Von Pater Paolo M. Siano
4. Ruben van Luijk: Der freimaurerische Luziferismus existiert nicht… aber wir sind alle „Kinder Luzifers“!
Im Jahr 2016 veröffentlicht Oxford University Press (UK) in der von Henrik Bogdan (schwedischer Freimaurer) geleiteten Reihe Oxford Studies in Western Esotericism das Buch von Ruben van Luijk: Children of Lucifer. The origins of modern religious Satanism („Kinder Luzifers. Die Ursprünge des modernen religiösen Satanismus“, Printed in USA, New York, 2016). Auch dieses ist insgesamt ein irreführender Text. Der niederländische Gelehrte Ruben van Luijk (kurzer Lebenslauf hier) spielt die Realität des „religiösen“, d. h. kultischen Satanismus stark herunter, indem er ihn nur als ein modernes Phänomen betrachtet, während es sich bezüglich der Vergangenheit (z. B. im Mittelalter) um Erfindungen der Kirche gehandelt habe, die Kulte, die lediglich dissident waren gegenüber der dominierenden christlichen Religion, als „Satanismus“ etikettiert habe… Daher überrascht es nicht, daß auch van Luijk – wie zuvor Per Faxneld – die Realität des freimaurerischen Luziferismus leugnet. Es sei betont, daß sowohl der Text van Luijks als auch der Faxnelds Teil der Reihe Oxford Studies in Western Esotericism des Freimaurers Bogdan sind. Ich glaube nicht zu übertreiben, wenn ich meine, daß ein solches akademisches Umfeld mittlerweile a priori das ideologische Ziel hat, auch die Existenz des freimaurerischen Luziferismus zu leugnen.
Gehen wir in das Buch von van Luijk hinein.
4.1. Eine Liste von Satanisten – einige echte, andere nicht, andere vermeintliche…
In der Einleitung erklärt van Luijk, daß im Laufe der Geschichte folgende Gruppen oder Personen beschuldigt wurden, Satanismus zu praktizieren („to practice Satanism“): die Essener, die Gnostiker, die Juden, die Katharer, die Templer, Päpste des Mittelalters und der Neuzeit, darunter Pius IX. und Leo XIII., Kardinal Ratzinger, die Illuminaten, die Rosenkreuzer, Hitler, die SS, die US-Präsidenten ab Bush Senior… und andere (vgl. S. 1).
Zunächst fällt auf, daß van Luijk in dieser Liste die Freimaurer überhaupt nicht erwähnt, auch nicht die Hochgradfreimaurer oder sogenannte „irreguläre“/„Rand“-Freimaurereien… Wirklich merkwürdig.
Außerdem macht die Aufnahme von Päpsten in eine Liste angeblicher Satanisten das ganze Thema Satanismus absurd und unglaubwürdig – aber genau das ist es, worauf van Luijk hinauswill. Insgesamt ist es ein irreführendes Buch.
4.2. Was versteht van Luijk unter Satanismus?
Van Luijk versteht unter Satanismus den expliziten und intentionalen Kult des Satans (vgl. S. 2), gleichgültig, wie Satan verstanden oder interpretiert wird (vgl. S. 3). Es gibt Satanismus nur dann, wenn in diesem Kult die Verehrung Satans dominiert; daher handelt es sich bei Kulten, in denen die Verehrung rebellischer Engel nur ein Aspekt ist, lediglich um Elemente des Satanismus („elements of Satanism“, S. 6), aber nicht um Satanismus im eigentlichen Sinne…
Was van Luijk jedoch nicht weiß oder nicht sagt, ist, daß es auch in der Freimaurerei (von der „regulären“ bis zur „Randfreimaurerei“) mindestens Elemente des Luziferismus gibt, wie ich bereits beschrieben habe.
Wie sollte man nicht an die klar gnostische Version der Legende von Hiram des dritten Grades des Freimaurermeisters denken – bekannt und geschätzt von Freimaurern –, in welcher Hiram (Held und Vorbild des Freimaurermeisters) von der Linie Kains abstammt und Kain aus der Vereinigung Evas mit Eblis, dem Engel des Lichts, also Luzifer, hervorgegangen sei? Diese freimaurerische und gnostische Legende ist keine Erfindung des berüchtigten Leo Taxil…
4.3. Was sagt van Luijk über das Buch Satanskult und Schwarze Messe von Gerhard Zacharias?
Van Luijk behandelt verschiedene Bücher über Satanismus. Er beginnt mit dem von Gerhard Zacharias, Satanskult und Schwarze Messe (1964; vier Neuauflagen). Zacharias, ehemaliger katholischer Priester, später griechisch-orthodoxer Priester und Jungscher Psychoanalytiker, sieht im Satanismus den dunklen und nicht-dualistischen Aspekt des Christentums, der von der christlichen Religion unterdrückt werde…
Laut van Luijk schließt Zacharias damit in den Bereich des Satanismus ein, was keiner ist (vgl. S. 8).
