Warum so viel Haß auf die Apostolische Messe?

Mysterium fidei

Warum wird der überlieferte Ritus so bekämpft. Seit 2013 ist er wieder unerwünscht, seit 2021 wird er weltweit abgewürgt
Warum wird der überlieferte Ritus so bekämpft. Seit 2013 ist er wieder unerwünscht, seit 2021 wird er weltweit abgewürgt

Von Don Fran­ces­co d’Erasmo* 

Ange­sichts der neu­en Wel­le des Has­ses gegen die Hei­li­ge Apo­sto­li­sche Mes­se – die die Hei­li­ge Kir­che als Ritus der Latei­ni­schen Kir­che und ins­be­son­de­re Roms, der Mut­ter aller Kir­chen, von ihren Ursprün­gen bis vor gera­de ein­mal 56 Jah­ren gefei­ert hat – habe ich mir die­se Fra­ge gestellt und bereits zwei Arti­kel geschrie­ben, um eini­ge Ant­wor­ten dar­auf aufzuzeigen.

Hier möch­te ich auf einen der wich­tig­sten, viel­leicht den ent­schei­den­den Grün­de ein­ge­hen, der die­sen Haß hervorruft.

Im Apo­sto­li­schen Ritus der Mes­se, der von Gre­gor dem Gro­ßen über­lie­fert und von Pius V. wie­der­her­ge­stellt wur­de, spricht die Hei­li­ge Kir­che durch die Per­son des Prie­sters, also in der Per­son Chri­sti selbst, eini­ge ent­schei­den­de Worte.

Es sind die Wor­te aus dem Pro­log des hei­li­gen Johan­nes (Joh 1), die am Ende des Hei­li­gen Opfers gespro­chen wer­den. Sie zei­gen uns eine Schei­dung aller Men­schen in zwei Grup­pen: „die Fin­ster­nis“, die­je­ni­gen, die „Ihn nicht auf­ge­nom­men haben“, und „die­je­ni­gen, die Ihn auf­ge­nom­men haben“, denen Er „Macht gege­ben hat, Kin­der Got­tes zu werden“.

Die­se Schei­dung zeigt, daß kei­ne Men­schen, Natio­nen, Ver­ei­ni­gun­gen, Phi­lo­so­phien, Wege oder Reli­gio­nen, die sich wei­gern, „Jesus Chri­stus, im Fleisch gekom­men“, anzu­neh­men, von Gott sein kön­nen, son­dern alle­samt dem Anti­chri­sten zuzu­rech­nen sind:

„Dar­an könnt ihr den Geist Got­tes erken­nen: Jeder Geist, der bekennt, daß Jesus Chri­stus im Fleisch gekom­men ist, ist aus Gott; und jeder Geist, der Jesus nicht bekennt, ist nicht aus Gott. Das ist der Geist des Anti­chri­sten, von dem ihr gehört habt, daß er kommt; jetzt schon ist er in der Welt. Ihr seid aus Gott, mei­ne Kin­der, und ihr habt sie besiegt, denn Er, der in euch ist, ist grö­ßer als jener, der in der Welt ist“ (1 Joh 2, 2–4).

Die­se Schei­dung, die einer fal­schen Vor­stel­lung von Öku­me­ne und inter­re­li­giö­sem Dia­log ent­ge­gen­steht, wur­de auch in jün­ge­rer Zeit von der Hei­li­gen Kir­che aus­drück­lich in Erin­ne­rung geru­fen („Domi­nus Iesus“). Denn es han­delt sich um die Bot­schaft, die Jesus Chri­stus selbst am Höhe­punkt Sei­ner Sen­dung ver­kün­det und Sei­ner Kir­che als Ver­mächt­nis hin­ter­las­sen hat – jener Kir­che, die Er zu genau die­sem Zweck gestif­tet hat: die eine Wahr­heit und den einen Weg des Heils zu verkünden.

„Wer glaubt und sich tau­fen läßt, wird geret­tet wer­den; wer aber nicht glaubt, wird ver­dammt wer­den“ (Mk 16, 15–16).

Die­se ent­schie­de­ne Aus­sa­ge wird von all jenen des Exklu­si­vis­mus, der Dis­kri­mi­nie­rung, man­geln­der Offen­heit, feh­len­der Näch­sten­lie­be und man­geln­der Tole­ranz beschul­digt, die in ihrer Ver­mes­sen­heit ein ande­res Kri­te­ri­um für das Heil ein­füh­ren wol­len als jenes, das Gott selbst gesetzt hat.

„Denn nie­mand kann einen ande­ren Grund legen als den, der gelegt ist: Jesus Chri­stus“ (1 Kor 3,11).

In der Hei­li­gen Kir­che haben sich in den ver­gan­ge­nen Jahr­hun­der­ten Fein­de ein­ge­schli­chen, die sie von innen her­aus zer­stö­ren wol­len – wie bereits die Päp­ste seit dem 19. Jahr­hun­dert bis hin zu Papst Bene­dikt auf sei­ner Rei­se nach Fati­ma ange­pran­gert haben.

