein­heit aller Chri­sten unter­ein­an­der zu för­dern. Ist es nicht bil­lig, – so sagt man – ja, ist es nicht hei­li­ge Pflicht, dass alle, die den Namen Chri­sti anru­fen, von den gegen­sei­ti­gen Ver­ket­ze­run­gen ablas­sen und end­lich ein­mal durch das Band gegen­sei­ti­ger Lie­be ver­bun­den wer­den? Wie könn­te denn jemand den Mut haben zu sagen, er lie­be Chri­stus, wenn er sich nicht nach besten Kräf­ten für die Erfül­lung des Wun­sches Chri­sti ein­setzt, der da den Vater bat, dass sei­ne Jün­ger eins sei­en. War es nicht auch der Wil­le des­sel­ben Chri­stus, dass sei­ne Jün­ger dar­an erkannt und dadurch von allen ande­ren unter­schie­den wer­den soll­ten, dass sie sich gegen­sei­tig lie­ben: Dar­an wer­den alle erken­nen, dass ihr mei­ne Jün­ger seid, wenn ihr ein­an­der liebt. Ja, so fügen sie hin­zu, möch­ten doch alle Chri­sten „eins” sein! Um wie­viel erfolg­rei­cher wür­den sie dann an der Bekämp­fung der schlei­chen­den Pest der Gott­lo­sig­keit arbei­ten kön­nen, die jetzt täg­lich wei­ter um sich greift und im Begriff ist, das Evan­ge­li­um voll­stän­dig um sei­ne Kraft und Wir­kung zu bringen.

So und ähn­lich reden in stol­zer Spra­che jene, die man Pan­chri­sten nennt. Man glau­be nicht, es hand­le sich bei ihnen nur um ver­ein­zel­te klei­ne Grup­pen. Im Gegen­teil: Sie sind zu gan­zen Scha­ren ange­wach­sen und haben sich zu weit­ver­brei­te­ten Gesell­schaf­ten zusam­men­ge­schlos­sen, an deren Spit­ze meist Nicht­ka­tho­li­ken der ver­schie­den­sten reli­giö­sen Bekennt­nis­se ste­hen. Ihr Begin­nen för­dern sie inzwi­schen so tat­kräf­tig, dass es weit­hin die Zustim­mung des Vol­kes gefun­den hat. Ja, ihre Arbeit hat sogar vie­le Katho­li­ken ange­zo­gen und begei­stert, die sich der Hoff­nung hin­ge­ben, auf die­sem Wege las­se sich eine Ein­heit her­bei­füh­ren, wie sie auch wohl den Wün­schen der hei­li­gen Mut­ter, der Kir­che, ent­spricht. Liegt doch der hei­li­gen Kir­che nichts mehr am Her­zen, als die ver­lo­re­nen Söh­ne wie­der in ihren Mut­ter­schoß zurück­zu­ru­fen und heim­zu­füh­ren. Unter die­sen über­aus ver­locken­den und ein­schmei­cheln­den Wor­ten ver­birgt sich aber ein schwe­rer Irr­tum, der die Grund­la­ge des katho­li­schen Glau­bens voll­stän­dig zer­stört und unter­gräbt“.4

Wie wir bereits gese­hen haben, sind und kön­nen Katho­li­ken nicht mit Häre­ti­kern „eins“ sein. Der hei­li­ge Pau­lus ermahnt uns, die Ein­heit des Glau­bens zu bewah­ren: „Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch beru­fen seid zu einer Hoff­nung eurer Beru­fung! Ein Herr! Ein Glau­be! Eine Tau­fe!“ (Eph 4,4–5). Und der hei­li­ge Johan­nes warnt uns davor, sol­che Per­so­nen (Häre­ti­ker) in unse­re Häu­ser auf­zu­neh­men oder sie zu grü­ßen (vgl. 2 Joh 1,10). Die Behaup­tung, wir Katho­li­ken sei­en mit Pro­te­stan­ten und ande­ren Häre­ti­kern „eins“, wider­spricht ein­deu­tig dem, was die Kir­che seit Jahr­hun­der­ten lehrt und bekennt: Ich glau­be an die eine, hei­li­ge, katho­li­sche und apo­sto­li­sche Kir­che. Natür­lich wünscht sich die Kir­che die Ein­heit aller Chri­sten, der hei­li­gen Kir­che liegt nichts mehr am Her­zen, wie Pius IX. sag­te. Wir wis­sen aber, dass dies nur mög­lich ist, wenn Pro­te­stan­ten zum katho­li­schen Glau­ben kon­ver­tie­ren, nicht aber durch einen Kom­pro­miss der Katho­li­ken, der einem Ver­rat an Chri­stus gleich­kä­me. Man ist ent­we­der katho­lisch oder pro­te­stan­tisch, bei­des gleich­zei­tig geht nicht. Man kann nicht auf zwei Stüh­len sit­zen: „Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich; und wer nicht mit mir sam­melt, der zer­streut“ (Lukas 11,23).