Ich halte dagegen die Arbeit von Zacharias für wichtig, weil sie die esoterische Theorie der Vereinigung der Gegensätze hervorhebt, die eine Art Zugang oder Rechtfertigung des Satanismus bildet – insbesondere des (neo)gnostischen. Diese Theorie setzt nämlich voraus (oder führt dazu) die Einheit von Licht und Finsternis, Gut und Böse, Gott und Teufel usw. Auch darüber habe ich bereits geschrieben.
4.4. Was sagt van Luijk über das Buch Indagine sul satanismo von Massimo Introvigne?
Weiterhin bespricht van Luijk auch das Buch von Massimo Introvigne, Indagine sul satanismo („Untersuchung des Satanismus“), dem zufolge jedes Mal, wenn der Satanismus an die Öffentlichkeit kommt, eine antisatanistische Reaktion entsteht, die dann in Übertreibung verfällt; dies wiederum ermögliche eine neue Welle des Satanismus (vgl. S. 10).
Introvigne gibt eine enge Definition von Satanismus: kultische oder liturgische Verehrung durch organisierte Gruppen jenes Wesens, das die Bibel Teufel oder Satan nennt (vgl. S. 3).
Deshalb beginnt Introvigne seine „Untersuchung“ im 17. Jahrhundert und berücksichtigt weder frühere Zeiten noch den sogenannten romantischen Satanismus des 19. Jahrhunderts („Romantic Satanists“), auf den van Luijk hingegen eingeht.
Auch ich finde – wie van Luijk – den „Pendel“-Mechanismus Satanismus/Anti-Satanismus bei Introvigne schwach („a weak point“): Diese Theorie scheint fast zu suggerieren, daß übertriebener Anti-Satanismus den Satanismus hervorbringe, indem er Menschen dazu verleite, Satanisten zu werden (vgl. S. 11)…
4.5. Satanismus? Eine Erfindung der Christenheit…
Laut van Luijk ist das Konzept des Satanismus eine Erfindung der Christenheit („The concept of Satanism is an invention of Christianity“, S. 16). Die Christen hätten die alten Götter als böse dämonisiert (vgl. S. 24). Der Vorwurf des „Satanismus“, also des Teufelskults, sei ein Mittel gewesen, den „anderen“, den Nichtchristen, zu dämonisieren (vgl. S. 29).
Wie sollte man diese Theorien van Luijks nicht als ideologisch verstehen?
4.6. Literarischer oder romantischer Satanismus zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert
Im England des 18. und 19. Jahrhunderts rehabilitierten Schriftsteller wie Shelley und Byron sowie Künstler wie Fuseli und Blake den Satan, indem sie ihn als wohlwollendes Wesen oder als Helden darstellten (vgl. S. 69).
Van Luijk stellt fest, daß es sich literarisch um romantischen Satanismus („Romantic Satanism“, S. 73) handelt. Der Satan oder Luzifer der romantischen Autoren ist ein Engel oder eine Kraft oder ein Symbol der Freiheit, der Rebellion gegen die Tyrannei (vgl. S. 87).
Aus religiöser Sicht jedoch – also aus Sicht der Religionswissenschaft – können diese Autoren laut van Luijk nicht als Satanisten im Sinne von Satansverehrern bezeichnet werden (vgl. S. 108f).
In jedem Fall gesteht van Luijk zu, daß dieser romantische literarische Satanismus zum Entstehen des modernen „religiösen“ bzw. kultischen Satanismus beigetragen hat:
„I believe, Romantic Satanism contributed to the later rise of modern religious Satanism“ (S. 113).
In Williams Blakes Marriage of Heaven and Hell („Vermählung von Himmel und Hölle“), löst sich der gute Engel in der höllischen Flamme des Teufels auf; Blake lobt die Sichtweise des Teufels und der Hölle (vgl. S. 71).
Der Titel enthält das Konzept der „coniunctio oppositorum“ (vgl. S. 94), das – wie van Luijk bewußt ist – ein wichtiges Thema im westlichen Esoterismus ist und eines der Elemente des modernen religiösen Satanismus („modern religious Satanism“), in dem der Teufel zu Gott werde und Gott zum Teufel („the devil could transform into god, and god into devil“, S. 95).

Aber van Luijk weiß nicht oder sagt nicht, daß das Konzept der „coniunctio oppositorum“ auch in der Freimaurerei vorkommt, und zwar in den Schriften erfahrener esoterischer Meisterfreimaurer.
4.7. Luzifer–Satan bei Eliphas Lévi und Madame Blavatsky
Der berühmte französische Okkultist des 19. Jahrhunderts, Eliphas Lévi (Künstlername von Alphonse Louis Constant, 1810–1875), stellt Luzifer als Engel der Freiheit, des Lichts und der Wissenschaft dar. Constant/Lévi meint, Luzifers Rebellion sei ein Akt der Freiheit und Liebe… Er unterscheidet zwischen Satan und Luzifer: Satan sei der Versucher, Luzifer aber der Erlöser… (vgl. S. 129f).