Die­se Men­schen glau­ben, Macht und irdi­sche Vor­tei­le zu erlan­gen, indem sie sich mit den Mäch­ti­gen die­ser Welt ver­bün­den, die ande­re Göt­ter anbe­ten (Dtn 29; Jer 19). Für sie ist es unmög­lich, die ent­schie­de­ne Schei­dung, die Jesus Chri­stus vor­ge­nom­men hat und die in der Hei­li­gen Apo­sto­li­schen Mes­se sicht­bar wird, mit ihrer Göt­zen­ver­eh­rung und ihrem ver­meint­li­chen reli­giö­sen Syn­kre­tis­mus zu ver­ein­ba­ren, der die trü­ge­ri­sche Mög­lich­keit pro­pa­giert, meh­re­ren Gott­hei­ten gleich­zei­tig zu dienen.

Doch Jesus hat uns bereits gesagt, daß dies unmög­lich ist:

„Nie­mand kann zwei Her­ren die­nen: Ent­we­der wird er den einen has­sen und den ande­ren lie­ben, oder er wird dem einen anhän­gen und den ande­ren ver­ach­ten. Ihr könnt nicht Gott und dem Mam­mon die­nen“ (Mt 6,24).

Jesus ist offen­sicht­lich exklusiv!

Im Her­zen der Apo­sto­li­schen Mes­se selbst wird die­ser Anspruch Jesu deut­lich: der Anspruch, der ein­zi­ge Weg zum Heil zu sein, außer­halb des­sen nur die Ver­damm­nis bleibt:

„Wer nicht mit Mir ist, ist gegen Mich; und wer nicht mit Mir sam­melt, zer­streut“ (Lk 11,23).

Die Kon­se­kra­ti­on der hei­li­gen Gestal­ten setzt im Apo­sto­li­schen Ritus – noch stär­ker als nach der Ände­rung, die durch den Ritus Pauls VI. ein­ge­führt wur­de – einen ganz beson­de­ren Akzent auf die Wor­te „Neu­er und Ewi­ger Bund“, denn unmit­tel­bar danach spricht der Prie­ster in der Per­son Chri­sti das „Myste­ri­um fidei“:

HIC EST ENIM CALIX SANGUINIS MEI, NOVI ET ÆTERNI TESTAMENTI: MYSTERIUM FIDEI: QUI PRO VOBIS ET PRO MULTIS EFFUNDETUR IN REMISSIONEM PECCATORUM.

„Denn dies ist der Kelch Mei­nes Blu­tes, des Neu­en und Ewi­gen Bun­des: Geheim­nis des Glau­bens, das für euch und für vie­le ver­gos­sen wird zur Ver­ge­bung der Sünden.“

Die­ses Blut – und nichts ande­res – ist der Neue Bund, der des­halb alles Vor­her­ge­hen­de auf­hebt, und der Ewi­ge Bund, der jeden ande­ren Bund aus­schließt, der danach kom­men könnte.

Für euch, die ihr Ihn annehmt, und für die Vie­len, die Ihn anneh­men werden.

Nicht für alle. Vie­le wer­den Ihn näm­lich nicht annehmen.

Des­halb woll­ten die Fein­de der Wahr­heit in vie­len der volks­sprach­li­chen Über­set­zun­gen die For­mu­lie­rung „für vie­le“ in „für alle“ ver­än­dern. Selbst nach­dem Joseph Ratz­in­ger, einer jener Män­ner, die die­se Über­set­zung ursprüng­lich mit­ge­tra­gen hat­ten, inzwi­schen als Nach­fol­ger Petri den Feh­ler erkannt und eine Über­ar­bei­tung der Über­set­zun­gen gefor­dert hat­te, woll­ten vie­le hart­näckig den­sel­ben Feh­ler auch in den neu­en, über­ar­bei­te­ten Aus­ga­ben wie­der­ho­len. Man­che ver­zö­ger­ten eigens die Ver­öf­fent­li­chung des neu­en Meß­buchs in der Erwar­tung, daß Papst Bene­dikt die Kir­che nicht mehr regie­ren würde.

Der ursprüng­li­che Text der Apo­sto­li­schen Mes­se, wie er von der Hei­li­gen Kir­che des Latei­ni­schen Ritus bis 1970 über­lie­fert wur­de, wie­der­holt hin­ge­gen die­se ent­schei­den­den Wor­te – Wor­te, die ihrem ety­mo­lo­gi­schen Sinn nach schnei­den, die in zwei tei­len und des­halb zu einer Ent­schei­dung, zu einer Wahl der Sei­te, zwin­gen. Die Ent­schei­dung besteht in der Wahl der einen Sei­te, die die ande­re ausschließt.

Die Wor­te des Apo­sto­li­schen Ritus zwin­gen uns anzu­er­ken­nen, daß Jesus die­se Ent­schei­dung von uns ver­langt: für Ihn oder gegen Ihn, ohne irgend­ei­nen Raum für einen Kom­pro­miß zu lassen.

Die­se Wor­te sagen, wel­cher Glau­be erfor­der­lich ist, um Kin­der Got­tes zu wer­den, wie das Schluße­van­ge­li­um in Erin­ne­rung ruft.