Die falsche Kirche akzeptiert alle außer Katholiken

Inter­es­san­ter­wei­se zuck­te kei­ner der „guten“ Kar­di­nä­le auch nur mit der Wim­per ange­sichts die­ser skan­da­lö­sen Aus­sa­ge Leos XIV., doch sie hiel­ten es den­noch für ange­bracht, die Prie­ster­bru­der­schaft hl. Pius X., die dem katho­li­schen Glau­ben anhängt, dafür zu rügen, dass sie am 1. Juli 2026 Bischö­fe wei­hen woll­te, ohne die Zustim­mung des­sen, der mit den Pro­te­stan­ten „eins“ ist.5 Kar­di­nal Víc­tor Fernán­dez droh­te der Bru­der­schaft sogar mit Exkom­mu­ni­ka­ti­on, da sie, wenn sie eigen­mäch­tig Bischö­fe weih­te, nicht mehr mit dem­je­ni­gen „eins“ wäre, der mit den Pro­te­stan­ten „eins“ ist.6 Alle, alle , alle sind will­kom­men, außer den Katho­li­ken. Das Gan­ze ähnelt immer mehr einer fal­schen Kir­che, in der jeder will­kom­men ist, außer den wah­ren Söh­nen der Kirche.

Wie weit die­se fal­sche Ein­heit Fuß gefasst hat, zeigt sich in Leos Glück­wunsch­bot­schaft an Sarah Mull­al­ly anläss­lich ihrer Ernen­nung zur „Erz­bi­schö­fin“ von Can­ter­bu­ry, die anson­sten Abtrei­bung, Gen­der­ideo­lo­gie und alle damit ver­bun­de­nen Per­ver­sio­nen unter­stützt. Dar­über hin­aus sind angli­ka­ni­sche Ordi­na­tio­nen ungül­tig: „Wir ver­kün­den und erklä­ren, dass Wei­hen, die nach dem angli­ka­ni­schen Ritus gespen­det wur­den oder gespen­det wer­den, völ­lig ungül­tig und nich­tig sind“ (Papst Leo XIII., Apo­sto­li­cae curae, 36).7 Trotz alle­dem schreibt Leo in sei­ner Anspra­che an die­se Frau, die sich als Erz­bi­schö­fin ausgibt:

„An die Hoch­wür­dig­ste Lady Sarah Mull­al­ly, Erz­bi­schö­fin von Canterbury

In der Gewiss­heit der bestän­di­gen Gegen­wart Got­tes über­mitt­le ich Eurer Gna­den herz­li­che Grü­ße anläss­lich Ihrer Ernen­nung zum Erz­bi­schof von Canterbury.

Ich weiß, dass der Dienst, zu dem Sie beru­fen wur­den, eine schwie­ri­ge Auf­ga­be ist, mit Ver­ant­wor­tung nicht nur im Bis­tum Can­ter­bu­ry, son­dern in der gesam­ten Kir­che von Eng­land und der Angli­ka­ni­schen Gemein­schaft. Zudem über­neh­men Sie die­se Auf­ga­ben in einer her­aus­for­dern­den Zeit für die angli­ka­ni­sche Fami­lie. Ich bit­te den Herrn, Sie mit Weis­heit zu stär­ken, und bete, dass der Hei­li­ge Geist Sie in Ihrem Dienst an Ihren Gemein­den lei­tet und dass Sie sich vom Bei­spiel Mari­as, der Mut­ter Got­tes, inspi­rie­ren lassen…