Auch Madame Helena Petrovna Blavatsky (1831–1891), Gründerin der Theosophischen Gesellschaft, behauptet, Satan sei nicht das Böse, sondern die dunkle Seite der Natur, der Schatten des Lichts, und preist Luzifer als Lichtbringer. Für Blavatsky ist nicht Satan böse, sondern der personal verstandene Gott des Monotheismus (vgl. S. 144f).
Es ist wirklich merkwürdig, daß van Luijk nicht weiß oder nicht sagt, daß:
a) Eliphas Lévi regulärer Freimaurer des Grand Orient de France war und seine okkultistischen Schriften von englischen Freimaurern der Vereinigten Großloge von England (UGLE) und der Societas Rosicruciana in Anglia (SRIA) geschätzt wurden;
b) Madame Blavatsky Freimaurerin des Adoptionsritus von John Yarker war [dieser wiederum regulärer englischer Freimaurer der UGLE und Mitglied der SRIA usw.] und vielleicht auch des Memphis-Ritus von Giuseppe Garibaldi (siehe: Wikipedia zu Blavatsky).
4.8. Freimaurerischer Luziferismus: Erfindung der katholischen Kirche und Leo Taxils?
Laut van Luijk existiert freimaurerischer Luziferismus nicht, er sei eine Erfindung Leo Taxils („inventor of Palladism“, vgl. S. 216), und Taxil habe auch die Unterscheidung zwischen Satanismus und Luziferismus erfunden (vgl. S. 222).
Van Luijk gibt jedoch zu, daß bereits in den Schriften von Eliphas Lévi und Madame Blavatsky Luzifer und Satan als zwei verschiedene Entitäten dargestellt werden (vgl. S. 222f).
Van Luijk meint, Taxil habe die Gegensetzung zwischen Luziferianern und Satanisten geschaffen, um die Teufelsanbeter in gute und schlechte einzuteilen (vgl. S. 223).
Weiter, laut van Luijk, sei es Taxil gewesen, der den Satanismus in die Freimaurerei eingeführt habe („the introduction of Satanism in Freemasonry“, S. 239).
Bis dahin bezog sich der Begriff „Satanismus“ im Zusammenhang mit der Freimaurerei nicht auf intentionalen religiösen Kult, sondern nur auf die „diabolische Essenz“ der Logen, ohne daß die Freimaurer sich dessen bewußt gewesen wären (vgl. S. 240).
Van Luijk kennt jedoch das Buch von Msgr. Louis Gaston Adrien de Ségur, Les Francs-Maçons („Die Freimaurer“), etwa 20 Jahre vor Taxils Auftreten verfaßt, in dem behauptet wird, daß freimaurerische Zirkel von Männern und Frauen dem Teufel huldigen, Orgien feiern und eucharistische Profanationen begehen… Aber laut van Luijk irre sich de Ségur – vermutlich habe es sich um Carbonari [italienischer revolutionärer nationalistisch-liberaler Geheimbund], gehandelt, nicht um Freimaurer (vgl. S. 241). Auch hier zeigt sich bei van Luijk eine ideologische Lesart – eine absolute, vorweggenommene Verneinung jeder Verbindung zwischen Freimaurern und Luzifer.
Nach van Luijk habe Taxil die gesamte antimasonische Literatur genutzt und ihr seine „Neuheit“ hinzugefügt: den freimaurerischen Satanismus der Retro-Logen (vgl. S. 244).
Der religiöse Satanismus in der Freimaurerei, wie von katholischen Antifreimaurern und Taxil beschrieben, habe nie existiert, sondern sei reine Fantasie:
„Except as a product of human fantasy, the religious Satanism within Freemasonry that its Catholic opponents and Taxil described never existed“ (S. 263).
4.8.1. Laut van Luijk gibt es auch bei Albert Pike 33° keinen Luziferismus. Doch es gibt ihn!
Van Luijk weiß sehr gut, daß es im Buch Morals and Dogma („Moral und Dogma“, 1871) des Freimaurers Albert Pike 33°, Souveräner Großkommandeur des Obersten Rates des 33. Grades des Alten und Angenommenen Schottischen Ritus, Südstaatenjurisdiktion der USA (zunächst Charleston, später Washington D.C.), Passagen gibt, aus denen eine positive Neubewertung des Teufels oder Luzifers hervortritt.
Doch van Luijk spielt diese Stellen herunter und deutet an, sie seien von Eliphas Lévi inspiriert (vgl. S. 264).
Van Luijk versteht nicht: Daß Pike diese luziferianischen Passagen aus Lévi übernimmt, mindert ihre Bedeutung nicht, sondern bestätigt, daß Pike den gnostisch-magischen Luziferismus von Constant/Lévi übernimmt.