Nur die­je­ni­gen, die die Eine, Hei­li­ge, Katho­li­sche und Apo­sto­li­sche Kir­che anneh­men, die Jesus Chri­stus gegrün­det hat, und in ihr die von Ihm ein­ge­setz­ten Sakra­men­te – also „alles“, was Jesus Chri­stus gelehrt und gebo­ten hat –, wer­den in das Him­mel­reich eingehen:

„Mir ist alle Macht gege­ben im Him­mel und auf der Erde. Dar­um geht und macht alle Völ­ker zu mei­nen Jün­gern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Soh­nes und des Hei­li­gen Gei­stes und lehrt sie, alles zu befol­gen, was ich euch gebo­ten habe. Seid gewiß: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt“ (Mt 28,18–20).

„Jesus sag­te: ‚Amen, amen, ich sage euch: Wenn ihr das Fleisch des Men­schen­soh­nes nicht eßt und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch‘“ (Joh 6,53).

Doch man kann nicht anneh­men, was Er uns gebo­ten hat, wenn wir nicht wirk­lich an Ihn glau­ben (Joh 6).

Das wol­len die Göt­zen­die­ner nicht hören.

„Sie tau­schen ihre ver­kehr­ten Gedan­ken aus und sagen:

‚Laßt uns dem Gerech­ten auf­lau­ern;
denn er ist uns unbe­quem
und steht unse­rem Tun ent­ge­gen.
Er wirft uns Geset­zes­über­tre­tun­gen vor
und hält uns unse­re Ver­feh­lun­gen
gegen die Erzie­hung vor, die wir genos­sen haben.
Er behaup­tet, Erkennt­nis Got­tes zu besit­zen,
und nennt sich einen Sohn des Herrn.
Er ist uns zur Ankla­ge unse­rer Gesin­nung gewor­den;
schon sein Anblick ist uns uner­träg­lich,
denn sein Leben ist anders als das der ande­ren,
und völ­lig ver­schie­den sind sei­ne Wege.
Für Falsch­geld hält er uns
und mei­det unse­re Gewohn­hei­ten wie Unrat.
Er preist das Ende der Gerech­ten glück­lich
und rühmt sich, Gott zum Vater zu haben.
Wir wol­len sehen, ob sei­ne Wor­te wahr sind,
und prü­fen, was ihm am Ende wider­fährt.
Ist der Gerech­te wirk­lich ein Sohn Got­tes,
dann wird Gott sich sei­ner anneh­men
und ihn aus der Hand sei­ner Geg­ner ret­ten.
Set­zen wir ihn durch Schimpf und Qual auf die Pro­be,
um sei­ne Sanft­mut ken­nen­zu­ler­nen
und sei­ne Geduld zu prü­fen.
Ver­ur­tei­len wir ihn zu einem schänd­li­chen Tod;
denn nach sei­nen Wor­ten wird ihm Hil­fe zuteil.‘

So den­ken sie, aber sie irren sich;
ihre Bos­heit hat sie blind gemacht.
Sie ken­nen die Geheim­nis­se Got­tes nicht;
sie hof­fen nicht auf Lohn für die Hei­lig­keit
und glau­ben nicht an die Beloh­nung rei­ner See­len.
Ja, Gott hat den Men­schen zur Unver­gäng­lich­keit erschaf­fen
und ihn zum Abbild sei­nes eige­nen Wesens gemacht.
Durch den Neid des Teu­fels aber kam der Tod in die Welt;
und ihn erfah­ren die­je­ni­gen, die ihm angehören.“

(Weish 2,1.12–24)

Haben wir also Ver­trau­en, ver­har­ren wir im Gehor­sam gegen­über den Gebo­ten Jesu und blei­ben wir mit Sei­ner Hei­li­gen Kir­che ver­eint. Sie wird unter den Schlä­gen ihrer Fein­de nicht unter­ge­hen. Und wenn es scheint, als könn­ten die­se bei­na­he die Ober­hand gewin­nen, wol­len wir uns an die Ver­hei­ßung ihres gött­li­chen Grün­ders erin­nern und unse­re Her­zen stärken:

„Dies habe ich zu euch gesagt, damit ihr in mir Frie­den habt. In der Welt seid ihr in Bedräng­nis; aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt!“ (Joh 16,33).

Fati­ma, 3. Sep­tem­ber 2026
Hl. Gre­gor der Gro­ße im neu­en Kalen­der, hl. Pius X. im über­lie­fer­ten Kalender

*Fran­ces­co d’Erasmo, 1974 in Mai­land gebo­ren, ist ein Prie­ster der Diö­ze­se Civi­ta­vec­chia-Tar­qui­nia (Lati­um). Er wur­de 1999 zum Prie­ster geweiht und ist als Pfar­rer tätig. Bekannt wur­de er durch öffent­lich geäu­ßer­te, tra­di­ti­ons­ver­bun­de­ne Posi­tio­nen und kri­ti­sche Stel­lung­nah­men, ins­be­son­de­re seit der COVID-19-Pseu­do­pan­de­mie.

Über­set­zung: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: MiL

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