Von Vigilius*
Von Friedrich Nietzsche stammt die Diagnose, der innere Verfall der christlichen Glaubenskraft verschleiere sich zumindest noch eine gewisse Weile darin, dass sich die dekadent gewordene Christenheit mit dem säkularisierten Avatar des Christentums identifiziere, um sich so in der Illusion der eigenen Vitalität wiegen zu können. Martin Heidegger hat Nietzsches Gedanken aufgegriffen und vom entgötterten Christentum gesagt, es habe sich „in das Wesen des modernen Zeitalters festgesetzt“ und pflege die Vorstellung, als Politik sei es ganz bei sich selbst und realisiere „die Kraft und das Zeugnis des Glaubens und das Wirken des christlichen Gottes“, so dass sich darin „die »Wahrheit« der christlichen Lehre bestätigt“.
Der Avatar, von dem Nietzsche handelt, ist die Idee der „universalen Menschenliebe“, der Humanitarismus mit seiner sozialistischen Gleichheitsmoral. Eine pervers verzerrte Frucht des vielzitierten „christlichen Gottes- und Menschenbildes“ ist er deswegen, weil das Christentum in Wahrheit anti-egalitaristisch ist. Es kennt zwar die Prädikation jedes Menschen qua Menschen als freiheitliche Person, die als solche ein ausgezeichnetes Gleichnis Gottes ist, aber es formuliert in seiner schon neutestamentlich bezeugten Gnadenlehre ein unableitbares göttliches Erwählungshandeln. Das heißt: das Christentum diskriminiert eindeutig zwischen den Gläubigen und den Ungläubigen, deren Gegensatz es auf der Dichotomie von Erwählten und Nicht-Erwählten abbildet. Und diese Diskriminierung ist von unvergleichlichem Folgenreichtum. Denn die entscheidende Würde des Menschen, die darin besteht, durch den von Gott gewährten Glauben und die Sakramente zu Christus zu gehören, bedeutet, das ewige Heil zu erlangen – und zwar exklusiv auf diesem Wege.
Diese basale Diskriminierung findet ihre Entsprechung im christlichen Liebesbegriff. Das, was für den christlichen Glauben Nächstenliebe heißt, bezieht sich im Wesentlichen auf die Verkündigung der Person Jesu Christi, damit die Erwählten zum Glauben gelangen, durch den der Mensch ja erst in den Genuss der entscheidenden Güter gelangt. Zwar ist die Zuwendung des Gläubigen zum hilfsbedürftigen Menschen im Sinne der natürlichen Sittlichkeit ein bleibender Bestandteil der religiösen Existenz. Das gilt ebenso für alle anderen Gegenstände der sittlichen Vernunft, etwa für den Umgang mit der nicht-menschlichen Natur. All das sind selbstverständliche Momente des sittlichen Lebens eines Christen – aber sie definieren nicht das Proprium des christlichen Glaubens. Diese Unterscheidung ist von großer Bedeutung: Etwas kann unverzichtbar zum Christentum gehören, ohne deswegen schon die besondere Identität des christlichen Glaubens auszumachen. Hebt man diese Differenzierung auf, verschwindet das Christentum in der Allgemeinheit der bloß philosophischen Ethik, die es, wie etwa in Kants Religionsschrift, mit seinen Narrativen vorgeblich nur illustriert. Und was darin nicht verschwinden kann, gilt als dumpfer Aberglaube. Genau diese Reduktion des Christentums auf die natürliche Sittlichkeit war das Programm der aufklärerischen Rezeption der Religion, und sie wurde schon von Hegel zu Recht einer massiven Kritik unterzogen.
Das aufklärerische Programm hat allerdings Schule gemacht. Fragt man heute einen beliebigen Zeitgenossen, was das Wesen des Christentums sei, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, zur Antwort zu bekommen: „Nächstenliebe“. Weil das Wesen des Christentums aber Jesus Christus als Erlöser der Welt ist, steht für die spezifisch christliche Ethik über der bloß natürlichen Caritas jene auf das ewige Heil des Menschen ausgerichtete Liebe, die die christliche Tradition signifikanterweise als eine „übernatürliche Tugend“ beschreibt, die wiederum eine besondere Gottesgabe an die Auserwählten ist. Es ist leicht zu sehen, dass das authentische Christentum nicht nur nicht auf die natürliche Ethik eingedampft werden kann, sondern – und sogar vor allem – der humanitaristisch-sozialistische Ideenkosmos keineswegs mit dem Christentum ineins gesetzt werden darf. Das hat auch der Linke-Politiker Bodo Ramelow missverstanden, der sich in eben dem Sinne der genannten Identifizierung gern als Christ tituliert. Das Diskriminierungspotential des christlichen Glaubens ist, jedenfalls unter den genannten Rücksichten, keineswegs geringer als das der anderen monotheistischen Religionen.