Auf S. 210 von Morals and Dogma schreibt Pike:
„LUCIFER, the Light-bearer“, „Lucifer, the Son of the Morning!“ („Luzifer, der Lichtbringer“, „Luzifer, der Sohn des Morgens“)
In Anm. 115 auf S. 515 seines eigenen Buches (das ich hier rezensiere) spielt van Luijk auch diese Stelle herunter. Laut ihm wolle Pike sagen, „Luzifer“ sei nur das Licht der materiellen Welt, das schwache, sinnliche und stolze Seelen verblende. Tatsächlich erkennt Pike jedoch in Luzifer – dem Geist der Finsternis – den Lichtträger, und die „schwachen, sinnlichen und stolzen Menschen“ sind für Pike die Nicht-Eingeweihten…
Außerdem weiß van Luijk nicht oder sagt nicht, daß Arthur Edward Waite in einem Buch von 1896 – damals Okkultist und Theosoph, später ab 1901 Freimaurer – einerseits behauptet, der freimaurerische Luziferismus bzw. Palladismus sei eine Erfindung Taxils, aber andererseits selbst den Kult des Luzifer, des Morgensterns, rechtfertigt (er meint, das sei kein Satanismus, weil er nicht das Böse verehren wolle…) und dann zugibt, daß Albert Pike einen gewissen luziferischen Transzendentalismus vertreten habe („Albert Pike’s Luciferian transcendentalism“).
4.8.2. Satanismus in der italienischen Freimaurerei des 19. Jahrhunderts? Nur „romantisch“, literarisch…
Van Luijk gibt allenfalls zu, daß es in der italienischen Freimaurerei jener Epoche, also des späten 19. Jahrhunderts, Loblieder auf den Teufel gab; aber laut van Luijk handele es sich nicht um kultischen Satanismus, sondern um metaphorischen Satanismus, verwurzelt im literarischen romantischen Satanismus:
„[…] These utterances do not prove the existence of a hidden cult of Satan within Italian Freemasonry. But they do suggest the existence of a metaphoric ‘Satanism’ treading in the footsteps of the Romantic Satanists“ („Diese Äußerungen beweisen nicht die Existenz eines verborgenen Satanskults innerhalb der italienischen Freimaurerei. Sie deuten jedoch auf die Existenz eines metaphorischen ‚Satanismus‘ hin, der in den Fußstapfen der romantischen Satanisten wandelt“, S. 266).
Van Luijk bekräftigt:
„It seems safe to assume that true ‘veneration of Satan’ never occurred within Freemasonry“ („Es erscheint sicher anzunehmen, daß es innerhalb der Freimaurerei niemals zu einer wirklichen ‚Verehrung Satans‘ gekommen ist“, S. 268).
Und die satanischen Passagen in italienischen Freimaurerzeitschriften jener Zeit bezögen sich lediglich in metaphorischer Weise auf den gefallenen Engel, wie es bereits die „Romantic Satanists“ getan hätten (vgl. S. 268).
Nichts deute darauf hin, daß diese „romantischen“ Teufelslobsprüche sich zu einem religiösen Satanismus („a properly religious Satanism“) entwickelt hätten.
Zwar habe es laut van Luijk gewisse „Palladisten“ oder Luziferianer zwischen den beiden Weltkriegen in Paris gegeben, doch Palladismus oder freimaurerischer Luziferismus sei eine Erfindung („an invention“: S. 268).
Tatsächlich dürfte ein wissenschaftlich kritischer Forscher zumindest nicht ausschließen, daß der „symbolische“ oder „literarische“ Satanismus von Mitgliedern einer rituell-esoterischen Initiationsgesellschaft wie der Freimaurerei Voraussetzungen schafft oder hinführt zu einer Art „religiösem“ Satanismus – einem initiatischen, esoterischen.
Doch stattdessen betreibt van Luijk eine entschiedene, a priori gesetzte, freimaurerfreundliche Apologie – genau wie Freimaurer selbst.
4.8.3. Wieder Taxil – unter „Konservativen“, oder doch nicht…
Van Luijk behauptet, die taxilschen Erfindungen hielten in ultrakonservativen sedevakantistischen Kreisen an (vgl. S. 279), während die Mehrheit der katholischen Antifreimaurer nach Taxil die These eines freimaurerischen Satanismus fallen gelassen habe (vgl. S. 280).
Ich füge hinzu, daß dies auch in bestimmten „konservativen“ katholischen Milieus geschehen ist, die in der Praxis dazu beigetragen haben, der Freimaurerei günstige soziologische und akademische Thesen zu verbreiten wie die Nichtexistenz des freimaurerischen Luziferismus und die Beschränkung von Magie und Esoterik auf Randfreimaurereien…
4.9. Satanisten oder Luziferianer: Ben Kadosh, Fraternitas Saturni, Maria de Naglowska
Van Luijk kennt den Fall von Carl William Hansen (1872–1936), Okkultist, Martinist und dänischer Freimaurer, der 1906 ein Buch (auf dänisch) unter dem Pseudonym „Ben Kadosh“ veröffentlicht. Der englische Titel lautet: The Dawn of a New Morning („Der Anbruch eines neuen Morgens“).