In sei­ner Anspra­che an die Pri­ma­ten der Angli­ka­ni­schen Gemein­schaft im Jahr 2024 erklär­te Papst Fran­zis­kus: ‚Es wäre ein Skan­dal, wenn wir auf­grund unse­rer Spal­tun­gen nicht in der Lage wären, unse­rer gemein­sa­men Beru­fung zur Ver­kün­di­gung Chri­sti nach­zu­kom­men.‘ Lie­be Schwe­ster, ich mache mir die­se Wor­te von Her­zen zu eigen, denn nur durch das Zeug­nis einer ver­söhn­ten, brü­der­li­chen und geein­ten christ­li­chen Gemein­schaft wird die Ver­kün­di­gung des Evan­ge­li­ums am deut­lich­sten wider­hal­len.“8

Die­se Frau spiel­te als „Bischö­fin von Lon­don“ eine Schlüs­sel­rol­le bei der För­de­rung und „Seg­nung“ gleich­ge­schlecht­li­cher Paa­re, was nach ihrer Inthro­ni­sie­rung als „Erz­bi­schö­fin“ von Can­ter­bu­ry zu einer Spal­tung der Angli­ka­ner führ­te.9 Zudem befür­wor­tet sie offen Abtrei­bung.10 Ange­sichts all des­sen sind sol­che Äuße­run­gen eines Pap­stes (oder irgend­ei­nes Katho­li­ken) gelin­de gesagt skan­da­lös, ins­be­son­de­re die Anru­fung der Jung­frau Maria, der Mut­ter Got­tes, des Vor­bilds voll­kom­me­nen Gehor­sams gegen­über dem Wil­len Got­tes. Und ich fra­ge: Wel­ches Evan­ge­li­um wird „durch das Zeug­nis einer ver­söhn­ten, brü­der­li­chen und geein­ten christ­li­chen Gemein­schaft“ Anklang fin­den? „Das Evan­ge­li­um“ nach Sarah Mull­al­ly, das Abtrei­bung, Sodo­mie und ande­re Per­ver­sio­nen propagiert?

Selbst das genüg­te Leo nicht, so dass er am 27. März 2026 beschloss, ihr im Vati­kan alle erdenk­li­chen Ehren zu erwei­sen.11 Er hät­te auch einen pro­te­stan­ti­schen Wür­den­trä­ger emp­fan­gen kön­nen, der nicht der LGBT- und Abtrei­bungs­lob­by ange­hör­te. An sol­chen pro­te­stan­ti­schen Wür­den­trä­gern man­gel­te es in der Tat nicht. Doch unter all die­sen erwies er „Erz­bi­schö­fin“ S. Mull­al­ly, dem wohl pro­mi­nen­te­sten Ver­fech­ter der LGBT-Agen­da, eine beson­de­re Ehre.

Robert Pre­vost begnügt sich jedoch nicht mit der fal­schen Ein­heit von Katho­li­ken und Pro­te­stan­ten, son­dern geht noch wei­ter. Er schlägt auch eine Ein­heit, bzw. „sich for­mie­ren­de Gemein­schaft“, mit Mus­li­men vor: „Die Ein­heit zwi­schen Chri­sten und Mus­li­men formt sich unter dem Schutz Unse­rer Lie­ben Frau von Afri­ka. Hier in Alge­ri­en führt die müt­ter­li­che Lie­be Lalla Mery­ems alle wie Kin­der zusam­men, in unse­rer rei­chen Viel­falt, in unse­rem gemein­sa­men Stre­ben nach Wür­de, Lie­be, Gerech­tig­keit und Frie­den. In einer Welt, in der Spal­tun­gen und Krie­ge Leid und Tod säen, ist das Leben in Ein­heit und Frie­den ein über­zeu­gen­des Zei­chen.“12 Pre­vosts Auf­ruf zum Frie­den unter allen Men­schen dient ihm ledig­lich als Vor­wand, eine fal­sche Ein­heit zu ver­brei­ten. Ihm zufol­ge soll­ten wir Chri­stus, den König aller Völ­ker, ver­leug­nen, um Frie­den auf der Welt zu haben. Welch ein Irr­glau­be! Selbst der unbe­darf­te­ste Katho­lik weiß, dass es ohne Chri­stus, den König, kei­nen wah­ren Frie­den gibt, nicht ein­mal in die­ser Welt, geschwei­ge denn in der nächsten.