Das humanitaristische Pathos der postchristlichen Moderne ist jene faulige Frucht des Christentums, die präzise dann gewachsen ist, als der wahre Gehalt des christlichen Glaubens von den okzidentalen Gesellschaften preisgegeben wurde und in der Kirche selber verlorengegangen ist. Diesen Zusammenhang hat Nietzsche durchaus gesehen, der im Übrigen ein weit ambivalenteres Verhältnis zum Christentum hatte, als es zumeist dargestellt wird. Entscheidend ist an dieser Stelle jedoch Nietzsches eingangs zitierte Einsicht, dass das Christentum dann, wenn es sich selbst vergisst, diese faulige Frucht als sein authentisches Geschöpf reklamiert. Und dann, so lässt sich hinzufügen, beginnt die postchristliche Kirche jene zu umarmen, die den christlichen Glauben immer schon gehasst haben, und wird gemeinsam mit ihnen jene hassen, die den anstößigen Glauben an Jesus Christus mit seiner großen Märtyrergeschichte zur Geltung bringen und die kirchliche Décadence beim Namen nennen.
Es ist ziemlich offensichtlich, dass wir mit dieser Beschreibung mitten in der aktuellen katholischen Kirche in Deutschland angekommen sind, die sich als neomarxistisch-woke politische Bewegung, als welche sich der Humanitarismus aktuell inszeniert, reformuliert und denkt, genau darin bestünde die echte Christlichkeit. Die deutsche Kirche ist allerdings nur ein besonders fortgeschrittenes Exempel des Zustandes der Kirche in den meisten westlichen Ländern. Es ist zwar absolut wahnsinnig, aber die Vertreter dieser Kirche besitzen das Selbstbewusstsein, nach langen Zeiten der Selbstverdunkelung nun endlich zur wahren Gestalt des Christentums gefunden zu haben. Wenn der ehemalige Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, zur Queer-Offensive bläst und aus seiner Verehrung für die grenzöffnende Angela Merkel keinen Hehl macht, der Münchner Kardinal in seiner Diözese Segnungen schwuler Paare anweist, das christliche Abendland ausdrücklich verabschiedet und gemeinsam mit dem damaligen EKD-Ratspräsidenten Bedford-Strohm die landnehmenden muslimischen Migranten im Münchner Hauptbahnhof per Handschlag willkommen heißt, der Berliner Bischof Koch die mittlerweile abgehalfterte Greta Thunberg mit Jesus von Nazareth vergleicht und der Bischof von Magdeburg, Feige mit Namen, kreuzzugartig zum „Kampf gegen rechts“ aufruft, dann ist das nicht einfach politischer Opportunismus, sondern von der Überzeugung getragen, darin den Kern des Christentums zur Geltung zu bringen. Das eigentlich erschütternde Phänomen besteht darin, dass all diese Figuren wie ihre moralisierenden linken Geschwister aus den NGOs Wohlgesinnte sind und den Verfallszustand als das Wesen der ursprünglichen Sache selbst verstehen. Der authentische Glaube ist so gründlich verschwunden, dass sein Verlust nicht einmal mehr bemerkt wird – und genau das repräsentieren nicht die Atheisten, sondern die heutigen Kirchenvertreter. Es ist eine echte Geisteskrankheit, die diese Kirche befallen und mit dem Verlust jedes gesunden Urteils geschlagen hat, und es gibt für sie keine Chance mehr auf Heilung. Ein Blick auf den diesjährigen Katholikentag genügt, um das äußerst fortgeschrittene Stadium der Pathologie zu erkennen.