Darin propagiert Ben Kadosh einen freimaurerischen Kult des Luzifer; er selbst bezeichnet sich als Luziferianer.
Er erklärt, der Große Baumeister des Universums sei Luzifer (vgl. S. 286).
Van Luijk spielt auch diesen Umstand herunter: Für ihn schöpfe Ben Kadosh die Rehabilitierung Luzifers lediglich aus Eliphas Lévis Schriften (vgl. S. 286f).
Ja mehr noch: Gemeinsam mit Per Faxneld behauptet van Luijk, Hansen schöpfe seine luziferische Begeisterung aus den Schriften Taxils.
Van Luijk merkt an, daß Taxil zufolge der 30. Grad des Alten und Angenommenen Schottischen Ritus, der Kadosh-Ritter, den Freimaurer in das wahre Geheimnis der Freimaurerei einführe, nämlich den Kult Luzifers. So habe Hansen bei Taxil das Pseudonym „Ben Kadosh“ und den Luziferismus übernommen – und damit eine Art Neo-Palladismus geschaffen („a genuine example of neo-Palladism of some sort“: S. 287)!
Für van Luijk ist der Fall Ben Kadosh ein Einzelfall (vgl. S. 287).
Diese Theorie van Luijks ist ideologisch.
Die Annahme, Hansen/Ben Kadosh habe sich den freimaurerischen Luziferismus ausgedacht, nachdem er Taxil gelesen habe, ist eine törichte Theorie, die sowohl die Leser als auch die Freimaurer für töricht hält.
Aber Freimaurer sind nicht töricht.
Und wenn Hansen sich offen in den Luziferismus vertiefte, dann deshalb, weil es in der Freimaurerei zumindest etwas gibt, das den Freimaurer dazu disponiert oder neigt, Luzifer neu zu betrachten…
In Anbetracht des initiatischen Charakters der Freimaurerei (früher hätte man gesagt: „sektenartig“), die eben keine öffentliche Religion mit völlig explizitem Glaubensbekenntnis wie die katholische Kirche ist, ist es wissenschaftlich nicht korrekt, den Fall Ben Kadosh als isoliert darzustellen…
Später erwähnt van Luijk den Fall der Fraternitas Saturni (FS), der Saturn-Bruderschaft, einer magischen Organisation, die 1926 vom Buchhändler Eugen Grosche (1888–1964) gegründet wurde.
Sie ist auf Luzifer–Saturn zentriert… Luzifer als dunkle Seite Gottes… Luzifer + Christus…
die Notwendigkeit der Dualität und der Gegensätze in Gott, der ein helles und ein dunkles Antlitz hat…
Auf jeden Fall ist Luzifer für die Fraternitas Saturni der große Lichtbringer der Menschheit… Licht und Finsternis sind notwendig für das Leben… Das Böse ist notwendig für das Gute (vgl. S. 301f).
Van Luijk bemerkt, daß – wie bei Maria de Naglowska (russische Satanistin, über die ich im vorherigen Teil schrieb) – diese Lehren der Fraternitas Saturni ihre Wurzeln im „Romantic Satanism“ und im „Lévian occultism“ (Lévis Okkultismus) haben.
Laut van Luijk habe Luzifer innerhalb der Fraternitas Saturni eher eine zentrale Rolle in der Mythologie als in Literatur und Ritual (vgl. S. 302)…
Van Luijk meint, nach dem Tod Grosches sei die Bedeutung der luziferischen Elemente innerhalb der Fraternitas Saturni zurückgegangen („Luciferian elements seem to have further diminished in importance“), doch sofort danach erkennt er an, daß die Fraternitas Saturni bis heute fortbesteht und ihre Verehrung des luziferischen Saturn aufrechterhält:
„Nevertheless the Fraternitas persists to this day and continues its veneration for the Luciferian Saturn“ (S. 302).
4.10. Wieder: Satanismus als christliche Erfindung – ebenso wie der freimaurerische Luziferismus…
Ich komme zu den Schlußfolgerungen („Conclusion“: S. 386–410), wo van Luijk folgendes nahelegt (ich fasse seine Theorien kursiv zusammen):
Der Satanismus ist eine Reaktion auf das Christentum; das Christentum hat das Konzept des Satanismus eingeführt, indem es die Gottheiten der heidnischen Religion als Dämonen darstellte; über mehr als ein Jahrtausend hätten christliche, kirchliche und weltliche Autoritäten religiöse und soziale Dissidenten des „Satanskults“ beschuldigt, bis hin zur katholisch-antifreimaurerischen Kampagne Leo Taxils. (vgl. S. 387f)
Laut van Luijk:
„During most of its history, Satanism thus functioned as a mythical religion, a ghost sect with no actual adherents that was used to demonize rival religious or ideological groups“ („Während eines Großteils seiner Geschichte fungierte der Satanismus somit als mythische Religion, als Geistersekte ohne tatsächliche Anhänger, die dazu genutzt wurde, rivalisierende religiöse oder ideologische Gruppen zu dämonisieren“, S. 388).