Abschluss

Indem der Vati­kan berüch­tig­te Ket­zer auf die­se Wei­se ehrt und zu angeb­li­cher Gemein­schaft mit ihnen auf­ruft, wird der gan­zen Welt unmiss­ver­ständ­lich klar­ge­macht, dass der Vati­kan mit Hoch­druck an der Bil­dung einer welt­li­chen (teuf­li­schen) Reli­gi­on, einer fal­schen Kir­che, arbei­tet, in der jeder will­kom­men ist – außer Katho­li­ken. All die­se Ket­zer wer­den mit größ­tem Respekt und Aner­ken­nung behan­delt, wäh­rend ortho­do­xe Katho­li­ken Ver­leum­dung, Sabo­ta­ge, Sus­pen­die­rung und Exkom­mu­ni­ka­ti­on erleiden.

*Ivan Pol­ja­ko­vić, gebo­ren 1956 in Subo­ti­ca, stu­dier­te Angli­stik und Ger­ma­ni­stik an den Uni­ver­si­tä­ten Inns­bruck, Cam­bridge, Zagreb, Rostock und Auck­land, wo er meh­re­re Jah­re leb­te und an einer katho­li­schen Schu­le unter­rich­te­te, er war bis 2021 Assi­stenz­pro­fes­sor und Lei­ter des Fremd­spra­chen­zen­trums an der Uni­ver­si­tät Zadar und ist aus­ge­bil­de­ter Religionslehrer.

Bild: MiL/Wikicommons/arhiva-skole.hr (Screen­shots)


1 Satis Cogni­tum (29. Juni 1896) (18.4.2026)

2 Fest der Bekeh­rung des Apo­stels Pau­lus – Fei­er der Zwei­ten Ves­per (25. Janu­ar 2026) (18.4.2026)

3 Papst bei der Öku­me­ni­schen Ves­per: Wir sind eins, lasst es uns sicht­bar machen – Vati­can News (28. April 2026)

4 Mor­ta­li­um Ani­mos (6. Janu­ar 1928) , 4. (19.4.2026)

5 Die Kar­di­nä­le Ger­hard Mül­ler und Robert Sarah rüg­ten die Prie­ster­bru­der­schaft Pius X., weil sie plan­te, Bischö­fe ohne die Zustim­mung Leos XIV. zu weihen.

6 Brief von Pater Pagli­a­ra­ni an Kar­di­nal Fernán­dez Mai­son Géné­ra­le (20.4.2026)

7 Über die Nich­tig­keit angli­ka­ni­scher Wei­hen – Päpst­li­che Enzy­kli­ken (26. April 2026)

8 Bot­schaft von Papst Leo XIV. anläss­lich der Amts­ein­füh­rung des Erz­bi­schofs von Can­ter­bu­ry (20. März 2026) (20.4.2026)

9 Mull­al­lys Unter­stüt­zung für die Seg­nung gleich­ge­schlecht­li­cher Ehen macht den neu­en Erz­bi­schof von Can­ter­bu­ry „als Zen­trum der Ein­heit unmög­lich“, sagt Gaf­con – Chri­sti­an Dai­ly Inter­na­tio­nal (4.5.2026)

10 Pro-Abtrei­bungs- und Pro-LGBT-Frau zur neu­en Erz­bi­schö­fin von Can­ter­bu­ry ernannt – Life­Si­te (25.4.2026)

11 Der Emp­fang von „Erz­bi­schö­fin“ Sarah Mull­al­ly im Vati­kan – was er wirk­lich bedeu­tet – Life­Si­te (4.5.2026)

12 Papst Leo XIV. auf Platt­form X: Gemein­schaft zwi­schen Chri­sten und Muslimen/​ X (22. April 2026)

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