Was ich allerdings nicht verstehe, ist, dass es von Seiten konservativer Christen Petitionen gegen den „Katholikentag“ und Appelle an den Papst gibt, der Décadence entgegenzutreten. Man betätigt sich als Aufhalter. Noch einmal davon abgesehen, dass es nutzlose Leidenschaft ist, den Papst um Hilfe zu bitten gegen jene, die er selber in Serie ernennt, bezweifle ich, dass es zur Verfallsverzögerung überhaupt noch eine Verpflichtung gibt. Denn zum einen ist das Krankheitsbild definitiv letal, was alle bis auf die Erkrankten selber erkennen können. Und zum anderen ist doch genau das Absterben des Todgeweihten das wahrhaft Wünschenswerte. Der corpus Christi mysticum wird niemals vernichtet werden können, aber er kann vom nihilistischen kirchlichen Establishment angefeindet und von dessen Unrat überlagert werden. Meine Hoffnung richtet sich darauf, dass die Wohlgesinnten an ihrer eigenen Fäulnis zugrunde gehen und ihre bizarren Ideen unter dem Gewicht der Realität zermahlen werden, je schneller, desto besser. Die Weltgeschichte ist ja nach Friedrich Schiller das Weltgericht.
Sie sind jetzt schon intellektuelle und seelische Ruinen, die Mauern müssen aber zur Gänze einstürzen. Ich gebe zu, dass ich mich mittlerweile auf jeden Katholikentag freue, weil ich ihrem makaberen Tanz in den Tod gern zuschaue, bei dem sie sich um so schneller und irrsinniger im Kreise drehen, je näher sie dem Abgrund kommen, für den sie bestimmt sind.
*Vigilius ist ein deutscher Philosoph und Blogger auf www.einsprueche.substack.com, wo diese Analyse auch erstveröffentlicht wurde.
Bild: Einsprüche
Wer diesen Wahnsinn mit seiner Kirchensteuer finanziert, dem ist nicht zu helfen. Hier gilt: Beherzt austreten, sich frei machen und katholisch bleiben! Nur Mut!!
An Geld kann man auch verrecken, so einfach ist es nicht.
Und doch verstehe ich ihren Impetus. Bin ja selbst als Arme ohne Kirchensteuerzahlung ausgetreten, weil ich nicht einmal dazu zählen wollte …
Danke, verehrter Vigilius, für diesen hervorragenden Befund. Das Krebsgeschwür hat sich in der Amtskirche ausgebreitet und die Heilungschancen der befallenen Organe sind gleich Null. Der Teil der Kirche, der noch gesund ist, wird bald exkommuniziert werden. „Exkommuniziert? Aber von wem?“ steht in der offiziellen Antwort der FSSPX. Gottes Kirche wird nicht untergehen, die Pforten der Hölle werden sie nicht überwinden. Auf dem Fundament Ihres Glaubensbekenntnises
https://fsspx.org/de/publications/katholische-glaubenserklaerung-gerichtet-papst-leo-xiv-59111
wird der glorreiche Gott seine Kirche neu errichten.
Viva Cristo Rey!
Zum Papst muß ich widersprechen. Wenn wir die Möglichkeit bekommen, müssen wir versuchen, einen vom wahren Glauben Abgefallenen zu missionieren. Woher wissen wir, was mit einer Person noch passieren wird?
Das Fazit der Diagnose, also die Blindheit der Erkrankten, ist Tatsache. Sie wähnen sich in der Illusion der Wachheit, sind aber auf einem Auge blind. Die beste Verhaltensweise gegenüber der Diagnose ist, das diskret zur Kenntnis zu nehmen. Gott handelt, nicht wir.
Akzelerationismus, wirklich? Und, wie üblich bei Deutschen Bloggern, die Unfähigkeit, die heutigen Deutschen/Synodalen Kirchen als direkte Nachfolgerinnen der DDR-Staatskirchen zu erkennen. Nicht einmal erahnt wird der Umbau des gesamten Landes nach der Wiedervereinigung – nicht die BRD schluckte die DDR, sondern umgekehrt. Ein Kardinal Marx trägt den Namen auch sicherlich nicht zu Unrecht – auch wenn er ja felsenfest behauptet, es bestünde keine Verwandtschaft, wäre ich mir da nicht so sicher. Und zu guter Letzt als weiteres Schlagwort: Die „Kommunistische Langzeitstrategie“. In den 80ern noch als absurder Fiebertraum verschrien, heute mehr als vorstellbar. Kurz: Da wäre mehr drin gewesen. Langsam reicht es mir mit dem Gejammer, man könnte fast meinen, wir seien Protestanten!
Ganz richtig, Chapeau!
So etwas hier lesen zu können, ist ein sehr guter Teil der Qualität dieses Portals. Dankeschön dafür!