4.10.1. Die üblichen „Erfindungen“ des Mittelalters…
Nach van Luijk entsteht im 13. Jahrhundert – als Papst Gregor IX. die Existenz einer Sekte von Luziferianern anprangert, die den Teufel verehren und transgressive, unmoralische, böse Handlungen, Orgien, Menschenopfer begehen – das Stereotyp des Satanismus als intentionaler Verehrung Satans (vgl. S. 388)…
In der Christenheit bestehe laut Luijk stets ein Hang zur Dämonisierung („this tendency for demonization is always present in Christianity at large“, S. 389).
Somit existiert laut van Luijk der Satanismus nicht… er werde von der Christenheit zugeschrieben oder erfunden… doch die tatsächlichen Satanisten seien wenige:
„Up to the twentieth century, to sum up, the history of Satanism can adequately be resumed as a continuum of attribution: practically no real, and an abundance of alleged Satanists. Yet it would be too rash to conclude that there had been no actual Satanism at all. Particularly during the early modern era, scattered archival records testify of genuine cases of people opting for Satan“ („Bis zum zwanzigsten Jahrhundert läßt sich die Geschichte des Satanismus zusammenfassend als ein Kontinuum der Zuschreibung darstellen: praktisch keine echten, dafür aber eine Fülle vermeintlicher Satanisten. Dennoch wäre es zu vorschnell zu schließen, daß es gar keinen tatsächlichen Satanismus gegeben habe. Besonders in der frühneuzeitlichen Epoche belegen vereinzelte Archivquellen echte Fälle von Menschen, die sich dem Satan zuwandten“, S. 390).
4.10.2. In Wirklichkeit eine ideologische, nicht wissenschaftliche These
Tatsächlich ist die akademische These, daß der „wahre“ Satanismus erst im Frankreich des 17. Jahrhunderts beginnt (mit den Schwarzen Messen von Priestern und Aristokratinnen), während im Mittelalter kein wirklicher Satanismus existiert habe – sondern nur Mißverständnisse oder Erfindungen der Kirche (etwa Gregors IX.) – weder logisch noch wissenschaftlich…
Sogar der Pakt mit dem Teufel („The idea of the diabolical pact had been a construction of Christian theology and hagiography […]“: S. 391) und die diabolische Magie seien Konstrukte der christlichen Theologie (vgl. S. 391).
4.10.3. Unterschied zwischen französischem Satanismus des 17. Jahrhunderts und zeitgenössischem Satanismus
Van Luijk meint, daß im „ersten“ Satanismus – jenem französischen des 17. Jahrhunderts – noch Elemente des christlichen Glaubens erkennbar seien, also eine Synkretisierung von Christentum und Satanismus: etwa die Verwendung konsekrierter Hostien, weil man an die Realpräsenz Jesu glaubte, die über Satan stehe, sodaß die Teilnehmer Satan durch die Hostie zum Pakt zwingen wollten.
Im zeitgenössischen Satanismus hingegen gebe es die völlige Ablehnung des Christentums (vgl. S. 391).
In Wirklichkeit besteht die Ablehnung des Christentums in beiden Formen des Satanismus, und der Glaube an die Realpräsenz Jesu in der konsekrierten Hostie ist auch bei modernen Satanisten vorhanden…
4.10.4. Romantischer Satanismus als Grundlage des modernen religiösen Satanismus
In der Literatur des 17.–19. Jahrhunderts wird Satan von den Autoren, die van Luijk „Romantic Satanists“ nennt, rehabilitiert.
John Milton macht Satan im Paradise Lost zu einem tragischen Helden, der sich gegen eine tyrannische Gottheit erhebt (vgl. S. 392).
Van Luijk meint, die „Romantic Satanists“ hätten auf drei Wegen die Grundlage für den späteren religiösen Satanismus gelegt:
- Sie rehabilitierten die Figur Satans, des gefallenen Engels, als Helden, sodaß er attraktiv wurde als Identifikations- oder Verehrungsobjekt;
- Sie verliehen seinem Satan drei Attribute, die langfristig Einfluß gewannen: Sexualität, Wissenschaft und Freiheit (Freidenkertum, Wissen, Emanzipation);
- Sie lehnten die biblischen Erzählungen als Träger wörtlicher Wahrheiten („literal truths“) ab, da für sie die menschliche Vorstellungskraft göttliche oder kosmische Wahrheiten erschaffe; nicht die Götter inspirierten die Dichter, sondern die Dichter erschaffen die Götter… (vgl. S. 392f).
Dieser Satan der romantischen Dichter findet Zustimmung in der westlichen säkularisierten Kultur zwischen 17. und 19. Jahrhundert (vgl. S. 394f).
Der Okkultismus Lévis, die Theosophie Blavatskys und die Anthroposophie Steiners behalten den Einfluß des romantischen Satanismus („all retain influences of Romantic Satanism“), denn dieser rehabilitiert als erster Satan und fördert die Identifikation mit ihm.
Beispielsweise stellt Shelley die gnostischen Ophiten als Modell menschlicher Gemeinschaft dar (vgl. S. 395)…
Vielleicht weiß van Luijk nicht, daß Shelley auch der zeitgenössischen italienischen Freimaurerei gefällt.
Van Luijk sieht die ersten Instanzen religiösen bzw. kultischen Satanismus zwischen dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert auftreten (Ben Kadosh, Przybyszewski, de Naglowska, Fraternitas Saturni). Doch erst in den 1960er Jahren tritt, laut ihm, im Westen der religiöse Satanismus sichtbar hervor: die Church of Satan von Anton LaVey in den USA und die Process Church of the Final Judgement in England (vgl. S. 395).
Ein persönlicher Kommentar:
Tatsächlich ist der „religiöse“, d. h. organisierte und kultische Satanismus, der offen oder teilweise offen auftritt, ein modernes Phänomen, weil er an die Moderne gebunden ist: Solange es den Kirchenstaat gab, die Thron-Altar-Allianz, christliche Königreiche und Imperien, Staaten mit katholischer Staatsreligion, mußte der Teufelskult (gleichgültig in welcher Form, mit welchen magischen Elementen und wie vielen Beteiligten) im verborgenen bleiben, um nicht verfolgt und bestraft zu werden…
Heute hingegen, mit Moderne, Revolution und Säkularisierung, sind sogar anerkannte „Kirchen Satans“ möglich.
4.10.5. Satanismus zwischen revolutionärer Linker und nazi-faschistischer Rechter
Van Luijk bemerkt, daß der romantische Satanismus eher linksgerichtet sei („a ‘Left-wing’ affair“), der moderne religiöse Satanismus hingegen eher rechtsgerichtet, teils neonazistisch („toward neofascism or neo-Nazism“).
Doch auch letztere Form sei revolutionär („a religious vehicle for the values of the Western Revolution“) (vgl. S. 400).
Laut van Luijk ist LaVeys Satanismus weder demokratisch noch egalitär, sondern elitär, was er mit dem nationalsozialistischen Geist teile.
Post-laveyanische Formen wie der Order of the Nine Angles integrieren Neonazismus und Antisemitismus als integrale Bestandteile ihrer Religion („neo-Nazism or antisemitism as integral parts of their religion“) (vgl. S. 401).
Der von diesen rechten oder neonazistischen Gruppen verehrte Satan – ein herrschender, tyrannischer, gewalttätiger, die Schwachen unterdrückender Satan – entspricht genau dem Bild des jüdisch-christlichen Gottes, das sich die liberalen, sozialistischen, anarchistischen romantischen Satanisten gemacht haben (vgl. S. 402).
4.10.6. Wir alle „Kinder Luzifers“! Aber warum nicht offen auch die Freimaurer einbeziehen?
Der Schluß van Luijks ist sehr bemerkenswert: Die Werte, die die romantischen Satanisten Satan zuschrieben, hätten die heutige westliche Gesellschaft geprägt – eine Gesellschaft mit beispielloser Freiheit –, weshalb wir in gewisser Weise alle Kinder Luzifers seien. Hier das Zitat:
„From a historical perspective, one could argue, Satan played a much more important role in the nineteenth century, when he was given a tiny but fascinating part in the unique adventure of a civilization that spontaneously decided to renounce its old gods and enter into a permanent state of religious indecision. During this period, he was mobilized by a small but influential segment of cultural elite in its struggle against repression and exploitation and celebrated as a symbolic champion for values such as the freedom to worship whom we like and how we like, the freedom to love whom we like and how we like, and the freedom to express ourselves how we like and to live how we like. These values have made Western society as it is: that is, for better or worse, a place of unprecedented liberty. In that respect we are all, in a way, children of Lucifer“ („Aus historischer Perspektive könnte man argumentieren, daß Satan im neunzehnten Jahrhundert eine weitaus wichtigere Rolle spielte, als ihm ein kleiner, aber faszinierender Part in dem einzigartigen Abenteuer einer Zivilisation zugeschrieben wurde, die spontan beschloß, ihre alten Götter abzulehnen und in einen dauerhaften Zustand religiöser Unentschlossenheit einzutreten. In dieser Zeit wurde er von einem kleinen, aber einflußreichen Teil der kulturellen Elite mobilisiert im Kampf gegen Unterdrückung und Ausbeutung und gefeiert als symbolischer Verfechter von Werten wie der Freiheit, zu verehren, wen und wie man will, der Freiheit, zu lieben, wen und wie man will, und der Freiheit, sich auszudrücken und zu leben, wie man will. Diese Werte haben die westliche Gesellschaft zu dem gemacht, was sie ist: das heißt, zum Guten oder Schlechten, zu einem Ort beispielloser Freiheit. Insofern sind wir alle, auf gewisse Weise, Kinder Luzifers“, S. 410).