Endlich endlich ein eindeutiger Brief und hervorragende, tiefgründige, und gerade deswegen leicht verständliche, klare Analyse des offensichtlichen ohne jede Scheuklappe hervorgebracht, wo ich zu hundertunddrei Prozent mitgehe!
Danke! Und bitte, an alle Menschen guten Willens im Sinne des Herrn Jesus Christus, dem Sohn der Jungfrau und Gottesmutter Maria, welche diesen Zustand doch schon 1846 in La Salette vorhergesagt hat (Rom wird der Sitz des Antichristen werden), und was anschließend durch den Herrn Jesus Christus 1884 bestätigt wurde, hört auf diesen toten Moloch noch zu unterstützen in irgendeiner Form! Geht zu den Piusbrüdern und helft ihnen auch ihre Scheuklappen noch los zu werden!
@Pausanias : noch schlimmer, denn das neue Deutschland vereinte die negativen Seiten beider Systeme !
Die Überwasserkirche zu Münster, in der der Löwe von Münster, der selige Clemens August Kardinal von Galen am 20.7.1941 die zweite seiner drei weltbekannten Predigten gehalten hat. Er mahnt auch uns heute mit den Worten des Apostelfürsten: „Demütigt euch unter Gottes allmächtige Hand, dann wird er euch zur rechten Stunde erhöhen. Werft alle Sorgen auf ihn, denn er nimmt sich eurer an, seit nüchtern und wachsam, denn euer Feind, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe … Widersteht ihm standhaft im Glauben … Der Gott aller Gnaden, der euch durch Jesus Christus berufen hat, nach kurzer Leidenszeit in seine Herrlichkeit einzugehen, er wird euch ausrüsten, festigen. Ihm sei Ehre und Herrschaft von Ewigkeit zu Ewigkeit“
Die Unterstützung der Spender von CitizenGO – insbesondere der monatlichen Spender – hat das jüngste Symposium „Kentler – Kinder – Kirche: ‘Sexualpädagogik’ in Schulen und Kitas“ ermöglicht, das CitizenGO gemeinsam mit dem Aktionsbündnis DemoFürAlle am 18. April 2026 in Kassel organisiert hat.
Es war ein weiterer wichtiger Schritt, um offenzulegen, wie tief Helmut Kentlers Theorien einer „emanzipatorischen Sexualpädagogik“ in internationalen Leitlinien umgesetzt wurden. Und wie insbesondere Susanne Hartfiel und Dr. Martin Voigt in ihren Vorträgen aufzeigten, sind Kentlers Theorien heutzutage sogar im Bereich katholischer Bildungseinrichtungen in Deutschland und im Ausland Grundlage.
Bitte nehmen Sie sich die Zeit, die Aufzeichnungen der einzelnen Vorträge in Ruhe anzusehen. Es lohnt sich sehr:
Kentlers Erben: Die Verbreitung übergriffiger Sexualpädagogik – Dr. Martin Voigt
https://www.youtube.com/watch?v=9C4XTCNHHxM
In seinem Vortrag veranschaulicht Dr. Martin Voigt, wie es Helmut Kentlers „emanzipatorischem“ Ansatz der Sexualpädagogik gelungen ist, sich flächendeckend zu etablieren — in der allgemeinen Bildung, in Kindertagesstätten und in Schulen.
Er kritisiert die grundlegende Prämisse der Kentler-Sielert-Schule — dass Kinder von Geburt an sexuelle Wesen seien und daher eine interaktive Form der Sexualpädagogik benötigten — und weist sie als wissenschaftlich nicht haltbar zurück.
Er argumentiert, dass aktuelle Standards nicht durch belastbare Forschung geprägt wurden, sondern durch überholte psychoanalytische Theorien und pädagogische Konzepte mit problematischen historischen Hintergründen definiert worden sind.
Ein besonderer Schwerpunkt seiner Analyse ist die Rolle der WHO; laut Voigt gelten die Empfehlungen der Organisation inzwischen weithin als Maßstab für Sexualpädagogik — und beeinflussen alles, von Bildungslehrplänen bis hin zu Kinderschutzprotokollen in Kindertagesstätten.
Übergriffige Sexualpädagogik & Missbrauchsprävention in kirchlichen Einrichtungen – Susanne Hartfiel
https://www.youtube.com/watch?v=j6g7IejgmcQ
Sexualpädagogik ist kein Randthema mehr — auch nicht in kirchlich betriebenen Kindertagesstätten und Schulen.
Unter dem Banner der „Sexualkompetenz“ gewinnen Konzepte an Boden, die auf den unwissenschaftlichen Theorien von Helmut Kentler beruhen—einem Professor der Pädagogik, der zudem ein verurteilter Pädophiler war.
In ihrem Vortrag gibt Hartfiel einen umfassenden Überblick über aktuelle Konzepte und Maßnahmen zur Sexualerziehung und zur Missbrauchsprävention innerhalb der Deutschen Bischofskonferenz und der deutschen Diözesen.
Ziel ist es, Einflüsse zu identifizieren und aktuelle Entwicklungen besser einschätzen zu können.
Welchen Schaden richtet “Sexualerziehung” bei Kindern an? – Roman Göbeke
https://www.youtube.com/watch?v=lYwUNPoIZno
In diesem Vortrag zeigt der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut Roman Göbeke, warum die zentrale These der Kentler-Sielert-Schule—dass Kinder von Geburt an “sexuelle Wesen” seien—mit einer strengen, empirisch fundierten Entwicklungspsychologie unvereinbar ist.
Gleichzeitig beleuchtet er die ideologischen Grundlagen der Sexualisierungsagenda und macht deutlich, dass sich dahinter nicht nur ein pädagogisches Konzept, sondern auch eine grundsätzlich familienfeindliche Ausrichtung verbirgt.
Empfehlungen für wirksamen Schutz vor sexuellem Missbrauch – Dr. Markus Hoffmann
https://www.youtube.com/watch?v=9gJ4Sbs7lYQ
Im Mittelpunkt dieser Präsentation steht die 2025 veröffentlichte Broschüre „Für eine Kultur des Schutzes und der aktiven Wachsamkeit“, die Empfehlungen für eine zeitgemäße und forschungsbasierte Prävention sexualisierter Gewalt im Kontext der Sexualerziehung bietet.
Dieses Dokument dient als Alternative zu dem 2024 veröffentlichten Positionspapier der Bundeskonferenz der diözesanen Präventionsbeauftragten und richtet sich speziell an Bischöfe, kirchliche Entscheidungsträger und Präventionsbeauftragte.
Es stellt einen konstruktiven Beitrag für alle dar, die Prävention neu denken möchten: wissenschaftlich fundiert, institutionell verantwortungsvoll und auf den Schutz von Kindern und Jugendlichen ausgerichtet.
Der zweite zentrale Schwerpunkt dieses Symposiums waren zwei Vorträge über die Lehre der katholischen Kirche zur christlichen Sexualmoral:
Echte Liebe wartet? Christliche Sexualmoral auf dem Prüfstand – Dr. Margarete Strauss
https://www.youtube.com/watch?v=dcVgFOkNh_0
Ist christliche Sexualmoral lediglich ein Relikt vergangener Zeiten, oder versteht sie den Menschen besser als ihre Kritiker?
In ihrem Vortrag widerlegt Dr. Margarete Strauss gängige Schlagworte, wonach der Mensch nicht zur Treue geschaffen sei, die katholische Lehre die Lust unterdrücke und die Ehe lediglich ein patriarchales Konstrukt sei.
Strauss zeigt, dass die Lehre der Kirche nicht wirklichkeitsfremd ist, sondern vielmehr realistisch. Sie nimmt die Zerbrechlichkeit der menschlichen Sexualität ernst—und vertraut zugleich auf die menschliche Fähigkeit zu Treue, Verbindlichkeit und wahrer Liebe.
Ihr Leitprinzip ist nicht Lustfeindlichkeit, sondern vielmehr ein tiefes Verständnis der menschlichen Natur.
Die Lehre der Kirche über Ehe, Familie und Sexualität – Weihbischof em. Dr. M. Eleganti
https://www.youtube.com/watch?v=-B3REz6IFYM
Zugänglich, humorvoll und dennoch tiefgründig zeigt Weihbischof em. Dr. Marian Eleganti in seinem Vortrag, dass die Lehre der katholischen Kirche weder fanatisch noch fundamentalistisch ist; vielmehr lässt sie sich im Licht der natürlichen Vernunft verstehen, indem sie beim menschlichen Körper ansetzt.
Nach Eleganti ist Gottes Plan für Ehe und Familie dem Menschen wohlgesinnt und dient insbesondere dem Schutz der Würde von Frauen und Kindern.