So endet das Buch van Luijks.
Nun, trotz der Absicht des Autors hilft uns auch diese letzte Aussage zu verstehen, daß gerade die Freimaurer, die doch die Moderne und ihre antichristliche, antiklerikale, antidogmatische kulturelle Revolution vorangetrieben haben, besonders würdig sind, par excellence als Kinder Luzifers bezeichnet zu werden.
In diesem Zusammenhang habe ich eine sehr interessante Entdeckung gemacht.
Hier ist sie.
4.11. Br.·. Gustav Steffler: Die Freimaurer sind wirklich Kinder Luzifers (1914)
1914 wird das Buch zum fünfzigjährigen Jubiläum der Gründung der Loge „Immanuel“ in Königsberg veröffentlicht, die der Großloge von Preußen namens Royal York zur Freundschaft angehörte.
Der Autor ist Gustav Steffler, Meister vom Stuhl jener preußischen Loge.
Steffler lobt den verstorbenen Journalisten und Freimaurer Br. Ferdinand Michels (1842–1896), der von 1890 bis 1896 Meister vom Stuhl der „Immanuel“-Loge war.
Steffler berichtet, daß die Freimaurer in den päpstlichen Bullen den Titel „Söhne Luzifers“ erhalten, und er erklärt, daß dies wahr sei: Die Freimaurer seien wirklich „Söhne Luzifers“, und Bruder Michels sei einer der größten unter ihnen gewesen.
Br. Steffler sagt, daß die Freimaurer Söhne Luzifers seien, aber nicht in dem Sinne, wie die Kirche es meine, sondern Lichtbringer, Träger von Wahrheit und Gutem. Er schreibt:
„[…] in den Bannbullen, die von dem römischen Stuhl gegen uns geschleudert werden, wird uns Freimaurern der Titel ‘Söhne des Luzifer’ beigelegt. Und in der Tat m. BBr.; wir sind Söhne des Luzifer, und Michels war einer der größten unter ihnen. Aber in einem anderen Sinne als dem, in welchem unsere Gegner uns diese Bezeichnung beilegen. Luzifer heißt Lichtbringer. Und Lichtbringer wollen wir Freimaurer sein; wir wollen die Menschheit schon hier auf Erden zum Glücke erziehen, und wenn wir glauben, dies dadurch zu erreichen, daß wir den Verstand erleuchten für die ewige Wahrheit, die uns Natur und Geschichte lehren, und daß wir das Gemüt erwärmen für die ewige Schönheit, die uns umgibt und die in den geistigen Schätzen der Menschheit in so reichlicher Fülle aufgespeichert liegt; wenn wir die Seele durch ihre Arbeit stark zu machen versuchen, daß sie, die im täglichen Leben oft genug abgestumpft wird gegen die idealen Bestrebungen, empfänglich werde für das Licht der Wahrheit und für die erwärmende Wohltat des Schönen, dann sind wir in der Tat Kinder des Luzifer, und dann war Michels einer der größten unter ihnen.“
(Gustav Steffler, Geschichte der Johannisloge Immanuel Or.·. Königsberg i. Pr. 1864–1914. Zur fünfzigjährigen Gedenkfeier, Druck von Br. W. Telemann, Königsberg i. Pr. 1914, S. 48).
Br. Steffler macht auch deutlich, daß die Freimaurer kein „Dogma“ mögen, sondern „Freiheit des Denkens und Freiheit des Handelns“ (vgl. S. 49).
Damit bestätigt Br. Steffler, unfreiwillig, die Aussagen der antimasonischen päpstlichen Bullen und hilft, den Negationismus zu widerlegen, den Studien wie jene von Ruben van Luijk vertreten.
(Fortsetzung folgt)
*Pater Paolo Maria Siano gehört dem Orden der Franziskaner der Immakulata (FFI) an; der promovierte Kirchenhistoriker gilt als einer der besten katholischen Kenner der Freimaurerei, der er mehrere Standardwerke und zahlreiche Aufsätze gewidmet hat. In zahlreichen seiner Veröffentlichungen geht es ihm darum, den Nachweis zu erbringen, daß die Freimaurerei von Anfang an esoterische und gnostische Elemente enthielt, die bis heute ihre Unvereinbarkeit mit der kirchlichen Glaubenslehre begründen.
Übersetzung: Giuseppe Nardi
Bild: Corrispondenza Romana/Wikicommons
